[Seite 1]
Technische Mindestanforderungen
Umsetzung Einspeisemanagement
§ 9, Abs. 1 und 2 Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2023
(gültig ab 1. Januar 2023)
Netzbetreiber: Überlandwerk Mittelbaden GmbH & Co. KG Lotzbeckstraße 45 77933 Lahr Stand: 11/2024
Seite: 1 - 9
[Seite 2]
INHALTSVERZEICHNIS:
Geltungsbereich................................................................................................ 3
Technisches Konzept ....................................................................................... 3
Technische Umsetzung der Anforderungen nach § 9 Abs. 1 und 2 EEG für Erzeugungsanlagen .................................................................................... 4
Grundsätze ....................................................................................................... 4
Sicherheitshinweise .......................................................................................... 4
Funkrundsteuerempfänger (FRE) ..................................................................... 4
Reduzierung der Einspeiseleistung .................................................................. 4
FRE-Einbauort und -Installation ....................................................................... 5
FRE-Beschaltung.............................................................................................. 6
Ausrichtung der integrierten abgesetzten Antenne .......................................... 7
Ausrichtung und Installation einer abgesetzten Antenne ................................. 8
Funktionsprüfung .............................................................................................. 9
Ansprechpartner ............................................................................................... 9
Seite: 2 - 9
[Seite 3]
Geltungsbereich
Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023), gültig ab 04.01.2023, müssen Erzeugungsanlagen mit einer installierten elektrischen Wirkleistung von mehr als 25 kW, bei Photovoltaikanlagen von mehr als 25 kW installierter Modulleistung, über eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung verfügen.
Die Pflicht zur Installation der Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeise- leistung sowie zur Übernahme der damit verbundenen Kosten obliegt dem Anlagenbetreiber. Kommt der Anlagenbetreiber dieser Verpflichtung nicht nach, besteht kein Vergütungs- anspruch.
Technisches Konzept
Das Signal zur Reduzierung der Einspeiseleistung wird im gesamten Netzgebiet über einen Funkrundsteuerempfänger (FRE) bereitgestellt.
Das ÜWM behält sich vor, das technische Konzept zur Umsetzung der fern-gesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung von Erzeugungsanlagen gemäß § 9 Abs. 1 und 2 EEG anzupassen.
Seite: 3 - 9
[Seite 4]
Technische Umsetzung der Anforderungen nach § 9 Abs. 1 und 2 EEG für Erzeugungsanlagen
Grundsätze
Das ÜWM stellt das Signal zur Reduzierung der Einspeiseleistung der Erzeugungsanlage bei Netzüberlastung über einen FRE bereit. Am FRE werden vier potentialfreie Wechslerkontakte angesteuert. Diese vier Relais stellen die Leistungsstufen 100 % (volle Einspeisung), 60 %, 30 % und 0 % (keine Einspeisung) dar.
Bei verschiedenen Erzeugungsarten (Energieträgern) sind grundsätzlich separate FREs notwendig.
Sicherheitshinweise
Achtung!
Der Einbau und die Montage von elektrischen Geräten darf nur durch eine Elektrofachkraft ausgeführt werden.
Bei Nichtbeachtung der Installationshinweise können Brand oder andere Gefahren auftreten.
Montagen am Netzanschluss 230 V dürfen nur im freigeschalteten Zustand durchgeführt werden. Beachten Sie dabei die 5 Sicherheitsregeln!
FunkRundsteuerEmpfänger (FRE)
Dem FRE wird das Signal zur Reduzierung der Einspeiseleistung durch Langwellen übermittelt.
Nach Eingang der Auftragserteilung wird der Empfänger mit den anlagenspezifischen Daten parametriert und dem Anlagenbetreiber zur Verfügung gestellt.
Reduzierung der Einspeiseleistung
Erhält der Anlagenbetreiber über den FRE ein Signal zur Reduzierung der Einspeiseleistung, muss diese innerhalb von 30 Sekunden umgesetzt/vollzogen werden. Dieser Zeitraum bezieht sich auf die gesamte Erzeugungsanlage, unabhängig von der Anzahl der Erzeugungs- einheiten, aus denen die Gesamtanlage besteht.
Seite: 4 - 9
[Seite 5]
FRE-Einbauort und -Installation
Der FRE ist unmittelbar im oder am zentralen Zählerschrank der Abrechungsmessung Bezug/ Lieferung des Netzbetreibers zu montieren. Für seine Montage ist ein Zählerfeld nach DIN 43870-1 mit mindestens 300 mm vorzusehen.
Bei der Empfängermontage im zentralen Zählerschrank der Abrechnungsmessung ist eine räumliche Trennung vorzusehen (Beispiel: nicht in Kombination mit Bezugszähler bei doppelstöckigen Zählerplätzen). Die Installation muss im Kundenbereich erfolgen.
Bei der Montage am zentralen Bestand- Zählerschrank der Abrechnungsmessung ist ein separater, geeigneter Kleinverteiler/Zählergehäuse mit Schutzklasse II zu verwenden.
Bei neuen Zähleranlagen ist der Montageplatz des FRE im Zählerschrank vorzusehen.
Die direkte Montage auf Mauerwerk ist nicht zulässig.
Vom zentralen Zählerschrank ist eine Steuerleitung zur Erzeugungsanlage zu verlegen.
Bei der Montage sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik einzuhalten.
Funktionsprinzip:
Seite: 5 - 9
[Seite 6]
FRE-Beschaltung
Jedes Relais stellt eine Leistungsstufe dar. Es wird immer nur ein Relais geschaltet.
FRE-Anschlussschema für Erzeugungsanlagen nach EEG:
K 1 – „Ein“ entspricht volle Einspeisung
K 2 – „Ein“ entspricht Begrenzung auf 60 % der Gesamtnennleistung
K 3 – „Ein“ entspricht Begrenzung auf 30 % der Gesamtnennleistung K 4 – „Ein“ entspricht Begrenzung auf 0 % der Gesamtnennleistung (keine Einspeisung)
Seite: 6 - 9
[Seite 7]
Ausrichten der integrierten abgesetzten Antenne
Durch Drehen, und mit Hilfe der integrierten Leuchtanzeige, kann die FRE-Antenne auf das Funkrundsteuersignal ausgerichtet werden.
LED-Bedeutung:
LED 1: Empfangsqualität Leuchtet LED 1 fortlaufend, ist der Empfang ohne Störung vorhanden.
LED 2: Störsignale Wird der Empfang durch in der Nähe stehende Geräte beeinflusst oder ist die Empfangsqualität zu niedrig, flackert LED 2. Im Normalfall sollte LED 2 erloschen sein. Weiterhin dient diese LED zur Ausrichtung der Antenne (siehe Ausrichten der Antenne auf das Funkrundsteuersignal).
LED 3: Betriebsstatus Diese LED zeigt die Empfänger-Synchronisierung mit dem EFR*-Zeitsignal an. Die beiden nachstehenden Signalfolgen zeigen den Status des Empfängers an:
keine Synchronisation: An (1s) Aus (1s) An (1s) Aus (1s) … Synchronisiert: An (≥ 10s) Aus (1s) An (≥ 10s) Aus (1s) …
*) Europäische Funkrundsteuerung
FRE ohne Abdeckung:
Stecker für abgesetzte Antenne
integrierte Antenne
LED 1 LED 2 LED 3
Kann der gewünschte Betriebszustand – LED 3 synchronisiert – nicht erreicht werden, so ist die mitgelieferte abgesetzte Antenne zu installieren.
Seite: 7 - 9
[Seite 8]
Ausrichtung und Installation einer abgesetzten Antenne
Der Empfang der Funksignale ist durch den Anlagenbetreiber, unabhängig vom Installations- ort, in jedem Fall sicherzustellen. Bei eingeschränktem Empfang ist durch den Anlagen- betreiber eine abgesetzte Antenne an einem geeigneten Ort zu installieren.
Abgesetzte Antenne:
Stör-LED (rot) Darf bei korrekter Antennen- ausrichtung nicht leuchten. Ansonsten Abstand zu Wechselrichter oder sonstigen elektronischen Geräten erweitern.
Signalstärke-LED (grün) Leuchtet bei ausreichendem Signalpegel.
Ferritkern-Antenne Zum Einstellen des korrekten Empfängers. Antennenausrichtung durchführen.
Installationsschritte:
Vor der Montage der externen Antenne ist der Empfang am geplanten Montageplatz zu testen.
Schritt 1: Verbinden der abgesetzten Antenne mit dem Stecker neben dem Antennen- drehrad im FRE. Hinweis: LED 1 und 2 im FRE sind jetzt ohne Funktion = erloschen.
Schritt 2: Auffinden einer Position, in der die grüne LED (Empfangsqualität) der abgesetzten Antenne fortlaufend leuchtet und die rote LED erloschen ist. Hinweis: Die beiden LEDs übernehmen die Funktion der LED 1 und 2 im FRE.
Schritt 3: Ferritkern-Antenne nach rechts drehen bis die rote LED aufleuchtet.
Schritt 4: Ferritkern-Antenne nach links drehen bis die rote LED erneut aufleuchtet.
Schritt 5: Ferritkern-Antenne zwischen beiden Punkten mittig ausrichten.
Schritt 6: Erst wenn der korrekte Empfang sichergestellt ist, kann die externe Antenne montiert werden. Die abgesetzte Antenne ist für eine Montage im Außenbereich geeignet.
Seite: 8 - 9
[Seite 9]
Funktionsprüfung
Die Verdrahtung und die einzelnen Leistungsstufen sind zu prüfen.
Wichtig: Die ordnungsgemäße FRE-Installation und die erfolgreiche Funktionsprüfung sind dem ÜWM schriftlich zu bestätigen.
Ansprechpartner
Technische Montage, Einstellung: Technische Grundsatzfragen Telefon: 07821 280-970 Technische.Grundsatzfragen@uewm.de
Allgemeine Informationen zum Einspeisemanagement: Technik Einspeiser Telefon: 07821 280-950 Technik.einspeiser@uewm.de
Seite: 9 - 9