[Seite 1]
STÄDTISCHES
GEBÄUDEMANAGEMENT BONN
ANLAGE 6 PLF
GEBÄUDEAUTOMATION
PFLICHTENHEFT
STAND: JULI 2023
[Seite 2]
- 2 -
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ....................................................................................................... 2
1 Zentrale Management und Bedieneinheit (MBE) ............................................ 4
2 Lokale Bedienstation (LBST) ........................................................................... 5
3 Automatisationsstationen (AS) ....................................................................... 5 3.1 Lokale Vorrangbedienung (LVB .......................................................................... 6 3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten ............................................................................ 6 3.3 Manuelle Nutzzeitverlängerung .......................................................................... 7 3.4 Stör-, Alarm-, Gefahr- und sonstige Meldungen.................................................. 7 3.5 Brandmeldeanlagen (BMA) und Brandschutzklappen (BSK) .............................. 7
4 Optimierungsprogramme................................................................................. 7 4.1 Wochen- und Jahreszeitprogramme ................................................................... 8 4.2 Netzausfall- und Netzwiederkehr ........................................................................ 8 4.3 Intermittierendes Schalten (Laufzeitreduzierung) ................................................ 8 4.4 Gleitender Soll- und Grenzwert .......................................................................... 8 4.5 Enthalpie- und Temperaturregelung ................................................................... 8 4.6 Betriebsstundenerfassung .................................................................................. 9 4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) ................................... 9 4.8 Gleitendes Schalten (Start – Stopp – Optimierung), Gebäudetemperaturbegrenzung ......................................................................... 9 4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm ................................................................ 10 4.10 Außentemperaturabhängiges Schalten (Stützbetrieb) ...................................... 10 4.11 Kaskadenregelung für Lüftungs- und Klimaanlagen ......................................... 11 4.12 Freie Nachtabkühlung bei Lüftungsanlagen ...................................................... 11 4.13 Raumluftqualitätsregelung (CO ) allgemein ...................................................... 11 2 4.14 VOC – Regelung (flüchtige organische Verbindungen) ..................................... 12 4.15 Präsenzmeldersteuerung ................................................................................. 12 4.16 Pumpen- und Ventil – Blockierschutzschaltung ................................................ 12 4.17 Warmwasserbereiter ........................................................................................ 12
5 Feldgeräte ....................................................................................................... 12 5.1 Feldgeräte allgemein ........................................................................................ 12 5.2 Raumlufttechnische Anlagen (RLT) .................................................................. 13 5.3 Bussysteme und Energieerfassung .................................................................. 13 5.4 Wärmeerzeugungsanlagen und Kältemaschinen .............................................. 14 5.5 Schaltschränke ................................................................................................. 14
[Seite 3]
- 3 -
6 BACnet ............................................................................................................ 15 6.1 Anforderungen Objekte .................................................................................... 15 6.2 BIBBs (Interoperabilitätsbausteine) .................................................................. 15 6.3 Melden ............................................................................................................. 16 6.4 Betriebsstunden ............................................................................................... 16 6.5 Meldeklassen (Notification Class) ..................................................................... 16 6.6 Zeitprogramme / Trendobjekte ......................................................................... 17 6.7 Einblendpunkte Management und Bedieneinrichtung / Automatisationsstation 19 6.8 Physikalische Einheiten und Zusatztexte .......................................................... 21 6.9 Objektname und Beschreibung (Description) ................................................... 21 6.10 Beispiele Objektnamen und Beschreibungen ................................................... 25
7 Dokumentation ............................................................................................... 26 7.1 Anlagendokumentation ..................................................................................... 26 7.2 B-PAT (BACnet-Project-Adress-Table) ............................................................. 26
[Seite 4]
- 4 -
Dieses Pflichtenheft wurde in kooperativer Zusammenarbeit und auf Basis der Vorgaben
des Energiemanagements der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln erstellt.
Es dient grundsätzlich verpflichtend als Planungs- und Ausschreibungsleitfaden. Ausnah-
men und Abweichungen bedürfen stets der vorherigen Freigabe durch das Energiema-
nagement des Städtischen Gebäudemanagement Bonn.
Wird die Gebäudeautomation (GA) Gewerke übergreifend eingesetzt, ist diese bei der
Vergabe immer in einem eigenen Fachlos zu vergeben. Gewerke übergreifend bedeutet,
dass neben der Gebäudeautomation mindestens zwei weitere Gewerke der technischen
Gebäudeausrüstung (TGA) beteiligt sind (z.B. Heizung und Lüftung).
1 Zentrale Management und Bedieneinheit (MBE)
Die Kommunikation zwischen Management- und Bedieneinrichtung sowie Automatisations-
station erfolgt über einen DSL-Anschluss mittels BACnet/SC oder durch Nutzung der vor-
handenen Glasfasernetz-Infrastruktur der Bundesstadt Bonn. Sofern das Glasfasernetz im
Objekt verfügbar ist, ist dieses bevorzugt zu nutzen. Zum Einsatz im Schaltschrank für das
Ethernet ist ein 8-Port-Netzwerk-Switch mit Aluminium Gehäuse und externer Spannungs-
versorgung vorzusehen. Der Netzwerk-Switch ist mit demontierbarer Aufnahme für Hut-
schienen zu liefern. Die Installation bzw. Nutzung von W-LAN Komponenten ist nicht
zulässig.
Bei Projektbeginn ist mit dem Energiemanagement Kontakt aufzunehmen, um die Art des
Anschlusses zu klären. Das verantwortlich betreuende Amt für Organisation und Informati-
onstechnologie (Amt 10) wird erst nach Anfrage durch das Energiemanagement, innerhalb
von 20 Arbeitstagen, die erforderlichen IP-Adressen, etc. zur Verfügung stellen.
Die MBE ist beim Energiemanagement vorhanden. Die erforderlichen Grafiken und Ein-
blendpunkte werden vom Energiemanagement erstellt. Hierzu sind EDE -Tabellen nach
Vorgabe der AMEV – Dokument „BACnet 2017, AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet in öf-
fentlichen Gebäuden)“ Anhang 7 – im Excel-, Word- oder PDF-Format sowie Anlagensche-
mata nach VDI 3814-4 von 2003 (mit Reglerobjekten), inklusive gültigem AKS-Schlüssel zu
erstellen und einzureichen. In der EDE-Tabelle muss unter anderem die dem Objekt zuge-
ordnete Meldeklasse (Notification Class) eingetragen werden (Anhang 7.2 Spalte 15).
Die EDE-Tabellen und Anlagenschemata sind dem Energiemanagement ebenfalls mindes-
tens 15 Arbeitstage vor Inbetriebnahme der Automatisationsstation zu liefern.
[Seite 5]
- 5 -
2 Lokale Bedienstation (LBST)
Bei komplexen und/oder weitläufigen Objekten (Liegenschaften) mit mehreren Technik-
zentralen und Automatisations-Standorten besteht zur sicheren und effizienten Betriebs-
führung ggf. die Notwendigkeit eine lokale Bedienstation (LBST) einzurichten. Diese ist mit-
tels eines handelsüblichen Laptop-Rechners mit Microsoft-Betriebssystem (ab Windows
- auszuführen, ggf. kann auch nach expliziter Freigabe durch das Energiemanagement
der Dienst-Laptop des Hausmeisters eingebunden werden. Die Anbindung erfolgt mittels
Kabelverbindung der Kategorie 5-7 (CAT 5-7-Kabel) zum Übertragungsanschluss. Da die
LBST mittels Webbrowser auf den Server der MBE zugreift, ist die Installation und Einrich-
tung im Vorfeld mit dem Energiemanagement abzustimmen.
3 Automatisationsstationen (AS)
Es werden ausschließlich BACnet-Geräte (Controller) als Automationsstation eingesetzt,
die nach DIN EN ISO 16484-6 von einer Akkreditierungsstelle (Akkreditierungsstelle nach
EN ISO/IEC 17025) mindestens gemäß BACnet Revision 1.16 zertifiziert sind und das
AMEV-Profil AS-B erfüllen. Außerdem müssen sie aus Gründen der IT-Security, neben
BACnet/IP aus EN ISO 16484-5 Annex J, auch BACnet Secure Connect (BACnet/SC) als
Node gemäß EN ISO 16484-5 unterstützen.
Die Automationsstation muss als BACnet-Broadcast-Management-Device (BBMD, nach
EN ISO 16484-5 Annex J) einsetzbar sein. Jede Automationsstation muss zwingend den
Zeichensatz ISO 10646 (UTF-8) unterstützen und verwenden, um Umlaute systemüber-
greifend darstellen zu können. Die erforderlichen IP-Adressen und Device-Nummern sowie
Namen der AS (Controller) werden vom Energiemanagement vorgegeben und auf Anfor-
derung mitgeteilt.
Die Regelung und Steuerung der Anlagen erfolgt über autark arbeitende Automationsstati-
onen. Die AS darf für ihre Aufgaben keine Abhängigkeiten zur Management- und Bedien-
ebene aufweisen. Der Betrieb der Anlage erfolgt im Automatikbetrieb durch die Automati-
onsstationen. Sofern mehrere AS erforderlich sind, erfolgt die Kommunikation auf der Au-
tomationsebene mittels BACnet/IP mit den unter Punkt 6.1 (Anforderungen Objekte) darge-
stellten Anforderungen. Außerdem wird sich vorbehalten, zukünftig die verschlüsselte
Querkommunikation über BACnet/SC zu fordern. Die Programme und Daten sind bei
Stromausfall für mindestens 72 Stunden in der Automationsstation zu sichern.
[Seite 6]
- 6 -
3.1 Lokale Vorrangbedienung (LVB
Bei Ausfall oder Fehlfunktion der Automatisationsstation (Controller) muss mit einer LVB
die eingeschränkte Bedienung der Anlage vor Ort sichergestellt werden. Die LVB wird in-
nerhalb des Schaltschrankes eingebaut und darf somit nur durch entsprechend eingewie-
senes Personal bedient werden.
Es sind mindestens folgende Geräte (sofern vorhanden) mit lokaler Vorrangbedienung zu
versehen:
| Gerät | Funktion |
|---|---|
| Pumpen | Automatik / Aus / Ein |
| Antriebe für Ventile/Klappen | Automatik / 0-100% stufenlos |
| Antriebe/Klappen | Automatik / Auf / Zu |
| RLT-Anlagen | Automatik / Aus / Stufe 1-n |
| Wärmeerzeuger | Automatik / Aus / Stufe 1-n |
| Kältemaschinen | Automatik / Aus / Stufe 1-n |
3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten
Dieser Punkt ist nicht zwingend erforderlich, da die Bedienung über die LBST erfolgt.
Zur weiteren lokalen Bedienung und Abfrage von Anlagenzuständen und Messwerten, dem
Ändern von Parametern zur Konfiguration etc. sind nach Abstimmung mit dem Energiema-
nagement an der Automatisationsstation Zugriffsmöglichkeiten mittels Display bzw. Touch-
screen zu schaffen.
Der Touchscreen ist von außen bedienbar in die Schaltschranktüre einzubauen. Ein Öffnen
der Türe zur Bedienung ist nicht zulässig. Die Darstellung auf dem Display ist anlagenori-
entiert und für jeden Verbraucher (Kessel-, RLT-Anlagen, Heizkreise, etc.) einzurichten.
Änderungen und Einstellungen müssen durch unterschiedliche Anwenderstufen mit Pass-
wort gesichert werden. Alle vor Ort vorgenommenen Schaltungen, Einstellungen müssen
an der übergeordneten Management- und Bedieneinrichtung über entsprechende BACnet-
Objekte oder Properties übermittelt und kenntlich gemacht werden. Zum Beispiel muss das
Auslösen eines Stell- und Schaltbefehls mittels Touchscreen mit Priorität 1-10 gekennzeich-
net werden. Alle vor Ort mittels Touchscreen oder sonstigen Eingabemöglichkeiten vorge-
nommenen Einstellungen und Änderungen wie zum Beispiel Änderungen der Objekte für
die Zeitprogramme (Scheduler, Kalender) müssen mittels zugehöriger BACnet-Objekte
durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Änderungen mittels MBE oder/und Bedienmög-
lichkeit vor Ort immer den aktuellen Zustand des BACnet-Objektes darstellen.
[Seite 7]
- 7 -
3.3 Manuelle Nutzzeitverlängerung
Im Regelfall wird eine Nutzzeitverlängerung über den Touchscreen oder den örtlichen Be-
dienrechner vorgenommen. Falls in einem Objekt kein Hausmeister oder eingewiesenes
Bedienpersonal existiert, ist eine manuelle Nutzzeitverlängerung (z. B. für einen Eltern-
abend) mit einem Taster in die LVB, für jeden einzelnen Verbraucher (Heizkreise, raumluft-
technische Anlagen, etc.) einzurichten. Hiermit wird die einfache Nutzzeitverlängerung für
Sonderveranstaltungen ermöglicht. Die Nutzzeitverlängerung ist als analoge Variable so
auszuführen, dass bei Betätigung des Tasters das Zeitintervall von neuem beginnt, sich
also dieses Zeitintervall nicht aufaddiert. Die Betriebszeit-verlängerung darf keine Abhän-
gigkeit zu bestehenden Zeitschaltprogrammen (Wochen- und Jahresschaltprogramme) der
Automatisationsstation aufweisen. Das Öffnen der Schaltschranktüre zur Aktivierung der
Nutzzeitverlängerung ist nicht zulässig.
3.4 Stör-, Alarm-, Gefahr- und sonstige Meldungen
Die Meldungen werden differenziert (einzeln) auf dem Display des Touchscreens und/oder
der lokalen Vorrangbedienung angezeigt. Alle an der Automatisationsstation durchgeführ-
ten Schaltungen (siehe auch Punkt 3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten) sind als örtliche Mel-
dungen einzeln an die Management- und Bedieneinrichtung zu übertragen. Zum Beispiel
die Schaltungen mittels lokaler Vorrangbedienung. Zudem sind alle Schaltungen vom ex-
ternen Bedientableau (z.B. Hallenwarte) als örtliche Meldungen zur MBE zu übertragen. In
die EVC auf den AS ist die Adresse des Empfängers (Zentrale MBE oder lokale MBE) nach
Rücksprache mit dem SGB einzutragen.
3.5 Brandmeldeanlagen (BMA) und Brandschutzklappen (BSK)
Ein Brandschutzklappen-Konzept zur Einbindung von mechanisch oder elektrisch angetrie-
benen BSK wird auf Anfrage für das betreffende Objekt gesondert erstellt.
4 Optimierungsprogramme
Unter anderem sind zur optimierten Betriebsführung mindestens folgende Pro-
gramme einzusetzen:
[Seite 8]
- 8 -
4.1 Wochen- und Jahreszeitprogramme
Wochenprogramme mit Datum und Uhrzeit zur freien Definition von Schaltpunkten (Min-
destzeitpunktdistanz 1 Minute) für mindestens 4 unterschiedliche Zeitintervalle. Jahrespro-
gramme zur freien Definition von Schaltpunkten (Mindestschaltpunktdistanz 1 Tag) für min-
destens 1 Jahr im Voraus oder mindestens 12 verschiedene Zeitintervalle. Sommer- und
Winterzeit muss automatisch umgestellt werden.
4.2 Netzausfall- und Netzwiederkehr
Nach Netzausfällen sind bei Rückkehr alle Programme wieder automatisch zu starten. Der
Start der Anlagenkomponenten ist zeitlich abgestimmt und gegeneinander verzögert durch-
zuführen. Das Anlaufen der Programme und betriebstechnischer Anlagen muss vollauto-
matisch erfolgen und ist als Meldung zur Management- und Bedieneinrichtung zu übertra-
gen.
4.3 Intermittierendes Schalten (Laufzeitreduzierung)
Die Ausschaltzeiten werden nicht starr vorgesehen, sondern richten sich nach aktuellen
Erfordernissen der Aggregate und/oder des Betriebszustandes. Für jedes Aggregat bezie-
hungsweise jede Anlage müssen Mindesteinschaltzeiten vorgegeben werden. Jede behan-
delte Zone beziehungsweise betriebstechnische Anlage soll einer separaten Kenngröße
zugeordnet werden.
4.4 Gleitender Soll- und Grenzwert
Die vorgegebenen Soll- und/oder Grenzwerte werden in Abhängigkeit einer Kurve verscho-
ben. Hier sind sollwertabhängig gleichzeitig obere und untere Messgrenzwerte anzuheben
bzw. abzusenken (Sommer- / Winterkompensation).
4.5 Enthalpie- und Temperaturregelung
Über die Temperatur und die Enthalpie wird zyklisch die Energiemenge von Ab-
und Außenluft, sowie die erforderliche Energiemenge des Zuluft-Stroms erfasst
und verglichen. In Abhängigkeit von dieser Kenngröße wird die Wärmerückge-
winnung bzw. die Umluft-Klappe geregelt.
[Seite 9]
- 9 -
4.6 Betriebsstundenerfassung
Alle angeschlossenen Geräte (Ventilatoren, Pumpen, etc.) erhalten eine Betriebsstunden-
zählung. Diese sind in Stunden darzustellen und mit Grenzwerten zu versehen.
4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt)
Grundsätzlich wird bei den statischen Heizkreisen (HK) eine Außentemperatur (AT) ge-
führte Vorlauftemperaturregelung eingerichtet. Das bedeutet, dass aufgrund der Außen-
temperatur für die Betriebszustände „Tag“ und „Nacht“, Sollwerte für die Vorlauftemperatur
errechnet werden. Im Betriebszustand „Nacht“ wird der errechnete Sollwert „Tag“ um einen
Wert x abgesenkt. Der Wert zur Absenkung besitzt zur Verminderung der Vorlauftemperatur
ein negatives Vorzeichen (z.B. -16K). Der Wert zur Absenkung ist dem BACnet-Netz als
Sollwert zur Verfügung zu stellen. Alternativ besteht die Möglichkeit, den minimalen und
maximalen Wert der Stützpunkte der Heizkurve zu nutzen und darzustellen. Der für die
Regelung errechnete und wirksame Sollwert ist darzustellen und darf die Minimal- bzw.
Maximal-Grenzwerte nicht unter- bzw. überschreiten.
4.8 Gleitendes Schalten (Start – Stopp – Optimierung),
Gebäudetemperaturbegrenzung
Bei diesem Optimierungsprogramm wird die minimale Aufheiz- und maximale Abschaltzeit
zum Erreichen des Raumsollwertes „Tag“ und „Nacht“ zum Beginn bzw. Ende der Nutz-Zeit
errechnet. Der Beginn und das Ende der Nutz-Zeit wird dem Wochenprogramm (BACnet
Scheduler) entnommen. Zur Berechnung müssen in Abhängigkeit der Außentemperatur die
Gebäudekenndaten von der Automatisationsstation automatisch ermittelt werden. Zum Er-
reichen des Raumtemperatursollwertes „Tag“ wird das Gebäude zum Einschaltzeitpunkt im
Aufheizbetrieb mit maximaler Vorlauftemperatur (siehe Punkt 4.7 Außentemperatur ge-
führte Regelung (witterungsgeführt)) erwärmt. Bei Erreichen des Raumsollwertes „Tag“
wird vom Betrieb „Aufheizen“ in den Betrieb „Tag“ umgeschaltet (siehe Punkt 4.7 Außen-
temperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) und 4.9 Raumtemperaturkorrekturpro-
gramm) Das Programm setzt voraus, dass eine Raumtemperatur bzw. eine Referenzraum-
temperatur des jeweiligen Heizkreises vorhanden ist. Beim Erreichen des Abschaltzeit-
punktes (Nachtbetrieb) wird der Vorlauftemperatur-Sollwert auf den Minimalwert abge-
senkt, das Regelventil geschlossen und die Pumpe nach Ablauf der Nachlaufzeit abge-
schaltet. Bei Außentemperaturen unterhalb von 3°C wird die Pumpe nicht abgeschaltet
(Frostschutz). Je nach örtlicher Begebenheit ist nach Rücksprache eine Mindestöffnung der
dazugehörigen Ventile sicherzustellen. Die eingestellte minimale Vorlauftemperatur ist zu
[Seite 10]
- 10 -
überwachen und darf nicht unterschritten werden. Der errechnete und wirksame Vorlauf-
temperatur-Sollwert ist im BACnet-Netz darzustellen. Beim Unterschreiten der Raumtem-
peratur „Nacht“ wird wieder in den Aufheizbetrieb gewechselt, bis der Raumtemperatur-
Sollwert „Nacht“ um 1K überschritten ist. Anschließend ist wieder in den Nachtbetrieb zu-
rück zu schalten. Die maximale Aufheizzeit ist als Sollwert einzurichten. Nach Ablauf dieser
Zeit wird der Aufheizbetrieb beendet, selbst für den Fall, dass die Raumtemperatur noch
nicht erreicht wurde.
4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm
Das Optimierungsprogramm wird in Verbindung mit der witterungsgeführten Regelung
und/oder gleitendes Schalten eingesetzt. Der Vorlauftemperatur-Sollwert wird wie in Punkt
4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) ermittelt. Aufgrund der Abwei-
chung zwischen Soll- und Ist-Raumtemperatur im Tag- und Nachtbetrieb wird die errech-
nete Vorlauftemperatur angehoben bzw. abgesenkt. Je Kelvin Abweichung ist eine errech-
nete Vorlauftemperatur um z.B. 4K zu verschieben. Dieser Wert ist als beschreibbarer Soll-
wert dem BACnet-Netz zur Verfügung zu stellen.
Sofern die Programme 4.8 Gleitendes Schalten (Start-Stopp-Optimierung), Gebäudetem-
peraturbegrenzung und 4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm beide aktiv sind, ist das
zuvor beschriebene Programm Raumtemperaturkorrektur nur in der Betriebsart „Tag“ in
Funktion.
Die Optimierungsprogramme 4.8 Gleitendes Schalten (Start-Stopp-Optimierung), Gebäu-
detemperaturbegrenzung sind als beschreibbare Freigaben oder Schaltbefehle „Aktiv“ oder
„Inaktiv“ mittels BACnet-Objekt zu setzen. Aufgrund des jeweiligen Status der Optimie-
rungsprogramme („Aktiv“ oder „Inaktiv“) sind die zuvor beschriebenen Programm-Abläufe
zu beachten.
4.10 Außentemperaturabhängiges Schalten (Stützbetrieb)
Bei diesem Programm wird die Notwendigkeit zum Heizen beziehungsweise zum Betrieb
der einzelnen Heizkreise (Verbraucher) in Abhängigkeit der gedämpften (verzögerten) Au-
ßentemperatur (AT) festgestellt. Die einstellbaren Grenzwerte (GW) für das Ein- und Aus-
schalten sind jeweils für den Tag- und Nachtbetrieb einzurichten. Die Grenzwerte sind dem
BACnet-Netz zur Verfügung zu stellen. Die Heizung bzw. der Heizkreis wird eingeschaltet,
sofern die verzögerte Außentemperatur den Grenzwert für Tag oder Nacht überschritten
hat. Zur Ermittlung der verzögerten Außentemperatur wird die Speicherfähigkeit des Objek-
tes berücksichtigt. Die Zeitkonstante für das jeweilige Objekt beträgt bei einfacher (leichter)
[Seite 11]
- 11 -
Bauweise 18 Stunden und bei massiver Bauweise 38 Stunden. Sofern die Bauweise nicht
eingeschätzt werden kann, sind 24 Stunden auszuwählen. Die Zeitkonstante ist dem
BACnet-Netz als einstellbarer Sollwert zur Verfügung zu stellen. Beim Ausschalten ist eine
Pumpennachlaufzeit zu berücksichtigen. Die Hysterese beträgt 1K.
4.11 Kaskadenregelung für Lüftungs- und Klimaanlagen
Diese wird nach Abluft- oder Raumtemperatur und/oder Raumluftfeuchte geführt.
4.12 Freie Nachtabkühlung bei Lüftungsanlagen
Die Nachtabkühlung wird vom Zeitprogramm vorgegeben. Die Bedingungen für die Nach-
tabkühlung sind wie folgt:
Die Raumtemperatur ist um 2 K größer als der Raumtemperatursollwert, mit einer Rück-
schalthysterese von 4 K.
Die Raumtemperatur ist höher als die Außentemperatur.
Die Außentemperatur ist größer +14 °C und kleiner +18 °C
Die Standby-Freigabe Nachtkühlbetrieb über das Zeitprogramm ist gegeben.
Die o. g. Bedingungen sind zu erfüllen, ist nur eine dieser Bedingungen nicht gegeben, darf
keine Freigabe der Nachtkühlung erfolgen, bzw. eine freigegebene Nachtkühlung ist zu-
rückzunehmen.
4.13 Raumluftqualitätsregelung (CO ) allgemein
2
Hier wird aufgrund der CO2-Raumluftkonzentration die Luftmenge angepasst oder die Er-
fordernisse des Betriebes der RLT-Anlage festgestellt. Die Präsenzmelder, falls vorhanden
und/oder gefordert, sind in das Regelungs- und Steuerungskonzept einzubinden. Der Be-
trieb der RLT-Anlage und /oder der Beginn der raumluftabhängigen Belüftung ist Grenzwert
abhängig zu vereinbaren. Sofern die Präsenzmelder in das Konzept zum Betrieb der RLT-
Anlage einbezogen wurden, ist bei folgender Bedingung eine Störmeldung zu erzeugen:
„Keine Präsenz und nach 30 Minuten Laufzeit eine gemessene Co2-Konzentration größer
800 ppm.“
[Seite 12]
- 12 -
4.14 VOC – Regelung (flüchtige organische Verbindungen)
Bei VOC geführten Regelungen für Klima- und Lüftungsanlagen ist, ab 50 % des eingestell-
ten Höchstwertes, der Außenluftanteil der Anlagen gleitend von min. 30 % auf 100 % zu
programmieren.
4.15 Präsenzmeldersteuerung
Die Anlage wird über Präsenzmelder freigegeben und daraufhin die verschiedenen Raum-
luftqualitäts- und/oder Raumtemperatur-Sollwerte vorgegeben.
4.16 Pumpen- und Ventil – Blockierschutzschaltung
Einmal wöchentlich sind in den Nachtstunden alle Pumpen nacheinander zwangsweise für
zehn Minuten einzuschalten und alle Ventile so anzusteuern, dass sie einmal einen kom-
pletten Ventilhub durchfahren.
4.17 Warmwasserbereiter
Für Regelungen von Warmwasserbereitern die für die Bundesstadt Bonn programmiert und
oder in Betrieb genommen werden, gelten verbindlich folgende Bedingungen:
Es ist mindestens ein Zeitprogramm mit Parametern in der Reglung zu hinterlegen:
Sollwert 60°C, Betriebsdauer 24 Stunden, 365 Tage und eine Legionellenschaltung. Diese
Legionellenschaltung muss einmal pro Woche das komplette Trinkwasser beziehungs-
weise Warmwasser im Warmwasserspeicher und den Zirkulationsleitungen für eine Stunde
auf 70°C erhitzen. Grundlage für die Legionellenschaltung ist die Trinkwasserverordnung
sowie das Arbeitsblatt W 551 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches
e.V.).
5 Feldgeräte
5.1 Feldgeräte allgemein
Die Feldgeräte sind mittels 1:1-Verdrahtung oder über ein für die Feldebene der Gebäude-
automation geeignetes Bussystem mit der Automationsstation zu verbinden. Gewerkebe-
zogene eigene regel- und steuerungstechnische Anlagen sind nur zugelassen, wenn reine
[Seite 13]
- 13 -
Mess- Steuer- und/oder Regelungsaufgaben im geringen Umfang damit durchgeführt wer-
den (z.B. Hebeanlagen, Pumpen zur Entwässerung, dezentrale Ablüfter, etc.). Sofern es
wirtschaftlich zu vertreten ist, sind die Betriebs- und Störmeldungen vorgenannter Anlagen
in die Automatisationsstation einzubinden und zur Management- und Bedieneinrichtung zu
übertragen. Unwirtschaftlich kann die Einbindung sein, wenn zum Beispiel hohe Kosten für
die Übertragungswege entstehen oder bestehende Anlagen technisch aufwendig umge-
baut werden müssten. Elektrisch betriebene Antriebe sind grundsätzlich mit der Meldung
„Auf“ und „Zu“ zu versehen. Tauchfühler sind Anlegefühlern vorzuziehen. Stetige An-
triebe sind als 0-10V Variante umzusetzen, 3-Punktantriebe sind nur in Ausnahmefäl-
len, nach Rücksprache mit dem SGB zulässig.
5.2 Raumlufttechnische Anlagen (RLT)
Raumlufttechnische Anlagen sind mit nach diesen Anforderungen an die Gebäudeautoma-
tion ausgeführten Automationsstationen zu steuern und zu regeln. Der Einsatz von unter
Umständen erforderlichen eigenen Regelungen und Steuerungen (geräteeigene Automati-
onsstation), die nicht diesen Anforderungen entsprechen, sind mit dem Energiemanage-
ment vor Erstellung der Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis) abzusprechen. Die
Pumpen der Vor- und Nacherhitzer, sowie – falls vorhanden – der Kühler sind aufgrund
geeigneter Kenngrößen ein- bzw. auszuschalten (z.B. Stellung Regelventil). Die zugehöri-
gen Zubringerpumpen der raumlufttechnischen Anlagen sind auf Anforderung der jeweili-
gen Anlagenteile ein- bzw. auszuschalten. Bei allen Pumpen ist ein Dauerbetrieb grund-
sätzlich unzulässig. Das Beaufschlagen des Wärmeerzeugers mit einem konstanten Tem-
peratur-Sollwert zur Versorgung der Lüftungsanlagen ist nicht zulässig. Es sind geeignete
Kenngrößen (z.B. eine Abhängigkeit zur Außentemperatur) zu nutzen.
5.3 Bussysteme und Energieerfassung
Systeme mit eigenem Bussystem sind mittels geeigneter Schnittstellen und Protokollen
(z.B. EIB, KNX, LON, Dali, BACnet MS/TP, etc.) in die Automationsstation bzw. Gebäude-
automation zu integrieren.
Zur Erfassung der Energiebezüge sind für alle im Objekt vorhandenen Medien geeignete
Messeinrichtungen (M-Bus) einzusetzen, die zwecks automatischer Auslesung mit der Ge-
bäudeautomatisation zu verbinden sind.
[Seite 14]
- 14 -
5.4 Wärmeerzeugungsanlagen und Kältemaschinen
Wärmeerzeugungsanlagen sind hier im Sinne der Gebäudeautomation als Feldgeräte an-
zusehen und wie oben beschrieben an die Automationsstation anzubinden. Es ist sicher-
zustellen, dass Stör- und Gefahrenmeldungen der Anlagen (z.B. Sicherheits-temperaturbe-
grenzer, Brennerstörung, etc.) differenziert zur Automationsstation und zur Management-
und Bedieneinrichtung übertragen werden. Eine Sammelstörmeldung reicht nicht aus. Wär-
meerzeugungsanlagen sind bedarfsgerecht zu führen, die einzelnen Heizkreise und Ver-
braucher erhalten lediglich die explizit angeforderten Vorlauftemperaturen. Die Automati-
onsstation errechnet die benötigte Gesamtvorlauftemperatur und gibt diese in Form einer
Anforderung an die Kesselregelung/-steuerung weiter. Die Gesamtvorlauftemperatur ergibt
sich aus der maximal geforderten Temperatur der Verbraucher plus einer Erhöhung um 5K.
Bei RLT-Anlagen mit Erhitzern und/oder Kühlern wird der Sollwert unter Umständen über
die Außentemperatur-Kennlinie festgelegt. Dauerhaft konstante Vorgaben für die Gesamt-
vorlauftemperatur der Wärmeerzeuger oder eine Kennlinienführung (z.B. Außentempera-
tur) sind nicht zulässig. Sofern von vorgenannter Vorgehensweise abgewichen werden
muss, ist dies mit dem Energiemanagement vor Erstellung des Leistungsverzeichnisses
rechtzeitig abzustimmen.
Die Ansteuerung der Anlagen erfolgt mittels Freigabe und/oder 0-10V-Signal als Sollwert-
vorgabe (z.B. 0-100°C). Die Folgeschaltung mehrerer Wärmerzeuger (Mehrkesselanlagen)
wird mit dem Wochenzeitschaltprogramm der Automationsstation oder aufgrund der Be-
triebsstunden durchgeführt. Die Umschaltung der Wärmeerzeuger – bei Störung eines ein-
zelnen – ist mit der Automationsstation sicher zu stellen. Sofern die Kesselanlage mittels
eines geeigneten BUS-Systems in die Automationsstation integriert wird, sind auch min-
destens vorgenannte Anforderungen zu erfüllen.
5.5 Schaltschränke
Schaltschränke sind grundsätzlich so zu dimensionieren, dass nach Abschluss der Maß-
nahme noch Platzreserven von mindestens 20% verbleiben. Zukünftige Maßnahmen z.B.
bei Aufteilungen auf mehrere Bauabschnitte sind dabei nach Möglichkeit zu berücksichti-
gen. Jeder Schaltschrank ist mit einer Aufnahme für ein Halbzylinderschloss zu versehen.
Ist in dem ISP eine quittierbare Sammelstörmeldung vorgesehen, so ist auf der eingesetz-
ten DCC ein Schaltausgang, zwecks Fernquittierung vorzusehen.
Dieser Schaltausgang ist als, sich selbstständig zurücksetzender, Impulsausgang anzule-
gen.
[Seite 15]
- 15 -
6 BACnet
6.1 Anforderungen Objekte
Die BACnet-Objekte der Automationsstationen müssen gemäß AMEV-Profil AS-A des An-
hangs 4 der AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden)
ausgeführt werden. Unabhängig vom AMEV-Profil AS-A müssen bei allen Objekten die Ei-
genschaften (Properties) der Beschreibung (Description) und Meldeklassen (Notification
Class) beschreibbar sein. Die BACnet-Objekte „Loop“ und „Trend-Log“ werden nach
AMEV-Profil B gefordert. Sofern das Objekt „Loop“ nicht unterstützt wird, müssen mindes-
tens folgende Werte mittels geeigneter BACnet-Objekte eingerichtet werden:
• Min. und max. Ausgang Stellgröße (z.B. min. = 0%, max. = 100%)
• Schwellenwert (COV_Increment)
• P-Anteil, I-Anteil, Totzeit
• Out of Service/Hand
• Regler-Wirksinn
• Bias
• Eingangsvariable
• Sollwert
Diese Objekte werden bei der Abrechnung lediglich als ein „Loop“-Objekt betrachtet. Sollte
das „Trend-Log“-Objekt nicht dem AMEV-Profil B entsprechen, das heißt nicht dynamisch
erzeugt werden können, muss die Eigenschaft „Log_DeviceObjektProperty“ beschreibbar
sein. Damit wird die Zuordnung der Objekte zu einem späteren Zeitpunkt sichergestellt.
6.2 BIBBs (Interoperabilitätsbausteine)
Die BACnet-Interoperabilitätsbausteine der Automationsstationen müssen, wie im Anhang
5 der AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden) wie folgt
ausgeführt werden:
| Data Sharing: | AMEV-Profil AS-A |
|---|---|
| Alarm and Event Management: | AMEV-Profil AS-A |
| Scheduling: | AMEV-Profil AS-A |
[Seite 16]
- 16 -
| Trending: | AMEV-Profil AS-B |
|---|---|
| Device and Network Management: | AMEV-Profil AS-A |
6.3 Melden
Sofern der Controller das regelbasierte Melden unterstützt, kann auf die Eigenschaften für
das objektinterne Melden verzichtet werden. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass
der Empfänger der regelbasierten Meldungen unabhängig gewählt werden kann. Hier wer-
den die Meldungen entweder über die Meldeklassen oder einen Eintrag im Objekt für re-
gelbasiertes Melden eingerichtet.
6.4 Betriebsstunden
Die Betriebsstunden müssen mit einem „Analog-Value-Objekt“ realisiert und in Stunden an-
gegeben werden. Es ist sicherzustellen, dass beim Zurücksetzen der Betriebsstunden im
vorgenannten und geforderten Objekt auch die Eigenschaft „Elapsed_Active_Time“ der Be-
triebsmeldung zurückgesetzt bzw. auf „Null“ gesetzt wird.
Die Funktionalität in Hinsicht auf die Nullsetzung und des Zurückstellens der Betriebsmel-
dung des Aggregats muss erhalten bleiben.
6.5 Meldeklassen (Notification Class)
Folgende Meldeklassen und Prioritäten sind einzurichten:
| Prioritäten | |||
|---|---|---|---|
| Alarm | Fehler | Zurück zu Normal | |
| Alarmmeldungen | 55 | 255 | 74 |
| Störmeldungen | 75 | 255 | 94 |
| Ereignismeldungen | 95 | 255 | 114 |
| Systemmeldungen | 115 | 255 | 134 |
| Wartungen | 135 | 255 | 154 |
| Handschaltungen | 155 | 255 | 174 |
[Seite 17]
- 17 -
| Schaltungen MBE | 175 | 255 | 194 |
|---|---|---|---|
| Manuelle Heizzeitverlängerungen | 195 | 255 | 214 |
| Trends | 215 | 255 | 234 |
| Sonstige | 235 | 255 | 254 |
Kommende Meldungen sind mit der niedrigsten und gehende mit der höchsten Priorität in
den jeweiligen Meldeklassen (z.B. Meldeklasse „Alarmierungen“ – kommend Priorität 55 –
gehend Priorität 74) einzurichten.
In den Meldeklassen wird ausschließlich die GLT/MBE als Empfänger eingetragen. Die GLT
Device Adresse wird vom Energiemanagement vergeben. Der automatische Eintrag ande-
rer Geräte ist nicht zulässig.
6.6 Zeitprogramme / Trendobjekte
Die nachfolgend aufgeführte Anzahl der Zeitschaltprogramme und Trends stellt die Min-
destanzahl dar. Im Einzelfall können auch zusätzliche Zeitprogramme und Trends benötigt
werden. „Trend-Log-Objekte“ werden nach Vorgaben (siehe unten) eingerichtet.
| 1 x | Wochenzeitschaltprogramm für jeden Verbraucher (Heizkreis, RLT-Anlage, etc.) |
|---|---|
| 1 x | Wochenzeitschaltprogramm WWB (1x Normalbetrieb, 1x Legionellen-Schaltung, 1x Zirkulation) |
| 3 x | Jahreszeitschaltprogramm Sondertage (1x Sondernutzung - Betrieb, 1x Sondernichtnutzung – Absenkbe- trieb, 1x Abschaltbetrieb) |
| 10 x | Trendobjekte pro RLT-Anlage |
| 10 x | Trendobjekte pro Kesselanlage/Kältemaschine |
| 6 x | Trendobjekte pro statischer Heizkreis oder sonstiger Verbraucher |
Die „Trend-Log-Objekte“ müssen so eingerichtet werden, dass die Aufzeichnung als Stan-
dard über die „Wertänderung“ (COV_Increment) stattfindet und nicht durch „pollen“. Aller-
dings müssen die „Trend-Log-Objekte“ auch nachträglich auf „pollen“ umgestellt werden
[Seite 18]
- 18 -
können. Nachfolgende „COV-Increment-Werte“ (COV) sind bei den jeweiligen Objekten
einzutragen:
| Vor- und Rücklauftemperaturen | 3 - 5 Kelvin |
|---|---|
| Ventil- und Klappenstellungen | 5 % |
| Raum- und Außentemperaturen | 0,2 Kelvin |
| Kanaltemperaturen und Feuchte bei RLT-Anlagen | 2 Kelvin 5 % r. F. |
| Frequenzumrichter (FU) | 5 % |
| Sollwerte (z.B. errechnete Vorlauftemperatur) | 3 Kelvin |
In den Trends sind pro unten aufgeführtem Anlagenteil folgende Objekte einzutragen. So-
fern mehr als zehn Trends aufgrund der aufgeführten Objekte benötigt werden, sind weitere
Trends einzurichten und die jeweiligen Objekte einzutragen.
| RLT-Anlagen | Außen-, Misch-, Zu-, Ab- und Fortlufttemperaturen |
|---|---|
| Außen-, Misch-, Zu-, Ab- und Fortluftfeuchtemes- sungen | |
| Vor- und Rücklauftemperaturen Erhitzer, bzw. Kühler | |
| Raumtemperaturen | |
| Raumfeuchte | |
| Klappenstellungen | |
| Ansteuerungen bzw. Rückmeldungen der FUs | |
| Betriebsmeldungen Pumpen und Ventilatoren | |
| Kesselanlagen | Vor- und Rücklauftemperaturen pro Kessel |
| Gesamtvor- und Rücklauftemperaturen | |
| Vor- und Rücklauftemperaturen primär und sekun- där bei hydraulischen Weichen und Wärmetau- schern |
[Seite 19]
- 19 -
| Betriebsmeldungen der einzelnen Kessel sowie Pumpen | |
|---|---|
| Errechnete Sollwerte Vorlauftemperaturen | |
| Errechnete Sollwerte Klappensteuerungen | |
| Errechnete Sollwerte Ventilansteuerungen | |
| Heizkreise und Warmwasserbereitungen | Vor- und Rücklauftemperaturen pro Kreis |
| Ventilansteuerungen | |
| Errechnete Vorlauf-Sollwerte | |
| Raumtemperaturen | |
| Betriebsmeldungen der Pumpen | |
| Speichertemperaturen Warmwasserbereiter |
Die erforderlichen Trend-Objekte für z.B. Kältemaschinen, etc. sind mit dem Energiema-
nagement abzustimmen.
6.7 Einblendpunkte Management und Bedieneinrichtung /
Automatisationsstation
Für die Darstellung der Einblendpunkte auf der Management- und Bedieneinrichtung sowie
Automatisationsstation müssen im BACnet mindestens folgende Objekte vorhanden sein:
| Heizkreise | Alle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge |
|---|---|
| Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Tag, Nacht, Optimierung) | |
| Betriebsmodus (Rückmeldung) | |
| Freigabe Optimierungsprogramme (Ein, Aus) | |
| Raumtemperaturkorrektur, gleitendes Schalten (Ein, Aus) | |
| Maximale Aufheizzeit (Start-Stopp-Schaltung) | |
| Zeitschaltprogramme | |
| Sollwert Raumtemperatur Tag/Nacht |
[Seite 20]
- 20 -
| Sollwert Tag/Nacht für Gebäudetemperaturbe- grenzung (Stützbetrieb) | |
|---|---|
| Sollwert Vorlauftemperatur errechnet | |
| Sollwert Vorlauftemperatur minimal und maximal | |
| Sollwert Heizkurve - Steilheit und Parallelverschiebung oder - Kennlinie mit Stützpunkten | |
| Außentemperaturen | |
| Örtliche Meldungen | |
| Betriebsstunden | |
| Reglerobjekte | |
| Raumlufttechnische An- lagen | Alle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge |
| Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Stufe 1-n, Stützbetrieb) | |
| Betriebsmodus (Rückmeldung) | |
| Zeitschaltprogramme | |
| Sollwerte alle (z.B. Raumtemperaturen) | |
| Sollwerte alle errechneten, Sequenzeinteilung | |
| Minimale und maximale Werte Zuluft | |
| Außentemperatur | |
| Örtliche Meldungen | |
| Betriebsstunden | |
| Reglerobjekte | |
| Kesselanlagen | Alle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge |
| Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Ein) | |
| Betriebsmodus (Rückmeldung) | |
| Zeitschaltprogramme | |
| Sollwerte alle (z.B. Kesseltemperatur) | |
| Sollwerte alle errechneten | |
| Außentemperatur | |
| Örtliche Meldungen | |
| Betriebsstunden |
[Seite 21]
- 21 -
6.8 Physikalische Einheiten und Zusatztexte
Die Zusatztexte und physikalischen Einheiten sind nach Anhang 7.4 und 7.5 der AMEV-
Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden) einzurichten.
6.9 Objektname und Beschreibung (Description)
Der Objektname entspricht dem Anlagenschlüssel (AKS)
• Positionen 1 – 6 SAP-Nummer – wird auf Anforderung mitgeteilt
• Positionen 7 – 9 Gewerk
| AUF | Aufzugsanlage, Förderanlage |
|---|---|
| BMA | Brandmeldeanlagen |
| EMA | Einbruchmeldeanlagen |
| ELA | Elektroakustische Anlagen |
| ELT | Elektrotechnische Anlagen |
| GA_ | Gebäudeautomation |
| HZG | Heizung, Kessel, Wärmetauscher, Warmwasserbereitung primär |
| IUK | Informations- und Kommunikationsanlagen |
| ISP | Informationsschwerpunkte |
| KAE | Kälteanlagen |
| NTZ | Nutzungsspezifische Anlagen |
| RWA | Rauchwärmeabzugsanlagen |
| RLT | Raumlufttechnische Anlagen |
| SAN | Sanitäranlagen, Warmwasserbereitung sekundär |
| SON | Sonstige TGA-Anlagen |
• Position 10 Anlage / Anlagentyp
| 0 | Allgemein, Übriges |
|---|---|
| 1 | Kesselanlage, BHKW, Wärmepumpe |
| 2 | Fernwärme, Wärmetauscher |
| 3 | Zentrale Pumpenanlagen (Zubringerpumpen) |
| 4 | Statische Heizkreise |
| 5 | Warmwasserbereitung |
| 6 | Lüftungsanlagen |
| 7 | Klima- und Teilklimaanlagen |
| 8 | Kälteanlagen, Kältemaschinen |
[Seite 22]
- 22 -
• Position 11 – 12 Laufende Nummer der Anlage (0 - 99)
• Position 13 – 14 Anlagenteil Abkürzung
Virtuelle Datenpunkte erhalten zusätzlich ein „v“
vorangestellt. z.B. vAT (virtuelle Außenlufttemperatur)
Positionsnummern verschieben sich entsprechend.
| Lüftung / Klima | |
|---|---|
| AB | Abluftventilator, Abluft |
| AT | Außenlufttemperatur |
| PM | Bewegungs- / Präsenzmelder |
| WD | Druckwächter |
| ER | Einzelraumregler |
| FI | Filter (allgemein) |
| FU | Frequenzumrichter |
| KL | Klappe |
| BF | Luftbefeuchter |
| NE | Luft-Nacherhitzer |
| VE | Luft-Vorerhitzer |
| ME | Melder (allgemein) |
| PU | Pumpe (allgemein) |
| RA | Raum |
| LO | Regler |
| RS | Reparaturschalter |
| RL | Rücklauftemperatur |
| WS | Strömungswächter |
| VA | Ventil (allgemein) |
| VR | Volumenstromregler |
| VL | Vorlauftemperatur |
| WA | Wächter allgemein |
| ZO | Zonen |
| ZU | Zuluftventilator, Zuluft |
| Heizung | |
| AT | Außenlufttemperatur |
| AS | Automatisationsanlage |
| BH | Blockheizkraftwerk |
[Seite 23]
- 23 -
| BR | Brenner |
|---|---|
| ER | Einzelraumregler |
| GZ | Gasmengenzähler |
| GA | Gesamtanlage |
| KE | Heizkessel |
| PU | Pumpe (allgemein) |
| RA | Raum |
| LO | Regler |
| RL | Rücklauftemperatur |
| SD | Sicherheitsdruckbegrenzer |
| TW | Temperaturwächter |
| VA | Ventil (allgemein) |
| VL | Vorlauftemperatur |
| WZ | Wärmemengenzähler |
| WP | Wärmepumpenanlage |
| WG | Wärmerückgewinnungsanlage |
| WT | Wärmetauscher |
| Sanitär | |
| AA | Abwasseranlage |
| AH | Abwasserhebeanlage |
| DW | Desinfektion Wasser (Legionellenschaltung) |
| FL | Feuerlöschanlage (Sprinkleranlage) |
| ST | Speichertemperatur (Warmwasserbereiter) |
| TZ | Trinkwassermengenzähler |
| WW | Warmwasserbereitung |
| DO | Wasser-Dosierungsanlage |
| DE | Wasser-Druckerhöhungsanlage |
| EH | Wasser-Enthärtungsanlage |
| ES | Wasser-Entsalzungsanlage |
| FA | Wasserfilteranlage |
| Elektro | |
| AV | Allgemeine Stromversorgung |
| BL | Beleuchtungsanlage |
| MS | Mittelspannung |
| NS | Niederspannung |
| NH | Niederspannungshauptverteilung |
[Seite 24]
- 24 -
| PV | Photovoltaikanlage |
|---|---|
| SP | Spannungsüberwachung (Phasenüberwachung) |
| SZ | Stromzähler |
| UV | Unterbrechungsfreie Stromversorgung |
| ZH | Zusatzheizung Elektro (Einläufe, Rinnen, Rohre) |
| Kälte | |
| WF | Feuchte- / Kondensations-Leckagewächter |
| KZ | Kältemengenzähler |
| KW | Kaltwasserkreislauf |
| WX | Max-Waechter |
| RK | Rückkühlanlage |
| TW | Temperaturwächter |
| Sonstiges | |
| AG | Allgemein |
| AZ | Aufzugssteuerung (Sammelstörmeldung) |
| AS | Automatisationsstation |
| BT | Bedien-Tableau |
| GA | Gesamtanlage |
• Position 15 – 16 Laufende Nummer der Anlagenkomponente (0 – 99)
• Position 17 – 20 Funktionstyp
| Stell- / Schaltbefehle | |
|---|---|
| SA01 – SA99 | Analog Stellbefehle (0-10V, Modulation, Dreipunkt) |
| SB01 – SB99 | Schaltbefehl allgemein oder ZU bzw. AUS, etc. Schaltbefehl AUF, EIN, EIN 1 oder Stufe 1, etc. Schaltbefehl EIN 2 oder Stufe 2, etc. Anlagenschaltbefehle / Freigaben (RLT-Anlagen, HK, Kessel, etc.) |
| Sollwerte | |
| SW01 – SW99 | Sollwerte |
| Betriebsmeldungen | |
| RM01 – RM99 | Schalter: Hand – Automatik, MBE, Aufheizen Tag/Nacht, Präsenz, Fensterkontakt, etc. |
[Seite 25]
- 25 -
| BM01 – BM99 | Betriebsmeldung (Ein/Aus, Auf/Zu, etc.) |
|---|---|
| Zählwerte | |
| ZW01 – ZW99 | Zählwerte (Strom-, Wärmemengen-, Wasserzähler) |
| BS01 – BS99 | Betriebsstundenzähler |
| Messwerte | |
| MW01 – MW99 | Allgemein, Sonstige, Verbrauch |
| MT01 – MT99 | Temperatur |
| MP01 – MP99 | Druck |
| MH01 – MH99 | Feuchte |
| CO01 – CO99 | CO -Sensoren 2 |
| VO01 – VO99 | VOC-Sensoren |
| AS01 – AS99 | Stellung analog (Ventile, WRG, Klappen, etc.) |
| Zeitprogramme | |
| ZP01 – ZP99 | Wochenzeitprogramm |
| JP01 – JP99 | Jahreszeitprogramm |
| Sonstige Meldungen | |
| WM01 – WM99 | Wartungsmeldungen (Filter, Lüftung, etc.) |
| GM01 – GM99 | Gefahrenmeldungen |
| SM01 – SM99 | Störmeldungen |
| AL01 – AL99 | Alarmmeldungen |
• Position 21 – 64 Beschreibung (Description) / Klartext
6.10 Beispiele Objektnamen und Beschreibungen
Beispiel 1:
Gotenschule, Gebäudeteil 3 also Block C, Regler 2, Heizkreis 1, Vorlauffühler 1
100244HZG402VL01MT01_Vorlauffühler_Heizkreis_Block_C
[Seite 26]
- 26 -
Beispiel 2:
Laurentiusschule, Turnhalle, Lüftungsanlage 2, Regler 1, Rauchmelder 1
100243RLT602ME01GM01_Rauchmelder_Lüftung_2_Turnhalle
7 Dokumentation
7.1 Anlagendokumentation
Zur Projektübergabe ist die Anlagendokumentation 3-fach (davon einmal in digitaler Form)
vorzulegen. Die aktuellen Programmdateien der Controller, Touchpanel und sonstige Kon-
figurationsdateien sind geforderter Bestandteil dieser Dokumentation.
7.2 B-PAT (BACnet-Project-Adress-Table)
Für jede Liegenschaft ist eine Dokumentation des BACnet Netzwerk zu erstellen.
Hier werden die verwendeten Adressen der Controller incl. Subnetz dokumentiert.