2026_09_29_26A0373_Bohrprogramm_.pdf

Pilotbohrungen mit Thermal-Response-Tests und Ausbau zu Erdwärmesonden

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 28.10.2026, 09:06 (Europe/Berlin)

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Mein Aktenzeichen Ihr Schreiben vom Ansprechpartner/in / E-Mail Telefon Bitte immer angeben! E-Mail Roth und Dr. Frank Bitzer 06131 9254-304 3342-0969-22/V2 Partner vom Frank.Bitzer@lgb-rlp.de 25.04.2024 Laura Paskert Laura.Paskert@lgb-rlp.de

Siebeldingen; Bohrprogramm (Entwurf) Siebeldingen, Geilweilerhof (JKI), Erkundungs-

konzept Geothermie

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Ingenierbüro Roth und Partner bittet um Stellungnahme zum Erkundungskonzept der S&P GmbH vom 25.04.2024.

Den Angaben zur lithologischen Ausbildung der am Standort im Untergrund vermutlich anzutreffenden Gesteine und ihrer stratigrafischen Zuordnung wird i.W. gefolgt.

Die geringe Datendichte über die Ausprägung des Keupers bei Siebeldingen können möglicherweise durch Erkenntnisse über die Stratigraphie des rechtsrheinischen Keu- pers aus Baden-Württemberg ergänzt werden. Publikationen über die Geologie des Keupers in Baden-Württemberg beschreiben Sulfatvorkommen in weiteren Forma- tionen des Keupers außerhalb des Gipskeupers (u.a. Geyer et al.: Geologie von Baden-Württemberg, 2023; Deutsche Stratigrafische Kommission (Hrsg.): Stratigra- phie von Deutschland IV – Keuper, 2005). Eine Korrelation der tektonisch versetzten Schichten im Erkundungsgebiet und mit der rechtsrheinischen Stratigraphie könnte durch palynologische Untersuchungen möglich sein.

Bankverbindung: Bundesbank Filiale Ludwigshafen BIC MARKDEF1545 IBAN DE79 5450 0000 0054 5015 05 USt.-IdNr. DE355604202

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Sulfate werden bereits im Linguladolomit-Horizont der Erfurt-Formation (Unterer Keuper) erwähnt. Weiterhin werden Sulfatvorkommen auch in der Steigerwald- und Mainhardt-Formation (Bunte Mergel), der Löwenstein-Formation („Stubensandstein“- Schichten) und der Trossingen-Formation (Knollenmergel) des Mittleren Keupers beschrieben. Es wird dabei explizit auf die Verbreitung dieser Schichten im Oberrheingraben hingewiesen.

Den Einschätzungen hinsichtlich der Lagerungsverhältnisse am Standort (Schichtein- fallen i.W. nach Westen), der angenommenen, damit verbundenen Mächtigkeits- zunahme und sinkendem Auslaugungsgrad wird zugestimmt.

Der qualitativen Einschätzung der Gesteine hinsichtlich ihrer hydrogeologischen Eigenschaften wird gefolgt.

Am Standort sowie in dessen weiteren Umfeld sind dem LGB keine (grund)wasser- wirtschaftlichen Nutzungen bekannt. Ebenfalls liegen keine Grundwasserstands- angaben zu den wenigen im Umfeld niedergebrachten Bohrungen sowie keine Informationen zu möglichen Grundwasserstockwerksgliederungen und Potenzialdiffe- renzen zwischen Stockwerken vor. Vor diesem Hintergrund stellen die geäußerten quantitativen Einschätzungen hinsichtlich Wasserführungen Mutmaßungen dar.

Vor dem Hintergrund der stark verkippten Schichtlagerung ist die Abschätzung wahr- scheinlicher Fließrichtungen sowie die Identifikation möglicher Zustrom- und Abstrom- ränder nicht möglich. Der Einschätzung gespannten Grundwassers im Oberen Muschelkalk wird grundsätzlich gefolgt, wobei dies den westlichen Bereich eher betreffen kann, als den östlichen. Dies gilt in vergleichbarer Weise auch für den Schilf- sandstein.

Aufgrund der bislang fehlenden Kenntnisse zu den hydrogeologischen Verhältnissen am Standort und dessen Umgebung sowie der mutmaßlich schwierigen Untergrundverhältnisse ist eine sehr sorgfältige geologisch-hydrogeologische Betreuung der Bohrarbeiten durch eine erfahrene und qualifizierte Fachbauleitung notwendig.

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Dem zusammengefassten Erkundungskonzept wird aus hydrogeologischer Sicht zugestimmt.

Es beinhaltet die Gewinnung ungestörter Proben zur sicheren lithologisch-petro- grafischen und stratigrafischen Ansprache. Es ermöglicht weiterhin mineralogische Untersuchungen von Proben auf Gips- und Anhydritführung.

Die hydrogeologischen Untersuchungen können (je nach Versuchsdesign) wichtige Hinweise zur mittleren Gebirgsdurchlässigkeit in den untersuchten Tiefenbereichen sowie – je nach Dauer der Versuche – Hinweise zu möglichen Zustromrändern liefern.

Bohrlochgeophysikalische Untersuchungen ergänzen die Ergebnisse der Gesteinsan- sprache und möglichen Zuflussprofilierung im Bohrloch und können – zusammen mit den geophysikalischen Felduntersuchungen – weitere Hinweise zu den Lagerungsver- hältnissen geben.

Ergänzend zu den vorgesehenen TRT wird ein Temperatur-Logging in den ausge- bauten Erdwärmesonden empfohlen. Diese Untersuchungsmethode kann Hinweise auf evtl. nicht vollständig schlüssige Ringraumabdichtung liefern. Diese Methode sollte bei allen Sonden durchgeführt werden.

Die vom Büro S&P zugrunde gelegten "Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden (LQS EWS; Baden-Württemberg)" hinsichtlich des Abbruchs von Bohrungen bei Antreffen von Sulfatgestein entsprechen den Leitlinien des LGB.

Das LGB bietet die Durchführung ergänzender mineralogischer bzw. röntgendiffrakto- metrischer Untersuchungen zur Gips-/Anhydritproblematik an, kann jedoch keine zeitnahe Durchführung garantierenden. Daher sind hierfür grundsätzlich bei einem geeigneten Labor Kapazitäten zu reservieren.

Es wird empfohlen, das Untersuchungskonzept zum Bestandteil der Ausschreibung zu machen. Aufgrund der Fragestellungen ist ggf. mit entsprechenden Stillstandzeiten der Baustelle zu rechnen bzw. sind diese in der Kostenschätzung zu berücksichtigen.

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Mit dem vorgeschlagenen Standort PiBo 1 werden die Verhältnisse in relativer Nähe zu dem Aufschlusspunkt 6714-572 untersucht. Die Beschreibungen nach NOTT- MEYER (1954) deuten auf Gipsauslaugung hin. Mögliche Gips-/Anhydritführung der mutmaßlichen Keuperschichten bis zur Oberkante des Oberen Muschelkalk ist im Zuge der Bohrung zu untersuchen.

Der Empfehlung zur Standortfestlegung in der möglichen weiteren Erkundung erst nach Vorlage der Erkundungsergebnisse zur ersten Pilotbohrung wird zugestimmt. Ergänzend hierzu wird darauf hingewiesen, dass für mögliche Standorte weiter westlich aufgrund der Lagerungsverhältnisse mit abweichenden hydrogeologischen und mineralogischen Verhältnissen gerechnet werden muss.

Dem Bohrprogramm wird aus hydrogeologischer Sicht zugestimmt. Es sieht die hydraulische Entkopplung der potenziell Gips-/Anhydrit-führenden Schichten des Gipskeupers vor, geht allerdings davon aus, dass keine Gips-/Anhydritführung im Hangenden vorhanden ist. Auf das Einbringen der zweiten Sperrrohrtour kann verzichtet werden, sofern das Gestein frei von Gips oder Anhydrit ist. Grundsätzlich ist sowohl beim Niederbringen der Bohrung als auch beim Ziehen der Sperrohrtouren darauf zu achten, dass das Gebirge geschont wird und keine zusätzliche Wasserweg- samkeiten geschaffen werden.

Hinsichtlich der Sicherstellung einer hydraulisch vollständig schlüssigen Ringraumab- dichtung empfiehlt sich ggf. der Einsatz dotierter Dämmersuspension, die (auch für folgende ggf. Bohrungen und zusätzlich zum Temperatur-Logging) eine weitere Möglichkeit bei der Qualitätssicherung der Ringraumabdichtung darstellt.

Es wird empfohlen, die Angaben in der Anlage 2 („Bohrprogramm schematisch“) mit den Angaben im Text abzugleichen und anzupassen (z.B. Durchmesser Kernbohrung 136 mm bzw. 146 mm).

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Geologiedatengesetz (GeolDG)

Nach dem Geologiedatengesetz ist die Durchführung einer Bohrung bzw. geologi- schen Untersuchung spätestens 2 Wochen vor Untersuchungsbeginn beim Landes- amt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB) anzuzeigen. Für die Anzeige sowie die spätere Übermittlung der Bohr- und Untersuchungsergebnisse steht das Online-Portal „Anzeige geologischer Untersuchungen und Bohrungen Rheinland- Pfalz“ unter https://geoldg.lgb-rlp.de zur Verfügung.

Das LGB bittet um die Aufnahme einer Nebenbestimmung in Ihrem Bescheid, damit die Übermittlungspflicht dem Antragsteller bzw. seinen Beauftragten (z. B. Ingenieur- büro, Bohrfirma) obliegt.

Weitere Informationen zum Geologiedatengesetz finden Sie auf den LGB Internetsei- ten sowie im Fragenkatalog unter:

https://www.lgb-rlp.de/fachthemen/geologiedatengesetz/faq-geoldg.html.

Für evtl. Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Im Auftrag

gez. gez.

Laura Paskert Dr. Frank Bitzer

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