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Generalplanung für eine H2-ready Gasübernahmeanlage in Erfurt-Mittelhausen

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 20.10.2026, 01:01 (Europe/Berlin)

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Leistungsbeschreibung für Planungsleistungen

für die Neuerrichtung einer Gasdruckregel- und Messanlage H2-Ready –

Planung GDRMA-HR Erfurt-Mittelhausen

Auftraggeber:

SWE Netz GmbH Technik Gasnetz Magdeburger Allee 34 99086 Erfurt

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  1. Leistungsgegenstand

Ausgangssituation und Projektziel

Die SWE Netz GmbH (nachfolgend SWE N) ist der in Erfurt tätige Gas- und Stromverteilernetzbetreiber. Seit 2021 beschäftigt Sie sich mit der Planung und Vorbereitung der Transformation ihres Erdgasverteilernetzes auf grüne Gase, insbesondere Wasserstoff.

Im Rahmen der Umsetzung dieser Gasnetztransformation ist die Planung zur Errichtung einer neuen Übernahmeanlage für Erdgas und perspektivisch Wasserstoff (also H2-Ready), südöstlich der Ortslage Mittelhausen notwendig. Eine Gas-Druckregel- und Messanlage (nachfolgend GDRMA) gilt als H2-Ready (nachfolgend HR), wenn sie entweder bereits für den Betrieb mit Wasserstoff der 5. Gasfamilie gemäß DVGW-A G 260 ausgelegt ist oder so beschaffen ist, dass sie am Aufstellort auf diesen Betrieb umrüstbar ist.

Die GDRMA-HR dient der Übernahme, Zählung, Druckregelung, Odorierung und Weiterleitung von Erdgas sowie ggf. Beimischung von Wasserstoff (nachfolgend H2) aus dem vorgelagerten Netz der FERNGAS Netzgesellschaft mbH in das Gasverteilernetz der SWE N.

Der Zielzustand der GDRMA-HR soll die Weiterleitung von H2 mit einer Konzentration von 100 mol% in das nachgelagerte Netz der SWE N sein. Aufgrund der bislang zeitlich unbekannten Mengenverfügbarkeit von H2 aus dem vorgelagerten Netz, ist für die Hochlaufphase der GDRMA-HR eine Beimischung von H2 bis maximal 20 mol% in das nachgelagerte Netz einzuplanen.

Mit der Erbringung der Planungsleistungen der Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung wie z. B. Auslegung und Aufbau der Regelstrecke sowie Aufstellungsplan des Gebäudes) wurde das Planungsbüro PLE Pipeline Engineering GmbH beauftragt. Die entsprechenden Unterlagen werden den zur Angebotsabgabe aufgeforderten Unternehmen in Phase 2 zusammen mit der Aufforderung zur Angebotsabgabe zur Verfügung gestellt. Die SWE Netz GmbH ist Bauherr. Der Auftragnehmer wird von der SWE Netz GmbH beauftragt werden.

Die Beauftragung erfolgt stufenweise. Unmittelbar mit Vertragsschluss erfolgt auf einer ersten Stufe eine Beauftragung nach den Leistungsbildern der HOAI 2021 bis zur Leistungsphase 4 „Genehmigungsplanung“. Auf einer zweiten Stufe werden bei Bedarf die Leistungsphasen 5 bis 7 und in einer gesonderten Beauftragung die Leistungsphasen 8 und 9 der einzelnen Objekt- und Fachplanungen ganz oder teilweise vergeben. Auf den weiteren Stufen kann jeweils die Beauftragung auch auf einzelne oder mehrere Leistungsabschnitte, auf einzelne Objekt- und/oder Fachplanungen hiervon oder auch nur auf einzelne Grund- oder Besondere Leistungen hiervon begrenzt werden. Ein Rechtsanspruch des zukünftigen Auftragnehmers auf weitere, auch nur teilweise Beauftragungen über die erste Leistungsstufe hinaus besteht generell nicht.

Sollte ein Bewerber die bauliche Ausführung der geplanten Maßnahme durchführen wollen, weisen wir darauf hin, dass eine gleichzeitige Bewerbung für die Planungsleistungen im Zuge dieses Verfahrens und die Bauausführung nicht zulässig ist.

Geplanter Bauort:

Thüringen Stadt Erfurt Gemarkung Mittelhausen

Lage des Neubauprojektes:

siehe Anlage Übersichtslageplan

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Darstellung der Maßnahmen

Das Projekt ist im Wesentlichen unterteilt in die Bereiche

  • Teil 1 - Bauwerk (Technische Anlage)
  • Teil 2 - Bauwerk (Baukonstruktion)
  • Teil 3 - Erschließung
  • Teil 4 - Außenanlagen und Freiflächen
  • Teil 5 - Grundstück

Teil 1 - Bauwerk (Technische Anlage):

Die GDRMA ist als zweistufige Anlage konzipiert. Der gesamte Volumenstrom wird zunächst in einem von zwei parallelen und 100% redundanten Staubflüssigkeitsabscheidern gefiltert. In der ersten Druckstufe wird der gesamte Volumenstrom vom Eingangsdruck 84 bar auf 16 bar reduziert. Nach einer nachgeschalteten Mess- Schiene mit zwei als „Z“ geschalteten Ultraschallzählern sowie der Odorierung wird der Wasserstoff über die erste Ausgangsarmaturengrupp in das 16-bar-Netz eingespeist. Die zweite Druckstufe reduziert den Druck von 16 auf 4 bar. Sie ist nach der Messschiene angeordnet, um den Einsatz von entsprechend für den niedrigeren Druckbereich geeigneten Messinstrumenten zu vermeiden.

Insgesamt sind auf der GDRMA drei Mengenmessungen vorzusehen. Zwei eichfähige unidirektionale Messungen in Z-Schaltung und eine Betriebsmessung.

Der vorgesehene PGC zur Messung der Gasbeschaffenheit muss einen Messbereich für H2 von 100 Mol % aufweisen. Er muss ebenfalls für die Messung von den wesentlichen Verunreinigungen (Methan, Stickstoff, Kohlenstoffdioxid, -monoxid, Sauerstoff, Ethan, Propan, Butan, Isobutan, Pentan, Isopentan, sowie Hexan und höhere Kohlenwasserstoffe) nach DVGW-Information Gas Nr. 33 geeignet sein.

Es besteht die Möglichkeit der Fernsteuerung bzw. -überwachung der Anlage durch die Dispatchingzentrale. Die Anlagensteuerung ist pro Funktionsgruppe mit einer Automatik- und einer Handebene sowie der Bedienebene Schaltanlage auszustatten, wobei die Sicherheit der Anlage (Mensch und Maschine) durch eine Fehlbedienung in der Handebene nicht beeinträchtigt werden darf

Zur Einbindung sämtlicher von den Systemen der Elektrotechnik (NSA, USV, etc.), Filteranlage, Stationsein- und Ausgangsarmaturengruppe, Mengenmesstechnik sowie weiterer MSR-Instrumentierung generierten Signale und Meldungen ist ein neues, eigenständiges Stationsautomations- und Prozessleitsystem aufzubauen.

Zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) der mess-, regelungs-, automations-, sicherheits- und informationstechnischen Einrichtungen ist eine USV-Anlage vorzusehen.

Die GDRMA ist mit einem stationären Netzersatzaggregat auszustatten. Das Netzersatzaggregat (NEA) ist in einem NEA- Raum in der Nähe des EMSR-Raums zu installieren. Nach Festlegung der Verbraucher, die durch das NEA versorgt werden sollen, ist der Leistungsbedarf des NEA zu ermitteln.

Teil 2 - Bauwerk (Baukonstruktion):

Die Gasübernahmeanlage wird in einem neu zu errichtenden Stationsgebäude in gemischter Bauweise untergebracht. Nebengebäude können, wenn die Abmessungen das zulassen, in Raumzellenbauweise aufgestellt werden. Das GDRMA-Gebäude wird in Plattenbauweise errichtet.

Die Eigenschaften des GDRMA-Gebäudes (Abmessungen, Heizung, Lüftung, Ex-Schutz, Öffnungen usw.) sind im Rahmen der nächsten Planungsphasen festzulegen. Als Nebengebäude sind verschiedene Räume vorzusehen. Wegen fehlender technischer Grundlagen sind auch die Eigenschaften dieser Räume (Abmessungen, Heizung, Lüftung, Klima, Doppelböden, Ex-Schutz, Öffnungen usw.) im Rahmen der nächsten Planungsphasen festzulegen. Die Dachausführung erfolgt entsprechend Flachdachrichtlinie.

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Teil 3 - Erschließung:

Die Einspeisung in die GDRMA-HR erfolgt aus dem 84-bar-System der Ferngas Netzgesellschaft mbH (nachfolgend Ferngas). Zu diesem Zweck wurde seitens der Ferngas ein Abzweig errichtet und eine Absperrarmaturengruppe installiert. Die daran anschließende Leitung kann auf Höhe der geplanten GDRMA-HR getrennt werden und dient als Eingangsleitung der Station.

Stationseingangsleitung:

  • Auslegung: DN 200
  • DP 84 barg

Die Einbindung in das 16-bar-Netze der SWE erfolgt auf dem Betriebsgelände der zu errichtenden GDRMA an die das Baufeld querende DN 150 Leitung. Der 4-bar-Strang quert diese Leitung und verlässt das Betriebsgelände.

Stationsausgangsleitung 1: Stationsausgangsleitung 2:

  • Auslegung: DP 16 barg - Auslegung: DP 4 barg

Für die zukünftige GDRMA ist eine Erschließung mit Strom vorzusehen. Die Stromversorgung der Gasdruckregel- und Messanlage erfolgt über eine neu zu installierende Zähleranschlusssäule, die unmittelbar am Stationszaun jedoch außerhalb der Station errichtet wird. Der Leistungsbedarf ist mit einer ausreichenden Reserve zu bestimmen und während der Planungsphase der SWE Netz GmbH als zuständigen Verteilnetzbetreiber für den Versorgungsnetzbereich zu übermitteln.

Für die Anbindung des neuen Stationsautomations- und Prozessleitsystems der GDRMA Mittelhausen an die zentrale Leitstelle / Dispatchingzentrale der SWE Netz GmbH ist eine Fernwirkanbindung nach IEC 60870-5-104 aufzubauen. Die Komponenten der Übertragungs- und Fernwirktechnik, sowie Art und Umfang der zu übertragenden Signale, sind im Rahmen der weiteren Planungsphasen mit den entsprechenden Fachbereichen des AG abzustimmen.

Eine Versorgung mit Trinkwasser ist nicht vorgesehen, da keine Sanitäranlagen errichtet werden. Abwasser muss daher nicht entsorgt werden. Das anfallende Regenwasser aller Dach- und Verkehrsflächen wird, wenn der Baugrund das zulässt, vor Ort im Erdreich versickert. Entsprechende Bereiche stehen auf dem Stationsgelände zur Verfügung.

Teil 4 - Außenanlagen und Freiflächen:

Für die Zufahrten zum neuen Gebäude und zu den technischen Anlagen sowie für Fußwege, sind befestigte Flächen aus Rasengitter geplant. Es sind Parkplätze für Servicefahrzeuge vorzusehen. Die Feuerwehraufstellfläche kann als Befestigung mit Schotterrasen geplant werden. Im Zaunbereich werden Gehwegplatten verlegt, um eine problemlose Rasenpflege zu ermöglichen.

Außerhalb der genannten Flächen erfolgt die Geländegestaltung durch Schotterflächen und Grünanlagen mit Rasenansaat.

Teil 5 - Grundstück:

Für die Errichtung des Gebäudes, für die Verlegung von Rohrleitungen, für die Anordnung von Molchschleusen und Armaturengruppen, für die Herstellung von Kabeltrassen, Kabelziehschächten bzw. Kabelkanälen und für die Errichtung der Außenanlagen sind bautechnische Maßnahmen zu planen, wofür ein ca. 8700 m2 großes Grundstück zur Verfügung stehen soll.

Zum aktuellen Stand wird als Grundstück von einer Ackerfläche ausgegangen, die hinsichtlich Altlasten, Schutzgebieten, Kampfmittelbelastungen und Bodendenkmälern zu untersuchen ist.

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  1. Leistungsumfang Auftragnehmer für die Errichtung der baulichen Anlagen

Gegenstand der zu vergebenden Leistungen sind die Planungsleistungen in Anlehnung an die HOAI 2021:

  • § 34 Leistungsbild Gebäude, Leistungsphasen 2 bis 9
  • § 39 Leistungsbild Freianlagen, Leistungsphasen 2 bis 9
  • § 43 Leistungsbild Ingenieurbauwerke, Leistungsphasen 2 bis 9
  • § 51 Leistungsbild Tragwerksplanung, Leistungsphasen 2 bis 6
  • § 55 Leistungsbild Technische Ausrüstung, Leistungsphasen 2 bis 9

für das Projekt „Planung GDRMA-HR Erfurt-Mittelhausen“.

Leistungen des Auftragnehmers

Gegenstand der Ausschreibung sind sämtliche Grundleistungen der o. g. Leistungsbilder (also Planungsleistungen der Leistungsphasen 2-9 und Leistungsphasen 2-6 (für Tragwerksplanung) im Rahmen von Generalplanungsleistung in Anlehnung an die HOAI. Eine losweise Vergabe ist nicht vorgesehen. Die Leistungen werden stufenweise beauftragt.

Ausnahme stellt hier der Grundstückserwerb dar. Dieser wird seitens der SWE N durchgeführt. Die übrigen planerischen Leistungen, wie Mitwirken bei Grundstücks- und Objektauswahl, -beschaffen, -übertragung sind als besondere Leistung gemäß HOAI § 34 Leistungsphasen 2 – 9, seitens des Planungsbüros zu erbringen.

Darüber hinaus sind die technischen Regeln des Deutschen Verein und Gas und Wasserfaches e.V. (nachfolgend DVGW), DIN-Normen und VDE-Regelwerk bei der Planung zu beachten.

Ins Besondere:

• die Arbeitsblätter des DVGW G 491, G 492, G 221, G 260, G 280, G 495 und G 493-1 • die DIN-Normen DIN EN 12186, DIN EN 1776, DIN EN 1594, DIN EN 12732, DIN EN 12327 und DIN EN 15001 • die Gesetze und Verordnungen des EnWG, GasHDrLtgV, Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU (PED), 14. ProdSV (Druckgeräteverordnung), Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), ATEX-Richtlinie 2014/34/EU und die deutsche 11. ProdSV, Explosionsgefährdungsbeurteilung, GefStoffV, BetrSichV, Mess- und Eichgesetz (MessEG) und Mess- und Eichverordnung (MessEV), Messgeräterichtlinie 2014/32/EU, Anhang MI-002

Termine

Für das Projekt geht der Auftraggeber aktuell von folgendem initialen Terminplan aus:

Zwischentermin 1: Abschluss Leistungsphase 2 bis 4 Ende Q1 2028 Zwischentermin 2: Abschluss Leistungsphase 5 bis 7 Ende Q1 2029 Zwischentermin 3: Abschluss Leistungsphase 8 Ende Q1 2030 Abschlusstermin: Abschluss Leistungsphase 9 Gewährleistungsende

Es sind vom Auftragnehmer eigene Zeitangaben zu machen, falls der initiale Terminplan als nicht umsetzbar erscheint. Der konkrete Zeitplan wird im Rahmen des Planervertrages geregelt.

Anlage: • Übersichtslageplan

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