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Anlage 6_PLF SGB_Gebäudeautomation - Pflichtenheft_Juli 2023.pdf

Ingenieurleistungen für die technische Ausrüstung einer sechsgruppigen Kita und eines Jugendzentrums

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 01.10.2026, 14:16 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.vmp-rheinland.de

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STÄDTISCHES

GEBÄUDEMANAGEMENT BONN

ANLAGE 6 PLF

GEBÄUDEAUTOMATION

PFLICHTENHEFT

STAND: JULI 2023

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  • 2 -

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ....................................................................................................... 2

1 Zentrale Management und Bedieneinheit (MBE) ............................................ 4

2 Lokale Bedienstation (LBST) ........................................................................... 5

3 Automatisationsstationen (AS) ....................................................................... 5 3.1 Lokale Vorrangbedienung (LVB .......................................................................... 6 3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten ............................................................................ 6 3.3 Manuelle Nutzzeitverlängerung .......................................................................... 7 3.4 Stör-, Alarm-, Gefahr- und sonstige Meldungen.................................................. 7 3.5 Brandmeldeanlagen (BMA) und Brandschutzklappen (BSK) .............................. 7

4 Optimierungsprogramme................................................................................. 7 4.1 Wochen- und Jahreszeitprogramme ................................................................... 8 4.2 Netzausfall- und Netzwiederkehr ........................................................................ 8 4.3 Intermittierendes Schalten (Laufzeitreduzierung) ................................................ 8 4.4 Gleitender Soll- und Grenzwert .......................................................................... 8 4.5 Enthalpie- und Temperaturregelung ................................................................... 8 4.6 Betriebsstundenerfassung .................................................................................. 9 4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) ................................... 9 4.8 Gleitendes Schalten (Start – Stopp – Optimierung), Gebäudetemperaturbegrenzung ......................................................................... 9 4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm ................................................................ 10 4.10 Außentemperaturabhängiges Schalten (Stützbetrieb) ...................................... 10 4.11 Kaskadenregelung für Lüftungs- und Klimaanlagen ......................................... 11 4.12 Freie Nachtabkühlung bei Lüftungsanlagen ...................................................... 11 4.13 Raumluftqualitätsregelung (CO ) allgemein ...................................................... 11 2 4.14 VOC – Regelung (flüchtige organische Verbindungen) ..................................... 12 4.15 Präsenzmeldersteuerung ................................................................................. 12 4.16 Pumpen- und Ventil – Blockierschutzschaltung ................................................ 12 4.17 Warmwasserbereiter ........................................................................................ 12

5 Feldgeräte ....................................................................................................... 12 5.1 Feldgeräte allgemein ........................................................................................ 12 5.2 Raumlufttechnische Anlagen (RLT) .................................................................. 13 5.3 Bussysteme und Energieerfassung .................................................................. 13 5.4 Wärmeerzeugungsanlagen und Kältemaschinen .............................................. 14 5.5 Schaltschränke ................................................................................................. 14

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6 BACnet ............................................................................................................ 15 6.1 Anforderungen Objekte .................................................................................... 15 6.2 BIBBs (Interoperabilitätsbausteine) .................................................................. 15 6.3 Melden ............................................................................................................. 16 6.4 Betriebsstunden ............................................................................................... 16 6.5 Meldeklassen (Notification Class) ..................................................................... 16 6.6 Zeitprogramme / Trendobjekte ......................................................................... 17 6.7 Einblendpunkte Management und Bedieneinrichtung / Automatisationsstation 19 6.8 Physikalische Einheiten und Zusatztexte .......................................................... 21 6.9 Objektname und Beschreibung (Description) ................................................... 21 6.10 Beispiele Objektnamen und Beschreibungen ................................................... 25

7 Dokumentation ............................................................................................... 26 7.1 Anlagendokumentation ..................................................................................... 26 7.2 B-PAT (BACnet-Project-Adress-Table) ............................................................. 26

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Dieses Pflichtenheft wurde in kooperativer Zusammenarbeit und auf Basis der Vorgaben

des Energiemanagements der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln erstellt.

Es dient grundsätzlich verpflichtend als Planungs- und Ausschreibungsleitfaden. Ausnah-

men und Abweichungen bedürfen stets der vorherigen Freigabe durch das Energiema-

nagement des Städtischen Gebäudemanagement Bonn.

Wird die Gebäudeautomation (GA) Gewerke übergreifend eingesetzt, ist diese bei der

Vergabe immer in einem eigenen Fachlos zu vergeben. Gewerke übergreifend bedeutet,

dass neben der Gebäudeautomation mindestens zwei weitere Gewerke der technischen

Gebäudeausrüstung (TGA) beteiligt sind (z.B. Heizung und Lüftung).

1 Zentrale Management und Bedieneinheit (MBE)

Die Kommunikation zwischen Management- und Bedieneinrichtung sowie Automatisations-

station erfolgt über einen DSL-Anschluss mittels BACnet/SC oder durch Nutzung der vor-

handenen Glasfasernetz-Infrastruktur der Bundesstadt Bonn. Sofern das Glasfasernetz im

Objekt verfügbar ist, ist dieses bevorzugt zu nutzen. Zum Einsatz im Schaltschrank für das

Ethernet ist ein 8-Port-Netzwerk-Switch mit Aluminium Gehäuse und externer Spannungs-

versorgung vorzusehen. Der Netzwerk-Switch ist mit demontierbarer Aufnahme für Hut-

schienen zu liefern. Die Installation bzw. Nutzung von W-LAN Komponenten ist nicht

zulässig.

Bei Projektbeginn ist mit dem Energiemanagement Kontakt aufzunehmen, um die Art des

Anschlusses zu klären. Das verantwortlich betreuende Amt für Organisation und Informati-

onstechnologie (Amt 10) wird erst nach Anfrage durch das Energiemanagement, innerhalb

von 20 Arbeitstagen, die erforderlichen IP-Adressen, etc. zur Verfügung stellen.

Die MBE ist beim Energiemanagement vorhanden. Die erforderlichen Grafiken und Ein-

blendpunkte werden vom Energiemanagement erstellt. Hierzu sind EDE -Tabellen nach

Vorgabe der AMEV – Dokument „BACnet 2017, AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet in öf-

fentlichen Gebäuden)“ Anhang 7 – im Excel-, Word- oder PDF-Format sowie Anlagensche-

mata nach VDI 3814-4 von 2003 (mit Reglerobjekten), inklusive gültigem AKS-Schlüssel zu

erstellen und einzureichen. In der EDE-Tabelle muss unter anderem die dem Objekt zuge-

ordnete Meldeklasse (Notification Class) eingetragen werden (Anhang 7.2 Spalte 15).

Die EDE-Tabellen und Anlagenschemata sind dem Energiemanagement ebenfalls mindes-

tens 15 Arbeitstage vor Inbetriebnahme der Automatisationsstation zu liefern.

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2 Lokale Bedienstation (LBST)

Bei komplexen und/oder weitläufigen Objekten (Liegenschaften) mit mehreren Technik-

zentralen und Automatisations-Standorten besteht zur sicheren und effizienten Betriebs-

führung ggf. die Notwendigkeit eine lokale Bedienstation (LBST) einzurichten. Diese ist mit-

tels eines handelsüblichen Laptop-Rechners mit Microsoft-Betriebssystem (ab Windows

  1. auszuführen, ggf. kann auch nach expliziter Freigabe durch das Energiemanagement

der Dienst-Laptop des Hausmeisters eingebunden werden. Die Anbindung erfolgt mittels

Kabelverbindung der Kategorie 5-7 (CAT 5-7-Kabel) zum Übertragungsanschluss. Da die

LBST mittels Webbrowser auf den Server der MBE zugreift, ist die Installation und Einrich-

tung im Vorfeld mit dem Energiemanagement abzustimmen.

3 Automatisationsstationen (AS)

Es werden ausschließlich BACnet-Geräte (Controller) als Automationsstation eingesetzt,

die nach DIN EN ISO 16484-6 von einer Akkreditierungsstelle (Akkreditierungsstelle nach

EN ISO/IEC 17025) mindestens gemäß BACnet Revision 1.16 zertifiziert sind und das

AMEV-Profil AS-B erfüllen. Außerdem müssen sie aus Gründen der IT-Security, neben

BACnet/IP aus EN ISO 16484-5 Annex J, auch BACnet Secure Connect (BACnet/SC) als

Node gemäß EN ISO 16484-5 unterstützen.

Die Automationsstation muss als BACnet-Broadcast-Management-Device (BBMD, nach

EN ISO 16484-5 Annex J) einsetzbar sein. Jede Automationsstation muss zwingend den

Zeichensatz ISO 10646 (UTF-8) unterstützen und verwenden, um Umlaute systemüber-

greifend darstellen zu können. Die erforderlichen IP-Adressen und Device-Nummern sowie

Namen der AS (Controller) werden vom Energiemanagement vorgegeben und auf Anfor-

derung mitgeteilt.

Die Regelung und Steuerung der Anlagen erfolgt über autark arbeitende Automationsstati-

onen. Die AS darf für ihre Aufgaben keine Abhängigkeiten zur Management- und Bedien-

ebene aufweisen. Der Betrieb der Anlage erfolgt im Automatikbetrieb durch die Automati-

onsstationen. Sofern mehrere AS erforderlich sind, erfolgt die Kommunikation auf der Au-

tomationsebene mittels BACnet/IP mit den unter Punkt 6.1 (Anforderungen Objekte) darge-

stellten Anforderungen. Außerdem wird sich vorbehalten, zukünftig die verschlüsselte

Querkommunikation über BACnet/SC zu fordern. Die Programme und Daten sind bei

Stromausfall für mindestens 72 Stunden in der Automationsstation zu sichern.

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3.1 Lokale Vorrangbedienung (LVB

Bei Ausfall oder Fehlfunktion der Automatisationsstation (Controller) muss mit einer LVB

die eingeschränkte Bedienung der Anlage vor Ort sichergestellt werden. Die LVB wird in-

nerhalb des Schaltschrankes eingebaut und darf somit nur durch entsprechend eingewie-

senes Personal bedient werden.

Es sind mindestens folgende Geräte (sofern vorhanden) mit lokaler Vorrangbedienung zu

versehen:

GerätFunktion
PumpenAutomatik / Aus / Ein
Antriebe für Ventile/KlappenAutomatik / 0-100% stufenlos
Antriebe/KlappenAutomatik / Auf / Zu
RLT-AnlagenAutomatik / Aus / Stufe 1-n
WärmeerzeugerAutomatik / Aus / Stufe 1-n
KältemaschinenAutomatik / Aus / Stufe 1-n

3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten

Dieser Punkt ist nicht zwingend erforderlich, da die Bedienung über die LBST erfolgt.

Zur weiteren lokalen Bedienung und Abfrage von Anlagenzuständen und Messwerten, dem

Ändern von Parametern zur Konfiguration etc. sind nach Abstimmung mit dem Energiema-

nagement an der Automatisationsstation Zugriffsmöglichkeiten mittels Display bzw. Touch-

screen zu schaffen.

Der Touchscreen ist von außen bedienbar in die Schaltschranktüre einzubauen. Ein Öffnen

der Türe zur Bedienung ist nicht zulässig. Die Darstellung auf dem Display ist anlagenori-

entiert und für jeden Verbraucher (Kessel-, RLT-Anlagen, Heizkreise, etc.) einzurichten.

Änderungen und Einstellungen müssen durch unterschiedliche Anwenderstufen mit Pass-

wort gesichert werden. Alle vor Ort vorgenommenen Schaltungen, Einstellungen müssen

an der übergeordneten Management- und Bedieneinrichtung über entsprechende BACnet-

Objekte oder Properties übermittelt und kenntlich gemacht werden. Zum Beispiel muss das

Auslösen eines Stell- und Schaltbefehls mittels Touchscreen mit Priorität 1-10 gekennzeich-

net werden. Alle vor Ort mittels Touchscreen oder sonstigen Eingabemöglichkeiten vorge-

nommenen Einstellungen und Änderungen wie zum Beispiel Änderungen der Objekte für

die Zeitprogramme (Scheduler, Kalender) müssen mittels zugehöriger BACnet-Objekte

durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Änderungen mittels MBE oder/und Bedienmög-

lichkeit vor Ort immer den aktuellen Zustand des BACnet-Objektes darstellen.

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3.3 Manuelle Nutzzeitverlängerung

Im Regelfall wird eine Nutzzeitverlängerung über den Touchscreen oder den örtlichen Be-

dienrechner vorgenommen. Falls in einem Objekt kein Hausmeister oder eingewiesenes

Bedienpersonal existiert, ist eine manuelle Nutzzeitverlängerung (z. B. für einen Eltern-

abend) mit einem Taster in die LVB, für jeden einzelnen Verbraucher (Heizkreise, raumluft-

technische Anlagen, etc.) einzurichten. Hiermit wird die einfache Nutzzeitverlängerung für

Sonderveranstaltungen ermöglicht. Die Nutzzeitverlängerung ist als analoge Variable so

auszuführen, dass bei Betätigung des Tasters das Zeitintervall von neuem beginnt, sich

also dieses Zeitintervall nicht aufaddiert. Die Betriebszeit-verlängerung darf keine Abhän-

gigkeit zu bestehenden Zeitschaltprogrammen (Wochen- und Jahresschaltprogramme) der

Automatisationsstation aufweisen. Das Öffnen der Schaltschranktüre zur Aktivierung der

Nutzzeitverlängerung ist nicht zulässig.

3.4 Stör-, Alarm-, Gefahr- und sonstige Meldungen

Die Meldungen werden differenziert (einzeln) auf dem Display des Touchscreens und/oder

der lokalen Vorrangbedienung angezeigt. Alle an der Automatisationsstation durchgeführ-

ten Schaltungen (siehe auch Punkt 3.2 Sonstige Bedienmöglichkeiten) sind als örtliche Mel-

dungen einzeln an die Management- und Bedieneinrichtung zu übertragen. Zum Beispiel

die Schaltungen mittels lokaler Vorrangbedienung. Zudem sind alle Schaltungen vom ex-

ternen Bedientableau (z.B. Hallenwarte) als örtliche Meldungen zur MBE zu übertragen. In

die EVC auf den AS ist die Adresse des Empfängers (Zentrale MBE oder lokale MBE) nach

Rücksprache mit dem SGB einzutragen.

3.5 Brandmeldeanlagen (BMA) und Brandschutzklappen (BSK)

Ein Brandschutzklappen-Konzept zur Einbindung von mechanisch oder elektrisch angetrie-

benen BSK wird auf Anfrage für das betreffende Objekt gesondert erstellt.

4 Optimierungsprogramme

Unter anderem sind zur optimierten Betriebsführung mindestens folgende Pro-

gramme einzusetzen:

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4.1 Wochen- und Jahreszeitprogramme

Wochenprogramme mit Datum und Uhrzeit zur freien Definition von Schaltpunkten (Min-

destzeitpunktdistanz 1 Minute) für mindestens 4 unterschiedliche Zeitintervalle. Jahrespro-

gramme zur freien Definition von Schaltpunkten (Mindestschaltpunktdistanz 1 Tag) für min-

destens 1 Jahr im Voraus oder mindestens 12 verschiedene Zeitintervalle. Sommer- und

Winterzeit muss automatisch umgestellt werden.

4.2 Netzausfall- und Netzwiederkehr

Nach Netzausfällen sind bei Rückkehr alle Programme wieder automatisch zu starten. Der

Start der Anlagenkomponenten ist zeitlich abgestimmt und gegeneinander verzögert durch-

zuführen. Das Anlaufen der Programme und betriebstechnischer Anlagen muss vollauto-

matisch erfolgen und ist als Meldung zur Management- und Bedieneinrichtung zu übertra-

gen.

4.3 Intermittierendes Schalten (Laufzeitreduzierung)

Die Ausschaltzeiten werden nicht starr vorgesehen, sondern richten sich nach aktuellen

Erfordernissen der Aggregate und/oder des Betriebszustandes. Für jedes Aggregat bezie-

hungsweise jede Anlage müssen Mindesteinschaltzeiten vorgegeben werden. Jede behan-

delte Zone beziehungsweise betriebstechnische Anlage soll einer separaten Kenngröße

zugeordnet werden.

4.4 Gleitender Soll- und Grenzwert

Die vorgegebenen Soll- und/oder Grenzwerte werden in Abhängigkeit einer Kurve verscho-

ben. Hier sind sollwertabhängig gleichzeitig obere und untere Messgrenzwerte anzuheben

bzw. abzusenken (Sommer- / Winterkompensation).

4.5 Enthalpie- und Temperaturregelung

Über die Temperatur und die Enthalpie wird zyklisch die Energiemenge von Ab-

und Außenluft, sowie die erforderliche Energiemenge des Zuluft-Stroms erfasst

und verglichen. In Abhängigkeit von dieser Kenngröße wird die Wärmerückge-

winnung bzw. die Umluft-Klappe geregelt.

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4.6 Betriebsstundenerfassung

Alle angeschlossenen Geräte (Ventilatoren, Pumpen, etc.) erhalten eine Betriebsstunden-

zählung. Diese sind in Stunden darzustellen und mit Grenzwerten zu versehen.

4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt)

Grundsätzlich wird bei den statischen Heizkreisen (HK) eine Außentemperatur (AT) ge-

führte Vorlauftemperaturregelung eingerichtet. Das bedeutet, dass aufgrund der Außen-

temperatur für die Betriebszustände „Tag“ und „Nacht“, Sollwerte für die Vorlauftemperatur

errechnet werden. Im Betriebszustand „Nacht“ wird der errechnete Sollwert „Tag“ um einen

Wert x abgesenkt. Der Wert zur Absenkung besitzt zur Verminderung der Vorlauftemperatur

ein negatives Vorzeichen (z.B. -16K). Der Wert zur Absenkung ist dem BACnet-Netz als

Sollwert zur Verfügung zu stellen. Alternativ besteht die Möglichkeit, den minimalen und

maximalen Wert der Stützpunkte der Heizkurve zu nutzen und darzustellen. Der für die

Regelung errechnete und wirksame Sollwert ist darzustellen und darf die Minimal- bzw.

Maximal-Grenzwerte nicht unter- bzw. überschreiten.

4.8 Gleitendes Schalten (Start – Stopp – Optimierung),

Gebäudetemperaturbegrenzung

Bei diesem Optimierungsprogramm wird die minimale Aufheiz- und maximale Abschaltzeit

zum Erreichen des Raumsollwertes „Tag“ und „Nacht“ zum Beginn bzw. Ende der Nutz-Zeit

errechnet. Der Beginn und das Ende der Nutz-Zeit wird dem Wochenprogramm (BACnet

Scheduler) entnommen. Zur Berechnung müssen in Abhängigkeit der Außentemperatur die

Gebäudekenndaten von der Automatisationsstation automatisch ermittelt werden. Zum Er-

reichen des Raumtemperatursollwertes „Tag“ wird das Gebäude zum Einschaltzeitpunkt im

Aufheizbetrieb mit maximaler Vorlauftemperatur (siehe Punkt 4.7 Außentemperatur ge-

führte Regelung (witterungsgeführt)) erwärmt. Bei Erreichen des Raumsollwertes „Tag“

wird vom Betrieb „Aufheizen“ in den Betrieb „Tag“ umgeschaltet (siehe Punkt 4.7 Außen-

temperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) und 4.9 Raumtemperaturkorrekturpro-

gramm) Das Programm setzt voraus, dass eine Raumtemperatur bzw. eine Referenzraum-

temperatur des jeweiligen Heizkreises vorhanden ist. Beim Erreichen des Abschaltzeit-

punktes (Nachtbetrieb) wird der Vorlauftemperatur-Sollwert auf den Minimalwert abge-

senkt, das Regelventil geschlossen und die Pumpe nach Ablauf der Nachlaufzeit abge-

schaltet. Bei Außentemperaturen unterhalb von 3°C wird die Pumpe nicht abgeschaltet

(Frostschutz). Je nach örtlicher Begebenheit ist nach Rücksprache eine Mindestöffnung der

dazugehörigen Ventile sicherzustellen. Die eingestellte minimale Vorlauftemperatur ist zu

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überwachen und darf nicht unterschritten werden. Der errechnete und wirksame Vorlauf-

temperatur-Sollwert ist im BACnet-Netz darzustellen. Beim Unterschreiten der Raumtem-

peratur „Nacht“ wird wieder in den Aufheizbetrieb gewechselt, bis der Raumtemperatur-

Sollwert „Nacht“ um 1K überschritten ist. Anschließend ist wieder in den Nachtbetrieb zu-

rück zu schalten. Die maximale Aufheizzeit ist als Sollwert einzurichten. Nach Ablauf dieser

Zeit wird der Aufheizbetrieb beendet, selbst für den Fall, dass die Raumtemperatur noch

nicht erreicht wurde.

4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm

Das Optimierungsprogramm wird in Verbindung mit der witterungsgeführten Regelung

und/oder gleitendes Schalten eingesetzt. Der Vorlauftemperatur-Sollwert wird wie in Punkt

4.7 Außentemperatur geführte Regelung (witterungsgeführt) ermittelt. Aufgrund der Abwei-

chung zwischen Soll- und Ist-Raumtemperatur im Tag- und Nachtbetrieb wird die errech-

nete Vorlauftemperatur angehoben bzw. abgesenkt. Je Kelvin Abweichung ist eine errech-

nete Vorlauftemperatur um z.B. 4K zu verschieben. Dieser Wert ist als beschreibbarer Soll-

wert dem BACnet-Netz zur Verfügung zu stellen.

Sofern die Programme 4.8 Gleitendes Schalten (Start-Stopp-Optimierung), Gebäudetem-

peraturbegrenzung und 4.9 Raumtemperaturkorrekturprogramm beide aktiv sind, ist das

zuvor beschriebene Programm Raumtemperaturkorrektur nur in der Betriebsart „Tag“ in

Funktion.

Die Optimierungsprogramme 4.8 Gleitendes Schalten (Start-Stopp-Optimierung), Gebäu-

detemperaturbegrenzung sind als beschreibbare Freigaben oder Schaltbefehle „Aktiv“ oder

„Inaktiv“ mittels BACnet-Objekt zu setzen. Aufgrund des jeweiligen Status der Optimie-

rungsprogramme („Aktiv“ oder „Inaktiv“) sind die zuvor beschriebenen Programm-Abläufe

zu beachten.

4.10 Außentemperaturabhängiges Schalten (Stützbetrieb)

Bei diesem Programm wird die Notwendigkeit zum Heizen beziehungsweise zum Betrieb

der einzelnen Heizkreise (Verbraucher) in Abhängigkeit der gedämpften (verzögerten) Au-

ßentemperatur (AT) festgestellt. Die einstellbaren Grenzwerte (GW) für das Ein- und Aus-

schalten sind jeweils für den Tag- und Nachtbetrieb einzurichten. Die Grenzwerte sind dem

BACnet-Netz zur Verfügung zu stellen. Die Heizung bzw. der Heizkreis wird eingeschaltet,

sofern die verzögerte Außentemperatur den Grenzwert für Tag oder Nacht überschritten

hat. Zur Ermittlung der verzögerten Außentemperatur wird die Speicherfähigkeit des Objek-

tes berücksichtigt. Die Zeitkonstante für das jeweilige Objekt beträgt bei einfacher (leichter)

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Bauweise 18 Stunden und bei massiver Bauweise 38 Stunden. Sofern die Bauweise nicht

eingeschätzt werden kann, sind 24 Stunden auszuwählen. Die Zeitkonstante ist dem

BACnet-Netz als einstellbarer Sollwert zur Verfügung zu stellen. Beim Ausschalten ist eine

Pumpennachlaufzeit zu berücksichtigen. Die Hysterese beträgt 1K.

4.11 Kaskadenregelung für Lüftungs- und Klimaanlagen

Diese wird nach Abluft- oder Raumtemperatur und/oder Raumluftfeuchte geführt.

4.12 Freie Nachtabkühlung bei Lüftungsanlagen

Die Nachtabkühlung wird vom Zeitprogramm vorgegeben. Die Bedingungen für die Nach-

tabkühlung sind wie folgt:

Die Raumtemperatur ist um 2 K größer als der Raumtemperatursollwert, mit einer Rück-

schalthysterese von 4 K.

Die Raumtemperatur ist höher als die Außentemperatur.

Die Außentemperatur ist größer +14 °C und kleiner +18 °C

Die Standby-Freigabe Nachtkühlbetrieb über das Zeitprogramm ist gegeben.

Die o. g. Bedingungen sind zu erfüllen, ist nur eine dieser Bedingungen nicht gegeben, darf

keine Freigabe der Nachtkühlung erfolgen, bzw. eine freigegebene Nachtkühlung ist zu-

rückzunehmen.

4.13 Raumluftqualitätsregelung (CO ) allgemein

2

Hier wird aufgrund der CO2-Raumluftkonzentration die Luftmenge angepasst oder die Er-

fordernisse des Betriebes der RLT-Anlage festgestellt. Die Präsenzmelder, falls vorhanden

und/oder gefordert, sind in das Regelungs- und Steuerungskonzept einzubinden. Der Be-

trieb der RLT-Anlage und /oder der Beginn der raumluftabhängigen Belüftung ist Grenzwert

abhängig zu vereinbaren. Sofern die Präsenzmelder in das Konzept zum Betrieb der RLT-

Anlage einbezogen wurden, ist bei folgender Bedingung eine Störmeldung zu erzeugen:

„Keine Präsenz und nach 30 Minuten Laufzeit eine gemessene Co2-Konzentration größer

800 ppm.“

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4.14 VOC – Regelung (flüchtige organische Verbindungen)

Bei VOC geführten Regelungen für Klima- und Lüftungsanlagen ist, ab 50 % des eingestell-

ten Höchstwertes, der Außenluftanteil der Anlagen gleitend von min. 30 % auf 100 % zu

programmieren.

4.15 Präsenzmeldersteuerung

Die Anlage wird über Präsenzmelder freigegeben und daraufhin die verschiedenen Raum-

luftqualitäts- und/oder Raumtemperatur-Sollwerte vorgegeben.

4.16 Pumpen- und Ventil – Blockierschutzschaltung

Einmal wöchentlich sind in den Nachtstunden alle Pumpen nacheinander zwangsweise für

zehn Minuten einzuschalten und alle Ventile so anzusteuern, dass sie einmal einen kom-

pletten Ventilhub durchfahren.

4.17 Warmwasserbereiter

Für Regelungen von Warmwasserbereitern die für die Bundesstadt Bonn programmiert und

oder in Betrieb genommen werden, gelten verbindlich folgende Bedingungen:

Es ist mindestens ein Zeitprogramm mit Parametern in der Reglung zu hinterlegen:

Sollwert 60°C, Betriebsdauer 24 Stunden, 365 Tage und eine Legionellenschaltung. Diese

Legionellenschaltung muss einmal pro Woche das komplette Trinkwasser beziehungs-

weise Warmwasser im Warmwasserspeicher und den Zirkulationsleitungen für eine Stunde

auf 70°C erhitzen. Grundlage für die Legionellenschaltung ist die Trinkwasserverordnung

sowie das Arbeitsblatt W 551 des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches

e.V.).

5 Feldgeräte

5.1 Feldgeräte allgemein

Die Feldgeräte sind mittels 1:1-Verdrahtung oder über ein für die Feldebene der Gebäude-

automation geeignetes Bussystem mit der Automationsstation zu verbinden. Gewerkebe-

zogene eigene regel- und steuerungstechnische Anlagen sind nur zugelassen, wenn reine

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Mess- Steuer- und/oder Regelungsaufgaben im geringen Umfang damit durchgeführt wer-

den (z.B. Hebeanlagen, Pumpen zur Entwässerung, dezentrale Ablüfter, etc.). Sofern es

wirtschaftlich zu vertreten ist, sind die Betriebs- und Störmeldungen vorgenannter Anlagen

in die Automatisationsstation einzubinden und zur Management- und Bedieneinrichtung zu

übertragen. Unwirtschaftlich kann die Einbindung sein, wenn zum Beispiel hohe Kosten für

die Übertragungswege entstehen oder bestehende Anlagen technisch aufwendig umge-

baut werden müssten. Elektrisch betriebene Antriebe sind grundsätzlich mit der Meldung

„Auf“ und „Zu“ zu versehen. Tauchfühler sind Anlegefühlern vorzuziehen. Stetige An-

triebe sind als 0-10V Variante umzusetzen, 3-Punktantriebe sind nur in Ausnahmefäl-

len, nach Rücksprache mit dem SGB zulässig.

5.2 Raumlufttechnische Anlagen (RLT)

Raumlufttechnische Anlagen sind mit nach diesen Anforderungen an die Gebäudeautoma-

tion ausgeführten Automationsstationen zu steuern und zu regeln. Der Einsatz von unter

Umständen erforderlichen eigenen Regelungen und Steuerungen (geräteeigene Automati-

onsstation), die nicht diesen Anforderungen entsprechen, sind mit dem Energiemanage-

ment vor Erstellung der Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis) abzusprechen. Die

Pumpen der Vor- und Nacherhitzer, sowie – falls vorhanden – der Kühler sind aufgrund

geeigneter Kenngrößen ein- bzw. auszuschalten (z.B. Stellung Regelventil). Die zugehöri-

gen Zubringerpumpen der raumlufttechnischen Anlagen sind auf Anforderung der jeweili-

gen Anlagenteile ein- bzw. auszuschalten. Bei allen Pumpen ist ein Dauerbetrieb grund-

sätzlich unzulässig. Das Beaufschlagen des Wärmeerzeugers mit einem konstanten Tem-

peratur-Sollwert zur Versorgung der Lüftungsanlagen ist nicht zulässig. Es sind geeignete

Kenngrößen (z.B. eine Abhängigkeit zur Außentemperatur) zu nutzen.

5.3 Bussysteme und Energieerfassung

Systeme mit eigenem Bussystem sind mittels geeigneter Schnittstellen und Protokollen

(z.B. EIB, KNX, LON, Dali, BACnet MS/TP, etc.) in die Automationsstation bzw. Gebäude-

automation zu integrieren.

Zur Erfassung der Energiebezüge sind für alle im Objekt vorhandenen Medien geeignete

Messeinrichtungen (M-Bus) einzusetzen, die zwecks automatischer Auslesung mit der Ge-

bäudeautomatisation zu verbinden sind.

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5.4 Wärmeerzeugungsanlagen und Kältemaschinen

Wärmeerzeugungsanlagen sind hier im Sinne der Gebäudeautomation als Feldgeräte an-

zusehen und wie oben beschrieben an die Automationsstation anzubinden. Es ist sicher-

zustellen, dass Stör- und Gefahrenmeldungen der Anlagen (z.B. Sicherheits-temperaturbe-

grenzer, Brennerstörung, etc.) differenziert zur Automationsstation und zur Management-

und Bedieneinrichtung übertragen werden. Eine Sammelstörmeldung reicht nicht aus. Wär-

meerzeugungsanlagen sind bedarfsgerecht zu führen, die einzelnen Heizkreise und Ver-

braucher erhalten lediglich die explizit angeforderten Vorlauftemperaturen. Die Automati-

onsstation errechnet die benötigte Gesamtvorlauftemperatur und gibt diese in Form einer

Anforderung an die Kesselregelung/-steuerung weiter. Die Gesamtvorlauftemperatur ergibt

sich aus der maximal geforderten Temperatur der Verbraucher plus einer Erhöhung um 5K.

Bei RLT-Anlagen mit Erhitzern und/oder Kühlern wird der Sollwert unter Umständen über

die Außentemperatur-Kennlinie festgelegt. Dauerhaft konstante Vorgaben für die Gesamt-

vorlauftemperatur der Wärmeerzeuger oder eine Kennlinienführung (z.B. Außentempera-

tur) sind nicht zulässig. Sofern von vorgenannter Vorgehensweise abgewichen werden

muss, ist dies mit dem Energiemanagement vor Erstellung des Leistungsverzeichnisses

rechtzeitig abzustimmen.

Die Ansteuerung der Anlagen erfolgt mittels Freigabe und/oder 0-10V-Signal als Sollwert-

vorgabe (z.B. 0-100°C). Die Folgeschaltung mehrerer Wärmerzeuger (Mehrkesselanlagen)

wird mit dem Wochenzeitschaltprogramm der Automationsstation oder aufgrund der Be-

triebsstunden durchgeführt. Die Umschaltung der Wärmeerzeuger – bei Störung eines ein-

zelnen – ist mit der Automationsstation sicher zu stellen. Sofern die Kesselanlage mittels

eines geeigneten BUS-Systems in die Automationsstation integriert wird, sind auch min-

destens vorgenannte Anforderungen zu erfüllen.

5.5 Schaltschränke

Schaltschränke sind grundsätzlich so zu dimensionieren, dass nach Abschluss der Maß-

nahme noch Platzreserven von mindestens 20% verbleiben. Zukünftige Maßnahmen z.B.

bei Aufteilungen auf mehrere Bauabschnitte sind dabei nach Möglichkeit zu berücksichti-

gen. Jeder Schaltschrank ist mit einer Aufnahme für ein Halbzylinderschloss zu versehen.

Ist in dem ISP eine quittierbare Sammelstörmeldung vorgesehen, so ist auf der eingesetz-

ten DCC ein Schaltausgang, zwecks Fernquittierung vorzusehen.

Dieser Schaltausgang ist als, sich selbstständig zurücksetzender, Impulsausgang anzule-

gen.

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6 BACnet

6.1 Anforderungen Objekte

Die BACnet-Objekte der Automationsstationen müssen gemäß AMEV-Profil AS-A des An-

hangs 4 der AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden)

ausgeführt werden. Unabhängig vom AMEV-Profil AS-A müssen bei allen Objekten die Ei-

genschaften (Properties) der Beschreibung (Description) und Meldeklassen (Notification

Class) beschreibbar sein. Die BACnet-Objekte „Loop“ und „Trend-Log“ werden nach

AMEV-Profil B gefordert. Sofern das Objekt „Loop“ nicht unterstützt wird, müssen mindes-

tens folgende Werte mittels geeigneter BACnet-Objekte eingerichtet werden:

• Min. und max. Ausgang Stellgröße (z.B. min. = 0%, max. = 100%)

• Schwellenwert (COV_Increment)

• P-Anteil, I-Anteil, Totzeit

• Out of Service/Hand

• Regler-Wirksinn

• Bias

• Eingangsvariable

• Sollwert

Diese Objekte werden bei der Abrechnung lediglich als ein „Loop“-Objekt betrachtet. Sollte

das „Trend-Log“-Objekt nicht dem AMEV-Profil B entsprechen, das heißt nicht dynamisch

erzeugt werden können, muss die Eigenschaft „Log_DeviceObjektProperty“ beschreibbar

sein. Damit wird die Zuordnung der Objekte zu einem späteren Zeitpunkt sichergestellt.

6.2 BIBBs (Interoperabilitätsbausteine)

Die BACnet-Interoperabilitätsbausteine der Automationsstationen müssen, wie im Anhang

5 der AMEV-Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden) wie folgt

ausgeführt werden:

Data Sharing:AMEV-Profil AS-A
Alarm and Event Management:AMEV-Profil AS-A
Scheduling:AMEV-Profil AS-A

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Trending:AMEV-Profil AS-B
Device and Network Management:AMEV-Profil AS-A

6.3 Melden

Sofern der Controller das regelbasierte Melden unterstützt, kann auf die Eigenschaften für

das objektinterne Melden verzichtet werden. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass

der Empfänger der regelbasierten Meldungen unabhängig gewählt werden kann. Hier wer-

den die Meldungen entweder über die Meldeklassen oder einen Eintrag im Objekt für re-

gelbasiertes Melden eingerichtet.

6.4 Betriebsstunden

Die Betriebsstunden müssen mit einem „Analog-Value-Objekt“ realisiert und in Stunden an-

gegeben werden. Es ist sicherzustellen, dass beim Zurücksetzen der Betriebsstunden im

vorgenannten und geforderten Objekt auch die Eigenschaft „Elapsed_Active_Time“ der Be-

triebsmeldung zurückgesetzt bzw. auf „Null“ gesetzt wird.

Die Funktionalität in Hinsicht auf die Nullsetzung und des Zurückstellens der Betriebsmel-

dung des Aggregats muss erhalten bleiben.

6.5 Meldeklassen (Notification Class)

Folgende Meldeklassen und Prioritäten sind einzurichten:

Prioritäten
AlarmFehlerZurück zu Normal
Alarmmeldungen5525574
Störmeldungen7525594
Ereignismeldungen95255114
Systemmeldungen115255134
Wartungen135255154
Handschaltungen155255174

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Schaltungen MBE175255194
Manuelle Heizzeitverlängerungen195255214
Trends215255234
Sonstige235255254

Kommende Meldungen sind mit der niedrigsten und gehende mit der höchsten Priorität in

den jeweiligen Meldeklassen (z.B. Meldeklasse „Alarmierungen“ – kommend Priorität 55 –

gehend Priorität 74) einzurichten.

In den Meldeklassen wird ausschließlich die GLT/MBE als Empfänger eingetragen. Die GLT

Device Adresse wird vom Energiemanagement vergeben. Der automatische Eintrag ande-

rer Geräte ist nicht zulässig.

6.6 Zeitprogramme / Trendobjekte

Die nachfolgend aufgeführte Anzahl der Zeitschaltprogramme und Trends stellt die Min-

destanzahl dar. Im Einzelfall können auch zusätzliche Zeitprogramme und Trends benötigt

werden. „Trend-Log-Objekte“ werden nach Vorgaben (siehe unten) eingerichtet.

1 xWochenzeitschaltprogramm für jeden Verbraucher (Heizkreis, RLT-Anlage, etc.)
1 xWochenzeitschaltprogramm WWB (1x Normalbetrieb, 1x Legionellen-Schaltung, 1x Zirkulation)
3 xJahreszeitschaltprogramm Sondertage (1x Sondernutzung - Betrieb, 1x Sondernichtnutzung – Absenkbe- trieb, 1x Abschaltbetrieb)
10 xTrendobjekte pro RLT-Anlage
10 xTrendobjekte pro Kesselanlage/Kältemaschine
6 xTrendobjekte pro statischer Heizkreis oder sonstiger Verbraucher

Die „Trend-Log-Objekte“ müssen so eingerichtet werden, dass die Aufzeichnung als Stan-

dard über die „Wertänderung“ (COV_Increment) stattfindet und nicht durch „pollen“. Aller-

dings müssen die „Trend-Log-Objekte“ auch nachträglich auf „pollen“ umgestellt werden

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können. Nachfolgende „COV-Increment-Werte“ (COV) sind bei den jeweiligen Objekten

einzutragen:

Vor- und Rücklauftemperaturen3 - 5 Kelvin
Ventil- und Klappenstellungen5 %
Raum- und Außentemperaturen0,2 Kelvin
Kanaltemperaturen und Feuchte bei RLT-Anlagen2 Kelvin 5 % r. F.
Frequenzumrichter (FU)5 %
Sollwerte (z.B. errechnete Vorlauftemperatur)3 Kelvin

In den Trends sind pro unten aufgeführtem Anlagenteil folgende Objekte einzutragen. So-

fern mehr als zehn Trends aufgrund der aufgeführten Objekte benötigt werden, sind weitere

Trends einzurichten und die jeweiligen Objekte einzutragen.

RLT-AnlagenAußen-, Misch-, Zu-, Ab- und Fortlufttemperaturen
Außen-, Misch-, Zu-, Ab- und Fortluftfeuchtemes- sungen
Vor- und Rücklauftemperaturen Erhitzer, bzw. Kühler
Raumtemperaturen
Raumfeuchte
Klappenstellungen
Ansteuerungen bzw. Rückmeldungen der FUs
Betriebsmeldungen Pumpen und Ventilatoren
KesselanlagenVor- und Rücklauftemperaturen pro Kessel
Gesamtvor- und Rücklauftemperaturen
Vor- und Rücklauftemperaturen primär und sekun- där bei hydraulischen Weichen und Wärmetau- schern

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Betriebsmeldungen der einzelnen Kessel sowie Pumpen
Errechnete Sollwerte Vorlauftemperaturen
Errechnete Sollwerte Klappensteuerungen
Errechnete Sollwerte Ventilansteuerungen
Heizkreise und WarmwasserbereitungenVor- und Rücklauftemperaturen pro Kreis
Ventilansteuerungen
Errechnete Vorlauf-Sollwerte
Raumtemperaturen
Betriebsmeldungen der Pumpen
Speichertemperaturen Warmwasserbereiter

Die erforderlichen Trend-Objekte für z.B. Kältemaschinen, etc. sind mit dem Energiema-

nagement abzustimmen.

6.7 Einblendpunkte Management und Bedieneinrichtung /

Automatisationsstation

Für die Darstellung der Einblendpunkte auf der Management- und Bedieneinrichtung sowie

Automatisationsstation müssen im BACnet mindestens folgende Objekte vorhanden sein:

HeizkreiseAlle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge
Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Tag, Nacht, Optimierung)
Betriebsmodus (Rückmeldung)
Freigabe Optimierungsprogramme (Ein, Aus)
Raumtemperaturkorrektur, gleitendes Schalten (Ein, Aus)
Maximale Aufheizzeit (Start-Stopp-Schaltung)
Zeitschaltprogramme
Sollwert Raumtemperatur Tag/Nacht

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Sollwert Tag/Nacht für Gebäudetemperaturbe- grenzung (Stützbetrieb)
Sollwert Vorlauftemperatur errechnet
Sollwert Vorlauftemperatur minimal und maximal
Sollwert Heizkurve - Steilheit und Parallelverschiebung oder - Kennlinie mit Stützpunkten
Außentemperaturen
Örtliche Meldungen
Betriebsstunden
Reglerobjekte
Raumlufttechnische An- lagenAlle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge
Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Stufe 1-n, Stützbetrieb)
Betriebsmodus (Rückmeldung)
Zeitschaltprogramme
Sollwerte alle (z.B. Raumtemperaturen)
Sollwerte alle errechneten, Sequenzeinteilung
Minimale und maximale Werte Zuluft
Außentemperatur
Örtliche Meldungen
Betriebsstunden
Reglerobjekte
KesselanlagenAlle analogen und digitalen Ein- und Ausgänge
Freigabe Betriebsmodus (Auto, Aus, Ein)
Betriebsmodus (Rückmeldung)
Zeitschaltprogramme
Sollwerte alle (z.B. Kesseltemperatur)
Sollwerte alle errechneten
Außentemperatur
Örtliche Meldungen
Betriebsstunden

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6.8 Physikalische Einheiten und Zusatztexte

Die Zusatztexte und physikalischen Einheiten sind nach Anhang 7.4 und 7.5 der AMEV-

Broschüre Nr. 136 (BACnet 2017 – BACnet in öffentlichen Gebäuden) einzurichten.

6.9 Objektname und Beschreibung (Description)

Der Objektname entspricht dem Anlagenschlüssel (AKS)

• Positionen 1 – 6 SAP-Nummer – wird auf Anforderung mitgeteilt

• Positionen 7 – 9 Gewerk

AUFAufzugsanlage, Förderanlage
BMABrandmeldeanlagen
EMAEinbruchmeldeanlagen
ELAElektroakustische Anlagen
ELTElektrotechnische Anlagen
GA_Gebäudeautomation
HZGHeizung, Kessel, Wärmetauscher, Warmwasserbereitung primär
IUKInformations- und Kommunikationsanlagen
ISPInformationsschwerpunkte
KAEKälteanlagen
NTZNutzungsspezifische Anlagen
RWARauchwärmeabzugsanlagen
RLTRaumlufttechnische Anlagen
SANSanitäranlagen, Warmwasserbereitung sekundär
SONSonstige TGA-Anlagen

• Position 10 Anlage / Anlagentyp

0Allgemein, Übriges
1Kesselanlage, BHKW, Wärmepumpe
2Fernwärme, Wärmetauscher
3Zentrale Pumpenanlagen (Zubringerpumpen)
4Statische Heizkreise
5Warmwasserbereitung
6Lüftungsanlagen
7Klima- und Teilklimaanlagen
8Kälteanlagen, Kältemaschinen

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• Position 11 – 12 Laufende Nummer der Anlage (0 - 99)

• Position 13 – 14 Anlagenteil Abkürzung

Virtuelle Datenpunkte erhalten zusätzlich ein „v“

vorangestellt. z.B. vAT (virtuelle Außenlufttemperatur)

Positionsnummern verschieben sich entsprechend.

Lüftung / Klima
ABAbluftventilator, Abluft
ATAußenlufttemperatur
PMBewegungs- / Präsenzmelder
WDDruckwächter
EREinzelraumregler
FIFilter (allgemein)
FUFrequenzumrichter
KLKlappe
BFLuftbefeuchter
NELuft-Nacherhitzer
VELuft-Vorerhitzer
MEMelder (allgemein)
PUPumpe (allgemein)
RARaum
LORegler
RSReparaturschalter
RLRücklauftemperatur
WSStrömungswächter
VAVentil (allgemein)
VRVolumenstromregler
VLVorlauftemperatur
WAWächter allgemein
ZOZonen
ZUZuluftventilator, Zuluft
Heizung
ATAußenlufttemperatur
ASAutomatisationsanlage
BHBlockheizkraftwerk

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BRBrenner
EREinzelraumregler
GZGasmengenzähler
GAGesamtanlage
KEHeizkessel
PUPumpe (allgemein)
RARaum
LORegler
RLRücklauftemperatur
SDSicherheitsdruckbegrenzer
TWTemperaturwächter
VAVentil (allgemein)
VLVorlauftemperatur
WZWärmemengenzähler
WPWärmepumpenanlage
WGWärmerückgewinnungsanlage
WTWärmetauscher
Sanitär
AAAbwasseranlage
AHAbwasserhebeanlage
DWDesinfektion Wasser (Legionellenschaltung)
FLFeuerlöschanlage (Sprinkleranlage)
STSpeichertemperatur (Warmwasserbereiter)
TZTrinkwassermengenzähler
WWWarmwasserbereitung
DOWasser-Dosierungsanlage
DEWasser-Druckerhöhungsanlage
EHWasser-Enthärtungsanlage
ESWasser-Entsalzungsanlage
FAWasserfilteranlage
Elektro
AVAllgemeine Stromversorgung
BLBeleuchtungsanlage
MSMittelspannung
NSNiederspannung
NHNiederspannungshauptverteilung

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PVPhotovoltaikanlage
SPSpannungsüberwachung (Phasenüberwachung)
SZStromzähler
UVUnterbrechungsfreie Stromversorgung
ZHZusatzheizung Elektro (Einläufe, Rinnen, Rohre)
Kälte
WFFeuchte- / Kondensations-Leckagewächter
KZKältemengenzähler
KWKaltwasserkreislauf
WXMax-Waechter
RKRückkühlanlage
TWTemperaturwächter
Sonstiges
AGAllgemein
AZAufzugssteuerung (Sammelstörmeldung)
ASAutomatisationsstation
BTBedien-Tableau
GAGesamtanlage

• Position 15 – 16 Laufende Nummer der Anlagenkomponente (0 – 99)

• Position 17 – 20 Funktionstyp

Stell- / Schaltbefehle
SA01 – SA99Analog Stellbefehle (0-10V, Modulation, Dreipunkt)
SB01 – SB99Schaltbefehl allgemein oder ZU bzw. AUS, etc. Schaltbefehl AUF, EIN, EIN 1 oder Stufe 1, etc. Schaltbefehl EIN 2 oder Stufe 2, etc. Anlagenschaltbefehle / Freigaben (RLT-Anlagen, HK, Kessel, etc.)
Sollwerte
SW01 – SW99Sollwerte
Betriebsmeldungen
RM01 – RM99Schalter: Hand – Automatik, MBE, Aufheizen Tag/Nacht, Präsenz, Fensterkontakt, etc.

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BM01 – BM99Betriebsmeldung (Ein/Aus, Auf/Zu, etc.)
Zählwerte
ZW01 – ZW99Zählwerte (Strom-, Wärmemengen-, Wasserzähler)
BS01 – BS99Betriebsstundenzähler
Messwerte
MW01 – MW99Allgemein, Sonstige, Verbrauch
MT01 – MT99Temperatur
MP01 – MP99Druck
MH01 – MH99Feuchte
CO01 – CO99CO -Sensoren 2
VO01 – VO99VOC-Sensoren
AS01 – AS99Stellung analog (Ventile, WRG, Klappen, etc.)
Zeitprogramme
ZP01 – ZP99Wochenzeitprogramm
JP01 – JP99Jahreszeitprogramm
Sonstige Meldungen
WM01 – WM99Wartungsmeldungen (Filter, Lüftung, etc.)
GM01 – GM99Gefahrenmeldungen
SM01 – SM99Störmeldungen
AL01 – AL99Alarmmeldungen

• Position 21 – 64 Beschreibung (Description) / Klartext

6.10 Beispiele Objektnamen und Beschreibungen

Beispiel 1:

Gotenschule, Gebäudeteil 3 also Block C, Regler 2, Heizkreis 1, Vorlauffühler 1

100244HZG402VL01MT01_Vorlauffühler_Heizkreis_Block_C

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Beispiel 2:

Laurentiusschule, Turnhalle, Lüftungsanlage 2, Regler 1, Rauchmelder 1

100243RLT602ME01GM01_Rauchmelder_Lüftung_2_Turnhalle

7 Dokumentation

7.1 Anlagendokumentation

Zur Projektübergabe ist die Anlagendokumentation 3-fach (davon einmal in digitaler Form)

vorzulegen. Die aktuellen Programmdateien der Controller, Touchpanel und sonstige Kon-

figurationsdateien sind geforderter Bestandteil dieser Dokumentation.

7.2 B-PAT (BACnet-Project-Adress-Table)

Für jede Liegenschaft ist eine Dokumentation des BACnet Netzwerk zu erstellen.

Hier werden die verwendeten Adressen der Controller incl. Subnetz dokumentiert.

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