202605881_3.17.2.3 Instandsetzungskonzept Stützenfüße Bahnsteig 2 und 3.pdf

Sanierung von Bahnsteigdächern und Errichtung dauerhafter Befahranlagen am Hauptbahnhof Regensburg

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Instandsetzungskonzept

Stützenfüße Überdachung

Bahnsteig 2 u. 3

Hbf Regensburg

Im Auftrag der DB InfraGO AG

Projekt Nr.: 28494 Datum: 23.05.2025 Ort: München

OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG Hauptsitz München: Hansastraße 40 | 80686 München Tel.: +49 89 5799-0 | Fax: +49 89 5799-910 | info@obermeyer-group.com www.obermeyer-group.com

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Ansprechpartner Alexander Stölzle M.Eng.

Kontakt Tel. 089/5799-268 Email: alexander.stoelzle@obermeyer-group.com

Impressum

OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG Hansastraße 40 80686 München Deutschland

Postfach 20 15 42 80015 München

Tel.: +49 89 5799-0 Fax: +49 89 5799-910 info@obermeyer-group.com www.obermeyer-group.com

© 2025 OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen 5

1.1 Veranlassung 5 1.2 Bestandsunterlagen 5 1.3 Stützenarten 6 1.4 Mögliche Altlast - Bleimenninge 10

2. Instandsetzung 11

2.1 Freilegung 11 2.2 Vorbehandlung 11 2.3 Verstärkung und Hilfsabstützung 14 2.4 Korrosionsschutzsystem 15 2.5 Stahlbetonummantelung 19

3. Instandsetzungskategorien 20

4. Schlussseite 25

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Auszug aus Blatt 6 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß ................................... 6 Abbildung 2 Ausz. Blatt 18 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß am Treppenanfang ............ 7 Abbildung 3 Auszug aus Plan 5038 Werkpl. QH 2+3 Grundleitung durch Fundamente ............... 8 Abbildung 4 Untersuchte Stützenfüße am Beispiel Bst. 2 ............................................................. 9 Abbildung 5 Verstärkte HEB 220 Stütze ...................................................................................... 14 Abbildung 6 Dachquerschnitt mit Hilfsabstützung für Bestandsstützenverstärkung ................... 14 Abbildung 7 Auszug aus Tab. 1 DIN EN ISO 12944-2 ................................................................ 16 Abbildung 8 Ausschnitt aus Bild 11 DBV-Merkblatt Parkhäuser u. Tiefgaragen ......................... 19 Abbildung 9 Stütze 204: Instandsetzungskategorie 1a ............................................................ 21 Abbildung 10 Stütze 224: Instandsetzungskategorie 2a .......................................................... 22 Abbildung 11 Stütze 220: Instandsetzungskategorie 1b .......................................................... 22 Abbildung 12 Stütze 215: Instandsetzungskategorie 2b .......................................................... 23 Abbildung 13 Stütze 216: Instandsetzungskategorie 1c .......................................................... 23 Abbildung 14 Stütze 219: Instandsetzungskategorie 2c .......................................................... 24

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 3/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 4/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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1. Vorbemerkungen

1.1 Veranlassung

Im Zuge der Planung für die Dachsanierung der Mittelbahnsteige des Hbf Re- gensburg wurde von Obermeyer Infrastruktur angeraten, die Stützenfüße auf mögliche Schäden zu untersuchen. Infolgedessen wurden eine Stütze am Bahnsteig 2 an Gleis 5 und eine Stütze am Bahnsteig 3 an Gleis 9 oberflä- chennah freigelegt. Da der Stützenfuß an Gleis 9 verrostete Stahlabplatzun- gen aufweist, wurde sich dafür entschieden eine umfangreiche Begutachtung bis Oberkante Stützenfundament vorzunehmen.

Die Begutachtung hat ergeben, dass sowohl geringe als auch erhebliche Schäden an den Stützenfüßen vorhanden sind. Generell sind die Stützen, wel- che sich an den Bahnsteigdachenden befinden, weniger stark geschädigt als diejenigen die sich in Bahnsteigmitte befinden. Dies liegt sehr wahrscheinlich an der Frequenz des Personenverkehrs. Einen großen Einfluss auf den Grad der Schädigung hat auch das Streuen von Tausalz. In Wasser gelöstes Tausalz verursacht zusammen mit Sauerstoff die sogenannte Loch- oder Lochfraßkorrosion. Diese Art der Korrosion verursacht erhebliche Bauteilschä- den.

Eine Instandsetzung der Stahlstützen sowie des Oberflächenschutzsystems bis zum Fundament wird dringend angeraten.

Empfehlung

Zum Schutz der Stahlbauteile (und auch der Stahlbetonbauteile) wird empfoh- len, das Streuen von Tausalz auf ein Minimum zu reduzieren. Bei der Lagerung von Tausalz auf den Bahnsteigen in der Nähe von Stahlbau- teilen sollten wasserundurchlässige Unterlagen verwendet werden.

1.2 Bestandsunterlagen

Blatt 1b Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Übersichtsplan; erstellt 1984 Blatt 2 Ern. Bstg. Überdachung 3 LS; erstellt 1984 Blatt 3 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützen; erstellt 1984 Blatt 4 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Längs- u. Querträger; erstellt 1984 Blatt 5 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Längsträgertypen; erstellt 1984 Blatt 6 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß; erstellt 1984 Blatt 7 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Entwässerung; erstellt 1984 Blatt 8 Ern. Bstg. Überdachung 3 Abd. verl. Stützenreihe 4 u. 10; erstellt 1984 Blatt 9 Ern. Bstg. Überdachung 3 Fahrleitungsmast in Stützenreihe 4 u. 10 Blatt 10 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Det. Dehnungsfuge; erstellt 1984 Blatt 11 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Det. Blende, Erdung Stützenfuß; 1984 Blatt 13 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Unterdecke; erstellt 1984

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 5/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Blatt 14 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Aufhängung Zuglaufanzeiger; erst.1984 Blatt 16b Ern. Bstg. Überdachung 3 Fundamentplan; erstellt 1984 Blatt 17b Ern. Bstg. Überdachung 2 Fundamentplan; erstellt 1984 Blatt 18 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß am Treppenanfang; 1984 Blatt 21 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Leuchten u. Kabelkanal; erstellt 1984

Plan 4004 Werkpl. Übers. GR Fundamente; erstellt 2002 Plan 5038 Werkpl. QH 2+3 Grundleitung durch Fundamente; erstellt 2003

Plan 202 Stahlbau QH 2 Achse 10-12, A-J Stützen; erstellt 2002 Plan 204 Stahlbau QH 2 Achse 10-12, A-J Stützen; erstellt 2002 Plan 302 Stahlbau QH 3 Achse 18-20, A-J Stützen; erstellt 2002 Plan 304 Stahlbau QH 3 Achse 18-20, A-J Stützen; erstellt 2002

1.3 Stützenarten

Mithilfe der Bestandspläne konnten vier Stützenfußarten festgestellt werden. Der Regeltyp sowie der Typ am Treppenaufgang sind Bestandteile des Bahn- steigdaches, welches Mitte der 1980er Jahre errichtet wurden. Die anderen beiden Typen gehören zum Querhaus, welches als Auflager der Personen- überführung sowie als Wetterschutz der Bahnsteigzugangstreppen und des Aufzuges dienen. Das Querhaus wurde Mitte der 2000er Jahre erbaut.

Abbildung 1 Auszug aus Blatt 6 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 6/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Abbildung 2 Ausz. Blatt 18 Ern. Bstg. Überdachung 2+3 Stützenfuß am Treppenanfang

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 7/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Abbildung 3 Auszug aus Plan 5038 Werkpl. QH 2+3 Grundleitung durch Fundamente

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 8/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Abbildung 4 Untersuchte Stützenfüße am Beispiel Bst. 2

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 9/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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1.4 Mögliche Altlast - Bleimenninge

Es ist nicht auszuschließen, dass als Grundschicht des Korrosionsschutzsys-

Auf-
grund der gesundheitsschädlichen Wirkung von Blei, insbesondere bei Kon-
takt oder beim Abbau, wurde die Verwendung von Bleimenninge in Deutsch
land im Jahr 2012 verboten, um die Gesundheit der Menschen und die Um-
welt zu schützen. Bleimennigne ist durch seine orange-rote Farbe erkennbar.

welt zu schützen. Bleimennigne ist durch seine orange-rote Farbe erkennbar.

Bei der Entfernung von Bleimenninge auf bestehenden Stahlbauteilen gibt es einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, um die Sicherheit und den Umweltschutz zu gewährleisten. Hier sind die wichtigsten Aspekte:

Schutzmaßnahmen für Arbeitende: Eine geeignete persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken, Hand- schuhe, Schutzbrillen und Schutzkleidung ist vorgeschrieben, um Kontakt mit Blei und Staub zu vermeiden. Es muss für gute Belüftung am Arbeitsort gesorgt werden, um Staub- und Dämpfungsansammlungen zu minimieren.

Vermeidung von Staubentwicklung: Die Entfernung sollte möglichst staubarm erfolgen, z.B. durch nass machen des Materials oder Einsatz spezieller Absaug- und Filtersysteme. Das Ziel ist, die Freisetzung von Blei-Staub in die Luft zu verhindern.

Entsorgung des Abfalls: Das entfernte Bleimenninge muss als gefährlicher Abfall behandelt werden. Es ist wichtig, die Abfälle in geeigneten, gekennzeichneten Behältern zu sam- meln und durch zertifizierte Entsorgungsunternehmen entsorgen zu lassen.

Arbeitsbereich räumlich trennen und absichern: Der Arbeitsbereich muss räumlich getrennt, abgesperrt und gekennzeichnet sein, um unbefugten Zutritt zu verhindern. Nach Abschluss der Arbeiten muss der Bereich gründlich gereinigt werden, um Restblei zu entfernen.

Rechtliche Vorgaben beachten: Die Entfernung muss gemäß den geltenden Vorschriften für den Umgang mit gefährlichen Stoffen erfolgen. (TRGS 505 Anhang 3) Es sind spezielle Genehmigungen erforderlich und die Arbeiten sollten von Fachfirmen durchgeführt werden, die auf den Umgang mit bleihaltigen Materi- alien spezialisiert sind.

Dokumentation: Alle Schritte, Maßnahmen und Entsorgungen müssen dokumentiert werden, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben nachzuweisen.

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 10/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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2. Instandsetzung

2.1 Freilegung

Die Freilegung der Stützenfüße hat bis zum Fundamentanschluss zu erfolgen.

Im Speziellen sind folgende Arbeiten auszuführen:

  1. Entfernen der Bahnsteigplatten bis zu den Fundamentaußenkanten
  2. Aushub (Kies und Boden) bis zu den Fundamentaußenkanten
  3. Abstemmen des unbewehrten Betons bis alle Stützenfußbestandteile freizugänglich sind.
  4. Reinigung des Stützenfußes sowie der Fundamentoberfläche bis Au- ßenkante Fundament.

2.2 Vorbehandlung

Die Stützen müssen vor der Verstärkung (optional) und unmittelbar vor der Neubeschichtung vorbehandelt werden. Ziel ist es ist es den Untergrund so vorzubereiten, dass eine gute Haftung für den Korrosionsschutz gewährleistet ist. Um zum Erreichen eines wirksamen Korrosionsschutzes beizutragen, sind die Anforderungen aus der DIN EN ISO 8501 dringend zu beachten.

• Abbürsten der Roststellen (Entfernung aller losen Teile) • Abwaschen der Chloride ggf. mit Dampfstrahlern. Durch Bresle-Test ist Chloridfreiheit nachzuweisen. • Vorbereitungsgrad P3 nach DIN EN ISO 8501-3 (Oberflächen plan- schleifen) • Strahlen des Stahluntergrunds Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1 • Ziel-Rautiefe: Rz 50–70 µm • Reinigung von Öl, Fett, Salz und sonstigen Verunreinigungen nach DIN EN ISO 8502-4

Auszug aus DIN EN ISO 8501-1

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 11/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 12/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Auszug aus DIN EN ISO 8501-3

Schutzmaßnahmen

Für Oberflächenvorbereitungsarbeiten sind Schutzmaßnahmen auszuführen, um Schädigungen von Personen, Umwelt, Verkehrsanlagen, Anlagen Dritter usw. zu vermeiden und um den Schutz der Korrosionsschutzmaßnahmen selbst sicherzustellen. Abplanungen und Einhausungen müssen so dicht sein, dass die Umwelt nicht beeinträchtigt wird. Im Speziellen sind die Anforderun- gen gemäß ZTV-ING Teil 4 Abs. 3 Kap. 7.2 einzuhalten.

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 13/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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2.3 Verstärkung und Hilfsabstützung

An einigen Regeldachstützen HEB220 sind deutliche Querschnittsschwächun- gen an den Flanschen erkennbar. Hier werden Verstärkungen in Form von aufgeschweißten Flachstählen vorgesehen. Um ein Schweißen an diesen Stützen zu ermöglichen, werden sie durch Hilfsabstützungen entlastet. Hier kommen Schwerlaststützen zum Einsatz. Sie werden beidseits neben die Be- standsstütze zwischen Dachquerträger und Fundament angeordnet.

Abbildung 5 Verstärkte HEB 220 Stütze

Abbildung 6 Dachquerschnitt mit Hilfsabstützung für Bestandsstützenverstärkung (schematisch)

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 14/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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2.4 Korrosionsschutzsystem

Die Korrosionsschutzmaßnahmen der DB im Stahlbau sind in der Ril 804.6201 geregelt. Diese weist darauf hin, dass im Wesentlichen sind folgende Regel- werke zu beachten sind:

DIN EN ISO 12 944 Beschichtungsstoffe – Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme (Teil 1-8) Diese Norm wird ergänzt durch:

  • ZTV-ING Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten Teil 4: Stahlbau, Stahlverbundbauten Abschnitt 3: Korrosionsschutz von Stahlbauten inklusive Hinweisblätter
  • TL/TP-ING Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Ingenieur- bauten, Teil 4, Abschnitt 3
  • TL KOR-Stahlbauten Technische Lieferbedingungen für Beschichtungsstoffe für den Korrosions- schutz von Stahlbauten
  • TP KOR-Stahlbauten Technische Prüfvorschriften für Beschichtungsstoffe für den Korrosionsschutz von Stahlbauten
  • TL 889.0005 (DBS 918 005) Technische Lieferbedingungen für die Ausführung von Eisenbahnbrücken und sonstigen Ingenieurbauwerken
  • TL 889.0084 (DBS 918 084) Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Beschich- tungsstoffe von Schottertrogbeschichtungen (Blatt 84)
  • DIN EN 1090-2 Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken Teil 2: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken
  • DASt-Ril 22 Feuerverzinken von tragbaren Stahlbauteilen

Weitere Regelwerke und Unterlagen, auf die in den oben genannten Regel- werken verwiesen wird, sind ebenfalls zu beachten.

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 15/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Für die Bahnsteigdachstützen wird ein 3-schichtiges Korrosions- schutzsystem gewählt.

Die Schutzdauer wird gemäß DIN EN ISO 12944-1 auf „Sehr lang (VH) (über 25 Jahre)“ festgelegt.

Die Korrosivitätskategorie wird nach DIN ISO 12944 Teil 2 auf „C5 – sehr stark“ festgelegt.

Abbildung 7 Auszug aus Tab. 1 DIN EN ISO 12944-2

Es wird folgendes Korrosionsschutzsystem nach ZTV-ING Teil 4 Abs. 3 Tab. A 4.3.2 gewählt:

Schicht Produkttyp Trockenschicht- Funktion dicke

Grundierung Zinkstaub-Epo- 80 µm Korrosions- xidharz schutz, Haftung

Zwischenbe- Epoxidharz (mit 160 µm* Barrierewirkung, schichtung Eisenglimmer) Schutz

Deckbeschich- Polyurethan- 160 µm* UV-Beständig- tung Decklack keit, Optik

Gesamt 400 µm

  • falls vom Beschichtungshersteller nicht anders angegeben

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 16/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Kantenschutz

Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Schicht Beschichtungsstoff, die vor der vollständigen Beschichtung ausschließlich auf Kanten, Schweißnähte, Be- festigungsmittel und andere unebene Bereiche aufzutragen ist.

Schutzmaßnahmen

Für Beschichtungsarbeiten sind Schutzmaßnahmen auszuführen, um Schädi- gungen von Personen, Umwelt, Verkehrsanlagen, Anlagen Dritter usw. zu ver- meiden und um den Schutz der Korrosionsschutzmaßnahmen selbst sicherzu- stellen. Abplanungen und Einhausungen müssen so dicht sein, dass die Um- welt nicht beeinträchtigt wird. Im Speziellen sind die Anforderungen gemäß ZTV-ING Teil 4 Abs. 3 Kap. 7.3 einzuhalten.

Ausführung:

 Alle Arbeiten sind durch einen Fachbetrieb nach DIN EN ISO 12944-7 durchzuführen. Es ist eine Verfahrensbeschreibung vorzulegen, welche die Befähigung des Fachbetriebs zur Umsetzung des geforderten Qualitätsgra- des für jeden Prozess darlegt.  Die Temperatur der Oberfläche muss mindestens 5°C betragen, je- doch mindestens 3 K über dem Taupunkt liegen, es sei denn im Tech- nischen Datenblatt des Beschichtungsstoffherstellers ist etwas ande- res festgelegt.  Verwendete Produkte müssen eine Zulassung nach DB-Richtlinie 804 oder ZTV-ING besitzen (ggf. Freigabe durch AG erforderlich)  Verarbeitung gemäß Angaben der Herstellerdatenblätter

Qualitätskontrollen:

 Dokumentation bzw. Überwachung aller Arbeitsschritte durch den Arbeit- nehmer  Eine zusätzliche Überwachung durch den Auftraggeber z.B. durch Einbin- dung eines Korrosionsschutzinspektors, ist erforderlich.  Schichtdickenmessung gemäß DIN EN ISO 19840  Haftzugprüfung

Kontrollflächen

Kontrollflächen sind geeignete Flächen am Bauwerk, die zur Überprüfung der Richtigkeit der Angaben des Herstellers oder Auftragnehmers und zur

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 17/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschichtung zu jedem Zeitpunkt nach der Fertigstellung dienen. Sie sind an den Stellen anzulegen, an welche für das Bauwerk typische Korro- sionsbelastungen herrschen. Alle Arbeiten zur Oberflächenvorbereitung und zum Aufbringen von Beschichtungsstoffen auf Kontrollflächen müssen in An- wesenheit von Vertretern aller Vertragsparteien ausgeführt werden und diese müssen schriftlich bestätigen, dass die Kontrollflächen der Spezifikation ent- sprechen. Alle Kontrollflächen müssen genau dokumentiert werden und kön- nen auch dauerhaft am Bauwerk selbst gekennzeichnet werden. Für die Aus- wertung der Kontrollflächen sind die Formblätter ZTV-ING Teil 4 Abs. 3 An- hang B zu verwenden.

Farbtondeckschicht:

RAL-Farbton gemäß Planungsvorgabe (z. B. RAL 7016 – Anthrazitgrau)

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 18/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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2.5 Stahlbetonummantelung

Um die Stützenfüße der Bahnsteigdächer nach der Instandsetzung besser vor Frost-Tausalz-Einfluss zu schützen, wurde sich dafür entschieden Ummante- lungssockel aus Stahlbeton herzustellen.

Für die Entwicklung dieser Umantelungssockel wurde sich an dem DBV-Merk- blatt „Tiefgaragen und Parkhäuser“ orientiert. Grund dafür ist die ähnliche Chloridbeanspruchung.

Da der Sockel durch tausalzhaltiges Wasser mit Chloriden beaufschlagt wird, wird der Beton in die Expositionsklassen XD2 und WA eingeordnet. Durch die Einbindung in das Erdreich und auftretende Frostbelastung wird XC3 und XF4 erforderlich. Um die Bewehrung ausreichend zu schützen und eine gewisse Undurchlässigkeit des Stahlbetons zu erreichen, wird die zulässige Rissbreite auf w ≤ 0,3 mm begrenzt. k

Der Sockel wird 20 cm über Bahnsteigoberkante geführt, so dass kein Wasser an den Stahlstützenfüßen stehen kann.

Der Schwachpunkt ist die Arbeitsfuge zwischen horizontalem und aufgehen- dem Bauteil, d.h. zwischen Oberfläche Bestandsfundament und Ummante- lungssockel. Diese Arbeitsfuge ist in jedem Fall durch entsprechende Maß- nahmen vor dem Zutritt chloridhaltigen Wassers zu schützen. Dabei ist bei- spielsweise in einem mindestens 150 mm breiten Streifen, um den Sockel- herum eine Beschichtung aufzubringen. Diese Beschichtung sollte als Teil des Oberflächenschutzsystems aus der Horizontalen durch Ausbildung einer gefü- gedichten Dreiecks- bzw. Hohlkehle (mindestens 30 mm x 30 mm) ange- schlossen werden. Die geeignete Beschichtung muss hierbei auch mindestens 150 mm an dem aufgehenden Bauteil, hier der Sockel, hochgeführt werden, um Hinterläufigkeiten auszuschließen.

Abbildung 8 Ausschnitt aus Bild 11 DBV-Merkblatt Parkhäuser u. Tiefgaragen

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 19/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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3. Instandsetzungskategorien

Anhand der vorgefundenen Schädigungen werden die Stützenfüße in drei ver- schiedene Instandsetzungskategorien eingeordnet. Aufgrund der unterschied- lichen Stützenarten werden die ersten beiden zusätzlich in die Typen a bis c unterteilt.

Nachfolgend werden ausschließlich die Maßnahmen an der Stahlstütze ange- geben. Eventuelle Hilfsabstützungen wurden im vorherigen Kapitel erläutert.

Kategorie 1a: Regeldachstütze HEB220 in verhältnismäßig, gutem Zustand → lediglich Oberfläche muss vorbehandelt1 und ein neues Korrosionsschutzsystem muss aufgetragen werden.

Kategorie 1b: Regelquerhausstütze QRO 300x10 (vollverschweißt) in verhältnismäßig, gu- tem Zustand → lediglich Oberfläche muss vorbehandelt1 und ein neues Korro- sionsschutzsystem muss aufgetragen werden.

Kategorie 1c: PÜ-Stütze QRO 350x45 (vollverschweißt) in verhältnismäßig, gutem Zustand → lediglich Oberfläche muss vorbehandelt1 und ein neues Korrosions- schutzsystem muss aufgetragen werden.

Kategorie 2a: Regeldachstütze HEB220 deutliche Querschnittsschwächungen erkennbar→ Oberfläche muss vorbehandelt werden → die Flansche werden durch aufge- schweißte Bleche verstärkt → Auftragen eines neues Korrosionsschutzsys- tems.

Kategorie 2b: Regelquerhausstütze QRO 300x10 (vollverschweißt) deutliche Querschnitts- schwächungen erkennbar→ Oberfläche muss vorbehandelt werden → die Flansche werden durch aufgeschweißte Bleche verstärkt → Auftragen eines neues Korrosionsschutzsystems.

Kategorie 2c: PÜ-Stütze QRO 350x45 (vollverschweißt) deutliche Querschnittsschwächun- gen erkennbar→ Oberfläche muss vorbehandelt werden → die Flansche wer- den durch aufgeschweißte Bleche verstärkt → Auftragen eines neues Korrosi- onsschutzsystems.

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 20/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Kategorie 3: Regeldachstütze HEB220 massive Zerstörung des Querschnittes → Entfer- nung des zerstörten Stützenabschnittes → Anschweißen eines neuen Stüt- zenteils mit -fuß und Verdübelung auf dem Fundament → das neue Stahlbau- teil erhält bereits vor dem Einbau ein Korrosionsschutzsystem.

vorbehandeln1 = abbürsten, abgewaschen der Chloride, strahlen, planschlei- fen, ggf. strahlen

Stützenfußbeispiele für die einzelnen Kategorien

Abbildung 9 Stütze 204: Instandsetzungskategorie 1a

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 21/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Reduzierung der Flanschdicke von 16mm auf 10mm

Abbildung 10 Stütze 224: Instandsetzungskategorie 2a

Ein Stützenfuß der Instandsetzungskategorie 3 wurde bei der Begutachtung nicht angetroffen. Bei der Instandsetzung der Bahnsteigdächer ist aber nicht auszuschließen, dass auch ein Komplettaustausch eines Stützenfußes not- wendig werden kann.

Abbildung 11 Stütze 220: Instandsetzungskategorie 1b

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 22/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Abbildung 12 Stütze 215: Instandsetzungskategorie 2b

Abbildung 13 Stütze 216: Instandsetzungskategorie 1c

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 23/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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Abbildung 14 Stütze 219: Instandsetzungskategorie 2c

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 24/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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4. Schlussseite

Aufgestellt am 23.05.2025


i. A. Alexander Stölzle M.Eng.

Bearbeiter

OBERMEYER

Infrastruktur GmbH & Co. KG

Hansastraße 40

D-80686 München

Tel.: +49 89 / 5799 - 268

E-Mail: alexander.stoelzle@obermeyer-group.com

Homepage: http://www.obermeyer-group.com

Stand: 23.05.2025 Autor: Stoelzle, Alexander Seite 25/25 28494_Instandsetzungskonzept_Stützenfüße_Bst2u3_20250523

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