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vat_3_erläuterungsbericht_230928.pdf

Projektsteuerung für den Neubau von 152 Wohnungen und einer Quartiersmitte in Vaterstetten-Nordwest

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 04.10.2026, 23:18 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.deutsche-evergabe.de

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Vaterstetten Nordwest – Neubau einer Wohnanlage Neubau von Wohngebäuden mit Bürgercafé, Großtagespflege und Gewerbeeinheiten

Erläuterungsbericht - Freiflächen

Entwurfsplanung 28.09.2023

Erläuterungen / Konzept Der städtebauliche Entwurf zeigt eine mäandrierende Bebauung entlang der Dorfstraße und drei Gartenhäuser geschützt in zweiter Reihe.

Durch die Gebäudekonfiguration entstehen abgestufte Freiräume: ein öffentlicher Quartiersplatz mit angrenzenden öffentlichen Einrichtungen im Süden und ein attraktiver Wohnhof im Norden, welcher um ca. 60 cm gegenüber dem umgebenden Niveau angehoben ist. Die Anhebung ermöglicht eine wirtschaftliche TG-Lösung, höhere Raumhöhen für die gewerblichen und öffentlichen Einrichtungen und schafft mehr Privatheit für die Bewohner der Anlage. Der Wohnhof ist frei von Fahrverkehr. Besucherparkplätze, Tiefgaragenzufahrten und Sonderfahrzeuge nutzen die östliche Erschließungszone entlang der Dorfstraße. Die PKW-Stellplätze und ein Großteil der Fahrradstellplätze sind in der Tiefgarage vorgesehen. Der Bearbeitungsumgriff der Freiflächen umfasst ca. 9.320 qm, wovon mit 4.150 qm knapp die Hälfte mit einer Tiefgarage unterbaut sind.

Quartiersplatz Der öffentliche Quartiersplatz bildet den Auftakt im Süden an der Pfarrer-Aigner-Allee und ist den öffentlichen Einrichtungen Sozialbürgerhaus und Großtagespflege zugeordnet. Ein Bürgercafé belebt mit seinem Freibereich den Platz. Die Platzfläche mit beigefarbenen Betonplatten ist mit ovalen Staudeninseln gegliedert, welche von Sitzmauern eingefasst sind. Die Betonaufkantungen ermöglichen gleichzeitig die gem. B-Plan geforderte TG-Mindestüberdeckung von 80 cm im Bereich von Grünflächen. Stadtklimaverträgliche Solitärbäume beschatten den Platz.

Grüner Wohnhof / Erschließung Eine barrierefreie Rampe und eine kleine Stufenanlage führen vom Quartiersplatz in den höher gelegenen Wohnhof. Der gemeinschaftlich nutzbare grüne Wohnhof bietet Flächen für Kinderspiel und Aufenthalt. Zwei organisch ausgeformte Hauptwegebänder aus beigefarbenem Farbasphalt durchqueren den Hof und stellen die Verbindung vom Quartiersplatz zum nördlichen Landschaftsraum, dem westlichen Grünzug und zur östlich gelegenen Dorfstraße her. Im Bereich erforderlicher Radien für Rettungsfahrzeuge werden die Wegflächen partiell mit wasserdurchlässigen Rasenlinerbelägen aufgeweitet. Von der Hauptwegeführung zweigen Erschließungswege aus beigem Betonpflaster zu den Hauseingängen ab. Alle Gebäudezugänge sind barrierefrei ausgebildet. Die Erschließungszonen werden einheitlich mit Fahrradanlehnbügeln und Sitzbänken gestaltet und durch Schnitthecken gefasst. Im Bereich der privat genutzten Terrassen der Erdgeschosswohnungen werden zur Einhaltung der Privatsphäre sowie räumlichen Gliederung ebenfalls partiell Schnitthecken vorgesehen. Zudem werden kleine Mäuerchen aus Kalksandstein angeordnet, welche die klare Formsprache unterstützen und zum Sitzen genutzt werden können. Die erforderlichen Lüftungsöffnungen der Tiefgarage werden unter Berücksichtigung der einzuhaltenden Abstände in Abstimmung mit der Hochbauplanung überwiegend entlang der

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Hauptwege platziert. Die Öffnungen werden von Lüftungshauben mit Holzauflagen abgedeckt. Die maximale Absturzhöhe von weniger als 50 cm gem. BayBO wird dabei berücksichtigt.

Aufenthalts- und Spielflächen Vor der Westfassade des Mäanders C öffnet sich der Gemeinschaftsgarten als Treffpunkt sowie gemeinschaftliche Aufenthaltsfläche. Die Fläche mit wassergebundener Wegedecke wird von einer berankten Pergola gerahmt und ist von Sitzbänken flankiert. Im Norden des Quartiers entsteht mit dem Hochbeetgarten ein weiterer gemeinschaftlich nutzbarer Bereich. Hier können die Anwohner*innen Nutzpflanzen anbauen, sich austauschen und auf den Sitzbänken verweilen. Das erforderliche Gießwasser kann über eine Zisterne entnommen werden.

Für das wohnungsnahe Spiel werden gemäß Spielflächenberechnung 596 qm Spielflächen im Quartier nachgewiesen. Der zentrale Kinderspielbereich greift die ovalen Formgebungen aus der Quartiersplatzgestaltung auf. Die größere Fläche bietet mit einem naturnah gestalteten Kombinationsspielgerät Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen, Verstecken etc. Die zweite kleinere Fläche umfasst das Sandspiel mit einer Sandbaustelle und einem Sandbacktisch. Hecken und eine lange Bank rahmen den Spielplatz. Partiell angeordnete Rasenlinerflächen schaffen Zugang zum Kinderspiel und beugen ein Abnutzen der Rasenflächen vor.

Im Zugangsbereich der Tiefgarage stellt die Boulderwand, welche die Wand im Tiefhof nutzt, eine weitere Besonderheit dar.

Niederschlagswasserableitung / Dachbegrünung Um die Grundwasserneubildung zu unterstützen und möglichst viel pflanzenverfügbares Wasser auf dem Grundstück zurückzuhalten, werden verschiedene Maßnahmen geplant. Zum einen wird ein Großteil der Tiefgaragendecke als 0°-Dach und als Retentionsdach ausgebildet. Mittels Wasserretentionsboxen wird ein möglichst hoher Anteil des anfallenden Niederschlagswassers gespeichert. Andererseits wird das über die Regenfallrohre ankommende Niederschlagswasser so weit wie möglich über offene Muldenrinnen in begrünte Retentionsmulden geführt. Das Wasser wird über die belebte Bodenzone gefiltert und anschließend in die Retentionsboxen auf der Tiefgarage bzw. bei den nicht unterbauten Bereichen in Dränschichten sowie die großzügige Aussparung in der Tiefgaragenmitte eingeleitet. Je zwei Drittel des Niederschlagswassers der Dachflächen der Gartenhäuser West werden über offene Muldenrinnen in Retentionsmulden geleitet, welche sich aufgrund der engen Platzverhältnisse auf der westlich angrenzenden öffentlichen Grünfläche befinden. Im Bereich der Dachflächen Mäander Ost und Erschließungszone Ost wird aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse das Niederschlagswasser der Dach- sowie Verkehrsflächen über Rigolen mit vorgeschalteten Absetzschächten versickert. Die Flachdächer der Gartenhäuser werden als Solargründächer, als eine Kombination von extensiver Dachbegrünung mit Photovoltaikanlagen geplant. Wasserretentionsboxen sorgen ebenfalls für einen hohen Rückhalt des Niederschlagswassers auf den Dächern.

Vegetation Die Gehölzauswahl orientiert sich grundsätzlich an stadtklimaverträglichen sowie im B-Plan festgesetzten Arten, welche mit den in Folge des Klimawandels einhergehenden extremen Witterungsereignissen, wie z.B. Hitze und Trockenheitsstress, zurechtkommen. Für die unterbauten Bereiche der Tiefgarage werden Baumarten der 2. Wuchsordnung gewählt, während für die außerhalb liegenden Grünflächen vorwiegend Bäume der 1. Wuchsordnung vorgesehen werden. Innerhalb der Retentionsmulden sind Gehölze mit einer breiten Standortamplitude ausgewählt, d.h., dass diese sowohl mit temporären Überschwemmungen als auch kurzfristiger Trockenheit zurechtkommen. Entlang der Dorfstraße wird ein durchgängiger Grüngürtel aus einer durchmischten Solitärbaumreihe mit Spitz-Ahorn und Zerr-Eiche sowie Hecken und Strauchflächen angelegt. Für den Quartiersplatz werden Baumarten ausgewählt, die zusätzliche Zieraspekte, wie eine attraktive Herbstfärbung, aufweisen.

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Im grünen Wohnhof sorgen wiederkehrende „Hausbäume“ wie Feld-Ahorn und Scharlach-Apfel für eine Unterstützung der Adressbildung an den Hauseingängen. Die Süd- und Westfassaden werden partiell mit nutzbaren Spalierobstgehölzen sowie die Nord- und Ostfassaden mit Kletterhortensien begrünt. Vereinzelte Solitärstrauchpflanzungen weisen verschiedene Zieraspekte auf und erfüllen zugleich Sichtschutzfunktionen vor den privaten Erdgeschosswohnungen. Extensive und artenreiche Staudenmischpflanzungen erhöhen die Biodiversität im Quartier. Die Artenauswahl wird dabei so aufeinander abgestimmt, dass der Pflegeaufwand möglichst gering gehalten werden kann und attraktive Blühaspekte während der gesamten Vegetationsperiode vorhanden sind. Außerhalb des intensiv genutzten Spielbereichs werden extensive Wiesen angelegt. Da diese erst im Sommer gemäht werden, sind diese auch räumlich wirksam. Im Bereich der Mulden werden die Saatgutmischungen auf die wechselfeuchten Standorte abgestimmt.

Flächen für die Feuerwehr / Rettungsfahrzeuge Der grüne Wohnhof ist frei von Feuerwehrzufahrten oder -aufstellflächen. Unter Einhaltung der maximalen Lauflängen der Feuerwehr von ca. 50 m sind die Aufstellflächen im Süden auf dem Quartiersplatz, im Osten entlang der Erschließungszone und im Norden im Bereich des öffentlichen Fuß- und Radweges angeordnet. Die Aufstellflächen für tragbare Steckleitern werden von Einbauten freigehalten; nach Rücksprache mit dem Brandschutz sind Schnitthecken bis max. 1,20 m Höhe möglich.

Müllkonzept Die Müllräume befinden sich in den Gebäuden. Für die Abholtage ist in den Freianlagen eine zentrale temporäre Aufstellfläche östlich des Mäanders B vorgesehen. Ein Passieren des Müllfahrzeuges von Nord nach Süd über die östliche Erschließungszone sowie den Quartiersplatz ist berücksichtigt.

Fahrradabstellplätze Der Großteil der Fahrradstellplätze befindet sich in der Tiergarage. In den Freianlagen befindet sich ein zentraler und überdachter Fahrradabstellbereich mit 26 Stellplätzen zwischen den Mäandern A und B. Die weiteren in den Freianlagen nachzuweisenden 93 Stellplätze werden als Fahrradanlehnbügel auf die Erschließungszonen der Hauszugänge verteilt.

Beleuchtung Das Beleuchtungskonzept sieht eine autarke, solare LED Beleuchtung vor. Der Quartiersplatz sowie die östliche Erschließungszone werden mittels Stelen ausgeleuchtet. Ein Lichtband entlang der zentralen Pflanzinsel sorgt zudem für eine inszenierende Beleuchtung. Entlang der Wegflächen werden dezente Pollerleuchten angeordnet.

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