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Verbandsgemeinde Saarburg-Kell
Ersatzneubau Kombibad Saarburg
Vergabe von Planungs- und Bauüberwachungsleistungen
Leistungsbeschreibung
Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell plant in Saarburg am bestehenden Standort des Hallen-
und Freibades einen Ersatzneubau des Hallenbades sowie eine umfassende Modernisierung
und Zentralisierung der technischen Anlagen und Nebenräume. Darüber hinaus sind im
Bereich des Freibads teilweise Erneuerungen und Umgestaltungen der Beckenanlagen
vorgesehen.
Das Hallenbad Saarburg stellt das einzige, öffentlich zugängliche Angebot eines Hallenbades
in der gesamten Verbandsgemeinde Saarburg-Kell dar (Kerneinzugsgebiet umfasst rund
35.000 Einwohner). Innerhalb von 30 min erreichen 270.000 Einwohner den Standort.
Ziel ist die Schaffung eines wirtschaftlich, betrieblich und funktional optimierten Kombibades.
Die neue Badeanlage soll allen Bevölkerungsgruppen unabhängig von Alter, körperlicher
Konstitution oder Einschränkungen offenstehen und eine inklusive Nutzung für alle
Bevölkerungsschichten ermöglichen. Barrierefreiheit wird dabei baulich, funktional und
organisatorisch konsequent umgesetzt. Neben der privaten und touristischen Nutzung besteht
ein hoher Bedarf durch Schulen, Vereine und Rettungsorganisationen. Rund 13.300
Schülerinnen und Schüler nutzen das Bad, ergänzt durch Vereins-, Reha- und
Kursschwimmen. Der erforderliche Rückbau des alten Hallenbades schafft die Voraussetzung
für diese Entwicklung.
Im Rahmen der Planung und Ausführung sind insbesondere die nachfolgenden
Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:
Grundriss und Struktur
Vom Vorplatz aus erhalten Besucher*innen bereits erste Einblicke in die Badehalle. Das Foyer
bildet das Herzstück des Gebäudes und dient als zentraler Erschließungsraum. Über den
Kassenbereich gelangt man in die öffentlichen Umkleiden, während Schulklassen und Vereine
über separate Zugänge direkt in die Sammelumkleiden geführt werden. Der Baukörper gliedert
sich in zwei funktional klar getrennte Zonen. Der nördliche Funktionsriegel nimmt Umkleiden,
Sanitärbereiche, Personalräume und Technik auf. Südlich davon liegen die Badehallen, die
sich mit weiten Glasflächen zur Landschaft und zum Freibad öffnen. Im Obergeschoss
befinden sich die Personalräume mit Umkleiden, Büro- und Besprechungsräumen. Die
Verwaltung verfügt über großzügige Blickbeziehungen sowohl in die Badehalle als auch zum
Vorplatz und in den Freibadbereich. Dadurch wird eine optimale Übersicht und kurze interne
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Kommunikation gewährleistet. Die Gastronomie liegt zentral im Übergang zwischen Foyer,
Badehalle und Freibad. Sie versorgt alle Bereiche gleichermaßen, ohne dass sich die
Besucherströme kreuzen. So können sowohl Badegäste als auch Freibadbesucher*innen und
externe Gäste das gastronomische Angebot nutzen. Die Freibadumkleiden befinden sich im
südlichen Pavillon zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Dieser Bereich bildet
den funktionalen Übergang zwischen Hallen- und Freibad und stärkt die räumliche Verbindung
der beiden Nutzungen. Der lineare Aufbau gewährleistet kurze Wege und klare
Orientierungen. Die Erschließung ist übersichtlich organisiert; Blickbeziehungen zwischen
Foyer, Bad und Außenraum schaffen Transparenz und Offenheit. Im westlichen Bereich liegt
die Anlieferung mit direkter Anbindung an die Technikräume. Im Süden öffnet sich die
Badehalle zu den Freibadflächen mit Terrasse, Liegewiese und Spielzone. Die
Fahrradstellplätze sind entlang der Nordfassade angeordnet und überdacht.
Tragwerk und Konstruktion
Der Neubau basiert auf einem massiven Stahlbetonsockel, der teilweise unterkellert ist und
die technischen Bereiche aufnimmt. Auf diesem Sockel stehen die raumbildenden Tragwerke
der Badehalle, die als Holzrippendeckenkonstruktion ausgeführt sind und auf schlanken
Holzstützen ruhen. Ein aussteifender Stahlbetonriegel entlang der Nordseite nimmt die
sanitären und technischen Anlagen auf und sorgt für die strukturelle Stabilität des Bauwerks.
Diese Kombination aus Beton und Holz gewährleistet eine hohe Dauerhaftigkeit, eine effiziente
Bauweise und eine warme, natürliche Raumwirkung. Die gewählte Holzbauweise fördert eine
nachhaltige und ressourcenschonende Konstruktion. Gleichzeitig erlaubt sie eine präzise und
filigrane architektonische Ausformulierung der Halle, deren pavillonartige Anmutung dem
landschaftlichen Standort entspricht.
Architektur und Gestaltung
Die Innenraumgestaltung wird maßgeblich durch das Zusammenspiel von Holz und Beton
geprägt. Die sichtbare Holzkonstruktion erzeugt eine warme, natürliche Atmosphäre, während
der Betonsockel Robustheit und konstruktive Klarheit vermittelt. Die räumliche Tiefe der
Tragstruktur schafft integrierte Sitz- und Aufenthaltszonen. Die Holzrippen und Lamellen
übernehmen zugleich akustische Funktionen und tragen zu einer angenehmen Raumakustik
bei. Die Fassade folgt der klaren Rasterstruktur des Tragwerks. Großflächige Verglasungen
öffnen die Badehalle nach Süden, während geschlossene Fassadenelemente aus
Holzlamellen den nördlichen Funktionsriegel rhythmisieren. Die Dachflächen sind mit
Photovoltaik- und Solarthermieanlagen ausgestattet und leisten einen wesentlichen Beitrag
zur Energieautarkie des Gebäudes. Textile Verschattungen sorgen für den notwendigen
Blend- und Wärmeschutz. Durch die präzise städtebauliche Positionierung und die klare
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Kubatur bleibt das Freizeitbad in seiner Entwicklung flexibel und kann sich zukünftigen
Nutzungsanforderungen anpassen.
Wärmeversorgung
Die Versorgung mit Wärme erfolgt vorzugsweise über einen Fernwärmeanschluss. Sollte
diese Option nicht verfügbar sein, wird die Wärmeenergie über eine Wärmepumpenanlage mit
Grundwassernutzung bereitgestellt. Ergänzend ist eine Solarthermieanlage auf den
Dachflächen vorgesehen. Die Trennung von Hochtemperatur- (HT) und
Niedertemperaturverbrauchern (NT) ermöglicht einen energieeffizienten Betrieb. Sämtliche
Anlagenteile werden so ausgelegt, dass Vorlauftemperaturen von maximal 50 °C ausreichend
sind (NT-Bereich). Lediglich die Trinkwassererwärmung erfordert heizkreisseitige
Temperaturen von mindestens 70 °C, die durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe
bereitgestellt werden. Diese nutzt die Abwärme aus dem Filterspülabwasser, ergänzt durch
Solarthermie. Für beide Temperaturniveaus werden getrennte Pufferspeicher vorgesehen. Die
Trinkwassererwärmung erfolgt im Durchflussprinzip aus dem Hochtemperaturspeicher.
Lüftungstechnik
Die Lüftungsanlagen werden gemäß VDI 2089 geplant. Luft aus wenig belasteten Bereichen
wird mehrfach genutzt, indem sie als Zuluft für stärker belastete Zonen dient (z. B. Umkleiden
- Duschen - Toiletten). Alle übrigen Bereiche werden über zentrale Lüftungsanlagen mit
rekuperativer Wärmerückgewinnung (WRG ≥ 85 %) be- und entlüftet. Aufenthaltsräume
können bei Bedarf passiv über die Grundwasserquelle gekühlt werden. Eine aktive Kühlung
ist nicht vorgesehen, außer punktuell für die Badehallenaufsicht (Splitanlage).
Sanitärtechnik
Die Trinkwasserversorgung erfolgt über den Stadtwasseranschluss. Kaltwasserleitungen
werden vollständig gedämmt und getrennt von Warm- und Zirkulationsleitungen verlegt, um
ungewollte Erwärmung zu vermeiden. Die Trinkwassererwärmung erfolgt über eine
kaskadierte Frischwasserstation im Durchflussprinzip. Regenwasser wird in einer Zisterne
gesammelt und für die Bewässerung der Grünflächen verwendet; eine Nutzung als
Spülwasser wird, geprüft. Alle Entwässerungsanschlüsse im UG werden gegen Rückstau
gesichert.
Badewasseraufbereitung
Die Aufbereitungsanlage wird mit offenen Unterdruckfiltern ausgeführt, die platzsparend und
wartungsfreundlich angeordnet sind. Neben einem Schwallwasserspeicher werden Behälter
für Spül- und Schlammwasser vorgesehen. Das Spülabwasser wird nach DIN 19645
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aufbereitet, sodass es wahlweise in den Kreislauf zurückgeführt oder für die
Grünflächenbewässerung genutzt werden kann. Die Wasserkreisläufe der Becken werden
getrennt voneinander geführt, sodass Hygieneparameter und Temperaturen individuell
regelbar sind. Die kompakte Anordnung der technischen Anlagen gewährleistet kurze
Leitungswege und damit einen energieeffizienten Betrieb.
Stromversorgung
Für das Freizeitbad wird eine neue Trafostation vorgesehen. Eine Photovoltaikanlage mit
Speicher sorgt für die Eigenstromversorgung. Der Speicher ist so dimensioniert, dass der
nächtliche Ruhebetrieb über gespeicherten Solarstrom abgedeckt werden kann. Ein
Lastmanagementsystem steuert die Verbraucher zur Netzoptimierung und berücksichtigt
flexible Tarife. Die Beleuchtung wird tageslicht- und präsenzabhängig geregelt, um
Energieverbrauch und Betriebskosten zu minimieren.
Allgemein
Modellbasierte erweiterte 3D-Planung (leistungsphasenübergreifende Leistung)
Die Anforderungen konkretisieren die vom Auftraggeber erwartete modellbasierte
Zusammenarbeit der Planungspartner. Ziel ist eine für alle Bieter einheitliche und
vergleichbare Grundlage hinsichtlich Fachmodellkoordination, Kollisionsprüfung,
digitaler Abstimmung und modellbasierter Planableitung. Die Anforderungen sind
daher als Bestandteil des ausgeschriebenen Leistungsumfangs zu verstehen.
Im Planungsprozess werden für folgende Anwendungsfälle Fachmodelle in
regelmäßigen Abständen ausgetauscht:
-
Verwenden von Fachmodellen während der Besprechungen
-
Objektorientierte Planung; Erzeugen konsistenter Modelle einschließlich eigener
Qualitätsprüfung
- Qualitätsprüfung in Form digitaler Koordinationssitzungen (während der Entwurfs-
und Ausführungsplanung zusätzliche Sitzungstermine ca. alle 4–6 Wochen)
- Darstellen von Freihaltezonen (z. B. Installations- und
Durchführungsvorhaltebereiche, Wartungsflächen, statisch relevante Tabuzonen
und sonstige Platzhalter)
- Darstellen, Koordinieren und Prüfen auf Kollisionen von Aussparungen, Nischen,
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Durchbrüchen und Schlitzen
- Erzeugen modellbasierter, konsistenter Planableitungen (2D-Pläne, Listen,
Auswertungen) für die Vorentwurfs-, Entwurfs-, Genehmigungs- und
Ausführungsplanung
Verantwortlich für die folgenden Fachmodelle ist der Auftragnehmer:
-
Fachmodelle HLS-E und Badewassertechnik
-
Freihaltezonen (ggf. je Fachmodell separat)
-
Schlitz-Durchbruch-Modell (ggf. je Fachmodell separat)
-
Beleuchtungsmodell
-
Förderanlagen
Die Bauherrenbesprechungen finden zweiwöchentlich statt und alternieren zwischen
Präsenz-Besprechung im Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde Saarburg-
Kell, Schlossberg 6 in Saarburg und virtueller Besprechung.
Gleiches gilt für die Planungsbesprechungen, wobei die Präsenz-Besprechungen in
den Räumlichkeiten des beauftragten Architekturbüros in Freiburg im Breisgau
stattfinden.
Die voraussichtlichen Baukosten für das Objekt I (Hallenbad/Gebäude) ergeben sich
wie folgt:
| KG | netto | netto | ||
|---|---|---|---|---|
| 200 | Herrichten und Erschließen | 70.000,00 € | ||
| 300 | Bauwerk - Baukonstruktion | 13.305.000,00 € | ||
| 400 | Bauwerk – Technische Anlagen | 8.395.000,00 € | ||
| 410 | 1.104.782 € | |||
| 420 | 1.230.707 € | |||
| 430 | 1.465.767 € | |||
| 440 | 1.508.582 € |
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| 450 | 399.602 € | |||
|---|---|---|---|---|
| 460 | 55.407 € | |||
| 470 | 2.297.712 € | |||
| 480 | 332.442 € | |||
| 500 | Außenanlagen und Freiflächen | 2.205.000,00 € | ||
| 600 | 300.000,00 € |
Die voraussichtlichen Baukosten für das Objekt II (Außenbecken) ergeben sich wie
folgt:
| KG | netto | netto | ||
|---|---|---|---|---|
| 400 | Bauwerk – Technische Anlagen | 1.850.000,00 € | ||
| 410 | 299.392 € | |||
| 420 | 327.142 € | |||
| 440 | 388.192 € | |||
| 450 | 143.992 € | |||
| 470 | 562.092 € | |||
| 480 | 129.192 € | |||
| 500 | Außenanlagen und Freiflächen | 1.635.000,00 € | ||
| 600 | 50.000,00 € |
Gegenstand des Vergabeverfahrens ist die Erbringung der dafür erforderlichen Planungs- und
Bauüberwachungsleistungen.
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Eine stufenweise Beauftragung ist vorgesehen. Auf eine über die Leistungsstufe 1
hinausgehende Beauftragung besteht kein Rechtsanspruch.
Die Planungsleistungen werden losweise vergeben.
Los 1 – Planungsleistungen der Technischen Ausrüstung (HLS, Elektro sowie
Schwimmbad-/Badewassertechnik) in Anlehnung an § 55 HOAI i.V.m. Anlage 15
HOAI, Leistungsphasen 1–9
Los 2 – – Leistungen der Tragwerksplanung in Anlehnung an § 51 HOAI i.V.m.
Anlage 14 HOAI, Leistungsphasen 1–6
Leistungszeit:
Fertigstellung der Genehmigungsplanung: 6 bis 8 Monate nach der Auftragserteilung.
Das Vorhaben wird aus öffentlichen Mitteln gefördert. Die Einhaltung der
Fördervoraussetzungen ist zu jeder Zeit zu gewährleisten.
Bezüglich der Beschreibung der Leistung orientiert sich die Auftraggeberin an dem
Leistungsumfang HKLS und Tragwerksplanung für das jeweilige Leistungsbild. Näheres regelt
der Vertrag.