06-3175728_Anlage 12 - Baumbewertung.pdf

Putz- und Stuckarbeiten im Innenbereich für den Neubau einer sechsgruppigen Kita

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 20.10.2026, 09:23 (Europe/Berlin)

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vom Regierungspräsidium Stuttgart öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Verkehrssicherheit von Bäumen, Gehölzschadens-/ Gehölzwertermittlung und Baumpflege

Gutachterliche

Stellungnahme

Baumbewertung

vom 27. September 2021

Stadt Waiblingen Auftraggeber: FB Städtische Infrastruktur Abteilung Grünflächen und Friedhöfe

Projekt: Neubau Kiga Ringstraße, WN-Neustadt

Bewertung einer Lindengruppe Gutachtengegenstand: auf dem Grundstück Ringstraße 10 in Waiblingen-Neustadt

Auftrag: Nr. 2021/003625

Hartmut Neidlein Sachverständiger: vom Regierungspräsidium öffentlich bestellt und vereidigt

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Inhaltsverzeichnis

  1. Grund und Ziel des Gutachtens .......................................................................3
  2. Situation und Vorgehensweise ........................................................................3
  3. VTA Methodenbeschreibung............................................................................7
  4. Grundlagen zum Baumschutz ..........................................................................9
  5. Beurteilung ...........................................................................................................11
  6. Fotodokumentation ..........................................................................................17

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  1. Grund und Ziel des Gutachtens

Das Grundstück Ringstraße 10 und Am Sonnenrain 2 in Waiblingen-Neustadt soll komplett überplant und neu mit einer Kindertagesstätte bebaut werden. Es soll daher der Zustand, wie z. B. die Verkehrssicherheit, Vorschädigungen usw. sowie die Vitalität der sechs Linden auf der östlichen Grundstückseite überprüft und beurteilt werden.

  1. Situation und Vorgehensweise

3 Der gesamte Baumbestand ist in dem mir zur Verfügung gestellten Plan eingezeichnet. Die zu begutachtenden sechs Bäume wurden in dem Plan von Nr. 1 bis Nr. 6 nummeriert. Es handelt sich um zwei Dreiergruppen aus Linden. Darüber hinaus sind in dieser Stellungnahme Hinweise zu weiteren zwei Bäumen (Tulpenbäume) und einer Linde enthalten. Die Erfassung der Baumdaten und die Begutachtung erfolgten am 14. September 2021. Der Stammumfang wurde dabei gemessen, die Baumhöhe und der Kronendurchmesser abgeschätzt. Zur Feststellung des mechanischen Zustandes der Bäume wurden diese nach der VTA-Methode (Visual Tree Assessment) rein visuell begutachtet. Über die visuelle Betrachtung der Baummechanik hinaus erfolgt in Teilen die Anwendung der QUBA®-Methode – ein Qualitätsmanagement für Stadtbäume.

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Diese Methode beinhaltet in dem Leistungsbereich Baumschutz 10 Kategorien mit allen relevanten Kriterien, die für eine Entscheidung zum Erhalt eines Baumes notwendig sind. Diese Kategorien werden in der Regel für jeden einzelnen Baum aufgeführt und mit einem Notensystem von 1 bis 6 bewertet (vergleichbar zu Schulnoten).

Im konkreten Fall wurden die sechs Linden als Baumgruppe zusammengefasst und gemeinsam bewertet. Dies, um hier einen ersten Überblick mit geringem Aufwand zu erhalten. Weiter bietet sich das an, da es sich um gleichartige Bäume mit weitgehend gleichem oder zumindest ähnlichem Zustand handelt.

Die sechs Linden werden zusammengefasst in folgenden zehn Kategorien bewertet, wovon sieben Kategorien (in Fett) erhaltensrelevant sind: · Baumalter/Lebensphase · Vitalität/Schädigungsgrad 4 · Standort/Wurzelbereich · Vorschädigungen · Wuchsform/Qualität · Baumart · Reststandzeit · Verkehrssicherheit · Bedeutung/Prägung · Monetärer Baumwert

Ergibt sich bei den sieben erhaltensrelevanten Kategorien eine Note 5 oder 6, führt dies in der Regel dazu, dass dieser so bewertete Baum als nicht erhaltenswürdig oder erhaltungsfähig eingestuft wird.

Solch ein Ausscheidungskriterium wäre z. B. die Vitalität (absterbend oder tot) oder eine Vorschädigung (ausgedehnte Fäule im Stammfuß usw.).

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In dieser Stellungnahme wird die Vitalität der Bäume nach den Kriterien und Schadstufen des GALK-Arbeitskreises (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) bewertet.

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Schadstufen (Vitalität) des GALK-Arbeitskreises:
SchadstufeSchädigungsgrad
0 gesund bis leicht geschädigt0 – 10 %
1 leicht bis mittelstark geschädigt> 10 – 25 %
2 mittelstark bis stark geschädigt> 25 – 60 %
3 stark bis sehr stark geschädigt> 60 – 90 %
4 sehr stark geschädigt bis absterbend/tot> 90 – 100 %

Die Erhaltungsfähigkeit und Erhaltungswürdigkeit nach der QUBA®-Methode erfolgt in 4 Stufen und beinhaltet eine Bewertung nach Noten von 1 – 6. Noteneinteilung: 1 = keine bis sehr geringe Schädigung/Einschränkung (bis 10 %) 2 = geringe Schädigung/Einschränkung (> 10 - 25 %) 3 = mittlere/grobe Schädigung/Einschränkung (> 25 - 40 %) 4 = erhebliche Schädigung/Einschränkung (> 40 - 60 %) 5 = starke Schädigung/Einschränkung (60 - 80 %) 6 = sehr starke Schädigung/Einschränkung (> 80 - 100 %)

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Erhaltungs- prioritätZustand
A = Sehr erhaltenswert Note 1,0 – 2,0 aber ohne 5,0 – 6,0 bei erhaltensrelevanten Kategorien· Baum mit guter bis sehr guter Vitalität (Schadstufe 0 oder 1), · Baum ohne nennenswerte Vorschädigung, · Baum, der langfristig (> 20 Jahre) erhaltungsfähig ist, · Baum, für den ein Baumschutz und Erhaltungsmaßnahmen auf jeden Fall auch mit höherem Aufwand lohnend sind.
B = Erhaltenswert Note 2,1 – 3,0 aber ohne 5,0 – 6,0 bei erhaltensrelevanten Kategorien· Baum mit mindestens noch mittlerer bis guter Vitalität (Schadstufe 1 oder 2), · Baum gegebenenfalls auch mit kleineren Vorschädigungen, · Baum, der im Prinzip noch mittel- bis langfristig (> 10 – 20 Jahre) erhaltensfähig ist, · Baum, für den ein Baumschutz und Erhaltungsmaßnahmen mit normalem Aufwand lohnend sind, · Baumerhalt kann z. B. im Randbereich sinnvoll sein.
C = Bedingt erhaltenswert Note 3,1 – 4,0 aber ohne 5,0 – 6,0 bei erhaltensrelevanten Kategorien· Baum mit schon schlechterer oder mittlerer bis noch guter Vitalität (Schadstufe 2), · Baum mit größeren Vorschädigungen oder ungeeignete Baumarten, wie z. B. Pappel, Weide Silberahorn usw., · Baum, der nur noch kurzfristig (> 5 – 10 Jahre) erhaltungsfähig ist, · Baum, für den Baumschutzmaßnahmen oder aufwändige Erhaltungsmaßnahmen nicht mehr sinnvoll sind. · Baum ist bei Berührungspunkten mit der Baumaßnahme zu entfernen.6
D = Nicht erhaltenswert Note 4,0 – 6,0· Baum mit schlechter Vitalität (Schadstufe 3 oder 4), · Baum mit starken Vorschädigungen, · Baum, der nur noch eine sehr kurze (< 5 Jahre) Lebenserwartung oder Erhaltungsmöglichkeit aufweist, · Baum, der für Schutzmaßnahmen nicht geeignet ist, wie Weichbaumarten, z. B. Pappeln, Weiden oder auch Zierpflaumen usw.

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  1. VTA Methodenbeschreibung

Die VTA-Methode beruht vorwiegend auf einer rein physikalischen (mechanischen) Betrachtungsweise des Baumes. Das heißt, dass in der Hauptsache die Statik des Baumes und die Kräfte, die auf den Baum wirken, betrachtet werden.

Jedes Bauteil oder jede mechanische Konstruktion ist nur dann so leicht wie möglich und so fest wie nötig, wenn sie gleichmäßig belastet ist, also wenn überall auf der Oberfläche dieselbe Spannung herrscht. Es gibt so keine überlasteten Bereiche (Sollbruchstellen) bzw. unterbelasteten Bereiche (Materialvergeudung). Eine optimale Konstruktion hat überall auf ihrer Oberfläche eine konstante Spannung.

7 Diese Regel oder dieses Axiom der konstanten Spannung bestimmt jedes biologische Design vom Knochen bis zur Baumwurzel. Der Unterschied zwischen Knochen und Baum besteht darin, dass der Baum unterbelastete Bereiche nicht aktiv abbaut. Der Baum vermag nur in höher belasteten Bereichen Holz anzubauen (Reaktionsholz) und in unterbelasteten Bereichen das Wachstum zu verzögern.

Das heißt, dass der Baum stets eine den Verhältnissen angepasste Idealgestalt anstrebt, indem er den Holzzuwachs steuert. Daher werden Bäume, die dem Wind ausgesetzt sind, dicker als solche, die keiner Windbelastung ausgesetzt sind.

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Bäume können den sich wandelnden Gegebenheiten nur durch die Steuerung ihres Holzzuwachses begegnen. Bei Schäden, die die Statik des Baumes beeinflussen, wird solange Holz angebaut, bis wieder ein Gleichgewicht hergestellt ist. Reaktionsholz- oder Callusbildung wird weitgehend von der Statik des Baumes gesteuert. Insofern sind diese Wachstumsvorgänge Reparaturen des Baumes, um eine Idealgestalt zu erreichen. Dieser Holzzuwachs ist also ein adaptives Wachstum, der Baum passt sich an seine individuelle Belastungs-situation an.

Die Gestaltsoptimierung steht aber auch in Konkurrenz zum Drang nach mehr Licht und Nährstoffen. Aufgrund dieser Vorgänge kann an der Gestalt der Bäume abgelesen werden, welchen mechanischen und physikalischen Belastungen und Einflüssen sie ausgesetzt sind. Infolge des adaptiven Wachstums bilden sich charakteristische Symptome (Defektsymptome), die einen Hinweis auf die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes geben können. 8 Das heißt, jede Gestaltanomalie eines Baumes kann ein Defektsymptom und damit ein Warnsignal sein. In seiner Körpersprache teilt der Baum mit, wie sehr er den mechanischen und physikalischen Belastungen ausgesetzt ist und daher beansprucht wird.

Die VTA-Methode interpretiert diese Körpersprache der Bäume, hilft, deren Warnsignale zu deuten, Defekte zu bestätigen und zu vermessen und dies alles mit Hilfe von Versagenskriterien zu bewerten.

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  1. Grundlagen zum Baumschutz

Für die Ausführung von Bau- und Umgestaltungsarbeiten in Baumnähe gelten folgende DIN-Normen und Regelwerke:

Ø DIN 18920: Vegetationstechnik im Landschaftsbau, Schutz von Bäumen, Pflanzbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen · „Diese Norm gilt für die Planung und Durchführung von Arbeiten jeder Art, durch die eine bauliche Anlage hergestellt, instand- gehalten, geändert oder beseitigt wird. Sie dient dem Schutz von zu erhaltenden Einzelbäumen und Pflanzbeständen (Vegetationsflächen), z. B. aus Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Kräutern, da der ökologische, klimatische, ästhetische, schützende 9 oder sonstige Wert bestehender Pflanzen/Pflanzungen durch Ersatz in der Regel nicht oder erst nach Jahren erreicht wird.“

Ø RAS LP 4 Richtlinien für Anlage von Straßen; Teil: Landschaftspflege Abschnitt 4: Schutz von Bäumen, Vegetationsbeständen und Tieren bei Baumaßnahmen · „Diese Richtlinie behandelt den Schutz und die Erhaltung von Bäumen, Großsträuchern und sonstigen Vegetationsbeständen und wildlebenden Tieren bei der Vorbereitung und Durchführung von Baustelleneinrichtungen und Baumaßnahmen.“ · „Sie sollen allen, die mit der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen befasst sind, Handlungskriterien vermitteln.“

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Die Baumschutzmaßnahmen werden in den folgenden Ablauf/die folgenden Bereiche unterteilt:

Ø Baufeldräumung im Baumschutzbereich Ø Baustelleneinrichtung Ø Tiefbaumaßnahmen Ø Hochbaumaßnahmen Ø Freiflächengestaltung

Prinzipiell ist vor den verschiedenen Tätigkeiten eine Einweisung der vor Ort tätigen Personen notwendig sowie eine regelmäßige Begleitung und Abnahme der Arbeiten im Hinblick auf den Baumschutz und mögliche Beschädigungen der Bäume.

Dabei ist die Erhaltung, Einschätzung und Dokumentation der 10 Verkehrssicherheit von Altbäumen aufgrund der möglichen Haftung des Baumbesitzers/Grundstücksbesitzers, zum Beispiel bei Schäden durch einen umstürzenden Baum, besonders wichtig. Daher gilt das Prinzip Schadensvermeidung vor Schadensbehebung – wobei bei Wurzelschäden oft nur noch die Möglichkeit einer Beseitigung des Baumes bleibt.

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  1. Beurteilung

Die Beurteilung beinhaltet alle sechs Linden Nr. 1 – Nr. 6, da diese eine vergleichbare Qualität und einen vergleichbaren Zustand aufweisen. Die Bäume werden nach dem TreeCool®-Prinzip betrachtet.

Baum- Nr.Foto- Nr.Stamm- umfangBaum- höheKronen- ÆVitalitäts- schädig.
1 – 61 - 9ca. 150 - 220 cm20 – 25 m8 – 12 m0 – 20 %
BaumartWinter-Linde – Tilia cordata
ZustandNote 1 – 6
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AlterBei den sechs Bäumen handelt es sich um etwa 50 Jahre alte Linden. Gemessen an der biologisch möglichen und langen Lebensdauer von Linden sind diese Bäume erst in ihrer Reifephase angekommen (Reifephase = Erreichen der nach Art und Standort zu erwartenden Ausdehnung). Diese Bäume erfüllen aufgrund ihres erreichten Alters – ohne schon alt zu sein - alle den Bäumen zugesprochenen positiven Wirkungen in vollem Umfang; dies aufgrund ihrer erreichten Dimension und Blattmasse. Bäume dieses Alters sind in ihrer Funktion durch Nachpflanzungen erst in mehreren Jahrzehnten ersetzt. Dazwischen kann kein adäquater Ausgleich durch Jungbäume geschaffen werden. Es handelt sich um Bäume, die aufgrund ihrer Baumart im optimalen Alter sind.1

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VitalitätDie Vitalität aller sechs Linden ist als sehr gut bis gut zu bezeichnen. Der Schädigungsgrad liegt bei der Linde Nr. 1 mit etwa 20 % am höchsten (GALK Schadstufe 1). Die übrigen Linden sind in die Schadstufe 0, also bis maximal 10 % Schädigung, einzustufen. Es sind keine Anzeichen erkennbar, welche darauf schließen lassen, dass sich die Vitalität dieser sechs Linden in den nächsten Jahren gravierend verschlechtern würde. Die Vitalität eines Baumes ist maßgeblich mit der Qualität bzw. mit dem ihm zur Verfügung stehenden Wurzelraum an seinem Standort verknüpft.1
StandortIm konkreten Fall handelt es sich um einen sehr guten Standort in einer großen Grünfläche ohne gravierende Einschränkungen des Wurzelwerkes. Lediglich auf der östlichen Stammseite verläuft die Straße (Am Sonnenrain), worauf sich die sechs Linden in ihrer Wurzelarchitektur einstellen konnten. Die sonstigen baulichen Anlagen, wie Fußwege und einzelne Treppenstufen, schränken den Wurzelbereich nicht relevant ein. Es ist eine weitgehend uneingeschränkte Ausdehnung der Wurzeln möglich, was sich in der sehr guten Vitalität der Bäume widerspiegelt.1
Vor- schädigungAn allen sechs Linden wurden keine relevanten oder sich auf die Statik auswirkenden mechanischen Vorschädigungen festgestellt.1

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Qualität/ MängelAlle sechs Linden erfüllen die Anforderungen (Qualität) an ihrem Standort. Ein Baum weist ab dem Stammfuß (unter 1 m Höhe) eine Dreiergabelung auf. Es handelt sich aber um keine problematische Druckzwieselverbindung mit Anzeichen verringerter Bruchsicherheit. Die konkreten Zwieselbildungen stellen innerhalb der Grünfläche kein Problem dar. Auch der Pflegezustand ist als gut zu bezeichnen. Es ist aufgrund von Mängeln oder den Wuchsformen nicht mit einem erhöhten Pflegeaufwand zu rechnen.
BaumartLinden allgemein sind als Stadtbäume besonders gut geeignet und weisen keine Eigenschaften auf, welche als Einschränkung an diesem Standort anzusehen wären (z. B. Fruchtfall, erhöhte Totholzbildung usw.). Linden tragen auch wesentlich zur Stadtkühlung bei, da diese erheblich Wasser verdunsten können (bei dieser Baumgröße ca. 200 – 400 Liter/Tag möglich). Die Baumart Linde ist auch im Hinblick auf einen späteren notwendigen Rückschnitt schnittverträglich und lässt sich gut pflegen. Die Linde ist eine Baumart, welche keine spezielle Bedrohung durch Schädlinge aufweist.1

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Verkehrs- sicherheitDie Bäume zeigen keine Schäden, welche die Verkehrssicherheit einschränken würden. Es ist zurzeit lediglich das Totholz aus den Baumkronen zu entfernen. Bei den sechs Linden ist auch kein erhöhter Pflegeaufwand zur Herstellung der Verkehrssicherheit zu erwarten. Dies auch insbesondere im Hinblick auf die spätere Nutzung als mögliche Spielfläche im Kindergarten. Bei Linden ist der Aufwand zur Herstellung der Verkehrssicherheit eher im unteren Bereich anzusiedeln im Vergleich zu vielen anderen Großbaumarten (z. B. Pappeln, Eschen usw.).1
ReststandzeitAufgrund der Baumart und den biologischen Voraussetzungen ist noch von einer langen Lebenserwartung aller sechs Linden auszugehen. Maßgeblich für die tatsächliche Lebenserwartung sind zum einen die Vitalität und zum anderen mechanische Schäden, welche möglicherweise zu einer verminderten Stand- und Bruchsicherheit führen können. Beide Faktoren sind bei allen sechs Linden als sehr positiv anzusehen. Es ist insgesamt und nach heutiger Einschätzung von einer noch sehr langen Lebenserwartung von mehreren Jahrzehnten auszugehen. Daher ist ein Aufwand für den Baumschutz und Baumerhalt vollständig gerechtfertigt.1

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Es handelt sich um eine sehr standortprägende Baumgruppe bestehend aus sechs Großbäumen ohne relevante Vorschädigungen und dazu mit ausreichenden Platzverhältnissen, sowohl unter- als auch oberirdisch (dies ist sehr selten anzutreffen). Schon jede einzelne Linde isoliert betrachtet weist eine prägende Funktion auf – als Baumstreifen entlang der Straße ist diese Bedeutung verstärkt. Dies zusammenhängende Baumgruppe trägt tatsächlich zu einer enormen Verbesserung des Kleinklimas bei. Dabei wird die Bedeutung der Kühlung (TreeCool-Prinzip) im Zuge der weiteren Stadterwärmung extrem an Bedeutung gewinnen. Bedeutung Diese Baumgruppe stellt eine große und 1 bedeutende „Kühlinsel“ durch Wasserverdunstung 15 und Beschattung dar im Gegensatz zu den Hitzeinseln z. B. durch Verkehrsflächen und Fassaden (auch im Hinblick auf Spielflächen). Hinzu kommt noch, dass die Ausrichtung des Baumstreifens nach Ost-West verläuft und daher keiner Photovoltaikanlage auf einem nach Süden ausgerichteten Dach im Wege steht. Ökologisch handelt es sich um wichtige heimische Bäume. Jedoch sind aufgrund der sich noch nicht vorhandenen Einfaulungen und Höhlungen keine besonderen Habitate für geschützte Tierarten zu erkennen.

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Monetärer BaumwertEs ergeben sich bei einer monetären Wertberechnung sehr hohe Werte für diese Baumgruppe. Dies, weil es sich um Bäume in ihrer vollen Funktionserfüllung handelt. Hinzu kommt, dass keine nennenswerten Abzüge wegen Alter, Vorschädigungen, geringer Vitalität oder des Standortes eingesetzt werden können. Es ist pro Baum mit etwa 20.000 € zu rechnen, was in Summe 120.000 € für die gesamte Baumgruppe entspricht.1
Erhaltungs-· A = sehr erhaltenswert (Note 1,0 – 2,0)1
priorität

Es handelt sich unstrittig um eine besonders erhaltenswerte Lindengruppe, 16 die in die Planung mit eingebunden werden sollte. Dazu wird eine Baumplanung empfohlen, die sowohl frühzeitig die eigentliche Planung rund um die Bäume beinhalt, als auch ein umfassendes Baumschutz- konzept. Darüber hinaus ist es dringend zu empfehlen, so auch die neuen Baumstandorte zukunftsgerecht im Hinblick auf die Stadtkühlung zu planen. Die meisten Baumstandorte haben nicht das Potenzial, ausreichend Platz für spätere Altbäume, wie z. B. diese Linden, zu bieten. Daher ist eine schon sehr frühzeitige Einbindung der Anforderung an solche Baumstandorte in der Zukunft in der Bauplanung notwendig.

Die beiden Tulpenbäume (Lirodentron tulipifera), welche als Baum Nr. 7 und 8 bezeichnet sind, sowie die Linde Nr. 9 im südlichen Teil des Grundstücks, sind mit mindestens der Note 2 zu bewerten. Daher ist auch der Erhalt dieser drei weiteren Bäume dringend zu empfehlen.

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  1. Fotodokumentation

Bild Nr. 1

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Die Lindengruppe mit Baum Nr. 1 bis 6 von links nach rechts

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Bild Nr. 2

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Der Standort der Lindengruppe mit Baum Nr. 1 bis 6 von links nach rechts

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Bild Nr. 3

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Der Standort der Lindengruppe mit Baum Nr. 1 bis 6 von links nach rechts

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Bild Nr. 4

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Der Standort der Lindengruppe von Süden her gesehen.

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Bild Nr. 7

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Die Linden Nr. 6 Nr. 4 Nr. 5

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Bild Nr. 9

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Das Kronendach der Linden, was wesentlich zur Kühlung beiträgt.

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Bild Nr. 10

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Die zwei Tulpenbäume Nr. 7 und Nr. 8, welche erhaltenswert sind.

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Bild Nr. 11

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Die Linde, Nr. 9, welche erhaltenswert ist.

Winnenden, 27. September 2021

Hartmut Neidlein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

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