2026_10094_Leistungsbeschreibung Belastungsmonitoring.pdf

Kalibrierung eines Brücken-Belastungsmonitorings mit Toll-Collect-Daten

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 01.10.2026, 14:49 (Europe/Berlin)

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DIE AUTOBAHN GMBH DES BUNDES AZ VERGABE: 2026-10094 STAND: 16.07.2026

LEISTUNGSBESCHREIBUNG

für das Vergabeverfahren

Belastungsmonitoring BWIM (Bridge Weigh-In-Motion) – Kalibrierung durch

Toll Collect Daten

Vergabe Nr.: 2026-10094

Inhaltsverzeichnis

1 Ausgangslage/Hintergrundinformationen ............................................................................. 2

1.1 Unternehmensorganisation ................................................................................................................ 2

1.2 Ausgangslage ....................................................................................................................................... 4

2 Kurzbeschreibung der Leistung ............................................................................................. 5

2.1 Projektkonstrukt & - ziel ..................................................................................................................... 5

2.2 Projektvorgehen & -ergebnisse .......................................................................................................... 8

3 Leistungsinhalt/-umfang ...................................................................................................... 10

3.1 Arbeitspakete - chronologisch .......................................................................................................... 10

3.2 Arbeitspakete nach Zuständigkeiten ................................................................................................ 16

4 Allgemeine Leistungsanforderungen ................................................................................... 17

4.1 Anforderungen an den Leistungserbringer ....................................................................................... 17

4.2 Leistungskonzept .............................................................................................................................. 17

4.3 Sonstige Bedingungen ....................................................................................................................... 17

5 Datenschutz ......................................................................................................................... 17

5.1 5.1 Datenschutz im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens ........................................................... 18

5.2 5.2 Datenschutz im Rahmen der Leistungserbringung ..................................................................... 18

5.3 5.3 Schutz von Privatgeheimnissen ................................................................................................... 18

6 Informationssicherheitsanforderungen .............................................................................. 18

7 Termine / Leistungszeitraum ............................................................................................... 19

8 Nutzungs- und Verwertungsrechte ..................................................................................... 19

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1 Ausgangslage/Hintergrundinformationen

Im Zuge der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen einigten sich die Länder und der Bund 2017 unter anderem auf die Reform der Bundesfernstraßenverwaltung. Die Bundesautobahnen werden seit dem 01.01.2021 nicht mehr in Auftragsverwaltung durch die Länder, sondern in Bundesverwaltung geführt. Der Bund hat die alleinige Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, vermögensmäßige Verwaltung und Finanzierung der Bundesautobahnen übernommen. Diese Reform umfasst nahezu 13.000 Kilometer Au- tobahn in Deutschland bei einem aktuellen Investitionsvolumen von ca. 4 Milliarden Euro pro Jahr in Bau und Erhaltung. Zur Erledigung dieser Aufgaben bedient sich der Bund einer Infrastrukturgesellschaft, „Die Auto- bahn GmbH des Bundes“, sie wurde am 13. September 2018 gegründet.

Abbildung 1: Bundesweite Aufgaben der Autobahn GmbH

1.1 Unternehmensorganisation

Die Autobahn GmbH besteht aus insgesamt drei Organisationsebenen. Neben der Zentrale in Berlin bestehen insgesamt zehn regionale Niederlassungen. Den Niederlassungen sind 41 Außenstellen sowie 40 bestehende Leitzentralen und Fernmeldemeistereien zugeordnet. Darüber hinaus sind alle Betriebsdienststandorte der 178 Autobahnmeistereien berücksichtigt, die wiederum den Außenstellen angeschlossen sind.

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Abbildung 2: Organisationsstruktur Autobahn GmbH

Eine genaue geographische Aufteilung bis auf die Ebene der Außenstellen ist untenstehender Graphik zu entnehmen; ferner sind dort noch die Standorte des Fernstraßenbundesamtes (FBA) – Hauptsitz und drei weitere Standorte - dargestellt.

Abbildung 3: Standortkarte der Autobahn GmbH des Bundes

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In der Zentrale erfolgt insbesondere eine lebenszyklusorientierte Netzverwaltung. Die Autobahn GmbH er- stellt den Finanzierungsrealisierungsplan und Maßnahmen auf der Grundlage des Bedarfsplans für die Bun- desfernstraßen. Sie erarbeitet Strategie und Grundsätze und übernimmt die Steuerungsfunktion für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung. Sie ist insbesondere für Kommunikation, IT, Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung, Finanzen und Rechnungswesen, Berichtswesen, Recht sowie Einkauf und Beschaffung zuständig.

1.2 Ausgangslage Als Infrastrukturbetreiberin der Bundesautobahnen hat die Autobahn GmbH des Bundes unter anderem die Aufgabe die Infrastruktur zu planen, zu bauen und zu erhalten. Dies soll möglichst störungsfrei und ohne große Beeinträchtigungen für die Nutzenden erfolgen. Zum Aufgabenbereich gehören unter anderen die re- gelmäßigen Bauwerksuntersuchungen und die Erkennung von Bauwerksschäden, um die daraus abgeleiteten Ergebnisse in ein Erhaltungsmanagement einfließen zu lassen.

Ingenieurbauwerke der Autobahninfrastruktur (z. B. Brücken) sind über die gesamte Lebensdauer kontinu- ierlich hohen Beanspruchungen ausgesetzt. Hierbei bekommt der Schwerlastverkehr als Einwirkungsfaktor einen bedeutenden Stellenwert. Das gestiegene Verkehrsaufkommen und insbesondere der Schwerverkehr tragen wesentlich zur Beanspruchung und Ermüdung von Brückenbauwerken bei. Infolgedessen hat die Si- cherstellung der Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit von Infrastrukturbauwerken in der Bauwerkser- haltung oberste Priorität.

Der Bauwerkszustand von Brückenbauwerken wird aktuell durch die regelmäßigen Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 und nachfolgend durch weitere Methoden der Bauwerksdiagnostik (z. B. OSA) ermittelt und be- wertet. Außerdem werden statische Nachrechnungen der Bestandbauwerke durchgeführt, um Defizite, Schwachstellen oder auch Tragsicherheitsprobleme aufzuzeigen.

Zur Beurteilung der Bauwerksbeanspruchung infolge des Schwerlastverkehrs als wesentliche verkehrliche Einwirkung wird von der Autobahn GmbH auf den Bundesautobahnen ein Achslastmessstellennetz (AMS- Netz) gebaut, betrieben und erhalten. Die erhobenen Daten werden der Bundesanstalt für Straßen- und Ver- kehrswesen (BASt) zur Verfügung gestellt.

Dieses soll zukünftig 64 Achslastmessstellen an 33 Standorten verteilt über das Autobahnnetz umfassen. Auf- grund der räumlich begrenzten Anzahl der AMS ermöglichen die verfügbaren Messdaten jedoch keine flä- chendeckende und bauwerksscharfe Erfassung der tatsächlichen Achslasten.

Eine verlässliche und räumlich differenzierte Erfassung der realen Verkehrslasten ist insbesondere für die angestrebte Ermittlung der Restlebensdauer von Brückenbauwerken von Bedeutung.

Um für das Streckennetz der Autobahn GmbH einen räumlich differenzierten Überblick über die Belastungs- situation der Strecke und der Brückenbauwerke zu erhalten, wurde in der Toll Collect Challenge 2024 ein möglicher Ansatz zur Verknüpfung von AMS-, Maut- und B-WIM-Daten aufgezeigt. B-WIM-Systeme (Bridge- Weigh-In-Motion) ermöglichen die indirekte Ermittlung von Fahrzeug- und Achslasten anhand der bei Fahr- zeugüberfahrten gemessenen Bauwerksreaktionen. Hierzu werden bspw. Dehnungen am Brückenbauwerk messtechnisch erfasst und unter Berücksichtigung mechanischer Zusammenhänge ausgewertet.

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2 Kurzbeschreibung der Leistung

2.1 Projektkonstrukt & - ziel

In diesem Projekt soll ein Verfahren zur verbesserten Erfassung und Quantifizierung der realen Belastungssi- tuation aus dem Schwerverkehr (Achslasten) in einem zu bestimmenden Teilnetz (überschaubares regionales Netz) in Betrieb gebracht werden. Das im Projekt entwickelte Verfahren könnte perspektivisch für das Ge- samtnetz der Autobahn etabliert werden, um bauwerksscharf Daten abbilden zu können und Informationen über ganze Streckenabschnitte zu erhalten.

Die erhaltenen Informationen können für die Bestimmung der Restnutzungsdauer von Brückenbauwerken realistische Eingangsparameter bereitstellen. Dies geht einher mit einer verbesserten Situation für die Pla- nung im Bauwerkserhaltungsmanagement, einer verbesserten Priorisierung der Brücken in Abhängigkeit der Verkehrsbelastung sowie einer, dem Verkehr angepassten Verkehrslenkung, die auch die Beladung des Schwerverkehrs betrachtet. Für das Bauwerkserhaltungsmanagement und den damit verknüpften bauwerks- diagnostischen Untersuchungen ist die Erfassung realer Achslasten ein deutlicher Mehrwert, da daraus mög- liche Schädigungsprozesse am Bauwerk zugeordnet und entsprechende frühzeitige Maßnahmen abgeleitet werden können.

Die Toll Collect GmbH (Toll Collect) ist als Betreiberin des LKW-Mautsystems und aufgrund der für den Pro- jektansatz erforderlichen Verarbeitung und Verknüpfung der Mautdaten als Projektpartnerin vorgesehen. Toll Collect ordnet die von AMS erfassten Achslasten mithilfe der durch On-Board-Units (OBU) erzeugten Orts- und Zeitinformationen den betreffenden Fahrzeugen zu und stellt daraus abgeleitete statistisch-pseu- donymisierte Informationen für die Kalibrierung der B-WIM-Systeme bereit.

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Autobahn

B- W IM

AMS

GmbH

Bauwerke

Sensorik

unkalibrierte Messdaten mit Zeitstempel

BASt

Daten z ur weiteren Verwendung Achslast mit Zeitstempel Dashboard

Lkws

kalibrierte Positionsdaten Messdaten stellt, installiert mit Zeitstempel und betreibt Toll Collect die Hardware

Datenweitergabe nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz → keine Einzeldaten

Auftragnehme r

sondern nur in anonymisierter Form (statistische Zwecke)

der Autobahn

GmbH

Wissenschaftliche Begleitung

Unterstützt und berät im Projektverlauf

Abbildung 1 Projektskizze

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VERGABE-NR.: 2026-10094

STAND: 02.07.2026 SEITE 7 VON 20 Um das Projektziel, Quantifizierung der Belastungssituation auf Brückenbauwerken infolge Schwerverkehr, zu erreichen, werden für die regelmäßige Kalibrierung der B-WIM Sensorik an den ausgestatteten Bauwerken

  • Messergebnisse von ausgestatteten Brücken sowie
  • statistische Gruppierungen (Regression, Kohortenbildung usw.) verschiedener Achslasten des Schwerverkehrs aus den OBU,
  • mit den realen Ergebnissen von Achslastmessstellen in Beziehung gesetzt. Die realen Achslasten werden durch das Positionserfassungssystem der Toll Collect einem Schwerverkehrsfahrzeug eindeutig zugeordnet und gem. §9 BFStrMG in statistisch-pseudonymisierter Form in Achslastgruppierungen eingeteilt.

Wenn eine solche Gruppe oder relevante Teile davon ein Bauwerk mit einem installierten B-WIM System überfährt, werden die statistischen Daten der Gruppe den, aus den Daten der B-WIM Sensorik abgeleiteten Achslasten, durch Orts- und Zeitinformationen zugeordnet. Diese Zuordnung erfolgt iSd §9 BFStrMG intern bei Toll Collect. Anschließend erhält der Betreibende der B-WIM Sensorik eine in AP 1 festzulegende Kalib- rierinformation je Gruppe.

Diese Verknüpfung der Daten, je Messsystem und Schwerverkehrsfahrzeug, führt mittels

a) sekundengenauen AMS-Lastdaten übermittelt durch die BASt mit b) Orts- und Zeitinformationen von Schwerverkehrsfahrzeugen, welche mit OBUs ausgestattet sind und c) Übertragung der mit a) und b) ermittelten statistischen Achslasten auf ein B-WIM System zur Kalibrierung der B-WIM Systeme.

Dieser statistische Ansatz ist abweichend von dem Ansatz der fahrzeugindividuellen Achslasten der vorge- nannten Toll Collect Challenge und noch nicht praktisch erprobt. Eine Validierung des Ansatzes muss daher in den ersten sechs Monaten des Projekts erfolgen.

Zur Validierung des Ansatzes, B-WIM Systeme mittels Toll Collect Daten zu kalibrieren, werden im Rahmen des Projekts ausgewählte Bauwerke, innerhalb eines Demonstrators, auf dem „klassischen Weg“ kalibriert. Dieser erfolgt durch mehrmalige kontrollierte Überfahrten eines oder mehrerer, präzise verwogenen Fahr- zeuge, welche hochwertige Datensätze zur Kalibrierung der Achslastberechnung erzeugen.

Sollte eine Validierung nicht im gesetzten Zeitraum oder eine Falsifizierung erfolgen wird der weitere Pro- jektablauf mittels eines dann zu bestimmenden alternativen Ansatzes fortgesetzt (bspw. klassische Kalibrie- rung der restlichen Bauwerke).

Die Toll Collect ist im Rahmen dieses Projekts für die eindeutige Verknüpfung von Standortdaten, Lastdaten und der zeitlichen Zuordnung zu den Daten der B-WIM Sensorik für die statistischen Achslastgruppierungen zuständig. Dazu zählt auch die statistische Überprüfung, ob eine Ladungsveränderung und damit Lastverän- derung zwischen der AMS und dem B-WIM System erfolgt ist. Pro B-WIM-System wird eine umfangreiche Stichprobe aus dem laufenden Verkehr entnommen, bei denen die Achslasten und der Ort zu einem genauen Zeitpunkt durch die OBU der Toll Collect bekannt sind. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Fahrzeug zunächst durch eine AMS und anschließend mittels B-WIM Sensorik erfasst wurde, oder andersherum. Sollte jedoch nur in eine Fahrtrichtung gemessen werden, ist hierdurch die Reihenfolge des Großteils der Überfahrten vor- gegeben. Durch die Verknüpfung der B-WIM Daten und der pseudonymisierten statistischen Daten seitens Toll Collect soll eine teilautomatisierte Kalibrierung der B-WIM-Messstellen ermöglicht werden. Solange die Kalibrierungs- bzw. Korrekturfaktoren gültig und konsistent sind, erlaubt jede (gültige) B-WIM-Messung die Ableitung realer Achslasten innerhalb eines bestimmbaren Fehlers.

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STAND: 02.07.2026 SEITE 8 VON 20

Im Rahmen von Forschungsprojekten der BASt1 konnte die prinzipielle Funktionsfähigkeit von B-WIM Syste- men gezeigt werden.

Durch eine im Jahr 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie, im Rahmen der Toll Collect Challenge „Belas- tungsmonitoring“2, konnte ein möglicher Demonstrator, an dem dieses Projekt umgesetzt werden könnte, ausgearbeitet werden. Die Metropolregion Hannover-Hildesheim-Braunschweig-Wolfsburg könnte sich als Demonstrator eignen, sollte in den ersten Monaten der Projektlaufzeit mit anderen regionalen Möglichkei- ten verglichen werden. In die Überlegung eines geeigneten Demonstrators ist mit einzuplanen, dass idealer- weise mehrere AMS in der näheren Umgebung zur Verfügung stehen.

Besondere Anforderungen im Betrieb ergeben sich dabei aus dem Prozess der Kalibrierung der B-WIM- Messstellen durch die Verknüpfung von Toll Collect Mautdaten, vorhandenen Daten der AMS sowie Mess- daten der B-WIM-Sensorik. Die korrekte Ableitung der relevanten Daten aus den erhobenen Messwerten der verschiedenen B-WIM-Messstellen und deren zeitlichen korrekten Zuordnung zu den Informationen seitens Toll Collect zur Kalibrierung der B-WIM-Messstellen erfordert eine klare Dateninfrastruktur und -verwaltung.

Die zentrale Datenquelle der B-WIM-Messstellen bilden dabei am untersuchten Brückenbauwerk verortbare Messpunkte. Die Auswertung dieser Daten soll quantitative als auch georeferenzierte Belastungsinformatio- nen über das Bauwerk liefern.

Neben dem Projektschwerpunkt der Aus- und Bewertung von Bauwerksbelastungen soll der potenzielle Nut- zen für weitere Anwendungsgebiete (z. B. für Digitale Zwillinge, der Erhaltungsplanung von Strecken) aufge- zeigt werden.

Es wird durch dieses Projekt die Digitalisierung im Bereich der Erfassung und Verarbeitung sowie der Analyse von Daten zur Belastungssituation von Brücken in der Autobahn GmbH vorangetrieben sowie vorhandene Datenquellen kombiniert. Dies kann neben einem verbesserten Bauwerkserhaltungsmanagement auch Un- terstützung in anderen Bereichen (z. B. der Bauwerksprüfung, der Verkehrslenkung sowie der Nachhaltigkeit) bieten.

Bei einem Erfolg des Projektes, ist das Ziel, das Belastungsmonitoring auf das gesamte Infrastruktursystem der Autobahn GmbH auszuweiten. Hierzu besteht die Möglichkeit, in Abhängigkeit der Erfahrungen mit die- sem Projekt, dies abschnittsweise durchzuführen oder sich einen Systemplan für das gesamte Autobahnnetz zu überlegen.

2.2 Projektvorgehen & -ergebnisse

Die von der BASt gewonnenen Studienergebnisse, bezüglich der Anwendung von B-WIM Systemen zur Erfas- sung der Belastung durch den Schwerverkehr, sollen in die Projektplanung mit einfließen.

1 BASt Berichtsheft V337 – Bridge-WIM Pilotversuch; BASt Berichtsheft V386 – Pilothafte Anwendung des Bridge-WIM Verfahrens zur Ergänzung des Achslastmessstellennetzes 2 Belastungsmonitoring von Autobahnbrücken - Stahlbau

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STAND: 02.07.2026 SEITE 9 VON 20 Um in diesem Projekt die praktische Umsetzbarkeit eines Belastungsmonitorings für Brückenbauwerke durch eine indirekte Achslasterfassung mit B-WIM Systemen herauszuarbeiten, müssen verschiedene Ausgangsvo- raussetzungen beachtet werden.

Durch vorhandene AMS verwogene Fahrzeuge (Schwerverkehr) werden durch die Positionserfassung der Toll Collect eindeutig erfasst und die gemessenen Achslasten sowie Achsabstände diesem Fahrzeug zugeordnet. Diese Achslasten werden von der Toll Collect zu pseudonymisierten, statistischen Achslastgruppierungen zu- sammengefasst, die anschließend den Projektpartnern für die weitere Projektbearbeitung zur Verfügung ge- stellt werden. Des Weiteren müssen geeignete Bauwerke mit einer B-WIM Sensorik ausgestattet werden, bei deren Auswahl die Entfernung bis zur nächsten AMS mit zu bewerten ist. Um die B-WIM Messstellen für den allgemeinen Schwerverkehr für das Belastungsmonitoring zu nutzen, müssen die B-WIM-Stellen vor dem ei- gentlichen Betrieb kalibriert werden. Für diese Anforderungen an das Demonstratorsystem müssen verschie- dene Anforderungen erfüllt und Fragestellungen beantwortet werden.

Damit die Informationsverknüpfung funktioniert, müssen die Positionierungsdaten des Schwerverkehrs, die Achslastdaten einer AMS und die Messdaten der B-WIM Systeme zusammengeführt werden. Dafür ist es gesetzlich durch das Mautgesetz vorgeschrieben, dass die Fahrzeuginformationen pseudonymisiert und sta- tistisch zusammengefasst werden. Der Schritt der Zusammenführung der Daten der zeitlichen Positionierung eines Fahrzeuges und deren, durch die AMS gemessenen Achslasten sowie -abstände, wird im Rahmen des Projektes bei der Toll Collect durch- geführt. Der B-WIM-Betreiber erhält im Anschluss hieraus abgeleitete Informationen, um durch diese Zuord- nung die Kalibrierung sowie idealerweise auch die Rekalibrierung der B-WIM Systeme durchführen zu kön- nen.

Im Rahmen der frühen Arbeitspakete im Projekt sind die folgenden Rahmenbedingungen zwischen allen Pro- jektbeteiligten abzustimmen und für die jeweiligen Projektfortschritte einzutakten:

Demonstrator

• Welche Rahmenbedingungen sind an die Brücken(teil-)bauwerke (bspw. Abstand zur nächsten AMS, Bauart, Zugänglichkeit, etc.) und deren Dokumentation (bspw. Nachrechnung, Tragwerksmodell, etc.) zu stellen, um als Teil eines B-WIM-Netzes in Betracht zu kommen? • Im Rahmen des Projekts in AP 1 wird der konkrete Demonstrator final abgestimmt. Hierzu können erste Ideen aus der Toll Collect Challenge 2024 berücksichtigt werden. B-WIM-System

• Welche Parameter bei der Erfassung der Daten sind zu beachten? o Welche Messgenauigkeit o Welche Messfrequenz o Welche Messdauer o Welche Messgröße (bspw. Dehnung, Beschleunigung) • Wie viele Sensoren oder andere Messtechniken müssen je Bauwerk verwendet werden, um welchen Grad an Informationen zu generieren? • Wie wird ermittelt, ob die Sensor- und Messpunktplatzierung optimal ist oder optimiert werden kann?

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STAND: 02.07.2026 SEITE 10 VON 20 • Wie läuft ein möglicher iterativer Optimierungsprozess der Messstellen an den Bauwerken ab? Insbesondere mit einer möglichen neuen Kalibrierungsphase. • Wie viele B-WIM-Systeme müssen mittels „klassischer“ Kalibrierung eingerichtet/ überprüft werden, um den Projektansatz der Kalibrierung mittels Toll Collect zu verifizieren? • Welche Anforderungen sind an eine Kalibrierung mittels Toll Collect Mautdaten zu stellen? • Welche ergänzenden und ggf. zur Korrektur notwendigen Messungen sind neben den B-WIM-Messungen notwendig? (bspw. Temperatur, Wind, etc.) • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die erfassten Belastungen der Bauwerksstruktur (teil-)automatisiert bewerten zu können und für die finale Bewertung auf- und vorbereiten zu können?

Toll Collect

• Klärung, welche Schnittstellen vorhanden sind oder geschaffen werden müssen und welche Datenformate mit welchen Informationen zu übergeben sind • Tagesaktuelle, valide und aufbereitete AMS-Einzelfahrzeugdaten, einschließlich Achslasten und Achsabständen. Das Dateiformat ist abzustimmen (bspw. csv) • Tagesaktuelle Messdaten (Einzelfahrzeuge, einschließlich ermittelter Achslasten und Achsabstände) der B-WIM-Sensorik.

Als Ausgangspunkt für die spätere Weiterentwicklung von Erfassungs- und Auswertungssystemen befasst sich dieses Projekt dabei vorrangig mit der Erkennung von Fahrzeuggesamtgewichten, Achsabständen, Achs- anzahl und Achslasten. Weiter sollen die Fahrzeuggeschwindigkeiten ermittelt und in der Auswertung be- rücksichtigt werden. Die im Projekt gewonnenen Daten müssen für weitere Projekte zur Verfügung stehen.

Das Projektkonzept sieht vier Arbeitspakete vor und beinhaltet für die Angebotsphase die Erfassung von 15 Bauwerken mit den Randbedingungen für den Demonstrator.

3 Leistungsinhalt/-umfang

3.1 Arbeitspakete - chronologisch

AP. 1 Planung

AP 1.1 Konzeptionierung des Gesamtverfahrens Inhalt: Auswahl eines geeigneten Untersuchungsgebiets für den Demonstrator unter Berück- sichtigung von AMS und des Verkehrsflusses und darin enthaltener geeigneter Bauwerke für die Durchführung der B-WIM Messungen; Sensorpositionierungen; zu messende/ermit- telnde Parameter; numerisches Auswertemodell; Kalibrier- und Validierstrategie; Ergebnis- visualisierung

Zuständigkeiten:

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STAND: 02.07.2026 SEITE 11 VON 20 AN: Konzeption auf Bauwerksebene, Bauwerksvorauswahl

WB: Konzeption auf Netzebene, Auswahl des Untersuchungsgebiets

Autobahn GmbH: Freigabe, zur Verfügung stellen relevanter Bauwerksinformationen

AP 1.2 Entwicklung der Toll Collect-Algorithmen

Inhalt: Entwicklung der notwendigen Algorithmen und Verfahren zur Verknüpfung (Mat- ching) von B-WIM- und AMS-Daten mittels OBU-Daten, sowie weiterer Algorithmen zur BFStrMG-konformen Übermittlung von Kalibrierinformationen an den B-WIM-Betreiber Zuständigkeit: TC: Entwicklung der o.g. Leistungen AN: Abstimmung zum Datenaustausch WB: Ausarbeitung der methodischen Grundlagen

AP 1.3 Erstellung einer Monitoringkarte Inhalt: Übersichtskarte der geplanten Bauwerke mit geplanten Messstellen

Zuständigkeiten:

AN: Erstellung auf Basis von AP 1.1

WB: Erstellung auf Basis von AP 1.1

Autobahn GmbH: Abnahme

AP 1.4 Schnittstellenplanung und Datenflussmodel Inhalt: Technische Schnittellenbeschreibung inkl. Toll Collect-Mautdaten, Datenfluss auf Bauwerksebene vom Sensor zur Auswertung, Datenfluss auf Netzebene zwischen BWIM- Betreiber, Toll Collect und Infrastrukturbetreiber-Datenplattform (nicht-proprietäre Daten- formate, Datenqualität) Datenspeicherung und Formatierungen – Im Piloten ist keine Schnittstelle aus dem Autobahn-Netz heraus vorgesehen!

Zuständigkeiten:

AN: Planung auf Bauwerksebene WB: Planung auf Netzebene BASt: Definition der zur Verfügung gestellten Datenfelder TC: Definition der zur Verfügung gestellten Datenfelder und Schnittstelle zur TC Autobahn GmbH: Abnahme

AP 1.5 Festlegung der Datenspeicherung und Zugriffskonzept

Inhalt: Definition, welche Ergebnisse dauerhaft (im Rahmen des Projektes) gespeichert werden sollen, Definition von Zugriffsrechten und Abrufmöglichkeiten für die Autobahn GmbH, Erprobung einer zentralen Infrastrukturbetreiber-Datenplattform auf

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STAND: 02.07.2026 SEITE 12 VON 20 Netzebene zum Management von Daten verschiedener BWIM-Anbieter und Toll Coll- ect; Berücksichtigung von Datenschutz und Zweckbindung Zuständigkeiten: AN: Konzept und technische Spezifikationen auf Bauwerksebene (Datenformat, Zugriff), Umsetzung der Speicherung im Rahmen des Projektes WB: Konzept, technische Spezifikationen und Umsetzung einer zentralen Infra- strukturbetreiber-Datenplattform auf Netzebene TC: Zuarbeit ins Konzept Autobahn GmbH: Abnahme und formale Anforderungen (Archivierung, etc.)

AP 1.6 Zwischenbericht „Planung“

Inhalt: Gesamtkonzept, Freigabe zur Umsetzung Zuständigkeiten: AN: Berichterstellung zur Planung auf Bauwerksebene WB/TC: Berichterstellung zur Planung auf Netzebene Autobahn GmbH: Abnahme

Meilenstein 1: Abnahme Gesamtkonzept durch Autobahn GmbH – Ende AP 1

Im Rahmen der Planung und Konzeption sind durch den Auftragnehmer geeignete Abstim- mungsformate vorzusehen und zu organisieren. Diese umfassen mindestens:

  • Kick-off-Termin (Online oder vor Ort) zur Abstimmung von Vorgehensweise, Rollenvertei- lung und Terminplanung

  • Abstimmungstermine zur Konzeptentwicklung, insbesondere zur Festlegung von De- monstrator, Bauwerksauswahl, Messkonzept und Datenflüssen (sowohl mit allen Betei- ligten als auch mit Teilen davon)

  • Abnahmetermin des Gesamtkonzepts

Zwischenergebnisse sind dem Auftraggeber rechtzeitig zur Prüfung vorzulegen.

Die finale Dokumentation ist mindestens zwei Wochen vor dem Abnahmetermin bereitzu- stellen.

AP. 2 Installation und Kalibrierung

AP 2.1 Installation der B-WIM-Sensorik Zuständigkeit: AN: Vollständige Umsetzung (Hardware, Vor-Ort-Montage) WB: Überwachung Autobahn GmbH: Abnahme

AP 2.2 Implementierung der Datenschnittstellen Inhalt: Softwareseitige Anbindung (Bauwerk und Backend), Datenstrukturierung Zuständigkeiten: AN: Umsetzung

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STAND: 02.07.2026 SEITE 13 VON 20 WB: Validierung Autobahn GmbH: Abnahme

AP 2.3 Einrichtung der Toll Collect Schnittstelle und Algorithmen aus AP 1.2 und AP 1.4 Inhalt: Anbindung der externen Datenquelle, Synchronisation mit Zeitstempeln (se- kundengenau), Datenschutzprüfung Zuständigkeiten: TC: Integration der Algorithmen, Datenschnittstelle zu BWIM- und Autobahn GmbH WB: Inbetriebnahme der zentralen Datenplattform, Datenschnittstelle auf Netz- ebene AN: Integration in Datenfluss

AP 2.4 Erstellung eines Dashboards zur Ergebnisvisualisierung (MVP) Inhalt: Entwicklung eines schlanken Web-basierten Dashboards mit:

  • Filterfunktion nach Zeit, Gewicht gesamt und Achslast je LKW, Bauwerk
  • Kumulierter Gewichtsausgabe pro Bauwerk,
  • Basiskarte zur Verortung; Dokumentation des Aufwands und möglicher Erweiterungen für spätere Pro- jekte Zuständigkeiten: AN: Technische Umsetzung (Minimalfunktionalität) WB: Beratung zu Auswertelogik, Nutzerfeedback Autobahn GmbH: Anforderungen definieren, Nutzerfeedback

AP 2.5 Funktionstest Inhalt: End-to-End Test der Messkette inkl. Schwerverkehrsüberfahrten Zuständigkeiten: AN: Durchführung TC: Datenmatching und Bereitstellung von Kalibrierinformationen WB: Kontrolle Messqualität Autobahn GmbH: Abnahme

AP 2.6 Kalibrierung und Validierung Inhalt: Verwendung der Toll Collect Schnittstelle zur Kalibrierung, wie oben beschrie- ben (Abschnitt 2.1 c) auf S.7), und dazugehöriger Validierung (Abschnitt 2.1 auf S.7), Ermittlung systematischer Abweichungen, Plausibilitätscheck Zuständigkeiten: AN: Umsetzung Kalibrier- und Validierverfahren (durch Kalibrierfahrten) BASt: Datenlieferung von AMS-Daten TC: Datenmatching und Bereitstellung von Kalibrierinformationen WB: Unterstützung bei Kalibrierung und Validierung Autobahn GmbH: Abnahme

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STAND: 02.07.2026 SEITE 14 VON 20 AP 2.7 Zwischenbericht „Installation und Validierung“ Inhalt: Aufbau erfolgreich, Daten fließen fehlerfrei, Kalibrierung und Validierung erfolg- reich, Dashboard funktioniert, Bewertung des Zusammenspiels Kalibrierfahrt zu Toll Collect Daten (Abbruchmeilenstein Konzept Toll Collect) Zuständigkeiten: AN: Berichterstellung zur Inbetriebnahme auf Bauwerksebene WB/TC: Berichterstellung zur Inbetriebnahme auf Netzebene

Autobahn GmbH: Abnahme

Meilenstein 2: Erfolgreiche Kalibrierung und Validierung – Ende AP 2

Im Rahmen der Umsetzung und Instrumentierung sind sind abgestimmte und koordinierte Terminabläufe sicherzustellen. Hierzu sind mindestens vorzusehen:

  • Umsetzungsstarttermin (Online) zur Feinabstimmung der Umsetzungsplanung

  • Bauwerksspezifische Freigabetermine vor Durchführung der Installation, einschließlich Abstimmungen der Randbedingungen vor Ort

  • Termine zur Funktionsprüfung und Inbetriebnahme der installierten Systeme

  • Abstimmungstermine zur Kalibrierung und Validierung der Messsysteme

Für Vor-Ort-Termine gilt:

Die bauwerksspezifische Dokumentation ist dem Auftraggeber mindestens eine Woche vor dem jeweiligen Termin zur Prüfung bereitzustellen.

Die Terminplanung ist so auszulegen, dass mehrere Bauwerke effizient gebündelt umgesetzt werden können.

AP. 3 Betrieb

AP 3.1 12 Monate Regelbetrieb der B-WIM Systeme Inhalt: Tägliche Datenakquise, Überwachung der Messsysteme, Funktionssicherung Zuständigkeiten: AN: Vollständiger Betrieb Autobahn GmbH: Ansprechpartner bei größeren Störungen

AP 3.2 Auswertung der Messdaten Inhalt: Berechnung verkehrlicher Kenngrößen aus Rohdaten, Aufbereitung zur Weiter- gabe Zuständigkeiten: AN: Auswertung und Interpretation WB: Unterstützung und Kontrolle der Auswertung, Übertragung verkehrlicher Kenngrößen von Bauwerken mit BWIM-Systemen auf andere Bauwerke Autobahn GmbH: Erhalt der Ergebnisse

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STAND: 02.07.2026 SEITE 15 VON 20 AP 3.3 Qualitätssicherung und kontinuierliche Optimierung Inhalt: Abgleich B-WIM Ergebnisse mit AMS/TC, Ermittlung Korrekturfaktor, ggf. Reka- librierung Zuständigkeiten: AN: Regelmäßige Vergleichsrechnung, Softwareanpassung TC: Datenmatching und Bereitstellung von Kalibrierinformationen BASt: Datenbereitstellung WB: wissenschaftliche Absicherung, Hinweis auf Drift etc. Autobahn GmbH: Projektsteuerung

AP 3.4 Ergebnisdatenspeicherung Inhalt: Speicherung der aggregierten Auswertedaten im Rahmen des Projekts. Sicher- stellung der Datenintegrität und Abrufbarkeit Zuständigkeiten: AN: Speicherung, Bereitstellung und Zugriffspflege WB: Speicherung, Bereitstellung und Zugriffspflege der zentralen Infrastruktur- betreiber-Datenplattform auf Netzebene BASt: Empfänger der Auswertedaten, Prüfung der weiteren Nutzbarkeit für wei- tere Aufgabenbereiche Autobahn GmbH: Empfänger der Auswertedaten, Prüfung der Nutzbarkeit

AP 3.5 Zwischenbericht Betrieb und Optimierung Inhalt: Systemperformance, Hinweise zu Fehlerquellen, ggf. Anstoß für Rekalibrierung Zuständigkeiten: AN: Berichterstellung zum Betrieb auf Bauwerksebene TC/WB: Berichterstellung zum Betrieb auf Netzebene Autobahn GmbH: Abnahme

Meilenstein 3: Korrekturfaktor ermittelt und etabliert, stabiles Monitoring über 12 Mo- nate, Ergebnisse dauerhaft bei TC abrufbar – Ende AP 3

Während der Betriebs- und Auswertungsphase ist eine kontinuierliche Abstimmung mit den Projektbeteiligten sicherzustellen. Hierzu sind mindestens vorzusehen:

  • Regelmäßige Abstimmungstermine (vorzugsweise quartalsweise) zur Bewertung des Sys- tembetriebs und der Datenqualität

  • Anlassbezogene Abstimmungen bei Auffälligkeiten, Störungen oder notwendigen Anpas- sungen der Mess- und Auswerteverfahren

  • Abstimmungstermine zur Qualitätssicherung und Rekalibrierung der Messsysteme

Zwischenergebnisse und Auswertungen sind fortlaufend bereitzustellen und im Rahmen der Abstimmungen zu erläutern.

Die Termine sind so zu organisieren, dass eine effiziente Bündelung von Themen und Ent- scheidungen ermöglicht wird.

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STAND: 02.07.2026 SEITE 16 VON 20 AP. 4 AP 4 Abschlussbericht

AP 4.1 Endbericht und Auswertung des Projekts des AN Inhalt: Projektergebnisse, Bewertung der Kalibrierverfahren, Dashboard-Potenzial für dauerhaften Betrieb, Empfehlungen für Folgeprojekte Zuständigkeiten: AN: Berichterstellung (technisch und operativ auf Bauwerksebene) WB: Wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Bewertung der Ergeb- nisse Autobahn GmbH: Zusammenfassung für strategische Entscheidung

AP 4.2 Endbericht und Auswertung des Projekts der TC Inhalt: Projektergebnisse, Bewertung der Kalibrierverfahren, Datenmatching und dazu- gehöriger Algorithmen für dauerhaften Betrieb, Empfehlungen für Folgeprojekte Zuständigkeiten: TC: Berichterstellung (technisch und operativ auf Netzebene) WB: Wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Bewertung der Ergeb- nisse Autobahn GmbH: Zusammenfassung für strategische Entscheidungen

Meilenstein 4: Projektabschluss mit Entscheidungsvorlage für Folgepro- jekte/Rollout Im Rahmen der Abschlussphase sind folgende Abstimmungen vorzusehen:

  • Abstimmungstermin zur Ergebnisbewertung und Interpretation

  • Termin zur Vorstellung der Abschlussberichte (Auftragnehmer und Toll Collect)

  • Abschließender Abstimmungstermin zur Ableitung von Handlungsempfehlungen und möglichen Folgeprojekten

Die Abschlussberichte sind dem Auftraggeber mindestens zwei Wochen vor dem Präsentati- onstermin zur Prüfung vorzulegen.

AP. 5 AP 5 Rückbau (OPTIONAL) Inhalt: Je nach Entwicklung des Projekts besteht die Option die Sensorik und zugehörige Komponenten am Bauwerk zu belassen oder zurückzubauen. Zuständigkeiten: AN: Durchführung Autobahn GmbH: Überwachung und Bestätigung Sofern das optionale Arbeitspaket umgesetzt wird, sind folgende Abstimmungen vorzu- sehen:

  • Abstimmungstermin zur Festlegung der weiteren Vorgehensweise
  • Koordinationstermin für Rückbau
  • Abschließender Termin zur Bestätigung der ordnungsgemäßen Umsetzung

3.2 Arbeitspakete nach Zuständigkeiten

AN TC WB BASt Autobahn GmbH

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STAND: 02.07.2026 SEITE 17 VON 20 AP 1.4, 1.6 Beteiligungen AP 1 AP 1.2, 1.4 – AP 1 AP 1.1, 1.3 – 1.6 in AP 1.6 AP 2.6, 2.7 AP 2 AP 2 AP 2.1, 2.2, 2.4 – AP 2.3, 2.5 – AP 3.3 – 2.7 AP 3 AP 3.2 - 3.5 2.7 3.5 AP 3 AP 4.1 AP 4 AP 3.3, 3.5 AP 4 AP 4 AP 5 AP 4.2

Alle Aufwände für Abstimmungen, einschließlich Vor- und Nachbereitung, sind in dem Angebot einzukalku- lieren und werden nicht gesondert vergütet.

4 Allgemeine Leistungsanforderungen

4.1 Anforderungen an den Leistungserbringer

Der Leistungserbringer übernimmt die operative Bearbeitung des Projektes. Das beinhaltet die Koordinierung und Dokumentation von Besprechungen aber vor allem die Durchführung der Projektarbeiten im Rahmen der Projektplanung, Versuchsdurchführung und Datenerhebung bei der Datenaufbereitung und -analyse so- wie der Aufbereitung der Ergebnisse in den jeweiligen Berichten. Die Datenübergabe erfolgt in Abstimmung mit dem AG.

Die zur Verfügung gestellten Informationen und Daten, sowie die in dem Projekt gewonnenen Informationen zu den Bauwerken sind ausschließlich innerhalb des Projektes zu verwenden. Eine weitere Verwendung und Veröffentlichung ist nicht vorgesehen. Veröffentlichungen im Rahmen von Beiträgen und/oder Präsentatio- nen sind frühzeitig mit der Autobahn GmbH abzustimmen und schriftlich anzufragen.

4.2 Leistungskonzept Das Leistungskonzept muss die Anforderungen aus Kap. 2 aus fachlicher Sicht und die Anforderungen aus 3.2 aus administrativer Sicht erfüllen.

4.3 Sonstige Bedingungen Das Projekt muss rechtlich wie fachlich eng mit der AG-Seite abgestimmt werden und möglichst technologie- neutral verfasst werden. Sowohl Einbau, Betrieb und Wartung wie auch der Rückbau sämtlicher Messtechnik und Zubehör müssen ohne Eingriffe in den Bauwerksbetrieb (u. a. Bauwerksprüfungen) gewährleistet sein. Es muss ein Tragwerksmodell zur Lastinterpretation betrieben werden, welches mit den erhobenen Mess- werten verknüpft ist und äußere wie auch innere Einflüsse auf die Messwerte (wie bspw. Temperaturein- flüsse) berücksichtigt.

5 Datenschutz

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STAND: 02.07.2026 SEITE 18 VON 20 5.1 5.1 Datenschutz im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens Die im Angebot enthaltenen personenbezogenen Daten und sonstigen Angaben können u.U. von der Auf- traggeberin und seinen Beauftragten im Rahmen seiner / ihrer Zuständigkeit erhoben, verarbeitet und ge- nutzt werden. Eine Weitergabe dieser Daten an andere Stellen richtet sich nach den geltenden daten- schutzrechtlichen Bestimmungen. Bieter werden die am Projekt beteiligten Mitarbeiter/innen über die Ver- arbeitung ihrer Daten (Name, dienstliche Erreichbarkeit, ggfls. Referenzen und Angaben zum beruflichen Werdegang und zur Qualifikation) informieren und die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung dieser Daten sicherstellen.

5.2 5.2 Datenschutz im Rahmen der Leistungserbringung Der Auftragnehmer legt die Zwecke und Mittel der Verarbeitung der personenbezogenen Daten im Rahmen der Leistungserbringung fest. Er ist Verantwortlicher i. S. d. Art. 4 Nr. 7 DSGVO und hat daher selbst für die Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen Sorge zu tragen. Bei einer Weitergabe von personenbe- zogenen Daten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, stellen beide Parteien das Vorliegen einer Rechtsgrundlage für die Weitergabe bzw. den Empfang der Daten sicher.

Der Auftragnehmer garantiert dem Auftraggeber die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Vorgaben ge- mäß EU-Recht, insbesondere der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und nationalem Recht, z.B. Bun- desdatenschutzgesetz (BDSG n. F.) und weist dies dem Auftraggeber auf dessen Verlangen unentgeltlich und in angemessener Form nach. Insbesondere informiert der Auftragnehmer die Betroffenen jeweils sach- gerecht über die geplante Datenverarbeitung, lässt ihnen die weiteren Informationen gem. Art. 13, 14 DSGVO zukommen und stellt die für die jeweilige Datenverarbeitung erforderliche Rechtsgrundlage sicher. Im Falle von meldepflichtigen Datenschutzverletzungen gem. Art. 33 DSGVO, bei denen Beschäftigte des Auftraggebers betroffen sind und an diese eine Mitteilung Art. 34 DSGVO durch den Auftragnehmer zu er- folgen hat, unterstützt der Auftraggeber den Auftragnehmer bei der Bereitstellung der Mitteilung nach Art. 34 DSGVO an die betroffenen Beschäftigten.

5.3 5.3 Schutz von Privatgeheimnissen Soweit der Auftragnehmer im Rahmen seines Auftrages Daten verarbeitet, die in den Anwendungsbereich von § 203 Strafgesetzbuch (StGB) fallen (im Folgenden „Geheimnisschutzdaten“), verpflichtet er sich zur Geheimhaltung nach § 203 StGB gemäß der beigefügten Vorlage, als Anlage Nr. 5 „Autobahn Verschwie- genheitsverpflichtung nach 203 StGB“ zur Vergabe.

6 Informationssicherheitsanforderungen

Der Auftragnehmer weist während der Vertragslaufzeit, für den in der Ausschreibung definierten Aufgaben- bereich nach, dass er ein funktionsfähiges Informationssicherheitsmanagement hat. Dies beinhaltet mindes- tens:

• Benennung Informationssicherheitsbeauftragter • Strukturierter Umgang mit Informationssicherheitsvorfällen • Awarenessschulungen der Mitarbeiter • Lieferantenmanagement

Zum Nachweis dieser Punkte ist ein Konzept (max. 4 Seiten DIN-A4, Schriftgröße Arial 11, inkl. Abbildungen) mit dem Angebot einzureichen, welches die Umsetzung dieser Anforderungen beschreibt. Dieses Konzept fließt in die Bewertung ein, vgl. Anlage Zuschlagskriterien, Punkt 1.3.

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STAND: 02.07.2026 SEITE 19 VON 20 Hinsichtlich Ihrer Einreichung existiert keine Formvorgabe (Layout, etc.). Fügen Sie Ihren Angebotsunterlagen bitte ein separates Dokument bei, aus welchem die erforderlichen Informationen hervorgehen.

Falls Cloudhosting angeboten wird, muss der Auftragnehmer und/oder ggf. seine Dienstleister, einen Nach- weis auf Basis BSI Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue – C5:2020 oder vergleichbare Sicherheits- zertifizierungen erbringen.

Alle benötigten Sicherheitsrichtlinien, technischen Richtlinien sowie weitere Hilfsmittel werden dem Auftrag- nehmer zur Verfügung gestellt. Abweichungen von den Anforderungen der Autobahn GmbH werden zusam- men unter Berücksichtigung der zugrundeliegenden Schutzbedürfnisse und Risiken evaluiert und bei Bedarf durch definierte mitigierende Maßnahmen korrigiert.

Über sicherheitsrelevante Ereignisse ist über die gesamte Vertragslaufzeit eine Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer aufrechtzuerhalten, mindestens erfolgt dies unter Beteiligung/ Informa- tion der Funktionen – Leiter Stabsstelle Informationssicherheit, Teamleiter IT-Sicherheit, Leiterin Stabsstelle Datenschutz und Leiter IT. Nach Zuschlag werden die genauen Prozesse und Eskalationswege bilateral abge- stimmt und vereinbart.

7 Termine / Leistungszeitraum

Der Leistungszeitraum beginnt mit Beauftragung der Toll Collect GmbH, frühstens aber mit Zuschlagsertei- lung und beträgt 24 Monate. Der Auftraggeber behält sich das Recht vor, den Vertrag einmalig, um bis zu 12 Monate zu verlängern. Die Verlängerung erfolgt optional. Ein Anspruch auf Verlängerung seitens des Auftragnehmers besteht nicht.

Die Umsetzung erfolgt entlang der in Kapitel 3 definierten Arbeitspakete. Eine parallele Umsetzung ist zuläs- sig, sofern dies zur Zielerreichung zweckmäßig ist.

Die folgenden Meilensteine sind verbindlich einzuhalten:

  • Meilenstein 1: Abnahme Gesamtkonzept (Ende AP 1, spätestens Monat 3)
  • Meilenstein 2: Erfolgreiche Installation sowie Kalibrierung und Validierung (Ende AP 2, spätestens Monat 9)
  • Meilenstein 3: Stabiler Regelbetrieb mit belastbaren Ergebnissen (spätestens Monat 15)
  • Meilenstein 4: Abschlussbericht (Ende AP 4, spätestens Monat 24)

Die detaillierten terminlichen Anforderungen sind in den jeweiligen Arbeitspaketen festgelegt. Abweichun- gen von den Terminvorgaben sind frühzeitig mit dem Auftraggeber abzustimmen.

8 Nutzungs- und Verwertungsrechte

Für dieses Projekt werden die Nutzungsrechte so verstanden, dass dem Auftragnehmer keine Nutzungs- rechte eingeräumt werden. Die bereitgestellten Informationen der Toll Collect bzgl. Kohortenbildung sowie der BASt/Autobahn GmbH bzgl. der Achslastmessstellen sind vertraulich zu behandeln und ausschließlich für das hier beschriebene Projekt zu verwenden.

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STAND: 02.07.2026 SEITE 20 VON 20 Gemeinsame Veröffentlichungen und Präsentationen sind in Abstimmung der Projektbeteiligten möglich und gewünscht.

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