Generalunternehmerrahmenvereinbarung zur Errichtung Zentraler Unterbringungseinrichtungen (ZUE) für Geflüchtete, Nordrhein-Westfalen
Anlagen zur Musterleistungsbeschreibung
Anlage 1.6 – EDV-Anforderungen
Münster, 02.10.2026
- Allgemeine Anforderungen
Die ZUE ist mit einer leistungsfähigen digitalen EDV-Verkabelung auszustatten, um eine einwandfreie und effiziente Nutzung aller technischen Systeme zu gewährleisten. Die folgenden Leistungsbeschreibungen definieren die Mindestanforderungen an die EDV- und Sicherheitseinrichtungen.
- EDV-Hauptverteiler
- Lage
Ein EDV-Hauptverteiler/Serverraum ist im Verwaltungsgebäude zu installieren. Der Raum soll im Erdgeschoss liegen und von innen erreichbar sein. Eine Doppelnutzung des zentralen EDV-Verteilers ist nicht gestattet.
-
- Raumgröße
Im EDV-Hauptverteiler/Serverraum müssen zwei baugleiche Serverschränke (siehe 2.3) nebeneinanderstehen. Die Schränke dürfen mit der Rückseite an einer Wand positioniert werden. Um die Serverschränke muss in allen Richtungen mindestens 80 cm kollisionsfreie Bewegungsfläche vorhanden sein. Die Fronttür und die Seitenwände müssen sich allgemein und auch bei geöffneter Raumtür kollisionsfrei öffnen lassen.
-
- Serverschrank
Im zentralen Serverraum sind zwei Serverschränke mit folgenden Spezifikationen vom Auftragnehmer zu beschaffen und zu installieren:
-
-
- 42 HE, 19“Serverschrank mit rückseitiger Tür
- Abmessungen: B/T/H ca. 800/1.200/2.000 mm
- Stahlblechgehäuse mit geschweißtem Rahmengestell, eigenbelüftet
- Seitenwände abnehmbar
- Innenseitig vorne und hinten 4 x 19“ Streben verzinkt tiefenverstellbar
- Perforierte Fronttür mit Türöffnungswinkel 180°
- Fronttür mit 1-Punkt Schwenkhebelgriff, abschließbar für den Einbau eines bauseits gestellten Profilhalbzylinders
- Rücktür mit 2-Punkt Vorreiberverschluss
- Türanschlag bei Front- und Rücktür links und rechts möglich
- Abnehmbare Seitenwände mit Vorreiberverschluss
- Alle Schrankteile innenseitig komplett geerdet und Potentialausgleich nach DIN VDE 0100 und DIN VDE 0800-2 und Potentialausgleichschiene für ausreichende Erdung aller leitfähigen Teile
- Dach und Boden mit vorgestanzten Ausbrüchen zur Kabeleinführung und zur Aufnahme von Lüfter-Einheiten
- Schutzart IP20
- Inklusive Zubehör: 1 x Bürstenleiste, 1 x Käfigmutternsatz, 4 x Nivellierfüße M10
- Kabelabfangschienen
- 2 Steckdosenleisten einzeln abgesichert mit 230 V / 16 A / AC (Siehe 2.4)
- seitliche Kabelführungen am 19" Rahmen.
- Schrankbelüftung mit Thermostat
-
Die Erdung bzw. der Potentialausgleich der Datenschränke hat nach DIN VDE 0100-540 und DIN EN 50310 zu erfolgen.
Die Seitenwände zwischen den beiden Schränken sind nicht zu installieren.
-
- Strom
Jeder EDV-Verteiler muss über eigene Leitungsschutzschalter (LS) und Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) verfügen. Die LS-Nummern sind auf den Steckdosen eindeutig zu vermerken.
-
- Boden
Der Boden ist für die Last der Serverschränke (jeweils mindestens 300 kg) auszulegen.
-
- Fenster
Fenster sind gemäß Musterleistungsbeschreibung 5.4.1. durchwurfhemmend und blickdicht auszuführen.
-
- Konstante Raumtemperatur
Der Raum ist technisch durch eine entsprechende Anlage so auszulegen, dass ein stetiges Temperaturniveau von maximal 22 Grad Celsius – unter Berücksichtigung des Nutzungsverhaltens – gewährleistet ist.
- EDV-Gebäudeverteiler
- Lage
Mit Ausnahme des Verwaltungsgebäudes (siehe Punkt 2) ist in jedem Gebäude ein EDV-Gebäudeverteiler zu installieren. Der Raum soll im Erdgeschoss liegen und von außen erreichbar sein. Eine Doppelnutzung des zentralen EDV-Verteilers ist nicht gestattet. Eine Doppelnutzung der EDV-Gebäudeverteiler ist gestattet.
-
- Raumgröße
Um die Netzwerkschränke ist in allen Richtungen eine kollisionsfreie Bewegungsfläche von mindestens 60 cm einzuhalten. Die Fronttür und die Seitenwände müssen sich allgemein und auch bei geöffneter Raumtür kollisionsfrei öffnen lassen.
-
- Netzwerkschrank
In den EDV-Gebäudeverteilern sind Stand-/Wandverteiler mit folgenden Spezifikationen vom Auftragnehmer zu beschaffen und zu installieren:
-
-
- 18HE, 19“ Stahlblech Stand-/Wandschrank einem Profilrahmen aus 2 Stück 19"-Profilen im Bedarfsfall variierbar
- Abmessungen: B/T/H min. 700/700/892 mm
- Schrankbelüftung mit Thermostat
- abschließbare Fronttür aus Sicherheitsglas, für den Einbau eines bauseits gestellten Profilhalbzylinders
- Tür mit Schwenkhebelgriff
- abnehmbaren Seitenwänden mit Schnellverschluss
- Kabelführungsringen aus Metall
- Kabelfangschienen beidseitig
- Alle Schrankteile innenseitig komplett geerdet und Potentialausgleich nach DIN VDE 0100 und DIN VDE 0800-2 und Potentialausgleichschiene für ausreichende Erdung aller leitfähigen Teile
- 2 Steckdosenleisten einzeln abgesichert mit 230 V / 16 A / AC (Siehe 3.4)
-
Die Erdung bzw. der Potentialausgleich der Datenschränke hat nach DIN VDE 0100-540 und DIN EN 50310 zu erfolgen.
-
- Strom
Jeder EDV-Verteiler muss über eigene Leitungsschutzschalter (LS) und Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) verfügen. Die LS-Nummern sind auf den Steckdosen eindeutig zu vermerken.
- Gebäudeübergreifende Verkabelung
- Außenliegende EDV-Leitungen
Alle außenliegenden Glasfaserleitungen sind gemäß Musterleistungsbeschreibung 5.2.8 zu schützen. Alle Glasfaserleitungen (siehe 4.2 und 4.3) sind in Tiefbauweise in Leerrohren zu verlegen. Die Leerrohre sind so zu dimensionieren und mit einem Zugdraht auszustatten, dass eine nachträgliche Leitungserweiterung möglich ist.
-
- Glasfaserinternetanschluss
Der Glasfaserinternetanschluss (aktiv und passiv) wird vom Auftraggeber beauftragt und mit dem Provider koordiniert. Der AN installiert ein Leerrohr vom zentralen EDV-Hauptverteiler bis zu einem durch den AN zu installierenden Schacht an der Grundstücksgrenze, um die Übergabe in das Netz des Providers zu ermöglichen. Die Position des Schachts bzw. des Übergabepunktes ist mit dem AG abzustimmen. Der Provider kann hierdurch aus seinem Netz den Glasfaserinternetanschluss bis in den zentralen EDV-Hauptverteiler verlegen.
-
- Glasfaserverbindungen zwischen den Gebäuden
Von den EDV-Gebäudeverteilern (Netzwerkunterverteilern) ist jeweils eine 48-Faser-Multimode-Verbindung (24 Paare, OM4/OM5) zum zentralen EDV-Hauptverteiler zu verlegen. Diese sind auf LC-Patchpanels aufzulegen. Sollte aufgrund zu großer Leitungslängen eine Multimode-Verbindung nicht in Frage kommen, sind alle Verbindungen als Singlemode-Verbindungen auszuführen. Jedes Kabel ist zu dokumentieren, eindeutig zu beschriften und zu zertifizieren. Die strukturierte Dokumentation ist dem Auftraggeber bereitzustellen.
- Gebäudeinterne Verkabelung
- Allgemeines
Die Netzwerkkabel aller Gebäude müssen mindestens dem Standard Cat 7 entsprechen und sind als Duplex-Leitungen an Cat 6A-Netzwerkdoppeldosen anzuschließen. Die Kabel sind zu einem Gebäudeverteiler auf modulare Patchpanels (mindestens Cat 6A) zu führen. Jedes Kabel ist zu dokumentieren, eindeutig zu beschriften und zu zertifizieren. Die strukturierte Dokumentation ist dem Auftraggeber bereitzustellen.
-
- Leitungslängen
Die zulässigen Leitungslängen sind zwingend einzuhalten. Sollten die zulässigen Leitungslängen überschritten werden, ist nach Rücksprache mit dem AG ein weiterer EDV-Gebäudeverteiler (siehe 3. – EDV-Gebäudeverteiler) zu installieren.
-
- Positionierung für die EDV vorzusehende Steckdosen und Netzwerkdosen
Neben regulären Steckdosen (Musterleistungsbeschreibung 5.6.7.1 und Spalte I der Anlage 1.1.) sind in den Räumen zusätzliche Steckdosen und Netzwerkdoppeldosen gemäß Spalte J der Anlage 1.1 einzuplanen, die in einem Brüstungskanal zu verbauen sind. Steckdosen und Netzwerkdoppeldosen nach Spalte J der Anlage 1.1 dienen der technischen Ausstattung von Arbeitsplatzen und sind daher räumlich zusammen zu fassen.
Grundsätzlich sollen Steckdosen und Netzwerkdosen wie folgt platziert werden:
-
-
- 8 Steckdosen + 4 Netzwerkdoppeldosen (8 LAN)
-
An den zwei gegenüberliegenden Innenwänden sind im Bereich zur angrenzenden Außenwand jeweils 4 EDV-Steckdosen und 2 Netzwerkdoppeldosen (4 LAN) im Kabelkanal zu installieren,
-
-
- 4 Steckdosen + 2 Netzwerkdoppeldosen (4 LAN)
-
An den zwei gegenüberliegenden Innenwänden sind im Bereich zur angrenzenden Außenwand jeweils 4 Steckdosen und 2 Netzwerkdoppeldosen (4 LAN) im Kabelkanal zu installieren,
-
-
- 2 Steckdosen + 1 Netzwerkdoppeldosen (2 LAN)
-
An den zwei gegenüberliegenden Innenwänden sind im Bereich zur angrenzenden Außenwand jeweils 2 Steckdosen und 1 Netzwerkdoppeldosen (2 LAN) im Kabelkanal zu installieren.
Die vorgesehene Nutzung oder die räumliche Situation der Räume können eine andere Platzierung erforderlich machen. Die Platzierung der Steckdosen und Brüstungskanäle ist mit dem Auftraggeber zu besprechen und ist von diesem freizugeben.
Es sind 230-Volt-Steckdosen, 16A Schuko mit erhöhtem Berührungsschutz als Kindersicherung in durchgehendem, fachgerecht verkabeltem Brüstungskabelkanal, Farbe Weiß, zu verwenden.
-
- Access Points
Je vorgesehener Access-Point-Position ist an der Decke eine Netzwerkdoppeldose (2 LAN) zu installieren.
- WLAN
- Position Netzwerkdosen
Für eine vollflächige WLAN-Ausleuchtung ist die passive Leitungsinfrastruktur (verkabelte Netzwerkdoppeldosen gemäß 5.3) in den Containern zu berücksichtigen. Die Anzahl und Position der WLAN-Access-Points sind durch den AN in Rücksprache mit dem AG zu ermitteln, um eine vollflächige WLAN-Ausleuchtung sämtlicher Flächen der Containeranlagen zu gewährleisten. Die Planung der Positionierung ist dem AG zur Genehmigung vorzulegen.
-
- Lieferung und Montage AccessPoints
Die Access Points sind vom AN an der Decke zu montieren. Die Access Points werden dem AN vom AG nach Terminabstimmung zur Montage bereitgestellt.
- Videoüberwachung
Zur Vorbereitung einer nachträglich durch den AG zu installierenden Netzwerkverkabelung für eine Videoüberwachung der Zaunanlage ist durch den AN jeweils ein Leerrohr samt Zugdraht von den Gebäudeverteilern zum angrenzenden Zaunbereich zu verlegen. Die genaue Durchführung und Positionierung sind mit dem AG abzustimmen.
- Elektronisches Schließsystem
Das elektronische Schließsystem muss mindestens 500 Berechtigungen auf einem Schlüssel/Token verwalten können. Zudem sind separate Berechtigungen für die EDV-Verteilerräume vorzusehen. Gegebenenfalls zusätzliche Anforderungen an die Schließanlage erfolgen im weiteren Planungsverlauf.
- Sonstige Infrastrukturgeräte
Benötigen sonstige Infrastrukturgeräte (z. B. Lichtsteuerung) eine Netzwerkanbindung, sind diese zum jeweiligen EDV-Verteiler zu führen und entsprechend vorzusehen. Die genaue Positionierung ist mit dem AG abzustimmen.