[Seite 1]
Leistungsbeschreibung für die Sanierung der Grundschule mit Sporthalle in Mestlin
Projekt: Sanierung der Grundschule mit Sporthalle in Mestlin
Aufgabe: Objektplanungsleistungen im Leistungsbild Gebäude und Innenräume gem. § 34 i.V.m. Anlage 10 HOAI 2021 Leistungsphasen 1 – 9 Grund- und Besondere Leistungen
Auftraggeberin: Stadt Goldberg über das Amt Goldberg-Mildenitz Lange Straße 67 19399 Goldberg
Ausführungsort: Marx-Engels-Platz 2 19374 Mestlin
Vergabeart: Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb
Folgende Kosten werden als Grobkostenschätzung zugrunde gelegt:
Kostengruppe Kostenschätzung EURO/ Netto
KG 300 2.707.886,65 KG 400 1.010.000,00
Gesamtsumme 3.717.886,65
Vereinbart wird die stufenweise Beauftragung.
Voraussichtlich:
- Stufe: LPH 1-2
- Stufe: LPH 3-4
- Stufe: LPH 5-8
- Stufe: LPH 9
Allgemeines
Das Amt Holdberg-Mildenitz ist Schulträger der Grundschule Mestlin. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude weist einen erheblichen Sanierungsstau aus und ent- spricht nur bedingt den heutigen Anforderungen an Schule. Der Schulträger hat sich vorgenommen, sich der Herausforderung einer grundhaften Sanierung zu stellen.
Die Grundschule ist in vier Gebäude gegliedert, wobei drei Gebäudeteile direkt aneinanderge- baut sind. Die Schule bietet wahlweise eine jahrgangsübergreifende Unterrichtung der Klassen 1-4 in einer parallelen Lerngruppe an.
[Seite 2]
Die Erschließung erfolgt über den Marx-Engels-Platz über eine breite Zufahrt gegenüber des Kultushausgiebels. Das zweigeschossige Hauptgebäude mit klassischer Risalitausbildung im Eingangsbereich wird über einen eingeschossigen, senkrecht dazu stehende Verbindungsbau mit der Turnhalle verbunden. Diese drei Gebäude bilden die nord-, west- und südlichen Raum- kanten des Schulhofes. Dessen Westseite wird durch einen eingeschossigen Barackenbau (nachträgliche Erweiterung von 1980) begrenzt, in dem der Essensraum und Vereinsräume des Dorfes untergebracht sind.
Besonders zu beachten sind einige besondere Gestaltungselemente im und am Schul- gebäude. So wurde der Eingangsrisalit aufwändig mit Fenstergewänden und Uhr und die Au- ßenfassade rechts neben dem Eingangsportal mit einem typischen DDR-Relief gestaltet. Im Innenraum befinden sich an den Wänden beider Geschosse im aufgeweiteten Verbindungsflur zwischen den Treppenhäusern die farblich gestalteten Gebote der Pionierorganisation.1
Besonderheiten, welche bei der Planung beachtet werden müssen
• KNEIP Ausrichtung der Schule • Kunstwerke an den Innenwänden, welche erhalten, gesichert und aufgearbeitet wer- den müssen • derzeit werden 33 Fenster an der Hofseite des Gebäudes ohne Endbehandlung aus- getauscht -> Farbanstrich oder Glasur sind in der späteren Planung zu berücksichtigen • Folgende Bauelemente, Bauteile und Ausstattungselemente sind zu erhalten (siehe Schreiben Denkmalschutzbehörde): o Außenhülle mit Wandaufbau, Putzen (Material, Farbe, Oberfläche), Dachein- deckung, Fenstern, Türen, Kunst am Bau, Außentreppen, Uhr, Leuchten o Innenausbau mit Grundrisslösungen in allen genutzten Geschossen, Materia- lien und Farbigkeiten an Böden, Decken und Wänden, Innentreppen, Innentü- ren, o Ausstattungen (wie z.B., Uhren, Bauzier, Kunstwerke, Brunnen, Einbauten in technischen Kabinetten). o Beurteilung durch einen Diplom Restaurator notwendig!
Weitere Informationen sind der beigefügten Machbarkeitsstudie zu entnehmen.
Die Bauausführung findet in einem leergezogenen Gebäude statt! Eine Interimslösung zur Beschulung ist Bestandteil der Planung (siehe Besondere Leistungen).
1 Auszug aus der Machbarkeitsstudio der Lempke-Uphaus GmbH
[Seite 3]
- Beschreibung der Planungsleistungen
Mit dieser Ausschreibung werden Objektplanungsleistungen im Leistungsbild Gebäude und Innenräume gem. § 34 i.V.m. Anlage 10 HOAI, Leistungsphasen 1 – 9 Grund- und Besondere Leistungen ausgeschrieben.
- Im Einzelnen werden folgende Leistungen ausgeschrieben;
Leistungsbild Gebäude und Innenräume; Folgende Grundleistungen werden ausge- schrieben:
| LPH 1 Grundlagenermittlung | ||
|---|---|---|
| a) Klären der Aufgabenstellung auf Grundlage der Vorgaben oder der Bedarfsplanung des | ||
| Auftraggebers | ||
| b) Ortsbesichtigung | ||
| c) Beraten zum gesamten Leistungs- und Untersuchungsbedarf | ||
| d) Formulieren der Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich | ||
| Beteiligter | ||
| e) Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse |
| LPH 2 Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) | ||
|---|---|---|
| a) Analysieren der Grundlagen, Abstimmen der Leistungen mit den fachlich an der Pla- | ||
| nung Beteiligten | ||
| b) Abstimmen der Zielvorstellungen, Hinweisen auf Zielkonflikte | ||
| c) Erarbeiten der Vorplanung, Untersuchen, Darstellen und Bewerten von Varianten nach | ||
| gleichen Anforderungen, Zeichnungen im Maßstab nach Art und Größe des Objekts | ||
| d) Klären und Erläutern der wesentlichen Zusammenhänge, Vorgaben und Bedingungen | ||
| (zum Beispiel städtebauliche, gestalterische, funktionale, technische, wirtschaftliche, öko- | ||
| logische, bauphysikalische, energiewirtschaftliche, soziale, öffentlich-rechtliche) | ||
| e) Bereitstellen der Arbeitsergebnisse als Grundlage für die anderen an der Planung fach- | ||
| lich Beteiligten sowie Koordination und Integration von deren Leistungen | ||
| f) Vorverhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit | ||
| g) Kostenschätzung nach DIN 276, Vergleich mit den finanziellen Rahmenbedingungen | ||
| h) Erstellen eines Terminplans mit den wesentlichen Vorgängen des Planungs- und Bau- | ||
| ablaufs | ||
| i ) Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse |
| LPH 3 Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung) | ||
|---|---|---|
| a) Erarbeiten der Entwurfsplanung, unter weiterer Berücksichtigung der wesentlichen Zu- | ||
| sammenhänge, Vorgaben und Bedingungen | ||
| (zum Beispiel städtebauliche, gestalterische, funktionale, technische, wirtschaftliche, öko- | ||
| logische, soziale, öffentlich-rechtliche) auf der Grundlage der Vorplanung und als Grund- | ||
| lage für die weiteren Leistungsphasen und die erforderlichen öffentlich-rechtlichen Geneh- | ||
| migungen unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter. | ||
| Zeichnungen nach Art und Größe des Objekts im erforderlichen Umfang und Detaillie- | ||
| rungsgrad unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Anforderungen, zum Beispiel bei | ||
| Gebäuden im Maßstab 1:100, zum Beispiel bei Innenräumen im Maßstab 1:50 bis 1:20 |
[Seite 4]
| b) Bereitstellen der Arbeitsergebnisse als Grundlage für die anderen an der Planung fach- | ||
|---|---|---|
| lich Beteiligten sowie Koordination und Integration von deren Leistungen | ||
| c) Objektbeschreibung | ||
| d) Verhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit | ||
| e) Kostenberechnung nach DIN 276 und Vergleich mit der Kostenschätzung | ||
| f) Fortschreiben des Terminplans | ||
| g ) Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse |
| LPH 4 Genehmigungsplanung | ||
|---|---|---|
| a) Erarbeiten und Zusammenstellen der Vorlagen und Nachweise für öffentlich-rechtliche | ||
| Genehmigungen oder Zustimmungen einschließlich der Anträge auf Ausnahmen und Be- | ||
| freiungen, sowie notwendiger Verhandlungen mit Behörden unter Verwendung der Bei- | ||
| träge anderer an der Planung fachlich Beteiligter | ||
| b) Einreichen der Vorlagen | ||
| c ) Ergänzen und Anpassen der Planungsunterlagen, Beschreibungen und Berechnungen |
| LPH 5 Ausführungsplanung | ||
|---|---|---|
| a) Erarbeiten der Ausführungsplanung mit allen für die Ausführung notwendigen Einzelan- | ||
| gaben (zeichnerisch und textlich) auf der Grundlage der Entwurfs- und Genehmigungspla- | ||
| nung bis zur ausführungsreifen Lösung, als Grundlage für die weiteren Leistungsphasen | ||
| b) Ausführungs-, Detail- und Konstruktionszeichnungen nach Art und Größe des Objekts | ||
| im erforderlichen Umfang und Detaillierungsgrad unter Berücksichtigung aller fachspezifi- | ||
| schen Anforderungen, zum Beispiel bei Gebäuden im Maßstab 1:50 bis 1:1, zum Beispiel | ||
| bei Innenräumen im Maßstab 1:20 bis 1:1 | ||
| c) Bereitstellen der Arbeitsergebnisse als Grundlage für die anderen an der Planung fach- | ||
| lich Beteiligten, sowie Koordination und Integration von deren Leistungen | ||
| d) Fortschreiben des Terminplans | ||
| e) Fortschreiben der Ausführungsplanung auf Grund der gewerkeorientierten Bearbeitung | ||
| während der Objektausführung | ||
| f) Überprüfen erforderlicher Montagepläne der vom Objektplaner geplanten Baukonstrukti- | ||
| o nen und baukonstruktiven Einbauten auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung |
| LPH 6 Vorbereitung der Vergabe | ||
|---|---|---|
| a) Aufstellen eines Vergabeterminplans | ||
| b) Aufstellen von Leistungsbeschreibungen mit Leistungsverzeichnissen nach Leistungs- | ||
| bereichen, Ermitteln und Zusammenstellen von Mengen auf der Grundlage der Ausfüh- | ||
| rungsplanung unter Verwendung der Beiträge anderer an der Planung fachlich Beteiligter | ||
| c) Abstimmen und Koordinieren der Schnittstellen zu den Leistungsbeschreibungen der | ||
| an der Planung fachlich Beteiligten | ||
| d) Ermitteln der Kosten auf der Grundlage vom Planer bepreister Leistungsverzeichnisse | ||
| e) Kostenkontrolle durch Vergleich der vom Planer bepreisten Leistungsverzeichnisse mit | ||
| der Kostenberechnung | ||
| f) Zusammenstellen der Vergabeunterlagen für alle Leistungsbereiche, Zusammenstellen | ||
| aller für die Ausschreibung relevanten Dokumente; wie bspw. Leistungsbeschreibungen | ||
| mit Leistungsverzeichnissen als PDF- und GAEB-Datei-, Zeichnungen/Ansichten/Schnitte | ||
| etc., Bauzeitenplan, Lageplan u.ä. Sämtliche vergaberechtliche oder vertragsrechtliche | ||
| Regelungen sind hiervon nicht umfasst und sind ausschließlich von Auftraggeber beizu- | ||
| bringen. |
[Seite 5]
| LPH 7 Mitwirkung bei der Vergabe | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| a)Mitwirken bei den Koordinieren der Vergaben der Fachplaner | ||||||
| b) Einholen von Angeboten | ||||||
| c) Prüfen und Werten der Angebote einschließlich Aufstellen eines Preisspiegels nach | ||||||
| Einzelpositionen oder Teilleistungen, Prüfen und Werten der Angebote zusätzlicher und | ||||||
| geänderter Leistungen der ausführenden Unternehmen und der Angemessenheit der | ||||||
| Preise | ||||||
| d) | ggf. so weit begründet, Mitwirkung bei Durchführung | Führen von Bietergesprächen von | ||||
| Aufklärungsgesprächen | ||||||
| e) Erstellen der Vergabevorschläge, | Erstellen einer Zusammenstellung der preislichen | |||||
| Rangfolge, | Dokumentation des Vergabeverfahrens | |||||
| f) Zusammenstellen der Vertragsunterlagen für alle Leistungsbereiche | ||||||
| g) Vergleichen der Ausschreibungsergebnisse mit den vom Planer bepreisten Leistungs- | ||||||
| verzeichnissen oder der Kostenberechnung | ||||||
| h) Mitwirken bei der Auftragserteilung | ||||||
| Architekten und Ingenieuren ist jede Art der Vergabeberatung untersagt, da hierin | ||||||
| ein Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz vorliegt. | ||||||
| LPH 8 Objektüberwachung (Bauüberwachung) und Dokumentation | ||||||
| a) Überwachen der Ausführung des Objektes auf Übereinstimmung mit der öffentlich- | ||||||
| rechtlichen Genehmigung oder Zustimmung, den Verträgen mit ausführenden Unterneh- | ||||||
| men, den Ausführungsunterlagen, den einschlägigen Vorschriften sowie mit den allgemein | ||||||
| anerkannten Regeln der Technik | ||||||
| b) Überwachen der Ausführung von Tragwerken mit sehr geringen und geringen Pla- | ||||||
| nungsanforderungen auf Übereinstimmung mit dem Standsicherheitsnachweis | ||||||
| c) Koordinieren der an der Objektüberwachung fachlich Beteiligten | ||||||
| d) Aufstellen, Fortschreiben und Überwachen eines Terminplans (Balkendiagramm) | ||||||
| e) Dokumentation des Bauablaufs (zum Beispiel Bautagebuch) | ||||||
| f) Gemeinsames Aufmaß mit den ausführenden Unternehmen | ||||||
| g) Rechnungsprüfung einschließlich Prüfen der Aufmaße der bauausführenden Unterneh- | ||||||
| men | ||||||
| h) Vergleich der Ergebnisse der Rechnungsprüfungen mit den Auftragssummen ein- | ||||||
| schließlich Nachträgen | ||||||
| i) Kostenkontrolle durch Überprüfen der Leistungsabrechnung der bauausführenden Un- | ||||||
| ternehmen im Vergleich zu den Vertragspreisen | ||||||
| j) Kostenfeststellung, zum Beispiel nach DIN 276 | ||||||
| k) Organisation der Abnahme der Bauleistungen unter Mitwirkung anderer an der Planung | ||||||
| und Objektüberwachung fachlich Beteiligter, Feststellung von Mängeln, Abnahmeempfeh- | ||||||
| lung für den Auftraggeber | ||||||
| l) Antrag auf öffentlich-rechtliche Abnahmen und Teilnahme daran | ||||||
| m) Systematische Zusammenstellung der Dokumentation, zeichnerischen Darstellungen | ||||||
| und rechnerischen Ergebnisse des Objekts | ||||||
| n) Übergabe des Objekts | ||||||
| o) Auflisten der Verjährungsfristen für Mängelansprüche | ||||||
| p ) Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme festgestellten Mängel |
LPH 9 Objektbetreuung
[Seite 6]
a) Fachliche Bewertung der innerhalb der Verjährungsfristen für Gewährleistungsansprüche festgestellten Mängel, längstens jedoch bis zum Ablauf von fünf Jahren seit Abnahme der Leistung, einschließlich notwendiger Begehungen b) Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf der Verjährungsfristen für Mängelan- sprüche gegenüber den ausführenden Unternehmen c) Mitwirken bei der Freigabe von Sicherheitsleistungen
Besondere Leistungen
Interimsbeschulung- Containerlösung
• Erstellung eines vergleichenden Mindestraumkonzepts für die Grundschüler, Re- cherche einer geeigneten Mietcontaineranlage inklusive Aufstellort/Erschließung. • Vorbereitung, Einreichung und Begleitung des erforderlichen Bauantrags bis zur Ge- nehmigungsfähigkeit
- Vertragliche Leistungserfolge mit Leistungsbeschreibung Leistungsbild Gebäude und Innenräume gem. § 34 i.V.m. Anlage 10 HOAI 2021 Leistungs- phasen 1 – 9 Grund- und Besondere Leistungen
Der Auftragnehmer erbringt die zur ordnungsgemäßen Erfüllung des Auftrages erforderlichen Arbeitsschritte aus den Grundleistungen des entsprechenden Leistungsbildes, anlehnend an die HOAI 2021. Der werksvertragliche Erfolg bestimmt, welche Grundleistungen zu erbringen sind.
- Bearbeitungszeiten Der Beginn der Planungsleistungen ist wie folgt vorgesehen:
Unmittelbar nach Zuschlagserteilung
Die zur Gewährleistung der Termine notwendigen Kapazitäten müssen im Auftragsfall vorhan- den sein.
-
Anforderungen an den/die Bewerber/Bieter - Eignungskriterien siehe Bewerbungsbedingungen
-
Zuschlagskriterien siehe Bewerbungsbedingungen i.V.m. der Bewertungsmatrix
-
Sonstige Anlagen (siehe Ausschreibungsunterlagen)