Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

Leistungsbeschreibung.pdf

Rahmenvertrag für Präventionsseminare zum Deeskalationstraining

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 05.10.2026, 23:34 (Europe/Berlin)

Herkunft: evergabe-mv.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen

Vergabe – öffentliche Ausschreibung

„Präventionsseminar Deeskalationstraining“

Vergabenummer SL 89-26 ö

Leistungsbeschreibung

Stand: 29.09.2026

Seite 1 von 6

[Seite 2]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen „Präventionsseminar Deeskalationstraining“ öffentliche Ausschreibung - SL 89-26 ö - Leistungsbeschreibung

Inhaltsverzeichnis

  1. Gegenstand und Ziel der Ausschreibung

  2. Allgemeine Anforderungen

2.1. Seminarumfang

2.2. Seminarinhalt

2.3. Spezifische Anforderungen

2.4. Leistungsort

  1. Qualifikation

  2. Rechnungslegung

  3. Preisblatt/ Kalkulation

  4. Wertung der Angebote

  5. Geforderte Nachweise

  6. Anlagen

Seite 2 von 6

[Seite 3]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen „Präventionsseminar Deeskalationstraining“ öffentliche Ausschreibung - SL 89-26 ö - Leistungsbeschreibung

  1. Allgemeines

Im Landkreis Vorpommern-Rügen nimmt der Eigenbetrieb Jobcenter die Aufgaben der Grundsi- cherung für Arbeitssuchende an den Standorten Stralsund, Bergen auf Rügen, Grimmen und Rib- nitz-Damgarten wahr. Wir bieten einerseits Unterstützung bei der Neuorientierung, Qualifizie- rung und Jobsuche und sichern andererseits den Lebensunterhalt der Arbeitsuchenden materiell ab. Durch eine, von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, vorgenommene Gefährdungsbeurteilung zur „Übergriffproblematik“ auf die Bediensteten des Eigenbetriebes Jobcenter im Rahmen ihrer all- gemeinen Tätigkeit wurde festgestellt, dass es in einigen Bereichen ein hohes Gefährdungspo- tenzial gibt.

Nach einer Analyse der psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz und die anschließende Beurteilung der Arbeitsbedingungen zur Psyche (Gefährdungsbeurteilung Psyche) wurde diese Problematik noch einmal bestätigt. Nunmehr wurden Maßnahmen zur Vermeidung oder Verringe- rung dieser Belastungen festgelegt. Ein Teil des Maßnahmenkonzepts sieht die Schaffung und Stärkung von Resilienzen sowie die Erhöhung der Handlungskompetenzen beim Umgang mit schwierigen Bürgern/innen vor.

Auf Grundlage der Erkenntnisse beabsichtigen wir, im Jahr 2027 und ggf. den beiden folgenden Jahren für unsere Bediensteten Deeskalations- und Präventionsseminare mit Sicherheitstraining anzubieten. Die Gesamtdauer der Seminare beträgt 1 Jahr, in der Zeit vom 01.01.2027 bis 31.12.2027. Die erste optionale Verlängerung beginnt am 01.01.2028 und endet mit Ablauf des 31.12.2028. Die zweite optionale Verlängerung beginnt am 01.01.2029 und endet mit Ablauf des 31.12.2029.

Die Ausübung der Verlängerungsoption teilt der Auftraggeber bis zum 30.09. des Jahres schriftlich mit.

Der Auftragnehmer arbeitet eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, die für die fachlichen Inhalte der Seminare Ansprechpartner ist, und dem Fachgebiet 90.1.1 Qualifizierung und Ausbil- dung, das für die allgemeine Steuerung von Qualifizierungsmaßnahmen beauftragt ist, zusam- men.

  1. Allgemeine Anforderungen

Unsere Bediensteten sollen lernen wie es möglich ist, die eigenen Kompetenzen der Deeskalation und Gewaltprävention zu erhöhen. Dabei ist es wichtig im Kontext der sogenannten „inneren De- eskalation“ sich für eigene Stressoren zu sensibilisieren und zu lernen, effektiver mit Stressgefühlen, wie Angst und Ärger umzugehen. Im Kontext der verbalen Deeskalation sollen Werkzeuge der Gesprächsführung im Umgang mit aggressiven Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden, welche anschließend in angespannten Situationen effektiv zur konstruktiven Gesprächsveränderung beitragen können. Auch das praktische Verhaltenstraining muss einen elementaren Bestandteil des Deeskalations- und Gewaltpräventionsseminars zur Minimierung des Übergriffrisikos durch Bürger/innen einneh- men.

2.1. Seminarumfang

Die Seminare sollen anhand der Analyse der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der damit ver- bundenen Gefährdungseinstufung für die Bediensteten in besonders gefährdeten Tätigkeitsberei- chen verpflichtend stattfinden.

Seite 3 von 6

[Seite 4]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen „Präventionsseminar Deeskalationstraining“ öffentliche Ausschreibung - SL 89-26 ö - Leistungsbeschreibung

Die zu Grunde gelegte Analyse wird regelmäßig durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit aktuali- siert und die Anpassungen mit dem Fachgebiet 90.1.1 Qualifizierung und Ausbildung sowie ggf. mit dem Dozenten/ der Dozentin besprochen.

Es kann mit einer Mindestanzahl von sechs Seminaren (á drei Seminartagen) im Kalenderjahr 2027 gerechnet werden. Die maximal vorzuhaltende Seminarkapazitäten wird für dieses Kalen- derjahr auf acht festgelegt. In den optionalen Verlängerungen (Kalenderjahr 2028 und 2029) kann mit einer Mindestanzahl von drei Seminaren und einer maximalen Anzahl von fünf Seminaren pro Kalenderjahr gerechnet werden. Der zeitliche Umfang eines Seminartages soll 8 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten betragen. Die Seminartage sollen zwischen 08:00 Uhr und 08:30 beginnen und für mindestens 17 Bedienstete ausgelegt sein.

2.2. Seminarinhalt

Das Seminar soll sich für die teilnehmenden Bediensteten in zwei Handlungsabschnitte untertei- len, die aufeinander aufbauen und als Seminarreihe bzw. Modulreihe ausgearbeitet sind.

Dabei sind im ersten Handlungsabschnitt die Basisfertigkeiten (2-tägig) und im zweiten Hand- lungsabschnitt die Festigung der Basisfertigkeiten (1-tägig) bezogen auf praktische Erfahrungen und Beispiele in den jeweiligen Tätigkeitsbereichen zu vermitteln. Die Basisfertigkeiten sollen innerhalb der ersten acht Monate des Jahres vermittelt werden. Die Festigung der Basisfertigkei- ten soll mit angemessenem zeitlichem Abstand zum ersten Seminar erfolgen.

Elementare Bestandteile der Seminare sollen sein:

➢ Deeskalation: kommunikative Mittel zur Deeskalation (verbal und nonverbal) und Anpas- sung an den eigenen Kommunikationsstil ➢ interkulturelle Sensibilität: souveräner Umgang mit anderen Logiken, die der eigenen Werthaltung fremd sind ➢ Gelassenheit und Stressresistenz (Resilienz): einfache Techniken zum souveränen Umgang mit Stress und Angst und damit zur „inneren Deeskalation“ ➢ sicherere Gestaltung des Arbeitsplatzes ➢ Notfallmanagement - teamorientiertes/individuelles Verhalten bei Übergriffen / kriti- schen Situationen (richtiges Hilfeleisten) - psychologische Erstversorgung ➢ Eigensicherung bei physischen Übergriffen - professionell strukturiertes Verhalten in Kri- sensituationen – Notwehrrecht

2.3. spezifische Anforderungen

Der Auftragnehmer ist für die fachlich-inhaltliche und methodisch-didaktische Konzeption sowie die Durchführung der Seminare verantwortlich. Der Auftraggeber erwartet ein schriftliches Konzept für einen ganzheitlichen und umfassenden Überblick über Inhalte, Umsetzung und Organisation der Seminare.

Der Auftragnehmer erbringt im Rahmen der Konzeption die folgenden Leistungen:

➢ Erstellung einer Seminar-/Modulreihe mit spezifischen Lernzielen, methodischem Ansatz und Auswahl von Inputs und Übungen gemäß den Tätigkeiten der Bediensteten ➢ Erstellung eines Tagesprogramms ➢ Erarbeitung aller notwendigen Seminarunterlagen für die Teilnehmenden (z.B. Teilnah- mebescheinigung, Handout) ➢ Vorbereitung und Moderation des Seminars

Seite 4 von 6

[Seite 5]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen „Präventionsseminar Deeskalationstraining“ öffentliche Ausschreibung - SL 89-26 ö - Leistungsbeschreibung

➢ Zusammensetzung des Dozententeams, Zuordnung der Dozenten zu den Seminarinhalten, die fachliche Ergänzung der Kompetenzen sowie die Kontinuität und Absicherung der Durchführung.

2.4. Leistungsort

Für die Durchführung der Seminare müssen durch den Auftragnehmer entsprechende Räume im Stadtgebiet der Hansestadt Stralsund vorgehalten werden. Wenn keine Räumlichkeiten im Stadt- gebiet zur Verfügung stehen, können Abweichungen in einem lokalen Rahmen von maximal 10 km um das Stadtgebiet Stralsund möglich sein. Das Vorhalten eigener Schulungsräume ist jedoch zwingender Bestandteil der Auftragsvergabe. Da der Auftraggeber die von dem Auftragnehmer benötigten Arbeitsmittel nicht zur Verfügung stellen kann, sind durch den Auftragnehmer die entsprechenden Geräte und Hilfsmittel (z. B. Beamer, Notebook, Flipchart usw.) zur Durchführung der Seminare selbst bereitzustellen.

  1. Qualifikation

Als Dozent/in kommen nur fachlich qualifizierte und erfahrene Fachkräfte infrage.

Folgende Voraussetzungen muss der Auftragnehmer erfüllen:

  1. Qualifikation und mindestens 3-jährige Erfahrung als Trainer für Gewaltprävention
  2. Pädagogische Ausbildung/Qualifikation
  3. Qualifikation und mindestens 3-jährige Erfahrung als Trainer einer Kampfkunst (z. B. Aikido, Judo, Jiu-Jitsus, Krav Maga, Wing Tsun usw.)
  4. Mindestens 3-jährige Erfahrung in der Konzeption und Durchführung vergleichbarer Semi- nare

Die Fachkenntnisse und Qualifikationen sind durch geeignete Nachweise und anhand des Perso- nalbogens darzulegen. Sollten die Nachweise nicht erbracht werden können, ist das Angebot un- geeignet und wird von der weiteren Wertung ausgeschlossen.

Wünschenswert wäre auch folgende Qualifikation im Bereich:

• gewaltfreie Kommunikation

  1. Rechnungslegung

Für die erbrachten Leistungen zahlt der Auftraggeber an den Auftragnehmer eine Vergütung ge- mäß dem Angebot auf der Basis dieser Leistungsbeschreibung.

Die Vergütung schließt sämtliche Nebenkosten und Auslagen ein, wie z. B. Reisekosten, Post- und Fernsprechgebühren, Druck- und Versandkosten, Bürokosten, Versicherungsprämien sowie ggf. die Kosten für das zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderliche Assistenz- und Hilfspersonal. Zeiten für betriebswirtschaftlich notwendige Tätigkeiten und Wegezeiten werden nicht geson- dert vergütet. Die Kosten für die Nutzung der Räumlichkeiten einschließlich des Einsatzes tech- nischer Geräte und Hilfsmittel sind ebenfalls mit der vereinbarten Vergütung abgegolten.

Die Seminare sind nach erfolgter Leistung direkt beim Auftraggeber abzurechnen.

Seite 5 von 6

[Seite 6]

Eigenbetrieb Jobcenter Vorpommern-Rügen „Präventionsseminar Deeskalationstraining“ öffentliche Ausschreibung - SL 89-26 ö - Leistungsbeschreibung

  1. Preisblatt/Kalkulation

Im Preisblatt – Anlage 1 sowie in der Kalkulation Seminarkosten – Anlage 2 sind der Preis pro Ba- sisseminar und pro Festigungsseminar einzutragen. Im Formblatt 633 ist die Angebotssumme und ein ggf. eingeräumter Preisnachlass anzugeben.

  1. Wertung der Angebote

Gewichtung der Zuschlagskriterien:

Preis 40 % Qualität der Leistung 60 %

Die Bewertung der Zuschlagskriterien erfolgt anhand von Punkten (Formblatt 227). 10 Punkte er- hält das Angebot mit dem niedrigsten Preis jeweils für Personalkosten und Sachkosten. Das Ange- bot mit dem zweifachen des niedrigsten Wertes sowie darüber liegende Angebote erhalten 0 Punkte. Zwischenwerte werden interpoliert. Es erfolgt eine Rundung auf zwei Dezimalstellen. Die erreichten Punkte werden entsprechend der jeweiligen prozentualen Gewichtung in die Ge- samtwertung übernommen.

Bei dem Kriterium Preis erfolgt eine Unterteilung wie folgt:

  • Personalkosten 75 %
  • Sachkosten 25 %

Zur Bewertung der Qualität der Leistung wird die beigefügte Bewertungsmatrix (Anlage 4) und das Bewertungssystem (Anlage 5) durch den Auftraggeber herangezogen. Die Bewertung erfolgt anhand der eingereichten Angebotsunterlagen und Nachweise.

Der Zuschlag wird auf das Angebot erteilt, das unter Anwendung der festgelegten Zuschlagskrite- rien und Gewichtungen die höchste Gesamtpunktzahl erreicht und damit als wirtschaftlichstes Angebot ermittelt wird.

  1. Geforderte Nachweise
  • Anlage 1 - Preisblatt
  • Anlage 2 – Kalkulation Seminarkosten
  • Anlage 3 - Personalbogen
  • Nachweise Berufsabschlüsse/ Qualifikationen Personal
  • Nachweis Fachkenntnisse und Qualifikationen
  • Referenzen
  • Konzept
  1. Anlagen
  • Anlage 4 – Bewertungsmatrix
  • Anlage 5 – Bewertungssystem

Ende

Seite 6 von 6

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung