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Zweckverband Wismar o
s to c
Wasser, Abwasser, Fernwärme
k
Neubau Behälter und Druckstation
Groß Stieten
Ausführungsplanung
Los 2 Anlagentechnik
Projekt-Nr.: 233204 Juni 2026
aqua consult Ingenieur GmbH • Schliemannstr. 6 • 18211 Bargeshagen • Tel.: 038203 411-0 • Fax: 038203 411-0
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 1
Inhaltsverzeichnis Seite:
1 Vorbemerkungen 5
1.1 Allgemeines 5
1.2 Standortangaben 5
1.3 Veranlassung und Vorhaben 6
2 Beschreibung der Baumaßnahme 8
3 Bautechnische Grundlagen 9
3.1 Bauzeitraum 9
3.2 Baustellenzufahrt 9
3.3 Baustelleneinrichtung 9
4 Bestand Trinkwasserbehälter und Druckstation 10
5 Planung Trinkwasserbehälter und Druckstation: anlagentechnische Ausrüstung 13
5.1 Allgemeines 13
5.2 Provisorium während der Bauzeit 15
5.3 Pumpanlagen 15
5.4 Armaturen 17
5.5 Rohrleitungen 18 5.5.1 Zulaufleitung 18 5.5.2 Entnahmeleitungen 18 5.5.3 Kurzschlussverbindungsleitung 19 5.5.4 Überlaufleitungen 19 5.5.5 Entleerungsleitungen 19 5.5.6 Be- und Entlüftung Behälterkammern 19 5.5.7 Ausführung der Rohrleitungen 20
5.6 Rohreinführungen 22
5.7 Ringraumdichtungen 22
5.8 Probenahmestellen 23
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 2
5.9 Treppen, Laufgänge und Podeste 23
6 Inbetriebnahme und Endabnahme 23
7 Demontage- und Abrissarbeiten 24
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Trinkwasserbehälter und Druckstation Groß Stieten ......................................... 7
Abbildung 2: Bestand Trinkwasserbehälter und Schieberkammer Groß Stieten ...................11
Abbildung 3: Bestand Kellerbereich der Schieberkammer Groß Stieten ...............................12
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Leistungsaufnahmen der Pumpenanlagen für die Druckzonen Dorf Mecklenburg und Groß Stieten bei durchschnittlichem und maximalem Trinkwasserverbrauch. ................17
Tabelle 2: Maximale Motorbemessungsleistung (P2) der einzelnen Pumpen und der gesamten Pumpanlagen gemäß Grundfos-Datenblatt. .........................................................................17
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 4
Anlagenverzeichnis
Anlage 1 Blatt 1 Übersichtskarte TWB und DS Groß Stieten M 1 : 10.000
Anlage 2 Blatt 1 Versorgungsbereich M 1 : 50.000
Anlage 3 Bestand und Rückbau
Blatt 1 Lageplan Gesamt M 1 : 1.000
Blatt 2 Lageplan TWB und DS Groß Stieten M 1 : 200
Blatt 3 Grundriss und Schnitt TWB M 1 : 50
Blatt 4 Grundriss DS und NSA M 1 : 50
Anlage 4 Planung
Blatt 1 Lageplan TWB und DS Groß Stieten M 1 : 200 Blatt 2 Grundriss TWB und DS Groß Stieten M 1 : 50 Blatt 3.1 Schnitt A-A TWB und DS Groß Stieten M 1 : 50
Blatt 3.2 Schnitte B-B, C-C, D-D und E-E
TWB und DS Groß Stieten M 1 : 50
Blatt 4 Ansichten TWB und DS Groß Stieten M 1 : 100
Blatt 5 NSA Grundriss, Schnitt und Ansicht M 1 : 50
Anlage 5 Blatt 1 RI-Schema Neubau TWB und DS Groß Stieten
Anlage 6 Blatt 1 3D–Ansichten Teil 1
Blatt 2 3D–Ansichten Teil 2
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 5
1 Vorbemerkungen
1.1 Allgemeines
Auftraggeber: Zweckverband Wismar
Windmühlenweg 4
23972 Lübow
Nutzer und späterer Eigentümer: Zweckverband Wismar
Windmühlenweg 4
23972 Lübow
1.2 Standortangaben
Land: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Dorf Mecklenburg – Bad Kleinen
Gemeinde: Dorf Mecklenburg
Gemarkung: Dorf Mecklenburg
Flur: 2
Flurstücke: 250/2 und Teilfläche aus 250/6
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 6
1.3 Veranlassung und Vorhaben
Der Zweckverband Wismar (ZVW) unternimmt große Anstrengungen, um eine höhere Effektivität der Trinkwasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungs- anlagen zu erzielen und somit eine kostengünstige Trinkwasserbereitstellung und Abwasserentsorgung unter Berücksichtigung der perspektivischen Ent- wicklung im Verbandsgebiet abzusichern.
Der Zweckverband Wismar erfüllt in seinem Verbandsgebiet die Aufgabe der öffentlichen Wasserversorgung. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass auch lang- fristig Trinkwasser in guter Qualität und ausreichender Menge allen Verbrau- chern zur Verfügung gestellt werden kann.
Der Zweckverband Wismar betreibt am Standort Groß Stieten einen Trinkwas- serbehälter (TWB) mit zwei Behälterkammern (je 300 m3) und eine Drucksta- tion (DS) mit zwei Pumpanlagen (Abbildung 1). Das im Wasserwerk Dorf Meck- lenburg aufbereitete Trinkwasser wird in die beiden Behälterkammern am Standort Groß Stieten gepumpt und dort zwischengespeichert. Anlage 1, Blatt 1 zeigt die Übersichtskarte für den Trinkwasserbehälter und die Drucksta- tion Groß Stieten.
Mit den beiden Pumpanlagen der Druckstation Groß Stieten wird das gespei- cherte Trinkwasser bedarfsgerecht in zwei Druckzonen (Dorf Mecklenburg und Groß Stieten) eingespeist. In Anlage 2, Blatt 1 ist der gesamte Versorgungsbe- reich für den Trinkwasserbehälter und die Druckstation Groß Stieten darge- stellt.
Der Trinkwasserbehälter und die Druckstation in Groß Stieten sind fester Be- standteil des Trinkwasserversorgungssystems des Zweckverbandes Wismar. Die Anlage wurde im Jahr 1970 erbaut und diente zunächst nur zur Versorgung von Groß Stieten. Zwischen 1996 und 1999 wurde dann eine Verbindung zur Druckzone Dorf Mecklenburg mit einer neuen Trinkwasserleitung geschaffen. Im Jahre 1999 erfolgten auch am Trinkwasserbehälter und der Druckstation Umbaumaßnahmen sowie die Installation der zweiten Pumpanlage.
In den Jahren 2016/2017 wurden die Baukörper der Anlagen untersucht und Baugutachten erstellt. Die Aussage der Gutachten ist, dass die Baukörper des Trinkwasserbehälters mit Schieberkammer sowie der Druckstation, gravie- rende Mängel aufweisen.
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 7
Bei Regenereignissen sind Nässeeinbrüche mit daraus resultierenden bakteri- ellen Problemen in den Trinkwasserbehälterkammern vorhanden. Daher wurde im Rahmen einer Notreparatur eine Folie auf den Behälterdecken ausgelegt. Diese erfüllt nicht dauerhaft die Anforderungen einer Behälterabdichtung. Au- ßerdem entsprechen die Anlagentechnik und die EMSR-Technik nicht mehr dem Stand der Technik.
Vor diesem Hintergrund hat der Zweckverband Wismar die aqua consult Inge- nieur GmbH beauftragt, im Ergebnis der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, die Ausführungsplanung für den Neubau eines Trinkwasserbehälters mit zwei Behälterkammern sowie für den Neubau einer Druckstation mit zwei Pumpan- lagen für zwei Druckzonen am vorhandenen Standort in Groß Stieten zu erar- beiten.
Weiterhin soll ein Gebäude zur Unterbringung des Notstromaggregates geplant werden.
Abbildung 1: Trinkwasserbehälter und Druckstation Groß Stieten
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 8
2 Beschreibung der Baumaßnahme
Es ist geplant, der neue Trinkwasserbehälter mit Druckstation neben dem vor- handenen Trinkwasserbehälter zu errichten. Der neu geplante Trinkwasserbe- hälter mit Druckstation wird in Rechteckbauweise als Kompaktgebäude, eben- erdig aufgestellt geplant, so dass Entleerung und Überlauf der Behälterkammer ohne Pumpvorgänge Richtung Vorfluter abgeleitet werden können.
Zur Sicherstellung einer Reinigungsmöglichkeit bei laufendem Betrieb werden zwei Behälterkammern geplant. Jede Behälterkammer sollte ein Fassungsvo- lumen von 450 m³ haben.
Die gesamte Baumaßnahme wird in 4 Losen ausgeschrieben:
Los 1 – Bauwerk Los 2 – Anlagentechnik Los 3 –E/MSR Technik Los 4 – Erdverlegte Rohrleitungen
Die vorliegende Ausführungsplanung bezieht sich auf Los 2 Anlagentechnik.
Da eine stabile Trinkwasserversorgung jederzeit gewährleistet sein muss, ist eine enge Koordination zwischen den 4 Losen zwingend erforderlich.
Die Baumaßnahme ist in mehreren Bauabschnitten durchzuführen, in enger Abstimmung der 4 Lose.
Folgende Bauabschnitte sind dabei zu berücksichtigen:
-
Baufeldfreimachung und Befestigung Baustraße (Los 1)
-
Herstellung Gebäude Schieberkammer mit Behälterkammern (Los 1)
-
Erdverlegte Rohrleitungen (Druckrohrleitungen und Ablaufleitung) (Los 4)
-
Lieferung und Montage der Behälterbe- und Entlüftungen (Los 2)
-
Lieferung und Montage der neuen Pumpanlagen und Schaltschränken im neuen Kompaktbau (Los 2/3)
-
Lieferung und Montage von Armaturen (Los 2)
-
komplette Verrohrung vom neuen Reinwasserbehälter inkl. Schieber- kammer mit Edelstahl Material 1.4571 (Los 2)
-
Lieferung und Montage EMSR-Technik (Los 3)
-
Inbetriebnahme der Anlagenteile (Los 1/2/3/4)
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 9
-
Demontage- und Abrissarbeiten der alten Pumpanlagen, Armaturen und Verrohrung in der alten Schieberkammer, Druckstation und den beiden Behälterkammern (Los 2)
-
Demontage- und Abrissarbeiten der alten Druckstation (Los 1)
-
Demontage- und Abrissarbeiten der Behälter mit Schieberkammer (Los 1)
-
Erd- und Verfüllarbeiten Abbruchbaugruben (Los 1)
-
Herstellung Gebäude NSA (Los 1)
-
Umsetzung/Inbetriebnahme NSA (Los 3)
-
Demontage- und Abrissarbeiten altes Gebäude NSA (Los 1)
-
Rückbau alte Erdverlegte Rohrleitungen (Los 4)
-
Außenanlagen mit Einfriedung (Los 1)
3 Bautechnische Grundlagen
Die Ausführung aller Arbeiten erfolgt an einer Trinkwasserversorgungsanlage.
Alle im DVGW-Regelwerk festgelegten Verhaltensregeln, Verbote und Ein- schränkungen sind unbedingt zu berücksichtigen und einzuhalten.
Das Lagern, Umfüllen von Kraftstoff, Öl- und Schmiermitteln und sonstigen wassergefährdeten Stoffen ist untersagt.
3.1 Bauzeitraum
Die Realisierung der Baumaßnahme erfolgt von 11/2026 – 01/2028.
3.2 Baustellenzufahrt
Als Zufahrt können sämtliche öffentliche Wege und Straßen genutzt werden.
3.3 Baustelleneinrichtung
Die Baustelleneinrichtung, die Beschaffung von Baustrom und Bauwasser ist Sache des Auftragnehmers.
Baustrom und Bauwasser sind in Abstimmung mit dem Auftraggeber zu bezie- hen.
Für die Entnahme von Bauwasser sind Standrohrwasserzähler des Auftragge- bers zu verwenden, Wasserkosten und Stromkosten gehen zu Lasten des Auf- tragnehmers.
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Zweckverband Wismar Ausführungsplanung Los 2 Neubau Behälter und Druckstation Groß Stieten Seite 10
Tagesunterkünfte und Sanitäreinrichtungen sind durch den Auftragnehmer für die gesamte Bauzeit vorzuhalten.
Als Lagerfläche für Baumaterialien ist durch den Bauunternehmer eine geeig- nete Fläche mit dem Auftraggeber abzustimmen.
Nach Fertigstellung der Baumaßnahme ist der ursprüngliche Zustand dieser Flächen wieder herzustellen.
4 Bestand Trinkwasserbehälter und Druckstation
Der Behälter Groß Stieten befindet sich zwischen den Ortschaften Dorf Meck- lenburg und Groß Stieten. Die Zufahrt erfolgt direkt über die Bundesstraße B 106 (siehe Anlage 3, Blatt 2). Auf dem Gelände befinden sich Trinkwasser- behälter und Druckstation mit einem Anbau für die Unterbringung des Not- stromaggregats.
Der Trinkwasserbehälter besteht aus zwei runden Behälterkammern (je 300 m3) und einer Schieberkammer, die sich zwischen den beiden Behälter- kammern befindet (siehe Anlage 3, Blatt 3). Der Innendurchmesser der Behäl- terkammern beträgt 11,70 m. Die Trinkwasserbehälterkammern haben eine lichte Höhe von 3,6 m bei einer Wasserspiegelhöhe von 3,0 m.
Die Behälterkammern sind gegenüber dem umgebenden Gelände in ca. 2,5 m unter Gelände gegründet und komplett erdüberdeckt. Die Behälterkammern sind angeböscht und mit ca. 35 cm Erdstoff überschüttet.
Die Abdichtung der Behälterdecken ist auf Grund ihres Alters von ca. 50 Jahren nicht mehr funktionsfähig, im Rahmen einer Notreparatur wurde eine Folie auf den Behälterdecken ausgelegt. Diese Folie erfüllt jedoch nicht dauerhaft die Anforderungen einer Trinkwasserbehälterabdichtung (siehe Abbildung 2).
Die Schieberkammer zwischen den beiden Behälterkammern ist über eine Tür begehbar. Innerhalb der Schieberkammer kann der hintere Teil über eine Treppe begangen werden. Von hier erfolgt die Begehung der Behälterkammern durch Einstiegsluken aus Edelstahl.
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Abbildung 2: Bestand Trinkwasserbehälter und Schieberkammer Groß Stieten
Der Einstieg in die Behälterkammern erfolgt über Leitern mit einer Breite von 30 cm. Die Schieberkammer mit den lichten Innenabmessungen (L / B / H) im Kellerbereich von ca. 5,5 m x 3,0 m x 2,5 m wurde monolithisch als separater Baukörper hergestellt. Der Gebäudeteil oberhalb Geländeoberkante wurde ge- mauert.
Die Gründungsebene liegt auf Sohlebene der Entleerungssümpfe der Behäl- terkammern. Von der mittleren Ebene aus (Eingangspodest) erfolgt über eine Leiter der Abstieg in das Kellergeschoss der Schieberkammer zur Bedienung der Absperrarmaturen. Vom ebenerdigen Einstiegspodest aus erfolgt über eine 6-stufige Treppe die Begehung der oberen Ebene zwischen den Behälterkam- mern. Durch eine Zwischentür ist der Bereich mit den Behältereinstiegen ab- getrennt.
Im Kellerbereich befinden sich die zwei Saugleitungen DN 250 St/Zn für die Druckstufen Dorf Mecklenburg und Groß Stieten sowie die Zulaufleitung DN 250 St/Zn von Dorf Mecklenburg. Es wurden im Jahre 1999 verzinkte Stahl- leitungen montiert. Die Überlaufleitungen DN 250 St/Zn aus dem Behälter wer- den in der Schieberkammer zusammengefasst, hier binden auch die Entlee- rungsleitungen DN 80 aus dem Behälter ein. Die gesamte Entwässerung bindet in einen Entwässerungsschacht ein.
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Abbildung 3: Bestand Kellerbereich der Schieberkammer Groß Stieten
Die Druckstation ist ein Gebäude mit den Außenabmessungen von L / B / H = 9,3 m / 6,3 m / 4,65 m (5,8 m) hergestellt. Das Dach ist ein flach geneigtes Satteldach mit Dachabdichtung und Regenentwässerung an den Traufseiten.
Das Dach wurde von innen mit einer Leichtbaukonstruktion verkleidet. Im Sohl- bereich ist eine Rinne zur Entwässerung der angeschlossenen Aggregate vor- handen. An die Druckstation wurde nachträglich ein Anbau zur Unterbringung des Notstromaggregates hergestellt. Dieser hat Außenabmessungen von L / B / H= 5,7 m / 4,0 m / 2,5 m.
In der Druckstation sind zwei separate Pumpanlagen mit jeweils drei selbst- ansaugenden Kreiselpumpen installiert. Die Pumpanlagen fördern jeweils in die beiden separaten Druckzonen:
➢ Dorf Mecklenburg
➢ Groß Stieten
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5 Planung Trinkwasserbehälter und Druckstation: anlagentech- nische Ausrüstung
Die neu geplante anlagentechnische Ausrüstung (zwei Pumpanlagen zur Trink- wasserförderung in die beiden Druckzonen, Be- und Entlüftungssysteme, Ar- maturen, Verrohrung, etc.) wird in der neu geplanten Schieberkammer (Druck- station) bzw. Trinkwasserbehälter installiert. Jede Behälterkammer ist einzeln absperrbar.
Der Neubau des Trinkwasserbehälters wird mit zwei rechteckigen Behälter- kammern mit jeweils 450 m3 Speicherkapazität geplant. Der neue Trinkwasser- behälter mit einer vorgelagerten Schieberkammer wird am Standort Groß Stie- ten neben der vorhandenen Anlage errichtet. Somit steht während der gesam- ten Bauzeit die alte Anlage für die stabile Trinkwasserversorgung zur Verfü- gung. Erst nach erfolgreichem Probebetrieb der neuen Anlage wird die alte An- lage komplett stillgelegt und rückgebaut.
Der neue geplante Trinkwasserbehälter mit Schieberkammer wird oberirdisch als Kompaktbauwerk (22,36 m Länge x 19,10 m Breite) errichtet. Neben dem Kompaktbauwerk wird nach Abbruch der Altanlage ein separates NSA-Ge- bäude zur Unterbringung des vorhandenen Notstromaggregates geplant (siehe Anlage 4, Blatt 2). Bei einer geplanten Wasserspiegelhöhe von ca. 3,55 m er- geben sich lichte Innenabmessungen der Behälterkammern von jeweils Länge / Breite = 12,4 m / 10,55 m (siehe Anlage 4, Blatt 2 und Blatt 3). Die Schieber- kammer hat lichte Innenabmessungen von Länge / Breite = 17,30 m / 6,50 m. Im Kompaktgebäude wird ein separater Teilbereich für die Unterbringung der EMSR-Technik geplant. Der NSA-Raum hat lichte Innenabmessungen von Länge / Breite = 6,50 m / 4,0 m.
5.1 Allgemeines
Die Montage der anlagentechnischen Ausrüstung umfasst den kompletten Auf- bau der vorgesehenen Geräte und Einrichtungen, fachgerecht und betriebsbe- reit, unter Einhaltung der festgelegten Termine und Fristen laut Bauzeitenplan und des Bauvertrages.
Um einen termingerechten und effektiven Bauablauf zu gewährleisten, sind alle Abstimmungen mit anderen beteiligten Gewerken rechtzeitig über die Baulei- tung vorzunehmen.
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Der Auftragnehmer ist für die ingenieurmäßige Detailbearbeitung für seinen Liefer- und Leistungsteil selbst verantwortlich. Dazu gehört auch die Ausarbei- tung auf Grundlage der vorliegenden Planung.
Montagepläne sind rechtzeitig vor Beginn der Montagearbeiten dem Auftrag- geber über die Bauleitung zur Prüfung vorzulegen. In den Plänen sind die Ein- bauteile durch Beschriften zu erläutern. Die Montagepläne sind im Maßstab 1 : 25 anzufertigen. Detailzeichnungen sind im Maßstab 1 : 10 auszuführen.
Das zu erstellende Planmaterial ist in 2-facher Ausfertigung dem Auftraggeber zum Zwecke der Prüfung auf Freigabe für die Fertigung einzureichen. Geneh- migungs- und Änderungsvermerke entbinden den Auftragnehmer nicht von der Verantwortung für eine sachgemäße und fachlich einwandfreie Konstruktion und Ausführung entsprechend der zu erfüllenden Aufgabenstellung.
Alle vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Unterlagen, wie z. B. Berech- nungswerte oder Zeichnungen, hat der Auftragnehmer genau zu überprüfen und zu beurteilen, insbesondere auch auf Übereinstimmung mit den tatsächli- chen Gegebenheiten auf der Baustelle.
Alle Abmessungen sind Vor-Ort zu prüfen.
Auf Unstimmigkeiten und Fehler in den Unterlagen muss der Auftragnehmer den Auftraggeber unverzüglich hinweisen. Hat der Auftragnehmer mit der Aus- führung der Arbeiten begonnen, kann er sich auf Unstimmigkeiten und Fehler in den Unterlagen nicht mehr berufen.
Der Auftragnehmer ist zur Einhaltung aller einschlägigen Normen und Richtli- nien sowie aller gesetzlichen und behördlichen Vorschriften in der jeweils neu- esten Fassung verpflichtet und hat nach den anerkannten Regeln der Technik zu bauen.
Der Auftragnehmer hat ferner alle in der Baugenehmigung erwähnten beson- deren Auflagen zu berücksichtigen. Es obliegt dem Auftragnehmer sich hier- über rechtzeitig und ausreichend zu informieren.
Nach der Montage führen der Auftragnehmer unter Anwesenheit der Baulei- tung und des Auftraggebers die Funktionsprüfung und die Erstinbetriebnahme der Anlagenteile durch.
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Es ist dabei u.a. gemeinsam das einwandfreie Zusammenwirken der Leistun- gen aller an der Anlage beschäftigten Firmen nachzuweisen.
Die Leistungen sind innerhalb der vereinbarten Liefergrenzen in solcher Voll- ständigkeit auszuführen, dass ein ordnungsgemäßer, funktioneller und wirt- schaftlicher Betrieb durchgeführt werden kann.
Zum Leistungsumfang des Auftragnehmers gehört die Erstellung und Über- gabe der gesamten technischen Dokumentation in revidierter Ausführung, ent- sprechend dem Endzustand der Anlage.
Alle Armaturen sind in Verantwortung des Auftragnehmers vor ihrer Bestellung auf Dimensionierung und ihre Anschlussfähigkeit hin zu überprüfen.
Die Armaturen sind so anzuordnen, dass Zugang und Bedienbarkeit gut mög- lich sind und den Vorschriften der Berufsgenossenschaft sowie alle Unfallver- hütungsvorschriften eingehalten werden.
Die Einbauhöhe der Armaturen ist vor Beginn der Montage mit dem Auftragge- ber und der Bauleitung abzustimmen.
Auf der Grundlage der beiliegenden Ausführungspläne (siehe Anlagen) und den genauen Bauverhältnissen vor Ort, hat der Auftragnehmer Montagepläne anzufertigen und der Bauleitung zur Bestätigung zu übergeben.
5.2 Provisorium während der Bauzeit
Während der gesamten Bauzeit des neuen Trinkwasserbehälters und der neuen Schieberkammer erfolgt die Versorgung weiterhin über den alten Trink- wasserbehälter und die vorhandenen Druckstationen am Standort Groß Stie- ten. Erst nach erfolgreichem Probebetrieb der neuen Anlage wird die alte An- lage komplett stillgelegt und rückgebaut.
5.3 Pumpanlagen
In der geplanten Schieberkammer werden zwei neue Pumpanlagen, eine Pum- panlage (Pumpenblock) je Druckstufe, aufgestellt. Die Pumpenachse sollte un- ter der Sohle des Trinkwasserbehälters angeordnet werden, so dass die Nut- zung des gesamten Behältervolumens gewährleistet ist. Deswegen wird die
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Sohle der Schieberkammer dementsprechend ca. 90 cm unter Behältersohle gegründet.
Die erste Pumpanlage (Dorf Mecklenburga) besteht aus vier drehzahlgeregel- ten, vertikalen Kreiselpumpen; drei Hauptreinwasserpumpen „CRE 32-2-1 A- F-A-E-HQQE“ plus eine Schwachlastpumpe „CRE 5-5 A-FGJ-A-E-HQQE“. Die zweite Pumpanlage (Groß Stietenb) besteht aus fünf drehzahlgeregelten, ver- tikalen Kreiselpumpen; vier Hauptreinwasserpumpen „CRE 32-4-2 A-F-A-E- HQQE“ plus eine Schwachlastpumpe „CRE 5-9 A-FGJ-A-E-HQQE“. Für die erste Pumpanlage (Dorf Mecklenburg) ist ein kleiner Membrandruckbehälter (MDB) mit einem Speichervolumen von 33 l vorgesehen, und für die zweite Pumpanlage (Groß Stieten) ein kleiner MDB mit einem Speichervolumen von 25 l.
Für jede Pumpanlage ist eine interne Steuerung (MPC) im E/MSR-Los geplant. Die Grundfos Steuereinheit (MPC) funktioniert wirkungsgradbasiert. Diese Steuereinheit kennt die Wirkungsgrade der Pumpen, d.h. die Pumpen werden zugeschaltet, wenn der optimale Wirkungsgrad erreicht ist und nicht 100% Drehzahl. Damit hält die Steuereinheit die Pumpen immer im optimalen Wir- kungsgradbereich. Allein durch die geeignete Steuerung können Stromkosten eingespart werden.
Die Pumpen werden drehzahlgeregelt auf einem Druck von ca. 2,8 bar für die Druckzone Dorf Mecklenburg und von ca. 5,5 bar für die Druckzone Groß Stie- ten geplant. Die Leistung der Pumpen wird nach dem Druck in den zwei Aus- gangsleitungen geregelt. Die Gesamtleistung der Hauptbetriebspumpen für die erste Pumpanlage (Druckzone: Dorf Mecklenburg) beträgt ca.125 m3/h und für die zweite Pumpanlage (Druckzone: Groß Stieten) ca. 167 m3/hc.
Bei dem durchschnittlichen Trinkwasserverbrauch beträgt der Stromverbrauch der Pumpanlage für die Druckzone Dorf Mecklenburg ca. 18 MWh/a und der Stromverbrauch der Pumpanlage für die Druckzone Groß Stieten ca. 84 MWh/a. Insgesamt verbrauchen die beiden Pumpanlagen rund
a Die Druckzone Dorf Mecklenburg befindet sich nördlich der Druckstation Groß Stieten. b Die Druckzone Groß Stieten befindet sich südlich der Druckstation Groß Stieten. c Diese Förderleistung sollte für das Versorgungsgebiet Groß Stieten ausreichen, wenn kein gleichzeitiger Bedarf für Feuerlöschmaßnahmen und eine Feuerwehrübung in Bad Kleinen be- steht.
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102 MWh/a an elektrischer Energie, die durch eine Photovoltaik (PV)-Anlage vollständig oder teilweise gedeckt werden kann.
In der nachfolgenden Tabelle sind die elektrischen Leistungsaufnahmen der beiden Pumpenanlagen bei durchschnittlichem und maximalem Trinkwasser- verbrauch aufgeführt.
Tabelle 1: Leistungsaufnahmen der Pumpenanlagen für die Druckzonen Dorf Mecklenburg und Groß Stieten bei durchschnittlichem und maximalem Trink- wasserverbrauch.
| Pumpanlage | Elektrischer Leistungsverbrauch bei | ||
|---|---|---|---|
| mittlerem TW-Verbrauch | maximalem TW-Verbrauch | ||
| Dorf Mecklenburg | 2 kW | 15,8 kW | |
| Groß Stieten | 9,6 kW | 41,6 kW |
In Tabelle 2 sind die Motorbemessungsleistungen (P2) der einzelnen geplanten Pumpen (Hauptreinwasserpumpen und Schwachlastpumpen) für die beiden Druckzonen Dorf Mecklenburg und Groß Stieten aufgelistet.
Tabelle 2: Maximale Motorbemessungsleistung (P2) der einzelnen Pumpen und der gesamten Pumpanlagen gemäß Grundfos-Datenblatt.
| Druckzone / | Hauptreinwasser- | Schwachlastpumpe | Gesamte Pumpanlage | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pumpe Art | pumpe | |||||||||
| Dorf Mecklenburg | 5,5 kW | 1,5 kW | 18 kW | |||||||
| Groß Stieten | 11 kW | 2,2 kW | 46,2 kW |
Für beide Pumpanlagen liegt die gesamte Motorbemessungsleistung (P2) bei etwa 65 kW und die gesamte elektrische Anschlussleistung (P1) bei etwa 70 kW.
5.4 Armaturen
Es werden handbetätigte Armaturen eingesetzt. Die Absperrklappe in der Kurz- schlussverbindungsleitung (Baypass) zwischen der Behälterfüllleitung und der Saugleitung der zwei Pumpanlagen muss in regelmäßigen Zeitabständen ge- öffnet werden, um eine langfristige Stagnation in der dieser Leitung zu vermei- den.
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Die Bauteile sind durch den Auftragnehmer zu liefern und fachgerecht einzu- bauen. Alle verwendeten Materialien müssen für den Einsatz im Trinkwasser- bereich geeignet und zugelassen sein.
In den Werksausgangsleitungen sowie in der Hauptzulaufleitung wird jeweils ein Durchflussmesser DN 250 eingebaut.
5.5 Rohrleitungen
Die komplette Verrohrung in der Schieberkammer und den beiden Behälter- kammern erfolgt mit Edelstahlrohrleitungen aus dem Material 1.4571.
Alle Rohrleitungen in der Schieberkammer und den beiden Behälterkammern sind im Boden- bzw. Wandbereich fachgerecht zu haltern. Bei der Verrohrung ist auch ein einfacher Zugang zu allen Ausrüstungsteilen zu gewährleisten.
5.5.1 Zulaufleitung
Die Zulaufleitungen DN 250 Edelstahl werden in der Schieberkammer bis zu den Behälterkammern geführt und in den hinteren Teilen der Behälterkammern hochgeführt. Der Zulauf erfolgt über der Wasseroberfläche in den Behälterkam- mern über einen Speier mit Reduzierung von DN 250 auf DN 150 (siehe An- lage 4). Dadurch wird die Wassergeschwindigkeit erhöht und eine gute Durch- mischung im Trinkwasserbehälter ermöglicht. Nach dem DVGW-Regelwerk (Arbeitsblatt W 300) sollte der Abstand zwischen Auslauf (Speier) und maxi- malem Wasserspiegel mindestens ca. 20 cm betragen.
Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Dorf Mecklenburg wird auf beide Be- hälterkammern gleichmäßig verteilt. Die gesamte Trinkwasseraufbereitungs- anlage am Standort Dorf Mecklenburg wird nach dem Füllstand im Trinkwas- serbehälter Groß Stieten gesteuert.
5.5.2 Entnahmeleitungen
Die Entnahmeleitungen DN 300/DN250 Edelstahl werden von den Entnah- mesümpfen in den Behälterkammern zu den Pumpanlagen in der Schieber- kammer verlegt. Im Normalbetrieb sind die beiden Entnahmeleitungen mitei- nander verbunden.
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5.5.3 Kurzschlussverbindungsleitung
Um die Trinkwasserversorgung bei Außerbetriebnahme des Trinkwasserbehäl- ters zu gewährleisten, ist ein Bypass zwischen Zu- und Ablaufleitung gemäß DVGW-Regelwerk (Arbeitsblatt W 300-1) einzuplanen. Daher wird in der Schie- berkammer eine Kurzschlussverbindung zur Umfahrung der Behälterkammern angeordnet.
5.5.4 Überlaufleitungen
Die Überlaufleitungen DN 300 Edelstahl werden in Höhe des maximalen Was- serspiegels in den Behälterkammern angeordnet und separat Richtung Schie- berkammer geführt. Nach den geplanten Rückschlagklappen zur physischen Trennung des Behälters erfolgt die Einleitung in die offene Rohrleitung mit trich- terförmiger Aufweitung Richtung Entwässerungsschacht. Nach dem DVGW- Regelwerk (Arbeitsblatt W 300 und Arbeitsblatt W 300-1) dürfen im Über- laufsystem keine Absperrarmaturen eingebaut werden.
5.5.5 Entleerungsleitungen
Die Entleerungsleitungen DN 150 Edelstahl werden von der tiefsten Stelle aus den Entnahmesümpfen in die Schieberkammer verlegt. Nach den Absperrar- maturen erfolgt die Einleitung in die Abläufe der Überlaufleitungen.
Anfallende Wässer aus den Überlauf- und Entleerungsleitungen werden in dem Entwässerungsschacht in der Schieberkammer zusammengeführt. Vom Ent- wässerungsschacht verläuft eine Ablaufleitung DN 300 unter der Sohle direkt zum Schacht R1 vor dem Gebäude. Hier werden auch anfallende Wässer aus der Fußbodenentwässerung eingebunden.
5.5.6 Be- und Entlüftung Behälterkammern
Die beiden Be- und Entlüftungen der Trinkwasserbehälter werden wartungs- freundlich mit in der Schieberkammer installiert. Die Be- und Entlüftungsleitun- gen DN 250 Edelstahl enden mit einer einbruchsicheren Jalousie im Wandbe- reich des Gebäudes. Die Luft wird durch ein geschlossenes System durch die Schieberkammer bis nach außen geführt. Die Öffnungen sollten mindestens 3,0 m über Gelände sein, um das Ansaugen von Pollen, Gräsern oder Staub bei sinkendem Wasserspiegel zu minimieren.
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5.5.7 Ausführung der Rohrleitungen
Die Rohrleitungen sind wie folgt auszuführen:
- Die komplette Verrohrung der Anlage erfolgt im Werkstoff Nr. 1.4571.
Die Rohrleitungen sind teilweise aus Formstücken bereits werksseitig zu- sammenzuschweißen. Die Rohrleitungsbaugruppen sind mit entsprechen- den Flanschverbindungen gut demontierbar auszuführen.
-
Flanschverbindungen mit anderen Baugruppen, Armaturen und Ausrüstun- gen sind elektrolytisch zu trennen.
-
Bei der Ausführung der Montagearbeiten sind folgende technische Bestim- mungen einzuhalten:
▪ Flanschverbindungen bestehend aus Maschinenschrauben nach DIN 931, techn. Lieferbedingungen DIN 267-A4 aus Werkstoff Nr. 1.4571 in entsprechenden Größen und Länge
▪ Muttern nach DIN 934, techn. Lieferbedingungen DIN 26/-A2 aus Werk- stoff Nr. 1.4541, DIN 934
▪ beidseitige Unterlegscheiben DIN 125-A2
▪ Flanschdichtungen mit Stahleinlage G-ST EN 1514/DIN 2690
▪ sowie weitere Kleinteile für eine den Einsatzbedingungen angepasste Flanschverbindung
- Baustellenverbindungen sind prinzipiell zu schrauben. Sind Schweißungen vor Ort unvermeidbar (z. B. bei den Rohrleitungen in den Wanddurchfüh- rungen zwischen den Behälterkammern und der Schieberkammer), ist die fachgerechte Ausführung unbedingt notwendig:
▪ nur WIG bei einseitigem Schweißen
▪ MAG oder E-Schweißen bei zweiseitigem Schweißen
▪ den richtigen Schweißzusatz verwenden
▪ Schweißnähte unbedingt fachgerecht nachbeizen
▪ anschließend passivieren durch Nachspülen.
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Zur sorgfältigen Oberflächenbehandlung sind nur geeignete Reinigungs- mittel großflächig zu verwenden.
- Der Auftragnehmer muss den „Großen Eignungsnachweis“ nach DIN 18800 Teil 7 Abs.6.2 mit Erweiterung auf Chrom-Nickel-Stähle erfüllen.
Vor Beginn der Arbeiten ist ein gültiges Prüfzeugnis des Schweißers nach DIN EN 287 Teil 1 (DIN 8560) vorzulegen.
Die Arbeiten sind nach der Schweißvorschrift DIN 18800, DIN EN 719 und DIN EN 729 durchzuführen.
Alle im Arbeitsblatt GW 350 aufgeführten Vorgaben sind einzuhalten und zu berücksichtigen. Es gilt die Qualitätsanforderungsstufe B.
Die allgemeinen Verarbeitungsrichtlinien nach
• DIN 190 Schweißen von Metallen,
• DIN 8563 Gütesicherung bei Schweißarbeiten und
• DIN 8564 Schweißen im Rohrleitungsbau
sind einzuhalten.
- Je nach Einsatzfall werden nur Schweißverfahren WIG R4, WIG B4 oder MAG B4 eingesetzt. Schweißungen von Rohren sind unter Formiergas her- zustellen. Im Bereich der Schweißzone darf keine interkristalline Korrosion auftreten.
Durch die gewählte Materialzusammensetzung darf der Bereich der Schweißzone nicht negativ verändert werden.
Die verwendeten Schweißzusätze müssen der DIN 8556 entsprechen.
- Die fachgerechte Montage ist sicher zu stellen und zu garantieren. Die Werkstoffeigenschaften dürfen durch die Montage nicht beeinträchtigt wer- den.
Insbesondere sind austenitische Stähle unter weitest gehendem Sauer- stoffausschluss zu schweißen (z. B. SG).
Die einzelnen Bauteile sind flucht, lot- und waagerecht bzw. mit dem vor- gegebenen Gefälle auszurichten.
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Alle Rohrleitungen sind spannungsfrei an Armaturen, Geräte, Behälter und Maschinen anzuschließen. Es dürfen von den Rohrleitungen keine Kräfte und Momente auf Mauerdurchführungen übertragen werden.
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Die Rohrleitungen sind in der Werkstatt zu fertigen und Vor-Ort nur zu mon- tieren.
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Die Rohrleitungen sind mit Wand- und Bodenhalterungen zu sichern.
Bedingt durch die Platzverhältnisse müssen Rohrleitungen im Ständersys- tem auch übereinander geführt werden.
Die notwendigen Rohrunterlagen und Rohrschellen sowie Gummi-Dämm- profile sind fachgerecht einzusetzen.
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Die Montage hat so zu erfolgen, dass alle Kräfte und Momente durch Ei- gengewicht, Inhalt und Betrieb der Anlagenteile ausschließlich von eigens hierfür vorgesehenen Befestigungen und Halterungen aufgenommen wer- den.
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Nur durch eine qualitätsgerechte Verarbeitung der Materialien ist eine lange Haltbarkeit und Lebensdauer gewährleistet.
5.6 Rohreinführungen
Im Bereich der Gebäudeeinführungen werden erdverlegte Rohrleitungen me- dienführenden Rohrleitungen aus GGG- Material eingebaut. Hier erfolgt jeweils der Übergang auf Edelstahl.
Zum oberen Abschluss erhalten die Rohreinführungen über den Faserzement- rohren bzw. Schutzrohren neue teilbare Abdeckungen aus Tränenblech.
In der Mitte sind entsprechende Aussparungen für die Rohrleitungsdurchfüh- rung anzuordnen. Die genaue Ausführung erfolgt nach örtlicher Anpassung.
5.7 Ringraumdichtungen
Alle Wanddurchführungen werden mit Ringraumdichtungen druckwasserdicht verschlossen. Die Dichtungen, die direkten Kontakt mit dem Trinkwasser ha- ben, sind entsprechend KTW-Empfehlung und DVGW Arbeitsblatt W 270 aus- zulegen.
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5.8 Probenahmestellen
Laut dem DVGW-Regelwerk (Arbeitsblatt W 300-1) muss die Probenahme ge- trennt für jede Behälterkammer möglich sein. Außerdem sollten die Probenah- meeinrichtungen auf der Ein- und Auslaufseite angeordnet sein. Deshalb wer- den in der Schieberkammer fünf Probenahmestellen installiert:
➢ zwei Probenahmestellen an den Entnahmeleitungen der beiden Behäl- terkammern,
➢ eine Probenahmestelle an der Zulaufleitung und
➢ zwei Probenahmestellen an den zwei Ausgangsleitungen.
5.9 Treppen, Laufgänge und Podeste
Durch den Auftragnehmer Los 2 Anlagentechnik sind Treppen, Laufgänge und Podeste zu errichten. Die Konstruktionen sind komplett aus Edelstahl herzu- stellen.
Die Konstruktionen sind für Verkehrslasten von 3,5 kN/m² auszulegen. Die er- forderliche Statik ist durch den Aufragnehmer zu liefern.
Alle Geländer sind mit Handlauf, zwei Mittelholmen und mit integrierter Fuß- leiste zum Schutz gegen herausfallende Gegenstände herzustellen.
Grundlage bildet ein örtliches Aufmaß durch den Aufragnehmer.
Von allen Treppen, Laufgängen und Podesten sind durch den Aufragnehmer genaue Fertigungszeichnungen zu erstellen und dem Auftraggeber und der Bauleitung zur Freigabe zu übergeben. Erst anschließend haben die Herstel- lung/Montage zu erfolgen.
6 Inbetriebnahme und Endabnahme
Nach der Montage der Teilbereiche führt der Auftragnehmer unter Anwesenheit des Auftraggebers die Funktionsprüfungen und Erstinbetriebnahme der Anla- genteile seines Lieferumfanges durch.
Es ist u. a. gemeinsam das einwandfreie Zusammenwirken der Leistungen aller an der Anlage beschäftigten Firmen nachzuweisen. Der Probebetrieb beinhal- tet:
▪ die Gestellung der hierzu erforderlichen Hilfskräfte und Geräte
▪ die Unterweisung des Personals des Auftraggebers
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▪ die Nachweise über die Trinkwassergüte sind vom zuständigen Lan- deshygieneinstitut anfertigen zu lassen
▪ Druckprobe der Anlagenteile
Grundsätzlich erfolgt für alle Leistungen eine Abnahme.
Für Schäden und Kosten, die im Versorgungsnetz entstehen, ist der Auftrag- nehmer nicht nur 4 Wochen verantwortlich und haftbar, sondern auch darüber hinaus. Die Gewährleistungszeit wurde im Auftrag festgelegt.
Der Auftragnehmer hat den Auftraggeber die Abnahmebereitschaft seiner Lie- ferung und Leistung schriftlich anzuzeigen. Über die Leistungen ist grundsätz- lich ein nach VOB erstelltes Abnahmeprotokoll anzufertigen.
Der Auftraggeber ist zur Abnahme jedoch erst verpflichtet, wenn die Lieferun- gen und Leistungen des Auftragnehmers vollständig und mängelfrei erbracht sind.
Die Abnahme gilt in jedem Falle erst mit seiner diesbezüglichen Bestätigung des Auftraggebers als erfolgt und zwar auch dann, wenn der Auftraggeber die Leistung oder Teile der Leistung vorher in Benutzung genommen hat.
7 Demontage- und Abrissarbeiten
Nach der Fertigstellung und erfolgreichen Inbetriebnahme des neuen Trink- wasserbehälters und der neuen Druckstation kann die alte Anlage (zwei Behäl- terkammern, Schieberkammer und Druckstation) komplett demontiert bzw. zu- rückgebaut werden. Auch die entsprechenden Anschlussleitungen sind bis an die Knotenpunkte zurückzubauen. Vor dem Rückbau erfolgt eine Gefahrstof- fermittlung der verbauten Materialien.
Aufgestellt: Bargeshagen, 26.06.2026
aqua consult Ingenieur GmbH
i.A. Dr.-Ing. Anas Sanna Projektingenieur