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VgV-Verfahren Generalplanerleistung für die Sanierung des Kulturgeschichtli-
chen Museums (KGM) und Felix-Nussbaum-Hauses (FNH)
Vorbemerkung und denkmalkundliche Forschungen zur poststruk- 1998 wurde das Felix-Nussbaum-Haus (FNH) als turalistischen Architektur der zweiten Hälfte der Museum für die weltweit größte Sammlung von Bil- 1990er Jahre ab. Die Sanierung wird hierzu erste dern des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum eröff- Beiträge leisten und insofern Pioniercharakter besit- net. In diesem Zuge wurde auch das unmittelbar zen, als sie die wissenschaftliche und denkmalpfle- verbundene und Ende des 19. Jahrhunderts erbaute gerische Auseinandersetzung mit dieser bislang nur Kulturgeschichtliche Museum (KGM) umgebaut. wenig erforschten Architekturepoche vorantreibt. Das FNH ist ein Schlüsselwerk dekonstruktivisti- scher Architektur und das erste umgesetzte Bau- Ein 2025 erarbeiteter Maßnahmenkatalog, der im werk des Studio Daniel Libeskind. Eine Bewahrung Zuge einer eigenen Bestandsaufnahme durch den der Architektur, Innenarchitektur und Außenanlagen Generalplaner ggf. zu erweitern ist, umfasst bisher ist aufgrund der herausragenden lokalen, nationa- im Wesentlichen folgende Punkte: len, internationalen und mittlerweile architekturhis- torischen Bedeutung für die Stadt Osnabrück von Maßnahmen Kulturgeschichtliches Museum großem Interesse. Die notwendigen Eingriffe an die- (KGM) sem Aushängeschild der Stadt sind behutsam, un- sichtbar, sowie mit unbedingtem Erhalt der hohen Raumlufttechnik: Die im Dachgeschoss des KGM in- konstruktiven und gestalterischen Qualität des Be- stallierte Klimaanlage von Mitte der 1990er Jahre hat standes zu planen und auszuführen. Obwohl der Bau ihr Lebensende erreicht. Wartungsarbeiten sind we- bislang nicht unter Denkmalschutz steht, sind vor gen mangelnder Ersatzteile und Defekte kaum noch dem Hintergrund der herausragenden Stellung die möglich. Die Anlage entspricht energetisch und hygi- gleichen Ansprüche an eine Sanierung zu stellen. enisch nicht mehr den Anforderungen. Sie ist bereits Das mit dem FNH verbundene KGM gehört zu den von Sachverständigen bemängelt worden. Die Anla- wenigen Museumsbauten des 19. Jahrhunderts, die gen der Raumlufttechnikzentrale im DG sind zu er- den 2. Weltkrieg in ihrem ursprünglichen Zustand neuern und die Zentrale ist baulich entsprechend überstanden haben. Beide Bauten bilden das Zent- herzurichten. Das KGM ist derzeit nur teilweise kli- rum des Museumsquartiers Osnabrück (MQ4). Sie matisiert, eine Erweiterung der Vollklimatisierung wurden durch den 2011 eröffneten Erweiterungsbau auf weitere Geschosse ist des FNH technisch, organisatorisch und räumlich gewünscht und über Variantenuntersuchungen auf weiter „verzahnt“. Machbarkeit zu prüfen. Die vor bald 30 Jahren installierten raumlufttechni- schen Anlagen beider Häuser sind mittlerweile tech- Dach: Bei Erneuerung der raumlufttechnischen An- nisch überholt und erreichen das Ende ihrer Le- lagen muss das Dach zur Montage und Demontage benszeit. Die Dächer beider Häuser sind schadhaft, geöffnet werden. In diesem Zuge soll die zu Beginn ebenso die Verglasungen in diesem Bereich. Auf- der 1980er Jahre verbaute schadstoffhaltige und grund des Denkmalschutzes ergeben sich für das schadhafte Dachdeckung aus Faserzementschindeln KGM besondere Ansprüche und ein dem FNH ent- entfernt werden. Es soll im Sinne des Denkmals die sprechender Anspruch an eine Sanierung. Für die bauzeitliche Dachdeckung aus Schiefer rekonstru- Umsetzung der Sanierung ist nach Ende des Jubilä- iert werden. umsjahres aus Anlass des 125. Geburtstages von Fe- Im Oberlichtsaal sind die Oberlichtfenster über dem lix Nussbaum im Jahr 2029 zu planen. Oberlichtsaal zu erneuern und ein neues Belich- tungskonzept unter Berücksichtigung kuratorischer Während die Sanierung des KGM als ein Projekt Belange zu entwickeln. Aus konservatorischen klassischer Denkmalpflege zu verstehen ist, ist das Gründen ist das direkte natürliche Tageslicht über FNH bislang lediglich stark denkmalverdächtig. In die Oberlichtfenster und die darunter befindliche jüngster Zeit wächst das historische und denkmal- Oberlichtdecke für lichtempfindliche Exponate unge- pflegerische Interesse an der postmodernen Archi- eignet. Die Glasflächen sind derzeit behelfsmäßig tektur. Mit dem Dekonstruktivismus als ihrer nach- verdunkelt und werden in ihrer ursprünglichen folgenden Strömung oder zumindest als ihrer späten Funktion nicht mehr genutzt. Es sind Variantenun- Ausprägung zeichnen sich architekturhistorische tersuchungen für einen denkmalgerechten Umbau
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der Lichtdecke unter Beachtung kuratorischer Be- der Leistungsgrenze betrieben werden. Die komplet- lange vorzunehmen. Die bald 30 Jahre alten speziel- ten Anlagen der Raumlufttechnikzentrale im KG sind len Isolierglasscheiben in den Oberlichtfenstern mit zu erneuern. Derzeit besteht die Raumlufttechnik Sonnenschutz und Tageslichtlenkung haben ihr Le- aus 2 Lüftungsgeräten und 10 Lüftungszonen mit Zo- bensende erreicht. Es kam bereits teilweise zu einer nennachbehandlungen. Das Luftkanalsystem im Ge- Kondensatbildung im Scheibenzwischenraum und bäude sowie die Luftein- und -auslässe sollen weit- Ablösung der Sonnenschutzbeschichtung. Dieser gehend beibehalten werden. Zukünftig soll die zent- Bereich umfasst somit insbesondere Licht-, Vergla- rale Lüftungstechnik so konzipiert werden, dass eine sungs- und Fassadenplanung. Mindestluftrate auch bei Wartung oder Ausfall eines der beiden Zentrallüftungsgeräte konditioniert zur Elektro: Neukonzeption der fehlerhaften funkgesteu- Verfügung steht. erten Sicherheitsbeleuchtungsanlage. Es wird eine kabelgebundene Anlage angestrebt. Austausch Elektro: Bis auf die RWA-Anlage sind die gleichen RWA-Anlage, Umrüstung der Beleuchtungstechnik Maßnahmen wie beim KGM erforderlich. Zusätzlich auf LED in Abstimmung mit dem bauzeitlichen Licht- sind die Feststellanlagen auf den aktuellen Stand zu konzept, Erneuerung von mind. zwei Unterverteilun- bringen. Im FNH ist die bisherige Unsichtbarkeit der gen, Erneuerung Einbruchmeldeanlage, Brandmel- haustechnischen Installation zu erhalten, was insbe- deanlage, Blitzschutz. Es sind hierbei die Belange sondere bei Sichtbetonflächen zu beachten ist. des architektonisch anspruchsvollen Bestandes zu berücksichtigen und offene Leitungsverlegungen zu Heizungs- und Kältetechnik: Der Hauptverteiler der vermeiden. Heizungsanlage des Museumsquartiers ist abgängig und muss dringend erneuert werden. In diesem Zuge Brandschutz soll an dem Verteiler auch eine Anschlussmöglich- Die Feuerwiderstandsdauer der Kappendecken, Un- keit für einen mobilen Heizcontainer hergestellt terzüge und Gussstützen muss erhöht werden. werden, damit das Gebäude bei längerem Ausfall der Fernwärmeversorgung beheizt werden und im Som- mer die Feuchteregelung der Klimaanlagen funktio- Maßnahmen Felix-Nussbaum-Haus (FNH) nieren kann. Derzeit bezieht das Museumsquartier Fernwärme Raumlufttechnik: Wie im KGM hat die im Keller des und besitzt eine Kältemaschine. Aufgrund der erfor- FNH installierte gleichaltrige Klimaanlage von Mitte derlichen langen Entfeuchtungsperioden ist der der 1990er Jahre ebenfalls ihr Lebensende erreicht. Wärmebedarf zur Nachheizung selbst im Sommer Wartungsarbeiten werden wegen der Ersatzteilsitu- hoch und besteht über längere Zeiträume ein gleich- ation und Defekte zunehmend schwieriger. Die An- zeitiger Kühl- und Heizbedarf. Hier liegt ein beson- lage erfüllt aktuelle energetische und hygienische deres Potenzial zur energetischen Optimierung, wel- Anforderungen nicht mehr. Das Befeuchtungskon- ches genutzt werden soll. zept soll geändert werden, da die vorhandenen Be- Im Zuge der Sanierung der Wärme- und Kältever- feuchter ausfallgefährdet sind und Ersatzteilbe- sorgung und Lüftungstechnik ist auch die komplette schaffungen nicht mehr möglich sind. Die Anlage ist MSR-Technik zu erneuern. nicht redundant ausgelegt, womit bei einem Ausfall die für den Museumsbetrieb notwendigen konstan- Dach: Im Bereich des Flachdaches kam es in den ten klimatischen Bedingungen nicht zugesichert werden können. Die Sicherstellung dieser Konstanz vergangenen Jahren am Übergang zum KGM und an ist jedoch Voraussetzung, um am internationalen den Lichtbändern zu Wassereinbrüchen, was sich zu musealen Leihverkehr teilnehmen zu können, und einer Gefahr für die Kunstwerke entwickelte. Bereits wird von den Leihgebern der Sammlung Nussbaum in der Bauzeit kam es zu konstruktiven Mängeln und gefordert. in der Ausführung. Schadstellen konnten nur provi- Im Zuge der Sanierung soll ebenfalls eine energeti- sorisch abgedichtet und nicht genau ermittelt wer- sche Verbesserung der Luftaufbereitungsprozesse den. Die Dachabdichtung mit Gründach ist zu erneu- erfolgen, um Heiz- und Kälteenergie einzusparen. ern. Die Verglasung der Lichtbänder (Isolierglas- Weiterhin sollen mögliche Luftvolumenströme und scheiben mit Sonnenschutz und Tageslichtlenkung, Heiz- und Kühlleistungen im Rahmen der baulichen Alarmierung), die auch als Rauchwärmeabzug Gegebenheiten vergrößert werden. Die klimatologi- (RWA) dient, hat ihr Lebensende erreicht. Es kam schen Auslegungsparameter von vor weit über 30 bereits teilweise zu einer Kondensatbildung im Jahren werden immer häufiger erreicht und über- schritten, sodass die Anlagen derzeit längerfristig an
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Scheibenzwischenraum und Ablösung der Sonnen- Lüftungstechnik, Elektro: schutzbeschichtung. Es sollen über Variantenunter- I. LPH 1 bis 3 suchungen Möglichkeiten für eine alternative Kon- II. LPH 4 bis 9 (nach Baubeschluss) struktion und einen alternativen Scheibenaufbau un- • Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes mit Maßnahmenkatalog vor Denkmalhintergrund und tersucht werden, um die bauzeitlichen konstruktiven Abstimmung mit Denkmalpflege. Das FNH steht Mängel zu vermeiden. Die ursprüngliche Gestalt und zwar nicht unter Denkmalschutz, ist jedoch kon- das Tageslichtkonzept sollen grundsätzlich erhalten zeptionell wie ein Denkmal zu behandeln. bleiben. • Erarbeitung eines Konzepts zum Schutz des Be- Dachabdichtung, Gründächer, Lichtbänder mit Ver- standes vor Einflüssen während des Bauablaufs. glasung und RWA-Öffnungen im Dach sind also ins- Identifizierung gefährdeter Flächen und Bauteile gesamt zu erneuern, woraus sich Energieeinsparef- (innen/außen) wie Sichtbetonflächen, Pflaster, fekte durch verbesserte Dämmwerte ergeben sollen. Dachschmuck, Fahrstuhl, Treppen, Treppenwan- Dieser Bereich umfasst somit insbesondere Licht-, gen. Maßnahmen zur Vermeidung von Wasser- Verglasungs- und Fassadenplanung. schäden bei Dacharbeiten. Fassade: In einzelnen Bereichen der Sichtbetonfas- • Erarbeitung museales Betriebskonzept während sade sind Schäden durch Betonabplatzungen behut- Umbau mit Variantenuntersuchung für Schließ- sam zu sanieren oder zu konservieren. Zuvor ist zeiten in Abstimmung mit dem Museum als Nut- eine umfassende Zustands- und Schadenskartierung zer. der Fassade vorzunehmen, sowie ein Sanierungs- • Vollständiges Fördermittelmanagement. und Instandhaltungskonzept zu entwickeln. Das Wärmedämmverbundsystem des 2011 eröffneten Eingangspavillons ist zu sanieren. Kostenschätzung
Außenanlagen Die Außenanlagen von KGM und FNH bilden mit der KG FNH KGM Gesamt Architektur eine gestalterische Einheit und dürfen 200 10.000 € 250.000 € 260.000 € im Zuge der Baumaßnahme nicht beschädigt oder 300 1.100.000 € 585.000 € 1.685.000 € verändert werden. Ein Schutzkonzept ist im Zuge der 400 1.140.000 € 370.000 € 1.510.000 € Planung zu erarbeiten. Im Bogenraum der beim Bau des FNH wiederentdeckten Steinbrücke aus dem 17. 500 38.000 € 0 € 38.000 € Jahrhundert kommt es häufig zu Vandalismus. Es ist 700 550.000 € 225.000 € 775.000 € ein Konzept hierfür in Abstimmung mit dem Denk- Summe, netto 2.838.000 € 1.430.000 € 4.268.000 € malschutz zu entwickeln. Summe, brutto 3.377.220 € 1.701.700 € 5.078.920 €
Vorhandene Planungsgrundlagen • Vollständiges Brandschutzkonzept für Stand: 24.09.2026 FNH und KGM (Stand: 2026) • Vollständiges verformungsgerechtes 3D-Modell (Archicad, Version 27 oder Exportformate, Stand 2026) in Anlehnung an LOD 300, ohne TGA-In- stallation • Detailpläne FNH als digitalisierte bauzeitli- che Papierpläne • Tabellarischer Maßnahmenkatalog mit Kosten- schätzung (Stand: 2025) • Gutachten Schäden Sichtbeton FNH und WDVS an Eingangspavillon FNH (Stand: 2024, 2025) • Schadstoffgutachten Technikzen- trale KGM (Stand: 2026)
Planungsleistungen • Zweistufige Beauftragung der Generalplaner- leistung für die gesamte erforderliche Objekt- und Fachplanung, insbesondere Architektur,
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