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Gestaltung der Sonderausstellung zu neuen archäologischen Funden in Sachsen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 07.10.2026, 15:30 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.evergabe.de

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Ausschreibung: Teilnahmewettbewerb Ausstellungsgestalter

Auftraggeber

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz (smac) Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz

Ansprechpartner: Dr. Jens Beutmann, Projektleiter Tel.: 0371/911999-62

Fax: 0371/911999-99

Mail: jens.beutmann@lfa.sachsen.de

Das smac ist Sachsens einziges Museum, in dem 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte erfahrbar sind. Zugleich ist es das Schaufenster des Landesamtes für Archäologie mit seinem Archäologischen Archiv Sachsen. Getreu unseres Claims „Kulturen entdecken – Geschichte verstehen“ möchten wir die Besucher mit einem ungewöhnlichen Ausstellungsnarrativ und der kongenialen Szenographie in Staunen versetzen, sie anregen und einladen, kulturelle Vielfalt in ihrer zeitlichen Tiefe zu entdecken und zu verstehen. Das smac will das gesellschaftliche Verständnis für kulturelle Vielfalt fördern, indem es mit seinen Ausstellungen interdisziplinäre Brücken zu fernen archäologischen und rezenten Kulturen baut. Unser Team versteht sich als Gastgeber, dem das Wohl der Besucher am Herzen liegt und seine Wünsche und Anregungen ernst nimmt. Ziel ist dabei, dass unser Haus ein Museum für alle wird und bleibt. Außerdem fühlen wir uns dem Standort im ehemaligen Kaufhaus Schocken und seiner deutsch-jüdischen Geschichte verpflichtet und versuchen – wider das Vergessen - Erinnerungskultur zu leben.

Das smac ist eine Einrichtung des Staatsbetriebs Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA). Es wurde im Mai 2014 im ehemaligen Kaufhaus Schocken im Herzen von Chemnitz eröffnet. Seine Dauerausstellungen (ca. 3000 m²) zeigen die Archäologie und Kulturgeschichte in Sachsen und die deutsch-jüdische Geschichte des Hauses mit Ausstellungen über Leben und Werk des berühmten Architekten Erich Mendelsohn, über den Kaufhauskonzern Schocken und über den Kaufhausgründer, Verleger und Kunstmäzen Salman Schocken.

Im smac bilden Konzeption und Szenographie eine innovative, narrative Einheit. Wir legen großen Wert auf Inklusivität und ein vielfältiges Angebot für ein diverses Publikum. Über smac.sachsen.de (mehrsprachig), Facebook, instagram, smac+ und Newsletter steht das Museum in Kontakt mit seinen Besuchern.

Die Sonderausstellungen dürfen gegenüber dem gestalterischen und inhaltlichen Niveau der Dauerausstellungen nicht zurückfallen. Gleichzeitig haben wir uns zur Aufgabe gemacht, bei der Verwirklichung von Sonderausstellungen Kriterien der Nachhaltigkeit stärker zu berücksichtigen.

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Gegenstand der Ausschreibung Sie bewerben sich für die Leistung: Gestaltung der Sonderausstellung „Ist das wichtig? Neue Funde und Erkenntnisse der Archäologie in Sachsen (AT)“ mit

  • Entwurfsplanung der gesamten Ausstellung (Die Detail- und Ausführungsplanung übernimmt das smac)
  • Text- und Grafiksatz für die Ausstellung
  • Gestaltung einzelner elektronischer Medien (Audio, Video, interaktiv) nach Bedarf

Ort Sonderausstellungsraum im 4. Obergeschoss des smac, 990 m² Fläche

Dauer der Ausstellung Voraussichtlich 30.9.2027 bis Juni 2028

Spezielle Bedingungen Das smac verfügt über ein flexibles Stellwandsystem mit der Möglichkeit zum Einbau von Wandvitrinen (Vitrinenkästen) sowie über Tisch – und Sockelvitrinen. Diese Vitrinen sind im Sinne der Kostenersparnis für die Ausstellung zu nutzen. Gleiches gilt für die vorhandene Medientechnik.

Die Nutzungsrechte aller vom Auftragnehmer für die Ausstellung gestalteten Designs (Szenographie, Grafiken, Medien, Textsatz) gehen an den Auftraggeber über, insbesondere um sie gegebenenfalls an weiteren Ausstellungsorten zu verwenden.

Das Museum hat das Ziel, dass das Haus durch Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation ein Museum für alle wird. Daher ist es auch in unseren Sonderausstellungen üblich, dass Einführungen in Einfacher Sprache und Deutscher Gebärdensprache angeboten werden. Ebenso sind bei der Szenographie ein taktiles Leitsystem und die Einbindung von Tastmodellen zu berücksichtigen.

Das verbindliche Ausstellungsbudget beträgt (inklusive Agenturleistung) 250.000 €. Dies enthält die Kosten für Ausstellungsauf- und -abbau, Exponat-Logistik und Medien. Nicht enthalten sind alle Werbemaßnahmen, die Kosten für Eigenleistungen durch unsere beiden hauseigenen Handwerker, Restaurierungskosten, Kosten für das vorhandene Vitrinen- und Stellwandsystem. Die Objekteinrichtung erfolgt durch hauseigene Restauratorinnen, soweit keine besonders aufwändigen Montagen erforderlich sind. Kostenschätzungen für den Ausstellungsbau, Grafikproduktion, Erstellung von Medien etc. sind nicht einzureichen.

Die Ausstellung wird zweisprachig beschriftet (Deutsch/Englisch).

Komplexe Inhalte sollen in der Ausstellung auch durch digitale Medien und Schaubilder vermittelt werden. Erstere können Filme, Animationen, Hörstationen und kleine Games umfassen; wir sind für neue Ideen offen.

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Das Ausstellungskonzept Unter den Neufunden der sächsischen Archäologie der letzten 15 Jahre1 finden sich Goldmünzen und Rindenbeutel, vergrabene Schätze und Erdverfärbungen, Scherben oder auch ganze Bergwerke. Die Funde sind alltäglich oder kurios, schön oder unscheinbar, heilig oder profan, erhaben oder banal – und manchmal alles gleichzeitig. Allen gemeinsam ist: Sie stammen mitten aus dem Leben der Menschen, die vor 10 000 oder 100 Jahren hier ihre Heimat hatten.

Die Ausstellung besteht aus etwa 15 Stationen, die jeweils einen Fund, einen Fundkomplex oder auch eine neue Erkenntnis in den Mittelpunkt stellen. Um dieses Schlüsselexponat wird mit Bildern, Grafiken und weiteren Funden eine Geschichte erzählt, die die wissenschaftliche Bedeutung des Objekts erklärt. Die Narrative werden dabei in der Regel so aufgebaut sein, dass die Besuchenden den Ausgräbern, Restauratoren, Laboranten, Natur- und Kulturwissenschaftlern über die Schultern schauen können, sozusagen einem Ermittlerteam bei der Arbeit zuschauen. Auf diese Weise soll der Weg der Erkenntnis nachvollziehbar gemacht werden, was die Besuchenden idealerweise auch in die Lage versetzt, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Auch mehrere Interpretationen können angeboten werden. Es ist durchaus auch denkbar, dass einzelne Stationen mit anderen Narrativen arbeiten. Auch spezielle Formate, die das Besucherengagement verbessern, sind angedacht, wie eine Station, die als Escaperoom aufgebaut ist.

Am Schluss werden die Besuchenden dann aufgefordert, unter den +/-15 vorgestellten zentralen Fundkomplexen den auszuwählen, der ihnen am wichtigsten erscheint – Deutschlands vermutlich erstes Archäologiecasting! Es kommt uns dabei darauf an zu vermitteln, dass sich der Wert archäologischen Kulturguts nicht am materiellen Wert bemisst, sondern daran, was uns die Objekte sagen; welche Verbindungen wir dazu herstellen können, ob sie uns berühren, zum Staunen oder vielleicht zum Lachen bringen. D. h. aber auch, dass solche Bewertungen durchaus subjektiv sind und sein dürfen.

Zusätzlich zu den Formularen einzureichende Unterlagen

Vorstellung der Agentur: Standort, Aufbau der Agentur (Abteilungen) Größe/Anzahl der Mitarbeiter*Innen

Referenzen/Nachweise über:

  • eine Ausstellung mit archäologisch-kulturgeschichtlichem Hintergrund
  • eine Ausstellung mit einer Fläche von mindestens 400 m².
  • eine Ausstellung mit einem Budget von insgesamt > 100 T €
  • eine besonders innovative Ausstellung (Bestes Projekt)
  • eine Ausstellung mit vielfältigen Inklusionsangeboten.

1 Warum der Zeitraum von 15 Jahren? Im Jahr 2012 wurde die wissenschaftliche Konzeption für die Dauerausstellung des smac im Wesentlichen abgeschlossen. Was danach gefunden wurde, konnte nicht mehr einfließen.

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Es müssen mindestens zwei Nachweise aus der Aufzählung erbracht werden. Die Angaben zu Größe und Budget sind dabei als Richtwerte zu verstehen.

Abgabetermin Teilnahmeanträge: 19.10.2026, bis 13 Uhr

Auswahlkriterien für den Teilnahmewettbewerb: Referenzen: 80% Agentur: 20%

Ihre Teilnahmeanträge reichen Sie entweder elektronisch über das Vergabecockpit ein oder postalisch an folgende Adresse:

Landesamt für Archäologie Sachsen, Zur Wetterwarte 7, 01109 Dresden

Bitte verwenden Sie auf dem Briefumschlag den beigefügten Kennzettel.

Teilnameanträge die uns nicht fristgerecht erreichen, werden nicht berücksichtigt.

Informationen zum weiteren Verlauf des Vergabeverfahrens:

Nach Sichtung und Auswertung der eingegangenen Teilnahmeanträge werden mindestens drei, maximal fünf Agenturen zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert. Die ausgewählten Teilnehmer sollen einen Entwurf für ein Text- und Grafikkonzept und einen Entwurf für eine Ausstellungsstation anhand eines vorgegebenen Drehbuchs vorlegen.

Zeitplan

Voraussichtlicher Versand der Angebotsunterlagen: 44. KW

Soweit Sie unsere Räumlichkeiten nicht kennen, vereinbaren Sie bitte für die 45./46. KW einen Vor-Ort-Termin mit Jens Beutmann, Email: jens.beutmann@lfa.sachsen.de, Tel. 0371/911999-62.

Abgabe Konzept: 48. KW 2026, 13:00 Uhr

Präsentationstermine: 49. KW 2026.

Beauftragung: voraussichtlich 51. KW 2026

Eröffnung der Ausstellung: 30.09.2026 oder 07.10.2027

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