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13_I02B2412V1_Energetische Sanierung I02_Bestandsfassade Kurzstellungnahme.pdf

Holzrahmenbau- und Fensterarbeiten für die Dach- und Fassadensanierung

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 07.10.2026, 11:21 (Europe/Berlin)

Herkunft: vergabe.niedersachsen.de

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Medizinische Hochschule Hannover Abteilung Gebäudeverwaltung; Herr Kröpke Carl-Neuberg-Straße 1 30625 Hannover

  1. April 2025

Stellungnahme zur Inaugenscheinnahme der Fassaden des Gebäudeteils J2 in thermisch- bauphysikalischer Hinsicht

Objekt: Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, Gebäude J2

  1. Gegenstand der Stellungnahme

Am Gebäudeteil J2 der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) – Carl-Neuberg-Straße 1 in 30625

Hannover – wurden Schädigungen in verschiedenen Fassadenbereichen festgestellt.

hat im Rahmen der beauftragten energetischen Sanierung

die unterschiedlichen Fassadenflächen vor Ort aufgenommen.

Zur Zuordnung der Konstruktionsart und Kategorisierung des Zustandes (saniert bzw. nicht saniert)

der verschiedenen Fassadenteile wurde im Rahmen eines Ortstermins am 02.04.2025 eine

Fotodokumentation angefertigt. Auf dieser Grundlage sollen Maßnahmenvorschläge zur

energetischen Ertüchtigung der Außenwände erarbeitet werden. Ziel ist es, die Mindestanforderung

an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) Anlage 7 zu

erfüllen.

Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) J. Dubois, M.Sc. Dr.-Ing. Florian Tabeling Robert Bernstein, M.Eng. Deutsche Bank 24 IBAN DE07 2507 0024 0200 7656 00 | BIC DEUTDEDBHAN | KTO 200 76 56 | BLZ 250 700 24 Amtsgericht Hannover Handelsrg.-Nr. HRB 209187 | Steuer-Nr. 25/210/2234 3 | USt-IdNr. DE 286 006 013

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Großer Innenhof

Abbildung 1: Luftbildaufnahme MHH Hannover, Gebäudeteil J2 (Quelle: Google Maps)

  1. Grundlagen der Stellungnahme

Als Grundlage für diese Stellungnahme standen folgende Unterlagen zur Verfügung:

  1. Bestandspläne von 1964-69 (Dipl.-Ing. Ernst-Otto Rossbach Dipl.-Ing. Hans H. Priesemann

Architekten BDA)

  1. Fassadengutachten Instandsetzungs- und Modernisierungskonzept vom 04.08.2011

Es wurden folgende Ortstermine durchgeführt:

  1. Ortstermin am 02.04.2025 mit Inaugenscheinnahme der Fassadenteile in bauphysikalischer

Hinsicht

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  1. Feststellungen bei der Durchsicht der Unterlagen und bei den Ortsterminen

Das Gebäude J2 der MHH in der „Carl-Neuberg-Straße 1“ hat eine Grundrissabmessung von ca.

119 x 77 m. Die Höhe des Gebäudes beträgt maximal ca. 15 m bis Oberkante Attika. Wie im Gutachten

vom 04.08.2011 (Ingenieurgesellschaft Amend + Hinrichs) beschrieben wurden vor Ort verschiedene

Außenwand- und Fenstertypen vorgefunden. Darüber hinaus wurden seit der Erstellung des

Gutachtens weitere vereinzelte Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Hierzu zählen zum Beispiel

erneuerte Fenster- bzw. Fenstertürelemente sowie sanierte Außenwand-Abschnitte im großen

Innenhof (vgl. Abbildung 1) und in weiteren Fassadenbereichen. Genauere Angaben zum Aufbau, zu

Dämmschichtdicken und -qualitäten liegen für den Großteil der sanierten Fassadenteile nicht vor.

Lediglich für sanierte Eckelemente der Hauptfassaden liegt eine Detailzeichnung vor

Dieser kann eine Mineralwolle-Dämmung mit einer Schichtdicke von

d = 10 cm und die Wärmeleitgruppe WLG 035 entnommen werden. Eine detaillierte Zuordnung der

Außenwand- und Fenstertypen sowie allgemeine Beschreibungen wurden in den beigefügten Plänen

vorgenommen

Außerdem konnte festgestellt werden, dass in manchen Fassadenabschnitten unterschiedliche

Verglasungsarten verbaut wurden. Zum Beispiel wurden im großen Innenhof (vgl. Abbildung 1) an der

nördlich orientierten Fassade sowohl Fenster mit Ornamentglas als auch transparenten Verglasungen

vorgefunden (siehe Abbildung 2).

Ornamentglas

Transparente Verglasung

Abbildung 2: MHH Gebäude J2, großer Innenhof, nördliche Fassade

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Die Wärmedurchgangskoeffizienten der im vorliegenden Bestandsgutachten aufgeführten Fassaden

werden für den nicht sanierten Fall (Außenwand Typ A bis D) von U = 0,643 W/m²K bis

U = 1,031 W/m²K eingestuft. Für die sanierten Außenwände in den kleinen Innenhöfen (AW Typ E) wird

ein U-Wert von 0,203 W/m²K ausgewiesen. Für die nicht sanierten Fenster und Fenstertüren werden

im vorliegenden Gutachten Wärmedurchgangskoeffizienten von 2,40 W/m²K bis 5,70 W/m²K

angenommen.

  1. Bewertung der Feststellungen in thermisch-bauphysikalischer Hinsicht

Der maximale Wärmedurchgangskoeffizient für wärmeübertragende Außenwände gemäß GEG

Anlage 7 für Zonen von Nichtwohngebäuden mit einer Raum-Solltemperatur ≥ 19 °C beträgt

U = 0,24 W/m²K. max

Auch unter der Annahme, dass in allen Fassadenbereichen mit hinterlüfteter Fassade eine Luftschicht

mit einer Dicke von d = 4 cm vorliegt, könnten nach Sanierung mittels Einblasdämmung weder der

Mindestwärmeschutz flächiger Bauteile gemäß DIN 4108-2, noch die Anforderungen an den

maximalen U-Wert gemäß GEG Anlage 7 erfüllt werden, vgl. Tabelle 1. Darüber hinaus wäre bei der

Ausführung mit einem erhöhten Aufwand zu rechnen, zum Beispiel durch das notwendige Abdichten

der Fugen zwischen den vorgehängten Waschbetonplatten. Eine Einblasdämmung in den Bereichen

der hinterlüfteten Fassaden einzubringen, ist aus thermisch-bauphysikalischer Sicht weder zu

empfehlen, noch werden die gesetzlichen Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllt.

Bei den zuvor beschriebenen sanierten Eckelementen (Mineralwolle d = 10 cm, WLG 035) kann der

Mindestwärmeschutz flächiger Bauteile gemäß DIN 4108-2 erfüllt werden, der angestrebte maximale

U-Wert von U = 0,24 W/m²K wird mit U = 0,32 W/m²K jedoch nicht eingehalten. max ist

Um die Anforderung gemäß GEG Anlage 7 zu erfüllen, ist – unter der Annahme einer Stahlbeton-

Außenwand mit einer Dicke von d = 24 cm – eine Dämmschichtdicke von d = 16 cm mit einer

Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/mK erforderlich. Hierbei wird ein Wärmedurchgangskoeffizient B

von U = 0,206 W/m²K erreicht. ist

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In der folgenden Tabelle werden für die zuvor beschriebenen Fallsituationen die Bauteilaufbauten und

die berechneten U-Werte zur Übersicht kurz zusammengefasst.

Tabelle 1: Auszug U-Wert-Berechnungen

Nr.BauteilU-Wert [W/m²K]
1Waschbetonfertigteil-Vorhangfassade mit Einblasdämmung, Dämmschichtdicke d = 4 cm, Wärmeleitfähigkeit λ = 0,035 W/mK B0,751
2FA 04 – Hinterlüftete Fassade mit Faserzementplatten (Eckelemente Hauptfassade), Dämmschichtdicke d = 10 cm, λ = 0,035 W/mK B0,319
3Sanierte Außenwand GEG-Standard, Dämmschichtdicke d = 16 cm, λ = 0,035 W/mK min B0,206

Anlage 1: Ansicht Ost+West – Anmerkungen Fassaden Ist-Zustand

Anlage 2: Ansicht Süd+Nord – Anmerkungen Fassaden Ist-Zustand

Anlage 3: Grundriss Ebene S0 – Anmerkungen Fassaden Ist-Zustand

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