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Bewertung der Standsicherheit der Deiche an der Tiroler Achen;
hier: Deich im Bereich von Osterbuchberg
Januar 2016
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1 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
INHALTSVERZEICHNIS
1 Anlass 1
2 Maßgebliches Kriterium für die Gesamtstandsicherheit und angewendetes
Berechnungsprogramm 1
3 Unterlagen 1
4 Bemessungsquerschnitt und Bodenkennwerte 2
4.1 Bemessungsprofil als Superpositionsprofil 2
4.2 Bodenmechanische Kennwerte und deren Ermittlung 3
4.2.1 Untergrundaufschlüsse und bodenmechanische Laborversuche 3
4.2.2 Bodenmechanische Kennwerte 6
5 Voraussetzungen für die Gültigkeit der Bewertung der Standsicherheiten 6
6 Berechnungsfälle und Sicherheitsbeiwerte 6
6.1 Berechnungsfälle 6
6.2 Teilsicherheitsbeiwerte 7
7 Ergebnisse der Standsicherheitsberechnungen 9
8 Sicherheit gegen Suffosion und Erosion 10
9 Bewertung der Standsicherheit des Deiches 10
10 Weiteres Vorgehen 11
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1 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
1 Anlass
Mit diesem Bericht wird eine Bewertung der Standsicherheit für den Deich der Tiroler Achen
im Bereich von Osterbuchberg durchgeführt. Der zu betrachtende Deichabschnitt weist die
Flusskilometrierung Tiroler Achen 4,8 bis 5,2 km auf; der Deich befindet sich in
Fließrichtung gesehen rechtsseitig der Tiroler Achen.
Die Systematik der hier beschriebenen Standsicherheitsuntersuchungen entspricht in weiten
Teilen dem Vorgehen bei der Untersuchung der Deiche im Bereich vom Sossau, deren
Ergebnisse im November 2015 dem WWA Traunstein mitgeteilt wurden. Bedeutende
Abweichungen zu o.g. Bericht finden sich aber insbesondere in den Abschn. 4 und 7.
Handlungsbedarf ergibt sich infolge der Angaben in den Abschn. 7 bis 10.
2 Maßgebliches Kriterium für die Gesamtstandsicherheit und
angewendetes Berechnungsprogramm
Als bedeutendstes Kriterium für die ausreichende Gesamtstandsicherheit des Deiches
Osterbuchberg wird hier die Standsicherheit der Deichböschungen behandelt. Dazu erfolgten
Berechnungen mit dem EDV-Programm „Böschungsbruch“, Version 7.22.04 der Firma
GEOSOFT, Dipl.-Ing. Gottfried Petschl GmbH und CoKEG in Österreich (www.geosoft.at).
3 Unterlagen
Als Grundlage für den Aufbau des Deiches und für die erforderlichen geotechnischen
Bemessungswerte werden folgende Unterlagen herangezogen:
• Unterlage 1: Zeichnungen der Profilquerschnitte der Deiche an der Tiroler Achen
zwischen Fluss-km 4,8 und 5,2 (dxf-Datei), vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein
(WWA TS).
• Unterlage 2: Ergebnisse der Untergrundbohrungen 2B1 bis 2B4, durchgeführt von
der Dr. Stadtbäumer Baugrunduntersuchung GmbH, Aschheim (div. pdf-Dateien)
• Unterlage 3: Ergebnisse der bodenmechanischen Laborversuche, durchgeführt von
der Crystal Geotechnik GmbH, Utting (div. pdf-Dateien)
• Unterlage 4: Ergebnisse der Rammsondierungen DPH Nr. S1 bis S3, durchgeführt
vom Landesamt für Umwelt, Augsburg; eigene Unterlagen
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2 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
Es wurden im Wesentlichen folgende Regelwerke berücksichtigt:
• DIN 1054:2010-12
• DIN 1054/A1:2012-08
• DIN 1054/A2:2014-12
• DIN-EN 1997-1:2014-03
• DIN 4084:2009-01
• DIN 4084 Beiblatt 1: 2012-07
• DIN 19712: 2013-01
• DIN EN ISO 22475-2
Unterlage 1 stellt 3 Profilquerschnitte des Deiches der Stationen Fluss-km 4,8; 5,0 und 5,2 km
dar.
Unterlage 2 enthält die Bohrprofile der durchgeführten Erkundungsbohrungen 2B1 bis 2B4 (s.
Abschn. 4.2.1.1).
Unterlage 3 enthält die Ergebnisse der durchgeführten bodenmechanischen Laborunter-
suchungen (s. Abschn. 4.2.1.2).
Unterlage 4 enthält die Diagramme der durchgeführten Rammsondierungen S1 bis S3 mit der
schweren Rammsonde (s. Abschn. 4.2.1.1).
4 Bemessungsprofil und Bodenkennwerte
4.1 Bemessungsprofil (s. Anlage 1)
Gemäß den in Unterlage 1 enthaltenen Profilquerschnitten weist der Deich in seinem Verlauf
unterschiedliche Höhen und Böschungsneigungen auf. Um die unterschiedlichen Geometrien
des Deiches zu berücksichtigen, wurde für die Standsicherheitsberechnungen ein
maßgebliches Bemessungsprofil berücksichtigt. Als Berechnungsprofil wurde hier das
Querprofil an Fluss-km 5,0 gewählt, da in diesem Profil die Deichhöhe, die
Böschungsneigungen und die Kronenbreite in ihren für die Standsicherheit ungünstigen
Ausprägungen vorliegen.
Das Berechnungsprofil (Querprofil 5,0 km) weist folgende Geometriedaten auf:
Deichkronenhöhe H wasserseitige Böschung 2,2 m
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3 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
luftseitige Böschung: 2,2 m
Böschungsneigungen ∆h/∆l: wasserseitig: 1: 1,95
luftseitig: 1: 2,41
Kronenbreite b: 2,1 m
Als Deichkronenhöhe H wird für die Berechnungen die Höhe der Krone über der Flussbett-
sohle angesetzt.
Das Berechnungsprofil ist in Anlage 1 dargestellt; als Vergleich sind hier auch die übrigen
Querprofile sowie das Superpositionsprofil „Sossau“ mit eingezeichnet.
Als Berechnungswasserstand beim BHW wird ein Wasserstand angesetzt, der eine
Freibordhöhe von ca. 0,3 m ergibt.
4.2 Bodenmechanische Kennwerte und deren Ermittlung
4.2.1 Untergrundaufschlüsse und bodenmechanische Laborversuche
4.2.1.1 Untergrundaufschlüsse
Im Vorweg der hier geschilderten Neuberechnungen wurden Untergrundaufschlüsse in Form
von Kernbohrungen und Sondierungen mit der Rammsonde ausgeführt. Die Lage der
Erkundungsansatzpunkte ist im Lageplan der Anlage 2 dargestellt.
Bei den Kernbohrungen handelt es sich um Rammkernbohrungen mit durchgehender
Gewinnung gekernter Proben mit einem Rohrinnendurchmesser von 150 mm gemäß DIN EN
ISO 22475-1. Es wurden insgesamt 4 Bohrungen bis zu einer maximalen Endteufe von 10,0
m ausgeführt. Die Ergebnisse der Kernbohrungen wurden dem WWA TS und dem LfU in
Form von Schichtenverzeichnissen und Bohrprofilen als pdf-Dateien (Unterlage 2)
übermittelt und sind diesem Bericht daher nicht noch einmal beigefügt.
Zudem wurden 3 Rammsondierungen mit der schweren Rammsonde (DPH gemäß DIN EN
ISO 22475-2) bis in maximale Endtiefen von 7,8 m (Unterlage 4) ausgeführt.
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4 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
4.2.1.2 Bodenmechanische Laborversuche
Zur Bestimmung der bodenmechanischen Eigenschaften wurden vom Auftragnehmer der
Erkundungsleistungen bodenmechanische Versuche in seinem Labor ausgeführt.
Es wurden folgende Versuchsanzahlen für die einzelnen Bestimmungen durchgeführt
(Unterlage 3):
Korngrößenverteilung nach DIN 18123: 8
natürlicher Wassergehalt nach DIN 18121: 1
Wassergehalte an den Plastizitätsgrenzen nach DIN 18122: 1
Rahmenscherversuche an aufbereiteten Proben nach DIN 18137: 3
Die Ergebnisse der Laborversuche sind, geordnet nach Bohrung und Entnahmetiefe der
Proben, in einer Arbeitstabelle in Anlage 3 aufgelistet. Die Ergebnisse der
Rahmenscherversuche werden in Abs. 4.2.1.4 erläutert.
Die unter Zugrundelegung der Laborversuchsergebnisse abgeleiteten Bodenkennwerte sind in
Tab. 1 des Abschn. 4.2.2 aufgeführt.
4.2.1.3 Beschreibung der angetroffenen Bodenschichten
Den Versuchsergebnissen sowie der manuellen und visuellen Bodenprobenansprache zufolge
besteht das Material des Deichkörpers überwiegend aus sandigen Kiesen oder kiesigen
Sanden, die schwach schluffig oder schluffig ausgeprägt sind. In der Bohrung 2B1 wurde
zwischen 1,9 m und 2,3 m unter Ansatzpunkt eine Lage aus halbfest-festem Schluff
angetroffen.
Die Unterkanten der nichtbindigen Schichten wurde mit den Bohrungen auch bis zur ihrer
Unterkante von 10 m unter GOK nicht erreicht (2B2; 2B3; 2B4). In der 2B1 wurde ab 7,3 m
bis zur Endteufe bei 8,0 m eine Schluffsteinschicht durchörtert.
Die Mächtigkeit der Deichschüttung ist zwar in den Schichtenverzeichnissen des
Bohrunternehmers vermerkt worden, ein eindeutiger Beleg dafür konnte jedoch weder mit
den Bohrungen noch den Rammsondierungen erhalten werden, da davon auszugehen ist, dass
das Schüttmaterial nicht deutlich genug vom natürlichen Untergrund abweicht.
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5 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
Die Ergebnisse der Sondierungen mit der schweren Rammsonde weisen bis in Tiefen von ca.
4,0 m bis 5,0 m nur Schlagzahlen von maximal ca. 5 Schlägen pro 10 cm Eindringtiefe aus.
Damit weisen die nichtbindigen Bodenschichten bis in Tiefen von ca. 5 m unter Ansatzpunkt
generell eine nur lockere Lagerungsdichte auf.
4.2.1.4 Ergebnisse der Rahmenscherversuche
Im Tiefenbereich der Deichschüttung wurden überwiegend nichtbindige Bodenschichten mit
kiesigen Bestandteilen angetroffen. Da sich die entnommenen Bodenproben über die
Entnahmetiefe nur wenig unterscheiden, wurden für die Scherversuche Mischproben aus
verschiedenen Tiefen gebildet. Wegen des Größtdurchmessers der Körner mussten die Körner
der Kiesfraktion vor Einbau der Probe in das Scherversuchsgerät ausgesondert werden. Eine
Minderung der Ergebnisgüte kann trotzdem vermieden werden, da die versuchsmäßig
bestimmten Scherfestigkeitsparameter dieser Sande/Kiese mit Erfahrungswerten von
ähnlichen Böden abgeschätzt werden können.
Zusätzlich zu den nichtbindigen Proben wurde ein Scherversuch an der bindigen Schicht der
Deichschüttung in der Bohrung 2B1 (Probenunterkante bei 2,1 unter Ansatzpunkt;
Bodengruppe TL) ausgeführt (s. Anlage 3).
Die Ergebnisse der Scherversuche lauten wie folgt:
Bohrung 2B1, Tiefe 2,1 m; Bodengruppe ST*/TL, halbfest-fest; c´= 7,8 kPa; Reibungswinkel
ϕ´= 30,4°
Bohrung 2B2, Tiefe bis 5,0 m; Bodengruppe GW; c´= 0,3 kPa; Reibungswinkel ϕ´= 40,6°
Bohrung 2B4, Tiefe 4,0 m; Bodengruppe SU; c´= 1,5 kPa; Reibungswinkel ϕ´= 30,3°
Allerdings wurde in den Scherversuchen bei den nichtbindigen Proben aufgrund der Konsoli-
dationsbedingungen eine höhere Dichte der Bodenproben erreicht als aufgrund der Ergebnisse
der Rammsondierungen in-Situ zu erwarten ist, so dass die für die Berechnungen angesetzten
Scherfestigkeiten gegenüber den Laborwerten abgemindert wurden (s. Abschn. 4.2.2).
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6 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
4.2.2 Bodenmechanische Kennwerte
Aufgrund der in Abschn. 4.2 genannten Untersuchungen werden die bodenmechanischen
Kennwerte der einzelnen Bodenschichten als auf der sicheren Seite liegende Rechenwerte
abgeschätzt.
Hierbei wird eine i.d.R. lockere Lagerung der nichtbindigen Deichschichten angesetzt.
Die einzelnen Bodenkennwerte sind in untenstehender Tab. 1 aufgelistet.
Schicht Wichte Wichte Kohäsion Reibungs- feucht u. Auftr. c‘ winkel γγγγ (kN/m3) γγγγ‘ (kN/m3) (kPa) ϕϕϕϕ' (°) .
Deichschüttung 18,0 10,0 2 25,0 Untergrund, oben 19,0 11,0 2 30,0 Untergrund, unten 19,0 11,0 2 32,5
Tab. 1: Bodenkennwerte für die Standsicherheitsberechnungen der Deichböschungen
5 Voraussetzungen für die Gültigkeit der Bewertung der
Standsicherheiten
Die Berechnungsergebnisse stellen Betrachtungen eines idealisierten Berechnungsmodelles
dar. Dieses Modell ist zwar gemäß den Erkenntnissen aus den durchgeführten
Untersuchungen sowie auf Grundlage der vorhandenen Planunterlagen erstellt worden, jedoch
ist nicht auszuschließen, dass mit diesen Maßnahmen nicht alle ungünstigen
sicherheitsmindernden Eigenheiten des Deichaufbaus ermittelt werden konnten. Dies gilt z.B.
insbesondere für kleinteilige Inhomogenitäten in der Deichzusammensetzung.
In der Praxis bedeutet dies, dass insbesondere bei Auftreten von Sickerwasseraustritten,
Materialausspülungen, Anbrüchen oder weiteren Versagens(-vor)formen auch an Stellen, an
denen die rechnerische Standsicherheit eigentlich erfüllt ist, ein (Total-)versagen des Deiches
zu befürchten ist.
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7 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
6 Berechnungsfälle und Sicherheitsbeiwerte
6.1 Berechnungsfälle
Gemäß DIN 19712, Tab. 5 sind folgende zusätzlich zu Eigenlasten und Verkehrslasten (s.u.)
wirkende Einwirkungen und Bemessungssituationen (BS) maßgeblich:
Ständige Einwirkungen:
BS-P.1: Wasserstand = Bemessungshochwasser BHW
BS-P.2: fallender Wasserspiegel von BHW aus
Besondere Belastungen und Situationen:
BS-A.1: sog. bordvoller Wasserstand (=„Kronenstau“)
Zusätzlich zu den o.g. Wasserspiegellagen wurden auch für einen unbeaufschlagten Deich
(=“leer“) die Standsicherheiten der Deichböschungen berechnet. Dieser Berechnungsfall ist
einem Teilfall der Bemessungssituation BS-P zuzuordnen und wird als BS-P.1.1 bezeichnet.
Bei allen Berechnungsfällen wurde auf der Deichkrone als Verkehrslast ein Fahrzeug
angesetzt, dessen Lasteinwirkung dem eines SLW 30 (Breite = 3,0 m; Ersatzflächenlast p´ =
16,7 kN/m²) entspricht. Ein SLW 60 wird als nicht maßgeblich erachtet, da es wegen der zu
geringen Deichkronenbreite die Deichkrone nicht befahren kann.
Der Wasserstand für das BHW wurde so angesetzt, dass ein Freibord von 0,3 m verbleibt.
6.2 Teilsicherheitsbeiwerte
Für das Teilsicherheitskonzept sind die Beiwerte nach DIN 4084 für den hier maßgebenden
Grenzzustand GEO-3 (Verlust der Gesamtstandsicherheit) zu ermitteln.
Gemäß DIN 1054, Tabellen A 2.1 und A 2.2 ergeben sich für die Bemessungssituationen
folgende Teilsicherheitsbeiwerte für die Widerstände des Deichbaumaterials γ und γ und für c ϕ
die ungünstigen Einwirkungen γ (hier: SLW30): Q
a) Zur Bemessungssituation BS-P gehören folgende Lastfälle, für die die
Teilsicherheitsbeiwerte γ = 1,25; γ = 1,25; γ = 1,30 anzusetzen sind: c ϕ Q
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8 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
• Wasserseite:
o BS-P.1: Bemessungshochwasser BHW
o BS-P.1.1 unbeaufschlagter Deich
o BS-P.2: fallender Wasserspiegel von BHW aus
• Luftseite:
BS-P.1: Bemessungshochwasser BHW o
BS-P.1.1 unbeaufschlagter Deich o
BS-P.2: fallender Wasserspiegel von BHW aus o
b) Zur Bemessungssituation BS-T gehören Lastfälle aus Bau-/Wartungszuständen, die bei
Gegebenheit individuell nachzuweisen sind.
c) Zur Bemessungssituation BS-A gehören die Lastfälle, für die die Teilsicherheitsbeiwerte γ c
= 1,1; γ = 1,1; γ = 1,0 anzusetzen sind: ϕ Q
• Wasserseite:
o BS-A.1: sog. bordvoller Wasserstand (=„Kronenstau“)
• Luftseite:
o BS-A.1: sog. bordvoller Wasserstand (=„Kronenstau“)
Als Beurteilungskriterium, ob die geforderte Sicherheit gegen Böschungsbruch eingehalten
ist, wird der so genannte Ausnutzungsgrad µ, der als Verhältnis der Widerstände zu den
Einwirkungen definiert ist, herangezogen. Die geforderte Sicherheit gilt als gegeben, wenn
max µ ≤ 1,0 ist.
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9 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
7 Ergebnisse der Standsicherheitsberechnungen
Die Ergebnisse der Standsicherheitsberechnungen sind in untenstehender Tabelle 2 enthalten.
| Lastfall | Ausnutzungs- grad | Anforderungen an die Standsicherheit | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Böschung | Bezeichnung | Wasserstand, Zusatzbedingung (ungünstig) | max µµµµ | erfüllt | nicht erfüllt | ||||
| wasser- seitig | BS-P.1 | BHW, Freibord 0,3 m | 1,03 | x | |||||
| BS-P.1 | leer | 1,02 | x | ||||||
| BS-P.1 | MQ, Normalabfluss | 1,20 | X | ||||||
| BS-P.2 | BHW, schnelle Absenkung | 1,26 | X | ||||||
| BS-A.1 | bordvoller Einstau | 0,88 | x | ||||||
| luftseitig | BS-P.1 | BHW= Freibord 0,3 m | 0,86 | x | |||||
| BS-P.1 | leer | 0,90 | x | ||||||
| BS-P.1 | MQ, Normalabfluss | 0,90 | x | ||||||
| BS-P.2 | BHW, schnelle Absenkung | 1,09 | X | ||||||
| BS-A.1 | bordvoller Einstau | 0,94 | x |
x
Tab.2: Ergebnisse der Standsicherheitsberechnungen
Die Ergebnisse zeigen, dass die geforderten Sicherheiten gegen Böschungsbruch nicht in allen
Berechnungsfällen eingehalten werden. Die größten Überschreitungen von 9% bis 26% treten
bei den Berechnungsfällen „wasserseitige Böschung, BS-P.2: BHW, schnelle Absenkung“
(26%); „wasserseitige Böschung, BS-P.1: Normalabfluss“ (20%) und „luftseitige Böschung,
BS-P.2: BHW, schnelle Absenkung“ (10%) auf. Bei den anderen Berechnungsfällen werden
die zulässigen Werte eingehalten bzw. die geringen Überschreitungen wären tolerierbar. Ein
Ausdruck des Berechnungsganges für den Lastfall mit der größten Überschreitung ist als
Anlage 4 beigefügt.
Die Schlussfolgerungen aus den o.g. Ergebnissen sind in Abschn. 9 beschrieben.
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10 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
8 Sicherheiten gegen Suffosion und Erosion
Obwohl nur geringe Unterschiede in der Zusammensetzung von Deichmaterial und
Untergrund vorhanden sind, bestehen nur ohne Berücksichtigung von Wellenschlag oder
ähnlichen hydraulischen dynamischen Belastungen ausreichende Sicherheiten gegen
Suffosion und Erosion des Deiches. Denn bei der erkundeten lockeren Lagerung des
Deichmaterials steht zu befürchten, dass insbesondere bei stärkeren hydrodynamischen
Beanspruchungen, z.B. in Form von starkem Wellenschlag, infolge von lokalen
Strömungsgeschwindigkeitsspitzen an Oberflächenunregelmäßigkeiten oder mechanischen
Beschädigungen durch Anprall von Treibgut, Schäden am Deichkörper entstehen. Diese
werden wahrscheinlich zunächst als lokale und kleine Ausspülungen oder Erosionen
oberflächennah entstehen. Die Schäden stellen dann trotz ihrer zunächst nur geringen Größe
Schwachstellen im Deichaufbau dar, die in Folge von rückschreitender Erosion schnell größer
werden können und dann in Kürze die Standsicherheit des Deiches gefährden und schnell zu
dessen Totalversagen führen können.
9 Bewertung der Standsicherheit des Deiches
Die Bewertung der Standsicherheit des Deiches erfolgt sowohl nach den rechnerisch
ermittelten Standsicherheiten der Deichböschungen als auch infolge der qualitativ
abgehandelten Gefahr durch Erosionsvorgänge.
Dabei sind die Voraussetzungen zur Gültigkeit der Bewertungen gemäß Abschn. 5 zu
beachten
Gemäß den durchgeführten Untersuchungen werden die Anforderungen nach den in Abschn.
2 genannten Normen an die Standsicherheit der Deichböschungen der Tiroler Achen nicht
erfüllt. Zusätzlich zu diesen an sich schon alleine maßgeblichen Sicherheitsmängeln kommt
noch die als nicht ausreichend zu bewertende Sicherheit gegen Erosion des Deichmaterials
hinzu.
Daher sind Maßnahmen zur Sicherung des Deiches kurzfristig erforderlich.
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11 Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Bayerisches Landesamt für Umwelt
10 Weiteres Vorgehen
Auf Grund der verschiedenen Randbedingungen, wie etwa den beengten Platzverhältnissen
wegen der schmalen Deichkrone und des vorhandenen Bewuchses und der unmittelbar am
luftseitigen Deichfuß verlaufenden Straße kann das Referat 62 nur in Zusammenarbeit mit
dem WWA TS Empfehlungen zur Art der Sanierungsmaßnahme und ihrer Ausführung
abgeben. Das Ref. 62 bittet daher das WWA um entsprechende Informationen, um diese
Hilfestellung leisten zu können.
Aufgestellt im Januar 2015 für das Referat 62
gez. Dipl.-Ing, ORR M. Lindemann gez. Seidel, BDin
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Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen - Osterbuchberg Anlage 1
| Standsicherheit der Deiche Anlage 1 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Tiroler Achen- Osterbuchberg | ||||
| Berechnungsprofil und Querprofile Osterbuchberg | ||||
| Fluss-km 4,8 – 5,2 rechts | ||||
| Maßstab: | ||||
| aufgestellt | Name | Datum | ||
| Bay. Landesamt für Umwelt, | Lindemann | 04.12.2015 | ||
| Ref. 62 |
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Standsicherheit Deiche Tiroler Achen - Osterbuchberg Lageplan Anlage 2
Lageplan Erkundungen Deiche Tiroler Achen
Fluss-km 4,8 – 5,2 rechts „Osterbuchberg“
| Standsicherheit des Deiche Tiroler Achen- Osterbuchberg | ||||
|---|---|---|---|---|
| Anlage 2 | ||||
| Lageplan | ||||
| Erkundungen Tiroler Achen - Osterbuchberg | ||||
| Fluss-km 4,8 – 5,2 rechts | ||||
| Maßstab: ca. 1: 5.000 | ||||
| aufgestellt | Name | Datum | ||
| Bay. Landesamt für Umwelt, Ref. 62 | Lindemann | 05.12.2015 |
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Standsicherheit Deiche Tiroler Achen - Osterbuchberg Laborversuchsergebnisse Anlage 3
Bodenmechanische Laborversuchsergebnisse, Tiroler Achen, Osterbuchberg
| Bohrung | Tiefe Proben- unterkante | Mischprobe aus Einzelproben (Tiefen Proben-UK) | UK Deich lt. Schichten- verzeichnis | Proben- ansprache lt. Schichten- verzeichnis | Beschreibung gem. DIN EN ISO 14688-1/-2 | natürlicher Wassergehalt DIN ISO 17892-1 | Dichte natürlich/ trocken DIN 18125-2 | Wassergehalte an den Bildsamkeits- grenzen DIN 18122-1 | Bodengruppe lt. Labor- versuch DIN 18196 | Konsistenzzahl Konsistenz DIN 18122-1 | Scherfestigkeit DIN 18137-3 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| KGV | Wnat | WL/WP | Ic/- | Kohäsions- beiwert c´ | Reibungs- winkel ϕ´ | |||||||
| [m unter AP] | [m unter AP] | [m unter AP] | [%] | [g/cm³] | [%] | [kPa] | [°] | |||||
| 2B1 | 1,6 | 0,6; 1,6 | 3,2 | S, u, g | G, s*, u | GU | ||||||
| 2,1 | U, fs | G, u*, s, t´ | 8,4 | 1,886/1,740 | 27,4/18,3 | ST*/TL | 2,1/halbfest-fest | 7,84 | 30,4 | |||
| 2B2 | 5,0 | 1,0; 2,0; 3,0; 4,0; 5,0 | 5,3 (?) | G, s* | G, s | GW | 0,34 | 40,57 | ||||
| 2B3 | 3,0 | 1,0; 2,0; 3,0 | 3,4 | G, s, u´, x´ | G, s, u´ | GU | ||||||
| 6,0 | 4,0; 5,0; 6,0 | G, s, x, u´ | G, s | GW | ||||||||
| 2B4 | 3,0 | 1,0; 2,0; 3,0 | 4,6 | G, s*, u | G+S | GI | ||||||
| 4,0 | S, g, u´ | S, g, u | 1,765/1,646 | SU | 1,53 | 30,33 | ||||||
| 9,0 | 6,0; 7,0; 8,0; 9,0 | S, g, u´ | S, g | SE |
| Standsicherheit des Deiches Tiroler Achen- Sossau Anlage 3 | ||
|---|---|---|
| Bodenmechanische Laborversuchsergebnisse | ||
| Tiroler Achen – Osterbuchberg; Fluss-km 4,8 – 5,2 rechts | ||
| Maßstab | ||
| aufgestellt | Name | Datum |
| Bay. Landesamt für Umwelt, Ref. 62 | Lindemann | 05.12.2015 |
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Standsicherheit Deiche Tiroler Achen - Osterbuchberg Anlage 4 Programmausdruck Schnelle Wasserspiegelabsenkung - wasserseitig Datei: C:\GEOSOFT-Tiroler_Achen\Osterbuchberg\OS-5_0-WS-SA.sta -1 -
ALLGEMEINES
Tiroler Achen Osterbuchberg Querprofil 5,0 km Dateiname: OS-5_0-WS-SA Wasserseite Geometrie km 5,0
WST=schnelle Absenkung von BHW (0,3m Freibord) LF:1; BS-P Kronenlast: SLW 30
UNTERGRUND
Schichtgrenzen der Bodenschichten Schicht Koordinaten x(m) y(m)
0 GOK 60,00 13,43 82,71 13,43 90,18 17,13 96,01 17,98 97,10 18,50 100,00 20,00 102,09 20,00 105,70 18,50 107,68 17,81 120,00 17,81
1 Deichschüttung, oben 60,00 13,43 82,71 13,43 90,18 17,13 96,01 17,98 97,10 18,50 101,00 18,50 105,50 18,50 107,68 17,81 120,00 17,81
2 Deichschüttung, unte 60,00 13,43 82,71 13,43 90,18 17,13 96,01 17,81 97,10 17,81 101,00 17,81 105,50 17,81 107,68 17,81 108,50 17,81 120,00 17,81
3 Untergrund gewachsen 60,00 13,43 82,71 13,43
Dipl.Ing. Gottfried Petschl, Geotechnische Software A-3500 Krems, Mühlhofstraße 4 Tel./Fax +43 (0) 2732 76 583
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Standsicherheit Deiche Tiroler Achen - Osterbuchberg Anlage 4 Programmausdruck Schnelle Wasserspiegelabsenkung - wasserseitig Datei: C:\GEOSOFT-Tiroler_Achen\Osterbuchberg\OS-5_0-WS-SA.sta -2 -
120,00 13,43
4 Untergrund, gewachse 60,00 10,00 120,00 10,00
Kennwerte der Bodenschichten (k) Schicht Gamma Gamma-b Kohäsion Reibungs- Beiwert (kN/m3) (kN/m3) (kN/m2) winkel(Grad) B
1 18,00 10,00 2,00 25,00 0,00 2 18,00 10,00 2,00 25,00 0,00 3 19,00 11,00 2,00 30,00 0,00 4 19,00 11,00 2,00 32,50 0,00
Energielinien für Grundwasserspiegel Energielinie 1 x(m) y(m)
60,00 16,20 88,19 16,26 91,00 16,80 97,00 18,20 100,00 19,50 102,00 19,50 108,91 17,30 120,00 17,30
Energielinie 2 x(m) y(m)
Die Energielinie 1 und 2 sind ident.
Geltungsbereiche der Energielinien Energielinie 1 gilt von Schicht 0 bis Schicht 4
LASTEN UND KRÄFTE
Ständige Oberflächenlasten (k) Lastbereich (m) Horizontal(kN/m2) Vertikal(kN/m2) x-Anfang x-Ende z Anfang Ende Anfang Ende
100,00 102,00 0,00 0,00 0,00 25,00 25,00
RECHENVERFAHREN
Kreismittelpunkte Die Kreismittelpunkte werden vorgegeben durch ein Rechteckraster.
Rechtecksraster gegeben durch x (m) y (m) Eckpunkt links unten 80,00 21,00 Eckpunkt rechts oben 100,00 38,00
Teilungspunkte horizontal 12 Teilungspunkte vertikal 12
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Vorschrift und Unterteilung Die Berechnung erfolgt mit Gleitkreise nach DIN 4084 / DIN 1054. keine Keile (aktiv, passiv) Streifenbreite (m) 0,50
Teilsicherheitsbeiwerte Die Teilsicherheitsbeiwerte werden nach DIN 1054 (2005-01) gewählt. Lastfallklasse Regelfall ständige Einwirkungen 1,00 veränderliche Einwirkungen 1,30 Reibungswinkel 1,25 Kohäsion 1,25 Schubwiderstände 1,40 Ankerkräfte 1,10
ENERGIELINIEN UND GELTUNGSBEREICHE Energielinien und Geltungsbereiche
Deichschüttung, oben Deichschüttung, unten Untergrund gewachsen, oben
Untergrund, gewachsen, unten
RECHTECKSRASTER BZW. KREISMITTELPUNKTE
Dipl.Ing. Gottfried Petschl, Geotechnische Software A-3500 Krems, Mühlhofstraße 4 Tel./Fax +43 (0) 2732 76 583 0,06 0,07 0,08 0,09 0,001 0,011 0,021 40,0
30,0
20,0
10,0
(m)
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Mittelpunkte und Kreise
Deichschüttung, oben Deichschüttung, unten Untergrund gewachsen, oben
Untergrund, gewachsen, unten
QUERSCHNITT DER GEOMETRIE
ERGEBNISSE
SICHERHEITEN DER GLEITKREISE
x (m) y (m) E_d(kN/m) R_d(kN/m) r (m) my K
Dipl.Ing. Gottfried Petschl, Geotechnische Software A-3500 Krems, Mühlhofstraße 4 Tel./Fax +43 (0) 2732 76 583 0,06 0,07 0,08 0,09 0,001 0,011 0,021 40,0
30,0
20,0
10,0
(m)
Querschnitt der Geometrie
Deichschüttung, oben Deichschüttung, unten Untergrund gewachsen, oben
Untergrund, gewachsen, unten 0,06 0,07 0,08 0,09 0,001 0,011 0,021 40,0
30,0 25,00
20,0
10,0
(m)
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Größtes relatives Maximum 92,31 35,38 0,6082E+02 0,7272E+02 18,25 0,836 Absolutes Maximum aller Kreise 96,92 22,31 0,4256E+02 0,3373E+02 4,50 1,262
GRÖSSTES RELATIVES MAXIMUM UND ABSOLUTES MAXIMUM FÜR My
Deichschüttung, oben Deichschüttung, unten Untergrund gewachsen, oben
Untergrund, gewachsen, unten
FEHLERMELDUNGEN
Nachweise nicht erbracht Zumindest ein Nachweis wurde nicht erbracht. Sehen Sie dazu in der Ausgabe die Zeilen mit roten Texten.
Dipl.Ing. Gottfried Petschl, Geotechnische Software A-3500 Krems, Mühlhofstraße 4 Tel./Fax +43 (0) 2732 76 583 0,06 0,07 0,08 0,09 0,001 0,011 0,021 Kreise mit größtem Ausnutzungsgrad Radius my 18,25 0,836 Größtes rel.Maximum 4,50 1,262 Absolutes Maximum
R
25,00
A
(m)