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Plattform für digitale IHK-Prüfungen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 29.10.2026, 09:54 (Europe/Berlin)

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Vergabenummer 2026-09-11615

Anforderungskatalog Datenschutz und

IT-Sicherheit

1. Einleitung & Struktur des Katalogs

Dieser Anforderungskatalog definiert die zwingenden rechtlichen, funktionalen und technischen Mindestanforderungen an den Plattformanbieter (Auftragnehmer) zum Schutz personenbezogener Daten und zur Gewährleistung der Informationssicherheit.

Die Anforderungen sind nach dem datenschutzrechtlichen Drei-Ebenen-Modell strukturiert:

● Ebene 1 (Organisatorisch-prozessuale Governance): Anforderungen an Prozesse, Verträge und Zusammenarbeit. ● Ebene 2 (Fachapplikation - Softwareebene): Funktionale und logische Anforderungen an die Softwarearchitektur der Plattform. ● Ebene 3 (Technische Infrastruktur - Hosting-Ebene): Anforderungen an die Server, Netzwerke, Verschlüsselung und den Cloud-Betrieb.

2. Ebene 1: Vertragliche Governance &

Organisatorische Anforderungen (GOV)

IDMeilensteinzuordnungAnforderungsbeschreibu
ng
GOV-01Meilenstein 1Abschluss des Muster-
AVV: Der Bieter
verpflichtet sich
unwiderruflich, mit jeder
dem Rahmenvertrag
beitretenden regionalen
IHK unverzüglich und ohne
inhaltliche Abweichungen
eine direkte Vereinbarung
zur Auftragsverarbeitung
auf Basis des als Anlage
beigefügten Muster-AVV
(Art. 28 DSGVO)
abzuschließen.

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Vergabenummer 2026-09-11615

GOV-02Meilenstein 1Subdienstleister-Anzeige
(UAV): Der Auftragnehmer
muss jede geplante
Änderung, Einbindung oder
den Austausch von
Unterauftragsverarbeitern
(UAV) mindestens sechs (6)
Wochen vor dem geplanten
Einsatz schriftlich an die
zentrale
Koordinierungsstelle (DIHK-
Geschäftsstelle) melden.
GOV-03Meilenstein 1Sonderkündigungsrecht
bei UAV-Widerspruch:
Dem Auftraggeber (den
regionalen IHKs) ist
vertraglich das Recht
einzuräumen, dem Einsatz
eines neuen UAV aus
wichtigem
datenschutzrechtlichem
Grund zu widersprechen.
Kann der Auftragnehmer
den Widerspruch nicht
durch technische
Maßnahmen (z. B.
Mandantenausschluss)
heilen, steht der
betroffenen IHK ein
sofortiges, kostenfreies
Sonderkündigungsrecht für
die Plattformnutzung zu.
GOV-04Meilenstein 1Unterstützung bei der
Datenschutz-
Folgenabschätzung
(DSFA): Der Bieter ist
verpflichtet, die DIHK bei
der Erstellung der Muster-

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DSFA) durch Bereitstellung
aller erforderlichen
technischen
Dokumentationen,
Risikoanalysen und
Nachweise (z. B.
Architekturdiagramme,
Datenflussbeschreibungen)
kostenfrei zu unterstützen.
GOV-05Meilenstein 1Zentralisiertes
Auditierungsrecht: Der
Auftragnehmer muss
dulden und vertraglich
zusichern, dass die IHK-
Organisation (vertreten
durch den Lenkungskreis)
einmal jährlich ein
gemeinsames,
umfassendes Datenschutz-
und Sicherheitsaudit durch
einen unabhängigen,
zertifizierten Prüfer
durchführen lässt. Audits
sollen vorranging auf Basis
von Zertifikaten und
Testaten des
Auftragnehmers und seiner
Nachunternehmen bzw.
Auftragsverarbeiter
erfolgen, Vor-Ort-
Kontrollen müssen aber
möglich bleiben, wenn sie
gesetzlich erforderlich sind.
GOV-06Meilenstein 1Schulung und
Dokumentation: Der Bieter
muss detaillierte, leicht
verständliche
Administrations- und

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Benutzerhandbücher in
deutscher Sprache
bereitstellen.

3. Ebene 2: Fachapplikation - Softwarebezogene

Anforderungen (APP)

3.1 Mandantentrennung & Zugriffskontrolle (RBAC)

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
APP-01Meilenstein 1Strikte logische
Mandantentrennung
(Multi-Tenancy): Die
Applikation muss so
konzipiert sein, dass
Datenströme, Abfragen
und Speicherbereiche
streng
mandantenspezifisch (nach
der jeweiligen IHK-
Mandanten-ID) isoliert
verarbeitet werden.
Mandantenübergreifende
SQL-Abfragen oder
Datenzugriffe müssen
systemseitig im Quellcode
technisch unmöglich sein
(Tenant-aware Design).
APP-02Meilenstein 1Rollenbasierte
Zugriffskontrolle (RBAC):
Die Software muss eine
strikte, feingranulare
Funktionstrennung auf
Basis vordefinierter Rollen
(Prüfling, Prüfer, Aufsicht,

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Vergabenummer 2026-09-11615

IHK-Mitarbeiter,
Systemadministrator)
erzwingen (Need-to-know-
Prinzip).
APP-03Meilenstein 1Multi-Faktor-
Authentifizierung (MFA):
Für alle privilegierten Rollen
(Prüfer, Aufsichten, IHK-
Mitarbeitende,
Administratoren) muss eine
starke Zwei-Faktor-
Authentifizierung (2FA)
applikationsseitig
erzwungen werden.
APP-04Meilenstein 1 / Meilenstein 2aAutomatisches Sitzungs-
Timeout: Aktive
Softwaresitzungen müssen
bei Inaktivität automatisch
beendet werden (Timeout
nach maximal 10 Minuten
bei Aufsichtskonten, 15
Minuten bei Prüferkonten).

3.2 Datensparsamkeit & Pseudonymisierung

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
APP-05Meilenstein 2aPseudonymisierte
Korrekturmaske: Die
Applikation muss
standardmäßig neben einer
Verarbeitung von
personenbezogenen Daten
als Klardaten auch eine
vollständig

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pseudonymisierte
Bewertung von
Freitextaufgaben
unterstützen. (im letzteren
Fall dürfen Prüfer bei der
Korrektur keine Klarnamen
oder demografischen
Daten der Prüflinge sehen,
sondern ausschließlich eine
temporäre Prüfungs-ID.
APP-06Meilenstein 2aKapselung der
Identitätszuordnung: Die
Zuordnungstabelle
zwischen der temporären
Prüfungs-ID und dem
Klarnamen des Prüflings
muss softwareseitig streng
gekapselt sein. Der Zugriff
ist auf die Rollen
"Prüfungsaufsicht vor Ort"
(zeitlich beschränkt auf die
Durchführung) und die
interne "IHK-
Prüfungsorganisation" (zur
Notenverbuchung) zu
beschränken.
APP-07Meilenstein 1Ausschluss der
Mitarbeiterüberwachung:
Eine softwareseitige
Auswertung von Nutzungs-
und Bearbeitungsdaten der
Prüferinnen, Prüfer und
Aufsichten zur personal-,
arbeits- oder
dienstrechtlichen
Leistungs- und
Verhaltenskontrolle muss
technisch und

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organisatorisch
ausgeschlossen sein.

3.3 Datenintegrität & Revisionssicherheit

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
APP-08Meilenstein 2aKryptografische
Abgabesicherung:
Unmittelbar bei der Abgabe
der Prüfung durch den
Prüfling muss die
Applikation automatisch
eine kryptografische
Prüfsumme (SHA-256-Hash
oder höher) über alle
abgegebenen Antworten
generieren, um
nachträgliche
Manipulationen
detektierbar zu machen.
APP-09Meilenstein 1 / Meilenstein 2aLückenloser fachlicher
Audit Trail: Alle
administrativen und
bewertungsrelevanten
Aktionen (z. B. manuelle
Notenkorrekturen,
Gewährung von
Schreibzeitverlängerungen)
müssen revisionssicher,
lückenlos und
unmanipulierbar
protokolliert (historisiert)
werden. Ein direktes
Überschreiben ohne
Historienbildung ist

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unzulässig.
APP-10Meilenstein 1Eingabe-Validierung
(WAF-Konformität): Alle
Eingabefelder der
Applikation müssen gegen
Einschleusung von
Schadcode (SQL-Injection,
Cross-Site-Scripting/XSS)
geschützt sein.

3.4 Ausfallsicherheit & Offline-Caching

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
APP-11Meilenstein 3Offline-Caching auf
Endgeräten: Die Software
muss über eine lokale,
verschlüsselte
Zwischenspeicherung (z. B.
via IndexedDB im Kiosk-
Browser) auf dem Endgerät
des Prüflings verfügen. Bei
Netzunterbrechungen
muss die Prüfung
unterbrechungsfrei offline
fortführbar sein; Antworten
müssen bei Netzrückkehr
automatisch im
Hintergrund synchronisiert
werden.
APP-12Meilenstein 1Prüfungsstarts und
sonstige Spitzenlasten Die
Applikationslogik muss so
konzipiert sein, dass bei
bundesweiten Lastspitzen

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eine reibungsloser
Prüfungsbetrieb
sichergestellt ist.

3.5 Betroffenenrechte (Export & Sperrung)

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
APP-13Meilenstein 2a / bereits ab Meilenstein 1 muss eine Möglichkeit bestehen Betroffenen nach Anforderung einen Datenexport/ bzw. eine Datenkopie zur Verfügung zu stellenAutomatisierter
Datenkopie-Export (Art.
15 DSGVO): Die
Applikation muss eine
Funktion bereitstellen, die
es IHK-Mitarbeitenden
ermöglicht, auf Knopfdruck
eine vollständige,
strukturierte Datenkopie
aller über einen Prüfling
gespeicherten Daten (inkl.
Klickprotokolle, Antworten,
Bewertungen) in einem
gängigen Format zu
generieren.
APP-14Meilenstein 3Schwärzungsfunktion im
Export: Das Datenkopie-
Exporttool muss eine
integrierte
Schwärzungsfunktion
aufweisen, um
schutzwürdige Rechte
Dritter (z. B. die Identität
von Prüfern nach Art. 15
Abs. 4 DSGVO) vor der
Aushändigung zu
zensieren.

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APP-15Meilenstein 1Sperr-Flags: Es müssen
Datenstatus-Merkmale (z.
B. "Gesperrt wegen
Widerspruchsverfahren")
implementiert sein, um
Daten manuell von
automatisierten
Löschfristen auszunehmen.
APP-16- (Nur relevant, falls die Lösung des Bieters eine Nachteilsausgleichsfunktion enthält, auf die diese Anforderung zutrifft.)Getrennte Verarbeitung
der Nachteilsausgleichs-
parameter. Die
Umsetzungsparameter
eines bewilligten
Nachteilsausgleichs sind in
einem eigenen, gesondert
verschlüsselten
Datenbereich mit eigenem
Rollenprofil zu führen. Der
Zugriff ist auf namentlich
autorisierte Beschäftigte
der zuständigen IHK zu
beschränken.
Prüferoberflächen,
Korrekturmasken und
Standard-Exportansichten
dürfen auf diesen Bereich
keinen Zugriff haben.
Aufsichten erhalten
ausschließlich die zur
Durchführung zwingend
erforderliche Angabe,
insbesondere eine
veränderte
Bearbeitungszeit, nicht
aber Grund oder Anlass
des Ausgleichs. Für den
Datenbereich ist
gesondertes
Schlüsselmaterial zu

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verwenden.
APP-17- (Nur relevant, falls die Lösung des Bieters eine Nachteilsausgleichsfunktion enthält, auf die diese Anforderung zutrifft.)Beschränkung auf
Umsetzungsparameter
Die Applikation darf für den
Nachteilsausgleich
ausschließlich abstrakte
Umsetzungsparameter
aufnehmen, etwa
„Schreibzeitverlängerung
25 %", „Screenreader-
Kompatibilität" oder
„Einzelraum". Datenfelder
für Diagnosen, Attest-
Inhalte, Grad der
Behinderung oder sonstige
medizinische Angaben sind
nicht vorzusehen. Der
Upload medizinischer
Nachweise auf die
Plattform ist technisch zu
unterbinden. Freitextfelder
im Kontext des
Nachteilsausgleichs sind
auf ein Minimum zu
reduzieren und mit einem
Hinweis zu versehen, dass
Gesundheitsangaben nicht
einzutragen sind.
APP-18Meilenstein 1Einwilligungs- und
Widerrufsmanagement
Für optionale
Zusatzdienste, die auf einer
Einwilligung beruhen, muss
die Applikation ein
granulares, nachweisbares
Einwilligungs- und
Widerrufsmanagement

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Vergabenummer 2026-09-11615

bereitstellen, das die
Anforderungen des Art. 7
DSGVO und des § 25 Abs. 1
TDDDG erfüllt (Konzept
Ziff. 5.2). Einwilligungen sind
je Zweck getrennt
einzuholen, mit Zeitpunkt
und Textfassung zu
protokollieren und jederzeit
mit gleichem Aufwand
widerrufbar. Der Widerruf
muss die betroffene
Funktion unverzüglich
deaktivieren.
Voreingestellte
Zustimmungen und
Kopplungen an die
Prüfungsteilnahme sind
ausgeschlossen. Für
Minderjährige unter 16
Jahren ist der Einbezug der
gesetzlichen Vertreter
vorzusehen.

4. Ebene 3: Technische Infrastruktur & Cloud-Betrieb

(INF)

4.1 Geografische & Administrative Souveränität

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
INF-01Meilenstein 1Datenverarbeitung
ausschließlich in EU/EWR:
Sämtliche
personenbezogenen Daten

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(als data at rest und data in
use) müssen in zertifizierten
(mindestens ISO 27001
oder gleichwertig)
Rechenzentren innerhalb
der Europäischen Union
(EU) bzw. des Europäischen
Wirtschaftsraums (EWR)
gespeichert und
verarbeitet werden. Dies
gilt für die gesamte
Unterauftragsverarbeiterke
tte.
INF-02Meilenstein 1Ausschluss von
Drittstaatensupport
(Remote-Zugriff): Jegliche
Support-, Wartungs-,
Administrations- und
Remotezugriffe auf die
Plattform und die Hosting-
Infrastruktur müssen
physisch aus der EU/dem
EWR heraus erfolgen. Ein
Follow-the-Sun-Support
aus Drittländern ist
vertraglich und technisch
auszuschließen.

4.2 Technische Zusatzmaßnahmen bei Public-Cloud-Nutzung

(Nur relevant, falls der Bieter eine US-geprägte Public-Cloud-Infrastruktur wie AWS, Azure oder Google Cloud anbietet. Diese Maßnahmen müssen kumulativ erfüllt sein):

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
INF-03Meilenstein 1Hold Your Own Key
(HYOK): Alle sensiblen

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Daten müssen im
Ruhezustand (data at rest)
mit AES-256 (oder höher)
verschlüsselt sein. Die
Schlüsselverwaltung
(External Key Management)
muss physisch und logisch
außerhalb des
Zugriffsbereichs des
Cloud-Anbieters im
exklusiven Einflussbereich
der IHK-Organisation
liegen.
INF-04Meilenstein 1Präsentieren eines TIAs:
Der Bieter muss ein
detailliertes, lückenloses
Transfer Impact
Assessment (TIA) vorlegen,
das die technischen Risiken
unbefugter Datenzugriffe
durch
Drittstaatenbehörden
analysiert und die
Wirksamkeit der
implementierten TOMs
nachweist.

4.3 Netzwerksicherheit & Verschlüsselung

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
INF-05Meilenstein 1Verschlüsselung im
Transit (Data in Transit):
Alle Datenübertragungen

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Vergabenummer 2026-09-11615

müssen ausnahmslos über
verschlüsselte
Kommunikationskanäle
mittels TLS 1.3 unter
Nutzung sicherer Cipher
Suites erfolgen. Die interne
Server-Kommunikation im
Rechenzentrum ist über
mTLS oder IPSec
abzusichern.
INF-06Meilenstein 1Netzwerksegmentierung:
Die
Rechenzentrumsumgebung
muss konsequent logisch
segmentiert sein (z. B.
mittels VLANs und Micro-
Segmentation) zur strikten
Trennung von Webservern,
Applikationsservern und
Datenbanksystemen.

4.4 Backup, Protokollierung & Desasterschutz

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
INF-07Meilenstein 1Georedundantes Backup-
Konzept: Täglich
automatisierte
Datensicherungen müssen
georedundant in
mindestens zwei physisch
getrennten, zertifizierten
Rechenzentren
(Mindestabstand gemäß
BSI-Vorgaben) aufbewahrt
werden.

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Vergabenummer 2026-09-11615

INF-08Meilenstein 2aAutomatisiertes
Recovery-Testing:
Mindestens vierteljährlich
müssen automatisierte
Wiederherstellungstests
(Restore-Tests) zur
Überprüfung der
definierten
Wiederanlaufzeiten
(RTO/RPO) durchgeführt
und dokumentiert werden.
INF-09Meilenstein 2aSchreibgeschützter
Logserver: Alle
technischen Logfiles und
Revisionsdaten müssen in
Echtzeit an einen
dedizierten,
schreibgeschützten
Protokollserver (SIEM-
System) außerhalb der
administrativen Domäne
der Produktiv-Infrastruktur
übertragen werden. IP-
Adressen in
Zugriffsprotokollen sind
nach 7 Tagen automatisiert
zu löschen.

5. Incident- & Sicherheitsmanagement (INC)

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
INC-01Meilenstein 1Zentraler 24/7 Security
Incident Service: Der
Auftragnehmer muss ein
rund um die Uhr besetztes

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Vergabenummer 2026-09-11615

Security Incident
Management (SOC) zur
Erkennung, Abwehr und
Dokumentation von IT-
Sicherheitsvorfällen
bereitstellen.
INC-02Meilenstein 1Der Auftragnehmer
verpflichtet sich vertraglich,
jeden Sicherheitsvorfall
oder jede vermutete
Datenpanne auf der
Plattform unverzüglich,
spätestens aber binnen 24
Stunden zu melden, auch
um es den IHKs zu
ermöglichen, ihre
Meldungen untereinander
zu koordinieren.
INC-03Meilenstein 1Verwendung des
Standard-
Meldetemplates: Für die
Meldung hat der
Auftragnehmer ein
vordefiniertes
Meldetemplate (in
Absprache mit dem
Auftraggeber) zu nutzen,
welches zwingend alle
notwendigen
Informationen nach Art. 33
Abs. 3 DSGVO strukturiert
enthält.
INC-04Meilenstein 1Automated Incident
Response: Die
Fachapplikation muss über
automatisierte
Mechanismen zur

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Vergabenummer 2026-09-11615

Angriffserkennung und -
eindämmung verfügen (z.
B. automatische temporäre
Sperrung von Konten bei
Brute-Force-Angriffen oder
Sperrung von APIs bei
atypischen
Massenabrufen).
INC-05Meilenstein 1Isolations-Architektur bei
Kompromittierung: Im
Falle der Kompromittierung
eines einzelnen IHK-
Mandanten muss die
Applikationslogik eine
sofortige Quarantäne
dieses Mandanten
ermöglichen, sodass eine
Ausbreitung (Lateral
Movement) auf die übrigen
78 Mandanten technisch
ausgeschlossen ist.

6. Datenlöschung & Exit-Szenarien (EXT)

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
EXT-01Meilenstein 1Zweistufiges
Löschverfahren mit
Karenzzeit: Nach
erfolgreicher
Datenquittierung durch die
IHK sind die Daten zunächst
für den regulären Zugriff zu
sperren (Sperrung). Die
endgültige, physische
Löschung (BSI-konformes

Beschaffung einer Plattform für digitale IHK-Prüfungen

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Vergabenummer 2026-09-11615

Überschreiben) auf den
Servern und Backups darf
erst nach einer Karenzzeit
von 90 Tagen erfolgen.
EXT-02Meilenstein 1Interoperables
Datenexportformat (Exit-
Fall): Im Falle eines Exits
oder Systemwechsels ist
der Auftragnehmer
verpflichtet, alle
personenbezogenen Daten
(inkl. Ergebnisse und Audit
Trails) in einem
strukturierten, gängigen
und maschinenlesbaren
Format (JSON oder XML)
sowie das vollständige
Datenbankschema (Data
Dictionary) in deutscher
Sprache kostenfrei zu
übergeben.
EXT-03Meilenstein 1Granularer Teil-Exit: Die
Plattform muss technisch in
der Lage sein, die Daten
eines einzelnen Mandanten
vollständig und isoliert zu
exportieren und
anschließend
unwiderruflich zu löschen,
ohne den Betrieb der
übrigen Mandanten zu
beeinträchtigen.
EXT-04Meilenstein 1Qualifiziertes
Löschprotokoll: Der
Auftragnehmer hat die
unwiderrufliche Löschung
der Daten nach einem Exit

Beschaffung einer Plattform für digitale IHK-Prüfungen

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Vergabenummer 2026-09-11615

durch ein qualifiziertes
Löschprotokoll pro
Mandanten-ID
nachzuweisen.

7. Anforderungen an den Einsatz von KI-Systemen (KI)

(Relevant, falls optionale KI-gestützte Funktionen in der Lösung des Bieters enthalten sind):

IDKlassifizierungAnforderungsbeschreibu
ng
KI-01-Ausschluss verbotener
KI-Praktiken (Art. 5 KI-
Verordnung): Der Einsatz
von KI-Systemen zur
Erkennung von Emotionen
im Bildungs- und
Prüfungsumfeld, zur
biometrischen
Kategorisierung sensibler
Merkmale oder zur
Verhaltensmanipulation ist
auf der gesamten Plattform
technisch und
organisatorisch
ausgeschlossen.
KI-02-Menschliches Korrektiv
(Human-in-the-Loop):
Eine rein automatisierte
Einzelfallentscheidung (Art.
22 DSGVO) bei der
Notenermittlung ist
unzulässig. Die Applikation
muss eine Workflow-
Schranke erzwingen,
wonach jeder KI-generierte

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Vergabenummer 2026-09-11615

Bewertungsvorschlag
zwingend durch den
menschlichen
Prüfungsausschuss geprüft
und manuell freigegeben
werden muss.
KI-03-Erklärbarkeit der KI
(Explainable AI): Das KI-
System muss in der Lage
sein, seine
Bewertungsvorschläge
anhand der hinterlegten
Musterlösungen und
Bewertungskriterien
transparent und für den
menschlichen Prüfer
nachvollziehbar zu
begründen.
KI-04-Souveräne
Mandantensteuerung
(Opt-In / Opt-Out): Die
Aktivierung von KI-
Funktionen muss auf Ebene
der Fachapplikation
mandantenspezifisch
steuerbar sein. Ist die
Funktion für eine IHK
deaktiviert, darf kein
Datentransfer an die KI-
Schnittstellen erfolgen.
KI-05-Striktes KI-
Trainingsverbot: Eine
Übertragung
personenbezogener Daten
von Prüflingen oder Prüfern
zum Zwecke des Trainings,
des Finetunings oder der

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Vergabenummer 2026-09-11615

Weiterentwicklung der KI-
Modelle des Betreibers
oder von Drittanbietern ist
strikt verboten.
KI-06-Nachweis der Daten-
Governance (Bias-
Minimierung): Der Bieter
muss die Herkunft, Struktur
und Repräsentativität der
genutzten Trainingsdaten
dokumentieren und
nachweisen, wie
algorithmische
Diskriminierungen (Bias)
ausgeschlossen werden.
KI-07-KI-Sicherheitsarchitektur:
Der Bieter muss die
Robustheit der KI-
Infrastruktur gegen
spezifische Angriffe wie
Data Poisoning und Prompt
Injection nachweisen.

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