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Neubau eines Trinkwasserbehälters und einer Druckstation in Groß Stieten

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 06.10.2026, 14:38 (Europe/Berlin)

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Zweckverband Wismar

Wasser, Abwasser, Fernwärme

Neubau Behälter und Druckstation

Groß Stieten

Ausführungsplanung

Los 1 Bauwerk

Projekt-Nr.: 233204 Juli 2026

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 1

Inhaltsverzeichnis Seite:

1 Vorbemerkungen 4

1.1 Allgemeines 4

1.2 Standortangaben 4

1.3 Veranlassung und Vorhaben 5

2 Beschreibung der Baumaßnahme 7

3 Bautechnische Grundlagen 8

3.1 Bauzeitraum 8

3.2 Baustellenzufahrt 8

3.3 Baustelleneinrichtung 8

4 Bestand Trinkwasserbehälter und Druckstation 9

5 Baugrund 10

6 Neubau Trinkwasserbehälter und Druckstation 12

6.1 Grundstück 12

6.2 Auslegung Trinkwasserbehälter und Druckstation 12

6.3 Bauwerk Trinkwasserbehälter mit Druckstation 13

6.4 Bauwerk Notstromgebäude 16

7 Außenanlagen und Zuwegung 16

8 Demontage- und Abrissarbeiten 17

9 Provisorium 18

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 2

Anlagenverzeichnis

Anlage 1 Blatt 1 Übersichtskarte M 1 : 10.000

Blatt 2 Lageplan Bestand/Rückbau M 1 : 200

Blatt 3 Lageplan Planung/Rückbau M 1 : 200

Blatt 4 Lageplan Planung Endzustand M 1 : 200

Anlage 2 Blatt 1 Grundriss Planung TWB und DS M 1 : 50

Blatt 2.1 Schnitt A-A Planung Bauzeit und Endzustand M 1 : 50

Blatt 2.2 Schnitte B-B, C-C, D-D TWB und DS M 1 : 50

Blatt 3 Ansichten Planung TWB und DS M 1 : 100

Blatt 4 Planung NSA Gebäude M 1 : 50

Blatt 5 Grundriss/Schnitt TWB Bestand und Rückbau M 1 : 50

Blatt 6 Grundriss Druckstation und NSA Bestand und Rückbau M 1 : 50

Blatt 7 Erdung und Potentialanschlüsse

Blatt 8 Erdung und Blitzschutz (folgt später)

Anlage 3 Blatt 1 Schalplan Grundriss Streifenfundamente/Sohlen M 1 : 50

Blatt 2 Schalplan Grundriss Sohle M 1 : 50

Blatt 3 Schalplan Grundriss Wände M 1 : 50

Blatt 4 Schalplan Schnitte Streifenfundamente A, B, C M 1 : 50

Blatt 5 Schalplan Schnitte Streifenfundamente D und E M 1 : 50

Blatt 6 Schalplan Decken M 1 : 50

Blatt 7 Schalplan Entleerungssümpfe und Entwässerungsschächte M 1 : 25

Blatt 8 Schalplan Rohrschacht 1 und 2 M 1 : 25

Blatt 9 Schalplan Fundamente NSA M 1 : 25

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 3

Anlage 4 Baugrundgutachten

Anlage 5 Statische Berechnung

Anlage 6 Genehmigungen/Töbs

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 4

1 Vorbemerkungen

1.1 Allgemeines

Auftraggeber: Zweckverband Wismar

Windmühlenweg 4

23972 Lübow

Nutzer und späterer Eigentümer: Zweckverband Wismar

Windmühlenweg 4

23972 Lübow

1.2 Standortangaben

Land: Mecklenburg-Vorpommern

Landkreis: Nordwestmecklenburg

Amt: Dorf Mecklenburg – Bad Kleinen

Gemeinde: Dorf Mecklenburg

Gemarkung: Dorf Mecklenburg

Flur: 2

Flurstücke: 250/2 und Teilfläche aus 250/6

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 5

1.3 Veranlassung und Vorhaben

Der Zweckverband Wismar (ZVW) unternimmt große Anstrengungen, um eine höhere Effektivität der Trinkwasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungs- anlagen zu erzielen und somit eine kostengünstige Trinkwasserbereitstellung und Abwasserentsorgung unter Berücksichtigung der perspektivischen Ent- wicklung im Verbandsgebiet abzusichern.

Der Zweckverband Wismar erfüllt in seinem Verbandsgebiet die Aufgabe der öffentlichen Wasserversorgung. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass auch lang- fristig Trinkwasser in guter Qualität und ausreichender Menge allen Verbrau- chern zur Verfügung gestellt werden kann.

Der Zweckverband Wismar betreibt am Standort Groß Stieten einen Trinkwas- serbehälter (TWB) mit zwei Behälterkammern (je 300 m3) und eine Drucksta- tion (DS) mit zwei Pumpanlagen (Abbildung 1). Das im Wasserwerk Dorf Meck- lenburg aufbereitete Trinkwasser wird in die beiden Behälterkammern am Standort Groß Stieten gepumpt und dort zwischengespeichert. Anlage 1, Blatt 1 zeigt die Übersichtskarte für den Trinkwasserbehälter und die Drucksta- tion Groß Stieten.

Mit den beiden Pumpanlagen der Druckstation Groß Stieten wird das gespei- cherte Trinkwasser bedarfsgerecht in zwei Druckzonen (Dorf Mecklenburg und Groß Stieten) eingespeist. In Anlage 2, Blatt 1 ist der gesamte Versorgungsbe- reich für den Trinkwasserbehälter und die Druckstation Groß Stieten darge- stellt.

Der Trinkwasserbehälter und die Druckstation in Groß Stieten sind fester Be- standteil des Trinkwasserversorgungssystems des Zweckverbandes Wismar. Die Anlage wurde im Jahr 1970 erbaut und diente zunächst nur zur Versorgung von Groß Stieten. Zwischen 1996 und 1999 wurde dann eine Verbindung zur Druckzone Dorf Mecklenburg mit einer neuen Trinkwasserleitung geschaffen. Im Jahre 1999 erfolgten auch am Trinkwasserbehälter und der Druckstation Umbaumaßnahmen sowie die Installation der zweiten Pumpanlage.

In den Jahren 2016/2017 wurden die Baukörper der Anlagen untersucht und Baugutachten erstellt. Die Aussage der Gutachten ist, dass die Baukörper des Trinkwasserbehälters mit Schieberkammer sowie der Druckstation, gravie- rende Mängel aufweisen.

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 6

Bei Regenereignissen sind Nässeeinbrüche mit daraus resultierenden bakteri- ellen Problemen in den Trinkwasserbehälterkammern vorhanden. Daher wurde im Rahmen einer Notreparatur eine Folie auf den Behälterdecken ausgelegt. Diese erfüllt die Anforderungen an eine Behälterabdichtung nicht dauerhaft. Außerdem entsprechen die Anlagentechnik und die EMSR-Technik nicht mehr dem Stand der Technik.

Vor diesem Hintergrund hat der Zweckverband Wismar die aqua consult Inge- nieur GmbH beauftragt, im Ergebnis der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, die Ausführungsplanung für den Neubau eines Trinkwasserbehälters mit zwei Behälterkammern mit jeweils 450 m3 Speicherkapazität sowie für den Neubau einer Druckstation am vorhandenen Standort in Groß Stieten zu erarbeiten.

Weiterhin soll ein Gebäude zur Unterbringung des Notstromaggregates geplant werden.

Abbildung 1: Trinkwasserbehälter und Druckstation Groß Stieten

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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 1 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 7

2 Beschreibung der Baumaßnahme

Es ist geplant, den neuen Trinkwasserbehälter mit Druckstation neben dem vorhandenen Trinkwasserbehälter zu errichten. Der neu geplante Trinkwasser- behälter mit Druckstation wird in Rechteckbauweise als Kompaktgebäude, ebenerdig aufgestellt, so dass Entleerung und Überlauf der Behälterkammer ohne Pumpvorgänge Richtung Vorfluter abgeleitet werden können.

Zur Sicherstellung einer Reinigungsmöglichkeit bei laufendem Betrieb werden zwei Behälterkammern geplant. Jede Behälterkammer soll ein Fassungsvolu- men von 450 m³ haben.

Die gesamte Baumaßnahme wird in 4 Losen ausgeschrieben:

Los 1 – Bauwerk Los 2 – Anlagentechnik Los 3 – E/MSR Technik (Herbst 2026) Los 4 – Erdverlegte Rohrleitungen

Die vorliegende Ausführungsplanung bezieht sich auf Los 1 - Bauwerk.

Da eine stabile Trinkwasserversorgung jederzeit gewährleistet sein muss, ist eine enge Koordination zwischen den 4 Losen zwingend erforderlich.

Die Baumaßnahme ist in mehreren Bauabschnitten durchzuführen, in enger Abstimmung der 4 Lose.

Folgende Bauabschnitte sind dabei zu berücksichtigen:

  1. Baufeldfreimachung und Befestigung Baustrasse - Los 1

  2. Herstellung Gebäude Druckstation mit Behälterkammern - Los 1

  3. Erdverlegte Rohrleitungen (Druckrohrleitungen und Ablaufleitung) - Los 4

  4. Lieferung und Montage der neuen Pumpanlagen, Verrohrung, Armaturen

und Schaltschränke im neuen Kompaktbau (Los 2/3)

  1. Inbetriebnahme der Anlagenteile (Los 2/3)

  2. Demontage- und Abrissarbeiten der alten Druckstation – Los 1

  3. Demontage- und Abrissarbeiten der Behälter mit Schieberkammer -

Los 1

  1. Erd- und Verfüllarbeiten Abbruchbaugruben – Los 1

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  1. Herstellung Gebäude NSA – Los 1

  2. Lieferung/Inbetriebnahme NSA – Los 3

  3. Demontage- und Abrissarbeiten altes Gebäude NSA – Los1

  4. Außenanlagen mit Einfriedung – Los 1

3 Bautechnische Grundlagen

Die Ausführung aller Arbeiten erfolgt an einer Trinkwasserversorgungsanlage.

Alle im DVGW-Regelwerk festgelegten Verhaltensregeln, Verbote und Ein- schränkungen sind unbedingt zu berücksichtigen und einzuhalten.

Das Lagern, Umfüllen von Kraftstoff, Öl- und Schmiermitteln und sonstigen wassergefährdeten Stoffen ist untersagt.

3.1 Bauzeitraum

Die Realisierung der Baumaßnahme erfolgt von 11/2026 – 01/2028.

3.2 Baustellenzufahrt

Als Zufahrt können sämtliche öffentliche Wege und Straßen genutzt werden.

3.3 Baustelleneinrichtung

Die Baustelleneinrichtung, die Beschaffung von Baustrom und Bauwasser ist Sache des Auftragnehmers.

Baustrom und Bauwasser sind in Abstimmung mit dem Auftraggeber zu bezie- hen.

Für die Entnahme von Bauwasser sind Standrohrwasserzähler des Auftragge- bers zu verwenden, Wasserkosten und Stromkosten gehen zu Lasten des Auf- tragnehmers.

Tagesunterkünfte und Sanitäreinrichtungen sind durch den Auftragnehmer für die gesamte Bauzeit vorzuhalten.

Als Lagerfläche für Baumaterialien ist durch den Bauunternehmer eine geeig- nete Fläche mit dem Auftraggeber abzustimmen.

Nach Fertigstellung der Baumaßnahme ist der ursprüngliche Zustand dieser Flächen wiederherzustellen.

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4 Bestand Trinkwasserbehälter und Druckstation

Der Behälter Groß Stieten befindet sich zwischen den Ortschaften Dorf Meck- lenburg und Groß Stieten. Die Zufahrt erfolgt direkt über die Bundesstraße B 106. Auf dem Gelände befinden sich Trinkwasserbehälter und Druckstation mit einem Anbau für die Unterbringung des Notstromaggregats.

Der Trinkwasserbehälter besteht aus zwei runden Behälterkammern (je 300 m3) und einer Schieberkammer, die sich zwischen den beiden Behälter- kammern befindet. Der Innendurchmesser der Behälterkammern beträgt 11,70 m. Die Trinkwasserbehälterkammern haben eine lichte Höhe von 3,6 m bei ei- ner Wasserspiegelhöhe von 3,0 m.

Der Trinkwasserbehälter mit Schieberkammer wurde nach einem Typenpro- jekt vom VEB Projektierung Wasserwirtschaft errichtet. Die Errichtung der Trinkwasserbehälterkammern erfolgte in Gemischtbauweise. Die Decke wurde vor Ort betoniert, sie liegt auf der Mittelleitwand und der kreisrunden Außen- wand auf. Die Deckenstärke beträgt 20 cm, laut den vorliegenden Typenpro- jektunterlagen hat sie oberes Gefälle vom Einstiegsbereich weg.

Für die Herstellung der Behälterwände wurden Betonformsteine in 15 cm Stärke verwendet. Die Wände sind im unteren Bereich aus statischen Gründen verstärkt.

Die Sohlbereiche wurden in Beton hergestellt. Die Behälterkammern sind ge- genüber dem umgebenden Gelände in ca. 2,5 m unter Gelände gegründet und komplett erdüberdeckt. Die Behälterkammern sind angeböscht und mit ca. 35 cm Erdstoff überschüttet.

Die Schieberkammer zwischen den beiden Behälterkammern ist über eine Tür begehbar. Innerhalb der Schieberkammer kann der hintere Teil über eine Treppe begangen werden. Von hier erfolgt die Begehung der Behälterkammern durch Einstiegsluken.

Die Schieberkammer mit den lichten Innenabmessungen (L / B / H) im Keller- bereich von ca. 5,5 m x 3,0 m x 2,5 m wurde monolithisch als separater Bau- körper hergestellt. Der Gebäudeteil oberhalb Geländeoberkante wurde gemau- ert.

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Bestand Trinkwasserbehälter und Schieberkammer Groß Stieten

Die Druckstation ist ein Gebäude mit den Außenabmessungen von L / B / H = 9,3 m / 6,3 m / 4,65 m (5,8 m) hergestellt. Das Dach ist ein flach geneigtes Satteldach mit Dachabdichtung und Regenentwässerung an den Traufseiten.

Das Dach wurde von innen mit einer Leichtbaukonstruktion verkleidet. Im Sohl- bereich ist eine Rinne zur Entwässerung der angeschlossenen Aggregate vor- handen. An die Druckstation wurde nachträglich ein Anbau zur Unterbringung des Notstromaggregates hergestellt. Dieser hat Außenabmessungen von L / B / H= 5,7 m / 4,0 m / 2,5 m.

5 Baugrund

Zur Einschätzung der geotechnischen Situation wurde das Erdbaulaboratorium Neubrandenburg GmbH (ELN) beauftragt, den Baugrund zu erkunden. Hierzu erfolgten 4 Kleinbohrungen (BS), die innerhalb der Grundrissfläche des geplan- ten Bauwerkes liegen und den Schichtenaufbau bis 6 m Tiefe dokumentieren. Als Planungsgrundlage dient das vorliegende Gutachten vom 14.05.2025.

Regionalgeologisch liegen die vier Aufschlusspunkte innerhalb einer Grund- moränenlandschaft, so dass im Untergrund großflächig ein eiszeitlicher Ge- schiebemergel vorhanden ist. Dieser wurde nur oberflächennah durch Bo- denbildungsprozesse beeinflusst. So ist am Standort flächendeckend eine Humusschicht vorhanden, die im Nordteil der Baufläche (BS 1/ BS 2) eine gestörte Struktur aufweist und vereinzelt Bauschuttreste enthält. Die Dicke der Humusdecke ist recht einheitlich mit 70 cm kalkulierbar.

Die Ausbildung eines freien Grundwasserspiegels ist nur in Böden mit hoher hydraulischer Leitfähigkeit (Sande etc.) möglich. Derartige Erdstoffe sind im Baufeld nicht oder nur als dünne Sandzwischenlagen innerhalb hochbindiger

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Erdstoffe gegeben, womit lediglich temporär eine Aufsättigung des Er- dreiches in feuchten Witterungsperioden möglich ist. Aktuell wurde in allen Bohrpunkten kein Wasserspiegel angetroffen, sodass von einem vor- rangigen Oberflächenabfluss bzw. einer Verdunstung der Niederschlag- swässer ausgegangen wird. Für die Bauzeit wird lediglich empfohlen, eine offene Wasserhaltung zur Fassung der Tageswässer einzuplanen. Allerdings sollte für hydraulische Bemessungen (z.B. Auftriebsberechnung) ein Höch- stwasserstand (HGW) in Höhe der endgültigen GOK angesetzt werden.

Mit den vorgenannten Gründungskoten wird ersichtlich, dass die Auflagerbe- reiche für die Sohlplatte weitgehend oberhalb bzw. in Nähe der derzeitigen GOK liegen. Damit werden die Bodenbildungshorizonte nicht zur Gänze durchfahren, so dass ein unterschiedliches Auflager für den Lastabtrag zur Verfügung steht. Es wird daher als zwingend erforderlich angesehen, im Vorfeld der Gründung den Baugrund zu konditionieren. Hierzu wird ein Bo- denaustausch flächendeckend empfohlen, der bis zur bereits angedachten Tiefe von ± 1 m reichen muss; dies entspricht etwa einem Niveau um die Kote +43,6 m NHN.

Unter Beachtung der vorgenannten Hinweise steht für den Lastabtrag sämtli- cher Bauwerksteile ein ausreichend tragfähiger und setzungsarmer Baugrund zur Verfügung. Zur Bemessung der Bodenplatte werden Sohlwiderstände im Rahmen von c - 20 - 30 kN/m2 erwartet, womit Setzungen in einer Größen- ordnung von s < 1 cm auftreten.

Bohrprofile BS 2 und BS 4:

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6 Neubau Trinkwasserbehälter und Druckstation

Der Neubau des Trinkwasserbehälters wird mit zwei Behälterkammern mit je- weils 450 m3 Speicherkapazität geplant. Der neue Trinkwasserbehälter mit ei- ner integrierten Druckstation wird am Standort Groß Stieten neben der vorhan- denen Anlage errichtet. Somit steht während der gesamten Bauzeit die alte Anlage für die stabile Trinkwasserversorgung zur Verfügung. Erst nach erfolg- reichem Probebetrieb der neuen Anlage wird die alte Anlage komplett stillge- legt und rückgebaut.

6.1 Grundstück

Nach Abstimmung mit dem Zweckverband Wismar ist vorgesehen, den neuen Trinkwasserbehälter mit Schieberkammer und Druckstation oberirdisch als Kompaktbauwerk zu errichten. Neben dem Kompaktbauwerk wird nach Ab- bruch der Altanlage ein separates NSA-Gebäude zur Unterbringung des vor- handenen Notstromaggregates geplant. Das freie Baufeld auf dem vorhande- nen Flurstück 250/2 ist für den geplanten Neubau nicht ausreichend groß.

Daher wurde festgelegt, einen Grundstücksaustausch mit der landwirtschaftli- chen Nutzfläche auf dem unmittelbar angrenzenden Flurstück 250/6 vorzuneh- men. Für den geplanten Neubau wird eine zusätzliche Fläche von ca. 400 m² vom Flurstück 250/6 benötigt. Nach Neubau des Trinkwasserbehälters mit Druckstation sowie Abbruch der gesamten Altanlage kann vom Flurstück 250/2 eine Fläche von 500 m² als landwirtschaftliche Nutzfläche an den Landwirt ab- gegeben werden.

Am 24.01.2024 wurde uns vom Zweckverband Wismar mitgeteilt, dass der Grundstücksaustausch mit dem Landwirt geklärt wurde. Ein Antrag zum Flä- chentausch wurde an den Landkreis (Untere Naturschutzbehörde) gestellt.

6.2 Auslegung Trinkwasserbehälter und Druckstation

Es wird der Neubau eines Trinkwasserbehälters mit zwei rechteckigen Behäl- terkammern und einer vorgelagerten Schieberkammer (Druckstation) sowie ei- nem extra Gebäude zur Aufstellung des Notstromaggregates geplant. In der Schieberkammer werden neben allen Armaturen und Rohrdurchführungen in die beiden Trinkwasserbehälterkammern auch die beiden neuen Pumpanlagen zur Trinkwasserförderung in die beiden Druckzonen aufgestellt.

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Das kompakte Bauwerk hat Außenabmessungen von 22,36 m Länge und 20,10 m Breite. Die beiden Trinkwasserbehälterkammern verfügen über ein Gesamtspeichervolumen von 2 x 450 m3. Aus wirtschaftlichen Gründen kann die Wassertiefe zwischen 2,5 m und 3,5 m betragen, wenn das Speichervolu- men weniger als 500 m³ beträgt. Nach dem DVGW-Regelwerk (Arbeitsblatt W 300) sind bei der Ermittlung der Wassertiefe die folgenden Randbedingungen zu berücksichtigen:

 Bauform des Trinkwasserbehälters,  Zur Verfügung stehendes Grundstück,  Gewähltes Bauverfahren (Konstruktion und Material),  Landschaftsgerechte Einbindung und  Vorhandener Baugrund.

Unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte wird die Wasserspiegel- höhe auf 3,5 m festgelegt. Bei dieser geplanten Wasserspiegelhöhe von 3,55 m ergeben sich lichte Innenabmessungen der Behälterkammern von jeweils Länge / Breite = 12,4 m / 10,55 m.

Für die Schieberkammer (Druckstation) wird eine Gesamtfläche von 112,5 m2 vorgesehen.

Im Kompaktgebäude wird ein separater Teilbereich für die Unterbringung der EMSR-Technik geplant. Dieser erhält einen Zugang direkt von außen. Für den EMSR-Raum wird eine Fläche von 26 m² m geplant. Der NSA-Raum hat lichte Innenabmessungen von Länge / Breite = 6,50 m / 4,0 m. Die Schieberkammer mit Druckstation hat lichte Innenabmessungen von Länge / Breite = 17,30 m / 6,50 m.

6.3 Bauwerk Trinkwasserbehälter mit Druckstation

Der geplante Trinkwasserbehälter mit zwei rechteckigen Trinkwasserbehälter- kammern und einer vorgelagerten Schieberkammer mit Druckstation wird als Kompaktbauwerk mit Außenabmessungen von 22,36 m Länge und 20,10 m Breite errichtet. Die Gesamthöhe des Gebäudes beträgt am höchsten Punkt des oberen Pultdaches 11,30 m über Gelände. Das gesamte Gebäude wird oberirdisch auf einem Gründungspolster geplant und erhält ein zweiseitig ge- neigtes Pultdach. Die Dachentwässerung erfolgt über Fallrohre und wird an das neu geplante Entwässerungssystem angeschlossen.

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Die geplante Photovoltaikanlage wird auf der Südseite des Daches mithilfe ei- nes speziellen Montagesystems an den Sparren befestigt.

Der Trinkwasserbehälter wird als monolithischer Stahlbetonrechteckbehälter mit Mittellängswand errichtet. Die Trinkwasserbehälterkammern werden aus schlaff bewehrtem, wasserundurchlässigem Beton in 30 cm Stärke, nach stati- scher Berechnung hergestellt. Das Bauwerk erhält eine komplette Wärmedäm- mung mit WDVS, verputzt. Die Dachdämmung vom Behälter wird von oben auf der Decke aus künstlichem Dämmstoff hergestellt und abgedichtet.

Die Entwässerung der Behälterkammern (Entleerung, Überlauf) erfolgt über eine Entwässerungsrinne. Diese wird über eine Rohrleitung mit Rückschlag- klappe an das Regenentwässerungssystem Richtung Graben eingeschlossen.

Planung Dachaufbau:

  • Photovoltaikanlage auf Tragkonstruktion,
  • Tondachziegel Röben Menzaplus, schiefergrau,
  • Lattung 4/6, Konterlattung 3/5
  • verschweißte verklebte Unterecke auf Unterdeckplatten Klasse 4
  • Holzbinderkonstruktion nach Statik
  • 16 cm Wärmedämmung 040
  • Dampfsperre
  • Sparren 12/26 C24
  • Gipskartonverkleidung 2 x F90 auf Unterkonstruktion

Planung Wandaufbau Bereich Schieberkammer:

  • Innenputz
  • 24 cm Mauerwerk KS-R 12-1,8 DM
  • 16 cm WDVS
  • 2 cm Außenputz

Planung Wandaufbau Bereich Trinkwasserbehälterkammer:

  • 30 cm Stahlbeton WU C35/45 B 500 SB WF, XC2, XD2, XF3
  • 16 cm WDVS
  • 2 cm Außenputz

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Planung Sohlaufbau Bereich Schieberkammer:

  • Fliesenbelag
  • 5 – 12 cm Gefälleestrich
  • 1 Lage PYE G 200 S4
  • 30 cm Stahlbeton WU C35/45 B 500 SB WF, XC2, XD2, XF3
  • 10 m Sauberkeitsschicht C16/20 auf einer Lage PE
  • 0,65 m Gründungspolster Kies/Sand 0/32

Die Außenfassade wird nach den Vorgaben des Zweckverbandes mit Wärme- dämmverbundsystem in Farben nach Wunsch des AG erfolgen. Die Dachde- ckung erfolgt mit Tondachsteinen. Die Dachneigung wird mit 20° Neigung zur Bestückung der Dachfläche mit Photovoltaikelementen geplant.

Die Außenwände der Schieberkammer/Druckstation werden gemauert und mittels WDVS, verputzt verkleidet. Der Boden wird einschl. Rinnen und Schächten aus Stahlbeton in wasserundurchlässiger Bauweise hergestellt. Die Innenwände werden bis in eine Höhe von 2,0 m gefliest, ebenso der komplette Boden. Für die Behälterbe- und -entlüftung werden entsprechende Öffnungen zur Durchführung der Kassetten geplant.

Die Farbgebung erfolgt nach Wunsch des Auftraggebers, d. h. der Putz wird innen und außen weiß, im Bereich Behälter blau und im Spritzschutzbereich blau gestaltet. Fenster und Türen werden ebenfalls in den Blautönen des Ver- bandes farblich abgesetzt.

Die Sohle des Behälters wird 60 cm über Geländeoberkante gegründet.

Der Boden einschließlich aller Sockel und Podeste erhält einen Bodenbelag aus Bodenfliesen der geforderten Rutschfestigkeitsklasse sowie umlaufend Sockelfliesen.

Um die Entleerung der Behälterkammern zu gewährleisten, erhält die Sohle der Behälterkammern einen Gefällebeton zum Entleerungssumpf geneigt.

In der Schieberkammer werden die zwei neuen Pumpanlagen aufgestellt. Die Pumpenachse wird unter der Sohle des Trinkwasserbehälters angeordnet, so dass die Nutzung des gesamten Behältervolumens gewährleistet ist. Deswe- gen wird die Sohle der Schieberkammer/Druckstation dementsprechend ca. 90 cm unter Behältersohle gegründet.

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Die Rohreinbindungen in die Behälterkammer erfolgen über Faserzement- rohre. Die Rohrdurchführungen erfolgen über das Los 2 mit Ringraumdichtun- gen.

Die Begehung der Trinkwasserbehälterkammern erfolgt durch die Schieber- kammer über Treppen, Laufgang und Podeste als Edelstahlkonstruktion und druckdichte Türen. Die druckdichten Türen 80/180 cm, aus Edelstahl erlauben eine Begehung der Behälterkammern auf Sohlniveau.

Die Schauluken und Scheinwerfer zur Einsicht in die Behälterkammern ober- halb des Wasserspiegels werden über die Treppen und eine obere Podest- ebene in der Schieberkammer erreicht. Vom Laufgang aus ist auch die Bedie- nung/Wartung der Luftfilterkassetten möglich.

Der EMSR-Raum wird nur von außen begangen. Hier erfolgt die Aufstellung der Schaltanlage sowie der Wechselrichter der Solaranlage.

Die Eingangstüren der Schieberkammer und des EMSR-Raumes sind zwei- flüglig mit einer Breite von 2,2 m als Sicherheitstür, gedämmt sowie als Schall- schutztür geplant.

6.4 Bauwerk Notstromgebäude

Neben dem Kompaktgebäude Trinkwasserbehälter mit Schieberkammer wird eine Betonraumzelle zur Aufstellung des vorhandenen Notstromaggregates geplant. Diese hat Außenabmessungen von L/B/H=5,0 m /4,0 m /3,45 m und wird geländegleich gegründet.

Die Betonraumzelle hat ein Wannenflachdach und wird mit Mindestwärme- schutz geplant. Das Notstromgebäude wird mit Schwelle in 15 cm Höhe im Bodenbereich ausgeführt. Der Bodenbereich erhält eine Epoxydharzbeschich- tung in drei Arbeitsgängen.

7 Außenanlagen und Zuwegung

Die Befestigung der Zuwegung erfolgt im Zufahrtsbereich mit Betonrasengitter sowie im Grundstücksbereich mit Betonrechteckpflaster.

Die Zuwegung auf dem Grundstück wird über Straßenabläufe entwässert und an das Regenentwässerungssystem abgeführt.

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Die Zuwegung wird umlaufend mit Tiefborden begrenzt.

Aufbau Zuwegung Betonrasengitter

  • 12 cm Betonrasengittersteine, begrünt
  • 4 cm Splitt 2/5 auf TS (120 MPa)
  • 15 cm Schottertragschicht 0/18 auf FSS (120 MPa)
  • 24 cm Frostschutzschicht 0/32 auf Planum (45 MPa) Gesamt 55 cm Oberbau

Aufbau Zuwegung Betonrechteckpflaster

  • 10 cm Betonrechteckpflaster
  • 4 cm Bettung auf TS (120 MPa)
  • 20 cm Schottertragschicht 0/18 auf FSS (120 MPa)
  • 21 cm Frostschutzschicht 0/32 auf Planum (45 MPa) Gesamt 55 cm Oberbau

Die Fläche wird mit 2 – 4 % Quergefälle hergestellt. Es wird eine Umfahrt für ein Referenzfahrzeug (3-achsig) geplant. Die Entwäs- serung erfolgt über eine Pflasterrinne mit Abläufen.

Die Auffüllung der Rasengittersteine erfolgt mit 40 % Mutterboden, 20 % Splitt 2/5 mm, 20 % Kompost und 20 % Lava 0/5 mm. Als Rasen wird eine Regel- saatgutmischung für Rasengittersteine gewählt. Alle im Bereich der Zuwegung befindlichen Schieberkappen und Schächte wer- den an die geplante Oberfläche angepasst.

Alle durch die Bauarbeiten in Anspruch genommenen Flächen werden wieder hergestellt, mit Mutterboden abgedeckt und mit strapazierfähigem Sport- und Spielrasen begrünt.

Die benötigte Grundstücksfläche wird umlaufend mit Maschendrahtzaun in ei- ner Höhe von 2,0 m eingezäunt. Es werden zwei Laubbäume in Baumschul- qualität mit einem Stammumfang von 16 – 18 cm auf dem Grundstück ange- pflanzt.

8 Demontage- und Abrissarbeiten

Nach der Fertigstellung und erfolgreichen Inbetriebnahme des neunen Trink- wasserbehälters und der neuen Druckstation kann die alte Anlage (zwei Behäl- terkammern, Schieberkammer und Druckstation sowie NSA-Gebäude) kom- plett zurückgebaut werden. Auch die entsprechenden Anschlussleitungen sind

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bis an die Knotenpunkte zurückzubauen. Vor dem Rückbau erfolgt eine Ge- fahrstoffermittlung der verbauten Materialien.

Der Behälter wird komplett einschl. Sohle und Schächten rückgebaut. Die Ab- bruchbaugruben werden verfüllt und das Grundstück wird mit strapazierfähi- gem Rasen begrünt.

9 Provisorium

Während der gesamten Bauzeit des neuen Trinkwasserbehälters und der neuen Schieberkammer erfolgt die Versorgung weiterhin über den alten Trink- wasserbehälter und die vorhandenen Druckstationen am Standort Groß Stie- ten. Erst nach erfolgreichem Probebetrieb der neuen Anlage wird die alte An- lage komplett stillgelegt und rückgebaut.

Aufgestellt: Bargeshagen, 03.07.2026

aqua consult Ingenieur GmbH

i.A. Dipl. Ing. Uta Drobek Projektleiterin

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