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Rüdigheim
Lastenheft
Version: 1.0
Datum: 09-2026
Autor: ratioplan GmbH
Inhalt des Dokumentes
Lastenheft für Programmierung Steuerung Projekt „Rüdigheim“
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Inhalt
Hintergrund ......................................................................................................................................... 4
Allgemeines ......................................................................................................................................... 4
Unterscheidung Automation/SPS zu PLS/SCADA ............................................................................ 4
Lizenzen ........................................................................................................................................... 4
Verwendung von Parametern / Sollwerten .................................................................................... 4
Visualisierung .................................................................................................................................. 5
Visualisierung Notfallbedienebene ................................................................................................. 5
Historische Datenaufzeichnung ....................................................................................................... 6
Fernzugriff ....................................................................................................................................... 6
Digitale Kommunikation .................................................................................................................. 6
Korrekturwerte Sensorik ................................................................................................................. 6
Handschaltung Ausgangssignale ..................................................................................................... 6
Ansteuerung der Solarthermie ............................................................................................................ 7
Entnahme und Einbringung im thermischen Speicher ........................................................................ 7
Betrieb der Wärmepumpen ................................................................................................................ 7
Betriebsmodi ....................................................................................................................................... 8
Zustand Speicher ............................................................................................................................. 8
Einbringung RL Netz in Abhängigkeit des Speicherzustandes ......................................................... 8
Anbindung WPs in Abhängigkeit des Speicherzustandes................................................................ 8
Anbindung Solarthermie ................................................................................................................. 9
Allgemeine Steuerungsfunktionen ...................................................................................................... 9
Ermitteln von Wärmemengen ............................................................................................................. 9
Datenübertragung an Forschung ........................................................................................................ 9
Erfassen von Messwerten Forschungspartner .................................................................................. 10
Sicherheitsüberwachungen ............................................................................................................... 10
Störmanagement ............................................................................................................................... 10
Abnehmermanagement .................................................................................................................... 10
Steuernder Zugriff auf Übergabestationen ................................................................................... 11
Dokumentation ................................................................................................................................. 11
Inbetriebnahme ................................................................................................................................. 11
Anhang Hardware .................................................................................................................................. 12
Erwartete Hardware / SPS Ausstattung ............................................................................................ 13
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Abkürzungsverzeichnis
| B&B | Bedienen und Beobachten |
|---|---|
| GLT | Gebäudeleittechnik |
| HK | Heizkreis |
| HT | Hochtemperatur |
| MSR | Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik |
| NT | Niedertemperatur |
| PLS | Prozessleitsystem |
| Rest-API | Programmierschnittstelle nach dem REST- Prinzip |
| RL | Rücklauf |
| RV | Regelventil |
| SCADA | Supervisory Control and Data Acquisition (Überwachung, Steuerung und Datenerfassung) |
| SPS | Speicherprogrammierbare-Steuerung |
| VL | Vorlauf |
| RL | Rücklauf |
| WMZ | Wärmemengenzähler |
| WP | Wärmepumpeneinheit |
| WW | Warmwasser |
WW Warmwasser
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Hintergrund
Dieses Lastenheft beschreibt die Anforderungen an die Programmierung einer MSR für die Energiezentrale des Nahwärmenetzes Rüdigheim. Dabei wird die Wärmeerzeugung über eine Solarthermieanlage und drei Wärmepumpen in einen zentralen thermischen Speicher abgebildet, während die Versorgung aus diesem Speicher erfolgt.
Da die Messwerte innerhalb des Systems für die Forschung verfügbar sein sollen, wird erweiterte Sensorik verbaut und es ist eine detaillierte Datenerfassung notwendig.
Allgemeines
Es werden allgemeingültige Vereinbarungen zur Umsetzung der Automationsprogrammierung vorausgesetzt. Im Folgenden werden diese aufgeführt.
Alle Verweise auf externe Unterlagen, insbesondere die Ausführungsplanung sind nach bestem Wissen und Gewissen in dieses Dokument aufgenommen. Eine Gegenprüfung hat durch den Programmierer dennoch zu erfolgen und Abweichungen sind mit dem Planer zu klären.
Unterscheidung Automation/SPS zu PLS/SCADA
Dieses Dokument bildet das Lastenheft sowohl für die Automatisierung als auch für ein PLS oder SCADA System z.B. zur Erfüllung der Anforderungen an die Bedienung und Beobachtung (B&B), Historienaufzeichnung, Fernzugriff und Anbindung an ein externes, übergeordnetes System.
Die Automationsebene übernimmt hierbei die deterministische Prozesssteuerung. Sie ist so auszuführen, dass der Ausfall einer einzelnen Komponente (insbesondere der PLS/SCADA Ebene) nicht zum Verlust der Bedien-/Beobachtbarkeit bzw. der regelnden/steuernden Grundfunktionen führt.
Das Steuerungssystem muss in der Lage sein einen Variablenumfang von ca. 2.500 Variablen einzulesen und zu verwalten. Für die Programmierung des Steuerungssystems sind Standardfunktionsbausteine einzusetzen. Die Programmierung hat in Anlehnung an IEC 61131-3 strukturiert, modular und wartungsfreundlich zu erfolgen. Die Betriebsstundenerfassung von Antrieben ist unter Berücksichtigung der Sicherung von Laufzeitwerten softwarebasiert vorzusehen.
Lizenzen
Alle für die Projektierung, Bedienung, Betrieb und Archivierung benötigten Lizenzen für das beschriebene Prozessleit- bzw. Steuerungssystem sind zu berücksichtigen und es sind Reserven von 20% bei mengenbasierten Lizenzen vorzusehen. Bei den Lizenzen handelt es sich um dauerhafte Lizenzen. Die Lizenzschlüssel werden dem Auftraggeber nach der Installation übergeben.
Verwendung von Parametern / Sollwerten
Mit den in diesem Lastenheft genannten Parametern und Sollwerten soll wie folgt verfahren werden:
- Grundsätzlich sollen alle benannten Sollwerte, Parameter etc. vom Benutzer überschreibbar sein. Die Möglichkeit dazu muss in Benutzerhierarchien erlaubt bzw. eingeschränkt werden können. Benutzereingaben bzw. deren Werte, welche eine Automatik überschreiben, sollen in der Visualisierung erkennbar sein.
- Sind konfigurierbare Parameter in diesem Lastenheft benannt, so sind Vorgabewerte als Einstellungen im Auslieferungszustand zu verstehen. Der Benutzer hat die Möglichkeit, diese für den Betrieb zu verändern.
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- Eine fehlerredundante Programmierung wird gefordert, d.h. bei Parametern, Stellgrößen oder Messwerten, welche nicht plausibel sind, darf das Regelsystem nicht instabil werden. Hierzu sind Ersatzwerte anstatt der unplausiblen Stell- oder Messwerte zu verwenden. Der Benutzer ist im späteren Betrieb auf das Vorhandensein der unplausiblen Werte hinzuweisen.
Sicherheits-, Geräte- und genehmigungsrelevante Begrenzungen bleiben unabhängig von Handbetrieb und externen Vorgaben wirksam.
Visualisierung
Alle Visualisierungen/Bedienmöglichkeiten sollen Touchscreen-tauglich sein. Sämtliche Benutzereingaben sollen nur nach Authentifizierung möglich sein, dabei sind mindestens 3 unterschiedliche Zugriffsebenen zu ermöglichen. Die Visualisierung muss technisch sowohl an einem optional im Schaltschrank verbauten Display als auch per Fernwartung bzw. externen PC möglich sein.
Folgende Inhalte sind mindestens in der Visualisierung der PLS/SCADA Ebene zur Verfügung zu stellen:
- Betriebszustände: Automatik (intern und extern), Hand- und Aus für die jeweiligen Komponenten.
- Prozesswerte: Messwerte wie Druck, Temperatur, Durchfluss, Füllstand und weitere relevante Parameter.
- Zustandsanzeigen: Aktuelle Betriebszustände, Alarme, Warnungen und Grenzwertverletzungen.
- Steuerungsmöglichkeiten: Direkte Eingriffsmöglichkeiten für berechtigte Nutzer zur Anpassung von Sollwerten oder zur Aktivierung/Deaktivierung bestimmter Funktionen.
- Historische Daten: Trenddarstellungen zur Analyse von Prozessverläufen und zur Fehlerdiagnose.
Durch die Auswahl eines Anlagenteils erhält der Bediener detaillierte Informationen zu dessen Zustand, darunter Echtzeitwerte, Betriebsmodi sowie anstehende Wartungsinformationen.
Detailgrad der Bilder des B&B-Systems:
- Übersichtsbilder: Zeigen die gesamte Anlage mit den wichtigsten Prozessparametern und Statusanzeigen.
- Teilprozessbilder: Detailliertere Darstellungen für einzelne Anlagenteile.
- Detailansichten: Tiefgehende Informationen zu Komponenten wie etwa Wärmepumpen.
- Trend- und Archivierungsbilder: Zeitliche Verläufe wichtiger Messwerte für die Prozessoptimierung und Fehleranalyse.
- Alarm- und Meldungsanzeige: Übersicht über aktuelle und historische Alarme mit Priorisierung und Zeitstempel.
Visualisierung Notfallbedienebene
Für den Ausfall der PLS/SCADA Ebene ist eine Notfallbedienebene auf Automationsebene vorzusehen. Diese muss mindestens über eine evtl. anzuschließende Bedieneinheit (PC/Laptop), idealerweise über einen verbauten Bildschirm im Schaltschrank nutzbar sein.
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Historische Datenaufzeichnung
Die erfassten Messwerte und Stellgrößen sowie wesentliche aus den Algorithmen stammenden Werte sind in der PLS/SCADA Ebene historisch aufzuzeichnen und für den Benutzer in der Bedienoberfläche visualisierbar zu machen. Dies gilt auch für alle erkannten und gemeldeten Hinweise und Störungen.
Fernzugriff
Ein Fernzugriff muss unter Beachtung gängiger Sicherheitstechniken möglich sein.
Digitale Kommunikation
Sofern die anzusteuernden Aggregate nicht direkt (z.B. Schaltausgänge, digitale Eingänge etc.) mit der SPS/MSR verbunden sind, werden diese über logische Schnittstellen angebunden. Diese müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, bevorzugt Modbus TCP.
Korrekturwerte Sensorik
Für alle physisch angebundenen Sensoren muss der Benutzer die Möglichkeit besitzen, additive und multiplikative Korrekturwerte zu konfigurieren.
Handschaltung Ausgangssignale
Alle physisch angebunden Ausgänge und logisch weitergegebenen Ausgangssignale müssen vom Anwender überschrieben werden können. Die Handschaltung muss über die B&B Ebene erfolgen können (Touchscreen am Schaltschrank, Fernzugriff).
Sicherheits-, Geräte- und genehmigungsrelevante Begrenzungen bleiben unabhängig von Handbetrieb und externen Vorgaben wirksam.
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Ansteuerung der Solarthermie
Die Solarthermieanlage besitzt eine eigene Regelung, sie wird für die Aufgabenstellung dieses Lastenheftes einzig über die Vorgabe einer Zieltemperatur gesteuert.
Für die Betriebs- und Störüberwachung werden physische Kontakte vorgesehen, welche über die MSR anzubinden sind.
Die Mess- /Sensorwerte der Solarthermie können über Modbus TCP abgerufen werden und sollen in der SCADA erfasst und aufgezeichnet werden.
Entnahme und Einbringung im thermischen Speicher
Der thermische Speicher dient sowohl zur Versorgung des Netzes als auch als Quelle und Senke für die Wärmepumpen. Während die Versorgung des Netzes immer mit der höchsten Temperatur (also von der oberen Entnahmemöglichkeit am Puffer) erfolgt, kann z.B. für die Wärmeerzeugung durch die Wärmepumpen sowohl die Quelltemperatur (Höhe der Entnahme vom Puffer) als auch die Höhe der Einbringung in den Speicher gewählt werden. Durch die geeignete Einbringungshöhe soll eine Durchmischung der Schichten im Speicher verhindert, durch die geeignete Entnahmehöhe eine zieltemperaturorientierte Betriebsweise der Wärmepumpen ermöglicht werden.
Es gibt sechs Entnahme- und Einbringungshöhen im Speicher, welche dem Schema entnommen werden können. In den Anforderungsbeschreibungen dieses Lastenheftes werden diese von oben nach unten mit Höhe 1 bis 6 nummeriert, unabhängig von ihrer Funktion (Einbringung oder Entnahme).
Durch Schaltung entsprechender Motorklappen können z.B. sowohl die Senke, als auch die Quelle der Wärmepumpen in den „Anschlusshöhen“ am zentralen Speicher bestimmt werden.
Siehe hierzu Kapitel Betriebsmodi.
Betrieb der Wärmepumpen
Die drei installierten Wärmepumpen arbeiten nach Zieltemperatur und / oder über Vorgabe einer Sollspreizung. Die Vorgabe der Werte wird über Modbus TCP in die entsprechenden Register geschrieben. Weiterhin sind alle Kommunikationen mit der Wärmepumpe über dieses Protokoll sicherzustellen.
Alle Mess- / Sensorwerte der Wärmepumpen können über Modbus TCP abgerufen werden und sollen in der SCADA erfasst und aufgezeichnet werden.
Für die Wärmeerzeugung ist vorgesehen, die endgültige Zieltemperatur über die drei Wärmepumpen nacheinander (additiv) zu erzeugen. Der gesamte Temperaturhub wird prozentual auf die drei Wärmepumpen verteilt. Es soll möglich sein, diese Verteilung anzupassen.
- Prozentualer Anteil vom gesamten Temperaturhub für WP1
- Prozentualer Anteil vom gesamten Temperaturhub für WP2
- Prozentualer Anteil vom gesamten Temperaturhub für WP3
- ergibt in Summe 100% Temperaturhub.
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Betriebsmodi
Die Auswahl der Entnahme- und Einbringungshöhen orientiert sich am Betriebsmodus und den Temperaturen im Speicher. Wir unterscheiden für die Wärmepumpe im Wesentlichen zwei Betriebszustände sowie deren Kombinationen und den „Ladezustand“ des Speichers:
- Speicher a. leer b. halbvoll c. voll
- Wärmepumpen a. aktiv b. nicht aktiv
- Solarthermie a. aus b. Anfahrschaltung c. Aktiv
Zustand Speicher
Die Definition, ob der Speicher als leer, halbvoll oder voll betrachtet wird, erfolgt anhand des Vergleiches konfigurierter Werte mit den gemessenen Temperaturen am Speicher (TIC001 bis TIC032). Dazu soll der Benutzer die Möglichkeit bekommen, je Zustand (leer, halbvoll, voll) für einen wählbaren Temperaturfühler einen Grenzwert inkl. Hysterese zu definieren.
Einbringung RL Netz in Abhängigkeit des Speicherzustandes
Durch Schaltung der Motorklappen MK001, MK002 und MK003 kann die Einbringungshöhe des Netzrücklaufes in den Speicher zwischen Höhe 6, 5 und 3 in Abhängigkeit des Temperaturvergleichs gewählt werden.
Anbindung WPs in Abhängigkeit des Speicherzustandes
Durch Schaltung der Motorklappen 004 bis 009 können die Anschlusshöhen für Quelle und Senke der Wärmepumpen bestimmt werden. Die Motorklappen müssen nach Zustand Speicher mit folgenden Zieleinbringungshöhen geschalten werden.
Speicher leer
| Anbindung an Speicher | |
|---|---|
| Senke VL | 1 |
| Senke RL | 2 |
| Quelle VL | 3 |
| Quelle RL | 6 |
Quelle RL 6
Speicher halbvoll
| Anbindung an Speicher | |
|---|---|
| Senke VL | 1 |
| Senke RL | 3 |
| Quelle VL | 4 |
| Quelle RL | 6 |
Quelle RL 6
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Anbindung Solarthermie
Die Solarthermieanlage entnimmt im regulären Betrieb aus Anschlusshöhe 6 und bringt in Anschlusshöhe 1 in den Speicher ein.
In der Anfahrschaltung, d.h. beim Aktivieren der Solarthermie kann es notwendig sein, die Einbringungshöhe temporär anzupassen, um Vermischungen im Speicher zu vermeiden. Dies kann durch Schaltung der Motorklappen 10 bis 14 vorgenommen werden uns ist in Abhängigkeit des Betriebes der Wärmepumpen vorzunehmen. Die verschiedenen Betriebszustände der Solarthermie werden über Modbus TCP ausgelesen.
Durch Schaltung der Motorklappen 004 bis 009 können die Anschlusshöhen für Quelle und Senke der Wärmepumpen bestimmt werden. Die Motorklappen müssen nach Zustand Speicher mit folgenden Zieleinbringungshöhen geschalten werden
ohne WP-Betrieb Die Motorklappen müssen bei inaktiven WPs für die Anfahrschaltung mit folgender Zieleinbringungshöhe geschalten werden.
| Solarthermie | Anbindung an Speicher |
|---|---|
| Entnahme | 6 |
| Einbringung | 5 |
Einbringung 5 mit WP-Betrieb Die Motorklappen müssen bei aktiven WPs für die Anfahrschaltung mit folgender Zieleinbringungshöhe geschalten werden.
| Solarthermie | Anbindung an Speicher |
|---|---|
| Entnahme | 6 |
| Einbringung | 4 |
Einbringung 4
Allgemeine Steuerungsfunktionen
Für alle zuvor nicht explizit beschriebenen Ausgangssignale, siehe hierzu Kapitel Hardware sowie Anlagenschema und I/O-Liste, sind ebenfalls einfache Steuerungslogiken vorzusehen. Dazu zählen u.a. Mischer Regelungen, Vergleichszustände wie z.B. Temperatur, Druck, Betrieb Ein/Aus, Störungen Ein/Aus, etc. zur Schaltung von Ausgangssignalen wie z.B. Klappen, Drehzahlregelungen z.B. anhand Differenzdrücken, etc.
Eine vollständige Aufstellung aller Schaltzustände ist zusammen mit dem Auftraggeber oder dessen Vertretern vor Ausführung zu erarbeiten.
Ermitteln von Wärmemengen
Die angeschlossenen Volumenstromsensoren besitzen keine eigene Wärmemengenzählung somit, muss die MSR die Wärme-/Kältemengen für alle Volumenstromsensoren, bei denen auch entsprechende Temperatursensoren im VL oder RL verbaut sind, rechnerisch ermitteln und die berechneten Werte speichern.
Datenübertragung an Forschung
Alle durch die MSR erfassten Messwerte müssen auf SCADA Ebene aufgezeichnet werden und für eine Übertragung an ein Forschungsinstitut aufbereitet werden. Dabei wird eine aktive Übertragung,
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ausgehend von der SCADA an die externe Stelle geplant. Das noch zu definierende Protokoll muss entsprechend implementiert werden, voraussichtlich Rest-API.
Bei einer Unterbrechung oder Fehlern in der Übertragung, müssen die Daten nochmals übertragen werden können. Die Daten müssen derart mindestens für einen Zeitraum von 10 Jahren zwischengespeichert werden. Alternativ darf eine Sicherung der Daten an einem geschützten Speicher (lokal oder Cloud) geplant werden.
Erfassen von Messwerten Forschungspartner
Seitens Forschungspartner wird diverse Messtechnik zur Verfügung gestellt. Teilweise ist diese physisch an die geplante MSR angeschlossen, teilweise können die Werte „digital“, z.B. per Modbus TCP abgerufen werden. Letzteres gilt insbesondere für ein „Temperaturband“, welches die Temperaturen des zentralen Speichers erfasst. Die durch die zur Verfügung gestellte Technik ermittelbaren Messwerte müssen ebenso erfasst und wie vor genannt aufgezeichnet werden.
Sicherheitsüberwachungen
Bei Erkennen von sicherheitskritischen Zuständen in der Anlage muss es zu einer sofortigen Reaktion der MSR führen.
Derartige kritische Zustände sind u.a.:
- Unterschreiten des Mindestdruckes in der Anlage
- Überschreiten einer Maximaltemperatur in der Solarthermie
- Unterschreiten von Mindesttemperaturen im Quellkreis der Wärmepumpen
- Weitere
Störmanagement
In der PLS/SCADA-Ebene ist ein Überwachungssystem/Störmeldesystem zu integrieren. Die Konfiguration soll durch den Benutzer beliebig ergänzt werden können, um vorhandene Datenpunkte auf Wertebereiche bzw. Anomalien zu überwachen. Meldungen sollen an konfigurierbare E-Mail- Adressen versendet und an das übergeordnete System übertragen werden können.
Die folgenden Überwachungen sind mit Inbetriebnahme bereits zu konfigurieren
- Überwachung der „Nachspeisemenge“ der Druckanlage pro Zeiteinheit
- Überwachung des Druckhaltesystems
- Überwachung der Anlagendrücke der Anlage
- Überwachung der Temperaturen Pufferspeicher
- Über- oder Unterschreitung der Soll-VL-Temperatur Netz
- Überwachung der Störmeldung der Solarthermieanlage
- Überwachung der drei WP Betriebsbereit / In Betrieb / Störung o
- Überwachung sämtlicher Störmeldungen von Umwälzpumpen
- Überwachung Störmeldungen Filtersysteme
- Weitere
Abnehmermanagement
Im Wärmenetz werden ca. 100 Abnehmer angebunden sein, deren Übergabestationen sind mit Modbus TCP Schnittstelle ausgestattet. Es soll die Aufzeichnung der noch festzulegenden Daten aus den Übergabestationen entsprechend den oben genannten Vorgaben erfolgen.
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Weiter soll eine Visualisierung der Abnehmer für den Bediener umgesetzt werden, um Ist-Zustände, Abweichung vom Normalbetrieb und Störungen erkennen zu können. Für jede Station muss eine Detailansicht aller erfassten Werte (mit Historie) abrufbar sein.
Steuernder Zugriff auf Übergabestationen
Erlaubt die Übergabestation zusätzlich einen steuernden Eingriff (etwa Sperren, Zwangsaktivierung, etc.) per Modbus, so sind weitere Programmierungen notwendig. Dieser Aufwand soll optional umgesetzt werden und nachfolgende Umfänge abdecken. Der genaue Funktionsumfang muss sich an den technischen Möglichkeiten der Übergabestationen orientieren.
- Die Bedienoberfläche muss die manuelle Schaltung dieser Eingriffe auf die Übergabestation ermöglichen und manuell geschaltete Optionen in einer Gesamtübersicht visualisieren
- Optimierungsalgorithmen für Lastmanagement und effizienten Betrieb der Gesamtanlage sind etwa denkbar: Zwangsaktivierung und/oder Zwangssperre von Übergabestationen z.B. um o aktive Netzstränge durch mehrere Abnehmer zu nutzen oder vorausschauend Spitzenabnahmen zu verhindern (Lastmanagement) Begrenzung des Öffnungsgrades von Ventilen der Übergabestationen, z.B. zur o Optimierung der Rücklauftemperatur Netz
Dokumentation
Für die Bedienung sowohl der Automations- als auch SCADA-Ebene ist ein Bedienhandbuch zu erstellen.
Inbetriebnahme
Der Auftragnehmer verpflichtet sich, die Funktionsprobe und Inbetriebnahme inkl. Einweisung in das System vor Ort mit dem Auftraggeber durchzuführen. Eine unterstützende Betriebsbegleitung und - optimierung im 1 Jahr ist obligatorisch.
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Anhang Hardware
Die Automation/SPS muss alle physisch angebundenen Schnittstellen verarbeiten. Zusätzlich sind logische Schnittstellen zu den zu steuernden Komponenten in der SPS zu realisieren (z.B. Modbus, etc.). Folgende Schnittstellen sind bereits bekannt:
- Solarthermie (Modbus TCP)
- Wärmepumpen (Modbus TCP)
- Temperaturmessband (Modbus TCP)
- Abnehmermanagement (Modbus TCP)
- Weitere
Es kommen ggf. weitere Schnittstellen mit Modbus TCP hinzu. Entsprechende Reserven sind vorzuhalten.
Die Erfassung nicht steuerungsrelevanter Messwerte, welche nicht aus physischen Schnittstellen stammen, wird von der SCADA-Ebene durchgeführt.
Sind logische Schnittstellen zur Steuerung notwendig und erlaubt das angebundene Gerät keine zweite Verbindung, so hat die Automation/SPS die Daten zu erfassen und an die SCADA-Ebene weiterzureichen.
Eine evtl. notwendige Kommunikationsverbindung zwischen SPS und SCADA-Ebene wird auf Modbus TCP festgelegt.
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Erwartete Hardware / SPS Ausstattung
CPU-SPS
Das Steuerungssystem muss in der Lage sein, den in der Einleitung genannten Anforderungen zu erfüllen.
Hardware-SCADA
Die PLS/SCADA Ebene muss so ausgelegt sein, dass sie alle im System vorhandenen Datenpunkte (SPS-Ebene + weitere angebundene Einheiten) aufnehmen, verarbeiten und historisch speichern kann. Eine Historienspeicherung ist mindestens für einen Zeitraum von 36 Monaten, für abrechnungsrelevante Zählerstände sowie die berechneten Wärmemengendaten mindestens 10 Jahre vorzusehen. Weiter ist die SCADA für die Kommunikation an ein übergeordnetes System verantwortlich.
Schnittstellen
Eingänge
- 64 Stück PT100-4-Leiter (Temperaturmessungen)
- 13 Stück 4…20mA (Volumenstrom)
- 3 Stück 4…20mA (Drucksensoren)
- 15 Stück potentialfrei (Störsignale)
Ausgänge
- 16 Stück 230V digital (Motorklappen)
- 2 Stück potentialfrei (Netzpumpen)
- 5 Stück 0-10V / 2- bzw. 3-Punkt (Mischer Stellung x2, Pumpen Drehzahl x2, Viessmann Vorgabe Temperatur)
Digital/logisch
- In die Regelungslogik sind drei Wärmepumpen mit jeweils zwei Steuereinheiten einzubinden. Dementsprechend werden sechs Steuerungen bidirektional (Lesen/Schreiben) mit je mindestens 20 Datenpunkten berücksichtigt – insgesamt mindestens 120 Datenpunkte.
-
20 Stück Modbus TCP Anbindung Solarthermieanlage
-
20 Stück Modbus TCP Anbindung Temperaturband Pufferspeicher
- Modbus TPC Anbindung der ca. 100 Übergabestationen mit je bis zu 15 Messwerten je Station sowie schreibender Zugriff für bis zu 5 Werte (falls die Übergabestationsfabrikate dies erlauben)
Grundsätzlich ist für alle Ein- und Ausgänge eine Reserve von 20% je Typ vorzuhalten.
Der Einsatz einer separaten SCADA-Einheit für Fernwartung, Bedien- und Benutzerebene, Historienaufzeichnung und Störmanagement ist explizit erlaubt.
Die Auswahl der Komponenten und die Erstellung eines Konzeptes obliegen dem Anbieter.