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Planungsstandard_Gruene_Infrastruktur_260402.pdf

Planungsleistungen für Elektro- und Gebäudeautomation einer Wohnanlage mit vier Mehrfamilienhäusern

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 12.10.2026, 09:08 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.dtvp.de

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Planungsstandard der Wohnungsbaugesellschaft

Ingelheim am Rhein GmbH zur ökologischen und

klimaangepassten Ausgestaltung

„Grüner Infrastruktur“

Der Planungsstandard soll den unterschiedlichsten Akteuren der Freiraum- und Grüngestaltung im Rahmen der Objektplanung der Wohnungsbaugesellschaft Ingelheim am Rhein GmbH (WBI) als unterstützende Planungshilfe in den Leistungsphasen 1-4 dienen

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Wohnungsbaugesellschaft Ingelheim am Rhein GmbH Franz Göbel, Geschäftsführer Nachhaltige Entwicklung Dr. Desirée Palmes & Ron Haberhauer Binger Straße 51, 55218 Ingelheim am Rhein Tel: +49 6132 / 44193-0 E-Mail: nachhaltigkeit@wbi.de www.wbi.de

Datenbank Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

https://pdf.wbi.de/nachhaltigkeitsbericht/2024/

Der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Wohnungsbaugesellschaft Ingelheim am Rhein GmbH liegen neben den Richtlinien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen zugrunde.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Anlass und Zielsetzung des Standards .......................................................... 1
  2. Planungshilfe zur fachgerechten Begrünung ................................................ 4
  3. Planungsstandard – „Grüne Infrastruktur“ ................................................... 6 Standard-Elemente in den Quartieren ..................................................................... 6 3.1. Bodengebundene Fassadenbegrünung ........................................................... 6 3.2 Abfall-Einhausungen .................................................................................... 11 3.3 Mobilstationen ............................................................................................. 12 3.4 Gehölzstrukturen als Sichtschutz .................................................................. 18 Handlungsfeld: Gebäude und Versorgungseinrichtungen ......................................... 23 3.5 Extensive Dachbegrünung ............................................................................. 23 3.6 Tiefgaragen .................................................................................................. 25 3.7 Versorgungseinrichtungen / Technikgebäude ................................................ 26 3.8 UQbergänge zwischen Wohneinheiten ............................................................. 27 Handlungsfeld: GrünTlächenmanagement ............................................................... 28 3.9 Extensives GrünTlächenmanagement ............................................................. 28 3.10 Staudenbeete ............................................................................................. 30 3.11 Mietergärten mit Balkon- und Terrassenstrukturen sowie Innenhöfe ............ 32 Handlungsfeld: Flächen zur sozialen Interaktion ..................................................... 33 3.12 ErholungsTlächen ....................................................................................... 33 Handlungsfeld: StellTlächen, Wegeführung & Versickerung ...................................... 35 3.13 StellTlächen ................................................................................................ 35 3.14 Wegeführung ............................................................................................. 37 3.15 Versickerungsmulden / Rigolen .................................................................. 39 Quellenverzeichnis ................................................................................................... 41

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1) Anlass und Zielsetzung des Standards

Trockenheit, Hitzeperioden und unvermittelte Starkregenereignisse nehmen beständig zu. Urbane Räume sind durch die Besonderheiten des Stadtklimas, insbesondere dem bekannten städtischen Wärmeinseleffekt, auf Maßnahmen zur Klimaanpassung angewiesen, um heute und in der Zukunft eine hohe Lebensqualität zu sichern. Verschiedene Grünstrukturen im wohnungsnahen Umfeld sind dabei ein zentraler Baustein als naturbasierte Lösungen, um multifunktionale Freiräume mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Dienstleistungen zu schaffen.

Die Begrünung neuer Wohnquartiere ist eine seit langem übliche und auch vom Gesetz geforderte Maßnahme. Klimaangepasste Begrünung berücksichtigt darüber hinaus das CO -Bindungspotential der PTlanzen und deren Resilienz gegenüber den klimawandel- 2 bedingten Folgen, insbesondere abnehmender Niederschläge im Sommer und zunehmenden extremen Hitzeperioden. Auch die positiven Auswirkungen von Grünstrukturen auf die Biodiversität sind dabei zu beachten. Flächen sollten also nicht „irgendwie“ begrünt werden, sondern so, dass die positiven Auswirkungen auf die genannten Schutzgüter möglichst umfassend zum Tragen kommen.

Die Wohnungsbaugesellschaft Ingelheim am Rhein hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie dazu verpTlichtet einen Beitrag zu verschiedenen Nachhaltigkeitszielen zu leisten. Die Konzeption von „nachhaltigem Wohnen“ beinhaltet dabei eine Vielzahl von Maßnahmen in der Freiraum- und Grüngestaltung, die zur Klimaanpassung, Förderung der Artenvielfalt und Steigerung der Aufenthaltsqualität beitragen sollen. Dazu ist eine frühzeitige Berücksichtigung von „Grüner Infrastruktur“ in der Planungsphase eine zentrale Voraussetzung, um ökologische und wirtschaftliche Aspekte optimal auszugestalten.

Der Planungsstandard dient als Hilfestellung für derartige Zielsetzungen und enthält zudem zahlreiche konkrete PTlanzkonzepte, die für die eigene Gestaltung im Rahmen der Planungen als Anregung genutzt werden können. Bei der Realisierung eines „Extensiven GrünTlächenmanagements“ lassen sich bspw. durch die Planung von größeren, zusammenhängenden Flächen die PTlegekosten optimieren und gleichzeitig eine höhere ökologische Wertigkeit realisieren, woraus eine langfristig lohnende Investition resultiert. Aspekte wie diese sollen Beachtung Tinden.

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Mit der Entwicklung des vorliegenden Planungsstandards für verschiedene Grünstrukturen in der Wohnungsbauwirtschaft wurde bei der WBI ein Grundstein zur Implementierung ökologisch ausgestalteter Begrünungsmaßnahmen gelegt.

Die hierbei typischen Strukturen des Wohnungsbaus wurden in Form von Steckbriefen, zwecks einer ökologisch optimierten Ausgestaltung mit Blick auf die Planung, Umsetzung und PTlege, aufgearbeitet.

Dadurch wird eine Zielvorstellung geschaffen, welche Klimaanpassung, Stärkung der Biodiversität sowie die Nutzung weiterer OQkosystemdienstleistungen im Rahmen von Neubauprojekten und AQnderungsvorhaben im Bestand der WBI adressieren.

Einen UQberblick dieser ganzheitlichen Zielvorstellung bildet das folgende Modell in Abbildung 1, welches verschiedene Kategorien mit Potenzial zur Begrünung und ökologischen Aufwertung im Wohnungsbau darstellt:

Die Aspekte sind je nach Art, Stil und Ausgestaltung des Quartiers in den Planungen auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten hin zu prüfen und entsprechend auszugestalten.

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Modell – Begrünungsstrukturen und ökologische Aufwertung im Wohnungsbau

Abbildung 1: 3D-Modell zur Visualisierung der insgesamt 15 identifizierten Strukturen mit Potenzial zur Begrünung und ökologischen Aufwertung im Wohnungsbau

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2) Planungshilfe zur fachgerechten Begrünung

Mit Blick auf die Planung und Umsetzung stellt der an der Technischen Hochschule Bingen entwickelte durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Begrünungskompass ein Instrument zur fachgerechten und rechtssicheren Umsetzung von Begrünungsstrukturen dar, welcher als Hilfestellung in der Planung fungiert.1

Der Kompass umfasst insgesamt 36 Konzepte verschiedener Grünstrukturen, die unter der Internetpräsenz https://begruenungskompass.de/gesamtuebersicht abruTbar sind. Der Kompass enthält darüber hinaus auch vereinzelt beispielhafte Modelle, deren integraler Planungsansatz eine Vielzahl an positiven Auswirkungen auf die unterschiedlichen Herausforderungen des Klimawandels haben kann. Dabei wird anhand von Abbildung 2 deutlich, wie vielfältig die Gestaltung basierend auf den unterschiedlichen Konzepten ausdifferenziert werden kann:

Abbildung 2: Modell einer ökologisch aufgewerteten Parkplatzflächengestaltung mit Verweis aufpassende Konzepte aus dem Begrünungskompass als Optionen zur Umsetzung (Quelle: https://begruenungskompass.de/wp-content/uploads/2024/04/Rechtsleitfaden_Broschuere_druck.pdf , erstellt von Laura Clemens im Rahmen der Projektdurchführung)

Die im Begrünungskompass enthaltenen PTlanzkonzepte und Artenlisten umfassen eine Vielzahl an Standortbedingungen und Strukturen, auf deren Basis eine angepasste und ökologisch wertvolle BepTlanzung individuell ausgestaltet werden kann.

1 Der Kompass diente im Rahmen der Preisverleihung des Deutschen Umweltpreises 2024 als ein auserwähltes best-practice Beispiel in Rheinland-Pfalz. https://www.youtube.com/watch?v=LHz8DOCb4BU

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Hinzu kommen jeweils eine Betrachtung der Umweltwirkungen auf die verschiedenen Schutzgüter als Vorher-Nachher-Vergleich sowie eine Darstellung der Herstellungs- und PTlegekosten über einen Zeitraum von fünf Jahren anhand von Referenz- und Erfahrungswerten kommunaler Liegenschaften. Die einzelnen Konzepte sollen mit ihren Inhalten als Planungshilfe dienen und sind individuell an die Gegebenheiten der einzelnen Objektplanungen anpassbar, wodurch auch weitergehenden Planungen nicht beeinträchtigt werden. Entsprechende Verweise zu passenden Konzepten des Begrünungskompasses sind in den nachfolgenden Steckbriefen zu den einzelnen Strukturkategorien zu Tinden.

Konzept 1 – AbstandsflächenKonzept 19 – Begrünung einer Mobilstation
Konzept 2 – Kommunaler ÜbergangsbereichKonzept 20 – Begrünung eines Lärmschutzwalls
Konzept 3 – ErholungsflächeKonzept 21 – Gehölze für Fernwärmeeinrichtungen
Konzept 4 – BlühkompassKonzept 22 – Gartenbäume
Konzept 5 – TrockenstandortKonzept 23 – Vorgarten sonnig
Konzept 6 – KreisverkehrKonzept 24 – Vorgarten halbschattig
Konzept 7 – Straßenbegleitgrün BlühmischungKonzept 25 – Wegbegrünung
Konzept 8 – Straßenbegleitgrün BlumenwieseKonzept 26 – Zaunbegrünung
Konzept 9 – Straßenbegleitgrün StaudenpflanzenKonzept 27 – Abfall-Einhausung
Konzept 10 – Straßenbegleitgrün BaumstrukturKonzept 28 – Fassadenbegrünung
Konzept 11 – Straßenbegleitgrün GehölzeKonzept 29 – Dachbegrünung
Konzept 12 – StraßenbäumeKonzept 30 – Dachbegrünung mit PV-Anlage
Konzept 13 – BaumscheibenKonzept 31 – Blumenkübel
Konzept 14 – HeckenstrukturKonzept 32 – Kübelpflanzung mit Rückwand
Konzept 15 – Naturnahe HeckeKonzept 33 – Sandbeet
Konzept 16 – WildstrauchheckeKonzept 34 – Kräuterschnecke/Kräuterspirale
Konzept 17 – Muldenbepflanzung mit StaudenKonzept 35 – Beet mit Trockenmauer
Konzept 18 – Begrünung RegenrückhaltebeckenKonzept 36 – Bepflanzung einer Trockenmauer

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3) Planungsstandard – „Grüne Infrastruktur“

Im Folgenden werden die Steckbriefe zu den einzelnen Kategorien mit Fokus auf die Planungs-, Umsetzungs- und (Entwicklungs-)PTlegeaspekte dargestellt. Dabei sollen deren Inhalte als Planungsstandards mit in die Abwägung einbezogen und individuell für jedes Vorhaben geprüft werden, was sich bau- und vegetationstechnisch umsetzen lässt. Am besten werden diese Aspekte möglichst frühzeitig im Planungsprozess in den Leistungsphasen 1-4 nach HOAI eingebunden, um eine kontinuierliche und optimale Integration von „Grüner Infrastruktur“ zu gewährleisten.

Standard-Elemente in den Quartieren

Die Begrünung von Bauwerken als eine der Möglichkeiten zur ökologischen, funktionalen und gestalterischen Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und eine intensive Weiterentwicklung erfahren. In den Steckbriefen „Bodengebundene Fassadenbegrünung“ und „Extensive Dachbegrünung“ werden die relevanten Aspekte der bau- und vegetationstechnischen Anforderungen nach den FLL-Richtlinien betrachtet. Diese Richtlinien stellen einen Qualitätsstandard für die Planung, Ausführung und Unterhaltung der Strukturen dar, welche den derzeitigen Erkenntnissen und dem Stand der Technik entsprechen, auf deren Basis eine ökologisch optimierte Ausgestaltung erfolgen kann.

3.1. Bodengebundene Fassadenbegrünung Bodengebundene Fassadenbegrünung ermöglicht den PTlanzen eine optimale Versorgung, wodurch diese ihre umfassende ökologische Wirkung entfalten können. Durch eine abgestimmte Auswahl von PTlanzen und Kletterhilfe lässt sich ein leitbarer Bewuchs auf praktisch allen üblichen Fassadenbauweisen realisieren und optische wie mikroklimatische Flächenwirkungen im Neubau als auch Bestand erzielen.

Bodengebundene FassadenbegrünungAbbildung 3: Bodengebundene Fassadenbegrünung mit Potenzial für flächigen Bewuchs (Quelle: Fassadengruen.de, o.J.)
Kurzvorstellung der Variante „Bodengebundene Begrünung mit Gerüstkletterpflanzen“ [1, S. 56 f.]
- Nutzung eines natürlichen Boden- und Bodenwasseranschluss zur Versorgung der Pflanzen - Installation einer Kletterhilfe als Sekundärkonstruktion ermöglicht leitbaren Bewuchs und schafft eine größere Pflanzenauswahl gegenüber Direktbewuchs der Fassade (ca. 60 verschiedene Kletterpflanzen mit den Wuchsstrategien „Ranker“, „Schlinger/Winder“ und „Spreizklimmer“) - Anwendbar bei allen üblichen Fassadenbauweisen - Flächenwirkung für mikroklimatische Relevanz je nach Pflanzenwahl nach 3-12 Jahren è erhebliche Aufwertungspotenziale durch Nachrüstung als kostengünstige Begrünung an Fassaden im Bestand

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Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [1, S.30; 74-78; 87]- Verschattung und Verdunstungskühlung sorgen für deutlich niedrigere Oberflächentemperaturen der Fassade, wodurch weniger langwellige Abstrahlung die Umgebung erwärmt - separate Begrünungsebene schafft beruhigte Luftschicht mit dämmender Wirkung – Beitrag zur energetischen Optimierung - Schallschutz durch Absorption und reduzierte Schallreflexion - Pufferung von Temperaturextremen sowie Witterungs- und UV- Schutz der Fassade durch die Begrünung sorgen für längere Lebensdauer der Fassadenmaterialien
Planungs- aspekte [2, S. 127 ff.; 133 ff.], [3, S. 24 f.; 29– 33; 53–57; 80– 96]è FLL-Fassadenbegrünungsrichtlinien (2018) mit den wichtigsten Anforderungen an Planung, Bau und Instandhaltung Bautechnische Erfordernisse: - Prüfung der Konstruktionsformen von Außenwänden und Fassaden auf deren Begrünungseignung - Verankerung der Wuchshilfe im tragenden Kern des Mauerwerks – Nutzung von wärmebrückenreduzierten Befestigungstechniken; Abstand zwischen den Haltern nach statischem Erfordernis und Pflanzenauswahl - Anforderungen an Brand- und Blitzschutz beachten (Volumen der Trockenmasse, Abstandsauflagen) - Ausreichend Arbeitsraum und sichere Erreichbarkeit zur Pflege der Begrünungsstruktur einplanen Vegetationstechnik: - ausreichend dimensionierter Bodenraum (mind. 1 m3 bzw. 1,5- facher Durchmesser des Wurzelraums für durchwurzelbares Substrat) mit offener Pflanzscheibe (mind. 0,5 m2); bevorzugt Pflanzstreifen als zusammenhängender, durchwurzelbarer Raum - Pflanzenwahl basierend auf: • Standortverhältnissen (Exposition der Fassade) • maximaler Wuchshöhe, um ein Unterwachsen der Dachkonstruktion zu verhindern • Lastklasse – entsprechend der Auslegung von lastaufnehmenden Bauteilen; • immergrün / sommergrün zur energetischen Optimierung - Abstimmung der Wuchshilfe auf die ausgewählten Pflanzen mit Blick auf Rastermaß (flächige Lenkung des Zuwachses) und Langlebigkeit bei der Materialwahl (z.B. GFK oder Edelstahl); ggf. artspezifische Spannkraft und Dicke der Triebe beachten, um nachteilige Wirkungen des Dickenwachstums zu vermeiden - Wandabstand der Kletterhilfe entsprechend des erreichbaren Triebdurchmessers am Wurzelhals wählen (mind. 8 cm)
Umsetzungs- und Pflege- aspekte [3, S. 96-99]Fertigstellungspflege (in Anlehnung an DIN 18916) - Fixierung der Triebe an der Kletterhilfe mit geeigneten Hilfen bis zur Erreichung der selbstständigen Kletterfähigkeit; ggf. im Anschluss die Triebe an der Kletterhilfe leiten für flächigen Bewuchs sowie Vermeidung der „Selbsterdrosselung“ Pflanzen - Pflegemaßnahmen in Abhängigkeit von Begrünungsziel sowie Standort- und Witterungsbedingungen Entwicklungs- und Erhaltungspflege - 1-2 x jährliche Inspektion der Pflanzen und Sekundärkonstruktion; ggf. Schnittmaßnahmen, um Lastannahmen und Vitalität der Pflanzen sicherzustellen (artspezifische Ausführung und Zeitpunkt des Rückschnitts beachten)

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3.2 Abfall-Einhausungen Strukturen wie Abfall-Einhausungen stellen in erster Linie pragmatische Freiräume dar, die wichtige infrastrukturelle Funktionen wohnungsnah bereitstellen. Als unverzichtbare Freiraumstrukturen sollten diese mit einem praktikablen Standort vorrangig bedacht werden. Trotz der Fokussierung auf die Funktionalität bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Maßnahmen zur Begrünung, die insbesondere eine optische Aufwertung sowie eine optimierte Einpassung in das Quartier bewirken, aber auch ökologische Aufwertungspotenziale beinhalten.

Abfall-EinhausungenAbbildung 4: Begrünter Mülltonnenabstellplatz zur optischen Eingliederung mit Heckenpflanzen (Quelle: Palmes, o.J.)
Kurzvorstellung der Gestaltungsmöglichkeiten
- freistehende Abfallbehälter – Einfassung mit naturnaher Konstruktion, z.B. Holz, die als Kletterhilfe für Begrünung mit verschiedenen Kletterpflanzen dient - Umzäunte / überdachte Stellflächen für Abfallbehältnisse – Optische Einfassung durch Umpflanzung mit Gehölzstrukturen oder (Zaun-)Begrünung mit Kletterpflanzen - Mülltonnenboxen – Verwendung von Naturmaterialien in Kombination mit einer extensiven Dachbegrünung für ein naturnahes Gesamtbild
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [4, S. 16]- Sichtschutz als ästhetische Notwendigkeit – Umsetzung durch Begrünungselemente schafft ein harmonisches Bild durch Einpassung in die Umgebung - kleinräumige Verbesserung des Mikroklimas durch Kühlungseffekte mit geruchsmindernder Wirkung - ökologische Aufwertung durch Nahrungsquelle und Lebensraum für Tiere sowie Verbesserung der Luftqualität
Planungs- aspekte- Vorgaben in den kommunalen Gestaltungssatzungen beachten - Platzierung in Randbereichen von Quartieren, um die Geruchsbelästigung für die BewohnerInnen zu minimieren - Angepasste Pflanzenauswahl an Boden- und Lichtverhältnisse sowie Wuchshöhe - bei extensiver Begrünung auf Mülltonnenboxen eine Drainageschicht einbauen, um Staunässe zu vermeiden
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologisch optimierte Pflegehinweise sind bei den jeweiligen Kategorien zu finden: • Extensive Dachbegrünung • Bodengebundene Fassadenbegrünung • Gehölzstrukturen

à für ökologisch optimierte und klimaangepasste BepTlanzungsvorschläge – siehe Konzept 19 „Begrünung einer Mobilstation“ ab Seite 13

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3.3 Mobilstationen Mobilstationen Tinden sich in nahezu jedem Quartier als Strukturen wieder und stellen eine zentrale Infrastruktur dar. Insbesondere mit Blick auf klimaneutrale Quartiere lassen sich durch E-Mobilität und Begrünung dieser Strukturen ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu diesem Ziel leisten und multifunktionale Strukturen schaffen.

MobilstationenAbbildung 5: Begrünte Fahrrad- Mobilstation mit Hecken und Efeu Abbildung 6: Begrünter Carport und Heckenstrukturen zur optischen Einfassung (Quelle: Optigrün, 2016)
Bedeutung von Mobilitätskonzepten samt der
notwendigen Infrastruktur für eine
klimaresiliente Quartiersentwicklung
[5, S. 22 f.; 69; 77 ff.]
- Multifunktionalität mit Blick auf ökologische, soziale und verkehrliche Funktionen als Schlüssel zur Steigerung der urbanen Resilienz - Multimodale Mobilitätsknotenpunkte („Mobilstationen“) bieten einen Übergang zwischen verschiedenen Verkehrsträgern – an zentralen Orten zwischen ÖPNV und privatem Personenverkehr - Mobilitätsflächen innerhalb von Quartieren, wie Carports oder Fahrradstellplätze, sind durch eine effiziente Nutzung des verfügbaren Raums umzusetzen, um den Platzbedarf zu minimieren è Potenzial zur ökologischen Aufwertung von diesen Infrastrukturelementen durch angepasste Dach- und Fassadenbegrünung sowie Gehölzstrukturen
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [4, S. 17]- Verbesserung des Mikroklimas durch verringerte Erwärmung der Oberfläche von Stellplätzen und Fahrzeugen durch Verschattung und Transpiration der Pflanzen - Ergänzung von urbanen Ökosystemen um weitere Lebensräume für zahlreiche Tierarten („Trittsteinbiotope“) - Optische Aufwertung des Erscheinungsbildes durch naturnahe Eingliederung der Infrastrukturelemente
Planungs- aspekte- Je nach Statik der baulichen Struktur und den funktionellen Zielen sind verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden: • Extensive Dachbegrünung mit Fokus auf Biodiversität oder in Kombination mit PV-Modulen für E-Mobilität möglich (siehe Kategorie 1.1) • Eingrünung zur optischen Abgrenzung in Abhängigkeit von zur Verfügung stehender Fläche und Höhe der baulichen Konstruktion mit Schling- und Kletterpflanzen oder Strauchstrukturen möglich è Konzept 19 „Begrünung einer Mobilstation“ aus dem Begrünungskompass beinhaltet angepasste Pflanzvorschläge
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologisch optimierte Pflegehinweise sind bei den jeweiligen Kategorien zu finden: • Extensive Dachbegrünung • Bodengebundene Fassadenbegrünung • Gehölzstrukturen

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Botanischer Name Deutscher Name Höhe Abstand Blühzeit Blühfarbe in cm in cm

BEGRÜNUNGSKOMPASS: Konzept 19 / Seite 3 egnilztüN gnudrhäfeG segitsnoS PFLANZENAUSWAHL FÜR DIE DACHBEGRÜNUNG EINER MOBILSTATION

Acinos alpinus Alpen-Steinquendel 10 – 15 25 V – VIII rotviolett Allium schoenoprasum Schnittlauch 10 – 40 30 VI – VIII violett Alyssum saxatile Felsen-Steinkraut 15 – 20 35 IV – V goldgelb Antennaria dioica var. borealis Wolliges Katzenpfötchen 10 – 20 20 V – VI weiß Arabis caucasica 'Schneeball' Kaukasische Gänsekresse 10 – 30 25 III – V weiß Calamintha nepeta subsp. nepeta Bergminze 30 – 40 35 VII – IX violettblau

(cid:6)(cid:30)(cid:47)(cid:34)(cid:53)(cid:3)(cid:413)(cid:30)(cid:32)(cid:32)(cid:30) Blaugrüne Segge 30 – 60 50 IV – V braun Rundblättrige Campanula rotundifolia Glockenblume 10 – 25 20 VI – IX blauviolett

Dianthus carthusianorum Karthäuser Nelke 30 – 40 30 VI – IX rot Dianthus deltoides Heide-Nelke 10 – 40 30 VI – IX rot Dianthus gratianopolitanus (cid:19)(cid:412)(cid:43)(cid:36)(cid:48)(cid:49)(cid:530)(cid:17)(cid:34)(cid:41)(cid:40)(cid:34) 10 – 30 20 V – VI rosa

Euphorbia cyparissias Zypressen-Wolfsmilch 10 – 40 35 IV – VII gelb Festuca ovina Schaf-Schwingel 10 – 40 30 V – VIII grün Gypsophila repens Teppich-Schleierkraut 15 – 25 30 V – VII weiß Helianthemum Gewöhnliches nummularium Sonnenröschen 5 – 10 30 V – VII gelb

Hieracium pilosella Kleines Habichtskraut 5 – 25 20 V – X gelb Koeleria glauca Blaugraues Schillergras 20 – 40 25 VI – VII bräunlich Muscari botryoides Kleine Traubenhyazinthe 10 – 20 20 IV blau Origanum vulgare Dost, Majoran 30 – 50 30 VII – IX rosa Petrorhagia saxifraga Steinbrech-Felsennelke 10 – 20 40 VI – IX rosa-weiß Potentilla neumanniana Frühlings-Fingerkraut 5 – 10 25 III – V gelb (cid:19)(cid:47)(cid:50)(cid:43)(cid:34)(cid:41)(cid:41)(cid:30)(cid:3)(cid:36)(cid:47)(cid:30)(cid:43)(cid:33)(cid:38)(cid:413)(cid:44)(cid:47)(cid:30) Großblütige Braunelle 10 – 20 25 VI – VII lila Rumex acetosella Kleiner Sauerampfer 10 – 40 25 V – VIII rot Saponaria ocymoides Polster-Seifenkraut 10 – 15 20 V – VII rosa Satureja montana Berg-Bohnenkraut 10 – 15 25 VIII – IX violettblau Satureja montana subsp. illyrica Zwerg-Berg-Bohnenkraut 10 – 15 20 VIII – IX violett

Sedum acre (cid:22)(cid:32)(cid:37)(cid:30)(cid:47)(cid:35)(cid:34)(cid:47)(cid:3)(cid:16)(cid:30)(cid:50)(cid:34)(cid:47)(cid:45)(cid:35)(cid:34)(cid:411)(cid:34)(cid:47) 5 – 15 20 VI – VII gelb Sedum album (cid:26)(cid:34)(cid:38)(cid:359)(cid:34)(cid:47)(cid:3)(cid:16)(cid:30)(cid:50)(cid:34)(cid:47)(cid:45)(cid:35)(cid:34)(cid:411)(cid:34)(cid:47) 5 – 10 20 VI – VII weiß Sedum dasyphyllum Buckel-Fetthenne 5 – 10 20 V – VIII weiß (cid:22)(cid:34)(cid:33)(cid:50)(cid:42)(cid:3)(cid:47)(cid:34)(cid:413)(cid:34)(cid:53)(cid:50)(cid:42) Tripmadam 20 – 25 20 VI – VII gelb Sedum sexangulare (cid:16)(cid:38)(cid:41)(cid:33)(cid:34)(cid:47)(cid:3)(cid:16)(cid:30)(cid:50)(cid:34)(cid:47)(cid:45)(cid:35)(cid:34)(cid:411)(cid:34)(cid:47) 5 – 10 20 VI – VII gelb Sedum telephium Purpur-Fetthenne 25 – 40 30 VII – IX rosa Sedum telephium subsp. ruprechtii Hohe Fetthenne 30 – 40 30 VIII – X gelb

Sempervivum tectorum Dach-Hauswurz 15 – 30 25 VII – IX rosa Tanacetum vulgare Rainfarn 80 – 120 70 VII – IX gelb Teucrium chamaedrys Edel-Gamander 20 – 25 25 VII – VIII rosa Thymus pulegioides Breitblättriger Thymian 20 – 25 30 VI – VII violett Thymus serpyllum Sand-Thymian 5 – 10 30 VI – VIII rosa Verbascum phoeniceum Purpur-Königskerze 40 – 90 40 V – VI violett

bienenfreundlich wintergrün vom Aussterben bedroht stark gefährdet insektenfreundlich heimisch gefährdet Vorwarnliste

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Botanischer Deutscher Blühzeit Blühfarbe Standort Klettergehölz Name Name neflihrettelK egnilztüN segitsnoS PFLANZENAUSWAHL FÜR DIE FASSADENBEGRÜNUNG EINER MOBILSTATION

(cid:22)(cid:6)(cid:11)(cid:15)(cid:12)(cid:17)(cid:10)(cid:530)(cid:3)(cid:24)(cid:17)(cid:7)(cid:3)(cid:14)(cid:15)(cid:8)(cid:23)(cid:23)(cid:8)(cid:21)(cid:19)(cid:9)(cid:15)(cid:4)(cid:17)(cid:29)(cid:8)(cid:17)

Akebia quinata

Aristolochia macrophylla

Celastrus orbiculatus

Clematis vitalba

Jasminum (cid:43)(cid:50)(cid:33)(cid:38)(cid:413)(cid:44)(cid:47)(cid:50)(cid:42)

Lonicera caprifolium

Lonicera periclymenum

Polygonum aubertii

Vitis vinifera

Wisteria (cid:413)(cid:44)(cid:47)(cid:38)(cid:31)(cid:50)(cid:43)(cid:33)(cid:30)

AkebieIV – VviolettSchlingerSeile, Stäbe
PfeifenweideVI – VIIgelbSchlingerSeile, Stäbe
BaumwürgerVIgrün- gelbSchlingerSeile, Stäbe
WaldrebeVII – XweißRankerGitter
WinterjasminII – IIIgelbSpreiz- klimmerGitter, Stäbe
Echtes GeißblattV – VIgelbSchlingerSeile, Stäbe
Deutsches GeißblattV – VIweißSchlingerSeile, Stäbe
SchlingknöterichVII – XweißSchlingerSeile, Stäbe
Echter WeinVI – VIIIgelbRankerSeile, Stäbe
BlauregenV – VIviolett- blauSchlingerSeile, Stäbe

sonnig trocken bienenfreundlich wintergrün

halbschattig frisch insektenfreundlich heimisch

schattig feucht vogelfreundlich

BEGRÜNUNGSKOMPASS: Konzept 19 / Seite 4

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Botanischer Deutscher Höhe Breite Blühzeit Blühfarbe Frucht Standort Nützlinge Name Name in m in m segitsnoS PFLANZENAUSWAHL FÜR DIE STRAUCHSTRUKTUREN UM EINE MOBILSTATION

(cid:22)(cid:23)(cid:21)(cid:4)(cid:24)(cid:6)(cid:11)(cid:22)(cid:23)(cid:21)(cid:24)(cid:14)(cid:23)(cid:24)(cid:21)(cid:8)(cid:17)

Berberis vulgaris

Cytisus scoparius

Hippophae rhamnoides

Juniperus communis

Ligustrum vulgare

Lonicera xylosteum

Rhamnus cathartica

Rhamnus frangula

Rubus idaeus

Berberitze2 – 31 – 1,5V – VIgelbrot
Besenginster0,5 – 20,6 – 1V – VIgelbschwarz
Sanddorn2,5 – 4,51,5 – 3III – Vbraunorange
Wacholder0,5 – 4,50,5 – 1V – VIIgelbgründunkel- blau
Liguster2 – 52 – 3VI – VIIweißschwarz- blau
Rote Heckenkirsche2 – 32 – 3V – VIweißrot
Kreuzdorn2 – 51 – 4V – VIgelbschwarz
Faulbaum2 – 41,7 – 3V – VIgelbrot- schwarz
Himbeere1 – 1,80,6 – 1V – VIweißrot

sonnig trocken bienenfreundlich wintergrün

halbschattig frisch schmetterlingsfreundlich heimisch

schattig feucht insektenfreundlich

vogelfreundlich

BEGRÜNUNGSKOMPASS: Konzept 19 / Seite 5 © Beteiligte Konzepterstellung: Clemens, L., Usovitsch, J., Palmes, D., Thiergarten, A. 2023

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3.4 Gehölzstrukturen als Sichtschutz Gehölzstrukturen stellen einen besonders wertvollen Lebensraum dar, der bei ökologisch aufgewerteter Gestaltung vielfältige OQkosystemdienstleistungen erbringt. Insbesondere bei der Nutzung von heimischen Arten entsteht für die Tierwelt eine essenzielle Biotopstruktur im Siedlungsbereich, welche durch Saumstrukturen ebenfalls noch einen optischen Mehrwert durch vielfältige Blühaspekte erhält.

Gehölzstrukturen als SichtschutzAbbildung 7: Gehölzstruktur mit ausgeprägtem Krautsaum (Quelle: Netzwerk Quartierzeit, o.J.)
Optimale Ausprägung von Gehölzstrukturen und thematische Gestaltungsmöglichkeiten im Siedlungsbereich [6, S. 37; 159 ff.]
- Zonierung in Heckenkern, Mantelzone und Krautsaum schafft einen Mosaiklebensraum mit entsprechend hoher Artenvielfalt - Thematische Gestaltungsmöglichkeiten: • Naschhecke mit essbaren Früchten • Vogelschutzhecke mit bedornten oder bestachelten Sträuchern • Wildstrauchhecke als vielfältiger Lebensraum für mehrere Artengruppen • Blütenhecke mit Blühaspekten und dekorativen Früchten als farbige Akzente
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [6, S. 144 ff.]- Ökologisch wertvoller Mosaiklebensraum, der samt seiner beheimateten Arten durch intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung zunehmend aus der Kulturlandschaft verdrängt wird und im Siedlungsbereich in kleinerem Maßstab wieder aufleben kann - Verbesserung des Mikroklimas durch Reduktion der Lufttemperatur, insbesondere an Hitzetagen - Gesundheitlich relevante Schutzfunktionen, wie z.B. Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastung
Planungs- aspekte [6, S. 152–157; 162–165], [7]- Bestand: bei bereits vorhandenen Gehölzstrukturen ist eine gründliche Bestandsaufnahme durchzuführen, um Potenziale für eine Aufwertung festzustellen - Neubepflanzung eines Grundstückes: Die Gliederung des Gartens ist in Beziehung zu anderen Gestaltungselementen zu skizzieren – Wurzelkonkurrenz und Verschattungseffekte sind dabei zu beachten - bei höheren frei wachsenden Gehölzen auf Grenzabstände achten – inselartige Strauchgruppen mit Saumstruktur aus Stauden und Schnitthecken zur Einfassung des Grundstücks eignen sich als Gestaltungsmöglichkeit für kleine Flächen - Erstellung eines Pflanzplanes unter Berücksichtigung der Standortverhältnisse und Wuchsaspekte der ausgewählten Arten – insbesondere ist Lichtkonkurrenz zu vermeiden, um ein Verkahlen von unten zu verhindern à folgende Konzepte aus dem Begrünungskompass mit vorgefertigten Pflanzplänen sind geeignet für diese Kategorie: • Konzept 14 – „Heckenstruktur“ • Konzept 15 – „Naturnahe Hecke“ • Konzept 16 – „Wildstrauchhecke“

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à Saatmischungen für den Krautsaum finden sich für verschiedene Standortbedingungen z.B. bei Rieger-Hoffmann
Umsetzungs- und Pflege- aspekte [6, S. 165–168], [8, S. 5–11]- Pflanzung von heimischen Straucharten mit einer Größe von 60- 80 cm (langsam wachsende Arten) bzw. 100-150 cm (schnell wachsende Arten) – Herbst mit Vorteil des Anwurzelns für k r ä f t igen Austrieb im folgenden Frühjahr - Abschnittsweise Pflege zur Verjüngung der Heckenstruktur, um Artenvielfalt und Struktur zu erhalten: • Artspezifische Schnittvarianten beachten • Abschnitte von 1/5 der Heckenlänge bzw. maximal 15-25 m (je nach Gesamtlänge der Hecke) schneiden; nach 2-4 Jahren erfolgt der nächste nicht unmittelbar benachbarte Abschnitt à innerhalb von 10-15 Jahren wird die gesamte Hecke verjüngt mit einem Mosaik aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien und ausreichend Rückzugsräumen für Heckenbewohner à bei kleineren Gehölzstrukturen selektives Auf-den-Stock-Setzen, um langsam wachsende Arten gezielt zu fördern mit Pflegeintervall von 2-5 Jahren - Radikale Schnittarbeiten nicht im Zeitraum vom 1. März bis 30. September durchführen (§ 39 Abs. 5 BNatSchG) - Schnittgut sofort entfernen oder außerhalb der Brutzeit, da die Totholzstruktur ansonsten als ökologische Nische genutzt wird - Krautsaum: 1x pro Jahr abschnittsweise Pflegemahd im späten Herbst / zeitigen Frühjahr mit Abtransport des Mahdguts

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Handlungsfeld: Gebäude und Versorgungseinrichtungen

3.5 Extensive Dachbegrünung Durch eine ökologisch aufgewertete extensive Dachbegrünung werden die Vorteile einer kostengünstigen und wartungsarmen Begrünung mit vielfältigen klimatischen und ökologischen Vorteilen verknüpft. Dabei werden vorhandene Flächen genutzt, die von NutzungskonTlikten kaum betroffen sind.

Extensive DachbegrünungAbbildung 8: Extensive Dachbegrünung mit blühenden Stauden (Quelle: Zinco GmbH, o.J.)
Kurzvorstellung der Variante „extensive Dachbegrünung“ [2, S. 59]
- Schichtaufbau von ca. 10-15 cm mit zusätzlicher Auflast von etwa 50-200 kg pro m2 (wassergesättigter Zustand) - Umsetzbarkeit auf flachen und geneigten Dächern bis 45 ° Neigung möglich - trockenresistente und regenerationsfähige Vegetation aus Sedum, Kräutern und Gräsern – keine Bewässerung notwendig è Vegetationsdecke auf ungenutzter Dachfläche stellt einen ökologischen Ausgleich für überbaute Flächen mit geringem Pflegeaufwand dar
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [2, S. 28–33] [9, S. 21 ff.]- Ökologische Ausgleichsfläche als Lebensraum für Tiere, dessen Gestaltung durch Habitatelemente (z.B. Totholz oder Steinhaufen) ergänzt werden kann - Beitrag zum urbanen Regenwassermanagement durch Speicherfähigkeit des Substrats und Abflussverzögerung durch Schichtaufbau und Drainageelemente - Erhöhung der Langlebigkeit der Dachabdichtung durch Minderung der Temperaturextreme und Schutz vor UV-Strahlung und mechanischer Belastung (z.B. Hagelschlag) - Dämmwirkung der Substrat- und Vegetationsschicht als energetische Gebäudeoptimierung (insbesondere bei Nachrüstung auf Bestandsgebäuden mit Einsparpotenzialen)
Planungs- aspekte [2, S. 46 ff.; 60 ff.] [10, S. 35–53]è FLL-Dachbegrünungsrichtlinien (2018) mit den wichtigsten Anforderungen an Planung, Bau und Instandhaltung Bautechnische Erfordernisse: - statistische Lastannahme basierend auf Gewicht im fertig eingebauten und wassergesättigten Zustand (inklusive Gewicht der Drainageschicht und Pflanzen) – Einplanung von etwas mehr Last für größere Vielfalt an Pflanzen - Vorbeugender Brandschutz und Windsogsicherung à Abstands-/Randstreifen aus 16/32-mm-Rundkies oder Rasengittersteinen als umfassende Lösung - Durchwurzelungsschutz (Bahnen oder ganzflächige Beschichtungen) – Verträglichkeit mit der eigentlichen Abdichtung muss gegeben sein, ggf. Trennlagen vorsehen - Entwässerungssicherung nach DIN EN 12056 und DIN 1986-100 – Abflussbeiwert von C = 0,4 für Aufbaudicke von 10-15 cm und s Dachneigung bis 5° als Orientierung - Dachzugang, Absturzsicherung und Wasseranschluss plane

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Vegetationstechnik: - einschichtige vs. mehrschichtige Bauweise – Letztere ist für artenreiche Begrünung zu präferieren - lokale Standortbedingungen/Besonderheiten (Gebäude-/ Regenschatten; abstrahlende Fassadenflächen) beachten - Kennwerte zu maximaler Wasserkapazität, Luftporenvolumen, Wasserdurchlässigkeit und Nährstoffen als Qualitätskriterien bei der Substratwahl zur Erreichung des Begrünungsziels - Begrünungsziel i.V.m. Funktion der Dachbegrünung: à Biodiversitätsgründach – Ergänzung von Habitatelementen (z.B. Sandlinsen und Totholz – gleichmäßig verteilt auf 20-30% der Dachfläche) i.V.m. heimischen Pflanzenarten für eine artenreiche Fauna; zusätzliche Punktlasten berücksichtigen à Solar-Gründach: Kombination mit PV sorgt für Synergie zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung mit pot. Erhöhung des Ertrags; Vermeidung von Verschattung durch Aufständerung und eher niedrigwüchsiger Vegetation (Mindestabstand von 20-30 cm) sowie Abstand zwischen den Modulreihen von 50-80 cm
Umsetzungs- und Pflege- aspekte [2, S. 91–95] [10, S. 55–63; 92–95]Fertigstellungspflege – Kriterien zur Abnahme nach DIN 18916 und DIN 18917 à bei Pflanzung/Ansaat nach 12-15 Monaten mit 1-4 Pflegegängen pro Jahr in abnahmefähigem Zustand Entwicklungs- und Unterhaltungspflege (nach DIN 18919) - 1-2 Pflegegängen pro Jahr (Frühjahr und Herbst): à Entfernen von unerwünschtem Aufwuchs (Gehölze, rhizombildende Arten sowie dominantes Auftreten von beispielsweise bestimmten Klee-Arten und Moosen) à Versorgung mit Nährstoffen (Regenwasser nicht ausreichend, z.B. Rotfärbung bei Sedum kann auf Nährstoffmangel hinweisen) à Entfernung von Schnittgut, Laub und Unrat, um Rand- und Sicherheitsstreifen sowie Dachabläufe / andere technische Einrichtungen freizuhalten und Funktionsfähigkeit sicherzustellen à Nachsaat / Nachpflanzung bei Fehlstellen

Folgende praktische Informationsquellen und Planungstools können für die PTlanzenauswahl und ökologisch optimierte Ausgestaltung genutzt werden: • Begrünungskompass: Konzept 28 „Fassadenbegrünung“ – Konzept 29 „Dachbegrünung“ und Konzept 30 „Dachbegrünung mit Photovoltaikanlage“ • HLNUG: KLIMPRAX Stadtgrün – Online-Tool zum Aussuchen von Bauwerksbegrünung • BuGG: Fachinformation zu „Biodiversitätsgründach“ und „Solar-Gründach“

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3.6 Tiefgaragen Durch die Verlagerung von Stelleplätzen werden zusätzliche Freiräume für „Grüne Infrastruktur“ geschaffen, die die Aufenthaltsqualität in den Quartieren erhöht.

TiefgaragenAbbildung 9: Nicht überbaute Tiefgarage mit intensiver Begrünung Abbildung 10: Zufahrt einer Tiefgarage mit Extensiv-Gründach
Gestaltungsmöglichkeiten bei Tiefgaragen
è Schaffung von zusätzlichen Freiräumen mit Begrünungsmöglichkeiten durch Verlagerung der Stellplätze unter die Erde Nicht überbaute Tiefgaragen: - Flächige Begrünung – je nach Dicke der Substratauflage sind durch Kombination von Gehölzen, Stauden und Wiesenflächen vielfältige ökologische und ästhetische Ausgestaltungen mit hoher Qualität möglich Überbauten Tiefgaragen: - Aufwertungspotenziale auf die Zufahrten mit extensiver Dachbegrünung begrenzt
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen- Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch Schaffung von zusätzlichen Freiräumen innerhalb des Quartiers – optisch autofreies Wohnumfeld mit Aufwertung durch Begrünung - Verbesserung des Mikroklimas sowie der Luftqualität im direkten Wohnumfeld als auch Retention von Niederschlägen - Beitrag zur Artenvielfalt – abhängig von Vielfalt der Pflanzungen und Sonderstrukturen (z.B. Totholz, Sandlinsen)
Planungs- aspekte [11]- Vorgaben der kommunalen Gestaltungssatzung beachten - Angepasste Pflanzenauswahl basierend auf der statisch möglichen Substratauflage für die Dachkonstruktion sowie Beachtung der lokalen Standortbedingungen - Ausgestaltung von Filter- und Drainageschicht mit Blick auf Gefährdung des Gebietes bei Starkregenereignissen – ggf. Retentionsdach mit dafür optimiertem Aufbau i.V.m. Zisterne - Bei Inanspruchnahme von Flächen mit ausgeprägtem Gehölzbestand für Neubau / Nachverdichtung sind Alternativen zu prüfen, da eine deutlich höhere Hitzebelastung durch den Verlust des Baumbestandes zu erwarten ist: • Oberirdische Quartiersgaragen – günstiger als Tiefbauarbeiten für Tiefgarage sowie Multifunktionalität durch z.B. begrünte Fassade sowie Freizeit- und Erholungsflächen auf dem Dach • Car- und E-Bike-Sharing-Konzepte zur Reduktion der Tiefgaragenstellplätze in Betracht ziehen
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologische optimierte Pflegehinweise sind bei den jeweiligen Kategorien zu finden: • Extensive Dachbegrünung • Staudenbeete • Gehölzstrukturen

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3.7 Versorgungseinrichtungen / Technikgebäude Für eine klimaneutrale Wärme- und Energieversorgung besteht je nach Quartier eine individuelle Lösung. Entsprechend lässt sich auch eine angepasste Begrünung der dazu notwendigen Versorgungseinrichtungen / Technikgebäude realisieren, die eine optische Einpassung sowie einen ökologischen Mehrwert bewirken können.

Versorgungseinrichtungen / TechnikgebäudeAbbildung 11: Blockheizkraftwerk mit verschiedenen Begrünungselementen zur Eingliederung in die Landschaft (Quelle: Palmes, o.J.)
Nachhaltige Energieversorgung im Quartier
- Bedarf an Wärme-, Kälte- und Stromversorgung als auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität - Individuelle Lösungen für höchste Effizienz durch Nutzung lokaler Besonderheiten und Kombination unterschiedlicher Technologien, z.B. • Blockheizkraftwerk (BHKW) • Holzpelletkessel à all diese technischen Einrichtungen finden sich auf dem Gelände eines Quartiers wieder, wobei vor allem oberirdische Versorgungseinrichtungen das Erscheinungsbild negativ beeinträchtigen
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen- Begrünung der Versorgungseinrichtungen sorgt für naturnahe Eingliederung in die Landschaft bzw. das ökologisch gestaltete Quartier, deshalb wird in erster Linie eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität erreicht - je nach Ausgestaltung der Begrünungsmaßnahmen lassen sich mit Stauden und Gehölzen sowie Dach- und Fassadenbegrünung hohe Aufwertungspotenziale für eine Vielzahl an Ökosystemdienstleistungen realisieren
Planungs- aspekte- Abstände und spezifische Standortbedingungen bzw. Eigenschaften der Pflanzen berücksichtigen: • Wärmepumpe – Luftzirkulation und kalter Luftstrom, deshalb im direkten Umfeld (1,5 – 2 m) keinen höheren Pflanzen; ansonsten kältetolerante Arten aus den alpinen Gebirgslagen • Wärmeeinrichtungen mit Verbrennung – Auswahl nach besonderen Anforderungen, wie Rauchfestigkeit, Feinstaubadsorption und Stickoxid-/ Ozonabsorptionsvermögen è Konzept 21 „Gehölze für Fernwärmeeinrichtungen“ aus dem Begrünungskompass bietet eine entsprechende Auswahl an Gehölzen mit spezifischer Eignung für solche Standtorte
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologisch optimierte Pflegehinweise sind bei den jeweiligen Kategorien zu finden: • Extensive Dachbegrünung • Bodengebundene Fassadenbegrünung • Staudenbeete • Gehölzstrukturen • Versickerungsmulden / Rigolen

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3.8 Uebergänge zwischen Wohneinheiten UQbergänge zwischen Wohneinheiten können außenliegende Treppenhäuser oder freie Flächen zwischen Balkonen sein, die unbeachtete Strukturen mit Potenzial zur ökologischen und optischen Aufwertung darstellen. Dabei können individuell angepasste Begrünungsmöglichkeiten in den einzelnen Quartieren umgesetzt werden, die den bau- und vegetationstechnischen Anforderung entsprechend Rechnung zu tragen.

Übergänge zwischen WohneinheitenAbbildung 12: Begrünung von Treppenaufgängen (Quelle: Kämpfen Zinke + Partner, o.J.) Abbildung 13: Staudenbeet zwischen Wohneinheiten
Unbeachtete Strukturen mit Potenzial zur ökologischen und optischen Aufwertung [12, S. 20 f.]
- innerhalb von Quartieren finden sich zwischen einzelnen Gebäuden / Wohneinheiten sogenannte Übergangsräume, die aufgrund ihrer geringen Funktionalität als „Vermittler“ zwischen verschiedenen Freiraumtypen meist unbeachtet und dadurch ungenutzt bleiben: • Außenliegende Treppenaufgänge / Laubengänge – Potenzial für bodengebundene Fassadenbegrünung • Abstandsflächen zwischen einzelnen Gebäuden und Wohneinheiten – Potenzial für angepasste Staudenbeete oder extensive Dachbegrünung • Verbindungsgänge zwischen Gebäuden – Potenzial für Staudenpflanzungen in Blumenkästen oder troggebundene Fassadenbegrünung
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen- in erster Linie trägt die Begrünung solcher Strukturen zur optischen Aufwertung und damit zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität im direkten Wohnumfeld bei – Wirkung als zusätzliche Abgrenzung / Sichtschutz steigert die Privatsphäre - die größten Potenziale für Umweltwirkungen liegen im Bereich der Verbesserung des Mikroklimas sowie Steigerung der Artenvielfalt – je nach Ausgestaltung und Größe der Fläche
Planungs- aspekte- Wahrung der Funktion als Fluchtweg und Brandschutzauflagen - Möglichkeit zur einfachen Erreichbarkeit für Pflegemaßnahmen - je nach Ausgestaltung potenzielle Anwendung der Konzepte 26, 28, 29 und 31 aus dem Begrünungskompass
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologische optimierte Pflegehinweise sind bei den folgenden Kategorien zu finden: • Extensive Dachbegrünung • Bodengebundene Fassadenbegrünung • Staudenbeete

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Handlungsfeld: Grün<lächenmanagement

3.9 Extensives Grünflächenmanagement Wohnungsnahe GrünTlächen müssen vielfältigen Nutzungsinteressen dienen und dementsprechend als multifunktionale Freiräume betrachtet und gestaltet werden. Dabei lässt sich in der Planung und Anlage der Flächen bereits eine optimierte Ausgestaltung vornehmen, um langfristig soziale, ökologische und ökonomische Funktionen miteinander zu vereinen.

Extensives GrünflächenmanagementAbbildung 14: Extensive Wiesenfläche mit Akzeptanzstreifen (Quelle: Initiative Bunte Wiese, 2017)
Ansprüche und Perspektiven bezüglich Grünflächen im Siedlungsbereich [12, S. 20], [13, S. 9]
- Vielfältige Nutzungsansprüche und daraus resultierende Flächenfunktion (z.B. Sport- und Spielflächen, Erholungsflächen oder pragmatische Übergangsflächen) - Differenzierte Grünflächengestaltung unter den Gesichtspunkten „Erholung“, „Ökologie“ und „Ästhetik“ - Subjektives Idealbild von Grünflächen: intensiv bearbeitete Rasenfläche oder extensive Gestaltung durch zurückhaltende Pflege, um die Artenvielfalt zu fördern - Ökonomische Bewirtschaftung bei gleichzeitig ansprechendem Pflegezustand
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [11, S. 18 f.; 23 f.]- Ziel ist die Entwicklung von floristisch artenreichen Wiesenstandorten, welche wiederum die faunistische Artenvielfalt, insbesondere von Insekten, fördert à durch den hohen ökologischen Wert lassen sich Naturerfahrung und positive psychologische Effekte erzielen (z.B. subjektive Lärmminderung) - weitere Ökosystemdienstleistungen mit Blick auf die Aspekte „Klimaanpassung“ und „Klimaschutz“
Planungs- aspekte- Klärung der Flächenfunktion(en) bezüglich ihrer Eignung für eine (in Teilen) extensive Bewirtschaftung der Grünflächen – größere, zusammenhängende Flächen anlegen, damit Pflegeaufwand und -kosten optimiert werden und gleichzeitig eine höhere ökologische Wertigkeit realisiert werden kann - Charakterisierung der Standortverhältnisse anhand abiotischer Faktoren (Boden-, Licht- und Nährstoffverhältnisse sowie Wasserversorgung) und Nutzung des aktuellen Aufwuchses als Zeigerpflanzen für den Standort

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Umsetzungs- und - Mahdhäufigkeit auf 1-2x in Jahr reduzieren, wobei folgende Pflegeaspekte Aspekte für eine ökologische Pflege zu beachten sind: [14] • 1. Mahd in der Blüte der bestandsbildenden Gräser (in der Regel zwischen Juni und Juli) • 2. Mahd im Hoch- oder Spätsommer (August bis September) • Trockene und stabile Witterung sowie Mittag bis früher Nachmittag als Tageszeitpunkt • von innen nach außen mähen, um den Insekten Fluchtmöglichkeiten zu bieten • Mahdgut nach Trocknung für 1-3 Tage auf der Fläche belassen – Möglichkeit zur Umsiedlung der verbliebenen Insekten; danach Abtransport, denn das Belassen der Mulchauflage würde durch Nährstoffanreicherung die Dominanz weniger Arten fördern und die Entwicklung einer artenreichen Wiese verhindern • Bevorzugte Verwendung von Balkenmähgeräten mit einer Schnitthöhe von mindestens 10 cm, um die Insektenfauna zu schonen

  • Staffelmahd mit Altgras- und Akzeptanzstreifen: • Fläche wird je Mahdtermin in zwei Abschnitte geteilt und mit einem zeitlichen Versatz von etwa 1-2 Wochen gemäht, um nicht den gesamten Blühaspekt als Nahrungsgrundlage auf einen Schlag zu verlieren • Intensiv gepflegter Randbereich, der regelmäßig gemäht wird und dadurch die Anforderungen an die Nutzung / Verkehrssicherheit erfüllt sowie als Akzeptanzstreifen fungiert • Altgrasstreifen als jährlich wechselnde Bereiche der Grünfläche, die von der Mahd ausgelassen und bis ins nächste Jahr stehen gelassen werden (Anteil von etwa 10-15 % der Fläche)

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3.10 Staudenbeete Staudenbeete vereinen durch bunte und lange Blühperioden eine optische und ökologische Aufwertung von wohnungsnahen FreiTlächen. Dazu kann bei optimaler Anlage und Gestaltung der Beete der PTlegeaufwand deutlich reduziert werden.

StaudenbeeteAbbildung 15: Staudenbeet mit bunten und vielfältigen Blühaspekten
Was sind Stauden und warum sind diese gut für
klimaangepasste Pflanzungen? [15, S. 55]
- Stauden sind per Definition mehrjährige, krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenbestandteile nicht verholzen; der Austrieb erfolgt jährlich aus oberflächennahen Überdauerungsorganen (z.B. in Form von Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen) - Basierend auf dieser Grundlage entwickeln sich Stauden schnell – gerade im Vergleich zu den meisten Gehölzen die ihren vollständigen, „funktionsfähigen Zustand“ erst nach einigen Jahren/Jahrzehnten erreichen à am passenden Standort mit ausgewogenen Konkurrenzverhältnissen entwickeln sich im ersten oder zweiten Jahr nach der Pflanzung bereits ausgeprägte Bestände, die bei fachgerechter Pflege über viele Jahre fortbestehen und sich im Rahmen einer natürlichen Dynamik entwickeln können
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [16, S. 49; 56– 59]- strukturreicher Lebensraum mit vielen verschiedenen Staudenarten sorgt für eine lange Blühperiode mit reichlich Nahrungsangebot, insbesondere für Insekten; Fruchtstände bieten Rückzugs-/Überwinterungsorte - dicht bepflanzte und eher hochwüchsige Staudenflächen können zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen - Versickerungsfähigkeit des Bodens wird durch Perforierung mit unterschiedlichen Wurzelsystemen der verschiedenen Arten und belebter Bodenfauna erhöht - optische Aufwertung durch attraktive Blühstauden steigert die Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld
Planungs- aspekte [15, S. 59 ff.] [16, S. 47 f.],- Standortbedingungen und Gestaltungsabsichten i.V.m. ökologischen Strategien der Pflanzen als Grundlage für eine Erhaltungspflege mit geringem Aufwand: • Staudenmischpflanzungen • (Komplexe) Streupflanzungen • Ansaaten im Siedlungsbereich - ggf. Verwendung einer Mulchschicht aus durchlässigem Substrat (anorganisch und hell: Kies, Schotter, Sand oder Splitt) zur Reduzierung der Pflegeintensität sowie natürliche Schutzbarriere gegen Trockenstress durch geringere Verdunstungsrate; Alternativ: Ergänzung der Staudenpflanzung durch Saatgut für einen schneller geschlossenen Pflanzenbestand mit ähnlicher Wirkung è Konzept 23 „Vorgarten sonnig“ bzw. Konzept 24 „Vorgarten halbschattig“ als vielfältig anwendbare Pflanzkonzepte für die beschriebenen Standortbedingungen – Pflanzlisten/-pläne dienen lediglich als Hilfestellung und sind individuell anpassbar

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Umsetzungs- - Bodenvorbereitung: Umfassende Entfernung unerwünschter und Pflege- Wurzelunkräuter entscheidend für den Erfolg der Pflanzung aspekte à je extremer der Standort und die dafür vorgesehene [15, S. 56–68] Pflanzenauswahl, desto stärker muss auf die Auswahl und Vorbereitung des Substrates und der Mulchschicht geachtet werden – beispielsweise: • Pflanzungen in Bereich eines kühlen, halbschattigen Gehölzrandes – nährstoffreiche humose Böden; Mulchschicht ist nicht unbedingt notwendig • Pflanzungen im Bereich von sonnig-trockenen Extremstandorten – nährstoffarme Böden; Mulchschicht gegen Trockenstress ist durchaus sinnvoll

  • Stauden vor dem Einpflanzen nach dem Pflanzplan auf der Fläche auslegen und ggf. Anpassungen in der Anordnung der Stauden vornehmen
  • Pflanzreihenfolge: • Zuerst die Stauden in die Erde setzen – Ballenoberfläche etwa eine Fingerbreite unterhalb des Bodenniveaus einsetzen, um schnelles Austrocken zu vermeiden • Danach die Zwiebelpflanzen in die Erde stecken und zuletzt das Saatgut mit Sand locker gemischt verteilen
  • Fertigstellungspflege: Angewachsene Staudenpflanzungen mit weniger als 5 % Ausfallquote gelten als abnahmefähiger Zustand – bedarfsgerechte Bewässerung und Entfernung von unerwünschten Dauerunterkräutern als zentrale Arbeiten
  • Unterhaltungspflege: Ab etwa dem 4. Jahr kommt es zu veränderten Anteile der Arten innerhalb der Fläche durch Zuwachs und Verdrängung – je nach Bepflanzungsart ist die gezielte gestalterische Entnahmen von Pflanzen zur Lenkung der Vegetation notwendig è durch kompetente Unterhaltungspflege können Staudenpflanzungen nachweislich über Jahrzehnte erhalten und in ihrer Qualität verbessert werden

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3.11 Mietergärten mit Balkon- und Terrassenstrukturen sowie Innenhöfe Diese Strukturen Tinden sich nicht im Rahmen jeder Objektplanung wieder, für die es aufgrund der individuellen Ausgestaltung bei dem jeweiligen Vorhaben nur sehr allgemeine Leitlinien gibt, die in diesem Steckbrief kurz zusammengefasst sind.

Mietergärten mit Balkon- und Terrassenstrukturen sowie InnenhöfeAbbildung 16: Beispiel eines Mietergartens als privat nutzbarer Freiraum (Quelle: RWTH Aachen, 2014)
Nutzerbezogene Qualitäten von Freiräumen mit unmittelbarer Anbindung an das Gebäude [12, S. 22–30; 42–45]
- Innenhof als gemeinschaftlich nutzbarer Freiraum mit vielfältigen Nutzungsansprüchen: • Kinderspielbereiche • Sitzgelegenheiten für gemeinsame Treffen • Funktionale Bereiche, z.B. Wäschespinnen - Mietergärten mit Balkon- und Terrassenstrukturen als privat nutzbare Freiräume, die insbesondere die Funktion als Erholungsraum bieten
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [12, S. 29 f.; 90 f.]- die Funktion dieser privat nutzbaren Freiräume ist eine hohe Aufenthaltsqualität in unmittelbarer Nähe zur Wohnung zu schaffen, welche durch Privatsphäre und individuelle Nutzungsmöglichkeiten zur Aneignung gekennzeichnet sind à bei entsprechender Gestaltung ergeben sich Potenziale zur Steigerung der Artenvielfalt und Verbesserung des Mikroklimas sowie Minderung von Lärm- und Schadstoffbelastung
Planungs- aspekte [12, S. 91]è gestalterische und funktionale Eingliederung in ein ganzheitliches Freiraumkonzept - Abgrenzung der Mietergärten durch immergrüne, naturnahe Heckenstrukturen, wie z.B. Hainbuche (Carpinus betulus) oder Immergrüne Ölweide (Elaeagnus x ebbingei); alternativ mit naturnahen Materialien, wie z.B. Holz oder eine Rankhilfe für Kletterpflanzen als Spalier zur Abschirmung (siehe Konzept 32 „Kübelpflanzung mit Rückwand“ des Begrünungskompasses) - Ausrichtung mit Blick auf den Aspekt Belichtung (Besonnung und Verschattung) sowie umliegende Nutzungen (z.B. Straße)
Umsetzungs- und Pflege- aspekte [12, S. 34 f.; 88 f.]- Gartenordnung: Regelung der Gestaltung und Instandhaltung von Mietergärten als auch von gemeinschaftlichen Freiflächen è Sensibilisierung durch Informationen zur Bedeutung der Auswahl von heimischen Pflanzen als Beitrag zur Artenvielfalt - Fassadenbegrünung von Balkon- und Terrassenstrukturen mit an die maximale Wuchshöhe angepasste Pflanzenauswahl basierend auf Konzept 26 „Zaunbegrünung“ bzw. Konzept 28 „Fassadenbegrünung“ aus dem Begrünungskompass - Hochbeete oder Pflanzkübel auf Balkon- und Terrassenstrukturen sowie stark versiegelten Bereichen mit mehrjährigen, heimischen Stauden aus Konzept 31 „Blumenkübel“ - Mietergärten (zumindest in Teilen) mit standortangepassten Staudenpflanzungen ansprechend gestalten und zugleich ökologisch aufwerten – Konzept 23 „Vorgarten sonnig“ bzw. Konzept 24 „Vorgarten halbschattig“ aus dem Begrünungskompass als mögliche Pflanzplanungen è Pflegeaufwand bei fachgerechter Ausführung gering

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Handlungsfeld: Flächen zur sozialen Interaktion

3.12 Erholungsflächen ErholungsTlächen erfüllen neben den vielfältigen Ansprüchen der Nutzergruppen durch verschiedene Strukturen auch eine ökologische Funktion, die Naherholung, Naturerfahrung und weitere OQkosystemdienstleistungen miteinander verbindet.

ErholungsflächenAbbildung 17: Erholungsfläche mit Kinderspielbereich und Sitzgelegenheiten im schattigen Grün
Multifunktionale Ansprüche an
Erholungsflächen [12, S. 27–34]
- Kinderspielbereich mit Angeboten für Aktivitäten und Naturerfahrung für verschiedene Altersgruppen - Schattenplätze als quartierbezogene „Klimaoasen“ mit Sitzmöglichkeiten zur Nutzung als sozialer Treffpunkt - Ökologische Qualität durch vielfältige Strukturen, die eine Vielzahl an Ökosystemdienstleistungen erbringen - „Optischer Erholungswert“ durch ansprechende Gestaltung und Pflege - Barrierefreiheit und Sicherheit
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen- Nutzung von verschiedenen Elementen, wie Gehölzstrukturen und Staudenbeete schafft eine umfassende Wirkung auf die betrachteten Indikatoren, dabei hervorzuheben sind: • Vielfalt der Strukturen sorgt für eine höhere Artenvielfalt bei Pflanzen als auch Tieren – Mosaiklebensraum • Rückzugs- und Erholungsort als thermische Ausgleichsräume durch klimaökologische Wirkung
Planungs- aspekte [12, S. 89–92]- Dimensionierung der einzelnen Gestaltungselemente in Abhängigkeit von der Größe der verfügbaren Fläche - Befestigte Wegstrukturen auf die notwendigen Zugangswege zu den Strukturen beschränken – Versiegelung minimieren - Flächennutzung multifunktional denken: • Grünflächen – Mosaik aus intensiv und extensiv gepflegten Bereichen sowie Altgrasstreifen zur Erfüllung der Biotop- und Erholungsfunktion • Staudenbeet – „optischer Erholungswert“ durch attraktiven Blühaspekt und Beitrag zur Artenvielfalt • Gehölzstrukturen – Schaffung von „Klimaoasen“ mit verschatteten Sitzmöglichkeiten als sozialer Treffpunkt sowie wertvolle Biotopstruktur • Versickerungsmulden / Rigolen – Beitrag zum urbanen Regenwassermanagement mit Wirkung als weitere Lebensraumstruktur durch Bepflanzung mit Stauden - Mieterbeteiligung bei der Neuplanung oder Umgestaltung der gemeinschaftlich nutzbaren Freiräume – Mix aus zielgruppenspezifischen Angeboten und nutzungsoffenen Flächen

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Umsetzungs- - Ökologisches Bodenmanagement, um in der Umbauphase die und Pflege- Beanspruchung des Bodens gering zu halten aspekte - Angedachte multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten der [12, S. 34; 57] einzelnen Elemente mit den BewohnerInnen kommunizieren und für ökologische Pflegemaßnahmen sensibilisieren

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Handlungsfeld: Stell<lächen, Wegeführung & Versickerung

3.13 Stellflächen StellTlächen bringen während Erschließung, Bau und Endzustand negative Umweltwirkungen mit sich, die durch eine ökologische Gestaltung deutlich gemindert werden können und trotzdem die Hauptfunktion dieser Flächen zuverlässig erfüllen.

StellflächenAbbildung 18: Begrüntes Rasengitter (Quelle: OBI, o.J.) Abbildung 19: Fugenpflaster mit Begrünung und integrierter Versickerungsmulde mit Bepflanzung (Quelle: Sieker, o.J.)
Prinzipien beim Bau von ökologischen Stellflächen [17, S. 6–11]
- Funktionalität muss durch den Deckenaufbau und das Material hinsichtlich der Tragfähigkeit und Belastbarkeit ausreichend gegeben sein - Flächenverbrauch und Versiegelung sind auf ein Minimum zu reduzieren – Integration von naturnahen Flächen und Nutzung von wasserdurchlässigen Belägen sowie ggf. Einbau von Versickerungsmöglichkeiten - Schaffung von vegetationsfähigen Flächen, die sowohl Spontanvegetation in den Zwischenräumen als auch Wachstum von Gehölzen ermöglichen è Reduktion der negativen Auswirkungen von Versiegelung auf das Landschaftsbild sowie Schaffung von Ökosystemdienstleistungen
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [17, S. 17–20]- die wasserdurchlässige Gestaltung von versiegelten Stellflächen mindert das Überflutungsrisiko bei Starkregenereignissen - die Nutzung von hellen Materialien für die Oberflächengestaltung i.V.m. der Vegetation tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei - eine naturnahe Anlage mit Orientierung an natürlichen Referenzen aus der Kulturlandschaft (z.B. „Bongerte“ als rasterförmige Anordnung von Obstbäumen) fördert die landschaftliche Integration und Artenvielfalt

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Planungs- aspekte [17, S. 49–60; 72–78]- Begrünbare Pflasterdecken mit optimaler Eignung als Parkplätze sind mit den folgenden Materialien möglich: • Natursteinpflaster – breite Fugen ermöglichen die Entwicklung von Vegetation bei uneingeschränkter Eignung als Befestigung von Parkplätzen • Fugenpflaster / Grünfugenplatten mit Kammerkonstruktion – auf Stellplätzen sind Fugen von mehr als 1 cm Breite einsetzbar à Ersatz von konventionellen Betonpflastersteinen durch innovative Pflastersteine mit Biochar als Zusatzstoff zur Verringerung des CO -Fußabdrucks 2 • Rasengitter aus Steinen oder Kunststoff – höherer Anteil an Öffnungen und damit größerer vegetations- und versickerungsfähiger Flächenanteil gegenüber Naturstein- /Fugenpflaster • Blumenschotterrasen – Flächen mit nur gelegentlichen Verkehrsbelastungen durch reduzierte Tragfähigkeit und Belastbarkeit des Deckenaufbaus sowie stärkerem Pflanzenaufwuchs è Rasengitterstein sowie Blumenschotterrassen bieten Möglichkeiten zur Ansaat von trittfesten Pflanzenarten nach Konzept 25 „Wegbegrünung“ des Begrünungskompasses oder Begrünung durch natürlich aufkommende Vegetation - dauerhafte Begrünung vermindert die Versickerungsleistung durch den notwendigen Oberbodenanteil – dieser sollte so gering wie möglich gehalten werden und mit einem hohen mineralischen Anteil kombiniert werden, um eine hohe Wasserdurchlässigkeit zu erhalten - ansonsten weitere Gestaltungsmöglichkeiten durch die Einplanung von Elementen wie: • Gehölzstrukturen mit Krautsaum als Trennlinien sowie zur landschaftlichen Integration • Extensive Staudenpflanzungen und Wiesen • Parkstandtrennung durch Holzpfähle / größere Steine
Umsetzungs- und Pflege- aspekte- Ökologische optimierte Pflegehinweise sind bei den jeweiligen Kategorien zu finden: • Extensives Grünflächenmanagement • Staudenbeete • Gehölzstrukturen

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3.14 Wegeführung Wege stellen Verbindungselemente innerhalb von Quartieren dar, wobei der Fokus bei dieser Struktur ebenfalls auf der Funktionalität liegt. Dennoch lässt sich durch die Reduzierung von befestigten Flächen i.V.m. einer naturnahen Anlage von Wegen ein relevanter Beitrag zur klimaresilienten Quartiersentwicklung leisten.

WegeführungAbbildung 20: Reduktion der befestigten Flächen auf das funktional notwendige Maß am Beispiel des Thornschen Geländes
Perspektiven auf die Wegegestaltung im
naturnahen Garten [18, S. 11–15]
- Wegflächen bilden einen großen Teil der versiegelten Bodenflächen auf Grundstücken, die mit negativen Effekten auf das Mikroklima, die Versickerungsfähigkeit sowie die Artenvielfalt verbunden sind – folglich ist ein Perspektivwechsel für die ökologische Ausgestaltung notwendig: • Wegflächen als Lebensräume betrachten, ohne dabei die Funktion zu beeinträchtigen • Versickerungsfähige Wegflächen als Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Boden und Wasser • Naturnahe Wegegestaltung als lebendiges Gestaltungselement
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [18, S. 16]- die wasserdurchlässige Gestaltung von versiegelten Wegen mindert das Überflutungsrisiko bei Starkregenereignissen - die Nutzung von hellen Materialien für die Oberflächengestaltung i.V.m. der Vegetation tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei - Potenzial für besonders wertvollen Lebensraum nach natürlichen Vorbildern der mageren Schotter-, Kies- und Sandflächen für verschiedene Pflanzen- und Tierarten
Planungs- aspekte [18, S. 45–58; 65 f.]- Verringerung der versiegelten Bodenfläche durch Beschränkung der Flächen auf das funktional notwendige Maß und nach Möglichkeit barrierefrei in der Gestaltung - Nutzung von wasserdurchlässigen Pflasterziegeln als Gestaltungsmöglichkeit für stärker versiegelte Flächen - Auswahl der Wegoberflächen nach Nutzungsansprüchen: • Glatte Wegoberflächen für barrierefreie Nutzung o Beton- und Natursteinplatten o Beton- und Klinkerpflaster o Wassergebundene Wegedecken / Kieswege • Raue Wegoberflächen mit natürlichem Ursprung für eine optische Einpassung in den Naturgarten o Natursteinpflaster o Rindenmulch und Holzhäcksel o Blumenschotterrasen und Rasengittersteine - Gefälle der Flächen muss immer weg von den Gebäuden führen – bei ebenen Flächen Versickerungsmulde einplanen - Einplanung einer Einfassung für die folgenden Deckschichten, die diese aus statischen Gründen benötigen: • Beton-, Klinker- und Natursteinpflaster • Beton- und Natursteinplatten

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Umsetzungs- - fachgerechte Anlage von Gesamtaufbau bestehend aus und Pflege- Untergrund, Tragschicht und Deckschicht mit individueller aspekte Ausgestaltung je nach Wegoberfläche [18, S. 75–99; - je häufiger eine Nutzung der Wegflächen erfolgt, desto weniger 127–130] pflegeintensiv ist die Struktur, da der Aufwuchs durch die zerstörende Wirkung der Trittbelastung gemindert wird – Eingriffe nur nach ästhetischen Ansprüchen notwendig

  • Wege, die regelmäßig renoviert werden müssen: • Rindenmulch- und Holzhäckselwege – ohne Unterbau muss jedes Jahr Material ergänzt werden; mit Unterbau ungefähr alle drei Jahre • Wassergebundene Wegedecken – die obersten 3-5 cm der Deckschicht in regelmäßigen Abständen aufbrechen und mit einer Walze wieder verdichten

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3.15 Versickerungsmulden / Rigolen Versickerungsmulden / Rigolen können in von Starkregen gefährdeten Gebieten einen wichtigen Beitrag zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung leisten. Eine ökologisch aufgewertete Bepflanzung dieser Strukturen schaSt eine multifunktionale Fläche mit positiven Wirkungen für Klimaanpassung und Förderung der Artenvielfalt.

Versickerungsmulden / RigolenAbbildung 21: Bepflanzte Versickerungsmulde im zweiten Standjahr (Quelle: Eppel-Hotz, 2019)
Kurzvorstellung der Systeme zur dezentralen
Regenwasserbewirtschaftung [19, S. 13–23]
- Versickerungsmulde als begrünte und meist flache Bodenvertiefung zum Aufstau des Regenwassers für maximal 24 Stunden bevor es, zeitlich verzögert, versickert - Rigolen als unterirdisches Speicherelement aus Kies oder Kunststoffelementen, die über vorgesehene Anschlüsse als Rohr-Rigole direkt das Regenwasser unter Abtrennung von Laub und festen Verschmutzungen zugeleitet bekommen è Kombination der beiden Anlagen als Mulden- Rigolen-Versickerung möglich und insbesondere bei weniger durchlässigen Böden sinnvoll
Übersicht der relevanten Umwelt- wirkungen [20, S. 16], [21, S. 8]- zentrale Umweltwirkung ist die Entwässerung versiegelter Flächen sicherzustellen – bepflanzte Mulden bieten eine Verbesserung der Versickerungsfähigkeit von ca. ein Drittel im Vergleich zu Rasen als bislang standardmäßige Begrünung - Die Staudenbepflanzung erzeugt eine Multifunktionalität mit ökologischem Wert zur Steigerung der Artenvielfalt und Attraktivität der Fläche durch Blühaspekte, was für eine höhere Aufenthaltsqualität sorgt; Verbesserung des Mikroklimas und der Luftqualität als weitere Ökosystemdienstleistungen
Planungs- aspekte [20, S. 9–15], [21, S. 4 f.], [22, S. 11–16; 19; 24 f.; 29–31]è nach DWA-A 138 vorgegebene Begrünung wurde in der Regel durch eine anspruchslose und pflegeleichte Rasensaat realisiert – Änderungsentwurf zu DWA-A 138-1 weist ausdrücklich auf die Möglichkeit der Verwendung von Gräsern, Stauden und Gehölzen als Bepflanzung hin - Beachtung von Vorgaben des Boden- und Gewässerschutzes aufgrund der stofflichen Belastung von Niederschlagsabflüssen von befestigten Flächen im Siedlungsbereich - Prüfung von Durchlässigkeit (k-Bereich von 1x10-3 bis 1x10-6), f Mächtigkeit (mindestens 1 m über dem mittleren höchsten Grundwasserstand) und Leistungsfähigkeit des Sickerraums - Abstand von Gebäuden (mind. 1,5-fache der Baugrubentiefe) - Einrichtungen zur Wasserverteilung für gleichmäßiges Überfließen längs der Flächenkanten sowie Unterbrechungen der Mulde durch Bodenschwellen bei starkem Längsgefälle - Flächenbedarf von etwa 10-20 % der zu entwässernden, versiegelten Flächen – ortsübliche Niederschläge sowie Wasserdurchlässigkeit des anstehenden Bodens als weitere zentrale Größen für die Dimensionierung - Einstautiefe von maximal 30 cm mit einer Muldenböschung im Verhältnis von 1:2, um Erosion zu minimieren

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- Oberbodenschicht mit einer Mächtigkeit von 20-30 cm als Substrat für die Pflanzen – ggf. Aufbringung einer Mulchschicht aus wasserdurchlässigen Materialien wie Schotter und Kies zur Reduzierung des Pflegeaufwands à angepasste Pflanzkonzepte für eine Kies- bzw. Splitt- oder Schottersickermulde sind in Konzept 17 „Muldenbepflanzung mit Stauden“ im Begrünungskompass dargestellt - für ein natürliches Aussehen der Versickerungsmulde ist auch eine Ergänzung der Staudenpflanzung mit Saatgut oder Bodendeckern möglich – eine geschlossene Pflanzendecke verhindert das Aufkommen von unerwünschten Dauerunkräutern sowie Erosion im Böschungsbereich
Umsetzungs- und Pflege- aspekte [20, S. 18 ff.], [21, S. 14], [22, S. 32 ff.]- beim Bau von Versickerungsanlagen sind alle erforderlichen Schutzmaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Versickerungsfähigkeit des Untergrunds zu treffen - Pflanzen für wechselfeuchte/-trockene Standorte sind im Sohlbereich zu platzieren - Pflanzdichte von 5-8 Stauden pro m2 als Richtwert Fertigstellungspflege: - nicht direkt Niederschlagsabflüsse zuleiten, um ungestörtes Anwachsen der Bepflanzung zu ermöglichen – vorläufige Entwässerung über provisorisch angelegte Mulde - während anhaltender Trockenphasen ausreichend bewässern Entwicklungs- und Erhaltungspflege - 2-4 Kontrollgänge pro Jahr zur Entfernung von unerwünschten Dauerunkräutern, Gehölzen und Laub-/Stoffeinträgen - Jährlicher Rückschnitt der Stauden im Spätwinter / Frühjahr mit anschließender Entfernung des Mahdguts

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