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ERLÄUTERUNGSBERICHT
Bauvorhaben: GGS Vorst OGS-Erweiterungsneubau Antoniusplatz 27 41564 Kaarst Bauherr: Stadt Kaarst Schule und Sport Am Neumarkt 2 41564 Kaarst Architekt: Wichmann Architekten Ingenieure GmbH Krefelder Str. 15 41460 Neuss Stand: 23.04.2026
BESTANDSSITUATION UND ZIELSTELLUNG
Die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Vorst ist die Ortsteilschule für die Stadtteile Vorst und Driesch und wird inklusiv im offenen Ganztag geführt. Der Schulbetrieb erfolgt derzeit dreizügig mit aktuell 11 und perspektivisch ab dem Schuljahr 2027/2028 mit 12 jahrgangsgetrennten Klassen. Derzeit besuchen 294 Schülerinnen und Schüler die Schule. Das Schulensemble besteht aus einem zweigeschossigen Bestandsgebäude aus den Baujahren 1964 und 1974, welches durch einen Erweiterungsbau aus dem Jahr 2017 (Verwaltungsbereich und Offene Ganztagsschule – OGS) ergänzt wurde. Zusätzlich wurde zur Deckung des Raumbedarfs ein Containermodul mit zwei weiteren Klassenräumen errichtet. Mit der Inbetriebnahme des Verwaltungstraktes ist die Schule barrierefrei erschlossen und entspricht den aktuellen Anforderungen an Inklusion. Insgesamt stehen derzeit 12 Klassenräume im Bestands- und Modulbau zur Verfügung. Die OGS ist im Neubau aus dem Jahr 2017 untergebracht und umfasst aktuell fünf Betreuungsräume sowie eine Mensa mit ca. 50 Sitzplätzen. Auf dem rund 12.251 m² großen Schulgrundstück befindet sich zudem eine Einfachturnhalle. Zum Zeitpunkt der Errichtung des OGS-Anbaus wurde die Schule noch zweizügig geführt. Die Planung der Ganztagsbetreuung basierte auf einer Teilnahmequote von etwa 50 %, entsprechend einer Kapazität von rund 120 Plätzen. Diese Annahmen entsprechen inzwischen nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. Bereits im Schuljahr 2020/2021 nahmen 176 Schülerinnen und Schüler am Ganztagsangebot teil; aktuell werden 197 OGS- Plätze bereitgestellt. Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen, der etablierten Dreizügigkeit sowie eines deutlich gewachsenen Betreuungsbedarfs ist eine umfassende Erweiterung der OGS erforderlich. Im Zuge des geplanten Neubaus ist eine Erhöhung der Kapazitäten auf künftig insgesamt 300 Betreuungsplätze vorgesehen. Damit werden sowohl 103 zusätzliche Plätze geschaffen als auch die bestehenden rund 190 Plätze qualitativ weiterentwickelt. Neben der quantitativen Erweiterung steht insbesondere die Qualitätssicherung und -verbesserung im Fokus. Ziel ist es, eine reibungslose, pädagogisch hochwertige und kindgerechte Betreuung zu gewährleisten. Hierfür sollen die OGS-Aufenthaltsräume auf insgesamt 12 Einheiten – entsprechend der Anzahl der Klassenräume – ausgebaut sowie die Mensakapazitäten bedarfsgerecht erweitert werden. Die Planung und Umsetzung des Neubaus erfolgt in enger Abstimmung zwischen Schulverwaltung, Schulleitung und OGS-Träger. Ziel dieser kooperativen Vorgehensweise ist es, ein bedarfsgerechtes, funktionales und zugleich zukunftsfähiges Gebäude zu entwickeln, das sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch den organisatorischen Abläufen des Schul- und Ganztagsbetriebs gerecht wird.
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STÄDTEBAULICHE KONZEPTION
Im Zuge der geplanten Erweiterung der bestehenden Grundschule wird ein zweigeschossiger Neubau mit Teilunterkellerung an den nordöstlichen Giebel des Bestandsgebäudes angefügt. Der neue Baukörper fügt sich in maßvoller und funktionaler Weise in das vorhandene städtebauliche Umfeld ein und ergänzt die bestehende Schulstruktur zu einem klar gefassten Gesamtensemble. Der Neubau schließt rechtwinklig an den Bestand an und bezieht den derzeit kleineren Schulhofbereich als integralen Bestandteil in die Gesamtanlage ein. Durch diese Anordnung entsteht eine eindeutige räumliche Fassung des Schulhofes sowie ein klar ablesbarer baulicher Abschluss der Schulanlage zur Nordostseite. Die Positionierung des Baukörpers ermöglicht einen funktionalen und konstruktiv unkomplizierten Anschluss an den Bestand. Durch die Anbindung an den bestehenden Flur im Altbau kann eine barrierefreie Erschließung der beiden oberirdischen Geschosse sichergestellt werden, ohne dass die Errichtung eines zusätzlichen Aufzuges erforderlich wird. Gleichzeitig gewährleistet die Setzung des Neubaus ausreichende Abstände zu den Bestandsgebäuden, sodass eine angemessene Belichtung, Belüftung sowie qualitätsvolle Blickbeziehungen innerhalb des neu gefassten Schulhofbereiches erhalten bleiben. Eine ergänzende Überdachung im Außenraum stärkt die funktionale Verbindung zwischen Alt- und Neubau und verbessert die interne Erschließung insbesondere bei ungünstigen Witterungsverhältnissen. Die kompakte, zweigeschossige Bauweise orientiert sich an der Maßstäblichkeit der vorhandenen Bebauung und trägt zu einer harmonischen Einbindung in das bestehende Grün- und Freiraumgefüge bei.
NEUBAU OFFENE GANZTAGSSCHULE (OGS) / GEBÄUDESTRUKTUR UND NUTZUNG
Der geplante Neubau dient der Erweiterung des offenen Ganztagsbetriebs und wird als zukunftsorientierter Lern- und Betreuungsort konzipiert. Neben der funktionalen Ergänzung des Raumangebots verfolgt der Entwurf das Ziel, eine inklusive, nachhaltige und flexibel nutzbare Umgebung zu schaffen, die den Anforderungen an zeitgemäße pädagogische Konzepte gerecht wird. Die Gebäudestruktur ist klar gegliedert und ermöglicht eine übersichtliche sowie effiziente Nutzung. Im Erdgeschoss befinden sich eine kleinere Mensa mit zugehörigem Vorbereitungsbereich; die grundlegende Speisenversorgung erfolgt weiterhin über die im Bestand vorhandene Küche. Ergänzend sind im Erdgeschoss drei OGS-Räume mit Raumgrößen zwischen ca. 50 und 65 m² angeordnet. Im Obergeschoss sind vier weitere OGS-Räume vergleichbarer Größe vorgesehen sowie ein Teamraum für das OGS-Personal. Auf beiden Etagen sind jeweils eine barrierefreie OGS-Toilette sowie OGS-Putzmittelräume (PuMi) untergebracht. Die Flurbereiche werden bewusst erweitert und als multifunktionale Zonen ausgebildet, die zusätzliche Flächen für Spiel-, Lern- und Aufenthaltsnutzungen, bzw. für Garderobenbereiche außerhalb der Gruppenräume bieten. Im Untergeschoss befinden sich eine Lagerfläche für die OGS sowie der erforderliche Technikraum für den Neubau. Die barrierefreie Erschließung des Gebäudes erfolgt über die vorhandenen Aufzugs- und Treppenanlagen im Bestand sowie über ein zusätzliches Treppenhaus im Neubau. Damit werden die Anforderungen des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes im Hinblick auf Inklusion und gemeinsames Lernen erfüllt. Besonderer Wert wird auf eine hohe räumliche Flexibilität und Multifunktionalität gelegt, um eine langfristige und nachhaltige Nutzung sicherzustellen. Dies wird sowohl durch eine modulare Raumstruktur als auch durch eine robuste und anpassungsfähige Materialwahl unterstützt. Im Sinne eines ganzheitlich nachhaltigen Baukonzepts ist der Neubau in Massivbauweise vorgesehen. Ergänzend sind ein begrüntes Retentionsdach sowie eine Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung geplant, die zur ökologischen Qualität und Energieeffizienz des Gebäudes beitragen. Ein wesentliches Planungsziel ist die Realisierung des Bauvorhabens im laufenden Schulbetrieb. Durch eine entsprechend abgestimmte Bauphasenplanung wird sichergestellt, dass der Schulalltag während der Bauzeit weitgehend ungestört fortgeführt werden kann. Die enge Abstimmung mit der Schulleitung sowie die Berücksichtigung pädagogischer und organisatorischer Anforderungen sind integraler Bestandteil des Planungsprozesses. Ziel ist die Schaffung einer funktionalen, inklusiven und zukunftsfähigen Bildungsumgebung.
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