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Anlage 5 - Projektbeschreibung - II.pdf

Planungsleistungen für Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär-, Elektro- und Badewassertechnik eines Kombibads

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 02.10.2026, 13:49 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.dtvp.de

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Verbandsgemeinde Saarburg-Kell

Ersatzneubau Kombibad Saarburg

Vergabe von Planungs- und Bauüberwachungsleistungen

Leistungsbeschreibung

Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell plant in Saarburg am bestehenden Standort des Hallen-

und Freibades einen Ersatzneubau des Hallenbades sowie eine umfassende Modernisierung

und Zentralisierung der technischen Anlagen und Nebenräume. Darüber hinaus sind im

Bereich des Freibads teilweise Erneuerungen und Umgestaltungen der Beckenanlagen

vorgesehen.

Das Hallenbad Saarburg stellt das einzige, öffentlich zugängliche Angebot eines Hallenbades

in der gesamten Verbandsgemeinde Saarburg-Kell dar (Kerneinzugsgebiet umfasst rund

35.000 Einwohner). Innerhalb von 30 min erreichen 270.000 Einwohner den Standort.

Ziel ist die Schaffung eines wirtschaftlich, betrieblich und funktional optimierten Kombibades.

Die neue Badeanlage soll allen Bevölkerungsgruppen unabhängig von Alter, körperlicher

Konstitution oder Einschränkungen offenstehen und eine inklusive Nutzung für alle

Bevölkerungsschichten ermöglichen. Barrierefreiheit wird dabei baulich, funktional und

organisatorisch konsequent umgesetzt. Neben der privaten und touristischen Nutzung besteht

ein hoher Bedarf durch Schulen, Vereine und Rettungsorganisationen. Rund 13.300

Schülerinnen und Schüler nutzen das Bad, ergänzt durch Vereins-, Reha- und

Kursschwimmen. Der erforderliche Rückbau des alten Hallenbades schafft die Voraussetzung

für diese Entwicklung.

Im Rahmen der Planung und Ausführung sind insbesondere die nachfolgenden

Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:

Grundriss und Struktur

Vom Vorplatz aus erhalten Besucher*innen bereits erste Einblicke in die Badehalle. Das Foyer

bildet das Herzstück des Gebäudes und dient als zentraler Erschließungsraum. Über den

Kassenbereich gelangt man in die öffentlichen Umkleiden, während Schulklassen und Vereine

über separate Zugänge direkt in die Sammelumkleiden geführt werden. Der Baukörper gliedert

sich in zwei funktional klar getrennte Zonen. Der nördliche Funktionsriegel nimmt Umkleiden,

Sanitärbereiche, Personalräume und Technik auf. Südlich davon liegen die Badehallen, die

sich mit weiten Glasflächen zur Landschaft und zum Freibad öffnen. Im Obergeschoss

befinden sich die Personalräume mit Umkleiden, Büro- und Besprechungsräumen. Die

Verwaltung verfügt über großzügige Blickbeziehungen sowohl in die Badehalle als auch zum

Vorplatz und in den Freibadbereich. Dadurch wird eine optimale Übersicht und kurze interne

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Kommunikation gewährleistet. Die Gastronomie liegt zentral im Übergang zwischen Foyer,

Badehalle und Freibad. Sie versorgt alle Bereiche gleichermaßen, ohne dass sich die

Besucherströme kreuzen. So können sowohl Badegäste als auch Freibadbesucher*innen und

externe Gäste das gastronomische Angebot nutzen. Die Freibadumkleiden befinden sich im

südlichen Pavillon zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Dieser Bereich bildet

den funktionalen Übergang zwischen Hallen- und Freibad und stärkt die räumliche Verbindung

der beiden Nutzungen. Der lineare Aufbau gewährleistet kurze Wege und klare

Orientierungen. Die Erschließung ist übersichtlich organisiert; Blickbeziehungen zwischen

Foyer, Bad und Außenraum schaffen Transparenz und Offenheit. Im westlichen Bereich liegt

die Anlieferung mit direkter Anbindung an die Technikräume. Im Süden öffnet sich die

Badehalle zu den Freibadflächen mit Terrasse, Liegewiese und Spielzone. Die

Fahrradstellplätze sind entlang der Nordfassade angeordnet und überdacht.

Tragwerk und Konstruktion

Der Neubau basiert auf einem massiven Stahlbetonsockel, der teilweise unterkellert ist und

die technischen Bereiche aufnimmt. Auf diesem Sockel stehen die raumbildenden Tragwerke

der Badehalle, die als Holzrippendeckenkonstruktion ausgeführt sind und auf schlanken

Holzstützen ruhen. Ein aussteifender Stahlbetonriegel entlang der Nordseite nimmt die

sanitären und technischen Anlagen auf und sorgt für die strukturelle Stabilität des Bauwerks.

Diese Kombination aus Beton und Holz gewährleistet eine hohe Dauerhaftigkeit, eine effiziente

Bauweise und eine warme, natürliche Raumwirkung. Die gewählte Holzbauweise fördert eine

nachhaltige und ressourcenschonende Konstruktion. Gleichzeitig erlaubt sie eine präzise und

filigrane architektonische Ausformulierung der Halle, deren pavillonartige Anmutung dem

landschaftlichen Standort entspricht.

Architektur und Gestaltung

Die Innenraumgestaltung wird maßgeblich durch das Zusammenspiel von Holz und Beton

geprägt. Die sichtbare Holzkonstruktion erzeugt eine warme, natürliche Atmosphäre, während

der Betonsockel Robustheit und konstruktive Klarheit vermittelt. Die räumliche Tiefe der

Tragstruktur schafft integrierte Sitz- und Aufenthaltszonen. Die Holzrippen und Lamellen

übernehmen zugleich akustische Funktionen und tragen zu einer angenehmen Raumakustik

bei. Die Fassade folgt der klaren Rasterstruktur des Tragwerks. Großflächige Verglasungen

öffnen die Badehalle nach Süden, während geschlossene Fassadenelemente aus

Holzlamellen den nördlichen Funktionsriegel rhythmisieren. Die Dachflächen sind mit

Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ausgestattet und leisten einen wesentlichen Beitrag

zur Energieautarkie des Gebäudes. Textile Verschattungen sorgen für den notwendigen

Blend- und Wärmeschutz. Durch die präzise städtebauliche Positionierung und die klare

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Kubatur bleibt das Freizeitbad in seiner Entwicklung flexibel und kann sich zukünftigen

Nutzungsanforderungen anpassen.

Wärmeversorgung

Die Versorgung mit Wärme erfolgt vorzugsweise über einen Fernwärmeanschluss. Sollte

diese Option nicht verfügbar sein, wird die Wärmeenergie über eine Wärmepumpenanlage mit

Grundwassernutzung bereitgestellt. Ergänzend ist eine Solarthermieanlage auf den

Dachflächen vorgesehen. Die Trennung von Hochtemperatur- (HT) und

Niedertemperaturverbrauchern (NT) ermöglicht einen energieeffizienten Betrieb. Sämtliche

Anlagenteile werden so ausgelegt, dass Vorlauftemperaturen von maximal 50 °C ausreichend

sind (NT-Bereich). Lediglich die Trinkwassererwärmung erfordert heizkreisseitige

Temperaturen von mindestens 70 °C, die durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe

bereitgestellt werden. Diese nutzt die Abwärme aus dem Filterspülabwasser, ergänzt durch

Solarthermie. Für beide Temperaturniveaus werden getrennte Pufferspeicher vorgesehen. Die

Trinkwassererwärmung erfolgt im Durchflussprinzip aus dem Hochtemperaturspeicher.

Lüftungstechnik

Die Lüftungsanlagen werden gemäß VDI 2089 geplant. Luft aus wenig belasteten Bereichen

wird mehrfach genutzt, indem sie als Zuluft für stärker belastete Zonen dient (z. B. Umkleiden

  • Duschen - Toiletten). Alle übrigen Bereiche werden über zentrale Lüftungsanlagen mit

rekuperativer Wärmerückgewinnung (WRG ≥ 85 %) be- und entlüftet. Aufenthaltsräume

können bei Bedarf passiv über die Grundwasserquelle gekühlt werden. Eine aktive Kühlung

ist nicht vorgesehen, außer punktuell für die Badehallenaufsicht (Splitanlage).

Sanitärtechnik

Die Trinkwasserversorgung erfolgt über den Stadtwasseranschluss. Kaltwasserleitungen

werden vollständig gedämmt und getrennt von Warm- und Zirkulationsleitungen verlegt, um

ungewollte Erwärmung zu vermeiden. Die Trinkwassererwärmung erfolgt über eine

kaskadierte Frischwasserstation im Durchflussprinzip. Regenwasser wird in einer Zisterne

gesammelt und für die Bewässerung der Grünflächen verwendet; eine Nutzung als

Spülwasser wird, geprüft. Alle Entwässerungsanschlüsse im UG werden gegen Rückstau

gesichert.

Badewasseraufbereitung

Die Aufbereitungsanlage wird mit offenen Unterdruckfiltern ausgeführt, die platzsparend und

wartungsfreundlich angeordnet sind. Neben einem Schwallwasserspeicher werden Behälter

für Spül- und Schlammwasser vorgesehen. Das Spülabwasser wird nach DIN 19645

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aufbereitet, sodass es wahlweise in den Kreislauf zurückgeführt oder für die

Grünflächenbewässerung genutzt werden kann. Die Wasserkreisläufe der Becken werden

getrennt voneinander geführt, sodass Hygieneparameter und Temperaturen individuell

regelbar sind. Die kompakte Anordnung der technischen Anlagen gewährleistet kurze

Leitungswege und damit einen energieeffizienten Betrieb.

Stromversorgung

Für das Freizeitbad wird eine neue Trafostation vorgesehen. Eine Photovoltaikanlage mit

Speicher sorgt für die Eigenstromversorgung. Der Speicher ist so dimensioniert, dass der

nächtliche Ruhebetrieb über gespeicherten Solarstrom abgedeckt werden kann. Ein

Lastmanagementsystem steuert die Verbraucher zur Netzoptimierung und berücksichtigt

flexible Tarife. Die Beleuchtung wird tageslicht- und präsenzabhängig geregelt, um

Energieverbrauch und Betriebskosten zu minimieren.

Allgemein

Modellbasierte erweiterte 3D-Planung (leistungsphasenübergreifende Leistung)

Die Anforderungen konkretisieren die vom Auftraggeber erwartete modellbasierte

Zusammenarbeit der Planungspartner. Ziel ist eine für alle Bieter einheitliche und

vergleichbare Grundlage hinsichtlich Fachmodellkoordination, Kollisionsprüfung,

digitaler Abstimmung und modellbasierter Planableitung. Die Anforderungen sind

daher als Bestandteil des ausgeschriebenen Leistungsumfangs zu verstehen.

Im Planungsprozess werden für folgende Anwendungsfälle Fachmodelle in

regelmäßigen Abständen ausgetauscht:

  • Verwenden von Fachmodellen während der Besprechungen

  • Objektorientierte Planung; Erzeugen konsistenter Modelle einschließlich eigener

Qualitätsprüfung

  • Qualitätsprüfung in Form digitaler Koordinationssitzungen (während der Entwurfs-

und Ausführungsplanung zusätzliche Sitzungstermine ca. alle 4–6 Wochen)

  • Darstellen von Freihaltezonen (z. B. Installations- und

Durchführungsvorhaltebereiche, Wartungsflächen, statisch relevante Tabuzonen

und sonstige Platzhalter)

  • Darstellen, Koordinieren und Prüfen auf Kollisionen von Aussparungen, Nischen,

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Durchbrüchen und Schlitzen

  • Erzeugen modellbasierter, konsistenter Planableitungen (2D-Pläne, Listen,

Auswertungen) für die Vorentwurfs-, Entwurfs-, Genehmigungs- und

Ausführungsplanung

Verantwortlich für die folgenden Fachmodelle ist der Auftragnehmer:

  • Fachmodelle HLS-E und Badewassertechnik

  • Freihaltezonen (ggf. je Fachmodell separat)

  • Schlitz-Durchbruch-Modell (ggf. je Fachmodell separat)

  • Beleuchtungsmodell

  • Förderanlagen

Die Bauherrenbesprechungen finden zweiwöchentlich statt und alternieren zwischen

Präsenz-Besprechung im Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde Saarburg-

Kell, Schlossberg 6 in Saarburg und virtueller Besprechung.

Gleiches gilt für die Planungsbesprechungen, wobei die Präsenz-Besprechungen in

den Räumlichkeiten des beauftragten Architekturbüros in Freiburg im Breisgau

stattfinden.

Die voraussichtlichen Baukosten für das Objekt I (Hallenbad/Gebäude) ergeben sich

wie folgt:

KGnettonetto
200Herrichten und Erschließen70.000,00 €
300Bauwerk - Baukonstruktion13.305.000,00 €
400Bauwerk – Technische Anlagen8.395.000,00 €
4101.104.782 €
4201.230.707 €
4301.465.767 €
4401.508.582 €

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450399.602 €
46055.407 €
4702.297.712 €
480332.442 €
500Außenanlagen und Freiflächen2.205.000,00 €
600300.000,00 €

Die voraussichtlichen Baukosten für das Objekt II (Außenbecken) ergeben sich wie

folgt:

KGnettonetto
400Bauwerk – Technische Anlagen1.850.000,00 €
410299.392 €
420327.142 €
440388.192 €
450143.992 €
470562.092 €
480129.192 €
500Außenanlagen und Freiflächen1.635.000,00 €
60050.000,00 €

Gegenstand des Vergabeverfahrens ist die Erbringung der dafür erforderlichen Planungs- und

Bauüberwachungsleistungen.

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Eine stufenweise Beauftragung ist vorgesehen. Auf eine über die Leistungsstufe 1

hinausgehende Beauftragung besteht kein Rechtsanspruch.

Die Planungsleistungen werden losweise vergeben.

Los 1 – Planungsleistungen der Technischen Ausrüstung (HLS, Elektro sowie

Schwimmbad-/Badewassertechnik) in Anlehnung an § 55 HOAI i.V.m. Anlage 15

HOAI, Leistungsphasen 1–9

Los 2 – – Leistungen der Tragwerksplanung in Anlehnung an § 51 HOAI i.V.m.

Anlage 14 HOAI, Leistungsphasen 1–6

Leistungszeit:

Fertigstellung der Genehmigungsplanung: 6 bis 8 Monate nach der Auftragserteilung.

Das Vorhaben wird aus öffentlichen Mitteln gefördert. Die Einhaltung der

Fördervoraussetzungen ist zu jeder Zeit zu gewährleisten.

Bezüglich der Beschreibung der Leistung orientiert sich die Auftraggeberin an dem

Leistungsumfang HKLS und Tragwerksplanung für das jeweilige Leistungsbild. Näheres regelt

der Vertrag.

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