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L A S T E N H E F T
AP 1.2 / 1.3 / 1.5 / 2.4
Machbarkeitsstudie (Pre-FEED)
einer aminbasierten CO -Wäsche, Elektrolyse und
2
Methanisierungsanlage
I
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ....................................................................................................................... 1
1.1 Ziel des Dokuments ................................................................................................. 1
1.2 Zweck der Beauftragung ......................................................................................... 1
1.3 Anforderungen an den Unterauftragnehmer ............................................................ 2
1.4 Geltungsbereich des Lastenhefts ............................................................................ 2
1.5 Zielgruppe des Dokuments ...................................................................................... 3
2 Projekt- und Arbeitspaketkontext .................................................................................... 4
2.1 Gesamtziele des Förderprojekts .............................................................................. 4
2.2 Rolle und Bedeutung des Arbeitspakets für den Projekterfolg ................................. 4
2.3 Schnittstellen zu anderen Arbeitspaketen ................................................................ 4
3 Ausgangssituation .......................................................................................................... 6
3.1 Beschreibung des IST-Zustands ............................................................................. 6
3.2 Standort der Anlage und detaillierte Standortbedingungen/-verhältnisse ................. 9
4 Leistungsbeschreibung für Unteraufträge ......................................................................11
4.1 Umfang der auszulagernden Leistungen ................................................................11
4.2 Abgrenzung zu internen Projektleistungen .............................................................12
4.3 Erwartete Ergebnisse und Deliverables ..................................................................13
4.4 Optionale Liefergegenstände .................................................................................16
4.5 Zeitliche und qualitative Vorgaben ..........................................................................18
4.6 Sonstige Vorgaben .................................................................................................18
5 Governance und Steuerung ..........................................................................................19
5.1 Rollen und Verantwortlichkeiten .............................................................................19
5.2 Qualitätssicherung und Reporting ..........................................................................19
5.3 Angebotserstellung.................................................................................................19
II
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1 Einleitung
1.1 Ziel des Dokuments
Das vorliegende Dokument dient der detaillierten Spezifikation aller technischen und
organisatorischen Anforderungen, die im Rahmen der Erbringung einer Machbarkeitsstudie
(Arbeitspakete 1.2, 1.3, 1.5 und 2.4) für einen Anlagenkomplex zur CO -Wäsche, 2
Methanisierung und Elektrolyse anfallen. Ziel ist es, potenziellen Unterauftragnehmern eine
hinreichend präzise Grundlage für die Erstellung eines fachlich fundierten und wirtschaftlich
belastbaren Angebots zu bieten. Im Rahmen des Gesamtvorhabens CO2DCC, welches durch
den Projektträger Jülich begleitet wird, bildet dieses Lastenheft die verbindliche Basis für den
anschließenden Bietervergleich sowie die objektive Bewertung der eingereichten Vorschläge.
Darüber hinaus dient das Dokument nach erfolgter Beauftragung als definierter
Leistungsumfang für die vertragliche Umsetzung und stellt sicher, dass die Projektergebnisse
den hohen Qualitätsstandards für eine spätere industrielle Skalierung im Gießereisektor
entsprechen. Der Fokus der geforderten Leistungen liegt dabei auf einer validen Auslegung
der Prozessketten, der energetischen Integration in die bestehende Infrastruktur sowie einer
belastbaren Schätzung der Investitions- und Betriebskosten, um die Entscheidungsgrundlage
für nachfolgende Projektphasen abzusichern.
1.2 Zweck der Beauftragung
Der wesentliche Zweck dieser Beauftragung ist die Erstellung einer fundierten
Machbarkeitsstudie, welches die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit eines
industriellen Anlagenkomplexes zur CO -Wäsche, Methanisierung und Elektrolyse im Kontext 2
der Gießereiindustrie nachweist. Der Fokus der Arbeiten liegt auf der detaillierten Darstellung
des prozesstechnischen Umfangs einer industriellen Vollanlage, die als Greenfield-Projekt auf
einer bereits zur Verfügung stehenden Fläche geplant werden soll. Durch die Ausarbeitung
einer belastbaren Kostenindikation mit einer Genauigkeit von +/- 30 % soll eine verlässliche
Entscheidungsgrundlage für die darauffolgenden Projektphasen und die finale
Investitionsentscheidung geschaffen werden.
Ein Kernaspekt der Beauftragung ist die ganzheitliche Betrachtung des Anlagenkomplexes als
integriertes System. Während die externe Abwärmenutzung innerhalb der bestehenden
Gießereiprozesse explizit nicht Gegenstand dieser Untersuchung ist, liegt das
Hauptaugenmerk auf der Identifikation und prozesstechnischen Umsetzung von internen
Synergieeffekten innerhalb des neuen Anlagenverbunds. Ziel ist es, die Stoff- und
Energieströme zwischen Elektrolyse, CO -Abscheidung und Methanisierung optimal 2
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aufeinander abzustimmen. Da das Gesamtvorhaben als Leuchtturmprojekt konzipiert ist, wird
eine Planung erwartet, die höchste Standards an technologische Reife und Effizienz erfüllt.
Die Berücksichtigung von Genehmigungsaspekten im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird
als vorteilhaft angesehen, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine zwingende Voraussetzung
für die Erfüllung des Arbeitspakets.
1.3 Anforderungen an den Unterauftragnehmer
Der zu beauftragende Unterauftragnehmer muss eine einschlägige Expertise in der Planung
und Projektierung von verfahrenstechnischen Anlagen, idealerweise in den Bereichen der
Gasaufbereitung, Wasserstofftechnologie oder chemischen Synthese, nachweisen. Da es sich
um die Planung einer industriellen Vollanlage handelt, wird eine nachgewiesene Erfahrung in
der Durchführung von Basic-Engineering-Projekten sowie in der Erstellung von belastbaren
Kostenschätzungen für komplexe Greenfield-Projekte vorausgesetzt. Um eine reibungslose
Kommunikation mit dem Projektträger Jülich und die Einhaltung nationaler technischer
Normen und Sicherheitsstandards zu gewährleisten, ist eine ausgeprägte Kenntnis des
deutschen Rechts- und Normenrahmens erforderlich. In diesem Zusammenhang wird es als
vorteilhaft bewertet, wenn das beauftragte Unternehmen über einen operativen Sitz in
Deutschland verfügt und die Projektsprache Deutsch beherrscht, um kurze Abstimmungswege
und eine effiziente Koordination vor Ort sicherzustellen. Des Weiteren wird erwartet, dass der
Auftragnehmer in der Lage ist, die prozesstechnischen Synergien der Einzelkomponenten
methodisch zu erschließen und diese in einer transparenten Dokumentation aufzubereiten.
1.4 Geltungsbereich des Lastenhefts
Der Geltungsbereich dieses Lastenhefts umfasst die gesamte verfahrenstechnische Planung
der Machbarkeitsstudie für den definierten Anlagenkomplex, beginnend bei der Schnittstelle
zur Rohgasentnahme der Gießerei nach dem Rekuperator und der
Wasser-/Strombereitstellung bis hin zur Darstellung des synthetischen Methans. Räumlich
erstreckt sich der Geltungsbereich auf die für das Greenfield-Projekt vorgesehenen Flächen;
die bestehende Infrastruktur der Gießerei ist nur insoweit betroffen, als sie als Quellen- oder
Einspeisepunkt für die Medienströme dient. Inhaltlich sind alle Leistungen abgedeckt, die zur
Erreichung einer Kostenindikation von +/- 30 % und zur prozesstechnischen Auslegung der
Hauptkomponenten (Elektrolyse, CO -Wäsche, Methanisierung) sowie deren systemischer 2
Verknüpfung erforderlich sind. Explizit nicht zum Geltungsbereich gehören die detaillierte
Untersuchung der Abwärmenutzung innerhalb der Gießereiprozesse sowie die Durchführung
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formaler Genehmigungsverfahren nach BImSchG. Das Lastenheft bildet die exklusive
Grundlage für die Bewertung der Angebote und definiert den verbindlichen Rahmen für alle im
Rahmen des Arbeitspakets zu erbringenden Ingenieursdienstleistungen.
1.5 Zielgruppe des Dokuments
Dieses Lastenheft richtet sich primär an qualifizierte Ingenieurdienstleister, Anlagenbauer und
Technologieanbieter, die über die notwendige Expertise in der Projektierung komplexer,
sektorenübergreifender Industrieanlagen verfügen. Innerhalb der adressierten Unternehmen
dient das Dokument als fachliche Grundlage für die zuständigen Projektleiter,
Verfahrensingenieure und Kalkulatoren zur Erstellung eines detaillierten Angebots. Da das
Projekt die Integration verschiedener Technologiefelder wie Elektrolyse und chemische
Synthese umfasst, setzt das Dokument auf Seiten der Leserschaft ein tiefgreifendes
Verständnis für prozesstechnische Zusammenhänge, thermodynamische Modellierung sowie
die wirtschaftliche Bewertung von Industrieanlagen voraus. Darüber hinaus dient es den
Entscheidungsträgern der Bieter als Referenzrahmen für die Bewertung der eigenen
Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die Anforderungen des Projektträgers Jülich.
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2 Projekt- und Arbeitspaketkontext
2.1 Gesamtziele des Förderprojekts
Die in diesem Lastenheft beschriebenen Arbeitspakete sind Bestandteil des übergeordneten
Forschungs- und Entwicklungsvorhabens CO2DCC zur Dekarbonisierung industrieller
Prozesse in der Gießereiindustrie. Das Gesamtprojekt CO2DCC verfolgt das Ziel, durch die
Kopplung von CO -Abscheidung, Wasserstofferzeugung und Methanisierung sowie 2
anschließender Pyrolyse des synthetischen Methans einen geschlossenen
Kohlenstoffkreislauf zu demonstrieren. Innerhalb der Projektstruktur bildet die hier
ausgeschriebene Machbarkeitsstudie das fundamentale Arbeitspaket, um die theoretischen
Konzepte in eine industriell umsetzbare Anlagenplanung zu überführen. Die Ergebnisse dieses
Arbeitspakets sind wiederum die Voraussetzung für nachfolgende Projektschritte, wie die
detaillierte technische Auslegung und die finale Bewertung der Wirtschaftlichkeit des
Gesamtkonzepts. Der Unterauftragnehmer agiert somit an einer zentralen Schnittstelle, deren
Ergebnisse maßgeblich den Erfolg der nachfolgenden Realisierungsphasen beeinflussen.
2.2 Rolle und Bedeutung des Arbeitspakets für den Projekterfolg
Die erfolgreiche Durchführung die hier beschriebene Machbarkeitsstudie nimmt eine
Schlüsselrolle für das Erreichen der übergeordneten Projektziele ein. Als initiale
Planungsphase bildet es die notwendige Brücke zwischen der theoretischen Konzeption und
der praktischen technischen Umsetzung. Die Bedeutung des Arbeitspakets manifestiert sich
insbesondere in der Risikominimierung für das Gesamtvorhaben: Durch die frühzeitige
Identifikation prozesstechnischer Synergien sowie einer präzisen Kostenindikation werden die
wirtschaftlichen und technischen Leitplanken für die Realisierbarkeit des Konzepts dargestellt.
Eine qualitativ hochwertige Machbarkeitsstudie stellt sicher, dass die angestrebte
Systemintegration von CO -Wäsche, Elektrolyse und Methanisierung nicht nur als 2
Einzeltechnologien, sondern als effizienter Anlagenverbund funktioniert. Damit fungiert dieses
Arbeitspaket als „Enabler“ für die angestrebte Leuchtturmwirkung des Projekts; nur eine valide
und industriell skalierbare Planung ermöglicht den Nachweis der Übertragbarkeit auf andere
Sektoren und sichert somit die langfristige Relevanz der Projektergebnisse für die
Dekarbonisierung der Industrie.
2.3 Schnittstellen zu anderen Arbeitspaketen
Die Machbarkeitsstudie ist eng mit der Gesamtstruktur des Forschungsvorhabens verzahnt
und liefert essenzielle Eingangsdaten für angrenzende Arbeitspakete. Eine zentrale
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Schnittstelle besteht zur Auslegung einer nachgeschalteten Methanpyrolyse: Die im Rahmen
dieses Arbeitspakets ermittelten Spezifikationen und Mengengerüste des erzeugten
synthetischen Methans dienen als direkte Planungsgrundlage für die thermochemische
Spaltung im Flüssigmetallreaktor des KIT (AP 2.1-2.3).
Darüber hinaus fungieren die technischen Kennwerte und Lastprofile des Elektrolyseurs als
Entscheidungsgrundlage für die Strategie der dezentralen Wasserstoffnutzung und deren
netzdienliche Einbindung (AP 2.5). Die im Rahmen des Engineerings erarbeiteten detaillierten
Stoff- und Energiebilanzen sowie die finalen Kostenbilanzen (CAPEX/OPEX) bilden zudem
das fundamentale Datengerüst für die übergreifende Bewertung der Wirtschaftlichkeit und der
Umweltverträglichkeit (AP 4). Diese Daten fließen unmittelbar in die Analyse des Direct Carbon
Reuse (DCR) ein und ermöglichen eine valide ökologische Bilanzierung sowie die Berechnung
der CO -Vermeidungskosten für den gesamten Anlagenkomplex und das hergestellte Direct 2
Circular Carbon (DCC).
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3 Ausgangssituation
3.1 Beschreibung des IST-Zustands
Die Eisenwerk Brühl GmbH stellt an ihrem Standort in Brühl seit mehr als 80 Jahren Zylinder-
kurbelgehäuse und Zylinderköpfe aus Gusseisen für die Automobilindustrie her. Die
genehmigte Kapazität an gutem Guss beträgt 330.000 t/a.
Als Hauptschmelzaggregat zur Herstellung des Gusseisens wird ein Kupolofen verwendet, in
welchem Eisen aus Schrotten und anderen Kreislaufquellen aufgeschmolzen und aufgekohlt
wird. Der Kupolofen zeichnet sich hierbei auf Grund seiner verfahrenstechnischen Flexibilität
im Bezug auf die Ausgangsmaterialien aus. Im Hinblick auf zukünftige Entwickelungen im
Bereich der Stahlindustrie, insbesondere dem Direkt-Reduktions-Verfahren, plant die
Eisenwerk Brühl GmbH den Kupolofen als Hauptschmelzaggregat beizubehalten.
Der Kupolofen der Eisenwerk Brühl GmbH wird in einem Wochenrhythmus betrieben.
Innerhalb der Woche (Montag bis Freitag) befindet sich dieser in Betrieb. Samstag morgens
(0 Uhr bis 4 Uhr) wird der Ofen zu Wartungszwecken heruntergefahren und Sonntag abends
(20 Uhr bis 24 Uhr) wieder hochgefahren. Des Weiteren existieren längere Stillstandzeiten in
den Betriebsferien (3 Wochen, August) sowie zum Jahreswechsel (3 Wochen,
Dezember/Januar).
Das Gichtgas des Kupolofens weißt signifikante Mengen an CO sowie CO auf, wobei die 2
exakte Zusammensetzung sowie der Volumenstrom des Gichtgases abhängig vom
Betriebszustand des Kupolofens ist. Im Ruhebetrieb weißt das Gichtgas einen Volumenstrom
von ca. 10.000 Nm³/h mit einem CO Gehalt von 0,5 Vol.-% und einem CO Gehalt von 1 Vol.-% 2
auf. Im Höchstleistungsbetrieb des Kupolofens steigt der Volumenstrom des Gichtgases auf
ca. 35.000 Nm³/h mit einem CO Gehalt von 30 Vol.-% und einem CO Gehalt von 2
ca. 10 Vol.-%.
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 6 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Betriebszustände des Kupolofens 2022
300.000
244.242 250.000
] 250.000 a / n im 200.000 [ d n a 150.000 t s u z s b e 100.000 ir t e B 50.000
0
| 142.759 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 119.108 | |||||
| 16.074 |
0 Stillstand Ruhebetrieb Teillastbetrieb Höchstleistungsbetrieb [<100 Nm³/h] [100-13.000 Nm³/h] [13.000-30.000 Nm³/h] [>30.000 Nm³/h]
Abbildung 1 Statistische Auswertung der Betriebszustände des Kupolofens für das Jahr 2022.
Die statistische Auswertung der Betriebszustände des Kupolofens aus dem Jahr 2022
(Abbildung 1) zeigt, dass der Höchstleistungsbetrieb den vorherrschenden Betriebszustand
darstellt, gefolgt vom Stillstand und Ruhebetrieb. Der Betriebszustand Teillastbetrieb bestand
im Jahr 2022 ausschließlich in Form von Rampen zum Wechsel zwischen Ruhe- und
Höchstleistungsbetrieb.
Die Abgase des Kupolofens beinhalten neben gasförmigen Komponenten wie CO und CO 2
signifikante Mengen an Stäuben. Um diese Stäube aus dem Gichtgasstrom zu entfernen, wird
das Gichtgas nach Verlassen des Kupolofens in eine Nasswäsche geleitet. In dieser wird das
Roh-Gichtgas im Gegenstrom mit Wasser entstaubt und im Anschluss getrocknet. Das von
Stäuben befreite Gichtgas wird im Anschluss getrocknet und zur thermischen
Nachverbrennung (Rekuperator) geleitet.
Neben dem Gichtgas des Kupolofens werden aktuell die Abgase der Formbandanlage 3
(FAB 3) in den Rekuperator zur thermischen Nachbehandlung geleitet. Die Abgase der FAB 3
stammen dabei aus der kontinuierlichen Absaugung der Formbandanlage und enthalten
neben der Umgebungsluft diverse organische Verbindungen sowie geringe Mengen an CO
und CO . Interne Messungen haben hier einen Volumenstrom von durchschnittlich 2
35.000 Nm³/h ergeben. Ab dem Jahr 2027 sollen die Abgase der FAB 3 in eine neue
thermische Nachverbrennung (TNV) geleitet werden.
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 7 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Abbildung 2 Abgasstrecke des Gichtgases nach dem Kupolofen. Leitung des Abgases vom Kupolofen in die Nasswäsche und anschließend zur thermischen Nachverbrennung (Rekuperator).
Mittels zweier Erdgasbrenner (Gesamtleistung 14 MW) werden die organischen Verbindungen
sowie das im Gichtgas enthaltene CO unter Beimischung von Luft oxidiert. Das
nachverbrannte Gichtgas wird letztlich über einen Kamin in die Atmosphäre abgegeben, wobei
dieses eine Temperatur von 700 °C besitzt. Der Volumenstrom des Rauchgases aus dem
Kamin des Rekuperators hängt dabei von dem Betriebszustand des Ofens ab. Im
Höchstleistungsbetrieb des Kupolofens ergibt sich somit ein mittlerer Volumenstrom von
70.000 Nm³/h.
Die Berichte zu den Emissionsmessungen des Rekuperators zeigen, dass die
CO -Konzentration im Rauchgas des Rekuperators stark schwankt (siehe Messbericht 2
Anhang). Dies deckt sich mit den Betriebszuständen des Kupolofens. Ebenso zeigen die
Messungen signifikante Mengen an Schwefeldioxid (SO ) sowie nitrosen Gasen (NO ). Die 2 x
Konzentrationen an SO lagen hierbei im Mittel bei 20,6 mg/Nm³ mit einem Maximalwert von 2
38,6 mg/Nm³. Für nitrose Gase (gemessen als NO ) wurden mittlere Konzentrationen von 2
39,9 mg/Nm³ mit Spitzenwerten von 63,2 mg/Nm³ gemessen.
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 8 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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3.2 Standort der Anlage und detaillierte Standortbedingungen/-verhältnisse
Der Standort des Werkes befindet sich am nördlichen Stadtrand von Brühl an der Kölnstraße,
Gemarkung Vochem, Flur 2 auf weitgehend ebener Fläche. Die Verkehrsanbindung erfolgt
über die nahegelegenen Autobahnen „A 555 und A 553“.
Die Umgebungsnutzung des Werkes stellt sich wie folgt dar:
• Norden: Weitestgehend landwirtschaftliche Nutzung • Osten: Weitestgehend landwirtschaftliche Nutzung, in südöstlicher Richtung Industrielle und gewerbliche Nutzung
• Süden: Industrielle und gewerbliche Nutzung • Westen: Industrielle und gewerbliche Nutzung
Die nächste geschlossene Wohnbebauung von Brühl beginnt in 500 m Entfernung südlich des
Werkes. Die nächst gelegenen Wohnhäuser liegen südwestlich, nahe der Werksgrenze, an
der Rondorfer Straße.
Abbildung 3 Kartenausschnitt Köln und Brühl. Abbildung 4 Flurkarte Eisenwerk Brühl und Eisenwerk Brühl rot markiert. Umgebung. Rot: Geplante Fläche Projekt.
Für den Standortbereich des Werkes weist der Bebauungsplan „Bauzonen“ der Stadt Brühl
vom 18.12.1964 rechtskräftig Industriegebiet (GI - III) aus. Für das Betriebsgelände bestehen
keine Unterschutzstellungen wie Wasser-, Landschafts- oder Naturschutzgebiete, so dass von
daher keine Ausnahmeregelungen erforderlich sind. Die Eisenwerk Brühl GmbH besitzt eine
Vielzahl der Flurstücke in direkter Nachbarschaft zum Werksgelände. Alle Flurstücke sind
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 9 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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derzeit als Industriegebiet deklariert. Die Gebiete nördlich und nord-östlich des Werksgeländes
werden aktuell landwirtschaftlich genutzt.
Für dieses Projekt ist das Flurstück 6827 vorgesehen (siehe Abbildung 4 rot markierte Fläche),
welches sich bereits im Besitz des Eisenwerk Brühl befindet.
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 10 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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4 Leistungsbeschreibung für Unteraufträge
4.1 Umfang der auszulagernden Leistungen
Dieses Kapitel definiert die technischen Eckpunkte für die Auslegung der industriellen
Vollanlage. Das Engineering muss auf eine jährliche Betriebszeit der Gießerei von ca. 6.300
Stunden ausgelegt werden, was eine hohe Anlagenverfügbarkeit und robuste Prozessführung
voraussetzt. Die Betriebszeit des hier beschriebenen Anlagenkomplex kann von dem
Unterauftragnehmer frei angepasst und optimiert werden.
Die CO -Abscheidung soll aus dem Rauchgasstrom des Rekuperators erfolgen. Als 2
technologische Basis für die Machbarkeitsstudie ist auf Grund der Vorgaben im Projekt
zwingend eine Aminwäsche vorzusehen. Der Auftragnehmer soll hierbei die unterschiedlichen,
auf dem Markt verfügbaren Technologien untereinander vergleichen und eine Auswahl der
optimalen Technologie für den hier beschriebenen Anwendungsfall treffen. Diese Auswahl soll
dabei sowohl verfahrenstechnische als auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte
berücksichtigen. Der Auftragnehmer muss sicherstellen, dass das Verfahren die
schwankenden CO -Konzentrationen im Rauchgas effizient verarbeiten kann. Ziel ist die 2
Bereitstellung eines CO -Stroms mit ausreichender Reinheit für die nachgeschaltete 2
Synthese, wobei die energetische Optimierung der Regeneration des Waschmittels im Fokus
steht. Ebenso sollen anhand der durch den Auftraggeber zur Verfügung gestellten
Messberichte des Rauchgasstroms notwendige Aufreinigungsschritte identifiziert und in den
Engineering Arbeiten betrachtet werden.
Zur Deckung des Wasserstoffbedarfs für den Gesamtprozess wurde in bisherigen
Berechnungen eine Elektrolyse mit einer installierten elektrischen Leistung von ca. 60 MW
geplant. Die elektrische Leistung kann hierbei angepasst und optimiert werden. Die Wahl der
spezifischen Elektrolyse-Technologie (z.B. PEM, AEL oder SOEC) ist dem
Unterauftragnehmer freigestellt und soll entweder im Angebot oder im Rahmen der
Machbarkeitsstudie technisch sowie wirtschaftlich und ökologisch begründet werden. Das
Engineering muss insbesondere die systemische Kopplung berücksichtigen: Neben dem
elektrolytisch erzeugten Wasserstoff ist der Rückstrom des Wasserstoffs aus der
nachgeschalteten Methanpyrolyse stofflich in die Bilanzierung der Methanisierung zu
integrieren. Die Elektrolyse muss entsprechend modular oder regelbar ausgelegt sein, um auf
diese internen Rückführungen reagieren zu können. Eine Aufreinigung des Wasserstoffs aus
der Methanpyrolyse ist nicht teil der hier beschriebenen Machbarkeitsstudie.
Für die Umsetzung von CO und Wasserstoff zu synthetischem Methan (SNG) ist ein 2
katalytisches Verfahren vorzusehen; biologische Ansätze sind nicht Gegenstand dieser
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 11 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Planung. Die Anlage muss so dimensioniert sein, dass sie sowohl den frisch erzeugten
Wasserstoff aus der Elektrolyse als auch den Rückführstrom aus der Pyrolyse stöchiometrisch
mit dem abgeschiedenen CO umsetzt. Ebenso muss eine Auswahl geeigneter Verfahren und 2
Katalysatoren getroffen werden, welche mit den voraussichtlichen stofflichen Eigenschaften
des abgetrennten CO2 vereinbar sind. Hier sind auch notwendige Reinigungsschritte zu
betrachten. Da die Methanisierung als Zulieferprozess für die Pyrolyse fungiert, ist eine
konstante Gasqualität des SNG sicherzustellen. Die benötigte Reinheit des synthetischen
Methans wird als Ergebnis aus den Untersuchungen des KIT ermittelt. Da diese
Untersuchungen erst im Laufe des Projekts durchgeführt werden, können zur Gasqualität
keine Vorgaben gemacht werden.
Der Auftragnehmer hat in der Machbarkeitsstudie die exotherme Wärmeführung so zu
gestalten, dass die entstehende Prozesswärme innerhalb des Anlagenkomplexes (z.B. zur
Unterstützung der Aminregeneration in der CO -Wäsche) synergetisch genutzt werden kann. 2
4.2 Abgrenzung zu internen Projektleistungen
Zur Sicherstellung einer effizienten Projektdurchführung und zur Vermeidung von
Redundanzen werden spezifische Leistungen durch das interne Projektteam des
Auftraggebers erbracht und sind somit nicht Bestandteil der durch den Unterauftragnehmer zu
erbringenden Machbarkeitsstudie. Die Bereitstellung der notwendigen Daten zur stofflichen
und physikalischen Zusammensetzung des Rauchgases (Input für die CO -Wäsche) erfolgt 2
durch den Auftraggeber nach Vergabe des Auftrags. Ebenso werden die für die Greenfield-
Planung vorgesehenen Katasterdaten, Grundstücksgrenzen und Bodengutachten als
Planungsgrundlage zur Verfügung gestellt.
Die übergeordnete Bewertung der ökologischen Gesamtwirkung (Life Cycle Assessment)
sowie die detaillierte wirtschaftliche Gesamtbetrachtung des Projektvorhabens verbleiben in
der Verantwortung des internen Projektteams; der Unterauftragnehmer ist in diesem
Zusammenhang lediglich zur Zulieferung der hierfür erforderlichen Stoffstrom- und
Kostenbilanzen verpflichtet. Des Weiteren ist die prozesstechnische Auslegung der
nachgeschalteten Methanpyrolyse explizit von der Beauftragung ausgenommen. Der
Unterauftragnehmer hat hierbei lediglich die definierte Übergabeschnittstelle (Gasqualität,
Druck, Temperatur) des synthetischen Methans zu berücksichtigen und den Rückstrom des
Wasserstoffs aus der Pyrolyse prozesstechnisch in die Bilanzierung aufzunehmen. Die
Koordination mit den zuständigen Genehmigungsbehörden sowie die finale Erstellung der
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 12 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Genehmigungsunterlagen nach BImSchG verbleiben ebenfalls beim Auftraggeber, sofern
keine gesonderten Unterstützungshonorare vereinbart wurden.
4.3 Erwartete Ergebnisse und Deliverables
Die im Rahmen des Arbeitspakets zu erstellende Machbarkeitsstudie muss in Form einer
lückenlosen technischen Dokumentation übergeben werden. Diese bildet die verbindliche
Grundlage für die spätere Bewertung der Wirtschaftlichkeit sowie für ein potenzielles Detail
Engineering. Die geforderten Liefergegenstände gliedern sich in folgende Fachbereiche:
Im Bereich der Verfahrenstechnik ist zu Beginn der Arbeiten eine Auswahl der optimalen
Technologien und Hersteller durchzuführen. Dabei sollen sowohl verfahrenstechnische, als
auch wirtschaftliche und ökologische Aspekte in die Auswahl mit einfließen. Nach der Auswahl
der Technologie soll die Erstellung des Prozessfließbild (PFD) als zentrales Dokument folgen.
Dieses wird durch eine detaillierte Prozessbeschreibung ergänzt, welche die gewählte
Verfahrenstechnik sowie die zugrunde liegenden Auslegungsgrundlagen (Basis of Design)
umfassend beschreibt. Zur prozesstechnischen Validierung des Anlagenkomplexes ist eine
Gesamt-Wärme-, Energie- und Massenbilanz für das System aus CO -Wäsche, Elektrolyse 2
und Methanisierung unter Berücksichtigung der Rückstromführung vorzulegen. Diese Massen
und Energiebilanzen beziehen sich dabei auf den stationären Betrieb während des
Höchstleistungsbetriebs der Anlage. Die Anlagen sollen des Weiteren in einer Weise
dimensioniert werden, dass Leistungsspitzen abgefangen werden können. Ebenso sind alle
notwendigen Pumpen, Kompressoren und Gebläse zu definieren. Darüber hinaus sind
Verzeichnisse zu den Abfällen und Emissionen (Scope 1 und 2) sowie eine detaillierte
Aufstellung der benötigten Betriebsmittel (Betriebsmittelverbrauchsliste) zu erarbeiten, wobei
hier auch ein erstes Logistikkonzept skizziert werden soll. Den Abschluss des
verfahrenstechnischen Teils bildet eine Hauptgeräteliste, in der alle wesentlichen
Komponenten der Anlage inklusive der Pumpen und Gebläse spezifiziert sind. Für den
gesamten Anlagenkomplex ist zudem ein Single Line Diagramm anzufertigen, in welchem alle
Verbraucher mit dem jeweiligen Stromverbrauch aufgelistet sind. Zu allen Hauptgeräten sind
ebenfalls die Datenblätter inkl. Zertifikaten anzufertigen bzw. zu übermitteln.
Darüber hinaus ist im Rahmen der Studie ein erstes Konzept für das Prozessleitsystem der
Anlage zu erarbeiten. Dieses soll insbesondere ein Konzept für das An- und Abfahren der
Anlage umfassen, einschließlich der Betriebszustände und der zugehörigen Steuerungslogik.
Auf Basis der spezifischen Anlagendaten ist zudem zu untersuchen, ob und in welchem
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 13 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Umfang Puffertanks zur Entkopplung der einzelnen Prozessstufen (CO -Wäsche, Elektrolyse, 2
Methanisierung) erforderlich sind.
Der Bereich der Anlagenplanung umfasst die räumliche Konzeption der Greenfield-Anlage.
Hierbei ist ein Aufstellungsplan (Plot Plan) zu erstellen, der die Anordnung der Anlagenteile
auf der vorgesehenen Fläche darstellt. Zur visuellen und räumlichen Konkretisierung wird
zudem ein Layoutplan in 3D-Ansicht gefordert, in dem die Hauptkomponenten in Blockform
dargestellt sind.
Zusätzlich zur technischen Auslegung der Anlage ist ein erster Terminplan für die EPC-
Projektabwicklung (Planung, Beschaffung und Bau) einzureichen. Dieser Zeitplan muss den
gesamten Zeitraum von der Vergabe über die Detailplanung bis hin zur Errichtung und
Inbetriebnahme der industriellen Vollanlage abbilden, um die zeitliche Realisierbarkeit des
Vorhabens zu dokumentieren. In diesem Zeitplan sollen ebenfalls Testläufe der Anlage
eingeplant sein. Ein zentraler Bestandteil ist die Erstellung einer Kostenschätzung mit einer
Genauigkeit von +/- 30 %, welche die Investitionskosten (CAPEX) und die Betriebskosten
(OPEX) detailliert aufschlüsselt. Neben den oben genannten Faktoren sind auch die
Personalkosten innerhalb der angegebenen Genauigkeit abzuschätzen.
Alle Liefergegenstände sind in der Tabelle 1 aufgelistet.
Lastenheft CO2DCC Rev. G Seite 14 von 21 Machbarkeitsstudie / Pre-FEED
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Tabelle 1 Übersicht aller erwarteten Liefergegenstände (Deliverables):
| Liefergegenstand | Kurzbeschreibung | Detailtiefe |
|---|---|---|
| Blockfließbild | Schematische Darstellung aller Grundoperationen, Verfahrensstufen und Anlagenteilen | Ausgearbeitet |
| Prozessfließbild (PFD) | Prozessfließbild mit Hauptapparaten, Strömen, Regelkreisen, groben Utility-Anschlüssen | Vorläufig |
| Gesamt-Wärme- und Massenbilanz | Stoff- und Energiebilanz des gesamten Anlagenkomplexes inkl. H2-Rückführung. | Vorläufig |
| Abfall- und Emissionsverzeichnis | Auflistung und Quantifizierung von Abwasser, Abwärme und Emissionen. | Vorläufig |
| Betriebsmittelverbrauchsliste | Aufstellung der benötigten Ressourcen (Strom, Wasser, Hilfsstoffe, Katalysatoren) inkl. Logistikkonzept | Vorläufig |
| Hauptgeräteliste | Spezifikation aller wesentlichen Apparate und Maschinen inkl. Datenblättern (Elektrolyseur, Kolonnen, Reaktoren, etc.). | Vorläufig |
| Prozessleittechnik | Erstes Konzept der Prozessleittechnik inkl. Konzept für An-/Abfahren der Anlage | Konzeptionell |
| Single Line Diagramm | Darstellung des Stromlaufplans mit allen Verbrauchern und deren Stromverbräuchen | Vorläufig |
| Aufstellungsplan | Zweidimensionale Darstellung der Anlagenanordnung auf der Greenfield- Fläche. | Vorläufig |
| 3D-Layoutplan | Dreidimensionale Visualisierung des Anlagenkomplexes (Blockmodell). | Konzeptionell |
| EPC-Terminplan | Zeitplan für die Realisierungsphase (Planung, Beschaffung, Errichtung, Tests, Inbetriebnahme). | Vorläufig |
| Kostenschätzung (± 30 %) | Kalkulation der Investitions- (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX) für die Vollanlage | +/- 30 % |
Detailgrad in Anlehnung an AACE International Recommended Practice No. 18R-97:
Konzeptionell: Die Ausgereiftheit des Liefergegenstands befindet sich im Anfangsstadium. Die Entwicklung beschränkt sich in der Regel auf Skizzen, grobe Entwürfe oder ähnliche frühe Entwicklungsstadien.
Vorläufig: Die Ausgereiftheit des Liefergegenstands ist weit fortgeschritten. In der Regel wurden bereits zwischeneigene, funktionsübergreifende Überprüfungen durchgeführt. Die Entwicklung steht möglicherweise kurz vor dem Abschluss, abgesehen von den abschließenden Überprüfungen und Genehmigungen.
Ausgearbeitet: Die Ausgereiftheit des Liefergegenstands ist im Endstadium. Der Liefergegenstand wurde final geprüft und gilt für das Gesamtprojekt als abgeschlossen.
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4.4 Optionale Liefergegenstände
Die optionalen Liefergegenstände stellen Leistungen des Auftragnehmers dar, welche nicht
zwingend erforderlich sind, jedoch für die Umsetzung des Projekts einen signifikanten
Mehrwert liefern. Ebenso wie die zwingend erforderlichen Liefergegenstände können auch die
optionalen Liefergegenstände in die unterschiedlichen Fachbereiche unterteilt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der optionalen Liefergegenstände ist die Schnittstellenanalyse
(Interface Management). Hierbei kann der Auftragnehmer die physikalischen und
steuerungstechnischen Übergabepunkte zwischen der Elektrolyse, der CO2-Wäsche und der
Methanisierung sowie die Anbindung an die Bestandsinfrastruktur detailliert definieren und in
einer fachübergreifenden Matrix dokumentieren. Ergänzend dazu kann ein R&I-Fließschema
des Anlagenkomplex erstellt werden. Ebenso kann ein erstes Genehmigungsassessment
durchgeführt werden, welches die Identifikation wichtiger Dokumente, Gutachten und
Sachverständigenprüfungen umfasst. Des Weiteren kann eine Analyse der Scope 3
Emissionen des Anlagenkomplex als optionaler Liefergegenstand durchgeführt werden. Dabei
kann auch die erste Auslegung eines dezentralisierten Kühlkonzepts durchgeführt werden.
Im Bereich der Infrastrukturplanung kann der Auftragnehmer das Engineering für die benötigte
Rohrbrücke zwischen der thermischen Nachverbrennung (Rekuperator) durchführen. Diese
besteht aus der statischen Vorbemessung, der Lastenermittlung und der Layoutplanung.
Parallel dazu kann die technische Auslegung von Pufferspeichersystemen für CO , 2
Wasserstoff und synthetisches Methan als Option angeboten werden, um eine
prozesstechnische Entkopplung der Teilanlagen und eine Glättung von Lastschwankungen zu
gewährleisten. Des Weiteren kann die Planung und Auslegung einer Aufbereitungsanlage für
das in der Elektrolyse benötigte Prozesswasser vom Auftragnehmer durchgeführt werden.
Für die bautechnische Integration ist der Bereich Civil Engineering als Zusatzleistung
auszuweisen. Dies umfasst die Erstellung von Lastplänen für die Fundamentierung, die
Planung von Bodenplatten sowie die Entwässerungsplanung des Anlagenareals. Ebenso
sollen in dieser Zusatzleistung alle notwendigen Gebäude grob eingeplant werden.
Abschließend kann als optionaler Liefergegenstand die Erarbeitung der Grundlagen für HSE
(Health, Safety & Environment) angeboten werden. Hierbei ist eine erste sicherheitstechnische
Bewertung in Form einer HAZOP-Studie (PAAG) durchzuführen, ein vorläufiges
Explosionsschutzdokument zu erstellen und die notwendigen Brandschutz- sowie
Medienkonzepte für den sicheren Betrieb der Gesamtanlage zu definieren. Da für die
Durchführung der HAZOP-Studie und Erstellung der genannten Dokumente ein R&I-
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Fließschema zwingend erforderlich ist, kann dieser optionale Liefergegenstand nur in
Kombination mit der Erstellung des R&I-Fließschemas angeboten werden.
Alle optionalen Liefergegenstände sind in der Tabelle 2 aufgelistet.
Tabelle 2 Übersicht aller optionalen Liefergegenstände. Definition der Detailtiefe in Abschnitt 4.3:
| Liefergegenstand | Kurzbeschreibung | Detailtiefe |
|---|---|---|
| Technologieauswahl | Auswahl der besten verfügbaren Technologien nach wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten | Ausgearbeitet |
| Schnittstellenanalyse | Definition der physikalischen und steuerungstechnischen Übergabepunkte inkl. Dokumentation in fachübergreifender Matrix | Vorläufig |
| Dezentralisierte Kühlung | Auslegung eines dezentralisierten Kühlkonzepts | Konzeptionell |
| Engineering Rohrbrücke | Statische Vorbemessung, Lastenermittlung und Layoutplanung der Rohrbrücke zwischen Rekuperator und Anlagenkomplex | Konzeptionell |
| Pufferspeicher | Technische Auslegung von Pufferspeichern für CO , Wasserstoff, synthetisches 2 Methan und Strom | Konzeptionell |
| H2-Aufreinigungsanlage (Pyrolyse) | Aufbereitung des rückgeführten Wasserstoffs aus der Pyrolyseanlage | Konzeptionell |
| Wasseraufbereitungs- anlage | Technische Auslegung der Wasseraufbereitungsanlage zur Versorgung der Elektrolyse | Vorläufig |
| Aufreinigung Gichtgas | Aufreinigungsanlage Gichtgas | Vorläufig |
| Civil Engineering | Lastplänen Fundamentierung, Planung Bodenplatten, Entwässerungsplanung, Auslegung notwendiger Gebäude | Konzeptionell |
| Grundlagen HSE | HAZOP-Studie, vorläufiges Explosionsschutzdokument, Brandschutz- und Medienkonzepte | Konzeptionell |
| Genehmigungsassessment | Identifikation aller relevanten Dokumente und Gutachten für eine Genehmigung nach BImSchG | Konzeptionell |
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4.5 Zeitliche und qualitative Vorgaben
Die zeitliche Abfolge der Leistungen ist strikt an den strategischen Erfordernissen des
Gesamtprojekts ausgerichtet. Folgende Meilensteine sind für die Abwicklung des
Arbeitspakets verbindlich definiert:
• Meilenstein 1 (Projektstart): Konstituierende Sitzung und finale Festlegung der
Design-Basis (unmittelbar nach Beauftragung).
• Meilenstein 2 (Interim-Review): Vorlage der ersten Prozessfließbilder und
Stoffstrombilanzen zur Abstimmung mit den Schnittstellenpartnern (z. B. Pyrolyse-
Team).
• Meilenstein 3 (Übergabe Kostenschätzung): Übergabe der validierten
Kostenschätzung und der energetischen Kenndaten.
• Meilenstein 4 (Projektabschluss): Übergabe der vollständigen
Abschlussdokumentation der Machbarkeitsstudie.
Der detaillierte Terminplan ist vom Bieter im Rahmen des Angebots darzustellen und wird nach
Beauftragung zum verbindlichen Vertragsbestandteil.
4.6 Sonstige Vorgaben
Die hier beschriebenen Machbarkeitsstudien sind Teil des durch öffentliche Mittel finanzierten
Förderprojekts CO2DCC. Im Rahmen dieses Förderprojekts müssen Berichte zum
Projektfortschritt beim Projektträger Jülich eingereicht werden. Diese Berichte sind öffentlich
zugänglich. Der Auftragnehmer stimmt bei Annahme des Auftrags zu, dass Inhalte der
durchgeführten Machbarkeitsstudien im Rahmen dieser Berichte veröffentlicht werden. Die
genaue Abstimmung der Inhalte erfolgt in Absprache mit dem Auftraggeber.
Des Weiteren liegt der im Projekt zur Verfügung stehende Auftragswert für alle in diesem
Lastenheft angeforderten Liefergegenstände bei insgesamt 490.000 EUR. Als
Abschlagzahlungen sind 30 % des Auftragswert zum Projektstart (Meilenstein 1), 40 % nach
Erreichen des Meilensteins 2 und 30 % nach Fertigstellung aller Arbeiten (Meilenstein 4)
angesetzt.
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5 Governance und Steuerung
Um eine zielgerichtete Durchführung der Machbarkeitsstudie und eine effiziente
Kommunikation zwischen dem Auftraggeber und dem Unterauftragnehmer sicherzustellen,
wird eine schlanke und transparente Governance-Struktur etabliert.
5.1 Rollen und Verantwortlichkeiten
Die Steuerung des Arbeitspakets auf Seiten des Auftraggebers erfolgt durch ein zweiköpfiges
Kernteam mit klar definierten Rollen. Die operative Steuerung, die fachliche Abstimmung
sowie die tägliche Korrespondenz mit dem Unterauftragnehmer liegen in der Verantwortung
der Projektkoordination, für welche Herr Janik Siemers (janik.siemers@eb-bruehl.de) zur
Verfügung steht. Er fungiert als zentraler Ansprechpartner für alle inhaltlichen und terminlichen
Fragen, bereitet Entscheidungen vor und überwacht den Fortschritt der Liefergegenstände.
Die alleinige Entscheidungsbefugnis sowie die formale Freigabe von Projektphasen,
Budgetanpassungen und vertraglichen Meilensteinen liegen bei der Projektleitung. Die
Projektleitung übernimmt Herr Jan Radespiel (jan.radespiel@eb-bruehl.de).
Die Kommunikation im Bieterverfahren wird über die Thost Projektmanagement GmbH erfüllt.
5.2 Qualitätssicherung und Reporting
Zur Überwachung des Projektfortschritts und zur Klärung technischer Schnittstellen nach
Auftragsvergabe werden die folgenden Kommunikationsformate festgelegt.
In regelmäßigen Abständen (vorzugsweise zweiwöchentlich) findet eine Videokonferenz
zwischen der Projektkoordination und Projektleitung im Eisenwerk Brühl und dem Projektleiter
des Unterauftragnehmers statt. Ziel ist der Abgleich des aktuellen Status mit dem
EPC-Terminplan. Bei Fertigstellung der in Kapitel 4.3 definierten Deliverables erfolgt eine
formale Abnahme durch die Entscheidungsinstanz. Des Weiteren steht es dem
Unterauftragnehmer offen, die Projektkoordination bei fachlichen Rückfragen außerhalb der
hier definierten Termine zu kontaktieren.
5.3 Angebotserstellung
Das Angebot des Auftragnehmers ist auf Basis der im Lastenheft aufgeführten
Liefergegenstände zu kalkulieren. Die Liefergegenstände sind in die Kategorien erwartete und
optionale Liefergegenstände aufgeteilt. Die als „erwartet“ gekennzeichneten
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Liefergegenstände sind vom Auftragnehmer zwingend in sein Angebot aufzunehmen. Sie
bilden den Mindestlieferumfang des Auftrags und sind für die Bewertung des Angebots
verbindlich. Der Auftragnehmer hat für jeden erwarteten Liefergegenstand, den vorgesehenen
Inhalt und Detaillierungsgrad zu bestätigen oder abweichende Annahmen klar zu benennen
und den zugehörigen Aufwand (Personenstunden / Kosten) und Terminplan anzugeben. Ein
Verzicht auf erwartete Liefergegenstände ist im Angebot nicht zulässig. Abweichungen sind
als solche ausdrücklich zu kennzeichnen und zu begründen.
Die als „optional“ gekennzeichneten Liefergegenstände können vom Auftragnehmer frei
gewählt in sein Angebot aufgenommen werden. Der Auftragnehmer entscheidet selbstständig,
welche optionalen Liefergegenstände er anbietet und in welchem Umfang. Für jeden vom
Auftragnehmer gewählten optionalen Liefergegenstand sind separat eine Beschreibung des
Inhalts und des geplanten Detaillierungsgrads, der zugeordnete Aufwand (Personenstunden /
Kosten) sowie geplante Termine / Meilensteine anzugeben. Nicht gewählte optionale
Liefergegenstände sind im Angebot nicht zu berücksichtigen; ein implizites „Mitangebot“ ohne
explizite Nennung ist nicht zulässig. Inhaltlich werden diese Leistungen in der Bewertung des
Qualitätskriteriums “C – Gesamtkonzept“ berücksichtigt.
Der Auftragnehmer ist berechtigt, über die im Lastenheft aufgeführten optionalen
Liefergegenstände hinaus weitere Liefergegenstände als eigene Vorschläge anzubieten (z. B.
zusätzliche Studien, Analysen, Detailengineering-Pakete). Bei den zusätzlichen Vorschlägen
handelt es sich um „vom Auftragnehmer vorgeschlagene optionale Liefergegenstände“, sie
sind kurz zu beschreiben (Ziel, Inhalt, erwarteter Nutzen für den Auftraggeber) und mit einem
separaten Aufwand (Personenstunden / Kosten) und Terminplan anzugeben. Diese
zusätzlichen Vorschläge sind für den Auftraggeber nicht verpflichtend; sie dienen der
Erweiterung des Leistungsspektrums und der Optimierung des Projekts. Inhaltlich werden
diese Leistungen in der Bewertung des Qualitätskriteriums “C – Gesamtkonzept“
berücksichtigt.
Die Gesamtangebotssumme aller vom Auftragnehmer angebotenen „erwarten“, „optionalen“
und „zusätzlichen“ Liefergegenständen darf die Kostenobergrenze von 490.000 € nicht
überschreiten.
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Zur Wertung der Angebote wird dem Bieter ein Honorarformular zur Verfügung gestellt,
welches zwingend zur Angebotsabgabe zu nutzen und ausgefüllt einzureichen ist. Im
Angebotsformular kann auf das Gesamtkonzept verwiesen werden und andersherum. Ein
zusätzliches „eigenes“ Angebotsblatt ist nicht zulässig und wird nicht berücksichtigt. Fragen
sind vor Ablauf der Angebotsfrist schriftlich über die Bieterkommunikation der
Vergabeplattform zu klären.
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