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Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Klimaschutzbeauftragte
Leistungsbeschreibung
Klimaangepasste Quartiersentwicklung
Zehlendorf-Mitte
Entwicklung eines umsetzungsorientierten räumlichen Konzepts zur klimaangepassten Weiterentwicklung
im Rahmen des Städtebauförderprogramms Lebendige Zentren für das Fördergebiet Zehlendorf Mitte; 2026 / 2027
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Inhalt
Anlass ...................................................................................................................................... 3
Untersuchungsgebiet und Ausgangssituation ....................................................................... 4
Ziele ......................................................................................................................................... 5
Leistungsbereiche (LB) ........................................................................................................... 8
Leistungsbereich 1: Sichtung, Analyse und Zusammenfassung vorliegender Untersuchungen, Informationen und Unterlagen .............................................................. 8
Leistungsbereich 2: Lokale Klimaanalyse (Ist-Zustand und Prognose der Entwicklung ohne Anpassungsmaßnahmen) ......................................................................................... 8
Leistungsbereich 3: Akteursanalyse und Durchführung von Beteiligungsprozessen ...... 9
Leistungsbereich 4: Durchführung einer Defizit- und Potenzialbewertung, Entwicklung von Szenarien ................................................................................................................... 10
Leistungsbereich 5: Entwicklung eines Konzeptes für den gesamten Untersuchungsraum, Identifikation von Schwerpunktbereichen und Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen ................................................................................ 10
Leistungsbereich 6: Abstimmungsgespräche, Präsentation der Zwischen- und Endergebnisse .................................................................................................................. 12
Leistungsbereich 7: Dokumentation ................................................................................ 12
Bestandteile des Angebotes ................................................................................................ 13
Vergütung .............................................................................................................................. 13
Ausführungszeit ..................................................................................................................... 13
Zuschlagskriterien ................................................................................................................. 14
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Anlass
Im Jahr 2025 wurde das Gebiet Zehlendorf-Mitte auf Grundlage des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) als Fördergebiet in das in das Städte- bauförderprogramm „Lebendige Zentren“ aufgenommen. Für eine abgegrenzte Förder- kulisse (siehe Abb. 1) sind eine Reihe von Maßnahmen zusammengetragen worden, die großenteils durch die Bereitstellung von Städtebaufördermitteln in Höhe von rund 25 Millionen Euro in den nächsten 10 bis 15 Jahren umgesetzt werden sollen. Mit der Umsetzung erster Maßnahmen wurde 2026 begonnen. Mit Hilfe dieser Förderung soll das Gebiet zu einem lebendigen und zukunftsorientierten Stadtteilzentrum mit ansprechenden Grün- und Stadträumen entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die klimafreundliche und nachhaltige Gestaltung des öffentlichen Raums sowie die Stärkung der Zentrumsfunktion. Es wird besonderer Wert auf Barrierefreiheit und moderne Mobilitätslösungen gelegt, um das Zentrum verkehrs- sicherer und optimaler für den Fuß- und Radverkehr zu gestalten. Gleichzeitig sollen die soziale und kulturelle Infrastruktur gestärkt sowie die Identität und das Miteinander in Zehlendorf-Mitte gefördert werden. Dazu gehört auch die Fördermaßnahme „E.1 Erstellung eines lokalen Klimaanpassungskonzeptes“. Auf dieser Grundlage sollen durch umfassende Maßnahmen zur Klimaanpassung die klimatische Resilienz und die Lebens- qualität des Gebiets erhöht werden.
Die Zahl der wärmebelasteten Tage und Nächte wird sich voraussichtlich in Berlin erheblich erhöhen. Diese Zunahme an bioklimatischen Risiken ist besorgniserregend, weil sie in direktem Zusammenhang mit gesundheitlichen Gefahren stehen wie Herz- und Kreislaufbelastungen oder Dehydrierung. Durch den prognostizierten Klimawandel und die damit sehr wahrscheinlich einhergehende Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Starkniederschlägen wird sich die Überflutungsgefahr in Zukunft spürbar erhöhen. Bei außergewöhnlichem Regen übersteigen die abfließenden Wassermengen die Leistungs- fähigkeit von Kanälen, Leitungen und Gewässern oft deutlich. Bei Starkregen kommt es zu Überlastungen der Kanalisation, was in der Folge zur Einleitung von ungeklärtem Mischwasser in die Gewässer führt. Vielfach kann das Wasser nur oberirdisch abfließen. Die daraus resultierenden Überflutungen können zu erheblichen Schäden an Gebäuden, der Umwelt und schlimmstenfalls auch zu Personenschäden führen. Kühlungseffekte durch die Vegetation sind wiederum von ausreichender Wasserversorgung der Pflanzen abhängig. Daher besteht eine große Herausforderung darin, durch Bewässerungs- konzepte die Klimafunktionen der vorhandenen Vegetation zu erhalten und durch eine Ergänzung durch klimaresiliente Vegetation für zusätzliche Kühlung und Beschattung zu sorgen.
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Untersuchungsgebiet und Ausgangssituation
Abb. 1: Zehlendorf-Mitte als Untersuchungsraum für das Konzept
Das Untersuchungsgebiet umfasst das im ISEK Zehlendorf-Mitte definierte Fördergebiet. Angrenzende Flächen sind dort einzubeziehen, wo dies für eine ganzheitliche Betrachtung sinnvoll und fachlich erforderlich ist (z.B. Gemeindewäldchen Zehlendorf).
Die thermische Situation im Fördergebiet Zehlendorf-Mitte wird gemäß dem „Klimamodell Berlin: Planungshinweise Stadtklima 2015“ größtenteils als weniger günstig bewertet. In den Blöcken zwischen Berliner Straße und Zehlendorfer Welle, rund um den S-Bahnhof Zehlendorf sowie insbesondere entlang der Potsdamer Straße, der Clayallee und dem Teltower Damm ist die thermische Situation als ungünstig benannt. Auf Blockebene sind insbesondere die Blöcke entlang der Clayallee und der Berliner Straße von einer hohen thermischen Belastung betroffen. Es werden verschiedene Maßnahmen für eine Verbesserung des Stadtklimas im Untersuchungsgebiet benannt, so u.a. Entsiegelung, energetische Gebäudesanierung, Anlagen von offenen Wasserflächen im öffentlichen Raum oder Erhöhung der mikroklimatischen Vielfalt in öffentlichen Grünflächen.
Im Programmplan Naturhaushalt und Umweltschutz des Landschaftsprogramms ist das Gebiet Zehlendorf-Mitte größtenteils als Siedlungsgebiet definiert. Die Bereiche zwischen Martin-Buber-Straße, Teltower Damm und Potsdamer Straße sowie zwischen Clayallee, Berliner Straße, Charlottenburger Straße und Winfriedstraße sind zudem als Siedlungsgebiete mit Schwerpunkt Anpassung an den Klimawandel ausgewiesen.
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Das Gebiet ist aufgrund der vorhandenen Siedlungsstrukturen stark versiegelt. Der durchschnittliche Versiegelungsgrad liegt in den meisten Bereichen bei 40 bis 60 Prozent. Besonders hohe Werte befinden sich in den Bereichen östlich der Clayallee sowie entlang des Teltower Damms und der S-Bahn-Trasse. Im nördlichen Bereich des S-Bahnhofs Zehlendorf zwischen Teltower Damm und Gartenstraße erreicht die Versiegelung sogar bis zu 100 Prozent. Diese starke Versiegelung wirkt sich negativ auf das Mikroklima des Gebiets aus, da versiegelte Flächen Wasser nicht speichern können und die Gefahr einer Überlastung der Kanalisation bei Starkregenereignissen steigt.
Das Integrierte Klimaschutzkonzept des Bezirks Steglitz-Zehlendorf aus dem Jahr 2011 zielt im Wesentlichen darauf ab, die CO -Emissionen durch Maßnahmen zum Ausbau 2 erneuerbarer Energien, zur Energieeinsparung und zur Effizienzsteigerung zu reduzieren. Neben den klassischen Energiethemen werden dabei auch Aspekte einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf eine nachhaltige Stadt- planung und die Entwicklung eines grünen und klimaangepassten Bezirks (vgl. Handlungsfeld Nachhaltige Stadtentwicklung).
Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat 2026 die überarbeitete Neuauflage des Hitze- aktionsplans beschlossen. Das langfristige Ziel des Plans ist es, die Gesamtbevölkerung des Bezirks sowie v.a. die vulnerablen Gruppen vor den negativen Auswirkungen von Hitze zu schützen. Gebündelt werden 21 Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen, um sowohl kurzfristig auf Hitzewellen zu reagieren, als auch den Bezirk nachhaltig auf die Folgen von extremer Hitze vorzubereiten. Die konkrete Ausgestaltung und operative Umsetzung der Maßnahmen obliegen den verantwortlichen Stellen. Der interaktiven Hitzekarte Steglitz-Zehlendorf können die Hitzebelastung im Wohnblock sowie Standorte von Trinkbrunnen und Abgabeorte von kostenlosem Trinkwasser entnommen werden.
Das ISEK Zehlendorf-Mitte wird unter Federführung des Stadtentwicklungsamtes des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf umgesetzt und erfolgt im Rahmen des Städtebau- förderprogramms „Lebendige Zentren“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Umsetzung der Fördermaßnahme E.1 „Erstellung eines lokalen Klimaanpassungskonzeptes“ des ISEK Zehlendorf-Mitte wird fachlich durch die bezirkliche Klimaschutzbeauftragte unterstützt und begleitet. Die sich daraus ergebenden konkreten Maßnahmen und weiteren Umsetzungsschritte liegen anschließend voraussichtlich in der Zuständigkeit der jeweils fachlich verantwortlichen Ämter.
Ziele
Für die Gebietskulisse des ISEK Zehlendorf-Mitte soll ein kleinräumiges und stark umsetzungsorientiertes Konzept erarbeitet werden. Die im ISEK verwendete Bezeichnung „Klimaanpassungskonzept“ ist dabei nicht im Sinne eines allgemein gehaltenen, überwiegend strategischen oder theoretischen Fachkonzepts zu verstehen. Aufgrund der
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klar abgegrenzten Gebietskulisse soll vielmehr eine hohe räumliche und inhaltliche Konkretisierung der Ergebnisse erreicht werden. Das Konzept soll sich daher deutlich von klassischen kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten unterscheiden, in denen häufig allgemeine Maßnahmen- empfehlungen oder übertragbare Maßnahmensteckbriefe entwickelt werden. Solche allgemeingültigen Maßnahmenvorschläge sollen nicht erneut erarbeitet werden. Vielmehr sollen für die Gebietskulisse Zehlendorf-Mitte detailgenaue und exakt verortete Maßnahmenvorschläge entwickelt werden, die über die reine Benennung geeigneter Maßnahmen hinausgehen und eine belastbare Grundlage für deren weitere Planung und Umsetzung schaffen.
Ansätze zur Klimaanpassung sollen für das Gebiet, ausgewählte Flächen und ggf. Gebäude räumlich und sachlich konkretisiert werden. Gleichzeitig zielt das Projekt auf die Schaffung der Voraussetzungen für weitergehende Maßnahmen ab, die einer längerfristigen Vorbereitung bedürfen. Maßnahmen der Klimaanpassung finden im öffentlichen wie im privaten Raum statt. Hierbei handelt es sich nicht nur um Flächen für die verkehrliche oder grüne Infrastruktur, sondern auch um Sozialräume. Bei der Gestaltung dieser Räume spielen die Interessen zahlreicher sozialer Gruppen eine Rolle. Darüber hinaus lassen sich solche Räume nur erhalten und entwickeln, wenn die Nutzerinnen dauerhaft eingebunden werden. Aus diesen Gründen ist die Partizipation von Bürgerinnen von hoher Bedeutung. Gemeinsam mit Akteur*innen der Verwaltung und der Zivilgesellschaft sollen im Gebiet Klimaanpassungsmaßnahmen entwickelt, diskutiert und geplant werden. Öffentliche und private Flächen- und Gebäude- eigentümer werden hinsichtlich der Planungsprozesse und Steuerungsmöglichkeiten differenziert betrachtet, um hier eine zielgruppengerechte Ansprache zu ermöglichen.
Maßnahmen sollen vorzugsweise aus folgenden Quellen entnommen werden: Konzept für die südliche Mierendorffinsel, Konzept „Projekt - Klimaangepasste Umgestaltung des Straßenraumes“ oder dem Konzept „Klimaangepasste Bellermannstraße“ (vgl. LB 5). Erwartet werden konkrete Aussagen dazu, was an welchem Ort umgesetzt werden kann, wie die Maßnahme grundsätzlich ausgestaltet werden könnte und welche örtlichen Rahmenbedingungen und weiteren Schritte für ihre Realisierung zu berücksichtigen sind. Ausgangspunkt ist eine detaillierte Untersuchung der klimatischen Belastungen und Anpassungspotenziale innerhalb der Gebietskulisse. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Ermittlung von Abkopplungs- und Versickerungspotenzialen sowie auf der Identifizierung konkreter Flächen und Standorte für Entsiegelung, Begrünung, Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie eine klimaangepasste Regen- wasserbewirtschaftung. Auch die Möglichkeit, Niederschlagswasser von privaten Grundstücken zur Bewässerung benachbarter Grünflächen zu nutzen, ist zu untersuchen. Darüber hinaus sind der heterogene energetische Zustand der Bestandsgebäude sowie vorhandene Potenziale für Photovoltaik auf Dächern zu berücksichtigen. Der hohe Versiegelungsgrad des Gebiets ist sowohl im Hinblick auf die Hitzebelastung als auch
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auf die Biodiversität zu betrachten. Daher sollen auch Möglichkeiten zur ökologischen Aufwertung und klimaangepassten Qualifizierung öffentlicher und privater Grünflächen aufgezeigt werden. Besonders zu berücksichtigen sind die in der Abkopplungspotenzialstudie der Berliner Regenwasseragentur identifizierten Bereiche mit erhöhtem Handlungsbedarf hinsichtlich Hitze, thermischer Belastung und Starkregen, insbesondere die Machnower Straße, der Teltower Damm zwischen Kirchstraße und S-Bahnhof Zehlendorf, die Zehlendorfer Welle und der südliche Bahnhofsplatz. Ebenso sind Flächen mit Potenzial für eine vollständige Abkopplung, unter anderem die Außenflächen der Musikschule, des Finanzamts, des Standesamts, des Gemeindehauses sowie der Parkplatz Martin-Buber-Straße 10, einzubeziehen. Ziel ist somit keine Sammlung allgemeiner Klimaanpassungsmaßnahmen, sondern eine konkrete räumliche Maßnahmen- und Umsetzungsgrundlage für das Bezirksamt Steglitz- Zehlendorf, aus der sich für einzelne Standorte im Fördergebiet unmittelbar weitere Planungs- und Umsetzungsschritte ableiten lassen.
Zusammenfassend sollen folgende Ziele berücksichtigt werden:
• Identifikation von Orten im Gebiet mit starker klimatischer Belastung sowie hohem und mittleren Bedarf an Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen • Identifikation von Bereichen mit relevantem Potenzial zur Umsetzung von klima- bezogenen Maßnahmen, auch aus Sicht der zu beteiligende Öffentlichkeit • Prüfung der Anwendbarkeit allgemeingültiger Maßnahmenvorschläge aus vorhandenen Quellen auf das vorliegende Quartier (vgl. LB5) • Erarbeitung von detailgenauen und exakt verorteten Maßnahmenvorschlägen für ausgewählte Teilflächen innerhalb des Untersuchungsgebiets sowie, sofern fachlich sinnvoll und erforderlich, angrenzende Flächen. Die Vorschläge sollen über die reine Benennung geeigneter Maßnahmen hinausgehen und eine belastbare Grundlage für deren weitere Planung und Umsetzung schaffen. Dabei ist darzustellen, was an welchem Ort umgesetzt werden kann, wie die Maßnahmen ausgestaltet werden könnten und welche örtlichen Rahmen- bedingungen sowie weiteren Schritte für ihre Realisierung zu berücksichtigen sind. • Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen für geplante und in Umsetzung befindliche Maßnahmen des Lebendigen Zentrums (u.a. Verkehrs- konzept, Startermaßnahmen) und deren Abstimmung mit Fachämtern und anderen Akteuren • Information und Beteiligung der Öffentlichkeit und verschiedener Akteure an der Erarbeitung des Konzepts
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Leistungsbereiche (LB)
Die Bearbeitung und Erstellung des Konzeptes soll im Rahmen der folgenden Leistungs- bereiche erfolgen.
Leistungsbereich 1: Sichtung, Analyse und Zusammenfassung vorliegender Untersuchungen, Informationen und Unterlagen
Ziel dieses Arbeitspaketes ist die Auswertung bestehender Daten, die im Hinblick auf die Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen relevant sind. Darüber hinaus werden hier auch Informationslücken identifiziert, die im Laufe der Konzepterarbeitung behoben werden müssen. In diesem LB erfolgt eine Durchsicht und Evaluierung der vorhandenen Planungen, Dokumente und Daten. Erforderliche Datenquellen sind von den Bieter:innen zu ergänzen. Neben „objektiven“ Klimadaten als Faktoren der Einwirkung sollen auch Daten erfasst werden, die Aussagen über Betroffenheiten zulassen (z. B. Orte für Ruhe, Erholung oder Spiel). Darüber hinaus sollen Besitzverhältnisse (öffentlich/ privat) als Grundlage für planerische Entscheidungen dokumentiert werden. Und zuletzt soll anhand von bestehenden Daten und Projekten ein Bild der Akteursstruktur vor Ort abgegeben werden.
Im Einzelnen ist die Beschaffung von Grundlagen zu folgenden Themen erwünscht: • Im Hinblick auf Hitzebelastung relevante Daten (thermische Situation, Versiegelung, Topographie etc.) • Im Hinblick auf Regenwasser relevante Daten (Altlasten, Bodenbeschaffenheit, Grundwasserflurabstand, Oberflächenabfluss, Kanalnetz) • Planungsgrundlagen im Hinblick auf Klimaanpassung (z. B. Bebauungspläne, Denkmalschutz) • Freiflächenstruktur, auch im Hinblick auf (halb-)öffentliche Nutzbarkeit • klimarelevante Grünstruktur (Bäume, Grünflächen und Parks, Dachbegrünung), Biotopkartierung
Leistungsbereich 2: Lokale Klimaanalyse (Ist-Zustand und Prognose der Entwicklung ohne Anpassungsmaßnahmen)
In diesem LB soll durch eigene Untersuchungen und der Einbeziehung zukünftiger klima- tischer Verhältnisse die lokalen Auswirkungen auf die Bevölkerung untersucht werden, v. a. in Bezug auf die Klimafolgen Hitze und Starkregen. Die Kernbestandteile der lokalen Klimaanalyse sind: • Untersuchung klimatischer Parameter • Ermittlung relevanter Freiraumstrukturen zur Ermittlung der Empfindlichkeit gegenüber klimatischen Belastungen • Erfassung subjektiv wahrgenommener klimatischer Belastung (schwerpunktmäßig in LB 3 verortet)
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Ziel dieses Arbeitspaketes ist die Auswertung notwendiger Grundlagen für die Bewertung klimatischer Belastungen (LB 4), um hieraus Planungen zur Klimaanpassung in LB 5 abzuleiten. Die Auswertung klimatischer Parameter erlaubt die Identifikation mikroklimatischer Hotspots im Gebiet. Neben der Darstellung und Bewertung von klimatischen Zusammenhängen anhand von Karten (z. B. durch Simulation) wird auch die Berücksichtigung von wissenschaftlich fundierten Klimaszenarien und entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten der Klimafolgen erwartet. Die Betroffenheit ist nach Klimafolgen (Starkregen, Hitze, Windlast etc.) zu differenzieren und Wechsel- wirkungen zwischen diesen Klimafolgen sind zu kennzeichnen.
Für die Analyse ist ein Satz von Indikatoren zu verwenden, die wesentliche klima- relevante Parameter in verständlicher Weise abbilden. Hierbei kann auf etablierte Indikatoren zurückgegriffen werden oder eine Weiterentwicklung dieser Indikatoren im Hinblick auf die Planungsaufgabe erfolgen. Die Indikatoren sollten im Wesentlichen die Themen Wasser, Hitze und Wind abbilden. Da Klimaanpassung aber nicht unabhängig von freiraumplanerischen Maßnahmen zu lösen ist, sollten auch solche Indikatoren einbezogen werden, die sich auf Grün- und Freiraumstrukturen beziehen (z. B. Grün- und Freiraumversorgung), insbesondere, wenn diese klimatisch wirksam sind. Ein besonderer Schwerpunkt wird hier auf Ökosystemleistungen von Bäumen gelegt. Für die Bäume im Untersuchungsgebiet sollen Ökosystemleistungen auch über Klimafunktionen hinaus quantifiziert werden.
Neben der Erhebung von klimarelevanten Parametern sollen auch Merkmale der Nutzung und Aufenthaltsqualität von Freiräumen erhoben werden. Dies Merkmale können sich auf die Ausstattung, Gestaltung und Erlebbarkeit von Freiräumen beziehen. Zum anderen soll auch das Nutzungsverhalten in Freiräumen punktuell erfasst werden.
Darüber hinaus basiert die lokale Klimaanalyse auch auf einer Erfassung der subjektiv wahrgenommenen Belastungen von Klimafolgen (z. B. empirisch ermitteltes Hitze- empfinden, Orte, die Menschen als besonders schutzbedürftig gegenüber klimatischen Belastungen einstufen etc.). Diese Feststellung der subjektiv wahrgenommenen Belastungen sowie der Erörterung von Handlungsmöglichkeiten sind schwerpunkmäßig in Leistungsbereich 3 verortet.
Leistungsbereich 3: Akteursanalyse und Durchführung von Beteiligungsprozessen
Ein wichtiger Bestandteil in der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen ist die Beteiligung relevanter Akteure. Im Wesentlichen soll die Beteiligung dazu dienen, subjektive Klimabelastungen zu identifizieren, prioritäre vs. Defiziträume heraus- zuarbeiten sowie Ziele und Maßnahmenvorschläge zu formulieren. Auch Bewertungs- methoden und Indikatorenentwicklung sollen bei den Akteuren zur Diskussion gestellt werden. Es ist daher erforderlich, relevante Akteure zu identifizieren und diese in ein Beteiligungsverfahren einzubinden. Der Klimabeirat Steglitz-Zehlendorf ist in geeigneter 9
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Weise in den Prozess einzubeziehen. Das Angebot sollte mind. eine interaktive Informationsveranstaltung mit geeigneten Elementen der Bürgerbeteiligung umfassen, in deren Rahmen die Akteure informiert werden und ihre Anregungen, Hinweise und Interessen angemessen einbringen können. Das konkrete Beteiligungs- und Einbindungs- format ist in Abstimmung mit dem AG zu entwickeln.
Leistungsbereich 4: Durchführung einer Defizit- und Potenzialbewertung, Entwicklung von Szenarien
Auf Grundlage der Ergebnisse aus LB 1–3 sind die für die Klimaanpassung relevanten Defizite und Potenziale im Fördergebiet herauszuarbeiten und zu bewerten. Dabei sind insbesondere Bereiche und Flächen zu benennen, bei denen ein besonderer Handlungs- bedarf besteht oder sich gute Möglichkeiten für Klimaanpassungsmaßnahmen bieten. Hieraus sind für ausgewählte Teilräume konkrete und möglichst räumlich zuordenbare Maßnahmenvorschläge abzuleiten. Die Kriterien für die Bewertung und Auswahl sind nachvollziehbar darzustellen.
Für die Maßnahmen ist zu prüfen, wie sie sich auf die Klimaanpassung des Gebiets auswirken und unter welchen Voraussetzungen sie umgesetzt werden können. Dabei sind bestehende und geplante Nutzungen sowie absehbare Entwicklungen im Gebiet zu berücksichtigen. Auch das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen ist zu betrachten.
Auf dieser Grundlage sind unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet/ Bereiche/ Flächen aufzuzeigen. Die Szenarien sollen sich hinsichtlich Art und Umfang der vorgesehenen Klimaanpassungsmaßnahmen unterscheiden und deren jeweilige Auswirkungen darstellen. Veränderungen der Mobilität und daraus entstehende Möglichkeiten zur Umgestaltung und Entsiegelung von Flächen sind einzubeziehen (vgl. LB 5, Verkehrskonzept).
Für die einzelnen Szenarien ist eine Einschätzung der Machbarkeit vorzunehmen. Dabei sind insbesondere Flächenverfügbarkeit, Nutzungskonflikte, Kosten, technische und planerische Rahmenbedingungen sowie weitere wesentliche Umsetzungs- voraussetzungen zu berücksichtigen.
Leistungsbereich 5: Entwicklung eines Konzeptes für den gesamten Untersuchungsraum, Identifikation von Schwerpunktbereichen und Erarbeitung konkreter Handlungs- empfehlungen
Dieses Arbeitspaket ist der zentrale Bestandteil des Vorhabens und soll der Identifikation und Vorbereitung konkreter Projekte dienen. Folgende Themenbereiche sind zu berücksichtigen:
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• Wasser: Wasserver- und -entsorgung, Schwammstadt, Regenwassermanagement und -nutzung, grundstücksübergreifende Konzepte, Schutz vor Überflutung, Entsiegelung, mehr Versickerungsmöglichkeiten, Abkopplung von der Kanalisation • Hitzeschutz und -vorsorge, Verschattungsmaßnahmen im öffentlichen Raum und Wärmeschutz an Gebäuden, Kühlung durch Wasser (z.B. durch Wasserspiele, Nebeldüsen, etc.), Trinkwasserangebote, Identifizierung und Schaffung kühler Orte, Klimaresilienz/ „Klimaoasen“ • Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen für öffentliche und private Gebäude • Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch Stürme bei öffentlicher Infrastruktur, öffentlichen und privaten Gebäuden. • Verkehr (in enger Abstimmung mit dem in Bearbeitung befindlichen Verkehrs- konzept): Optimierung der Verkehrsflächen für alle Verkehrsarten, Förderung klimafreundlicher Verkehrsarten, erforderliche Maßnahmen für Klimaanpassung, z.B. Materialauswahl, verschattete Haltestellen und Stellplätze • Freiflächen: klimaangepasste Gestaltung und Bepflanzung, Baum- nachpflanzungen für mehr Verschattung und Kühlung, Umgang mit Wasser, Biotopvernetzung, Biodiversität; Anforderung an Pflege, Bewässerung und Unterhaltung
Maßnahmenpakete sollen hierbei räumlich verortet werden. Für ausgewählte Teilräume sind detailgenauere und exakt verortete Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten. Soweit Maßnahmen flächendeckend empfohlen werden, sind sie auf bestimmte Flächentypen (z. B. Straßenzüge, Plätze, Straßen, Grünanlagen, bebaute Flächen etc.) zu beziehen. Darüber hinaus sollen Strategien und Instrumente empfohlen werden, die im Hinblick auf eine Klimaanpassung anwendbar sind. Die Maßnahmen sollen auch hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und dem möglichen Zeithorizont für eine Umsetzung bewertet werden. Zudem soll eine Priorisierung im Hinblick auf die Durchführung von Maßnahmen durch die Festlegung von räumlichen und fachlichen Handlungsschwerpunkten erfolgen. Hierfür ist ein nachvollziehbares Kriterienschema anzuwenden, dass die Auswahl von Schwerpunktgebieten ermöglicht (z. B. Kosten, Verfügbarkeit von Umsetzungs- instrumenten, Maßnahmeneffekt etc.).
Für die Priorisierung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sind zudem drei Aspekte ausführlich zu betrachten:
• Kosten einzelner Maßnahmen und deren Finanzierung. Hierzu zählen Herstellungskosten und Kosten für den laufenden Betrieb (Pflege, Unterhalt, Monitoring). Finanzierungsmöglichkeiten über Förderprogramme u.a. das Lebendige Zentrum, aber auch klimaspezifische Programme sind zu eruieren.
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• Technische, organisatorische, rechtliche u.a. Hindernisse, die die erfolgreiche Umsetzung von empfohlenen Maßnahmen verzögern und verhindern können sowie Strategien und Empfehlungen für deren Überwindung. • Welche nächsten Schritte sind erforderlich, um Maßnahmen mit hoher und mittlerer Priorität umsetzen zu können?
Im Rahmen das LB5 soll auf bereits vorhandene, allgemeingültige Maßnahmen- vorschläge zu Übernahme bzw. Anwendung z.B. aus anderen Berliner Quartieren zurückgegriffen werden. Entsprechende Maßnahmenvorschläge können aus dem vorliegenden Konzept für die südliche Mierendorffinsel im Bezirk Charlottenburg- Wilmersdorf, dem detaillierten Konzept „Projekt - Klimaangepasste Umgestaltung des Straßenraumes“ oder dem Konzept „Klimaangepasste Bellermannstraße“ im Bezirk Mitte entnommen werden. Gleichzeitig sollen Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz aus dem Verkehrskonzept zum ISEK Zehlendorf und dem Landschafts- planerisches Konzept Steglitz-Zehlendorf berücksichtigt werden, die zeitgleich konzipiert werden.
Leistungsbereich 6: Abstimmungsgespräche, Präsentation der Zwischen- und Endergebnisse
Im Rahmen der Bearbeitung sind ausreichend Termine für Arbeitstreffen, Abstimmungs- termine mit dem AG und relevanten Ämtern und Stellen, Präsentationstermine in politischen Gremien und Veranstaltungen zu Bürgerinformationen und -beteiligung vorzusehen. Diese sind durch den AN vorzuzubereiten, durchzuführen sowie zu dokumentieren und moderieren. Begleitet wird das Projekt durch die Gebiets- beauftragte S.T.E.R.N. GmbH sowie punktuell durch das eingesetzte Geschäfts- straßenmanagement der Wunderlich Stadtentwicklung Berlin GmbH.
Leistungsbereich 7: Dokumentation
Alle Zwischenergebnisse sollen grafisch und textlich so aufbereitet werden, dass die einzelnen Arbeits- und Entscheidungsschritte auch für Außenstehende nachvollziehbar sind. Mit Abschluss der Untersuchung ist ein Endbericht über das Konzept (in digitaler Form als Word-Dokument (.docx) und barrierefreies PDF-Dokument mit verlinktem Inhaltsverzeichnis und Querverweisen sowie als Papierversion in dreifacher Ausfertigung) zu erstellen. Die Übergabe der (Zwischen-)Ergebnisse und sonstigen Erzeugnisse soll in bearbeitbarer Form (Texte als DOCX-Dateien, Tabellen als XLSX- Dateien, Karten/Pläne als SHP- sowie DXF- und DWG-Dateien) erfolgen. Die im Laufe der Bearbeitung erstellten Pläne und Karten sollen der AG zudem als Bild- (JPG, GIF, TIF) und PDF-Dateien übergeben werden. Der Abschlussbericht sollte bis Oktober 2028 vorliegen.
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Bestandteile des Angebotes
Folgende Nachweise und Angaben sind mit dem Angebot vorzulegen:
• Konkretisierung des Aufgabenverständnisses und Beschreibung der methodischen und fachlichen Herangehensweise, inkl. der zeitlichen und inhaltlichen Projektablaufplanung sowie Vorschläge für den Abstimmungsprozess mit dem Auftraggeber und anderen Akteuren (max. 3 Seiten). • Kostenkalkulation für die einzelnen Leistungsbausteine/Arbeitspakete mit Stundensätzen für Projektleitung, fachlich-qualifizierte Mitarbeitende und sonstige Mitarbeitende (max. 1 Seite). • Nennung der für die Bearbeitung vorgesehenen Personen mit Qualifikations- nachweis, Befähigung (max. 2 Seiten). • Nennung der zuständigen Projektleitung sowie der Stellvertretung. • Referenzen sowie fachliche Eignung entsprechend der Aufgabenstellung des Bieterbüros und der gegebenenfalls einbezogenen Partner (max. 3 Referenzen innerhalb der letzten 5 Jahre, je 1 Seite).
Vergütung
Es stehen insgesamt Mittel in Höhe von bis zu 100.000 Euro brutto zur Verfügung, davon 50.000 Euro für das Jahr 2027 und 50.000 Euro für das Jahr 2028. Diese Aufteilung muss im Erarbeitungsprozess berücksichtigt werden.
Ausführungszeit
Der vorgesehene Untersuchungs- und Bearbeitungszeitraum erstreckt sich voraussichtlich von Januar 2027 bis maximal Oktober 2028. Mit der Leistungs- erbringung ist unmittelbar nach der Auftragserteilung zu beginnen.
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Zuschlagskriterien
Den Zuschlag erhält das Angebot mit der besten Wertung entsprechend der nachstehenden Kriterien und deren Wertung:
| Lfd. Nr. | Anforderungen / Kriterien | Gewichtung in % | Punkte | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Fachliche Qualifikation und Erfahrungen mit vergleichbaren Aufgaben 1. ausgeführte und vergleichbare Leistungen in Bezug auf die zu vergebende Leistung 2. Fachkunde der ProjektbearbeiterInnen (Fortbildung/ Spezialisierung/ besondere Fachkenntnisse, Berufserfahrung über 5 Jahre für vergleichbare Leistungen) 3. Erfahrungen mit öffentlichen Auftraggebern | 30 | 150 | |||
| Qualität der angebotenen Leistung (wie Vorgehensweise, Konzeptqualität, Ansatz des Vorgehens) | 40 | 200 | |||
| Qualität des Angebotspreises | 30 | 150 | |||
| (wie Angebotspreis, Auskömmlichkeit der Stunden, | |||||
| Stundenverteilung, Personaleinsatz, Stundensatz) | |||||
| Je Kriterium können 0 bis 5 Punkte vergeben werden. Dabei entsprechen 1 Punkt einer | |||||
| sehr schlechten und 5 Punkte einer sehr guten Erfüllung des jeweiligen Kriteriums. 0 Punkte | |||||
| werden vergeben, wenn die Anforderungen des jeweiligen Kriteriums nicht erfüllt werden | |||||
| bzw. keine ausreichenden, nachvollziehbaren oder verwertbaren Angaben vorliegen. |
Erreichen zwei Bieter nach Abschluss der Bewertung anhand der Bewertungsmatrix die gleiche höchste Gesamtpunktzahl, behält sich der Auftraggeber vor, mit diesen jeweils ein Bietergespräch zu führen. Ein Anspruch auf ein Verhandlungsgespräch besteht nicht.
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