[Seite 1]
20180303 Forschungszentrum Jülich
Machbarkeitsstudie Umbau Gebäude 15. 1 und 15.4
Beschreibung der Tragkonstruktion:
Die Gebäude 15.1 und 15.4 auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich sollen zu Büroge- bäuden umgebaut werden.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie soll die Tragkonstruktion der Gebäude untersucht werden, um festzustellen, welche Konstruktionsteile tragend sind und welche ohne größeren Aufwand zu- rückgebaut werden können. Ziel ist es, eine möglichst flexible Grundrissgestaltung zu ermöglichen.
Beide Gebäude wurden Anfang der 1960er Jahre errichtet. Von Gebäude 15.1 liegen einige Schal- und Bewehrungspläne im Maßstab 1:50 aus dem Jahre 1959 der Untersuchung zugrunde. Von Gebäude 15.4 liegen zum aktuellen Zeitpunkt Architekten- pläne im Maßstab 1:100 aus den Jahren 1960 und 1962 vor.
Die Gebäude wurden als Massivbauten mit tragenden Mauerwerks- und Stahlbetonwänden und - stützen ausgeführt. Die Geschossdecken wurden in Ortbeton ausgebildet.
[Seite 2]
Bei der Untersuchung ist aufgefallen, dass die Gebäude 15.1 und 15.4 nahezu dieselben Grund- risse aufweisen. Die Anordnung der Wände ist, von kleinen Teilbereichen abgesehen identisch. Das legt die Vermutung nahe, dass die Gebäude auch hinsichtlich der Tragkonstruktion identisch ausgeführt wurden.
Die Gebäude bestehen aus jeweils 3, durch Bauteilfugen voneinander getrennten Gebäudeteilen, einem Bürogebäude, einem Dekontaminationsgebäude und einem Laborgebäude.
Gebäude 15.1: Aus den vorliegenden Schal- und Bewehrungsplänen von Gebäude 15.1 lässt sich die Tragkon- struktion der Gebäudeteile in weiten Teilen eindeutig ablesen. Die tragenden Wände, Stützen und Unterzüge haben wir in die vom Bauherrn zur Verfügung gestellten Bestandszeichnungen in rot eingetragen. Vom Untergeschoss und 2.Obergeschoss des Bürogebäudes sowie dem 1. und 2. OG des Labor- gebäudes liegen keine Ausführungspläne vor. Am nordwestlichen Kopfbereich des Bürogebäudes weicht die Bestandskonstruktion von der ur- sprünglichen Ausführungsplanung ab, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es an dieser Stelle zu einer umfangreicheren Umbaumaßnahme gekommen ist.
[Seite 3]
Wegen der Ähnlichkeit mit dem Grundriss des Gebäudes 15.4 kann vermutet werden, dass das Tragwerk in Gebäude 15.1 ähnlich ausgeführt wurde. Die vermutliche Tragkonstruktion haben wir daher in blau in die Bestandszeichnungen eingezeich- net.
Für eine definitive Bewertung ist die Einsichtnahme in die Ausführungsunterlagen zum Umbau des nordwestlichen Teiles des Bürogebäudes und die fehlenden Schal- und Bewehrungspläne (UG und 2.OG Bürogebäude sowie 1. und 2. OG des Laborgebäudes) erforderlich.
Gebäude 15.4: Zu Gebäude 15.4 liegen die Architektenzeichnungen im Maßstab 1:100 aus dem Errichtungsjahr vor. Eine eindeutige Bewertung der Tragkonstruktion kann, da neben den tragenden auch die nicht- tragende Bauteile eingezeichnet sind, vorgenommen werden kann. In den Ursprungsplänen sind einige nichttragende (flexible) Trennwände durch eine besondere Dar- stellung gekennzeichnet. Diese haben wir in den Bestandszeichnungen grün gekennzeichnet. Die vermutlich ausgeführte tragende Konstruktion haben wir in blau gekennzeichnet.
Die in den Bestandszeichnungen dargestellte Gebäudesituation entspricht nahezu 100%ig den Ar- chitektenzeichnungen aus dem Jahr der Errichtung.
Für eine abschließende Bewertung ist die Einsichtnahme in die Schal- und Bewehrungspläne erfor- derlich.