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Schule Regis-Breitingen
Betreff: Schule Regis-Brei(cid:415)ngen Von: "Pfefferkorn, Tom - LfD" Tom.Pfefferkorn@lfd.sachsen.de Datum: 25.03.2024, 17:18 An: "ibmf@gmx.de" ibmf@gmx.de Kopie (CC): "Victoria Delmare (Victoria.Delmare@lk-l.de)" Victoria.Delmare@lk-l.de
Sehr geehrter Herr Frommhold,
bi(cid:425)e entschuldigen Sie, dass wir uns erst so spät zurückmelden – es sind trotz aller Unkenrufe sehr viele Denkmalbaumaßnahmen im Landkreis in Planung oder in Ausführung begriffen.
Bevor ich mich zum Protokoll äußere, einige grundsätzliche Anmerkungen. Der Schulanbau auf Basis des Typs „Dresden“ in Regis weist noch einen wesentlichen authen(cid:415)schen Zeugniswert auf. Neben wich(cid:415)gen Details der ursprünglichen Planung weist er vor allem strukturelle Qualitäten auf. Diese sollen auch in der Sanierung herausgestellt und gestärkt werden. Das betri(cid:335) die Grundrissgestaltung, die Gestaltung der Fensterbänder, das Wandbild an der nördlichen Giebelseite und einige weitere Details. Uns ist bewusst, dass er aus heu(cid:415)ger Sicht neben dem Verschleiß auch im Projekt begründete bautechnische Schwächen hat, wie die völlig fehlende Wärmedämmung, und DDR-spezifische Ausführungsmängel, die nicht unbedingt zu einem architektonisch qualitätvollen Erscheinungsbild beitragen.
Sie haben in der Beratung und im vorliegenden Entwurf einen wesentlichen Fokus auf Energieeffizienz gelegt, was grundsätzlich rich(cid:415)g ist und kün(cid:332)ig der Stadt Betriebskosten sparen soll. Der Denkmalstatus ermöglicht hier jedoch Erleichterungen, die auch übers Ganze gesehen zu einem gesunden Verhältnis zwischen Sanierungskosten und späteren Betriebskosten führen. Vereinfacht gesagt: Bei 10 % güns(cid:415)geren Betriebskosten, die aber durch 100 % höhere Baukosten erkau(cid:332) werden, ist das für den Bauherrn auch kein güns(cid:415)ges Verhältnis. Und, wie schon zur Beratung erwähnt, sind Dreischeibenverglasungen weder im Denkmalschutz noch von den Kosten her darstellbar.
Zu Ihrem Protokoll vom 08.02.2024 möchten wir einige Details ergänzen: 2.1: Es soll im Bereich des früheren Wandbildes nachuntersucht werden (Nordwestgiebel). Dieses muss nicht freigelegt, aber im Bestand gesichert und erhalten werden. 2.2: 16 cm Mineralwolle werden dann akzep(cid:415)ert, wenn die Ausführungsplanung denkmalgerechte Details im bereich der Tragstruktur, der Brüstungen, der Traufanschlüsse etc. ermöglicht. Sollte dies nicht möglich sein, muss die Dämmstärke geringer gewählt werden. Hierzu sind die Regeldetails und alle Fassadenansichten vorzulegen. 2.5: Dreischeibenverglasungen sind nicht auszuführen. Es sind Holzfenster einzusetzen. Die Rahmenbreiten haben sich so weit als möglich am noch in Teilbereichen vorhandenen Originalbestand zu orien(cid:415)eren. Die Fensterteilung – mit springenden Sprossungen, schmale Flügel rhythmisch oben und unten – ist entsprechend der Originalansichten festzulegen (vorhanden im Kreisarchiv und im Staatsarchiv AS Lzg. als WV-Projekt). 2.6: Regeldetails für die stärkere Dämmung des Daches sind für Traufe und Anschlussbereiche zu erstellen. 2.7: Hier sind vorzugsweise Akus(cid:415)kputze an der Decke einzusetzen. Es ist zu prüfen, inwieweit akus(cid:415)sche Maßnahmen in allen Klassenzimmern erforderlich sind (abhängig von Art der Einrichtung und evtl. Parke(cid:425)boden). 2.8: An einem Nebenraum ohne energe(cid:415)sche Anforderungen ist ein Originalfenster zu erhalten – Raum ist gemeinsam vor Ort festzulegen. Alle vorhandenen TGL-Türen mit Metallrahmen sind zu erhalten. Wo brandschutztechnische/fluchtwegtechnische Auflagen bestehen, sind diese nachzuweisen. Erneuerung von (auch bereits verbreiterten) Türen soll mit Metallrahmen in Anlehnung an Originaltüren erfolgen 2.9: Bi(cid:425)e Übersicht anfer(cid:415)gen, in welchen Räumen welche Bodenbeläge vorhanden sind. Die Boden- und Wand- Fliesenspiegel an den Klassenzimmer-Waschbecken sind möglichst im Original zu erhalten.
Eine denkmalpflegerische Baubeschreibung ist vorab zuzusenden.
In Döbeln wir in absehbarer Zeit eine Schule gleichen Typs abgebrochen. Wir bi(cid:425)en um Kontaktaufnahme, ob von dort noch Aussta(cid:425)ungsteile geborgen und hier bei der Sanierung eingesetzt werden können (z. B. Türen, Parke(cid:425)böden, Geländer). Kontaktaufnahme übern Herrn Dr. Trajkovits (0351-48430449).
An einem Lichthof sollen möglichst die raumhohen Fenster wieder hergestellt werden oder zumindest die Op(cid:415)on dafür vorgehalten werden. Hierfür sollen von der Döbelner Schule ebenfalls noch Absturzsicherungen übernommen werden.
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Für Rückfragen stehen Frau Delmare und ich gern zur Verfügung.
Freundliche Grüße
Tom Pfefferkorn Dipl.-Ing. Architekt
Referent
LANDESAMT FÜR DENKMALPFLEGE SACHSEN Abteilung Gebietsdenkmalpflege Schloßplatz 1 | 01067 Dresden
Tel.: 0351 48 430 549 | Fax: 0351 48 430 599 Mobilnummer: 0173 70 40 252 E-Mail: Tom.Pfefferkorn@lfd.sachsen.de | www.denkmalpflege.sachsen.de Kein Zugang für elektronisch signierte sowie für verschlüsselte elektronische Dokumente
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