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Der Wohnberechtigungsschein.docx

Redaktion und Gestaltung des Unternehmensmagazins „EINSVIER“

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 29.09.2026, 08:09 (Europe/Berlin)

Herkunft: vergabemarktplatz.brandenburg.de

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Der Wohnberechtigungsschein – wenn Wohnraum knapp und teuer ist

Wie ein Wohnberechtigungsschein (WBS) den Weg zu einer bezahlbaren Wohnung eröffnen kann – und warum er für immer mehr Potsdamerinnen und Potsdamer wichtig wird.

Vor Anna Lindner öffnet sich die Tür zu einer Drei-Zimmer-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus der ProPotsdam in Drewitz. Helle Räume, ein Balkon, ein begrünter Innenhof, die Straßenbahn ganz in der Nähe. Nichts Außergewöhnliches – und doch für viele Menschen in Potsdam längst nicht mehr selbstverständlich.

Anna geht langsam durch die Wohnung. Sie schaut aus dem Küchenfenster, wirft einen Blick ins Kinderzimmer und bleibt schließlich im Wohnzimmer stehen. „Hier könnte das Sofa hin“, sagt sie leise. Zum ersten Mal seit Monaten klingt ihre Stimme optimistisch.

Noch ist nichts entschieden. Zwei weitere Interessenten besichtigen heute dieselbe Wohnung. Ob Anna den Zuschlag erhält, wird sich erst später zeigen.

Fest steht jedoch: Ohne einen WBS wäre sie heute gar nicht hier.

Wenn Wohnungssuche zum Vollzeitjob wird

Noch vor zwei Jahren hätte Anna nicht gedacht, dass sie einmal Anspruch auf einen WBS haben würde. Die medizinische Fachangestellte arbeitet 30 Stunden pro Woche und lebt seit ihrer Trennung allein mit ihrem Sohn. Die gemeinsame Wohnung wurde zu teuer, eine bezahlbare Alternative war trotz monatelanger Suche nicht in Sicht.

Auf den Immobilienportalen herrscht oft Ernüchterung. Entweder gibt es kaum Angebote oder Wohnungen, deren Miete das Budget deutlich übersteigt. Hinzu kommen zahlreiche Wohnungstausch-Angebote, die für Anna keine Lösung sind.

Die wenigen bezahlbaren Wohnungen verschwinden häufig innerhalb weniger Stunden wieder aus den Portalen. Nicht selten bewerben sich mehrere Hundert Interessierte auf dieselbe Wohnung.

Bei der WBS-Beratungsstelle der Landeshauptstadt Potsdam erfährt Anna schließlich, dass sie nach Prüfung ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse Anspruch auf einen WBSplus hat. Gleichzeitig lässt sie sich als wohnungssuchend registrieren.

Bis dahin war sie überzeugt, dass ein WBS ausschließlich Menschen zusteht, die Sozialleistungen beziehen. Ein Irrtum, der häufiger vorkommt, als viele vermuten.

Warum der WBS immer wichtiger wird

Wer verstehen möchte, warum Instrumente wie der WBS heute eine so große Bedeutung haben, muss einen Blick auf den Potsdamer Wohnungsmarkt werfen.

Die Stadt wächst seit Jahren. Neue Arbeitsplätze, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die Nähe zu Berlin machen Potsdam zu einem attraktiven Wohnort. Gleichzeitig entstehen deutlich weniger Wohnungen, als benötigt werden.

Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und teure Grundstücke haben den Wohnungsbau erheblich gebremst. Viele private Bauvorhaben wurden verschoben oder ganz aufgegeben. Während das Angebot stagniert, steigt die Nachfrage weiter.

Die Folge: Bei Neuvermietungen gehört Potsdam inzwischen zu den teuersten Städten Deutschlands.

Besonders betroffen sind Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen, Auszubildende und Berufseinsteiger. Doch längst spüren auch viele Haushalte mit mittleren Einkommen den Druck des angespannten Wohnungsmarktes.

Hier setzt der soziale Wohnungsbau an.

Wohnungen, die mit öffentlichen Fördermitteln errichtet wurden, unterliegen einer sogenannten Belegungsbindung. Sie dürfen nicht frei vermietet werden, sondern sind Haushalten vorbehalten, die bestimmte Einkommensgrenzen erfüllen.

Genau dafür gibt es den Wohnberechtigungsschein – kurz WBS.

Er ist keine Reservierung und garantiert auch keine Wohnung. Vielmehr stellt die Landeshauptstadt Potsdam nach Prüfung der persönlichen Voraussetzungen fest, wer Anspruch auf geförderten Wohnraum hat. Wer eine Wohnung sucht, kann sich zusätzlich als wohnungssuchend registrieren lassen.

Wird eine geförderte Wohnung frei, meldet die ProPotsdam diese an die Landeshauptstadt. Dort werden geeignete Haushalte ausgewählt und für die Wohnung benannt. Erst anschließend lädt die ProPotsdam diese Interessentinnen und Interessenten zur Besichtigung ein und führt das Vermietungsverfahren durch.

Mehr Menschen sind berechtigt, als sie glauben

In Brandenburg gibt es inzwischen mehrere Varianten des WBS. Neben dem klassischen WBS existieren der WBSplus und der WBSplus 60. Durch die angehobenen Einkommensgrenzen können heute auch viele Menschen mit mittleren Einkommen Anspruch auf geförderten Wohnraum haben – etwa Alleinerziehende, Familien oder Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger.

Dass viele Berechtigte ihren Anspruch gar nicht kennen, beobachten die Beratungsstellen immer wieder. Der WBS gilt noch häufig als Instrument ausschließlich für einkommensschwache Haushalte. Tatsächlich wurden die Einkommensgrenzen in den vergangenen Jahren deutlich erweitert.

Eine Schlüsselrolle für die ProPotsdam

Als kommunales Wohnungsunternehmen mit rund 18.000 Wohnungen trägt die ProPotsdam eine besondere Verantwortung für die Versorgung der Landeshauptstadt mit bezahlbarem Wohnraum. Sie ist derzeit das einzige Wohnungsunternehmen in Potsdam, das öffentlich geförderte Wohnungen sowohl im Bestand anbietet als auch neu errichtet.

Damit übernimmt sie eine Schlüsselrolle bei der sozialen Wohnraumversorgung. Gleichzeitig investiert die ProPotsdam kontinuierlich in den Neubau weiterer geförderter Wohnungen. Denn der Bedarf ist groß – und lässt sich nur Schritt für Schritt decken.

Der WBS ist längst kein Nischeninstrument mehr. In einer Stadt wie Potsdam, in der bezahlbarer Wohnraum knapp geworden ist, eröffnet er vielen Menschen überhaupt erst die Chance auf eine passende Wohnung.

Ein neuer Anfang?

Die Besichtigung ist beendet. Noch einmal bleibt Anna an der Tür zum Kinderzimmer stehen. Klein, aber hell und eine super Anbindung. Für sie und ihren Sohn wäre das genau richtig.

Als Sie zwei Tage die Zusage erhält, fällt Ihr ein Stein vom Herzen: „Endlich hat es geklappt, ich hatte schon fast aufgegeben. Mit der neuen Wohnung kann das Leben wieder weiter gehen!“

Wohnberechtigungsschein (WBS) | ProPotsdam - ProPotsdam

Zitat:

„Endlich hat es geklappt, ich hatte schon fast aufgegeben. Mit der neuen Wohnung kann das Leben wieder weiter gehen!“ Anna Lindner, medizinische Fachangestellte

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