[Seite 1]
Projektskizze:
Grüne Fernwärme Hohenmölsen: Grüne Fernwärmeerzeugung
Seite 1 von 6
[Seite 2]
1 Detaillierte Beschreibung des Projekts
1.1 Allgemeine Informationen
Projekttitel Grüne Fernwärme Hohenmölsen: Grüne Fernwärmeerzeugung
Kurztitel Grüne Fernwärmeerzeugung
Datum (Projektskizze) 16.01.2026
Projektträger Fernwärme GmbH Hohenmölsen-Webau
Projektlaufzeit 01.02.2026 – 31.12.2031
Projektort Fabrikstraße, 06679 Hohenmölsen
Ausgangssituation (maximal 1500 Zeichen) (Problembeschreibung) Rund 90 Prozent der Haushalte in der Stadt Hohenmölsen sind an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen. Durch den beschlossenen Kohleausstieg fällt die bis- herige Wärmebezugsquelle jedoch perspektivisch weg, sodass die sichere Wärmever- sorgung der Bevölkerung gefährdet ist.
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Grüne Fernwärme Hohenmölsen: Bau ei- ner neuen Fernwärmetrasse zwischen Profen und Hohenmölsen” entwickelt. Das Ziel bestand darin, das Fernwärmenetz so auszubauen, dass eine Versorgung mit erneu- erbarer Wärme möglich wird. In Profen sollte das Fernwärmenetz ursprünglich über einen Elektrolyseur der MIBRAG GmbH im Industrie- und Energiepark Profen gespeist werden. Das Fördervorhaben war somit nur auf den Bau der notwendigen Fernwär- meanschlussleitung beschränkt.
Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen wird der Bau des Elektrolyseurs jedoch nicht weiterverfolgt und auch alternative Investitionen der MIBRAG in erneuerbare Wärmeerzeugung sind nicht geplant. Zudem ist eine Verlängerung des bestehenden Fernwärmeliefervertrags über das Jahr 2028 hinaus aktuell nicht gesichert. Für einen gewissen Übergangszeitraum ist eine Wärmeerzeugung der MIBRAG über das Jahr 2029 aber möglich. Dazu laufen derzeit Gespräche. Eine dauerhafte, mittelfristige Versorgung über die Gesellschaft wird aber nicht erfolgen können.
Damit besteht dringender Handlungsbedarf zur mittelfristigen Sicherung der Wärme- versorgung in der Stadt Hohenmölsen durch eine eigenständige Wärmeerzeugung der Fernwärmegesellschaft. Dazu wurde ein Fernwärmekonzept erstellt und das Ge- samtvorhaben neu konzeptioniert.
1.2 Ziele und Wirkung des Projekts
Übergeordnetes (maximal 300 Zeichen) Projektziel Ziel des Projekts ist die langfristige Sicherung einer unabhängigen, treibhausgas- neutralen, zuverlässigen und zukunftsfähigen Fernwärmeversorgung für die Stadt Hohenmölsen nach dem Kohleausstieg durch den Aufbau eigener Erzeugungskapazi- täten.
Fokussiertes Zielecluster ZC 5 - Aufbau einer sicheren, bezahlbaren und umweltverträglichen Energieversor- gung auf der Basis erneuerbarer Energien
Seite 2 von 6
[Seite 3]
Weiteres Zielecluster Bitte auswählen (optional)
Weiteres Zielecluster Bitte auswählen (optional)
Fokussiertes Handlungsfeld HF 2 - Treibhausgasneutrale Energiewirtschaft und Umwelt
Adressiertes Querschnitts- 1 - Klima-/Umweltschutz & Ressourceneffizienz thema
Weiteres adressiertes Quer- Bitte auswählen schnittsthema (optional)
Wie trägt das Projekt zur (maximal 1000 Zeichen) Erreichung der gewählten
- Begründung der Auswahl der Zielecluster unter Bezugnahme auf die Fortschrei- Zielecluster bei? bung des SEP Hier ist auch darauf einzuge-
- Beschreibung der Passgenauigkeit des Projekts zu lokalen Bedarfen und Gege- hen wie positive Wirkungen benheiten vor Ort erzielt werden.
- Beschreibung der erwarteten Projektwirkung
Das Projekt leistet einen zentralen Beitrag zum Zielecluster ZC 5, da es die Ziele zur Sicherung der Wärmeversorgung, zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Stärkung erneuerbarer Energien im Wärmesektor konkret umsetzt. Aufgrund des Koh- leausstiegs und der absehbaren Stilllegung des Kraftwerks Wählitz, an das rund 90 % der Haushalte in Hohenmölsen angeschlossen sind, besteht dort akuter Handlungsbe- darf. Das Projekt ist passgenau auf diese lokalen Gegebenheiten ausgerichtet und schafft eine erzeugerseitig unabhängige Wärmeversorgung am Standort Wählitz. Eine flexibel einsetzbare Wärmerzeugungsanlage sichert kurzfristig die Versorgungssicher- heit und Bezahlbarkeit und gewährleistet langfristig durch mögliche Nutzung von Bio- gas bzw. Wasserstoff eine klimaverträgliche Absicherung der Wärmeerzeugung. Dazu ermöglicht der Bau einer Großwärmepumpenanlage den Übergang zu einer vollstän- dig erneuerbaren Wärmeversorgung. Die erwartete Wirkung ist eine stabile, umwelt- und sozialverträgliche Fernwärmeversorgung, die zur Treibhausgasneutralität bis 2045 beiträgt und die Resilienz der kommunalen Energieversorgung deutlich erhöht.
Inwiefern adressiert das Pro- (maximal 1000 Zeichen) jekt ausgewählte Quer-
- Beschreibung der Wirkung des Projekts im Sinne der Querschnittsthemen der schnittsthemen des SEP? SEP-Fortschreibung.
Das Projekt adressiert in besonderem Maße das Querschnittsthema „Klima-/Umwelt- schutz & Ressourceneffizienz“, indem es die bisherige kohlebasierte Fernwärmeerzeu- gung schrittweise durch effiziente und klimafreundliche Technologien ersetzt. Der Neubau einer hocheffizienten Wärmeerzeugungsanlage, die für den späteren Betrieb sowohl mit Biogas als auch mit Wasserstoff vorgerüstet ist, sichert die Wärmeversor- gung und ermöglicht eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Durch den ergänzenden Bau einer Großwärmepumpenanlage wird die Fernwärmeversor- gung langfristig vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Insgesamt führt das Projekt zu einer signifikanten Senkung der CO₂-Emissionen, einer effizienteren Nut- zung der eingesetzten Ressourcen und einer nachhaltigeren Wärmeversorgung. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur lang- fristigen Schonung natürlicher Ressourcen.
Optional: Inwiefern verstärkt (maximal 750 Zeichen) das Projekt die Wirkung an-
- Erläuterung einschlägiger Bezüge zu bestehenden oder weiteren Angeboten und derer Angebote oder schafft konkrete Darstellung avisierter Wirkungsstärkung und Synergien Synergien mit diesen? Wie
Seite 3 von 6
[Seite 4]
grenzt sich das Projekt von - Abgrenzung von bestehenden oder weiteren geplanten Angeboten bestehenden Angeboten ab? Das Projekt verstärkt die Wirkung bestehender bzw. geplanter Projekte, indem es vor- gesehene Infrastrukturmaßnahmen neu konzipiert, miteinander verknüpft und kurz- und langfristig die Wärmeversorgung in Hohenmölsen sichert. Dazu wird der schon bewilligte Neubau der Gasleitung künftig auch die neue Wärmeerzeugungsanlage ver- sorgen.
Der Großwärmespeicher und der Anschluss der Ortsteile Taucha und Werschen an das Fernwärmenetz bleiben zentrale Bausteine und entfalten durch die neue, eigenstän- dige Wärmeerzeugung ihre volle Wirkung. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch den Neubau der Wärmeerzeugungsanlage und der Großwärmepumpenanlage am Standort Wählitz. Dadurch wird das Fernwärmenetz unabhängig von externen Dritten und eine schrittweise Umstellung auf vollständig erneuerbare Wärme in Eigenregie wird ermöglicht.
Im Vergleich zu den bestehenden Projekten entfällt die ursprünglich geplante Fern- wärmetrasse nach Profen sowie die Abhängigkeit von externer Wärmeerzeugung. Stattdessen wird eine eigenständige, resiliente und langfristig klimaneutrale Wärme- erzeugungsstruktur geschaffen, die bestehende Maßnahmen ergänzt und in ihrer Wir- kung deutlich verstärkt.
Welche spezifischen Gruppen (maximal 500 Zeichen) werden durch das Projekt an- Das Projekt richtet sich hauptsächlich an private Haushalte, insbesondere die rund 90 gesprochen? % der Haushalte mit Fernwärmeanschluss, kommunale Einrichtungen (u.a. Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen) sowie an Gewerbe- und Industrieunternehmen im Stadt- gebiet.
1.3 Detaillierte Beschreibung des Projektvorhabens
Welche konkreten Maßnah- (maximal 2000 Zeichen) men sollen im Zuge des Pro-
- Detaillierte Beschreibung des Vorhabens entlang der geplante Maßnahmen jektes umgesetzt werden? bzw. Projektschritte
Das Vorhaben „Grüne Fernwärme Hohenmölsen“ wird vor dem Hintergrund des Koh- leausstiegs und der damit verbundenen Unsicherheiten bei der bisherigen Wärmever- sorgung neu konzipiert. Ziel ist es, die Fernwärmeversorgung der Stadt Hohenmölsen kurz- und langfristig erzeugerseitig unabhängig von Dritten abzusichern und zugleich die klimapolitischen Zielstellungen zu erfüllen.
Das Vorhaben besteht aus zwei Teilprojekten: dem Neubaueiner Wärmeerzeugungs- anlage auf Gas-Basis und der Errichtung einer Großwärmepumpenanlage.
Zur Sicherung der kurzfristigen Wärmeversorgung ist der Neubau einer Wärmeerzeu- gungsanlage am Standort Wählitz vorgesehen. Das Werk wird so dimensioniert, dass es den vollständigen Wärmebedarf des bestehenden Fernwärmenetzes abdecken kann und damit auch bei einer vorzeitigen Stilllegung des Kraftwerks Wählitz die Ver- sorgung der angeschlossenen Haushalte gewährleistet. Die Gasversorgung wird über eine neu zu errichtende Gasleitung sichergestellt. Die Wärmeerzeugungsanlage wird technisch so vorgerüstet, dass ein Betrieb sowohl mit Erdgas als auch perspektivisch mit Biogas/Wasserstoff möglich ist und somit eine langfristige Spitzenlastabsicherung im Fernwärmenetz ermöglicht.
Parallel dazu wird zur Sicherung der langfristigen, völlig erneuerbaren Wärmeversor- gung der Neubau einer Großwärmepumpe am Standort Wählitz umgesetzt. Großwär- mepumpen stellen eine erprobte, effiziente und klimafreundliche Technologie dar und
Seite 4 von 6
[Seite 5]
leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Treibhausgasneutralität der Fernwärmeversorgung bis spätestens 2045.
In der ersten Förderperiode bis Ende 2029 sollen sich die Gasleitung und der Großwär- mespeicher im Bau befinden. Der Neubau der Wärmeerzeugungsanlage, der Großwär- mepumpenanlagen sowie die Erweiterung des Fernwärmenetzes auf weitere Ortsteile werden in der zweiten Förderperiode realisiert. Begleitend erfolgen die notwendigen Planungs-, Vergabe- und Abstimmungsprozesse sowie die Fortschreibung des Investi- tions- und Mittelabflussplans für das Gesamtvorhaben.
1.4 Indikatoren der Zielerreichung
Hinweis: Die Projektziele sind mit Zielwerten für eine projektindividuelle Auswahl an Output-Indi- katoren zu versehen. Insgesamt sollten mindestens drei Indikatoren festgelegt werden, wobei min- destens einer aus der angehängten Liste von Output-Indikatoren gewählt werden soll, idealerweise alle. Bei Bedarf können weitere projektspezifische Indikatoren ergänzt werden, sofern sie der SMART-Definition (s. Hinweise) entsprechen.
1.5 Beschreibung der Projektstruktur und Projektorganisation
(maximal 1000 Zeichen)
Das Vorhaben „Grüne Fernwärme Hohenmölsen“ wird von der Fernwärme GmbH Hohenmölsen-Webau, einer mehrheitlichen Tochtergesellschaft der Stadt Hohenmölsen, als Projektträger umgesetzt. Das Unter- nehmen verfügt über langjährige Erfahrungen im Betrieb und Ausbau von Fernwärmeinfrastrukturen so- wie über die notwendigen personellen und organisatorischen Kapazitäten zur Steuerung komplexer Inves- titionsprojekte.
Die Projektorganisation ist in die Bereiche Projektsteuerung, Planung, Genehmigung, Bau und Inbetrieb- nahme gegliedert. Die Gesamtkoordination und das Controlling des Vorhabens liegen bei der Fernwärme GmbH Hohenmölsen-Webau, die aufgrund ihrer geringen Größe eine externe Projektsteuerung binden wird. Für die technischen Planungsleistungen (, Großwärmepumpe, Gasleitung Wärmespeicher) sowie für Umwelt-, Genehmigungs- und Fachgutachten werden externe, spezialisierte Planungsbüros beauftragt.
Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadt Hohenmölsen, den zuständigen Genehmigungs- behörden sowie weiteren relevanten Akteuren. Durch die klare Aufgabenteilung und zentrale Projektko- ordination mit Hilfe einer externen Projektsteuerung ist eine effiziente Umsetzung der geplanten Maßnah- men innerhalb der vorgesehenen Förderzeiträume gewährleistet.
1.6 Projektrisiken und Risikomanagement
Um eine umfassende Risikobewertung und Risikomanagementstrategie sicherzustellen, sind hier mögliche Risiken mit passenden Maßnahmen zu benennen (wenn diese nicht bereits in der Wirtschaftlichkeitsunter- suchung dargestellt sind).
| Identifizierte Risiken | Maßnahmen für das Risikomanagement |
|---|---|
| Verzögerung in der Projektzeitplanung | Detaillierte Zeitplanung mit Pufferzeiten, regelmä- |
| ßige Meilensteinüberprüfung und Monitoring des | |
| Fortschritts |
Seite 5 von 6
[Seite 6]
1.7 Kosten und Budgetplan
Um die sinnvolle Verplanung von Mitteln nachvollziehen zu können, ist eine detaillierte Budgetplanung er- forderlich. Bitte ergänzen sie untenstehend die erforderlichen Informationen. Die Detailplanung je Jahr und Kategorie ist im Anhang auszufüllen (Excel-Datei).
Investitionsvolumen (gesamt) 24.566.209,14 Euro
Fördervolumen (gesamt) 22.109.588,23 Euro
Eigenanteil (gesamt) 2.456.620,90 Euro
Wie wird der Eigenanteil des (maximal 500 Zeichen) Projekts finanziert? Wie wer- Der Eigenanteil wird durch die Fernwärme GmbH Hohenmölsen-Webau aus Ei- den Betriebskosten innerhalb genmitteln sowie durch langfristige Investitionsdarlehen finanziert und ist in der der Zweckbindungsfrist getra- Wirtschaftsplanung des Unternehmens abgebildet. Die Betriebs- bzw. Instand- gen? haltungskosten während der Zweckbindungsfrist werden über die laufenden Er- löse aus der Fernwärmeversorgung gedeckt.
1.8 Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit
(maximal 1500 Zeichen)
Das Vorhaben entfaltet eine nachhaltige Wirkung weit über die eigentliche Projektlaufzeit hinaus. Durch den schrittweisen Umbau der Wärmeerzeugung hinzu einer unabhängigen, klimafreundlichen und langfris- tig treibhausgasneutralen Fernwärmeversorgung wird die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung ge- währleistet. Die neu zu errichteten Erzeugungsanlagen sowie die Gas- und Speicherinfrastruktur sind auf eine langfristige Nutzung ausgelegt und ermöglichen einen flexiblen, zukunftsfähigen Betrieb des Fernwär- menetzes. Insbesondere die Kombination aus kurzfristig wirksamer, konventioneller Erzeugung und lang- fristig vollständig erneuerbarer Wärmeerzeugung schafften einen robusten Transformationspfad bis zur Er- reichung der Klimaneutralität ab 2045.
Darüber hinaus besitzt das Projekt eine hohe Übertragbarkeit auf andere Kommunen / Regionen, die im Zuge des Kohleausstiegs oder des Strukturwandels vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Die entwi- ckelte Wärmekonzeption, der modulare Ausbau der Erzeugungsanlagen sowie die schrittweise Anpassung der Infrastruktur können als praxisnahes Modell für den Umbau bestehender Fernwärmenetze dienen. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse zu Planung, Genehmigung, technischer Auslegung und Fördermit- telintegration sind auf vergleichbare kommunale Fernwärmevorhaben übertragbar und leisten einen Bei- trag zur Beschleunigung der Wärmewende in strukturschwachen Regionen.
Seite 6 von 6