Anlage 6_Kampfmittelerkundung_GUTACHTEN Kirchheim unter Teck Zum Rübholz Eduard-Mörike-Campus.pdf

Geothermiearbeiten für die Heizzentrale der Eduard-Mörike-Schule

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 01.11.2026, 07:10 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.subreport-elvis.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung

Zum Rübholz 1, Eduard -Mörike -Campus,

Erneuerung Heizzentrale

Kirchheim unter Teck -Ötlingen

Datum: 09.04.2026

Projekt-Nr.: BE2026-0595

Luftbildauswertung: Johanna Skowronski, M. A.

Historische Recherche: Mohamet Traore, M. A .

Auftraggeber: Stadtwerke Kirchheim unter Teck Marktstraße 14 73230 Kirchheim unter Teck

Ansprechpartnerin: Frau Heidrun Klaß Tel: 0 70 21/502-330 Mobil: 01 51/74 22 30 16 Mail: h.klass@kirchheim-teck.de

Auftragserteilung: 02.04.2026


LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de Handelsregister Stuttgart HRB 764914 Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Benedikt Herré BW-Bank Stuttgart Erfüllungsort: Stuttgart Steuer-Nr.: 99028/11377 IBAN: DE13 6005 0101 0405 1205 16 Gerichtsstand: Stuttgart USt-IdNr.: DE320346869 BIC/SWIFT: SOLA DE ST 600

[Seite 2]

Inhaltsverzeichnis

  1. Zusammenfassung ....................................................................................................................................................... .3.. ..

  2. Aufgabenstellung .......................................................................................................................................................... 4.. ...

  3. Auswertungsgrundlagen und Methodik .............................................................................................................. 5..

3.1 Grundlagen der Luftbildauswertung ................................................................................................................... .5.. .

3.2 Methodik der Luftbildauswertung ....................................................................................................................... .6.. ..

3.3 Auswertungsgrundlagen der historischen Recherche ................................................................................... 6.. .

  1. Untersuchungsgebiet ................................................................................................................................................... .7.. .

4.1 Angaben zum Untersuchungsgebiet ................................................................................................................... .7.. .

4.2 Einordnung in den historischen Kontext .............................................................................................................. 8..

  1. Ergebnis der Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung .............................................................................. 8..

  2. Fazit ....................................................................................................................................................................................... 8.. ..

Anhang ........................................................................................................................................................................................ 1..0.. .

Anhang 1: Tabelle Luftbilder .............................................................................................................................................. 1..0.

Anhang 2: Auszug der genutzten Archive und der verwendeten Literatur .................................................... 1..1..

Anlage 1 (Ergebniskarte)

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 2/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 3]

1. Zusammenfassung

Das vorliegende Gutachten für das Projekt „ Zum Rübholz 1, Eduard -Mörike-Campus, Erneuerung Heizzentrale“ in Kirchheim unter Teck -Ötlingen wurde zur Vorerkundung einer potenziellen Belastung durch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg erstellt. Die Erkenntnisse der Vorerkundung basieren zum einen auf einer historischen Recherche über die Kriegsereignisse in der Region, in der das Untersuchungsgebiet liegt , zum anderen auf der Auswertung historische r Luftbilder aus den Kriegsjahren und führen zu folgendem Erg ebnis:

Die Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung aus dem Zweiten Weltkrieg liefert keine Hinweise auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von im Boden verbliebenen Kampfmitteln im Untersuchungsgebiet.

Nach unserem jetzigen Kenntnisstand können die geplanten Erkundungs - und Bauarbeiten für das Bauvorhaben ohne weitere Auflagen durchgeführt werden.

Diese Aussagen können nicht als Garantie für die absolute Kampfmittelfreiheit des Unter - suchungsgebiets gewertet werden. Sie beziehen sich ausschließlich auf das dargestellte Untersuchungsgebiet und gelten für den Zeitraum des beschriebenen Bauvorhabens.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 3/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 4]

2. Aufgabenstellung

In Kirchheim unter Teck ist im Stadtteil Ötlingen in der Straße Zum Rübholz die Erneuerung der Heizzentrale mit Geothermie auf dem Eduard -Mörike-Campus geplant. Zur Absicherung der Erkundungs - und Bauarbeiten soll das Untersuchungsgebiet mithilfe einer Luftbildauswertung und einer historischen Recherche auf das mögliche Vorhandensein von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden.

Für die Luftbildauswertung werden die von den alliierten Streitkräften zwischen 1939 und 1945 aufgenommenen derzeit verfügbaren Luftbilder auf Sprengbombentrichter, schwere Gebäudeschäden und militärische Strukturen hin untersucht. Sprengbombentrichter sind in unbebauten und vegetations - armen Gebieten anhand ihres runden Kraterbilds und de s sternförmigen Auswurfsaums – abhängig von ihrem Alter, der Beschaffung des Untergrunds und der Bildqualität – in der Regel gut zu erkennen. War ein Trichter der Witterung und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt, hat sich seine optische Erscheinung möglicherweise verändert, z. B. indem er abflacht e oder wieder verfüllt w urde. In bebauten und vegetationsreichen Gebieten wie Städten und Wäldern ist das Erkennen von Trichtern deutlich schwieriger, da sie durch Schlagschatten und/oder Verkippung (Radialversatz) von hohen Strukturen verdeckt werden können.

Sprengbomben -Blindgänger sind weder von einem runden Krater noch von einem sternförmigen Auswurf umgeben. Die Größe ihres Einschlagspunkts entspricht dem Durchmesser der Sprengbombe, welcher in der Regel bei ca. 50 Zentimetern liegt. Sprengbomben -Blindgänger sind daher nur auf Luftbildern von besonders guter Qualität und unter besten räumlichen Bedingungen als kleine , dunkle Punkte zu erkennen.

Artilleriebeschuss ist in Abhängigkeit von der Qualität der verfügbaren historischen Luftbilder in der Regel ebenfalls äußerst schwierig zu erkennen, da die Explosionstrichter von Artilleriegranaten ungleich kleiner und flacher sind als die der Sprengbombe ntrichter. Die Einschlagspunkte nicht explodierter Artillerie - granaten sind dabei nochmals um ein Vielfaches kleiner. Neben Luftbildern bester Qualität liefert häufig die historische Recherche Hinweise für einen Artilleriebeschuss und dadurch entstandene S chäden.

Aufgrund der dargelegten Widrigkeiten und um ein möglichst vollständiges Bild der potenziellen Kampfmittelbelastung zu erhalten, gilt es, Luftbilder möglichst vieler verschiedener Zeitschnitte auszu - werten. Zu diesem Zweck führen wir regelmäßig neue Recherchen zur Luftbildabdeckung durch und erweitern ständig unsere Bestände.

Für die historische Recherche werden Archivalien nationaler und internationaler Archive untersucht. Dabei handelt es sich zum einen um Berichte der alliierten Streitkräfte zu den geplanten und durchgeführten Luftangriffen auf deutsche Ziele und zum anderen um Schadensberichte der deutschen Behörden in folge dieser Angriffe . Die Zahl der beteiligten Flugzeuge gibt einen Eindruck von der Größe des Angriffs.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 4/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 5]

Außerdem liefern die Menge und die verschiedenen Arten der mitgeführten Abwurfmunition sowie ihrer Zünder wertvolle Informationen.

In den After Action Reports (AAR) der alliierten Streitkräfte finden sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs Hinweise darauf, wann und von welchen Truppen das Untersuchungsgebiet eingenommen wurde und welche Schäden dabei möglicherweise entstanden sind. Dies ist besonders in Bezug auf den Artilleriebeschuss von Bedeutung, weil einerseits die dadurch entstandenen Schäden auf den historischen Luftbildern in der Regel äußerst schwierig zu erkennen sind . Andererseits sind oftmals keine Luftbilder verfügbar, die nach dem Zeitpunkt der Einnahme aufgenommen wurden .

3. Auswertungsgrundlagen und Methodik

3.1 Grundlagen der Luftbildauswertung

Die Luftbildauswertung für das vorliegende Gutachten basiert auf 45 Luftbildern aus dem Befliegungs - zeitraum vom 18.03.1941 bis zum 28.08.1945 (siehe Anhang 1: Tabelle Luftbilder).

Die Qualität der Luftbilder hinsichtlich Schärfe, Auflösung, Bildmaßstab sowie Einflüssen des Aufnahme - zeitpunkts (z. B. Sonnenstand, Verschattung, Vegetationsphase, Rauch) und der Witterungsverhältnisse (Wolken, Dunst, Regen, Schnee) ist als gut zu bewerten.

Die Bodensicht ist im Bereich des Dupiggrabens durch Bewuchs eingeschränkt. Daher wurde für diesen Teil zusätzlich ein hochaufgelöstes Digitales Geländemodell (DGM) ausgewertet, das die heutige Gelände - oberfläche ohne Vegetation darstellt. Auf einem DGM sind im Zweiten Weltkrieg entstandene Explosionstrichter häufig noch gut erkennbar, wenn keine starken Eingriffe vorgenommen wurden und somit die damalige Geländeoberfläche noch erhalten ist. Mögliche Erkenntnislücken konnten durch die Verwendung des DGM minimiert werden.

Für jedes Projekt wird das eigene Luftbildarchiv bei Bedarf erweitert, um möglichst viele Zeitschnitte auswerten zu können. Dazu werden in inländischen und ausländischen Archiven – z. B. Landesämter bzw. National Archives and Records Administration (NARA ), USA, National Collection of Aerial Photography (NCAP), Großbritannien – Luftbildrecherchen durchgeführt und gegebenenfalls weitere historische Luftbilder gekauft , die das Untersuchungsgebiet abdecken . Da vor allem in Städten mit bedeutender, insbesondere rüstungsrelevanter Industrie oder Orten mit Verkehrsknotenpunkten sowie im heftig umkämpften Grenzgebiet von Deutschland zu den westlichen Nachbarländern häufig mehrere Hundert Luftbilder für ein Untersuchungsgebiet verfügbar sind , wird in solchen Fällen eine repräsentative Auswahl ausgewertet. Die repräsentative Auswahl der Luftbilder deckt – sofern möglich – mindestens alle Zeitpunkte ab, zu denen aus der historischen Recherche Kriegsereignisse bekannt sind, um anhand der Luftbildauswertung ein möglichst vollständiges Schadensbild des Untersuchungsgebiets zu erstellen.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 5/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 6]

Die ausgewerteten historischen Luftbilder liefern umfangreiche Erkenntnisse zu Kriegshandlungen und potenziellen Kriegsschäden, somit kann eine belastbare Risikobewertung erfolgen.

3.2 Methodik der Luftbildauswertung

Die Luftbilder werden mithilfe analoger und digitaler Bildbetrachtungstechniken , soweit möglich stereoskopisch, durchmustert und in Bezug auf mögliche Sprengbombentrichter, Blindgängereinschläge, Artilleriebeschuss, militärische Nutzungen, Verteidigungsanlagen und zerstörte bzw. schwer beschädigte Gebäude untersucht und ausgewertet. Zur Analyse der Gesamtsituation werden gegebenenfalls die Art und Weise der Bombardierungen, außerdem die Häufigkeit der in der Umgebung des Untersuchungs - gebiets auftretenden S prengbombentrichter sowie im Speziellen Flakstellungen, Grabensysteme oder weitere militärisch angelegte und genutzte Strukturen sowie die zivile Infrastruktur miteinbezogen.

Zusätzlich zum eigentlichen Untersuchungsgebiet wird ein projekt - und bundeslandspezifischer Sicherheitspuffer ausgewertet. Alle Befunde wie Sprengbombentrichter, zerstörte Gebäude etc. innerhalb dieser Auswertungsfläche (Untersuchungsgebiet plus Sicherheitspuffer) führen dazu, dass weitere Untersuchungen durch den Kampfmittelbeseit igungsdienst des jeweiligen Bundeslandes oder durch ein privates autorisiertes Unternehmen notwendig werden .

3.3 Auswertungsgrundlagen der h istorische n Recherche

Für die historische Recherche wird, bezogen auf das jeweilige Untersuchungsgebiet, eine ausführliche Archiv- und Literaturrecherche zu den verschiedenen Kriegsereignissen (z. B. Luftangriffe, Artillerie - beschuss, Bodenkämpfe) betrieben. Außerdem wird bezüglich einer möglichen militärischen Nutzung bzw. der Herstellung oder Vernichtung von Munition recherchiert. Ergänzt wird die Archiv - und Literaturrecherche durch eine Internetrecherche . Die Ergebnisse liefern wichtige Informationen über die Nutzungshistorie des Untersuchungsgebiets sowie für die Auswertung der Luftbilder und ermöglichen, ein Gesamtbild der Kriegsgeschehnisse im relevanten Untersuchungsgebiet und de ssen Umgebung nachzuzeichnen . Dabei bilden die Akten der amerikanischen und britischen Nationalarchive – National Archives & Records Administration (NARA) in Washington D.C. und The National Archive (TNA) in London – sowie des deutschen Bundesarchivs, Abteilung Militärarchiv in Freiburg im Breisgau die Grundlage. Des Weiteren vervollständigen die Informationen aus den Akten der Landes-, Stadt- und Gemeindearchive das Ergebnis der Recherche. Informationen zu strategischen und taktischen Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg liefern zudem die Akten der Air Force Historical Research Agency (AFHRA ) in Alabama, Maxwell Air Force Base.

Die Ergebnisse der Recherche werden in einem Geographischen Informationssystem (GIS) verortet und gespeichert. Auf diese Weise dienen sie , die Luftbildauswertung ergänzend , der Anschaulichkeit und Interpretation der Ereignisse.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 6/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 7]

4. Untersuchungsgebiet

4.1 Angaben zum Untersuchungsgebiet

Projekt: Zum Rübholz 1, Eduard-Mörike-Campus, Erneuerung Heizzentrale Bundesland: Baden-Württemberg Stadt/Gemeinde: Kirchheim unter Teck Bezirk/Teil: Ötlingen Straße: Zum Rübholz Gemarkung: Ötlingen

Übersichtsdarstellung mit Lage des Untersuchungsgebiets (schwarz markiert)

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 7/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 8]

4.2 Einordnung in den historischen Kontext

Kirchheim unter Teck liegt am Fuß der Schwäbischen Alb im Landkreis Esslingen. Neben ausgedehntem Wein- und Ackerbau profitierte Kirchheim von der günstigen Lage an einer Fernhandelsstraße. Bereits seit dem 15. Jahrhundert entwickelten sich die Tuchmachere i und der Tuchhandel zu wichtigen Erwerbs - zweigen, was den Grundstein für die im 19. Jahrhundert entstehende Textilindustrie legte. Anteil an der positiven Entwicklung hatte auch der Anschluss an die Teckbahn im Jahr 1864, wovon der Ortsteil Ötlingen ebenfalls profitierte. Dieser wurde 1935 nach Kirchheim eingemeindet und wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg durch viele Baulanderschließungen merklich an.

Im Zweiten Weltkrieg war Kirchheim unter Teck zwischen dem 12. Februar und dem 19. April 1945 Ziel mehrerer alliierter Luftangriffe, die primär den Bahnanlagen galten. Ötlingen war nur gegen Ende des Kriegs von einem Angriff betroffen: Am 4. April 1945 beschossen alliierte Jagdbomber einen Zug am Ortsausgang Richtung Wendlingen und w arfen dabei auch Splitterbomben ab, die Schäden an den Bahnanlagen verursachten. Am 19. April 1945 sprengten deutsche Pioniere mehrere Autobahnbrücken bei Kirchheim unter Teck. Zudem beschoss amerikanische Artillerie am 19. und 20. April 1945 die Stadt. Der Beschuss verursachte Gebäudeschäden. Mit dem Vormarsch der amerikanischen Truppen kam es am 20. April 1945 östlich und nordöstlich von Kirchheim zu kurzen Gefechten und auch in der Stadt selbst fanden kleinere Kämpfe statt. Kirchheim unter Teck wurde noch am gleichen Tag von amerikanischen Einheiten eingenommen, ebenso Ötlingen .

5. Ergebnis der Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung

Auf den untersuchten Luftbildern finden sich keine Hinweise, die auf eine Bombardierung des Unter - suchungsgebiets mit Sprengbomben oder einen Beschuss mit Artillerie rückschließen lassen. Ebenso ergeben sich keine Hinweise auf zerstörte Gebäude, Flakstellungen, Grabensysteme und weitere militärisch genutzte Strukturen.

Die aus der historischen Recherche bekannten, in Kapitel 4.2 aufgeführten Ereignisse fanden entweder in einer ausreichend großen Entfernung zum Untersuchungsgebiet statt oder können diesem nicht zugeordnet werden, weshalb sie keinen Einfluss auf das Ergebn is des vorliegenden Gutachtens haben.

6. Fazit

Die Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung hat keine Anhaltspunkte für das mögliche Vorhandensein von Kampfmitteln innerhalb des Untersuchungsgebiets ergeben. Es besteht keine Notwendigkeit, den Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden -Württemberg oder ein autorisiertes Unternehmen zu weiteren Er- kundungen einzuschalten.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 8/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 9]

Nach unserem jetzigen Kenntnisstand sind in Bezug auf nicht detonierte Sprengkörper (Blindgänger) keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Die Erkundungs - und Bauarbeiten können diesbezüglich ohne weitere Auflagen durchgeführt werden.

Dieser Bericht hat nur für das oben und auf der Anlage 1 beschriebene Untersuchungsgebiet und für den Zeitraum des beschriebenen Bauvorhabens Gültigkeit. Es können daraus keine Aussagen für eventuelle Eingriffe in den Untergrund außerhalb des Untersuchungsgebiets abgeleitet werden.

Die Ergebnisse der Luftbildauswertung basieren auf der Interpretation der in Kapitel 3.1 „ Grundlagen der Luftbildauswertung “ genannten Bilder. Daher beziehen sich die diesbezüglich gemachten Aussagen nur auf die Befliegungsdaten der ausgewerteten Luftbilder und können nicht darüber hinausgehen. In der Nachkriegszeit bereits durchgeführte Räumungen oder Veränderungen der untersuchten Fläche, wie beispielsweise Baumaßnahmen, Geländeabtragungen oder Aufschüttungen, die zu einer Veränderung der Belastungssituation geführt haben können, sind in dieser Auswertung nicht ber ücksichtigt.

Diese Mitteilung kann nicht als Garantie für die absolute Kampfmittelfreiheit des Untersuchungs- gebiets gewertet werden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Johanna Skowronski, M. A. Mohamet Traore, M. A .

  • Luftbildauswertung - - Historische Recherche -

Anlage 1: Ergebnis der Vorerkundung auf Kampfmittelbelastung sowie Ausschnittvergrößerung eines Luftbilds vom 22.03.1945

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 9/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 10]

Anhang Anhang 1: Tabelle Luftbilder

Lfd. Nr. Datum Sortie/Flugnr. Bildnummer Maßstab Bildanzahl

118.03.1941B-00946961:16 0001
210.03.1943D-02321006–10071:16 2002
324.04.1944106W-010870471:56 0001
405.09.1944106G-263410–111:25 0002
505.09.1944106G-26334116–4119, 4151–41521:13 0007
70421:60 000
605.12.1944US7-0014A8086–80881:44 0003
717.02.1945US7-39517069–70711:41 0003
825.02.1945US7-401470251:50 0001
903.03.1945US7-0137A80011:50 0001
1013.03.1945US7-0149A80311:49 0001
1114.03.1945106G-479641001:85001
1222.03.1945US7-0203A3127, 41261:10 0002
1323.03.1945US7-0205A81481:50 0001
1408.04.1945US162-093951331:80001
1510.04.1945US34-37905049–50501:20 0002
1617.05.1945US39-39045174–5175, 5191–51941:27 0006
1728.05.1945US31-51857029–70311:25 0003
1818.06.1945US31-52987021–70221:27 0002
1930.07.1945365-BS-2177-2126, 118–1191:42 0003
2028.08.1945422-BS-4205-2118–191:40 0002

Summe 45

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 10/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

[Seite 11]

Anhang 2: Auszug der genutzten Archive und der verwendeten Literatur Archive

Bundesarchiv, Abt. Militärarchiv (BArch), Freiburg

The National Archive (TNA), London GB

Air Force Historical Research Agency (AFHRA), Maxwell USA

National Archives Records Administration (NARA), College Park USA

The Ike Skelton Combined Arms Research Library (CARL), Leavenworth USA

Ministère des Armées, Service historique de la Défense (SHD), Vincennes FR

Literatur

Bettinger, Dieter Robert: Die Geschichte der HGru G. Mai 1944 bis Mai 1945, Aachen 2010.

Boog, Horst/Krebs, Gerhard/Vogel, Detlef: Das Deutsche Reich in der Defensive. Strategischer Luftkrieg in Europa, Krieg im Westen und in Ostasien 1943 –1944/45, Stuttgart/München 2001. Cate, James Lea/Craven, Wesley Frank: The Army Air Forces in World War II, Vol. 1–7, Washington D.C. 1983. Carter, Kit C./Mueller, Robert: Combat Chronology 1941–1945. U.S. Army Air Forces in World War II, Washington 1991.

Davis, Richard G.: Bombing the European Axis Power. A Historical Digest of the combined Bomber Offensive, 1939–1945, Maxwell 2006. De Lattre de Tassigny, Jean: Histoire de la première armée française. Rhin et Danube, Paris 1949.

Foreign Office & Ministry of Economic Warfare: The Bomber’s Baedeker. Guide to the Economic Importance of German Towns and Cities, Part 1 + 2, London 2nd Edition 1944.

Freeman, Roger: The Mighty Eight War Diary, London 1990. Gaujac, Paul: l'armée de la Victoire. Du Rhin au Danube 1944 –1945, Paris 1986. Gräf, Aloys: Report of Operations. The Seventh United States Army in France and Germany 1944 –1945, Vol. 1–3, Heidelberg 1946.

Lyautey, Pierre: Carnets d’un goumier. Campagne d’Allemagne 1945, Paris 1945. Mahoney, Kevin A.: Fifteenth Air Force against the Axis. Combat Missions over Europe during World War II, Plymouth u. a. 2013.

McDonald, Charles: The Last Offensive. The European Theater of Operations, Washington 1975.

McDonald, Charles: The Siegfried Line. The European Theater of Operations, Washington 1993. Mehner, Kurt: Die geheimen Tagesberichte der deutschen Wehrmachtführung im Zweiten Weltkrieg 1939 –1945. Band 1–12, Osnabrück 1984–1995. Middlebrook, Martin/Everitt, Chris: The Bomber Command War Diaries. An Operational Reference Book 1939 –1945, Bungay 1990.

Spiewok, Erich/Stöber, Hans: Endkampf zwischen Mosel und Inn. XIII. SS-Armeekorps, Osnabrück 1976.

Williams, Mary: United States Army in World War II. Special Studies, Chronology 1941 –1945, Washington 1989. Zapf, Jürgen: Flugplätze der Luftwaffe 1934 –1945 – und was davon übrig blieb. Lexikon aller Flugplätze von A –Z, Zweibrücken 2010.

Projekt-Nr.: BE2026-0595 Seite 11/11

LBA Luftbildauswertung GmbH Ludwigstraße 17 B Tel.: +49 (711) 28 69 29-0 info@lba-luftbildauswertung.de D – 70176 Stuttgart www.lba-luftbildauswertung.de

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung