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05_403_Lüftung_Baubeschreibung.docx

Lüftungsinstallation für ein Institutsgebäude mit vier Lüftungs- und Klimaanlagen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 04.10.2026, 03:49 (Europe/Berlin)

Herkunft: vergabe.fraunhofer.de

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Inhalt

KG 430 Lufttechnische Anlagen 2

KG 430 Lufttechnische Anlagen

Die nachfolgenden Beschreibungen gelten für die zu errichtenden Lufttechnischen Anlagen, soweit in den Einzelbeschreibungen nicht andere Angaben benannt sind.

Grundsätze

Die Planung und Ausführung der RLT-Anlagen erfolgt nach den gültigen Vorschriften und Verordnungen, jedoch insbesondere auf Basis der VOB/C DIN 18379, DIN EN 16798, der AMEV RLT-Anlagenbau 2018, der VDI 6022, der Ökodesign-Richtlinie ErP-Stufe 2018 sowie der RLT-Richtlinie 01.

Die Anlagen dienen der Bereitstellung des erforderlichen Außenluftwechsels, der Abfuhr von Wärme- und Feuchtelasten sowie der Abfuhr von Feuchtelasten aus dem Bauwerk. Die Außenluftraten richten sich nach dem erforderlichen Außenluftwechsel in den Räumen. Eine maschinelle Entrauchung für das Gebäude ist nicht vorgesehen.

In Anwendung der DIN EN 16798-3 und unter Berücksichtigung der Lage des Gebäudes wird für die Außenluftqualität in Rostock ODA 1 (Saubere Luft, nur zeitweise staubbelastet), für Konferenzbereiche die Raumluftqualität IDA 2 (hohe Raumqualität), für Nebenräume/Sanitärbereiche die Raumluftqualität IDA 3 (mittlere Raumqualität) der Planung zugrunde gelegt.

Die Raumluftqualitäten werden mittels Filterung der Außen- und Abluft gemäß DIN EN 16798-3 und ISO 16890 sichergestellt. Zur Einhaltung der Raumluftqualität IDA 2 werden die Mindestfilterklassen auf Basis der Außenluftqualität ODA 2 gewählt. Daraus folgt eine 2-stufige Filterung für die RLT-Anlagen. In den zugehörigen Abluftgeräten ist zum Schutz des Wärmetauschers ein Filter erforderlich. Die reinen Abluftanlagen werden mit einer Filterstufe gewählt.

Außenliegende Räume ohne besondere Anforderung werden natürlich, über Fenster be- und entlüftet.

Außenluftbedingung

Für die Planung werden für den Sommer- und Winterfall, gemäß VDI 4710-3:2011-03 (Meteorologische Grundlagen für technische Gebäudeausrüstung), folgende Außenluftzustände zugrunde gelegt:

WinterAußentemperatur- 10°C
Luftfeuchte85% rel.F.
SommerAußentemperatur30°C
Luftfeuchte45% rel.F.

Außenluftansaugung

Die Außenluftansaugung der RLT- Anlagen erfolgt über die Fassaden mittels Wetterschutzgitter in Höhe des ersten Obergeschosses. Eine zentrale Vorbehandlung der Luft für alle RLT-Anlagen ist nicht vorgesehen.

Fortluftausblas

Die Fortluft wird zentral über die Fassaden mittels Wetterschutzgitter in Höhe des ersten Obergeschosses aus dem Gebäude geführt. Die Gefahrstoffschrankabluft wird separat mittels Dachhauben über das Dach abgeführt. Die Qualität der Fortluft ist jeweils bei den Anlagen beschrieben.

Die Anordnung der Außen- und Fortluftauslässe erfolgt gemäß DIN EN 16798-3 und VDI 6022-1.

Kanäle

Die Kanalquerschnitte sind zu wählen, dass folgende Richtgeschwindigkeiten nicht überschritten, werden:

  • Außen- und Fortluftkanäle max.6 m/s
  • Kanäle in Zentralen und Schächten max.5 m/s
  • Verteil- und Anschlusskanäle in den Räumen max.4 m/s

Dämmung

Die Kanäle und Luftleitungen aufbereiteter Luft sowie der Abluft, welche über Wärmerückgewinnungseinheiten geführt werden, erhalten eine Wärmedämmung. Es ist ein mineralischer, nichtbrennbarer Dämmstoff der Baustoffklasse A mit Alu-Kaschierung vorgesehen. Für die Festlegung der Dämmschichtstärken wurde als Wärmeleitfähigkeit 0,040 W/mK zugrunde gelegt (WLG040).

Für die Außenluft wird ein geschlossenzelliger, schwerentflammbarer Weichschaum als Dämmstoff vorgesehen. Der Dämmstoff wird vollflächig verklebt. Als Wärmeleitfähigkeit wurden 0,035 W/mK zugrunde gelegt (WLG035).

Die Fortluft wird in gleicher Weise wie die Außenluft gedämmt, wenn das Einfallen von Kaltluft in die Kanalabschnitte nicht ausgeschlossen werden kann.

Brandschutzklappen

Bei Durchdringungen von raumabschließenden Bauteilen mit brandschutztechnischen Anforderungen werden bauaufsichtlich geprüfte Absperrklappen der Qualität K30 bzw. K90 eingesetzt.

Die Brandschutzklappen werden in drei Klassen eingeteilt und wie folgt verortet:

Typ BrandschutzklappeVerortung
BSK 1 - Brandschutzklappe mit thermoelektrischer AuslöseeinrichtungIn allgemeinen Bereichen / Ebenen
BSK 2 - Brandschutzklappe mit thermoelektrischer Auslöseeinrichtung und Federrücklaufmotorvon den Schächten ausgehend in die jeweilige Ebene
BSK 3 - Brandschutzklappe mit thermoelektrischer Auslöseeinrichtung, Federrücklaufmotor und RauchauslöseeinrichtungIn der Zentrale sowie umliegenden Wänden, Decken und Fußböden

Alle Brandschutzklappen erhalten einen Endlagenschalter mit der Meldung AUF und ZU an die Gebäudeautomation.

Lüftungszentralgeräte

Die Luftaufbereitung erfolgt in Zentralgeräten. Die Aufstellung erfolgt auf dem Grundrahmen des Gerätes sowie schwingungsentkoppelten Füßen, welche Bestandteil des Lieferumfangs der RLT-Anlagen sind.

Geräteeinbringung

Die Einbringung in die Lüftungszentralen im 1.OG ist über die Zugangstüren und Montageöffnungen in der Wand der Lüftungszentralen geplant. Eine Einbringung, während der Rohbauphase ist nicht vorgesehen.

Das max. Transportgewicht einzelner Segmente liegt bei ca. 4000 kg.

Für spätere Wartungsarbeiten wie z.B. Austausch von Bauteilen (Register, Ventilatoren, Filter etc.) und deren Abtransport bzw. Einbringung, kann der Aufzug bzw. das angrenzende Treppenhaus genutzt werden.

In der Lüftungszentrale sind je Lüftungsgerät Wartungsbereiche auf der Bedienseite ausgewiesen, die das vollständige Ziehen von Registern und Warten von Bauteilen ermöglichen.

Gerätetypen

Die zentralen Geräte werden in Lüftungsanlagen, Teilklimaanlagen und Vollklimaanlagen kategorisiert.

Der jeweilige Geräte-Aufbau ist in den Leistungsbeschreibungen aufgeführt.

GerätetypHeizenWRGKühlenBefeuchtenMischen
Hxx--
HKxxx--
HKBxxxx
AVAbluftventilator

Wärmerückgewinnung

Die Art der Energierückgewinnung wird in Abhängigkeit der Abluftqualität und der Luftbehandlungsfunktionen gewählt. Die Wärmerückgewinnungsgrade müssen entsprechend der Ökodesign-Richtlinie (ERP 2018) mind. H1 entsprechen.

Filter

Die Filteranordnung wird anlagenweise beschrieben. Gemäß DIN EN 16798-3 werden je Zuluftgerät zwei Filterstufen entsprechend der Raumluftqualität im Zusammenspiel mit der Außenluftqualität vorgesehen (beschrieben unter Pkt. Planungsgrundsätze). Für Abluft, die über Wärmerückgewinnungseinheiten geführt wird und Umluft, werden je eine Filterstufe im Zentralgerät angeordnet. Die Qualität der Filter ist den Leistungsbeschreibungen der Geräte zu entnehmen

Ventilator

Als Ventilatoren für die Zentralgeräte werden freilaufende Radialventilatoren vorgesehen. Die Betriebswerte entsprechen der Genauigkeitsklasse 1 nach DIN 24166.

Die folgenden Anforderungen an die Energieeffizienz werden in der Planung zugrunde gelegt. Die aufgeführten Werte gelten dabei als Maximalwert und dürfen nicht überschritten werden:

AnlagentypZuluftAbluft
HSFP 3SFP 3
HKSFP 3SFP 3
HKBSFP 4SFP 3
AbluftventilatorSFP 3

Der Nachweis der Einhaltung der Maximalwerte obliegt dem Anlagenerrichter.

Register Heizen und Kühlen

Die Register für den Betrieb mit Pumpenwarmwasser (PWW) und Pumpenkaltwasser (PKW) bestehen, wenn nicht anders beschrieben, aus nahtlosen Kupferrohren mit mechanisch aufgepressten Aluminium-Lamellen.

Schalldämpfer

Die Anforderungen an die max. zulässigen Schallpegel in den zu versorgenden Räumen ergeben sich aus der Nutzungsart der Räume. Es werden die Empfehlungen der DIN EN 16798-3 zugrunde gelegt.

Luftdurchlässe

Die Auswahl der Luftdurchlässe erfolgt nach technischen Randbedingungen und gestalterischen Vorgaben.

Im Gebäude sind folgende Lufttechnische Anlagen zu errichten:

AnlageVersorgungsbereicheGerätetypKapazität (SUP/EHA))
LUE_100Sanitär- und NebenräumeSanitär-, Technik-, Neben-, Lagerräume Teeküche CateringH4.300/4.300 m³/h
ABA_100GefahrstoffschränkeDigital Ocean Lab HalleAV---- / 100 m³/h
ABA_200BatterieabluftUSV-RaumAV---- / 70 m³/h
TKA_200Konferenz und MeetingräumeKonferenzbereich EG, Seminarbereich 2OG, Meetingräume 1.-5. OGHK14.500 /14.500 m³/h
VKA_300Versorgung LabsLabs EG bis 2. OG BüroturmHKB2.240 /2.240 m³/h
VKA_400LernweltLernwelt EGHKB1.200 / 1.200 m³/h

Die Lüftungsanlagen werden im Brandfall abgeschaltet. Anforderungen an den Weiterbetrieb der Anlagen bei Netzausfall bzw. im Brand- oder Havariefall bestehen nicht.

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