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Anlage 7_PLF SGB_Fledermauskästen Gebäude und Bäume_April 2024.pdf

Ingenieurleistungen für die technische Ausrüstung einer sechsgruppigen Kita und eines Jugendzentrums

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 01.10.2026, 14:16 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.vmp-rheinland.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

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Büro für Umweltplanung

 Artenschutzprüfung  Faunistische Kartierung  Umweltbildung  Öffentlichkeitsarbeit

Leitfaden Nisthilfen

Planungshilfe zur Anbringung von

Fledermauskästen und Mauerseglernistkästen

an Gebäuden und Baumbestand im Rahmen

von Baumaßnahmen in Bonn

Auftraggeber:

Bundesstadt Bonn Städtisches Gebäudemanagement Stadthaus, Berliner Platz 2 53111 Bonn

Stand: April 2024

Büro für Umweltplanung ▪ Dipl.Ing.agrar A.Königsmark ▪ Burbacherstr. 265 ▪ 53129 Bonn ▪ Tel.: 0228 / 9107220 ▪ mail: akoenigsmark@web.de ▪ www.artenschutzpruefung-bonn.de

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Artenschutz in Bonn Leitfaden Nisthilfen

Inhalt

Fledermauskästen am Gebäude ...................................................................................... 3 Mauerseglerkästen am Gebäude ................................................................................... 19 Anhang .......................................................................................................................... 20 Praxisbeispiele ........................................................................................................... 26 Fledermausquartiere mithilfe der Gebäudesubstanz schaffen ................................... 31 Landschaftsplanung ................................................................................................... 33 Weiterführende Leitfäden ........................................................................................... 36

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Hochbau

Fledermauskästen am Gebäude

Menge: 4 Kästen pro lange Gebäudeseite, 2 Kästen pro kurze Gebäudeseite insgesamt zwischen 6 – 10, davon mind. 1 Großraumkasten geeignet für „Wochenstube“

Standorte: nie nach Norden, bevorzugt Südfassade, Südwest und Südostfassade

Abstand: keine Mindestabstände zwischen den Kästen nötig. Möglichst gleichmäßig über die Fassaden verteilen. Ecksituationen, Nischen, Simse oder andere Strukturelemente bevorzugen.

Montagematerial: mitgelieferte Schrauben meist nicht ausreichend. Frühzeitig rostfreie Montagematerialen wie z.B. Gewindestange, stärkere Schrauben und hochwertigere Dübel besorgen.

Bei Anbringung zu beachten:

 Höhe mind. 3-5 m aufwärts, am besten unter Traufe, Dachrand, Vorsprüngen  Nicht im Bereich von Balkonen  Langfristig freier Anflug (keine Äste vor der Einflugöffnung, auf Jungbäume achten die davor wachsen könnten, ggf. Äste rückschneiden), keine Neubauten die mittel- bis langfristig vor die Kästen kommen  marder- und katzensicherer Standort, dh. auf ausreichende Entfernung (ca. 1 m) zum Regenfallrohr, Simsen, Fensterbrettern etc. achten  Stellen mit so wenig Beleuchtung wie möglich wählen, ideal ist unbeleuchtet  Kästen im Windschatten montieren, Fledermäuse reagieren empfindlich auf Zugluft  Hangplätze über Fenstern und Balkonen meiden, da hier Konflikte durch herabfallenden Kot / Anwohnern entstehen können  Kästen an unterschiedlichen Expositionen anbringen, nicht nur an eine Fassade, um unterschiedliche Mikroklimata anzubieten.  Kästen unterschiedlicher Bauform, Farbe und Größe anbieten  Temperaturverhältnisse am Hangplatz abschätzen und Kasten darauf abstimmen – schattiger Standort dunkler Kasten, voll besonnter Standort heller Kasten mit großem Volumen, am besten mit mehreren Kammern  Kästen können in der Fassadenfarbe gestrichen werden um weniger aufzufallen

Hersteller / Bezugsquellen für Fledermauskästen http://www.naturschutzbedarf-strobel.de/ http://www.schweglershop.de/ https://www.nistkasten-hasselfeldt.de/Fledermauskaesten https://www.vivara.de/gartentiere/fledermause.html http://www.vivarapro.de/Fledermaeuse https://www.gruenshoppen.de/nistkaesten/fledermauskaesten https://www.nabu-shop.de/garten-tierwelt/fledermause.html http://www.all-about-bats.net/dversand/iartikel.htm

Neu: Eigene Produkte von Herstellen von Fassadensystemen: Alsesso www.alsecco.de bietet Fledermaus- und Mauerseglerkasten an

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Geeignete Aufsatzsysteme:

Kästen, die an die Fassade gehangen werden

Vorteil:

- Können zeitlich unabhängig von den einzelnen Bauphasen, auch im

Nachhinein angebracht werden

- Der Baukörper bleibt unberührt,

- Oft sehr flexibel montierbar

- Können remontiert werden, falls die Fassade langfristig saniert werden

muss oder ein Anbau geplant ist

- Anbringung sehr simpel, von jedem umsetzbar

Nachteile:

- Meist teurer als Einbaulösungen

- Sind optisch auffälliger

- Die Verkehrssicherheit muss gewährleistet sein, Anbringung muss

sturmfest sein

- Vogelarten können Kastendach als Ansitz benutzen und so

Verschmutzungen an der Fassade verursachen

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Fledermaus Universal-Sommerquartier 2 FTH – Schwegler

Artikelnr. 00772/8, Achtung lange Lieferzeit mehre Monate

Größe B 50 cm x H 70 cm x T 19,5 cm , Gewicht: ca. 25 kg

Hängung nebeneinander immer 1 x hell neben 1 x dunkel anbringen, Hängung einzeln sonniger Standort heller Kasten, dunkler Standtort schwarzer Kasten

Vorsicht: Richtiges Modell bestellen 1 FTH ist mit Holzwänden, darauf achten den 2 FTH mit Holzbetonabtrennungen zu wählen

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Fledermaus-Fassadenquartier 1FQ – Schwegler

Artikelnr. 00760/5, Achtung lange Lieferzeit mehre Monate

Größe B 35 x H 60 x T 9 cm, Gewicht ca. 15,8 kg

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VK SK 03 Fledermauskasten – Vivara Pro

Artikelnummer 91463

Größe 118 x 79 x 15, Gewicht 18 kg

Bislang nur wenig Erfahrungen mit Spechtschäden, besser nicht in Waldrandlage

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VK WS 09 Fledermauskasten – Vivara Pro

Größe 30 x 50 x 7,5, Gewicht 7.6 kg

Auch in Weiß lieferbar, hier immer einen schwarzen neben einen weißen montieren, darauf achten, dass die seitlichen Durchgänge bündig aneinander liegen

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Fledermaus Fassaden Universal Sommerquartier Modulquartier - Hasselfeld

Produktnummer: FFMQ

Größe: Höhe: 69 cm, Breite: 33 cm und Tiefe: 16,5 cm, Gewicht pro Modul ca. 26 kg

Immer einen hellen neben einen dunklen hängen, auf bündige Montage zwischen zwei Kästen achten damit der Durchgang auf gleicher Höhe und ohne Spalt zwischen den Kästen liegt.

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Geeignete Einbausysteme:

Kästen, die in die Fassade integriert bzw. mit verbaut werden

Vorteil:

- Kostengünstig

- Stehen dauerhaft für Arten zur Verfügung

- Verschwinden optisch in der Fassade und fallen nicht auf

- Sind per se verkehrssicher montiert, nichts kann bei Sturm heraus-

oder herunterfallen

- Ein Ansitzen von Vögeln ist nicht möglich, Fassade bleibt sauber

Nachteile:

- Nicht remontierbar, verbleiben dauerhaft im Baukörper

- Montage muss zeitlich auf den Bauablauf abgestimmt werden, daher

rechtzeitig bestellen und Gewerke einweisen, damit fachgerecht

montiert wird

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Mauerseglerkästen am Gebäude

Menge: mindestens 5, so viel wie möglich da Koloniebrüter

Standorte: die Nord- und Ostfassade empfohlen, nicht nach Süden ! könnte zu heiß werden und Gelege und Jungtiere gefährden

Abstand: keine Abstände nötig, können nebeneinander und untereinander montiert werden

Montagematerial: durch rostfreie Materialien ersetzten

Bei Anbringung zu beachten:

  • Höhe der Anbringung mindestens 6 m, je höher desto besser
  • Kästen werden mit fest installiertem Einflug (Einflugrosette) oder herausschraubbaren Einflug geliefert. Herausschrauben bietet die Möglichkeit bei Fremdnutzung durch z.B. Meisen oder Stare den Kasten zu reinigen und damit wieder für Mauersegler zur Verfügung zu stellen
  • Bei der Montage sollte darauf geachtet werden, die Einflugrosette quer und nicht längs einzusetzen. Damit kann eine Fremdnutzung z.B. durch Stare ausgeschlossen werden kann.
  • Bei dem System von alsecco kann die Einflugrosette mit verputzt werden, dann ist nur der Einflugspalt zu sehen. Davon würde ich in Bonn dringend abraten! Halsbandsittiche kommen zwar nicht in die Systeme, inspizieren diese aber und könnten dann die Ränder anpicken oder durch Ansitzen beschädigen. Daher wird empfohlen die glatten Rosetten auf dem Putz liegend zu installieren.
  • Kleinste mögliche Einflugöffnung 35 x 60 mm bevorzugen, um Stare weg zu halten
  • Bei Schulen und Kindergärten wird empfohlen eine schraubbare Einflugrosette aus Sicherheitsgründen punktuell zu verkleben
  • Mauersegler lassen sich beim Ausflug zunächst fallen, daher freien An- und Abflug gewährleisten, Abstand zu Balkonbrüstungen, Fluchttreppen etc. mind. 1 m
  • Keine Standorte die zur Dämmerung beleuchtet werden
  • Auf dauerhaft freien Anflug achten – können Bäume vor die Kästen wachsen, sind Neubauten geplant etc.

Wichtig: Verhindern, dass sich Tauben auf die Kästen setzen können. Hier Taubenspikes aufkleben oder schräge „Dächer“ aus rostfreiem Blech anbringen. Bei Einbaukästen darauf achten, dass sich der Kasten bündig in die Fassade integrieren und keine Ränder hervorstehen.

Hersteller / Bezugsquellen für Mauerseglerkästen http://www.naturschutzbedarf-strobel.de/ http://www.schweglershop.de/ https://www.nistkasten-hasselfeldt.de/Fledermauskaesten https://www.vivara.de/gartentiere/fledermause.html http://www.vivarapro.de/Fledermaeuse https://www.gruenshoppen.de/nistkaesten/fledermauskaesten https://www.nabu-shop.de/garten-tierwelt/fledermause.html

Neu: Eigene Produkte von Herstellen von Fassadensystemen: Alsesso www.alsecco.de bietet Fledermaus- und Mauerseglerkasten an

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Mauersegler

Geeignete Aufsatzsysteme:

Kästen, die an die Fassade gehangen werden

Vorteil:

- Können zeitlich unabhängig von den einzelnen Bauphasen, auch im

Nachhinein angebracht werden

- Der Baukörper bleibt unberührt,

- Oft sehr flexibel montierbar

- Können remontiert werden, falls die Fassade langfristig saniert werden

muss, ein Anbau geplant ist oder es Probleme durch Fremdnutzung

von anderen Vogelarten wie Staren gibt

Nachteile:

- Meist teurer als Einbaulösungen

- Sind optisch auffälliger

- Die Verkehrssicherheit muss gewährleistet sein, Anbringung muss

sturmfest sein

- Vogelarten können Kastendach als Ansitz benutzen und so

Verschmutzungen an der Fassade verursachen, daher müssen die

Oberseiten taubensicher gemacht werden z.B. durch Aufkleben von

Spikes, oder Anbringen schräger Dächer aus Blech

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Mauersegler

Geeignete Einbausysteme:

Kästen, die in die Fassade integriert bzw. mit verbaut werden

Vorteil:

- Kostengünstig

- Stehen dauerhaft zur Verfügung

- Können in großen Mengen unauffällig eingebaut werden,

- Verschwinden optisch in der Fassade und fallen nicht auf

- Sind per se verkehrssicher montiert, nichts kann bei Sturm heraus-

oder herunterfallen

- Ein Ansitzen von anderen Vögeln ist nicht möglich, Fassade bleibt

sauber

Nachteile:

- Nicht remontierbar, verbleiben dauerhaft im Baukörper

- Montage muss zeitlich auf den Bauablauf abgestimmt werden, daher

rechtzeitig bestellen und Gewerke einweisen, damit fachgerecht

montiert wird

- Falls Stare es schaffen, in die Kästen einzudringen kann die Fassade

verschmutzt werden

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Anhang

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Praxisbeispiele

Beispiel 1: verschiedene Temperaturzonen an einer Fassadenseite Auf den folgenden 2 Bildern ist ein Fahrzeugunterstand zu sehen. An die Giebelwand wurden insgesamt 4 Fledermauskästen der Firma Vivara angebracht. Es hängt immer ein schwarzer neben einem weißen Kasten. Bei beiden Paarungen wurden jeweils die seitlichen Sollbruchstellen herausgebrochen, um eine Verbindung zwischen schwarzem und weißem Kasten zu schaffen. Die Fledermäuse können also zwischen beiden Farben wechseln ohne den Innenraum verlassen zu müssen. Vor der Giebelwand befinden sich 3 Einzelbäume, die je nach Sonnenstand die Fassade über den Tagesverlauf unterschiedlich beschatten. Ein Kastenpaar hängt in einer Lücke zwischen den Kronen und wird daher stärker besonnt. Das andere Kastenpaar wurde hinter den Stamm des mittleren Baumes gesetzt, um eine längere Beschattung zu erzielen. Dadurch konnten mit 4 Kästen auch 4 mikroklimatisch unterschiedliche Quartiere angeboten werden. Alle Kästen wurden knapp unter der Attika angebracht, um eine maximale Höhe zu erreichen und da Fledermäuse meist Quartierstrukturen am Dachrand suchen. Der Abstand zwischen Baumstamm und Wand ist weit genug um zu verhindern, dass Raubtiere (Katzen, Marder) den Kasten erreichen können, auch sind keine Seitenäste im Weg oder wachsen zu nah an den Kasten heran. Tipp: Verschiedene Mikroklimata können, abgesehen von Farbe und Beschattung, auch angeboten werden, indem man unterschiedliche Kastenmodelle mit verschiedenen Volumen und Größe anbringt. An der Fassade fallen solche Mischungen optisch allerdings mehr auf, als die Anbringung des gleichen Kastentyps.

Abbildung 1: Montage von Fledermauskästen an unterschiedlich beschatteten/besonnten Bereichen an derselben Fassade

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Abbildung 2: Detailansicht Verbund schwarzer und weißer Kasten für unterschiedliches Mikroklima Beispiel 2: Nische, Ecken, Überstände, Simse etc. nutzen Die Fassade dieser Turnhalle weist eine Unterteilung durch Betonstreben auf. Hierdurch entstehen Ecken. In diese Ecken wurden Fledermauskäsen gesetzt. Die Kästen wurden von den Maßen so gewählt, dass sie sich bündig, ohne Überstand auf die Fassade setzen lassen. Vögeln ist es so nicht möglich auf den Kästen zu landen und die Fassade zu verschmutzen oder Fledermäuse zu erbeuten. Darüber hinaus bricht sich in Ecksituation der Schall anders als bei der Reflektion von einer geraden Fläche. Für die Fledermäuse ist es so einfacher mittels Ultraschall-Rufe die Kästen auf der Fassade zu finden und als geeignete Quartierstruktur zu identifizieren.

Abbildung 3: Nutzen von Nischen für die witterungsgeschützte Montage

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Beispiel 3: Fassadenbedingte Kombination verschiedener Kastengrößen. Lockkasten In der Praxis ist es oft so, dass die Gestaltung der Fassade vorgibt, welche Kastenlösungen überhaupt umgesetzt werden können. Im unteren Beispiel (Universitätsklinik Bonn) sieht man, dass bedingt durch die Fensterfronten, nur wenig freier Raum ist, um Kästen ohne potentielle Verschmutzung von Fensterbrettern und Scheiben und mit möglichst geringer Beleuchtung anzubringen. Darauf, dass Ecksituation von Fledermäusen besonders gut aufzufinden sind wurde bereits eingegangen. Hier steht aber nur ein sehr schmaler Streifen der Fassade, zwischen der Gebäudeecke und dem angebauten Turm (linke Seite Bild), zur Verfügung. Es wurde daher ein kleiner Kastentyp gewählt, der sich gut unter die Traufe einfügt. In dem Bereich konnten bei einer Kartierung relativ viele Zwergfledermäuse nachgewiesen werden. Eine Wochenstube auf dem Gelände ist wahrscheinlich. Der kleine Kastentyp eignet sich aber nicht für eine Wochenstubenkolonie. Daher wurde noch ein Großraumkasten installiert (Spritzkorkmodell Vivara). Die Idee ist, dass die Fledermäuse durch den kleinen Kasten erstmal an die Fassade gelockt werden sollen, da dieser leichter aufzufinden ist. Durch Sozialrufe und Kotmarkierungen werden weitere Fledermäuse angelockt, die beginnen die Fassade zu erkunden. Im Idealfall wird dabei der Großraumkasten angenommen. Da die kleinen Kästen sehr preisgünstig sind, lohnt sich ein oder mehrere Lockkästen immer, um die Wahrscheinlichkeit der Besiedelung eines Großraumkastens zu erhöhen. Sollte keine Wochenstube einziehen können sich immer noch Männchen an der Fassade ansiedeln.

Abbildung 4: Kleiner Kasten mit idealer Aufhängung zum Anlocken an den größeren Kasten

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Beispiel 4: Integration ins WDVS bei nicht passenden Maßen Im folgenden Beispiel ist ein Sozialwohnblock in der Verdistrasse in Bonn-Endenich zu sehen. Der Träger hat hier sehr viele Mauerseglernistkästen in das WDV-System integriert. Bei Mauerseglerkästen sind nur wenig Modelle auf dem Markt, so dass kein Typ gefunden werden konnte, der bündig in die geplante Plattenstärke des WDVS eingebaut werden konnte. Daher wurde in dem Bereich unterhalb der Traufe, trotz anfänglicher Bedenken bezüglich der Optik der Fassade, ein breiterer Streifen aus dickeren Styroporplatten aufgeklebt, in die die Mauerseglerkästen bündig versenkt werden konnten. Die restliche Fassade wurde mit den Styroporplatten in der geplanten, etwas schmaleren Dicke gedämmt. Alles wurde mit Fassadenfarbe gestrichen. Im Endergebnis fällt diese „Notlösung“ nicht mehr auf. Der geringe Absatz zwischen den Platten an der gesamten Fassade und dem breiteren Streifen unterhalb der Traufe fügt sich optisch unauffällig. Durch den Dachüberstand liegen die Kästen im Schatten und sind von unten daher nicht zu sehen. Auch mit Fledermauskästen sind solche Lösungen umsetzbar.

Mauerseglerkästen unter der Traufe, Absatz durch unterschiedliche Styroporstärke

Durch Lage im Schatten der Traufe von Unten nicht zu erkennen

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Beispiel 5: Integration ins WDVS und Fremdnutzung durch nicht Zielarten In Bonn gibt es eine Population von ca. 2000 Halsbandsittichen, die oft WDVS als Brutplatz nutzen. Meist wurde eine erste Beschädigung durch Spechte initialisiert. Die Halsbandsittiche sind aber durchaus in der Lage Löcher zu erweitern und zu vertiefen. Auf der unteren Abbildung sind 2 Mauerseglerkästen und zwei Fledermauskästen in die Wärmedämmung eingebaut worden. Die Fledermauskästen befinden sich an der Stelle des ehemaligen Quartiers. Auf der unteren Abbildung ist zu sehen, wie ein Trupp Halsbandsittiche die Öffnungen in der Fassade kontrolliert und testet, ob der Einflug erweiterbar ist. Hier wird deutlich wie wichtig es ist, nur Kastentypen aus bewährten Holzbetonmischungen einzubauen und warum von Holz abgeraten wird. Bislang konnte noch nicht beobachtet werden, dass es Halsbandsittichen gelungen ist in die Systeme von Schwegler oder Vivara einzudringen. Allerdings können statt der gewünschten Mauersegler kleinere Brutvögel, oft Meisen, oder Stare die Kästen beziehen. Da man diese nicht reinigen, bzw. die Nester ausräumen kann, sind diese dann für Mauersegler verloren. An eingebauten Fledermauskästen kann es nur Probleme mit Hornissen oder Wespen geben, falls im Inneren Holz verbaut wurde.

Abbildung 5: Halsbandsittiche bei der Inspektion von Mauerseglernistkästen,

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Fledermausquartiere mithilfe der Gebäudesubstanz schaffen Prinzipiell kann ein Ausgleich von Fledermausquartieren auch mit dem Neubau oder der Sanierung selbst erfolgen. Es müssen nicht zwangsläufig Fledermauskästen angebracht oder eingebaut werden. An einem Gebäude mit Flachdach kann z.B. ein Attikablech montiert werden, dass 12-15 cm breit ist und einen Abstand von mind. 1,5 cm zu einer rauen Fassade hat. Für Zwergfledermäuse wäre dieser Spaltraum als Quartier schon ausreichend. Bei Gebäuden mit Traufe kann hier an mehreren Stellen eine Öffnung oder Spaltraum geschaffen werden oder es werden Insektenlochbleche zumindest an den Südfassaden weggelassen. Zahlreiche Beispiele für die Schaffung von Fledermausquartieren mit dem Gebäude können dem „Baubuch Fledermäuse. Eine Ideensammlung für fledermausgerechtes Bauen“ – von DIETZ, MARKUS & WEBER, MARION (2000) entnommen werden (Herausgeber BUND Naturschutzzentrum Hegau. Giesen.223 S.). Die Abbildungen 21-23 zeigen wie ein Fledermausquartier in das Haus der Natur am Venusberg mit der Fassade geschaffen wurde. Die Holzverkleidung der Fassade ist gleichzeitig die Vorderwand des integrierten Hangplatz. Von Außen ist nur der Einflugspalt zu sehen. Hier wurde vor die Unterspannbahn, zwischen die Holzsparren, ein Quartierraum aus Holz integriert. Die Ränder bestehen aus Dachlatten mit 2,5 cm breite. Um diesen Raum auf 1,5 cm zu verkleinern wurden im Bereich des Einflugspalts 2 Bretter angeschraubt. Dadurch steht ein schmaler Spaltraum mit 1,5 cm und ein großer Spaltraum von 2,5 cm zur Verfügung. Außerdem sollen so kleinere Brutvögel davon abgehalten werden Nistmaterial in den Einflugspalt einzutragen.

Quartiere, die mittels der Gebäudesubstanz geschaffen werden, fallen optisch nicht auf und eignen sich so sehr gut für denkmalgeschütze Objekte. Darüber hinaus ist ein sehr guter Witterungsschutz gegeben. Es ist aber darauf zu achten, dass herabfallender Fledermauskot nicht zu Konflikten führt.

Dachböden, die für Fledermäuse zugänglich gemacht werden und in die ggf. Hangplätze integriert werden (siehe Abb. 21) müssen regelmäßig gereinigt werden. Bei großen Fledermauskotansammlungen könnten sich ansonsten auch Parasiten, wie Bettwanzen, einstellen.

Abbildung 6: Integriertes Fledermausquartier am Haus der Natur, Venusberg

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Abbildung 7: Einbau zwischen die Sparren

Abbildung 8: Hangplatz, sägeraues, unbehandeltes Holz

Abbildung 9: Eingebauter Hangplatz für Fledermäuse, Kapelle Südfriedhof Bonn

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Landschaftsplanung

Montage von Fledermauskästen am Baumbestand  Anbringung ab 2,50 m Höhe, darauf achten, dass Anflug auch dauerhaft frei beleibt z.B. ausreichend Abstand von Seitenästen, Unterwuchs,  Höhe der Anbringung bei mehreren Kästen variieren zwischen ca. 2.50 m und 6 m  Anbringung in unbeleuchteten Bereichen, Flugloch soll im Dunklen liegen  Abstand zu Störungsquellen einhalten  Einflugloch beim Aufhängen des Kastens nach Südwest, Südost, West oder Ost ausrichten, nie nach Norden  Bei Anbringung von mehreren Kästen die Ausrichtung der Einfluglöcher variieren z.B. 5 Kästen mit Ostexpositions und 5 mit Südostexposition  Abstand zwischen den Kästen ca. 50 m  Kasten eher nach unten geneigt, als nach oben geneigt anbringen, damit Regen und Wind nicht eindringen können  Bei der Großraumhöhle 2GR 00218/1 ist eine gute Auflage am Stamm dringend notwendig, damit die Rückseite von Fledermäusen genutzt werden kann. Hier auf ausreichenden Stammumfang achten und Stellen mit Wülsten, Auswüchsen meiden. Der Kastentyp sollte möglichst hoch angebracht werden, ab ca. 3 m und es dürfen sich kein Unterwuchs (Gebüsche, Brombeeren) oder Äste darunter befinden, da sich die Fledermäuse beim Ausflug zunächst fallen lassen. Besonders geeignet an Bäumen mit rauer Rindenstruktur wie Eiche, Nadelbäume, etc. diesen vor Ahorn oder Buche den Vorzug geben.  Kästen mit Bügeln sind am Baumbestand leichter zu montieren und benötigen nur einen Aufhängpunkt  Rundkästen nur anbringen, wenn langfristig jährliche Reinigung gewährleistet werden kann  Nicht an Bäume die zum Klettern für Kinder geeignet sind

Die Kästen zur Montage an Bäumen werden in der Regel mit einem Aluminiumnagel geliefert. Von Seiten des Forstes werden Alu Nägel bevorzugt, da diese im Sägewerk keine Beschädigungen am Sägeblatt verursachen. Auch hier wird empfohlen eine Unterlegscheibe zur zusätzlichen Sicherung unterzuschieben oder noch Blumendraht um Bügel und Nagel zu wickeln. Dadurch liegt der Kasten stabiler am Baum an und scheuert so nicht bei Wind über die Rinde oder wird bei Sturm abgerissen. Bei den beiden Großraumkästen von Vivara (VK WS 04, 12 kg) und Schwegler (1FFH, 16 kg) können alternativ auch Schrauben eingedreht werden. Diese wachsen sehr fest in den Stamm ein und sind nicht mehr lösbar. Der Vorteil ist die sturmfeste Anbringung, besonders im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht wichtig. Nachteil ist, dass der Kasten nur sehr schwer wieder abzunehmen ist. Der Kasten von Vivara bietet an beiden Seiten zusätzlich Ösen, um hier noch mit Seilen um den Stamm zu sichern. Der Kasten von Schwegler hat leider keine zusätzlichen Montagemöglichkeiten, so dass Seile über den Kasten laufen müssen. Damit der Kasten wirklich nicht abreißt, kann der Bügel noch zusammengedrückt und mit Kabelbinder gesichert werden (Abb.21).

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Seitenäste liegen vor dem Einflugbrett, Anflug daher eng, nur von wendigen Arten wie Bechstein, Langohr zu nutzen, Abendsegler ausgeschlossen

2 FN von Schwegler an Stamm mit gekappter Krone, langfristig freier Anflug, für alle Waldarten geeignet

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Großraumkasten VK WS 04 Vivara, zusätzliche Sicherung mit Packriemen an Ösen

Großraumkasten Schwegler 1 FTH, keine Ösen, Riemen laufen über den Kasten

Edelstahlschraube mit Unterlegscheibe, Bügel gebogen und mit Kabelbinder gesichert

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Weiterführende Leitfäden

Baubuch Fledermäuse. Eine Ideensammlung für fledermausgerechtes Bauen. - Autoren: D , IETZ M & W , M (2000). Herausgeber BUND Naturschutzzentrum Hegau. Giesen. ARKUS EBER ARION 223 S. Fledermausschutz im Siedlungsbereich. Hinweise zur Biotop- und Landschaftspflege. - Herausgeber:DVL & LUA (D V L & L EUTSCHER ERBAND FUR ANDSCHAFTSPFLEGE ANDESUMWELTAMT B , 1998). Druck & Design, Templin. 11 S. RANDENBURG

Aktiver Fledermausschutz. Band III - Richtlinien für die Erhaltung und Neuschaffung von Fledermausquartieren in und an Gebäuden. - Herausgeber: KOF & SSF (K O F & S S F OORDINATIONSSTELLE ST FUR LEDERMAUSSCHUTZ TIFTUNG ZUM CHUTZE UNSERER LEDERMAUSE S , 1993). Druckerei der Stiftung Zentralstelle der Studentenschaft der Universitat IN DER CHWEIZ Zurich. 44 S. Fledermausquartiere an Gebäuden. Erkennen, erhalten, gestalten. - Herausgeber: L U F (B L U , 2008). Ellwanger Druck und Verlag GmbH. 36 S. AYERISCHES ANDESAMT FUR MWELT

Fledermausschutz an Gebäuden. Quartiere schaffen und erhalten. - Herausgeber: NABU (N N ; o.J.): Munstermann GmbH & Co. KG, Hannover. 31 S. ATURSCHUTZBUND IEDERSACHSEN

Leitfaden zur Sanierung von Fledermausquartieren im Alpenraum. - Autoren: R , G & EITER UIDO Z , A (2006). INTERREG IIIB-Projekt Lebensraumvernetzung, Koordinationsstelle AHN NDREAS fur Fledermausschutz und -forschung in Osterreich (KFFO) & Koordinationsstelle fur Fledermausschutz Sudbayern. 126 S.

Wärmesanierung und Artenschutz an Gebäuden. BUND Region Hannover 2011 Autoren: Sibylle Maurer-Wohlatz | Dr. Susanne Salinger I Dipl.-Biol. Jana Lübbert I Dipl.-Biol. Elke Mühlbach, Prof. Dr. Hans Walter Louis

Mehr Platz für Spatz & Co.- Artenschutz an Gebäuden. Eine Informationsbroschüre für Architekten, Handwerker und Immobilienbesitzer- BUNDhintergrund NRW, Oktober 2015, Franco Cassese

Naturschutz am Haus - Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., Landesverband Berlin web: www.berlin.nabu.de Redaktion: Katrin Koch, NABU Berlin, Jens Scharon, NABU Berlin www.lebensraumhaus.nabu-berlin.de

Energtische Sanierung- Fortschritt für Klimaschutz und Artenschutz. Freie und Hansestadt HamburgBehörde für Stadtentwicklung und UmweltAmt für Natur- und RessourcenschutzAbteilung NaturschutzStadthausbrücke 8, 20355 Hamburg

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