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Gewerkespezifischer Anhang
Starkstromanlagen im Bauwerk und in Außenanlagen Kostengruppe 440 und 546
Dieser Gewerkespezifische Anhang gilt für alle nach DIN 276-1:2006-11 in den Kostengruppen 440 und 546 aufgeführten elektrotechnischen Anlagen. Dabei wird gemäß der DIN 276 die Unterschei- dung zwischen den verschiedenen Anlagentypen der Kostengruppen 441 bis 446 sowie 449 und der Kostengruppen 546 getroffen.
Inhalt und Umfang der Dokumentationsunterlagen
Grundsätzlich ist bei der Erstellung der Dokumentationsunterlagen das technische Nor- menwerk der VOB/C zugrunde zu legen.
Die Verwendung des Allgemeinen Kennzeichnungssystems (AKS) für Technische Anlagen ist bei der Erstellung der nachfolgenden Unterlagen zu beachten. Die entsprechende AKS- Schlüsseltiefe gemäß Dokumentationsrichtlinie, Kapitel 1 und 2 muss (cid:1) anlagenbezogen bis zur 7. Ebene in alle nachfolgenden Dokumentationsteile gemäß AKS-Vorgabe des AG, (cid:1) datenpunktbezogen bis 11. Ebene in nachfolgende Dokumentationsteile, Ziffer 1.1 und 6
bei der Erstellung einfließen.
Die AKS- Kennzeichnung der Dokumentationsunterlagen, z.B. Ordner erfolgt gemäß Kapitel 1 der Dokumentationsrichtlinie.
1 Anlagenbeschreibung und Berechnung
1.1 Anlagenbeschreibung
Der Aufbau der Gesamtanlage sowie deren Einzelkomponenten sind mit den wesentlichen Anla- gendaten und allen Funktionen in der Anlagenbeschreibung nach geltenden Normen im Überblick darzustellen.
Dabei ist das funktionale Zusammenwirken der einzelnen Komponenten untereinander sowie das übergreifende Zusammenwirken mit den Komponenten anderer Gewerke, insbesondere mit den Technischen Anlagen/Komponente aus der KGR 480 - Gebäudeautomation, zu erläutern. Die ak- tualisierten Informationslisten (Datenpunktlisten) nach VDI 3814 Bl. 2 sind beizufügen, einschl. Kennzeichnung der Datenpunkte mit dem AKS (bis zur 11. Ebene). Leistungsabgrenzungen/ Schnittstellen zu den anderen Gewerken sind genau zu beschreiben.
1.2 Berechnung
Dem anlagentechnischen Auftragsumfang entsprechend, sind die vom AG zur Verfügung gestell- ten Planungsunterlagen und Berechnungen sowie alle erforderlichen Berechnungen des AN der Dokumentation beizufügen. Dabei ist auf Übereinstimmung mit dem aktuellen Ausführungsstand zu achten. Das sind sofern zutreffend: (cid:1) Kurzschlussberechnung (nach DIN VDE 0102 für relevante Anlagenteile), (cid:1) Berechnungen zur Auslegung der Kabel- und Leitungsnetze (Querschnitt, Spannungsfall, Absicherung, Kabeltrassen usw.), (cid:1) Berechnungen zur Auslegung der MS-/NS-Anlagen, Kompensationsanlagen, Netzersatzan- lage, Batterieanlagen und USV-Anlagen, (cid:1) Berechnungen für die Beleuchtungsanlagen mit Angabe der mittleren Beleuchtungsstärke und der Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz je Raumtyp,
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(cid:1) Berechnungen für die Sicherheitsbeleuchtung, (cid:1) Berechnungen im Rahmen des Blitzschutzes, (cid:1) Erläuterungen und Nachweise zum Brandschutz.
2 Daten der Geräte und Anlagen, Ersatzteilliste und Herstellerverzeichnis
Datenblätter, Ersatzteilliste und Herstellerverzeichnis sind je Anlage und Anlagenteil bzw. Anlagen- komponente nach Kostengruppen zu gliedern.
2.1 Daten der Geräte und Anlagen
Die Datenblätter mit der genauen Produktbezeichnung (Fabrikat/Typ) müssen allgemeine Daten, wie Installationsdaten (Abmessungen, Gewicht usw.), Betriebsdaten (Kennlinien, Verbräuche, Temperaturen usw.), elektrische Daten (Anlaufstrom, Nennstrom, Nennspannung, Leistungsauf- nahme usw.) und bauteilspezifische Daten enthalten.
2.2 Ersatzteilliste
Die Ersatzteilliste muss die notwendigen Angaben zur Bestellung von Ersatz- und Austauschteilen enthalten, die zur Instandhaltung benötigt werden.
Die Ersatzteilliste muss für jede aufgeführte Komponente folgende Angaben enthalten: (cid:1) genaue Bezeichnung mit Fabrikatsangabe und Typennummer, (cid:1) Hersteller und Lieferant mit eindeutigem Bezug zum Herstellerverzeichnis, (cid:1) mögliche alternative Bezugsquellen, (cid:1) Kennzeichnung und Stückzahl der Ersatzteile, die von den Betreibern der Technischen An- lage in die Lagerhaltung aufgenommen werden müssen (Empfehlung) und (cid:1) alle weiteren notwendigen ersatzteilspezifischen Bestell- und Kenndaten.
2.3 Herstellerverzeichnis
Im Herstellerverzeichnis müssen die Hersteller aller vorhandenen Baugruppen aufgelistet werden.
Diese Auflistung muss mindestens folgende Informationen enthalten: (cid:1) Namen bzw. Bezeichnung des Herstellers, (cid:1) Anschrift des Herstellers, des Kundendienstes und der lokalen Firmenvertretungen, ggf. An- sprechpartner, (cid:1) Telefon- und Faxnummern des Herstellers, Kundendienstes und lokaler Firmenvertretungen.
3 Bedienungs- und Betriebsanweisungen
Die Bedienungs- und Betriebsanweisungen müssen eindeutige Verfahren zum Gebrauch der Anla- gen angeben. Dabei sind bezogen auf die Anlagencharakteristik, die Betriebsdaten und -merkmale sowie die Lage, Bedeutung und Bedienreihenfolge der Bedienungsorgane zu erläutern.
Die Betriebsanweisungen müssen Hinweise zum berechtigten Bedienungspersonal enthalten. Be- sonders ist die Darstellung der Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung von personen- und be- triebsgefährdenden Zuständen zu beachten (BGV).
Kann die Arbeitsweise der Anlage/Komponenten programmiert werden (z.B. beim Installationsbus), müssen detaillierte Angaben zu den Programmiermethoden, zur erforderlichen Aufrüstung, zur Programmüberprüfung und zu notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gemacht werden.
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Kontrollfunktionen, Bedienungsreihenfolgen sowie Fehlbedienungen, sofern sie vorhersehbar sind, sind chronologisch bzw. alphabetisch sortiert in einer Checkliste aufzulisten. Zur Eingrenzung von Anlagenfehlern ist eine Fehlersuchtabelle aufzustellen.
4 Instandhaltungsanweisungen (Wartung, Inspektion und Instandsetzung)
Die Instandhaltungsanweisungen für die Technischen Anlagen/Komponenten müssen geeignete, eindeutige Verfahren zur Wartung, Inspektion und Instandsetzung enthalten. Die dazu notwendi- gen Tätigkeiten sind nach Art, Zeitfolge und Priorität zu erfassen.
Zunächst sind alle im Auftragsumfang erstellten Anlagen in einer Liste zu erfassen (Bestandsliste). Die Bestandslisten sind anlagenweise nach Baugruppen und Bauteilen zu strukturieren. Darauf aufbauend sind Wartungs- und Inspektionsanweisungen bzw. -vorgaben jeweils anlagen-, bau- gruppen-, bauteilbezogen in Leistungskatalogen zu erfassen. Struktur und Aufbau sollen den AMEV-Leistungskatalogen entsprechen.
Der Umfang der Instandhaltung umfasst die Vorgaben nach BGV, VDE, DIN, DVGW, AMEV und VDMA, außerdem herstellerspezifische Forderungen.
5 Abnahmeprotokolle/Messprotokolle/sonstige Unterlagen
Dazu gehören: (cid:1) VOB-Abnahmebescheinigungen, (cid:1) Inbetriebnahme- und Einweisungsprotokolle, (cid:1) Fachunternehmer-Bestätigung, (cid:1) Bestätigung nach § 5 Absatz 4 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A2 (VBG 4)
und sofern der anlagentechnische Auftragsumfang dies erfordert: (cid:1) alle behördlichen und sachverständigen Bescheinigungen, Messprotokolle und Auswertun- gen, (cid:1) bauaufsichtliche Zulassungen und Zulassungen im Einzelfall für brandschutztechnische und sicherheitstechnische Bauteile, (cid:1) Nachweise zum Schallschutz, (cid:1) Protokolle der Funktionsprüfung (Kontrollbuch), (cid:1) die Prüf-/Messprotokolle.
Zu dokumentieren sind die Besichtigung, die Erprobung und die Messungen gemäß DIN VDE 0100 Teil 610 (04/2004). Zur Dokumentation der Prüfungen sind Prüfprotokolle des ZVEH oder gleich- wertig zu verwenden. Die Protokolle sind bezogen auf die Unterverteilungen aufzustellen.
Für Prüfungen im TN-System sind für aller Stromkreise in den Prüfprotokollen mindestens: (cid:1) die Messwerte der Schleifenwiderstände oder der Kurzschlussströme, (cid:1) des Erdungswiderstandes, (cid:1) der Isolationen und (cid:1) der Auslöseströme der FI-Schutzeinrichtungen zu dokumentieren.
Die Durchgängigkeit des Schutzleiters ist messtechnisch nachzuweisen. Schutzleiter - Restströme im TN-S-Netz sind zu messen und ggf. zu begründen.
In den Messprotokollen der Blitzschutzanlage ist folgendes zu dokumentieren: (cid:1) Niederohmiger Durchgang aller Verbindungen und Anschlüsse von Fangeinrichtungen Ablei- tungen, Potentialausgleichsleitungen, Schirmungsmaßnahmen usw.,
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(cid:1) Nachweis, dass der Übergangswiderstand zur Erdungsanlage an allen Messstellen kleiner als der Richtwertes von 1 Ohm ist, (cid:1) Durchgang zu allen metallenen Installationen (Gas, Wasser, Heizung, Lüftung usw.), (cid:1) sowie die Messergebnisse der Erdwiderstände von Einzelerdern und Teilringerdern und des Gesamterdungswiderstandes des Blitzschutzsystems.
In Prüf-/Messprotokollen für Stromerzeugungsaggregate mit Verbrennungsmotoren folgendes: (cid:1) Einregelung der Anlagenkomponenten wie Ventile, Drosselklappen usw., (cid:1) Prüfung der Dichtigkeit (Aggregat, Abgas- und Tankanlage), (cid:1) Messung der vorgegebenen Leistungs-, Abgas- / Schallpegelwerte (Einhaltung der TA-Luft), (cid:1) Einhaltung der Messwerte gemäß der Richtlinien des EVU für den Parallelbetrieb mit dem Niederspannungsnetz.
Für die Beleuchtung sind in den Messprotokollen je Raumtyp die mittlere Beleuchtungsstärke und die Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz nachzuweisen. (cid:1) Sonstige Protokolle für den Funktions- und - soweit vereinbart – Leistungsnachweis.
6 Revisionszeichnungen/-pläne
Revisionspläne als Dokumente der Elektrotechnik nach EN 61082 auf Basis des letztgültigen reali- sierten Ausführungstandes sowie des letztgültigen Architektenplanstandes zu erstellen. Der AN hat rechtzeitig vor Beginn seiner Revisionsplanerstellung die Aktualität des Planstandes mit dem AG abzustimmen. Anlagen sind bis zur 7. Ebene, Datenpunkte bis zur 11. Ebene mit dem AKS zu kennzeichnen. Die benannten Maßstabsangaben stellen den jeweils zugelassen Maßstab dar. Ab- weichungen vom Maßstab sind mit dem AG abzustimmen.
Im Einzelnen sind folgende Revisionszeichnungen zu liefern: Maßstab
Installationsschaltpläne M 1:50
Installationsplan (Anordnungspläne) M 1:20
Detailpläne als Standarddetails der Installationen M 1:20
Anordnungspläne der Schaltanlagen und Verteiler M 1:10
Frontansichten M 1:10
Geräteaufbaupläne M 1:10
Schnitte M 1:20
Werkstattzeichnungen für Konstruktionen M 1:20
Übersichtsschaltpläne
Stromlaufpläne
Kabel- und Verdrahtungspläne
Funktionsschaltpläne der elektr. Komponenten
Blockschaltplan
Belegungspläne einschließlich Adressierung (Klemmleistenpläne)
Anschlusspläne
Busschemata/Übersichtsschaltplan mit Adressen und allen Busteilnehmern
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