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26-07-03_Erläuterungsbericht-HS_LP5.pdf

Heizungs- und Sanitärarbeiten für einen Schulneubau mit Mensa und Klassenräumen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 06.10.2026, 09:34 (Europe/Berlin)

Herkunft: fbhh-evergabe.web.hamburg.de

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Bauvorhaben:

Neubau eines dreigeschossigen Klassenhauses mit Mensa und integrierter Vitalküche

Bauort:

Grundschule Iserbarg, Hamburg

TGA-Baubeschreibung

Technische Gebäudeausrüstung HS

Kostengruppen 410-420

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Projektübersicht

Bauvorhaben: Neubau eines dreigeschossigen Klassenhauses mit Mensa und integrierter Vitalküche

Bauort: Grundschule Iserbarg, Hamburg

Auftraggeber: SBH | Schulbau Hamburg, Anstalt des öffentlichen Rechts

Erstellt: 30.06.2026

Verfasser: Swen Korz (HKLS)

Aktualisierung: 03.07.2026

Version: 1.0

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Hinweis: Innerhalb von 14 Tagen wird ohne Rückmeldung auf den Erläuterungsbericht die Planung in die nächste Leistungsphase vorgenommen.

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1 Allgemeines

Der vorliegende Erläuterungsbericht beschreibt die Ausführungsplanung (Leistungsphase 5 gemäß HOAI) der Technischen Gebäudeausrüstung für die Kostengruppen KG 410 – Sanitäranlagen und KG 420 – Wärmeversorgungsanlagen des Projektes Neubau Klassenhaus mit Mensa und Vitalküche – Stadtteilschule Iserbarg, Hamburg.

Die Ausführungsplanung bildet die Grundlage für die Montage, Koordination und Ausführung sämtlicher Installationsarbeiten. Sie konkretisiert die Ergebnisse der Entwurfsplanung unter Berücksichtigung der abgestimmten Architektur-, Tragwerks- und Fachplanungen sowie der Anforderungen des Bauherrn.

Die Planung verfolgt insbesondere folgende Ziele:  Sicherstellung eines hygienisch einwandfreien Trinkwasserbetriebs  Gewährleistung eines energieeffizienten und wirtschaftlichen Anlagenbetriebs  Hohe Betriebs- und Versorgungssicherheit  Wartungsfreundliche und dauerhaft zugängliche Installation  Einhaltung sämtlicher Anforderungen an Schall-, Wärme- und Brandschutz  Koordinierte Ausführung aller TGA-Gewerke zur Vermeidung von Nutzungskonflikten während der Bauausführung

Die Ausführung sämtlicher Anlagen erfolgt nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den gültigen gesetzlichen Bestimmungen und den einschlägigen technischen Regelwerken.

Nicht Bestandteil dieses Erläuterungsberichtes sind die Kostengruppen 430 (Raumlufttechnik), 440 (Starkstromanlagen), 450 (Fernmelde- und Informationstechnik), 460 (Förderanlagen), 470 (Nutzungsspezifische Anlagen – Küchentechnik), 480 (Gebäudeautomation) sowie die Grundleitungen außerhalb des Gebäudes (KG 550). Diese Gewerke werden in den jeweiligen Fachplanungen behandelt.

2 Planungsgrundlagen

Die Ausführungsplanung basiert auf den freigegebenen Planungsunterlagen sowie den mit dem Bauherrn abgestimmten technischen Anforderungen. Grundlage bilden insbesondere:

 Genehmigte Entwurfs- und Ausführungspläne der Objektplanung  Fachplanungen der beteiligten Gewerke  Vorgaben des Bauherrn und der Betreiber  Brandschutzkonzept  Schallschutzkonzept  Energiekonzept des Gebäudes  Ergebnisse der Koordinationsbesprechungen

Bei der Planung wurden insbesondere folgende Regelwerke und Vorschriften berücksichtigt:

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 HOAI in der gültigen Fassung  DIN 1988 – Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen  DIN EN 806 – Trinkwasserinstallationen  DIN EN 1717 – Schutz des Trinkwassers  DIN 1986 und DIN EN 12056 – Entwässerungsanlagen  DIN EN 12828 – Heizungsanlagen in Gebäuden  DIN EN 12831 – Heizlastberechnung  Gebäudeenergiegesetz (GEG)  DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau  VDI 6023 – Hygiene in Trinkwasserinstallationen  Hamburgische Bauordnung (HBauO)  einschlägige Hersteller- und Systemrichtlinien  VOB/C sowie die anerkannten Regeln der Technik

Die Ausführungsplanung wurde gewerkeübergreifend koordiniert. Leitungsführungen, Installationsschächte, Deckendurchführungen, Revisionsöffnungen und technische Einbauten wurden mit den angrenzenden Gewerken abgestimmt. Ziel ist eine kollisionsfreie Montage sowie ein dauerhaft sicherer und wirtschaftlicher Anlagenbetrieb.

Alle während der Ausführung erforderlichen Detailabstimmungen mit den beteiligten Fachgewerken sind vor Beginn der Montage zu prüfen und gegebenenfalls anhand der Werk- und Montageplanung fortzuschreiben.

3 Planungsziel

Ziel der Ausführungsplanung ist die Erstellung einer vollständig koordinierten und ausführungsreifen Planung, welche als Grundlage für die Installation, Prüfung, Inbetriebnahme und Dokumentation der technischen Anlagen dient. Sämtliche Planunterlagen wurden hinsichtlich der gegenseitigen Beeinflussung der Gewerke abgestimmt und bilden die Basis für eine wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Bauausführung.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Einhaltung der Anforderungen des öffentlichen Schulbaus gelegt. Die Anlagen sind auf einen sicheren, hygienischen und energieeffizienten Betrieb bei gleichzeitig geringem Wartungsaufwand ausgelegt.

4 KG 410 – Sanitäranlagen

3.1 Allgemeines

Die Sanitärplanung umfasst die vollständige schall-, brand- und hygieneschutztechnisch optimierte Auslegung der Trinkwasser-, Warmwasser- und Schmutzwasseranlagen innerhalb

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des Schulgebäudes. Dies beinhaltet die komplette Erschließung ab der Gebäudeeinführung (Hauseinführung), die Verteilnetze bis zu den einzelnen Verbrauchern in den Geschossen, die Auswahl und Platzierung aller Sanitärobjekte inklusive deren Befestigungssysteme sowie die Entwässerung aller Entnahmestellen über ein normgerechtes Schmutzwassernetz bis zur definierten Übergabeschnittstelle an der Gebäudeaußenkante bzw. Bodenplatte.

Die Installation erfolgt entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den einschlägigen DIN- und EN-Normen. Alle Anlagenteile werden so angeordnet, dass eine sichere Montage, ein wirtschaftlicher Betrieb sowie eine uneingeschränkte Zugänglichkeit für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gewährleistet sind.

Die Leitungsführung erfolgt überwiegend in Installationsschächten, Vorwandkonstruktionen, Technikräumen sowie oberhalb abgehängter Decken. Sichtbare Leitungsführungen werden auf das technisch notwendige Maß beschränkt.

3.2 Trinkwasserinstallation (Kaltwasser)

Die Versorgung des Gebäudes mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser erfolgt über den neu dimensionierten Hausanschluss im zentralen Technikraum. Direkt hinter der Hauseinführung wird eine normgerechte Hausanschlussstation inklusive Hauptabsperrarmatur, Wasserzählerbügel, rückspülbarem Trinkwasserfilter mit integriertem Druckminderer nach DIN EN 13443-1 und einem Systemtrenner zum Schutz des öffentlichen Netzes installiert.

Die Rohrleitungsführung erfolgt konsequent gebündelt in vertikalen Installationsschächten, in horizontalen Trassenbereichen innerhalb der abgehängten Decken der Flure sowie im Bereich der Sanitärobjekte über hochstabile, schallentkoppelte Vorwandsysteme. Als Rohrleitungsmaterial für das gesamte Trinkwassernetz kommt ein hygienisch zertifiziertes, diffusionsdichtes Mehrschichtverbundrohr (PE-RT/Al/PE-RT) zum Einsatz, welches sich durch hervorragende hydraulische Eigenschaften (geringe Rohrrauigkeit) und minimale Korrosionsanfälligkeit auszeichnet.

Zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene werden insbesondere folgende Planungsgrundsätze umgesetzt:

(cid:127) kurze Fließwege

(cid:127) geringe Wasserinhalte

(cid:127) Vermeidung von Stagnationsbereichen

(cid:127) durchströmte Leitungsführung

(cid:127) bestimmungsgemäßer Betrieb aller Entnahmestellen

(cid:127) Verwendung DVGW-zugelassener Werkstoffe und Armaturen

Alle verwendeten Werkstoffe müssen für den Einsatz in Trinkwasserinstallationen zugelassen sein und den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen.

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3.3 Warmwasserversorgung und Hygiene

Aus energetischen und hygienischen Gründen wird auf eine zentrale Warmwasserbevorratung und ein weitverzweigtes Warmwasserzirkulationsnetz im gesamten Gebäude verzichtet. Warmes Trinkwasser wird ausschließlich in den Bereichen bereitgestellt, in denen dies aus betrieblichen, hygienischen oder arbeitsrechtlichen Vorgaben zwingend erforderlich ist. Hierzu zählen:

 Vitalküche und Mensa:Die gewerbliche Vitalküche und die angrenzende Mensa (dezentrale Versorgung über hocheffiziente, elektronische Durchlauferhitzer (DLH) zur Sicherung der hohen Hygieneanforderungen beim Spül- und Zubereitungsprozess).  Die Personal- und Lehrkräftebereiche (dezentrale Versorgung über hocheffiziente, elektronische Durchlauferhitzer (DLH) zur Sicherung der hohen Hygieneanforderungen beim Spül- und Zubereitungsprozess).  Die barrierefreien Sanitäranlagen (dezentrale Versorgung über hocheffiziente, elektronische Durchlauferhitzer (DLH) zur Sicherung der hohen Hygieneanforderungen beim Spül- und Zubereitungsprozess).

Die Warmwasserbereitung erfolgt entsprechend dem abgestimmten Energiekonzept. Die Warmwasserleitungen einschließlich der Zirkulationsleitungen werden nach den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes wärmegedämmt. Das Zirkulationssystem wird so ausgelegt, dass die geforderten Temperaturen dauerhaft eingehalten und hygienische Betriebsbedingungen gewährleistet werden.

3.4 Sanitärobjekte und Armaturen

Sämtliche Sanitärobjekte und Einbauten wurden in enger Abstimmung mit dem Bauherrn SBH | Schulbau Hamburg unter Berücksichtigung der extremen Beanspruchung im öffentlichen Schulbetrieb ausgewählt:

 WC-Anlagen: Wandhängende Tiefspül-WCs aus reinigungserleichterter Sanitärkeramik (rimless / spülrandlos zur optimalen Hygiene). Die Spülauslösung erfolgt über robuste, Vandalismus sichere Unterputz-Spülkästen mit wassersparender 2-Mengen-Spülung (4,5 / 6 Liter).  Waschtische und Handwaschbecken: Aus schwerer, stoßfester Sanitärkeramik mit verdeckten Befestigungen. Die Ausrüstung erfolgt mit berührungslosen, elektronisch gesteuerten Infrarot-Sensorarmaturen (Netzbetrieb), die über eine automatische Hygienespülung (Intervallspülung nach 24 Std. Nichtnutzung) verfügen. Dies stellt die Trinkwasserhygiene in den Ferienzeiten vollautomatisch sicher.  Ausgussbecken und Küchenspülen: Robuste Ausführung aus Edelstahl bzw. schlagfester Keramik mit Schutzkanten und hochklappbarem Eimerrost für das Reinigungspersonal.  Entwässerungseinrichtungen: Punktuelle Bodenabläufe mit integriertem Geruchsverschluss und leicht entnehmbarem Schmutzfangsieb in den Küchen- und Sanitärbereichen zur Erleichterung der Nassreinigung.

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 Geräteanschlüsse:Der Ablauf transportiert das benutzte Wasser in das Entwässerungssystem des Gebäudes. Um Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation zu verhindern, ist zwingend ein Geruchverschluss (Siphon) erforderlich. Siphon-Typen:  Aufputz-Gerätesiphon (AP): Wird direkt auf das aus der Wand ragende Abwasserrohr montiert.  Spülen-Siphonschluss (Tülle): In Küchen wird der Ablaufschlauch des Geschirrspülers meist an eine dafür vorgesehene Abzweigtülle (Schlauchtülle) am Siphon der Spüle angeschlossen.  Anschlussmaße (Nennweiten nach DIN 1986-100): Die Anschlussleitung in der Wand für einen einzelnen Gerätesiphon wird standardmäßig in DN 40 (Außendurchmesser 40 mm) oder DN 50 (Außendurchmesser 50 mm) ausgeführt. Die Schlauchtülle selbst verjüngt sich passend für gängige Ablaufschläuche (meist ¾ Zoll bzw. passend für Schlauchinnendurchmesser von 19 mm bis 22 mm).  Montagehöhe: Ein separater Wand-Ablaufanschluss (UP-Siphon) für Waschmaschinen wird optimal auf einer Höhe von 60 cm bis 80 cm FFOK installiert. Er darf nicht zu niedrig sitzen (mindestens 50 cm), da sonst das Wasser während des Waschgangs selbstständig aus der Maschine laufen kann (Saugheber Effekt), und nicht zu hoch (maximal 100 cm), damit die Pumpe des Geräts das Wasser problemlos anheben kann.

3.5 Schmutzwasserinstallation (Entwässerung)

Das Schmutzwasser aus allen Verbrauchsstellen wird innerhalb des Gebäudes in einem reinen Schwerkraft- und Freispiegelsystem gesammelt und abgeleitet. Die Dimensionierung und Trassierung der Einzelanschluss-, Sammel- und Fallleitungen erfolgt exakt nach den Vorgaben der DIN EN 12056 und DIN 1986-100 mit einem definierten Mindestgefälle von 1,0 % bis 2,0 %, um eine dauerhaft zuverlässige Selbstreinigung der Rohre zu garantieren.

Als Rohrleitungswerkstoff innerhalb des Gebäudes kommen hochschalldämmende, mineralverstärkte PP-Abflussrohre (z.B. Geberit Silent-db20 oder gleichwertig) zum Einsatz. Zur Verhinderung von Geruchsbelästigungen und Druckschwankungen im Entwässerungssystem werden sämtliche Fallleitungen über Dach geführt und mit witterungsbeständigen Dunsthüten belüftet. Fallleitungen werden schalltechnisch entkoppelt befestigt und innerhalb der Installations-schächte brandschutztechnisch entsprechend den jeweiligen Feuerwiderstandsklassen abgeschottet.

An allen strategisch wichtigen Punkten (Umlenkungen, Fußpunkte von Fallleitungen, Sammelkanäle) werden leicht zugängliche, gas- und wasserdichte Revisionsöffnungen (Reinigungsverschlüsse) eingeplant, um spätere Wartungs- und Reinigungsarbeiten im laufenden Schulbetrieb ohne bauliche Eingriffe zu ermöglichen.

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3.6 Dämmung der Sanitärleitungen

Um Energieverluste zu minimieren, die Trinkwasserhygiene zu schützen und Bauschäden zu vermeiden, werden alle Rohrleitungen konsequent nach den geltenden Normen gedämmt:

 Trinkwasser Kalt (PWC): Vollständige Dämmung mit geschlossenzelligen Schaumstoffschläuchen (z.B. Armaflex, Mindestdämmstärke gemäß DIN 1988-200), um eine unzulässige Erwärmung des Kaltwassers durch Umgebungswärme (maximal zulässig sind 25 °C nach TrinkwV) zu verhindern und die Bildung von Tauwasser an der Rohroberfläche sicher auszuschließen.  Trinkwasser Warm (PWH) & dezentrale Warmwasserleitungen: Dämmung mit 100 % Dämmstärke gemäß den gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), um Wärmeverluste an die Umgebung zu minimieren.  Schmutzwasserleitungen: Schallschutzdämmung mittels vorkonfektionierter Dämmschläuche in kritischen Bereichen zur Vermeidung von Körperschallübertragungen auf das Tragwerk.

3.7 Brandschutz im Sanitärbereich

Die Einhaltung der strengen Brandschutzanforderungen nach HBauO und Leitungsanlagen- Richtlinie (LAR) ist in der Ausführungsplanung lückenlos berücksichtigt. Bei der Durchquerung von feuerwiderstandsfähigen Bauteilen (wie Geschossdecken und Brandwänden mit F90-Anforderungen) werden die Rohrleitungen mit allgemein bauaufsichtlich zugelassenen (abZ) bzw. europäisch technischen zugelassenen (ETA) Abschottungssystemen ausgestattet:

 Brennbare Rohrleitungen (z.B. Schmutzwasserrohre aus PP): Einbau von bauaufsichtlich geprüften Brandschutzmanschetten mit Blähstoff (Intumeszenzmaterial), die im Brandfall die Rohröffnung unter hohem Druck komplett verschließen und so die Übertragung von Feuer und Rauch in das nächste Geschoss für mindestens 90 Minuten verhindern.  Nichtbrennbare Rohrleitungen bzw. Mehrschichtverbundrohre: Abschottung über zugelassene Steinwoll-Rohrschalen mit Alukaschierung und speziellem Brandschutzmörtel zur rauchdichten und feuerfesten Versiegelung der Ringspalte.

3.8 Schall- und Brandschutz im Sanitärbereich

Der Schallschutz im Schulgebäude besitzt aufgrund der pädagogischen Nutzung eine hohe Priorität. Zur Einhaltung der erhöhten Schallschutzanforderungen nach DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) wurden folgende konstruktive Maßnahmen planerisch festgeschrieben:

 Mechanische Entkopplung: Sämtliche Rohrbefestigungen (Rohrschellen) werden ausnahmslos mit elastischen, alterungsbeständigen Gummieinlagen zur Körperschallentkopplung ausgeführt.  Körperschallentkopplung im Baukörper: Rohrleitungen in Schlitzen, Durchbrüchen oder Aussparungen werden vollständig in elastische Dämmschläuche eingepackt, sodass kein direkter Kontakt zum Mauerwerk oder Beton besteht.

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Rohrdurchführungen durch feuerwiderstandsfähige Bauteile werden mit zugelassenen Abschottungssystemen hergestellt. Alle Installationen werden entsprechend dem Brandschutzkonzept sowie den Vorgaben der MLAR ausgeführt.

4 KG 420 – Wärmeversorgungsanlagen

4.1 Allgemeines

Die Wärmeversorgungsanlage dient der bedarfsgerechten Beheizung sämtlicher beheizter Bereiche des Gebäudes. Die Auslegung erfolgt auf Grundlage der Heizlastberechnung gemäß DIN EN 12831 sowie des projektspezifischen Energiekonzeptes.

Die Heizungsanlage wird entsprechend den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den einschlägigen DIN- und EN-Normen geplant und ausgeführt. Ziel der Planung ist ein energieeffizienter, wirtschaftlicher und wartungsfreundlicher Anlagenbetrieb mit hoher Betriebssicherheit.

Die Leitungsführung erfolgt in Technikräumen, Installationsschächten, Deckenbereichen sowie innerhalb der vorgesehenen Installationszonen. Alle Komponenten werden dauerhaft zugänglich angeordnet.

4.2 Wärmeerzeugung und Übergabe

Die primäre Wärmeerzeugung erfolgt über das im übergeordneten Energiekonzept der Grundschule Iserbarg vorgesehene Versorgungssystem.

Aktuell befindet sich auf dem Baufeld ein Fernwärmeanschluss. Dieser wird im Zuge der Baumaßnahme abgetrennt und kann anschließend im neuen Gebäude gemäß den Vorgaben als ein neuer Fernwärmehausanschluss wiederverwendet werden. Da Fernwärme bereits auf dem Grundstück vorhanden ist, kann es kostengünstig erschlossen werden. Der geringe Primärenergiefaktor ermöglicht die Einhaltung des aktuell gültigen GEG.

Die Anbindung der Wärmeerzeugung an die hausinterne Wärmeverteilung erfolgt im zentralen Heizungsraum über eine hydraulisch entkoppelte Systemtrennung bzw. einen hocheffizienten Heizkreisverteiler.

Die Übergabestation wird mit allen erforderlichen Sicherheits-, Mess-, Steuer- und Regelorganen nach DIN EN 12828 und DIN EN 14336 ausgestattet. Ein intelligenter, witterungsgeführter Heizungsregler übernimmt die gleitende Anpassung der Vorlauftemperaturen an die tatsächlichen Außentemperaturen. Zudem wird eine hochpräzise Wärmemengenzählung für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche (Klassenräume, Mensabereich, Küche) installiert, um ein lückenloses Energie-Monitoring zu ermöglichen.

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4.3 Wärmeverteilung

Die Wärmeverteilung im Gebäude erfolgt über ein geschlossenes Zweirohrsystem. Als Rohrleitungsmaterial wird ein mechanisch hoch belastbares, sauerstoffdiffusionsdichtes und formstabiles C-Stahl-Rohr (außen verzinkt) oder im Etagenbereich ein hochtemperaturbeständiges Mehrschichtverbundrohr mit Pressverbindungstechnik eingesetzt.

Das Rohrnetz ist in mehrere separat regelbare Heizkreise unterteilt. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte und zeitlich gesteuerte Beheizung der einzelnen Gebäudeteile entsprechend ihrer realen Nutzung. An allen Hochpunkten des Netzes werden automatische Schnellentlüfter und an allen Tiefpunkten KFE-Armaturen (Befüll- und Entleereinrichtungen) zur einfachen Wartung vorgesehen.

4.4 Heizflächen und Raumtemperaturregelung

Die Wärmeübergabe in den Räumen erfolgt über ein optimal auf die Raumstruktur abgestimmtes System:

 Klassen- und Nebenräume: Ausrüstung mit robusten, reinigungsfreundlichen Flachheizkörpern (Ventilkompaktheizkörper) mit glatter Frontfläche (Vermeidung von Staubablagerungen und Verletzungsgefahren im Schulbetrieb). Alle Heizkörper erhalten voreinstellbare Thermostatventile zur präzisen Begrenzung des Massenstroms.  Mensa und Vitalküche: Auslegung einer hocheffizienten Fußbodenheizung (Flächenheizung) als Nasssystem zur Gewährleistung einer gleichmäßigen Strahlungswärme, maximalen gestalterischen Freiheit und optimalen Hygiene (keine Staubaufwirbelung).  Sicherheit und Vandalismusschutz: Die Thermostatköpfe in den Schülerbereichen werden als Behördenmodell (vandalismussicher, mit verdeckter Begrenzung und Blockierung der Temperatureinstellung) ausgeführt, um unbefugtes Verstellen und Beschädigungen im täglichen Schulbetrieb zu verhindern.

4.5 Armaturen und hydraulische Einregulierung

Zur Absperrung, Regulierung und Wartung einzelner Stränge und Anlagenkomponenten wird das Rohrnetz lückenlos mit hochwertigen Armaturen ausgestattet:

 Wartungsfreie Absperrkugelhähne bzw. Absperrventile an allen Strangabgängen und Geräteanschlüssen.  Automatische, differenzdruckunabhängige Strangregulierventile (z.B. Danfoss ASV-PV oder gleichwertig) in den Steigesträngen zur dynamischen Absicherung des hydraulischen Gleichgewichts bei Teillastbetrieb.  Zentrale und dezentrale Schmutzfänger mit feiner Maschenweite im Rücklauf vor empfindlichen Bauteilen (z.B. Hocheffizienzpumpen, Wärmetauscher), um Funktionsstörungen durch Partikeleintrag zu verhindern.

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4.6 Druckhaltung und Sicherheitseinrichtungen

Die Absicherung des Heizungssystems gegen unzulässige Drucküberschreitungen und Wassermangel erfolgt streng nach DIN EN 12828:

 Membran-Ausdehnungsgefäß (MAG): Exakt berechnetes, geschlossenes Ausdehnungsgefäß mit Stickstoffpolster zur Aufnahme des temperaturabhängigen Ausdehnungsvolumens des Heizungswassers.  Sicherheitsventil: Baumustergeprüftes Membran-Sicherheitsventil (Ansprechdruck 3,0 bar) mit gefahrloser Abblaseleitung in einen freien Ablauf.  Nachspeisestation: Automatische Nachspeiseeinrichtung mit integriertem Systemtrenner BA nach DIN EN 1717 sowie einer Enthärtungspatrone zur Einhaltung der geforderten Füllwasserqualität nach VDI 2035 (Vermeidung von Steinbildung und wasserseitiger Korrosion).

4.7 Wärmedämmung der Heizungsleitungen

Zur Vermeidung unkontrollierter Wärmeabgaben an nicht zu beheizende Räume werden sämtliche Heizungsverteilungs- und Anschlussleitungen lückenlos gedämmt. Die Dämmstärken werden exakt nach den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG, Anlage 8) ausgelegt (100 %-Dämmung bei freiverlegten Leitungen, 50 %-Dämmung bei Leitungen in Bauteilen zwischen beheizten Räumen). Als Dämmstoff kommen hochwertige, schwerentflammbare Steinwollschalen oder geschlossenzellige Schaumstoffschläuche mit hoher Temperaturbeständigkeit zum Einsatz.

4.8 Hydraulischer Abgleich

Ein lückenloser, rechnerischer und praktischer hydraulischer Abgleich ist für den energieeffizienten Betrieb der Heizungsanlage zwingend erforderlich. Auf Basis der vorliegenden Rohrnetzberechnung werden alle Heizflächen, Fußbodenheizungskreise und Strangregulierventile exakt voreingestellt. Die ermittelten Einstellwerte werden tabellarisch dokumentiert und sind zwingender Bestandteil der Revisions- und Übergabeunterlagen. Nach der Montage ist der ausführende Fachbetrieb verpflichtet, den hydraulischen Abgleich vor Ort praktisch einzustellen und messtechnisch zu protokollieren.

5 Inbetriebnahme, Spülung und Prüfungen

Vor der endgültigen Abnahme und Übergabe der Anlagen an den Bauherrn SBH | Schulbau Hamburg ist eine lückenlose Qualitätskontrolle und Funktionsprüfung durchzuführen. Sämtliche Prüfungen sind schriftlich zu protokollieren und vom ausführenden Fachbetrieb sowie der Bauleitung zu unterzeichnen. Folgende Prüfschritte sind zwingend vorgeschrieben:

 Druck- und Dichtheitsprüfung der Sanitärleitungen: Durchführung einer kombinierten Druckprüfung mit trockenem, ölfreiem Gas (Luft oder Stickstoff) oder Trinkwasser gemäß den Vorgaben des ZVSHK-Merkblatts. Eine Nassprüfung darf nur durchgeführt werden,

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wenn eine unmittelbare Inbetriebnahme und ein regelmäßiger Wasseraustausch gewährleistet sind.  Spülung der Trinkwasserinstallation: Umfängliche Spülung aller Leitungsabschnitte mit einem Luft-Wasser-Gemisch nach DIN EN 806-4 zur vollständigen Entfernung von Montagepartikeln und Fremdstoffen vor der Erstbefüllung.  Druckprüfung der Heizungsanlage: Durchführung einer Wasserdruckprüfung mit dem 1,3-fachen des zulässigen Betriebsdrucks über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden ohne Druckabfall.  Funktionsprüfungen: Einzelprüfung aller Sicherheitsorgane (Sicherheitsventile, Druckbegrenzer), Stellmotoren, Thermostate und der automatischen Regelungsfunktionen.  Einregulierung und Messungen: Einregulierung aller Volumenströme, Messung der Vor- und Rücklauftemperaturen sowie die lückenlose Dokumentation des hydraulischen Abgleichs.  Einweisung des Betreibers: Umfassende, praktische Einweisung des technischen Betriebspersonals (Hausmeister, SBH-Objektmanager) in die Bedienung, Wartung und das Notfall-Management aller installierten Systeme.

6 Revisionsunterlagen

Nach Abschluss aller Montage- und Inbetriebnahmeleistungen sind dem Bauherrn vor der Abnahme die vollständigen Revisionsunterlagen in digitaler Form (PDF- und CAD-Format DWG/DXF) sowie in zweifacher Ausfertigung in Papierform in strukturierten Ordnern zu übergeben. Die Revisionsmappe muss mindestens folgende Dokumente enthalten:

 Bestands- und Revisionszeichnungen: Aktualisierte Grundrisse, Strangschemata und Detailzeichnungen im Maßstab 1:50 bzw. 1:20, welche den tatsächlichen Ausführungszustand lückenlos abbilden.  Prüf- und Spülprotokolle: Schriftliche Nachweise über die erfolgreich durchgeführten Druckprüfungen (Sanitär und Heizung) sowie das Spülprotokoll der Trinkwasseranlage.  Hydraulischer Abgleich: Vollständige Berechnungsunterlagen und Einstellprotokolle aller Heizkörperventile, Fußbodenheizungsverteiler und Strangregulierventile.  Herstellerdokumente: Konformitätserklärungen (CE), Datenblätter, Betriebsanleitungen und Ersatzteillisten aller eingebauten Apparate, Armaturen und Pumpen.  Wartungs- und Pflegeanleitungen: Strukturierte Vorgaben für die regelmäßige Inspektion und Wartung der technischen Anlagen (insbesondere Trinkwasserhygienemaßnahmen, Filterwechsel, Druckhaltungsprüfungen).  Inbetriebnahmeprotokoll: Offizielles Dokument über die erfolgreiche Funktionsprüfung und die mängelfreie Inbetriebnahme aller Anlagenkomponenten.

7 Zusammenfassung

Der vorliegende Erläuterungsbericht zur Ausführungsplanung (LP 5) stellt ein in sich geschlossenes, technisch hochgradig verfeinertes und koordiniertes Planungskonzept für die

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Kostengruppen 410 (Sanitäranlagen) und 420 (Wärmeversorgungsanlagen) des Neubaus an der Grundschule Iserbarg dar. Durch die konsequente Berücksichtigung modernster Hygiene- und Effizienzstandards (wie dezentrale Warmwasserbereitung, hygienisch optimierte Ring- und Reihenleitungen, bedarfsgerechte Heizkreisregelungen und einen lückenlosen hydraulischen Abgleich) wird eine zukunftssichere, langlebige und wirtschaftliche technische Infrastruktur geschaffen.

Sämtliche beschriebenen Maßnahmen sind geometrisch und funktionell mit den anderen Fachplanungen (Tragwerk, Elektro, Lüftung, Brandschutz) abgeglichen, sodass eine reibungsfreie und zeitsparende Montage vor Ort gewährleistet ist. Dieser Bericht dient dem ausführenden Fachbetrieb als verbindlicher Leitfaden für die qualitätsgerechte Ausführung aller Installationsarbeiten.

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