Anlage_B.1_Projektbeschreibung.pdf

Planungskonzept für Schwimmbad mit Therapiebereich und Personalwohnhaus

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 20.10.2026, 09:17 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

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Klinik Norderney: Konzepterstellung Schwimmbad und Personalwohnhaus Moltkestraße 15

Anlage B1

Projektbeschreibung

  1. Ausgangssituation

Die Deutsche Rentenversicherung Westfalen betreibt auf der Nordseeinsel Norderney eine Rehabilitationsklinik, die nur rund 100 Meter vom öffentlichen Strand entfernt liegt. Die medizinischen Schwerpunkte der Klinik liegen in den Bereichen Atemwegs- und Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates (Orthopädie) sowie Schlafstörungen.

Mit rund 194 Betten, überwiegend in Einzelzimmern und teilweise mit Meerblick, ist die Klinik ein wesentlicher Bestandteil der stationären medizinischen Rehabilitation. Das Klinikareal besteht aus mehreren funktional miteinander verbundenen Gebäudeteilen. Einer dieser Gebäudeteile ist das Schwimmbad.

Zudem sind an die Liegenschaft Personalwohnhäuser angebunden.

a. Schwimmbad Therapiegebäude Haus A

Das Schwimmbad wurde in den 1980er Jahren errichtet und hat seine übliche technische Nutzungsdauer erreicht bzw. überschritten. Bauteile, Badewassertechnik und Gebäudehülle entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Hygiene und Energieeffizienz. Die Warmwasserversorgung der Liegenschaft erfolgt zentral aus dem Bauteil B. Vor diesem Hintergrund ist eine Sanierung oder ein Ersatzneubau des Schwimmbads vorgesehen, um die Funktionsfähigkeit der Klinik und die therapeutischen Angebote dauerhaft zu sichern.

Kennwerte:

Baujahr: Mitte 1980iger

Therapiefläche: ca. 500 m²

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Klinik Norderney: Konzepterstellung Schwimmbad und Personalwohnhaus Moltkestraße 15

Beckengröße: Bewegungsbecken ca. 13 m x 8 m

Außenansicht Schwimmbad Therapiegebäude

Außenansicht Schwimmbad Therapiegebäude

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Klinik Norderney: Konzepterstellung Schwimmbad und Personalwohnhaus Moltkestraße 15

b. Personalwohnhaus Moltkestraße 15

In fußläufiger Entfernung zur Klinik befindet sich ein Personalwohnhaus mit 15 Wohneinheiten. Das Gebäude stammt vermutlich aus den 1950er Jahren und wurde im Jahr 1990 um einen rückseitigen Anbau erweitert. In den vergangenen Jahrzehnten wurden am Gebäude nur wenige Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, es besteht daher ein erheblicher Sanierungsstau.

Bauteile, technische Anlagen und die Gebäudehülle entsprechen vermutlich nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Dies betrifft insbesondere den baulichen Wärmeschutz, die Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen, den Brandschutz und die Barrierefreiheit. Die Warmwasserversorgung erfolgt über eine Gaszentralheizung im Keller. Auch die Wohnungszuschnitte und die Ausstattung genügen den Anforderungen des Klinikpersonals nur noch eingeschränkt. Hinzu kommen ein zu hoher Energiebedarf und steigende Instandhaltungskosten bei einem Gebäude dieses Alters.

Personalwohnraum ist für den Klinikbetrieb von besonderer Bedeutung. Auf der Insel ist ausreichender und bezahlbarer Wohnraum für Beschäftigte der Klinik vom Arbeitgeber zu stellen. Die Möglichkeit, Personal in Nähe der Klinik unterzubringen, ist ein wichtiger Faktor für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern und damit für die dauerhafte Sicherstellung des Rehabilitationsbetriebs.

Kennwerte:

Baujahr: vermutliche 1950iger / Anbau 1990iger

Grundstücksfläche: 558 m²

Wohnfläche: ca. 690 m²

Anzahl der Wohneinheiten :15 Stück

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Personalwohnhaus Moltkestraße 15 (Ansicht Moltkestraße)

Personalwohnhaus Moltkestraße 15 (Ansicht Roonstraße)

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Klinik Norderney: Konzepterstellung Schwimmbad und Personalwohnhaus Moltkestraße 15

  1. Anlass und Ziel der Maßnahmen

Das Schwimmbad- und Therapiegebäude ist sanierungs- und modernisierungsbedürftig. Ziel der Konzepterstellung ist die Errichtung eines modernen Schwimmbades oder die Sanierung mit den dazugehörigen Therapienutzungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass für den Klinikbetrieb möglichst keine oder nur sehr geringe Ausfallzeiten des Schwimmbades wünschenswert sind. Temporäre Ersatzlösungen sind zu prüfen (wie z.B. „Narwali“, mobile Schwimmbecken).

Die Energieversorgung der Klinikgebäude wird überplant, dabei wird auch die nachhaltige Energieversorgung geprüft. Schnittstellen mit der Energieversorgung des Schwimmbad- und Therapiebereiches sind zu beachten.

Das Personalwohnhaus Moltkestraße 15 ist sanierungs- und modernisierungsbedürftig. Ziel der Maßnahme ist daher die Schaffung eines modernen, zeitgemäßen Personalwohnhauses mit einem nachhaltigen energetischen Standard, mit flexibel kombinierbaren Wohneinheiten, Standardausstattung, und nach Möglichkeit barrierefrei ausgeführt. Die Umsetzung ist abhängig von der Wirtschaftlichkeit als Umbau/ Sanierung oder Neubau möglich. Auch während der Sanierungs-/Umbau- bzw. Neubauphase ist Wohnraum für das Personal in ausreichendem Umfang vorzuhalten.

Luftbild

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  1. Bauliche Konzepte

Gegenstand der Konzepterstellung sind zwei Bauobjekte,

a. Schwimmbad Therapiegebäude

b. Personalwohnhaus Moltkestraße 15

die sowohl ganzheitlich als auch einzeln betrachtet und bewertet werden müssen.

a. Schwimmbad

Um den Klinikbetrieb dauerhaft mit einem funktionsfähigen Schwimmbad aufrechtzuerhalten, sind eine Sanierung des Bestands und ein Ersatzneubau einander gegenüberzustellen.

Für einen möglichen Ersatzbau des Schwimmbades stehen folgende Flächen zur Verfügung:

I. die Tennisplätze,

II. das Grundstück Lütje Dün,

III. gegebenenfalls eine direkte Angliederung an Bauteil E, neben der Turnhalle.

Welche Variante vorzugswürdig ist, wird auf Grundlage einer zu erstellenden Bestandsuntersuchung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung entschieden. Dabei sind auch zeitliche Aspekte, sowohl der Beginn der Maßnahme als auch die Bauzeit, zu berücksichtigen. Gegenübergestellt werden insbesondere:

 Sanierungskosten

 energetischen Einsparpotenziale

 Lebenszykluskosten

 Verbesserung der innerbetrieblichen Abläufe und Wegebeziehungen

 Reduzierung bzw. Vermeidung bestehender funktionaler Doppelstrukturen

 Schaffung einer direkten und barrierefreien Anbindung der neu geschaffenen Bereiche an das Hauptgebäude

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Klinik Norderney: Konzepterstellung Schwimmbad und Personalwohnhaus Moltkestraße 15

 Modernisierung der baulichen und technischen Standards

 Verbesserung der Barrierefreiheit und Nutzerorientierung

 nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Gebäudestruktur

 langfristige Sicherung der Funktionsfähigkeit der Klinik

 Auf Wunsch der Klinik sollen die Bereiche Schwimmbad und Ergometer/ Fitness so angelegt werden, dass die Übersicht über beide Bereiche von einer Person erfolgen kann

b. Personalwohnungen Moltkestraße 15

Um den Wohnraum langfristig zu erhalten und wirtschaftlich zu betreiben, ist eine Sanierung oder ein Ersatzneubau vorgesehen. Im Rahmen der Konzepterstellung ist zu untersuchen, welche dieser Varianten die wirtschaftlichste ist.

Darüber hinaus ist ein temporärer Ersatzbau oder ein dauerhafter Neubau auf dem Grundstück „Lütje Dün“ baurechtlich und wirtschaftlich zu prüfen. Für diesen Bereich liegt kein B-Plan vor, hinsichtlich der Bebaubarkeit muss eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt Norderney gefunden werden. Es wurden bereits Vorentwürfe mit dem Bauamt der Stadt diskutiert, s. Anlagen.

Die Wohnungen im Personalwohnhaus sind an Mitarbeiter vermietet. Es muss entsprechend Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt werden.

Beide Bauvorhaben sind so zu untersuchen, dass sie wahlweise ganzheitlich oder einzeln betrachtet und bewertet werden können.

Die Planung hat dabei die komplexe Schnittstelle zwischen Bestand, Abbruch, Neubau besonders zu berücksichtigen. Die baulichen Eingriffe sind so zu konzipieren und umzusetzen, dass die Funktionsfähigkeit des Klinikbetriebes während der Bauphase, möglichst ohne Einschränkung, aufrechterhalten werden kann.

Der reibungslose Ablauf des Klinikbetriebes ist von großer Bedeutung, da die Patientenzufriedenheit stets erhalten werden muss. Die Klinik ist nur bei voller Auslastung wirtschaftlich zu betreiben.

  1. Anforderungen an die Objektplanung

Gegenstand der ausgeschriebenen Planungsleistung ist die ganzheitliche Objektplanung für die bauliche Neuordnung einschließlich der erforderlichen Abbruch-, Neubaumaßnahmen und Sanierungsmaßnahmen.

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Die Planung ist unter besonderer Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz, der bestehenden technischen und funktionalen Strukturen sowie der laufenden Nutzung der Klinik zu entwickeln.

Von besonderer Bedeutung sind dabei:

Bestandsintegration und Schnittstellen

 sorgfältige Analyse und Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz

 Entwicklung einer schlüssigen Schnittstelle zwischen Bestand, Abbruch, Neubau Sanierung und Erweiterung

 Berücksichtigung vorhandener Gebäudestrukturen

Funktionalität und Nutzerorientierung

 patientengerechte und barrierefreie Erschließung

 klare und kurze Wegebeziehungen

 optimierte Betriebs- und Logistikabläufe

 Berücksichtigung der besonderen Anforderungen einer Rehabilitationsklinik

Baukonstruktion und Technik

 dauerhafte und wirtschaftliche Konstruktionen

 Berücksichtigung der besonderen bauphysikalischen Anforderungen im Bereich des bestehenden Schwimmbades

 Integration der technischen Gebäudeausrüstung in den Bestand und die neu zu errichtenden Gebäudeteile

 Einhaltung der aktuellen gesetzlichen und technischen Anforderungen

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

 wirtschaftliche Flächen- und Grundrissorganisation

 wirtschaftliche Investitions- und Folgekosten

 robuste und wartungsarme Konstruktionen, vor allem im Hinblick auf das Nordseeklima

 Berücksichtigung von Energieeffizienz und Nachhaltigkeitsaspekten

 wirtschaftliche Nutzung der vorhandenen Gebäudestruktur

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  1. Bauen im laufenden Klinikbetrieb

Eine besondere Herausforderung der Maßnahme besteht darin, dass die Baumaßnahmen auf einem bestehenden und weiterhin genutzten Klinikareal durchgeführt werden.

Die Planung ist daher unter besonderer Berücksichtigung der betrieblichen Abläufe der Klinik zu entwickeln. Beeinträchtigungen von Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden sowie des laufenden medizinischen und therapeutischen Betriebes sind auf das unvermeidbare Mindestmaß zu reduzieren.

Hierzu sind insbesondere geeignete Lösungen für:

 Baustellenlogistik und Baustellenerschließung

 Trennung von Baustellen- und Klinikbetrieb

 Staub-, Lärm- und Erschütterungsschutz

 Rettungs- und Fluchtwege

 Brandschutz während der Bauphase

 Versorgungssicherheit der Bestandsgebäude

 temporäre Umleitungen und Erschließungen

 Beachtung der örtlichen Vorschriften

zu entwickeln und frühzeitig mit dem Auftraggeber und den weiteren Beteiligten abzustimmen.

  1. Planungsziel

Mit der Gesamtmaßnahme soll die Klinik Norderney funktional, gestalterisch und technisch zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Dazu wird das Schwimmbad entweder saniert oder durch einen modernen Neubau ersetzt. In beiden Fällen muss der Klinikbetrieb in jeder Bauphase und mit allen Funktionen uneingeschränkt aufrechterhalten bleiben.

Ziel ist es, die Betriebsabläufe zu optimieren und die vorhandene Klinikstruktur nachhaltig zu stärken. Es soll eine qualitätsvolle, wirtschaftliche und dauerhaft nutzbare Lösung entstehen, die sich selbstverständlich in den bestehenden Gebäudekomplex und das Klinikgelände einfügt.

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