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ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG
Transformation der Wärmenetze Aquasol und Hausen
Projektbeschreibung
Oktober 2026
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ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG Transformation Wärmenetz Aquasol und Hausen Leistungsbeschreibung
- Ausgangssituation und Vorhaben
In der Stadt Rottweil werden zwei Wärmenetze durch die ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG (ENRW) betrieben, die sowohl kommunale als auch private und gewerbliche Gebäude mit Wärme versorgen (siehe Abb. 1).
Kläranlage
Charlottenhöhe
HZ Aquasol Biogasanlage Hausen
Krummer Weg
Wärmenetz Aquasol Wärmenetz Hausen
Hausen
Vinzenz von Paul
Abb. 1: Nahwärmeversorgung Rottweil und Hausen (Hauptachse: blau; Untersuchungsgebiet: orange)
Wärmenetz „Aquasol“
Das Wärmenetz „Aquasol“ versorgt 420 Gebäude mit etwa 600 Wohneinheiten über 370 Übergabestationen (ca. 20.000 MWh/a). Die Wärmebereitstellung erfolgt durch ein gasbetriebenes BHKW (600 kW ) sowie drei Gaskessel (insgesamt 13.800 kW ). Der el th Erzeugungsstandort liegt am Solebad „Aquasol“. Das Netz befindet sich in kontinuierlicher Erweiterung und erstreckt sich über den südlichen Bereich der Stadt vom Solebad bis hin zum Wohngebiet Charlottenhöhe.
Wärmenetz „Hausen“
Das Wärmenetz im Ortsteil Hausen versorgt 220 Gebäude mit rund 280 Wohneinheiten über 210 Übergabestationen (ca. 5.000 MWh/a). Die zentrale Wärmeerzeugung erfolgt über eine Biogasanlage, die seit 2007 in Betrieb ist und sich derzeit noch in der EEG- Vergütung befindet. Ergänzend werden ein Biogas-BHKW (560 kW ), ein Erdgas-BHKW th (320 kW ) sowie ein Erdgaskessel (2.900 kW ) betrieben. Das Netz erstreckt sich th th flächendeckend über den Ortsteil Hausen.
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Für die bestehenden Wärmenetze wurde ein Transformationsplan erstellt. Im Rahmen der geplanten Transformation ist vorgesehen, die beiden bestehenden Wärmenetze „Aquasol“ und „Hausen“ zu einem gemeinsamen Verbundnetz zusammenzuführen. Hintergrund dieser Maßnahme ist die bevorstehende Stilllegung und der Abriss des Hallenbads mit der darin befindlichen Heizzentrale „Aquasol“. Gleichzeitig bietet der Standort Hausen infrastrukturelle und räumliche Potenziale zur Modernisierung und Erweiterung der Wärmeerzeugung.
Basierend auf dem Ergebnis der Transformationsplanung sollen für das im folgenden Kapitel beschriebene Maßnahmenpaket 1 (MP 1) die weiteren Planungsleistungen der nachfolgenden Leistungsbilder stufenweise erbracht werden:
▪ Technische Ausrüstung (Stufe 1: Lph 2-4, Stufe 2: Lph 5-8) ▪ Gebäude- und Innenräume (Stufe 1: Lph 2-4, Stufe 2: Lph 5-8) ▪ Tragwerk (Stufe 1: Lph 2-4, Stufe 2: 5-6) ▪ Verkehrsanlagen (Lph 1-4; Stufe 2: 5-8)
Zur weiteren Planung der Anlage wurde ein Förderantrag für Modul 1 – Stufe 2 gestellt. Die Anforderungen der Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Wärmenetze sind bei der Planung der Anlage einzuhalten. Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt vorbehaltlich der Förderzusage.
Grundlage der Planung ist die Konzeption gemäß Transformationsplan. Diese muss hinsichtlich der geänderten Rahmenbedingungen (aktualisiertes Merkblatt vom 01.04.2026) gegenüber dem Stand der Konzeption der Förderung überarbeitet werden.
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- Leistungsbeschreibung und Planungsumfang MP 1
Das MP 1 sieht den Neubau einer Heizzentrale auf dem Gelände der bestehenden Biogasanlage in Hausen vor. Aus der neuen Heizzentrale soll das Netz „Hausen“ und das Netz „Aquasol“ mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Als Erzeugung sind eine zweistufige Wärmepumpe (Gesamtleistung 1.500 kW ) und ein Holzkessel (4.000 kW ) th th mit Abgaskondensation vorgesehen. Zur zeitlichen Entkopplung von Wärmeerzeugung und -bedarf ist ein Wärmespeicher mit 1.000 m³ bis 2000 qm³ vorgesehen.
Folgende Wärmequellen sollen für die Wärmepumpe genutzt werden:
▪ Außenluft ▪ Abgaskondensation
Die Auslegung der Wärmepumpe ist so zu planen, dass die benötigen Vorlauftemperaturen von 85 °C im Dauerbetrieb geliefert werden können.
Die Heizzentrale soll modular aufgebaut und erweiterbar sein, um langfristig auf die Weiterentwicklung des Wärmenetzes reagieren zu können. In der Planung der Technischen Anlagen und der Gebäudeplanung ist ein möglicher Zubau weiterer Erzeugungskapazitäten zu berücksichtigen. Die Planung ist so zu entwickeln, dass eine mögliche Erweiterung ohne wesentliche Eingriffe in die Struktur des Gebäudes ermöglicht wird.
Die Verkehrliche Anbindung ist in der Planung ebenfalls zu berücksichtigen. Es ist zu überprüfen, ob die bestehende Anbindung in Hinblick auf die neuen Anforderungen bestehen bleiben kann oder zu erneuern ist.
Für den Heizzentralenneubau soll nach aktuellem Stand das umliegende Gelände/Waldgebiet in Anspruch genommen werden. Aufgrund der möglichen Inanspruchnahme von angrenzenden Flächen ist eine frühzeitige artenschutzrechtliche Relevanzprüfung vorzunehmen.
Das Bauvorhaben liegt in der Erdbebenzone 1 sowie im Wasserschutzgebiet Zone III A. Die Lage ist bei der Planung zu berücksichtigen, soweit daraus entsprechende Anforderungen entstehen.
Ziel der Planungsleistungen ist die Erarbeitung einer genehmigungsfähigen und technisch sowie wirtschaftlich optimierten Planung als Grundlage für die anschließende Ausführungsplanung und Realisierung des Gesamtvorhabens. Die Planung hat dabei die Anforderungen an die Energieeffizienz, Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit des Wärmenetzes zu berücksichtigen.
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Nach bisherigem Stand sind für folgende Maßnahmen die weiteren Planungsleistungen zu erbringen:
Los 1
Technische Ausrüstung ▪ Holzkessel 4.000 kW inkl. Abgaskondensation th ▪ Wärmepumpe 1.500 kW th ▪ Wärmespeicher rd. 1.000 m³ ▪ Einbindung Energieerzeuger (wärmeseitig, quellenseitig, regelungstechnisch, elektrisch) ▪ Druckhaltung, Netzpumpen, Wasseraufbereitung ▪ ggf. dezentrale Einbindung bestehender Anlagen ▪ Trafostation ▪ Elektroarbeiten ▪ Regelungstechnische Integration in die bestehende Leittechnik bzw. Erweiterung der Bestandsregelung
Optionale Besondere Leistungen des Loses 1: ▪ Begleitung der Inbetriebnahme (auf Stundenbasis, für Zwecke der Wertung 150 h unterstellt) ▪ Vorabstimmung und Begleitung der Abnahme der Wärmepumpe durch eine zentrale Überwachungsstelle (ZÜS). Die ZÜS wird vom Auftraggeber beauftragt. (Pauschale) ▪ Förderbegleitung von Modul 1 (Pauschale): Ansprechpartner für Abwicklung der Fördermittel Erstellung Schlussbericht Zusammenstellung und Prüfung aller erforderlichen Unterlagen für Schlussverwendungsnachweise Beantwortung von Rückfragen des Fördermittelgebers Klärung, Anpassung und Aufstockung Förderantrag Vorbereitung der Unterlagen für die Beantragung weiterer Fördermodule und Beantwortung von Rückfragen des Fördermittelgebers ▪ Förderbegleitung von Modul 2 (Pauschale je Förderjahr): Ansprechpartner für Abwicklung der Fördermittel Erstellung Sachbericht
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Zusammenstellung und Prüfung aller erforderlichen Unterlagen für Zwischen- und Schlussverwendungsnachweise Beantwortung von Rückfragen des Fördermittelgebers Steuerung Fördermittelplan inkl. Verschiebung der Fördermittel Klärung, Anpassung und Aufstockung Förderantrag Vorbereitung der Unterlagen für die Beantragung von Fördermodul 4 und Beantwortung von Rückfragen des Fördermittelgebers
Los 2 Gebäudeplanung ▪ Gründung ▪ Heizzentralengebäude am neuen Standort ▪ Fundamente Gebäude und Wärmespeicher
Los 3 Tragwerksplanung ▪ Gründung ▪ Heizzentralengebäude am neuen Standort ▪ Fundamente Gebäude und Wärmespeicher
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Los 4
Verkehrsanlagen einschließlich dazugehöriger Außenanlagen ▪ Zufahrten, Erschließungs-, Betriebs-, Wartungs-, Rangier- und Aufstellflächen einschl. Waage für Brennstofflieferungen ▪ erforderliche Feuerwehrzufahrten sowie Aufstell- und Bewegungsflächen ▪ Schleppkurven- und Befahrbarkeitsnachweise für die maßgebenden Fahrzeuge ▪ Toranlagen einschließlich erforderlicher Vorfahrts-, Warte-, Rangier- und Bewegungsflächen ▪ Anschlüsse und Anpassungen an bestehende Verkehrs-, Betriebs- und Freiflächen einschließlich Höhen-, Gefälle- und Belagsanschlüssen, ▪ Berücksichtigung der Grundstücksgrenzen, Einfriedungen und Abgrenzungen zu öffentlichen und privaten Flächen ▪ Geländemodellierungen, Böschungen, Stützungen und sonstige erforderliche Anpassungen des Geländes ▪ Entwässerungsantrag sowie Planung sämtlicher befestigter Flächen einschließlich erforderlicher Leitungen, Einläufe, Rinnen, Rückhaltung, Versickerung und Anschlüsse an den Bestand einschl. Retentionsflächen und deren Planung ▪ Begleitgrün und sonstige erforderliche Außenanlagen
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- Kosten
Für die das MP 1 sind aktuell nachfolgend aufgeführte Kosten zur Orientierung angesetzt. Im Zuge der Lph 2 und 3 sind detailliertere Kosten zu ermitteln.
Los 1: Technische Ausrüstung
▪ KG 420 Wärmeversorgungsanlagen 7.100.000 EUR ▪ KG 440 Elektrische Anlagen 0.600.000 EUR ▪ KG 480 Gebäude- und Anlagenautomation 0.400.000 EUR
Los 2 Gebäude und Innenräume
▪ KG 300 Bauwerk Heizzentrale 2.100.000 EUR
Los 3 Tragwerksplanung
▪ KG 300 Bauwerk Heizzentrale (0,9 x 2.100.000 EUR =) 1.890.000 EUR
Los 4 Verkehrsanlagen und Außenanlagen
▪ KG 500 Außenanlagen 0.480.000 EUR
- RAHMENBEDINGUNGEN
Es sind Angebote für alle Lose abzugeben.
Das Honorar wird wie folgt ermittelt:
▪ Für alle Lose: Lph 2-4 auf Basis der Kostenberechnung gemäß Entwurfsplanung ▪ Für alle Lose: Lph 5-8 auf Basis Kostenfeststellung
Für die Besonderen Leistungen und die optionalen Besonderen Leistungen des Lose 1 gelten Pauschalen (für die Förderbegleitung des Moduls 2: Jahrespauschalen).
Zusammen mit dem Angebotsschreiben wird ein ausgefülltes Honorarblatt, das mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe zur Verfügung gestellt wird, einzureichen sein.
Die zugelassenen Bieter werden hier Honorarzone, prozentualen Zu- oder Abschlag und einen Prozentsatz für die Nebenkosten und die sich auf Grundlage des Basissatzes (Mindestsatzes) der HOAI anhand des vorstehend geschätzten Bauvolumens jeweils ergebenden Beträge und – für die (auch optionalen) Besonderen Leistungen für Los 1 – jeweils eine Pauschale bzw. – für die Begleitung der Inbetriebnahme – einen Stundensatz anzugeben haben. Seite | 8
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Die Einträge für die Honorarzone, Zu- oder Abschlag und Prozentsatz für die Nebenkosten bilden die Grundlage für die an der HOAI (Basissatz) orientierte Ermittlung sowohl des vorläufigen Gesamthonorars für Zwecke der Angebotswertung (Preiskriterium) als auch für die Bestimmung der geschuldeten vertraglichen Vergütung (Letzteres auf Basis der Kostenberechnung (Lph 2-4) bzw. Kostenfeststellung (Lph 5-8)). Die Pauschalen für die (auch optionalen) Besonderen Leistungen werden für Los 1 im Gesamthonorar berücksichtigt (für die Förderbegleitung Modul 2: 4 x die Jahrespauschale) bzw. unverändert gesondert als Pauschale vergütet. Für die Begleitung der Inbetriebnahme wird der
Es findet sowohl für das Vergabeverfahren als auch für die Ermittlung der vertraglichen Vergütung die bei Beginn des Vergabeverfahrens gültige Fassung der HOAI (insbesondere deren Honorartabellen) Anwendung.
Einzelheiten zu den Wertungskriterien (Qualitätskriterium) werden zu Beginn der Angebotsphase mit den Vergabeunterlagen zur Verfügung gestellt.
In der 50. Kalenderwoche (ab 7. Dezember 2026) ist eine Vor-Ort-Präsentation der zur Angebotsphase zugelassenen Bewerber vorgesehen.
Zusätzliche, nicht vorhersehbare Tätigkeiten, können im Rahmen des vergaberechtlich Zulässigen beauftragt werden. Dafür werden die folgende Stundensätze im jeweiligen Vertrag vorgesehen sein: Projektleiter (150 EUR), Projektmitarbeiter (120 EUR), CAD-Mitarbeiter (90 EUR).
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