[Seite 1]
Baumaßnahme: Fraunhofer IGD-R Rostock, Alter Hafen Nord 218, Rostock Neubau Institutsgebäude
ALLGEMEINE BAUBESCHREIBUNG
- Baugrundstück/Lage
Das Baugrundstück befindet sich im Stadtteil Marienehe, in den Bereichen Bramow und Alter Hafen Nord, in Rostock (18069). Das Grundstück mit der Flurstücknummer 6/825 ist im Besitz der Fraunhofer- Gesellschaft. Das Gelände wurde früher als Industriestandort genutzt und war mit einem Hallengebäude sowie Bürogebäude bebaut. Diese Bestandsgebäude wurden bereits vor Baubeginn abgerissen. Die Eingangshöhe im Erdgeschoss liegt bei 3,00 m üNN. Der Zufahrtsweg zur Baustelle erfolgt über die Straße Alter Hafen.
- Beschreibung der Baumaßnahme
Mit umfassender Unterstützung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Bundes soll in Rostock unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD-R) ein Institutsgebäude als Teil des Ocean Technology Campus (OTC realisiert werden. Der OTC als Innovationscampus für die Unterwasserforschung dient als Plattform für sowohl universitäre als auch anwendungsnahe Forschung und Entwicklung und ist für die Privatwirtschaft zugänglich, sowohl regional als auch überregional. Die Erschließung des Baufeldes erfolgt von Süden über die Straßen Am Fischereihafen und Alter Hafen Süd. Der Zugang für den motorisierten Individualverkehr sowie der ö(cid:431)entliche Nahverkehr (Bus und Bahn) erfolgen von dieser Seite. Die umliegenden Straßen gehören vollständig dem Rostocker Fracht- und Fischereihafen und stellen damit private Straßen von ö(cid:431)entlichem Charakter dar. Die ö(cid:431)entliche Erschließung des Grundstücks sowie die Lage der Abstandsflächen auf den angrenzenden Straßen sind durch eine Baulast abgesichert. Der architektonische Entwurf für den OTC ist als Bestandteil einer künftigen Campusentwicklung am Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) konzipiert. Dabei sollen räumliche Verbindungen und Synergien gescha(cid:431)en und gefördert werden. Der Entwurf sieht einen hochmodernen Forschungsinstitutsbau für etwa 100 Mitarbeiter vor, der in direkter Nähe zu einem Hafengelände liegt. Der Baukörper ist als klar gegliederte, turmartige Struktur konzipiert, die sowohl eine markante Fernwirkung erzielt als auch die bauliche Masse konzentriert. Der sechsgeschossige Baukörper bietet Platz für Laborräume, Büros und Serviceflächen. Direkt angrenzend wird eine Forschungshalle mit Kranbahn für die erforderlichen Experimental- und Werkstattflächen integriert. Beide Baukörper werden zusammen als ein di(cid:431)erenziertes, großvolumiges Gebäude behandelt, das sich harmonisch in das Maß der Umgebung einfügt.
Bebaute Fläche: ca. 1668 m² Bruttogrundfläche: ca. 5677 m² Umbauter Raum: ca. 28611 m³
a) Baukonstruktion: Der Neubau besteht aus zwei Hauptbereichen: einer Technikhalle mit den Maßen 36–46 x 15 x 10 Meter und einem Büro- und Laborturm mit den Abmessungen 33 x 22 x 25 Meter (Länge x Breite x Höhe), wobei die Gesamtlänge des Gebäudes etwa 70 Meter beträgt. Beide Bereiche sind durch den Längsteil des großzügigen Foyers im Turm miteinander verbunden. Halle und Turm sind als fugenlose Stahlbeton-Skelettbaukonstruktion geplant. Der ca. 15 Meter tiefe Hallenraum wird von Bindern im Abstand von 4,80 Meter überspannt, die ein massives Stahlbetondach tragen, welches die vollständige Nutzung der darüber liegenden Dachfläche ermöglicht.
[Seite 2]
Baumaßnahme: Fraunhofer IGD-R Rostock, Alter Hafen Nord 218, Rostock Neubau Institutsgebäude
In den Trägern sind Regelaussparungen vorgesehen, die eine Installation oberhalb der Krananlage ermöglichen. Auf der Bodenplatte der Halle wird ein Verbundestrich verlegt, um die hohen Nutzlasten, die durch Schwerlastverkehr und die aufzustellenden Geräte und technischen Möbel entstehen, aufzunehmen. Dasselbe gilt für die Lernwelten im Erdgeschoss des Turms. Die Stahlbetondecken des Turms sind als ca. 30 cm dicke Flachdecken geplant. In den oberen Stockwerken werden die Rohdecken mit einer Bauteilaktivierung versehen, um eine nachhaltige Klimatisierung zu ermöglichen. Die Stützen des Turms sind fassadenseitig in die Brüstungsebene integriert und bilden ein lineares Auflager für die weitgespannten Decken in den Arbeitsbereichen. Auf diese Weise wird eine flexible Raumstruktur wirtschaftlich umgesetzt. Der Innenausbau erfolgt mit leichten Trennwänden in Trockenbauweise.
b) Fassade / Außenwandbekleidung: Die Nutzbereiche des Turmgebäudes werden durch umlaufende Fensterbänder belichtet und belüftet. Die Brüstungsbereiche werden mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassadenkonstruktion aus Aluminium bekleidet. Die Baukörper Turm und Halle werden optisch von einer einheitlichen Hülle aus Aluminiumprofilen zusammengefasst. Die vertikalen Lamellen mit Wellenbewegung, auf denen sich das Licht bricht, verbinden Technizität mit maritimer Bildhaftigkeit.
c) Technische Erschließung Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt durch die Nutzung von Geothermie, ergänzt durch die Versorgung mit Fernwärme. Das Sondenfeld der Geothermie befindet sich unter späterem Parkplatz und Außenbereichen und umfasst 24 Sonden. Die Ausführung erfolgt als Vorabmaßnahme. Die Trinkwasserversorgung des Neubaus wird durch Anschluss an eine bestehende Rohrleitung in Gebäudenähe sichergestellt. Das auf den Dach- und sonstigen befestigten Flächen anfallende Niederschlagswasser wird in das Leitungssystem des Rostocker Fischereihafens (RFH) eingeleitet. Das anfallende Schmutzwasser aus dem Gebäude wird ebenfalls in einen Sammelkanal des RFH eingeleitet.
d) Freianlagen Auf dem gesamten Grundstück werden die Freianlagen neu gestaltet. Der Vorplatz wird repräsentativ gestaltet. Terrassenartige Treppen und Solitärgehölze prägen das Bild. Die Freianlagen nehmen die Richtung der Gebäudekubatur auf und verlängern diese zur Stadtseite und Hafenseite mit Treppenterrassen. Die Terrassen überwinden den Höhenunterschied zum Gebäude gefällig und ermöglichen darüber hinaus barrierefreie Eingänge. Ca. 33 Stellplätze sind auf dem rückwärtigen, nördlichen Teil des Grundstückes verortet. Der „Technikplatz“ hinter der Technikhalle nimmt alle notwendigen Funktionen (Müllstandort, Fahrradparkplatz, institutsrelevante Funktionen) auf. Ein Grünstreifen mit Baumreihe gemäß der Grünflächengestaltungssatzung der Hansestadt Rostock grenzt den Freiraum zur Straße ab.
e) Brandschutz Das Gebäude weist eine Höhe der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraummöglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel, von ca. 20,60 m auf und ist entsprechend der /LBauO M-V/ § 2 (3) in die Gebäudeklasse 5 einzuordnen. Aufgrund der Nutzung und Ausdehnung des Gebäudes ist gemäß § 2 (4) /LBauO M-V/ folgender Sonderbautatbestand innerhalb des Gebäudes erfüllt: • § 2 (4) Nr. 6 /LBauO M-V/ Gebäude mit Räumen, mit Räumen, die einzeln für die Nutzung durch mehr als 100 Personen bestimmt sind, hier Lobby .
- Kampfmittel
Das Gelände ist kampfmittelfrei.