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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG
STÄDTISCHES KLINIKUM DRESDEN FRIEDRICHSTADT
MITTELPARK
TEXTTEIL
Ergänzt durch: Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept mit Projektzielplan
AUFTRAGGEBER STÄDTISCHES KLINIKUM DRESDEN RESSORT TECHNIK UND WIRTSCHAFT ABT: BAU UND TECHNIK FRIEDRICHSTRASSE 41 01067 DRESDEN
DRESDEN, DEN 05.08.2026
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INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG ...................................................................................................................5 1.1 Vorwort ..........................................................................................................................5 1.2 Zielstellung, Aufbau, Methodik ...................................................................................5
2 QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND ..................................................................3
3 ALLGEMEINE ANGABEN ...............................................................................................5 3.1 Lage und Größe ...........................................................................................................5 3.2 Untersuchungsgebiet ..................................................................................................6 3.3 Besitzverhältnisse und Zugehörigkeiten .....................................................................7 3.4 Rechtliche Vorgaben ..................................................................................................7
4 HISTORISCHE ENTWICKLUNG .......................................................................................9 4.1 Kurfürstliches Vorwerk vor 1670 ..................................................................................9 4.2 Feudales Palais zwischen 1670 und 1735 ................................................................10 4.3 Der Brühlsche Rokokogarten von 1736 bis 1773 .....................................................13 4.4 Der Marcolini-Garten von 1774 bis 1845 .................................................................24 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945 .............................................................31 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025 .............................................................49
5 DARSTELLUNG, WERTUNG UND ZEITLICHE EINORDNUNG DES BESTANDES .............57 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen .............................................................................57 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen ..................................64 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur ......................................................................67 5.4 Wasserhaushalt und -anlagen .................................................................................73 5.5 Gehölze .......................................................................................................................75 5.6 Schmuckpflanzungen ...............................................................................................86 5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht ..............................87 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen ............................................................89 5.9 Ausstattung .................................................................................................................94 5.10 Nutzung .......................................................................................................................98 5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand .........................................100 5.12 Analyse und Bewertung der Barrierefreiheit .........................................................104
6 DENKMALBEWERTUNG .............................................................................................105
7 LEITBILD .....................................................................................................................107
8 MASSNAHMENKONZEPT ..........................................................................................111 8.1 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen ................................114 8.2 Wege und Platzflächen ..........................................................................................116 8.3 Wasseranlagen und -haushalt ...............................................................................119 8.4 Gehölze .....................................................................................................................121 8.5 Schmuckpflanzungen .............................................................................................126 8.6 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht ............................127 8.7 Kleinarchitekturen, Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen .........................128 8.8 Ausstattung und Einfriedungen ..............................................................................130 8.9 Nutzung .....................................................................................................................132
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9 KLIMAANPASSUNGS- UND INKLUSIONSKONZEPT ..................................................133 9.1 Klimarelevante Maßnahmen .................................................................................133 9.2 Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren ........................................................140
10 VERZEICHNISSE .........................................................................................................141 10.1 Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................141 10.2 Abbildungsverzeichnis .............................................................................................142 10.3 Verzeichnis der Luftbilder ........................................................................................151 10.4 Verzeichnis der Karten ............................................................................................151 10.5 Literaturverzeichnis .................................................................................................153 10.6 Zeitschriften, Zeitungsartikel, Sonstiges ..................................................................155 10.7 Verzeichnis der Gutachten, Protokolle, Rechtsquellen, Richtlinien ........................ und Normen und unveröffentlichte Literatur ........................................................155 10.8 Archive und Datenbanken ....................................................................................155 10.9 Mündliche und schriftliche Auskünfte ...................................................................156
ANHANG
11 GEHÖLZKATASTER ....................................................................................................161
12 BESTANDSDOKUMENTATION ...................................................................................173 12.1 Raumeindrücke und Hauptelemente ...................................................................173 12.2 Materialien und Ausstattung ..................................................................................217
13 HISTORISCHE ABBILDUNGEN ...................................................................................265 13.1 Ehrenhof ....................................................................................................................269 13.2 Mittelparterre ............................................................................................................307 13.3 Orangerieparterre ...................................................................................................373 13.4 Rosengarten .............................................................................................................391 13.5 Nordseite von Haus N, Haus S und Haus C ...........................................................395 13.6 Haupteinfahrt und Vorplätze von Haus B und Haus U ........................................403
14 LUFTBILDER ................................................................................................................409
15 KARTEN .....................................................................................................................425
16 ZEITLEISTE ...................................................................................................................455
17 SONSTIGER ANHANG ...............................................................................................457
18 PLÄNE ........................................................................................................................480
Hinweis zur Sprachform:
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird überwiegend auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet. Die Verwendung der männli- chen Form soll jedoch explizit als geschlechtsunabhängig verstanden werden und alle anderen Geschlechter mit einbeziehen.
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1 EINLEITUNG
1.1 Vorwort
Das Bearbeitungsgebiet umfasst einen Teilbereich des Friedrichstädter Krankenhausparks, der östlich der Dresdner Altstadt liegt. Die Anlage blickt auf eine wechselvolle Nutzungsgeschichte zurück und spiegelt unter anderem die Zeit rauschender Feste im 18. Jahrhundert wider, die im ehemaligen Sommerpalais im Stil des Barock und Rokoko stattfanden. Der Park ist dementsprechend stark von der Hofkultur des sächsischen Adels geprägt und vermittelt bis heute den gestalterischen Grundgedanken barocker Gartenkunst.
Zugleich erzählt die Anlage auch von der Entwicklungsgeschichte des Stadtkrankenhauses in der Friedrichstadt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Infolge zahlreicher baulicher Ergänzungen erlitt die ursprüngliche Gartenstruktur teilweise erhebliche Verluste, ohne jedoch ihre historischen Gestaltungs-grundlagen vollständig einzubüßen. In diesem Spannungsfeld zwischen höfischer Repräsentation und funktionaler Krankenhausnutzung lässt sich die Dresdner Stadtgeschichte bis heute im Bearbeitungsgebiet ablesen. Der Garten ist gemäß §2 Abs.1 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes (SächsDSchG) vom 3. März 1993 als Gartendenkmal innerhalb einer Sachgesamtheit ausgewiesen und steht seit 1931 als Kulturdenkmal unter gesetzlichem Schutz. Jegliche Eingriffe bedürfen daher der denkmalrechtlichen Genehmigung durch die zuständigen Behörden.
1.2 Zielstellung, Aufbau, Methodik
Die Bearbeitung der vorliegenden gartendenkmal- Erfassung pflegerischen Zielplanung fand zwischen November Historie und Bestand 2024 und Dezember 2025 statt und folgt den Analyse Vorgaben des FLL-Leistungskatalogs. Wie die Historie und Bestand Übersicht in Abbildung 1 verdeutlicht, wurden sowohl der Bestand und die historische Anlagenentwicklung Denkmalpflegerische Bewertung erfasst und analysiert. Dafür wurde eine Vermes- sungsgrundlage von 2017 durch eine Kartierung Leitbild und mit dem Hauptfokus auf den Vegetationsflächen Formulierung des Zielzustands unterfüttert. Die Anlagegenese stützt sich auf die Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur, Abb. 1: Methodische vgl. Kapitel 3. Des Weiteren wurden die Bestands- Kernpunkte der vorliegenden Arbeit nach FLL, Stand 2020
Verfasser, 2025.
1 Einleitung 1 1.1 Vorwort
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elemente entsprechend des FLL-Leistungskatalogs ausschließlich unter gartendenkmalpflegerischen Gesichtspunkten bewertet und zeitlich eingeordnet. Diese Erkenntnisse sind Grundlage des Leitbildes, um den dargestellten Zielzustand (vgl. Plan 4) zu erreichen. Daraus folgend wurde ein Erhaltungs- und Maßnahmenplan (vgl. Plan 5) erstellt, welcher das Maßnahmenkonzept (Kapitel 8) veranschaulicht.
Zusätzlich wurde eine Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand sowie der Barrierefreiheit vorgenommen. Zur Darstellung des Klimaanpassungs- und Inklusionskonzeptes (Kapitel 9) wurde Plan 6 erarbeitet. Dieser stellt die nötigen Maßnahmen dar, welche zum vom SKDF angestrebten Ergebnis führen, vgl. Projektzielplan Plan 7.
2 1 Einleitung 1.2 Zielstellung, Aufbau, Methodik
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2 QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND
Die vorliegende Untersuchung basiert auf einer Vielzahl von Quellen, die sowohl aktuelle als auch historische Informationen umfassen. Als grundlegende Plangrundlage diente eine Vermessungsgrundlage des Städtischen Klinikums Dresden Friedrichstadt (SKDF) aus dem Jahr 2007. Dieser Plan wurde durch eine aktuelle Bestandsaufnahme der Gehölze ergänzt, die im Jahr 2024 vom Verfasser durchgeführt wurde. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass der verwendete Bestandsplan keine aktuelle Vermessung darstellt. Dies zeigt sich exemplarisch an der Darstellung der Pflanzinseln innerhalb der Wasserbecken, deren tatsächliche Dimensionen – insbesondere die östlichen Inseln – von der kartographischen Darstellung abweichen und in Wirklichkeit größer sind als beispielsweise die im westlichen Becken. Keine Aussage bot die Datengrundlage u. a. zu Themen wie Fließrichtung und Gefälleneigung. Die Recherche wurde zudem durch mehrere Vorortbegehungen gestützt, an denen verschiedene fachkundige Personen beteiligt waren. Zu diesen zählten unter anderem die Gärtnerin Frau Schmidt, Frau Schwarz vom Landesamt für Denkmalpflege (LfD), Frau Binder, Herr Ziesche, Herr Hölzig, Frau Müller sowie Frau Hunger vom SKDF. Letztere stellte darüber hinaus umfangreiches fotografisches Material zur Verfügung, welches insbesondere für die Dokumentation des aktuellen Zustandes der Gartenanlage von großer Bedeutung war. Des Weiteren wurden historische Unterlagen wie jene zur Sanierung der Wasserbecken aus dem Jahr 1992 herangezogen, ebenso wie ein im Mai 2025 erstelltes Baumgutachten von Heike Unger, das sich mit dem Zustand der vier Gehölze innerhalb der Wasserbecken befasst. Für die historische Einordnung der Anlage wurden ergänzend Sekundärquellen ausgewertet. Hervorzuheben ist hierbei die Diplomarbeit von Knöfel aus dem Jahr 1999 sowie weitere schriftliche Arbeiten und interne Chroniken des Krankenhauses, die anlässlich von Jubiläen in 50-Jahres- Intervallen entstanden. Dabei wurde jedoch deutlich, dass der Gartenanlagen zumeist nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen wurde. Ebenso wurden Bestandspläne berücksichtigt, die im Kontext von Eigentumsübertragungen und zu Jubiläumsanlässen erstellt wurden.
Die Recherche fand maßgeblich in folgenden Archiven, Ämtern und Bibliotheken statt:
• Amt für Stadtplanung un Mobilität Dresden
2 Quellenlage und Forschungsstand 3
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• Digitales Bildarchiv des Bundesarchivs
• Deutsche Digitale Bibliothek
• Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg
• Deutsche Fotothek
• Dr. Carls Luftbilddatenbank
• Leibnitz-Institut für Länderkunde
• Landesarchiv NRW - Luftbilddatenbank
• Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
• Sächsisches Staatsarchiv Dresden
• SKDF Bauarchiv
• Stadtarchiv Dresden
• Städtische Galerie Dresden
• Verein der Freunde des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt
Die archivalische Quellenlage ist durch den Verlust zahlreicher Dokumente infolge der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg stark eingeschränkt. Insbesondere die Unterlagen Brühls im Schloss Pförten, Akten des Hochbau- und Stadtbauamtes, Denkmalakten sowie Dokumente des Stadtgesundheitsamtes sind nicht mehr existent. Diese Lücken erschwerten die historische Rekonstruktion erheblich. Unter anderem ließ sich nicht ergründen, wo das einst im Mittelpark aufgestellte Walther-Denkmal platziert war. Weitere Recherchen sind u. a. zur möglicher Weise noch deponierten Kunstaustattung nötig: Dazu zählt das von Johann Baptist Dorsch gefertigte Marcoliniwappen, welches zum zwischenzeitlichen Platzieren eines Reichsadlers im Ehrenhof abgehangen wurde. Des Weiteren ist nicht bekannt, ob der ehemalige Muschelaufsatz mit Voluten des Delphinbrunnens noch existiert und welche Kunstausstattung ursprünglich in den wandgebundenen Ädikulen auf der Südfassade des ehemaligen Palais Aufstellung fand. Nicht geklärt ist, ob die Bleiglasfenster an selbiger Fassade noch eingelagert sind und wo der ursprüngliche Standort der heute aufgestellten Hermen1, Prunkvase mit Henkel und Sandsteinfiguren war sowie ob die einst in der Haupteinfahrt aufgestellte Prunkvase noch existiert.
1 Eine Herme ist eine Pfeiler- oder Säulenform mit einem Bildnis am oberen Ende, in der Regel ein Kopf oder Büste (meist von Hermes oder anderen Gottheiten, Philosophen oder Persönlichkeiten), während der untere Teil unbearbeitet oder nur grob behauen ist und wie ein rechteckiger Block oder Pfeiler aussieht. Ursprünglich stammt die Form aus der griechischen Antike.
4 2 Quellenlage und Forschungsstand 1.2 Zielstellung, Aufbau, Methodik
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3 ALLGEMEINE ANGABEN
3.1 Lage und Größe
Das Bearbeitungsgebiet (BA) befindet sich westlich der Altstadt Dresdens, im Stadtteil Dresden-Friedrichstadt zwischen der Friedrich-, Wachsbleich- und Vorwerksstraße sowie der Bräuergasse. Die Friedrichstadt zeichnet sich durch eine starke Verflechtung von Stadt und Landschaft aus, weil die nördliche Grenze durch einen markanten Elbbogen gebildet wird. Die entlang des Elbbogens liegenden Elbwiesen bilden eine wichtige Grünverbindung im Stadtraum Dresdens. Das Stadtbild der Dresdner Friedrichstadt wird heute, in Folge massiver Kriegsschäden durch den Zweiten Weltkrieg, durch eine Mischung aus historischen und modernen Bauten geprägt. Die Friedrichstadt gliedert sich in folgende Bereiche:
• Historisches Zentrum der Friedrichstadt mit dem Bearbeitungsgebiet und Anschluss nach Osten zur touristisch stark erschlossenen Altstadt Dresdens
• Norden: Ostragehege mit Schlachthof, Elbwiesen und Flutrinne
• Süden: Bahnanlagen der Deutschen Bahn
• Westen: Alberthafen, Bienertsche Hafenmühle und weitere Industriestandorte
Bis heute sind die Straßenzüge und Platzstrukturen des 17. Jh. in der Stadtstruktur ablesbar. Vorrangig aus barocker Zeit stammen die reich durchgrünten Parzellen nördlich der Friedrichstraße. Südlich davon dominieren weitgehend geschlossene Gebäudezeilen und eher kleine, meist nur gering begrünte Innenhöfe. Dennoch weist die Friedrichstadt zumindest kleinflächige Grünräume auf. Dazu zählen die unweit des Projektgebiets liegenden Grünräume:
• Innerer Matthäusfriedhof
• Parkanlage Hohenthalplatz
• Alter Katholischer Friedhof
• Kleingartenanlage Menageriegarten e.V.
• Kleingartenanlage Magdeburger Straße e.V.
Mit rund 11 ha stellt das Grundstück des Friedrichstädter Krankenhauses die größte Grünanlage der Friedrichstadt dar und nimmt dadurch eine Sonderstellung ein. Das BA befindet sich im überschwemmungsgefährdeten
3 Allgemeine Angaben 5 3.1 Lage und Größe
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Gebiet der Elbe und Weißeritz.2
3.2 Untersuchungsgebiet Das Untersuchungsgebiet umfasst ca. 3 ha und befindet sich im nordöstlichen Teilbereich des Friedrichstädter Krankenhausparks. Es grenzt im Norden an die Friedrichstraße. Das BA umfasst das „grüne Herzstück“ des Krankenhausparks, das mittlere Gartenparterre, welches sich entlang der Hauptachse zwischen Palais und Neptunbrunnen erstreckt. Gegenstand der Betrachtung waren des Weiteren der Ehrenhof, die Haupteinfahrt östlich von Haus U sowie die Flächen südlich der ehemaligen Orangerie (Haus A-Ost) und die Gehölzfläche westlich des Rosengartens. Die Raumgrenzen werden überwiegend durch die angrenzenden Bauwerke definiert:
• Norden - Haus A
• Osten - Haus R
• Süden - Haus C, N und S
• Westen - Haus B, G, W und U
Abb. 2: Übersichtsplan des Friedrichstädter Krankenhauses mit Bearbeitungsgrenze in Blau Verfasser, 2025.
2 Bei einem HQ 100 (Elbpegel 924 cm) ist das Gebiet noch nicht von Hochwasser betroffen. Die nördlich angrenzende Friedrichstraße wäre ab einem Elbepegel ab 950 cm überflutet, das Marcolinipalais ab einem Elbepegel von 965 cm. (www.themenstadtplan.dresden.de, Abfrage 9.05.2025.)
6 3 Allgemeine Angaben 3.2 Untersuchungsgebiet
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3.3 Besitzverhältnisse und Zugehörigkeiten
Laut Flächennutzungsplan von 2020 ist das Krankenhausgelände als Gemeinbedarfsfläche für gesundheitliche Zwecke ausgewiesen.3 Das Grundstück ist Eigentum der Landeshauptstadt Dresden, worüber dem SKDF eine langfristige Verfügungsberechtigung vorliegt. Bei dem Bearbeitungsgebiet handelt es sich um ein Teilflurstück von 216/4. Das Städtische Krankenhaus Dresden Friedrichstadt (SKDF) verfügt über eine eigene Bauabteilung und übernimmt u. a. den Unterhalt der Gartenanlage mit eigenem Gärtnerpersonal.
3.4 Rechtliche Vorgaben
Das Kulturdenkmal Stadtkrankenhaus Friedrichstadt (Nr. 09305645) ist mit besonderer baugeschichtlicher, geschichtlicher und künstlerischer Bedeutung als Sachgesamtheit nach § 2 Absatz 1 SächsDSchG vom 3. März 1993 ausgewiesen und umfasst zahlreiche (Einzel-) Denkmale. Das Bearbeitungs- gebiet besitzt das Ausweisungsmerkmal „Gartendenkmal“, vgl. S. 457. Laut § 8 des SächsDSchG besteht eine Erhaltungspflicht der Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen. Eingriffe in das Bearbeitungsgebiet bedürfen der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung durch die zuständigen Denkmalbehörden. Die vorliegende gartendenkmalpflegerische Zielplanung bildet die Grundlage für zukünftige Entscheidungsprozesse und legt ausschließlich die Belange aus Sicht der Gartendenkmalpflege dar. Im Rahmen dieser Arbeit bleiben jene weiteren wichtigen Aspekte, die für die Pflege und Unterhaltung eines Krankenhausparks relevant sind, wie u. a. wirtschaftliche, medizinfachspezifische sowie naturschutzfachliche Themen, unberücksichtigt. Im Bearbeitungsgebiet befinden sich keine Naturdenkmale oder Naturschutz-gebiete nach Naturschutzrecht.4 Für sich gesondert steht der Artenschutz, welcher bundesweit und auch außerhalb von Schutzgebieten besteht; weitere Hinweise vgl. S. 458. Ausführungen zur Klassifizierung laut Flächennutzungsplan siehe Kapitel 3.3 und zur Hochwassergefährdung vgl. S. 5.
Gesondert betrachtet wurden Klimaschutz- und Klimaanpassungsfragen sowie Aspekte der Barrierefreiheit, vgl. Kapitel 9.
3 Flächennutzungsplan Dresden, 2020: online unter: https://stadtplan.dresden.de/?permalink=IygcN9b, Zugriff: 1.10.2024. 4 Die nächstgelegenen Schutzgebiete sind eine als Naturdenkmal ausgewiesene Platanen-Allee auf der Bremer Straße (ca. 700 m) sowie die als Landschaftsschutzgebiet klassifizierten Elbwiesen und -altarme. (Karte mit Schutzgebieten: online unter: https://stadtplan. dresden.de/?permalink=IygcN9b, Zugriff: 1.10.2024.)
3 Allgemeine Angaben 7 3.3 Besitzverhältnisse und Zugehörigkeiten
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4 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
Im Folgenden wird die chronologische Entwicklung des Bearbeitungsgebiets geschildert. Die Entwicklung wird in sechs Zeitphasen untergliedert, die sich u. a. durch die jeweiligen Besitzerwechsel ergeben:
• Kurfürstliches Vorwerk vor 1670
• Feudales Palais zwischen 1670 und 1735 (Phase 0)
• Der Brühlsche Rokokogarten von 1736 bis 1773 (Phase 1 in Anlagengenetischer Karte)
• Der Marcolini-Garten von 1774 bis 1845 (Phase 2 in Anlagengenetischer Karte)
• Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945 (Phase 3 in Anlagengenetischer Karte)
• Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025 (Phase 4 in Anlagengenetischer Karte)
In der folgenden Beschreibung der Entwicklungsgeschichte sind die beschriebenen Elemente mit Unterstreichungen wie folgt konnotiert:
• Realisierung belegt, jedoch nicht mehr erhalten
• noch erhalten
• teilweise noch erhalten
• (TEILWEISE) WIEDER HERGESTELLT
4.1 Kurfürstliches Vorwerk vor 1670
Das einst landwirtschaftlich geprägte Gebiet der heutigen Friedrichstadt im Westen der Dresdner Altstadt wurde ursprünglich kleinteilig von Bauern bewirtschaftet. Als Kurfürst August5 (1526-1586) im Jahr 1569 eine Musterwirtschaft mit Vorwerk, Feldern und Wiesen auf 14 Äckern6Land errichtete, entschädigte er zuvor die ansässigen Bauern des Dorfes Ostra.7Diese wurden nach Zschertnitz bzw. Ostra-Gasse umgesiedelt.8
Das „Churfürstliche Vorwerk [...] ist vom Churfürste August, zum Vergnügen seiner Dänischen Gemahlin Anna, die sich so gern mit der Landwirtschaft unterhielt, angelegt worden.“9, „[...] es wurde hauptsächlich als kurfürstliches Küchengut
5 Weitere Informationen zu KURFÜRST AUGUST von Sachsen vgl. S. 459. 6 14 Acker betragen umgerechnet knapp 8 ha (Alte Maßeinheiten: www.daniel-stieger.ch/masseinheiten.htm, Abruf: 1.11.2024). 7 POHLE 1985, S. 1. 8 KUNZE, P. 1999, S. 7. 9 DASSDORF 1782, S. 113.
4 Historische Entwicklung 9 4.1 Kurfürstliches Vorwerk vor 1670
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benutzt, hatte einen besonders großen Viehbestand, auch wird ein Fasanenhaus, ein Hirschgarten, eine Maulbeerplantage neben den ausgedehnten Feldern, Wiesen und Gartenanlagen erwähnt.“10
4.2 Feudales Palais zwischen 1670 und 1735
Unter Kurfürsten Johann Georg II (1613-1680) kam es nach den Planungen des sog. Patents von 1670 zur Neugestaltung der Friedrichstadt (vgl. Karte 1, S. 425).Im Zuge dessen wurden preisgünstige Parzellen ausgewiesen, um die Ansiedlung von Handwerkern und Dienstleuten zu fördern. Allerdings kauften vorrangig vermögende Bürger und Adlige die Grundstücke.Sie legten Obstgärten an und bauten hölzerne Sommerhäuser und Lauben.Zusätzlich zu diesen Privatbauten entstanden 1692 die kurfürstliche Salpeterhütte, 1696 ein Geflügelhof (Menagerie) und ein Hirschgarten, 1718 die Wachsbleiche und 1721 der katholische Friedhof.11
Auch auf dem Gelände des heutigen Friedrichstädter Krankenhauses befanden sich zu dieser Zeit schmale Parzellen, auf denen häufige Besitzerwechsel zu verzeichnen waren.
Einer dieser Besitzer war Herzog von Weißenfels (L. D. n. b.), welcher später auch angrenzende Grundstücke aufkaufte.12 Darauf legte er verschiedene Gebäude, Lustgärten mit Statuen, Küchengärten und Obstplantagen an.13Im Jahr 1691 verkaufte Weißenfels einen Großteil der Grundstücke an den Kammer- und Bergrat Schönberg (L. D. n. b.). Er verpachtete sie an Frau von Neitschütz, welche den sog. „Schönbergschen Garten“ weiter gestaltete. Reichsgraf Ernst Christoph von Manteuffel (1676-1749) kaufte 1717 ein zusammengelegtes Grundstück an der Ostraer Gasse, heute Friedrichstraße (von drei Besitzern), welches einen Teil des heutigen Krankenhausgeländes betraf.14 Das Nachbargrundstück kaufte seine Gemahlin samt Malz- und Braurecht. Darauf ließ sie ein repräsentatives Wohnhaus mit großem und besonders reich ausgestattetem Lustgarten errichten:
„Er war mit den schönsten Anlagen, Gewächs- und Lusthäusern ausgestattet, war wohl gepflegt, vorn und hinten mit einer Mauer von Grundstücken umschlossen, mit vier eichernen Thoren und mit grün-weisser Oelfarbe angestrichenen Stacketen, an der Seite mit gewöhnlicher Vermachung, verwahrt.“15
10 FIEDLER 1899, S. 31. 11 BECHTER 2007, S. 1. 12 Kunze, P. 1999, S. 7. 13 KNÖFEL 1999, S. 11. 14 HStA DD: 10036 Finanzarchiv, Loc. 37283, Rep. XXII Dresden, Nur. 100, Acta, Die Erkauffung des Gräffl. Manteuffelischen Hauses am Churfl. Stalle, nebst dem Garten zu Ostra betr. Ao. 1725.fol. 15. 15 FIEDLER 1899, S. 37.
10 4 Historische Entwicklung 4.2 Feudales Palais zwischen 1670 und 1735
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Im Jahr 1725 kaufte August der Starke (1670-1733) das Brauhaus sowie den Lustgarten.16Das im ein Jahr zuvor angelegte Inventarium zählt folgendes auf: ein Treibhaus, einen Küchengarten mit Franz-bäumen17 und Lustgarten mit 30 pyramidenförmigen Taxusschnittbäumen, Baumschulen, zwei Teiche, Fontänen, Orangerien, Eisgruben, Marmorbassins und zahlreiche Statuen. In der Orangerie zählte man über 100 Bäume und im Garten befand sich eine lange Allee von Quittenbäumen. Außerdem gab es viele Pfirsich- und Aprikosenbäume sowie „beste Arten fremder Weinstöcke“. Im Hof stand eine Herkulesstatue aus Stein.18 Das 250 Meter breite und 170 Meter tiefe Grundstück war von einer 2,3 m hohen Sandsteinmauer umgeben.19
Kurz nach dem Kauf teilte August der Starke das Grundstück, um einen Bereich zu veräußern, das Brauhausgrundstück behielt er jedoch. Von Letzterem versprach er sich hohe Gewinne. Das Gartengrundstück schenkte er Herzog Friedrich Ludwig zu Württemberg (1690-1734) bzw. dessen Gemahlin Ursula Katharina Lubomirska (Fürstin von Teschen, 1680-1743), einer Mätresse August des Starken und Mutter einer seiner Söhne. Am Standort des heutigen Mittelbaus von Haus A ließ sie 1727 ein Sommerpalais errichten (vgl. Karte 2, S. 425).20 Es war ein für die damalige Zeit sehr sehr modernes „maison de plaisance“.21 Dafür beauftragte sie den Architekten Johann Christoph Naumann22 (1664-1742). Von diesem Bau sind bis heute die achteckige Erdgeschosshalle und der Festsaal erhalten. Bereits auf diese Zeit geht der grundlegende Aufbau des Hauptzugangs zurück, weil dieser von Naumann als „cour d’honneur“ - als Ehrenhof - angelegt wurde.23 Seinen Entwürfen zu Folge wurde der Ehrenhof an den nicht durch Gebäude begrenzten Seiten von einem Gitter eingehegt. Das Palais wies im Vergleich zu heute gering vorspringende Seitenrisalite zur Hof- und Gartenseite auf, war jedoch mit einem konvexen Mittelrisalit bereits deutlich zur Gartenseite hin orientiert.
Auch die bis heute raumgliedernden Lindenalleen ließ sie in dem sich südlich anschließenden, großzügigen Barockgarten anpflanzen.24 Nachweisbar sind laut Karte von 1729 die westliche Allee, welche bis zum heutigen Gebäudeflügel Haus A-West heranführte sowie die südliche Querreihe aus Linden, welche in Teilen 16 KUNZE, P. 1999, S. 7. 17 Franz-Bäume sind zwergwüchsige Obstbäume. 18 FIEDLER 1899, S. 37. 19 HStA DD: 10036 Finanzarchiv, Loc. 37283, Rep. XXII Dresden, Nur. 100, Acta, Die Erkauffung des Gräffl. Manteuffelischen Hauses am Churfl. Stalle, nebst dem Garten zu Ostra betr. Ao. 1725, fol. 9-13 sowie 43-46. 20 BECHTER 2007, S. 3. 21 Französisch für Lustschloss/Lusthaus welches dem Vergnügen zumeist fürstlicher Bauherren diente 22 Weitere Informationen zu NAUMANN vgl. S. 460. 23 Der im französischen Schlossbau der Renaissance entwickelte Empfangshof ist ein typisches Element symmetrisch angelegter Barockanlagen und wird von drei Seiten durch Gebäude umschlossen. Die vierte Seite wird häufig von einem Gitter oder einer Mauer begrenzt, in deren Mitte sich die Zufahrt befindet. Übergeordnetes Vorbild ist für diese Bauweise das Schloss Versailles. 24 KNÖFEL 1999, S. 12.
4 Historische Entwicklung 11 4.2 Feudales Palais zwischen 1670 und 1735
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noch nördlich des Rosengartens erhalten geblieben ist (vgl. Überlagerung der Karte von 1729). In der Überlagerung lässt sich ebenso ablesen, dass die nördliche Grenze des Mittelparterres (Übergang Asphalt zu Pflasterfläche) auf den Zustand von um 1729 zurückgeht. Der durch den Abstand von Palais zu Parterre entstandene ruhige Vorplatz unterstrich die Wirkung der Architektur.
August der Starke veranlasste eine Regularität für die wachsende Friedrichstädter Vorstadt. Ingenieur-Hauptmann Christian Friedrich Erndl erstellte daraufhin einen Bebauungsplan mit einem gleichmäßigen Straßenraster, welches bis heute ablesbar ist.25 An diesem Raster richtete sich auch die Mittelachse des Gartens und Palais aus. Die noch heute weitgehend erhaltene Mittelachse führte um 1728 südlich der verlängerten Seminarstraße, im Vergleich zum nördlichen Abschnitt, knapp drei Mal so breit weiter.
Fast zeitgleich mit dem Bau des Palais fand im Jahr 1728 die Grundsteinlegung für die westlich vom Palais gelegene barocke Mattheuskirche mit dazugehörigem Friedhof statt.26 Auf der selben Straßenflucht waren entlang der heutigen Friedrichstraße östlich und westlich des Ehrenhofs je ein Nebengebäude angeordnet. Die Gebäude schlossen jedoch noch nicht die gesamte Straßenflucht, wie es heute durch den später erbauten Orangeriebau der Fall ist. Vielmehr übernahm um 1729 eine Baumreihe diese Funktion einer durchgehenden Raumkante.
Was zeugt bis heute von dieser Zeitschicht 1670 bis 1735?
• Teile von Haus A mit Ehrenhof
• Mittelachse des Mittelparks
• Westliche Raumkante durch Lindenallee
• Querweg nördlich des Rosengartens mit Lindenreihe
• Gebäudeflucht entlang der Friedrichstraße
• Straßenraster der Friedrichstadt
25 BECHTER 2007, S. 1. 26 https://web.archive.org/web/20220526213446/http://www.dresdner-stadtteile.de/Zentrum/Friedrichstadt/Strassen_ Friedrichstadt/Friedrichstrasse/Matthauskirche/matthauskirche.html, , ABRUF 1.03.2025.
12 4 Historische Entwicklung 4.2 Feudales Palais zwischen 1670 und 1735
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4.3 Der Brühlsche Rokokogarten von 1736 bis 1773
Das in Besitz von August dem Starken verbliebene Brauhausgrundstück wurde nach dessen Tod von seinem Sohn an Graf Heinrich von Brühl27 (1700–1763) veräußert. Bis ins Jahr 1880 befand sich auf dem Grundstück ein gut besuchtes Restaurant.28 Brühl erwarb darüber hinaus auch das Gartengrundstück, das ursprünglich von Fürstin Lubomirska gestaltet worden war. Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1734 ging das Areal in Brühls Besitz über.29 Er vereinte die beiden angrenzenden Grundstücke und ließ sie zu einem repräsentativen Sommersitz ausbauen (vgl. Karte 3, S. 427).
Die baulichen Maßnahmen, die Brühl ab den 1730er Jahren in Angriff nahm, waren ebenso umfangreich wie kostspielig: Insgesamt investierte er etwa 100.000 Taler30 in die Umgestaltung des Areals.31 Die Arbeiten erfolgten unter Leitung seines Hausarchitekten Johann Christoph Knöffel32 (1686–1752) im Stil des Rokoko, mit dem Ziel, Architektur und Garten in ein enges gestalterisches Verhältnis zu setzen. Die bestehende Bausubstanz, insbesondere das von Johann Christoph Naumann (1664–1742) entworfene Palais aus dem Jahr 1728, wurde nicht abgerissen, sondern um zwei Hofflügel erweitert. Zudem entstanden unter Knöffels Leitung zwei bis heute erhaltene Seitengebäude, eine Orangerie, ein Wintergarten mit einem Porzellanbassin sowie ein Gewächshaus.
Abb. 3: Grundstückserweiterungen in den Jahren 1742 und 1743 durch Brühl
Verfasser LA, September 2025 auf Grundlage von Abb. 9 Diplomarbeit Knöfel, 1999.
27 Weitere Informationen zu BRÜHL vgl. S. 458. 28 KUNZE, P. 1999, S. 8. 29 FISCHER 1984, S. 11. 30 1 Taler entspricht ca. 65 €. Umgerechnet investierte Brühl ca. 6,5 Mio. €. (Umrechner historischer Münzen: https://de.ucoin.net/coin/saxony-1-thaler-1830/?cid=90538, Abruf 1.11.2024) 31 KNÖFEL, 1999, S. 12. 32 Weitere Informationen zu KNÖFFEL vgl. S. 460.
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Im Jahr 1742 erwarb Brühl zusätzliche südlich angrenzende Flächen, 1743 folgten westlich gelegene Flurstücke. Damit erreichte das Grundstück seine endgültige Ausdehnung, vgl. Abb. 3. Diese Erweiterungen stellten Knöffel vor die gestalterische Herausforderung, die sichtbaren Grundstücksgrenzen der ehemals eigenständigen Parzellen gestalterisch zu überblenden. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es hierzu:
„Die Abschließung des Hauptparterres entsprang der Forderung, von den ursprünglich auf zwei Seiten unmittelbar anschließenden Grundstücksgrenzen nichts spüren zu lassen. Da bei der Erweiterung die einmal geschaffenen Anlagen natürlich nicht wieder zerstört werden sollten, ergab sich eine gewisse Selbstständigkeit der einzelnen Teile, die aber durch zahlreiche Querverbindungen geschickt miteinander verknüpft wurden.“33 So entstand eine übergeordnete gartenkünstlerische Gesamtanlage mit klarer geometrischer Struktur und symmetrisch gegliederten Gartenräumen. Zentrales Element war die bis heute in großen Teilen erhaltene Hauptachse, die sich vom Palais – einem prächtigen Lusthaus im Sinne einer „maison de plaisance“ – bis zum monumentalen Neptunbrunnen34 erstreckte (heute durch Haus N unterbrochen).35 Letzterer wurde aus Sandstein gefertigt, misst etwa 40 Meter in der Breite und markierte damals wie heute den gestalterischen und topografischen Höhepunkt im Süden der Anlage.
Die ursprüngliche Gestaltung der Gartenanlage erfolgte nach Plänen Knöffels, die bauliche Ausführung übernahm vermutlich der Baumeister Zacharias Longuelune.36 Typisch für die Gartenkunst des Rokoko war die Vielfalt an Gartenerlebnissen, die durch eine abwechslungsreiche Abfolge von Räumen, Sichtachsen und Überraschungsmomenten erzielt wurde, vgl. Abb. 4. So existierten insgesamt drei nahezu ebenbürtige Parterres, wobei das mittlere durch die starke Geste des Neptunbrunnens hervorgehoben wurde. Eine zweite (das Bearbeitsungsgebiet betreffende) bedeutende Sichtachse verlief parallel zur Hauptachse im Osten des Gartens: Sie begann an der Orangerie und endete an einem Kegelspiel, bei dem vermutlich eine Statue als „Point de vue“37 fungierte und in ein Boskett38 integriert war (vgl. Karte 3, S. 427).
Die Anlage war zudem durchzogen von einer Vielzahl architektonischer und gartenkünstlerischer Elemente, darunter Pavillons, ein Theater, Lustplätze, Brunnen, Fontänen, Kaskaden, Spielanlagen, ein Irrgarten und eine Vielzahl von
33 HENTSCHEL, VERFASSER 1973, S. 105. 34 Barockbrunnen von Lorenzo Mattielli nach Entwürfen von Zacharias Longuelune von 1746. (FISCHER 1884, S. 12.) 35 BECHTER 2007, S. 32F. 36 KNÖEL1999, S. 15. 37 Definiton Point de vue: frz. „Blickpunkt“, markanter Blickpunkt in einer Haupt- oder Nebenachse des Gartens. 38 Definition Boskett: „Lustwäldchen“ aus einer Gruppe Büsche und/oder Bäume.
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Treillagen39. Diese reiche Ausstattung ist heute jedoch nur noch in Teilen überliefert.
Abb. 4: Barockgeprägte Raumabfolge des Gesamtensembles
Verfasser LA, September 2025 auf Plangrundlage STA DD: Ratsarchiv b XII 123, S. 33, o. J., um 1840.
Obwohl ab 1754 erste Pläne für einen vollständigen Neubau des Palais entstanden – unter anderem nach Entwürfen des Architekten Giovanni Niccolò Servandoni, die sich stark an dem französischen Schloss Vaux-le-Vicomte orientierten – wurde diese Planung nicht mehr realisiert. Die Entwürfe zeigten ein stark bewegtes Grundrisskonzept und reflektierten die Idee eines klassischen Lustschlosses („maison de plaisance“) des französischen Barock. Bereits 1754 galt das bestehende Palais als veraltet, doch es blieb beim Ausbau der bestehenden Anlage.40
Die Innenräume des Palais waren äußerst prachtvoll ausgestattet, was dem Repräsentationsanspruch Brühls ebenso entsprach wie der Anlage des Gartens, der in zeitgenössischen Quellen als die größte und kostbarste Gartenanlage Sachsens seiner Zeit beschrieben wurde.41
39 Bewachsene Gitterkonstruktion, wie z. B. bei Laubengängen. 40 BECHTER 2007, S. 32F. 41 FISCHER 1884, S. 10-12.
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Der Ehrenhof („cour d'honneur“), der repräsentative Auftakt und Hauptzugang zum Palais, befand sich an der ehemaligen Brückenstraße, heutige Friedrichstraße. Dieser wurde durch einen zurückgesetzten Mittelbau sowie die Seitenflügel des Palais (heute Haus A) gebildet. Geplant war im Jahr 1745, dass der Innenhof über drei Eingänge zugänglich sein sollte, zusätzlich zu einem Eingang an den Seitenflügeln. Es ist jedoch nicht dokumentiert, ob diese Eingänge tatsächlich entsprechend der ursprünglichen Planung ausgeführt wurden (vgl. Abb. 189, S. 269). Der Ehrenhof war spätestens ab etwa 1740 durch eine übermannshohe Mauer nach Norden hin abgeschlossen (vgl. Karte 3, S. 427). Diese Mauer war mit zwei hohen Torpfleilern versehen, auf denen "lebhaft bewegte Trophäen, Helme, Panzer und allerlei Kriegsgerät"42 standen, die vermutlich auf Gottfried Knöffler zurückgehen (vgl. Abb. 190, S. 271).Der Hauptzugang zum Palais befand sich auf der Mittelachse des Ehrenhofs, wobei der Brunnen kein Bestandteil des ursprünglichen Entwurfs war. Der sich dort heute befindliche Delphinbrunnen, dessen erhaltenes Sandsteinrelief möglicherweise auf Johann Gottfried Knöffler zurückgeht, ist eines der wenigen Zeugnisse aus der Brühlschen Zeit. Der Brunnen zeigt zwei Kinder mit einem wasserspeienden Delphin – eines kniend mit erhobenem Arm, das andere schlafend angelehnt.43
Mittig im Palais befindet sich bis heute ein oktogonaler Gartensaal, ein lichtdurchfluteter Raum, der sich zur Gartenseite öffnet und damit eine enge Beziehung zwischen Garten und Architektur herstellt (vgl. Abb. 189, S. 269).44 Zusätzlich gab es zwei Nebeneingänge an der Nordfassade des Palais (vgl. Abb. 188, S. 269).
Ab dem Jahr 1754 sind rechteckig gestaltete Vorplätze beidseits des Palais nachweisbar, die möglicherweise als Spielplätze gedacht waren, ähnlich dem Garten des Palais Moszinska in Dresden. Es könnte sich dabei um Flächen gehandelt haben, die mit Schaukeln ausgestattet waren, um den Nutzern eine Möglichkeit zur Erholung und Unterhaltung zu bieten.45
Die erwähnte Mittelachse des Mittelparterres vom Palais bis zum Neptunbrunnen bildet bis heute eine der zentralen Achsen des Gartens und war in einer Abfolge von zwei etwa gleichgroßen Bereichen mit unterschiedlicher Raumwirkung un- terteilt. Deren Gestaltung griff typische Elemente der barocken Gartengestal- tung auf, wie dem Vorrang der Natur vor der Kunst, deutlich erkennbar etwa in den begrünten Pavillons. Als prägendes Stilmittel wurde des Weiteren eine Drei-
42 GURLITT 1903, S. 575 F. 43 GURLITT 1903, S. 578. 44 Der Festsaal des Palais (heute Mittelbau Haus A) ist der einzige bis heute erhaltene Barocksaal Dresdens aus der Brühlschen Zeit. 45 BECHTER 1007, S. 17
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fach-Abstufung von Licht und Schatten genutzt. Im nördlichen Bereich, dem Wasserparterre, erlaubte eine tendenziell niedrige Gartengestaltung viel Lichtein- fall u. a. um das Palais in seiner Wirkung zu betonen. Im Übergangsbereich bo- ten zahlreiche Laubengänge Halbschatten und die Boskettzone mit Hochwald im südlichen Abschnitt sorgte für kühlenden Schatten. Diese Form der Lichtregulie- rung unterstrich die szenische Gestaltungsabfolge, welche typisch für barocke Parkanlagen ist.
Ein weiteres gestalterisches Ziel war, den Garten größer erscheinen zu lassen, als er in Wirklichkeit war. Dies wurde durch Boskettzonen und Hecken erreicht, wel- che die Sicht unterbrachen und so größere Dimensionen vermuten ließen. Auch die Proportionslehre wurde angewendet: Das Parterre wurde um ein Drittel bzw. bis teilweise um die Hälfte länger als breit angelegt, was u. a. die Zierbeete lang- gestreckter und damit angenehmer für das Auge erscheinen ließ. Die Zonierung des Gartens folgte einer klaren Hierarchie: Die prächtigsten Beete befanden sich in unmittelbarer Nähe zum Palais und luden mit ihrer flachen Parterre-Zone eher zum Promenieren ein. Es schlossen sich halb-schattige Bereiche an, welche zum intimen Verweilen einluden und Räume mit z. B. Sitznischen für private Ge- spräche boten. Das durch den monumentalen Neptunbrunnen gebildete südli- che Ende der Mittelachse erinnert an den ersten Musterplan aus „La Théorie et la Pratique du Jardinage“ von Antoine Joseph Dezallier d'Argenville von 1709. Ebenso zitiert die Anordnung der Hochwaldzone im Süden mit diagonalen Ach- sen diesen Musterplan (vgl. Karte 3, S. 427). Die Begrenzung des Parterres erfolg- te durch Lindenalleen, die das Parterre symmetrisch im Osten und Westen flan- kierten.
Die Hauptachse wurde von vier größeren Wegen gekreuzt, welche an den Bos- kettdurchbrüchen mit beidseitigem Skulpturenschmuck akzentuiert wurden. Diese Querwege und die umgebenden Boskettflächen schufen sowohl visuelle als auch funktionale Verbindungen innerhalb des Gartens. Sie waren auffallend breit angelegt und erstreckten sich über die gesamte Breitenausdehnung des Gartens. Jene Querverbindung in Verlängerung der heutigen Seminarstraße war besonders breit ausgeführt.
Die Rasenparterre waren in schwungvollen Formen angelegt, die großzügig und edel wirkten. Die Unterteilung innerhalb dieser Parterres erfolgte durch niedrige Hecken in Volutenform als Doppelkontur, die häufig als Buchsschnitthecken („haies de buis“) ausgeführt waren. Das Parterre war als "Parterre à l'Anglaise"46
46 Weitere Informationen zu Parterregestaltungsformen vgl. S. 464.
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gestaltet, um die gewünschte repräsentative Gesamtwirkung zu erzeugen (vgl. Karte 4, S. 427).
Ein auffälliges Element der Gestaltung ab 1746 war die Verlagerung der Spielbe- reiche in den zentralen Bereich des Gartens, ähnlich wie in Pillnitz. Spiel- und Schießeinrichtungen wurden nicht mehr in die Randbereiche des Gartens ver- legt, wie etwa in Nymphenburg, sondern in den Hauptbereich integriert (vgl. Karte 4, S. 427). Der Park diente damit vorrangig dem Ziel der Unterhaltung, dem Spiel und Spaß, was im Sächsischen Rokoko nicht selten u. a. für Veranstaltun- gen wie das Nachtschießen genutzt wurde. Bei der Gestaltung der Spielberei- che wurde nicht an Symbolik gespart. So wurden u. a. ikonografische und geo- metrische Formen auf den Schießscheiben abgebildet, um Elemente wie den Tierkreis, die Tugenden und Emblemata darzustellen. Eingebettet war der Schießstand in ein Wasserparterre („miroirs d’eau“), welches das Element Wasser als Sinnbild des Lebens aufgriff. Um 1746 war es von Nadelgehölzen umgeben, worin zahlreiche eckige Sitznischen eingelassen waren. An den Ecken des Par- terres befanden sich halbrunde Sitznischen. Die Wasserbecken wurden weniger als Spiegel für die Palaisfassade, sondern mit ihren zahlreichen Fontänen viel- mehr zur Reflexion des Lichtes und Erhellung des Parterres genutzt.
Krubsacius beschreibt in seinem Artikel „Wasserstück“ den Grundaufbau derartiger Anlagen:
„[…] aus lauter kleinen eingefaßten und wohl geschweiften in einander geschlungenen, und mit Rasen, Buchsbaum und ausgestreutem Sande verzierten Bächelchen und Springwassern besteht, die man als Luststücke in die großen Freyplätze“ [legt].47 Diese Gestaltungselemente verdeutlichten die hohe Bedeutung der Wasserspie- le in der Gartenkunst des Barock, wofür keine Kosten und Mühen gescheut wur- den. Die Wasserversorgung des Gartens wurde mit technischen Raffinessen über ein 1746 errichtetes Wasserhaus in Löbtau sichergestellt, welches die technische Grundlage für den Betrieb der zahlreichen Wasseranlagen bildete.48 Die größe- ren Kompartimente des Mittelparterres wurden durch zwei Bassins, jedes mit ei- nem Springstrahl, geziert. Entlang der Mittelachse verliefen schmale Wasserbe- cken, die mit jeweils einer Reihe aus 12 kleineren Fontänen geschmückt waren. Diese Wasserbecken wurden ähnlich denen im Barockgarten Großsedlitz (Sach- sen) angelegt. Im Bereich der Laubengänge und Cabinette befanden sich de- korative Elemente wie Fresco-Malereien von Torelli und Palco und Skulpturen in den Heckenwänden, die typisch für die barocke Gartenkunst waren. Die He-
47 KRUBSACIUS 1760, SP. 1641. 48 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LOC. 1402, BRIEF NR. 46, 17.07.1748.
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cken, meist aus Buchen (Fagus sylvatica), bildeten nicht nur eine grüne Kulisse und Hintergrund für die Kunstausstattung, sondern auch eine visuelle Abgren- zung, die den Garten noch geheimnisvoller und größer erscheinen ließen. Die Beurteilung des Gartens aus der Sicht eines Besuchers wird durch die Worte ei- nes Zeitzeugens eindrucksvoll untermauert:
„Bei dem Austritt aus dem Palais in den Garten, ist ein sehr großes, mit Statuen und Arkaden von schönen Hecken umgebenes Parterre, von welchem nach allen Sei- ten schattenreiche Alleen von Linden öffnen. Überall findet das Auge eine ange- nehme Mannigfaltigkeit.“49 Die heutige Prunkvase (vgl. S. 91), die sich nördlich des Rondells befindet, war ur- sprünglich in einer Nische einer Heckenwand, die das Parterre umschloss, ge- plant. In der Heckenwand waren zudem Sitzbänke aus Stein ohne Rückenlehne aufgestellt, die 1754 in Heckennischen platziert wurden (vgl. Abb. 227, S. 307).50 Im Süden des nördlichen Parterreabschnitts fanden sich die erwähnten begrün- ten Pavillons, die jeweils von zwei Statuen flankiert wurden und zum dichter be- grünten Boskett im Süden überleiteten.51 Im südlichen Bereich führten zwei Wege parallel zur Mittelachse zu einem ovalen und einem rechteckigen Parterre, die durch diagonale Wege ergänzt wurden (vgl. Abb. 228, S. 307).
Bereits um 1740 war die Orangerie im Osten der Gartenanlage kartographisch erfasst und nahm eine entscheidende Bedeutung für die Gestaltung des südlichen Areals ein (vgl. Karte 3, S. 427).52 Sie bildete zusammen mit dem unmittelbar südlich vorgelagerten Orangerieparterre ein repräsentatives Ensemble, das sich deutlich an französischen Vorbildern, insbesondere dem „Parterre du Midi“ des Schlosses von Versailles um 1690, orientierte.
Das Parterre war durch symmetrisch angelegte Rasenspiegel mit Wasserbecken gegliedert. Die Rasenkompartimente wirkten dabei als beruhigendes Gestaltungselement im Kontrast zur Vielzahl exotischer Kübelpflanzen. Diese waren U-förmig in vier Reihen aufgestellt – in Anlehnung an die versaillessche Vorlage –, wobei zwischen den einzelnen Pflanzen ausreichend Abstand eingehalten wurde, um gegenseitige Verschattung zu vermeiden. Insgesamt wurden etwa 230 Kübel gezählt. Die Kübel selbst waren blau-weiß gestrichen, was ihre dekorative Wirkung zusätzlich unterstrich.53 Ein Inventareintrag aus dem Jahr 1773 belegt eindrucksvoll den Umfang der Sammlung exotischer Pflanzen: Es wurden unter anderem 26 bittere Orangen, 12 Pomeranzen, drei Pflanzen der Sorte „Orange folie crusiatis“ sowie eine „Orange Türkine“ genannt. Insgesamt
49 DASSDORF 1782, S. 698 F. 50 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LOC. 14, 02/04,JULIUND AUGUST 1754. 51 HStA: 10047 Amt Dresden Nr. 1773. 52 Auf einer Schrägbildaufnahme von 1852 ist die Orangerie nicht erfasst Abb. 186, S. 267 53 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LEC. 1402/11, FOL. 65, NOVEMBER 1756.
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verzeichnete das Inventar 42 Orangenbäume in unterschiedlich großen Pflanzgefäßen.54
Ein gestuftes Bodenniveau, bei dem das zentrale Parterre um etwa drei Stufen abgesenkt war, verlieh der Anlage eine besondere Raumwirkung. Die innere Reihe der Kübelpflanzen war vermutlich durch eine niedrige Stützmauer erhöht, um die exotischen Pflanzen in Szene zu setzen. Die Struktur des Parterres folgte dem typischen Kompositionsprinzip André Le Nôtres und bestand aus sechs klar gegliederten Kompartimenten mit einer betont breiten Mittelachse. In den beiden mittleren, größeren Kompartimenten befand sich jeweils ein ovales Wasserbecken mit zentraler Fontäne. Diese Wasserelemente dienten nicht nur der optischen Aufwertung, sondern vermutlich auch der praktischen Versorgung der Kübelpflanzen mit Feuchtigkeit.
Am südlichen Ende der Hauptachse schloss sich ein sogenannter „Point de vue“ an, bei dem es sich mutmaßlich um eine Skulptur oder Statue handelte, die den Blickfang der Hauptsichtachse im Orangerieparterre bildete. Östlich des „Point de vues“ befand sich ein Kegelspiel.55
Der seitliche Abschluss des Areals wurde durch Baumstreifen als Boskett gebildet, die das Ensemble rahmten. In der Mitte dieses südlichen Bosketts befand sich ein großes quadratisches Wasserbecken mit zentraler Fontäne, das die Hauptachse durchbrach. Umgeben war das Wasserbecken von einer Baumreihe – möglicherweise ebenfalls in Kübeln –, wodurch die streng axiale Wirkung verstärkt wurde. Das Boskett war außerdem von vier Pavillons umgeben, die um 1754 errichtet wurden. Diese waren mit einem grünem Ölfirnis gestrichen.56
Zwischen den Pavillons befanden sich Sitznischen mit Bänken sowie vier Querwege, die das Boskett zusätzlich erschlossen. Die Gestaltung lässt erkennen, dass das Orangerieparterre vorrangig repräsentativen Zwecken diente. Es gibt Hinweise darauf, dass die Orangerie zumindest temporär als Festsaal genutzt wurde.57
Besondere Bedeutung kam den Skulpturen zu, die auf der Südseite des Parterres platziert waren. Hier standen vier Kollossalfiguren – Venus, Adonis, Meleager und Atalanta – auf Sockeln mit rückseitigen Hecken.58 Diese Hecken erfüllten nicht nur eine gestalterische, sondern auch eine funktionale Aufgabe: Die Skulpturen waren rückseitig weniger aufwendig gearbeitet, da sie von den Hecken visuell
54 HStA: 10047 Amt Dresden Nr. 1773. 55 DRESDNER ANZEIGER AUSGABE 196, 1926, S. 5. 56 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LOC. 14, 02/04, 04.03.1754. 57 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LOC. 14, 02/04, 04.03.1754. 58 FIEDLER 1899, S. 46.
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abgeschlossen wurden. Heute befinden sich diese Skulpturen im Großen Garten in Dresden.59
Mit einem großen Einweihungsfest im Jahr 1746 rückte der Brühlsche Garten weiter ins Zentrum der höfischen Kultur und Gesellschaft.60 Des Weiteren übernahm Brühl viele Empfänge des Hofs, hochrangiger Besucher und ausländischer Staatsgäste, weil der sächsische Kurfürst Friedrich August II61 derartigen Lustbarkeiten wenig abgewann.62 Folgende Beschreibung veranschaulicht den ursprünglich streng französisch-barocken Gestaltungsansatz mit Heckenarchitektur, Wasserspielen, Staffagebauten und plastischem Schmuck.
„Man erblickt gleich aus dem Hauptsaale des Hauses, wenn man über das Parterre, welches eine Allee umschließt, hinaussiehet, die sehr große und prächtige Kaskade [Neptunbrunnen]. Ohne Zweifel ist die in Deutschland eine der schönsten, von dem berühmten Martielli in ansehnlicher Größe, und im vortrefflichen Stile genauen. […] Die übrigen Theile vom Garten waren ehedem in französischem Geschmack angeleget, und bestunden aus bedeckten Gängen, schattigen hohen Buchenhecken, und vielen schönen Pavillons von Nagelwerk, mit einer Menge großer Springbrunnen, kleiner Wasserstrahlen, und schönen Lindenstücken. Desgleichen war das Parterre angenehm, mit einem Einschluß von Portiken umgeben; zu geschweige der schön gemalten Prospekte, Statüen und Vasen.“63 Doch auch nach der vermeintlichen Fertigstellung des Lustgartens folgten zahlreiche Umgestaltungen.64
Die umfangreichen Entwürfe von Friedrich August Krubsacius65 (1718-1789), dem Nachfolger Knöffels, wurden jedoch nur teilweise umgesetzt, weil sich Brühl aufgrund des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) in Polen befand.66Dieser Krieg brachte eine Vernachlässigung und Beschädigung der Anlage mit sich, u. a. weil Bleirohre der vielen Wasseranlagen zum Gießen von Munition verwendet wurden.67
Ab 1756 war das Brühlsche Anwesen der „preußischen Einquartierung“ unterstellt, was ebenfalls zu einer Unterbrechung der Arbeiten am Palais und der Gartenanlage führte.68 Erst nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges begannen umfangreiche Wiederherstellungsarbeiten, die unter der Leitung von
59 DRESDNER ANZEIGER AUSGABE 196, 1926, S. 5. 60 KNÖEL1999, S. 13. 61 Weitere Informationen zu FRIEDRICH AUGUST II vgl. S. 461. 62 BECHTER 2007, S. 4. 63 HASCHE 1781, S. 589. 64 FISCHER 1884, S. 12. 65 Weitere Informationen zu KRUBSACIUS vgl. S. 461. 66 KNÖFEL 1999, S. 17. 67 FIEDLER 1899, S. 44. 68 HSTA DD: 10026 GEHEIMES KABINETT, LEC. 1402/07, NOVEMBER 1756.
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Krubsacius durchgeführt wurden. Dazu zählten insbesondere Reparaturen an den Pavillons im Hauptparterre.69 Die letzte größere Nutzung des Gartens unter Brühl fand 1763 statt, als er zum Anlass des Polnischen Weißen Adler-Schießens erneut als repräsentative Kulisse diente.70
Nach Brühls Tod im Jahr 1763 entstanden langwierige juristische Auseinandersetzungen über die Besitzverhältnisse der Gartenanlage, die bis 1772 anhielten. Entgegen der allgemeinen Erwartungen wurde jedoch im Jahr 1766 kein Prozess gegen Brühl eingeleitet, da sämtliche Ausgaben des Grafen mit Aufträgen und Unterschriften des Königs belegt werden konnten. Brühl hatte erhebliche Schenkungen von Friedrich August erhalten und war durch den König dazu ermutigt worden, das sächsische Königshaus mit seinen Besitzungen zu repräsentieren. Daher hob Prinz Xaver im Jahr 1768 die geplante Beschlagnahme von Brühls Besitzungen auf und übergab diese an dessen Erben.71 Demnach verblieb der Brühlsche Garten weiterhin in Familienbesitz, begann jedoch zunehmend zu verfallen.72 Bis zum Jahr 1774 waren nur sporadische Reparaturen vorgenommen worden, insbesondere am Lattenwerk und den Alleewegen, die mit Kies ausgebessert wurden.73 Zusätzlich setzte der Winter 1772 den Gewächsen erheblich zu. „Der größte Teil der Orangerie und viele exotische Ziersträucher und Gewächse waren außerdem durch einen starken Frost im Winter des Jahres 1772 fast vollständig vernichtet.“74 Das betraf u. a. die zahlreichen Buchenhecke, welche jedoch durch den späteren Besitzer Marcolini wiederhergestellt wurden.75
Parallel dazu wurden die wertvollen Kunstwerke der Anlage, darunter italienische Statuen und Vasen, aus dem Brühlschen Garten entfernt. Viele dieser Objekte fanden ihren Weg in andere Parkanlagen der Region, darunter die Bürgerwiese, der Albertplatz, der Große Garten und der Schlossgarten Pillnitz, oder gelangten in Privatbesitz.
Was zeugt bis heute von dieser Zeitschicht 1736 bis 1773 (Phase 1)?
• Nördliche Begrenzung des Parks durch geschlossene Architekturfassade
• Barockes Grundraster mit Alleen: westliche Allee dreireihig mit überwiegend jüngeren Bäumen, teilweise Altgehölzen; östliche Allee einreihig
• Neptunbrunnen
• Reliefplatte am Delphinbrunnen (vermutlich aus ehem. Orangerie) 69 HSTA DRESDEN: 10047 AMT DRESDEN, NR. 3389, FOL. 18, 6.08.1763. 70 BECHTER 2007, S. 36. 71 BECHTER 2007, S. 36. 72 FISCHER 1884, S. 12. 73 BECHTER 2007, S. 38. 74 FIEDLER 1899, S. 46. 75 DASSSORF 1782, S. 698.
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• Hauptachse vom Palais zum Neptunbrunnen (abgesehen von Unterbre- chung durch Haus N)
• Torpfosten von Knöffler vor dem Ehrenhof mit Trophäenschmuck
• Gebäude der ehemaligen Orangerie
• Prunkvase (Kopie) auf der Mittelachse (Original in Eingangshalle Haus A-Mit- te)
• Möglicher Weise Winzerbrunnen (vermutlich von Knöffel, Belege existieren bis- her jedoch nicht)
4 Historische Entwicklung 23 4.3 Der Brühlsche Rokokogarten von 1736 bis 1773
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4.4 Der Marcolini-Garten von 1774 bis 1845
Im Jahr 1774 wurde das Palais des Grafen Heinrich von Brühl an den Oberkammersekretär Johann David Müller verkauft. Zwei Jahre später erwarb dieser auch den Gartenanteil. 1780 gelangte das Anwesen schließlich in den Besitz von Graf Camillo Marcolini76 (1739–1814), Direktor der Meißner Porzellanmanufaktur und enger Vertrauter von König Friedrich August III.77 Marcolini nutzte das Grundstück ab 1778 als Sommerresidenz und ließ Garten in seiner ursprünglichen Ausdehnung wiederherstellen.
Der Garten gelangte zu seiner zweiten Blüte und war Ort zahlreicher Feste und kultureller Veranstaltungen.78Auf einem Plan von um 1800-1815 sind die von Brühl angelegten Grundstrukturen noch ablesbar (vgl. Karte 7, S. 431). Marcolini ergänzte wertvolle Gehölze und gestaltete „Quartiere mit schönen Strauchwerk und fremden Holz-Gattungen“.79 Er versuchte so die einstige Strahlkraft des Gartens wiederherzustellen, was jedoch nur in Teilen gelang: „Was nach dem Kriege Marcolini am Friedrichstädter Palais und seinen Nebengebäuden ändern ließ, war mehr oder weniger Notbehelf ohne schöpferische Idee. Welch anderes Bild bietet dagegen die frühere Zeit des Gartens.“80
Um 1780/90 wurde der Garten unter Marcolinis teilweise in einen klassizistischen Landschaftsgarten umgewandelt. Die bis dahin dominierenden barocken Formen wurden zugunsten einer landschaftlichen Gestaltung nach englischem Vorbild aufgegeben. Charakteristische Elemente dieser Umgestaltung waren geschwungene Wegeführungen, malerisch gruppierte Gehölze sowie kleinere architektonische Staffagen, darunter Pavillons, Brunnen und Skulpturen. Erste landschaftliche Eingriffe zeigen sich insbesondere im Nordosten des Gartengrundstücks, wo geschwungene Wege die strenge Symmetrie der Rokoko- und Barockgestaltung aufbrachen (vgl. Karte 7, S. 431).81
Die von Brühl übernommene, klar gegliederte Raumfolge innerhalb des Gartens hatte weiterhin Bestand: Vom Ehrenhof ausgehend folgte südlich das Palais, daran anschließend ein symmetrisches Parterre mit Mittelachse bis zum Neptunbrunnen. Östlich schloss sich das Orangerieparterre an. Allerdings floss am Neptunbrunnen bereits ab 1817 kein Wasser mehr und er verfiel in der Folgezeit zusehends.82 Das Orangerieparterre verlor um 1800 sein großflächiges
76 Weitere Informationen zu MARCOLINI vgl. S. 459. 77 Weitere Informationen zu FRIEDRICH AUGUST III vgl. S. 459. ; BECHTER 2007, S. 40F 78 FIEDLER 1899, S. 49. 79 DASSDORF 1782, S. 699. 80 HENTSCHEL, VERFASSER 1973, S. 1245. 81 FIEDLER 1913, S. 49. 82 KNÖFEL 1999, S. 36.
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Wasserbecken, während die vier flankierenden Pavillonbauten vermutlich noch erhalten waren (vgl. Karte 7, S. 431).
Karte 1: Als Intendant der königlichen Kunstsammlungen integrierte Marcolini gezielt hochwertige künstlerische Elemente in die Gartengestaltung. Antikisierende Skulpturen wurden aufgestellt, unter anderem Werke von Wiskottschill und anderen zeitgenössischen Künstlern. Die Skulpturenausstattung umfasste Figuren wie Themistokles, Tomyris, Mucius Scävola, Talestris und Alkibiades.83 Weitere nachgewiesene Kunstobjekte – darunter Omphale und Hercules von Lorenzo Mattielli – wurden später in andere Gärten versetzt, so z. B. in den Heilpflanzengarten des Hygienemuseums. Die Figurengruppen Merkur und Minerva sowie Mars und Venus wurden im 21. Jahrhundert in den Blüherpark überführt.84 Hochwertige Wegematerialien, wie die großformatigen Sandsteinplatten auf der Mittelachse, lassen sich ab 1836 nachweisen (vgl. Abb. 230, S. 309). Diese waren auf dem mittleren von drei parallelen Wegen verlegt, welche durch Rasenstreifen voneinander getrennt waren. Eine Karte von um 1830-1835 lässt vermuten, dass derartige Wegebefestigungen auf mehreren Hauptwegen bestanden (Mittelachse des Mittelparterres, Querachse nördlich des heutigen Rosengartens, u-förmig um den südlichen Teil von Haus A und östlich des Orangerieparterres (vgl. Karte 11, S. 435)). Karte 2: Parallel zu den Umgestaltungen in der Gartenanlage fanden tiefgreifende bauliche Veränderungen am Palais und seinen Nebengebäuden statt. Entwürfe von Johann Daniel Schade85 und Johann Gottfried Kuntsch86 dienten als Grundlage für eine Vereinheitlichung der Straßenfront an der Friedrichstraße im klassizistischen Stil.87 Das Hauptgebäude wurde mit den Seitenflügeln verbunden, was dem Gesamtensemble eine klarere architektonische Fassung verlieh. Die Aufwertung der Friedrichstadt als vornehmes Wohnviertel am westlichen Rand Dresdens wurde so maßgeblich gefördert. Während der Befreiungskriege (1813–1815) erlitt das Anwesen erneut erhebliche Schäden. Nach der Kapitulation Sachsens floh Marcolini 1813 nach Prag, wo er ein Jahr später verstarb.88 In dieser Phase wurde das Palais von französischen Truppen unter Napoleon als Hauptquartier genutzt, wodurch es eine bedeutende Rolle in den kriegerischen Ereignissen der Zeit einnahm.89
Nach Marcolinis Tod ging das Anwesen in den Besitz von Graf Peter Paul Marcolini (1785–1863) über. Die nachfolgenden Jahre waren von zunehmendem Verfall geprägt. Zwei Stadtpläne von 1827 (vgl. Karte 9, S. 433) und 1832 (vgl. Karte 10, S. 433) dokumentieren den Zustand des Gartens vor dem weiteren Verkauf. 1835 erwarb der Dresdner Stadtrat Werner das Anwesen für 32.000 Taler. Er verkaufte das Inventar für ein Vielfaches des Kaufpreises und
83 DRESDNER ANZEIGER AUSGABE 196, 1926, S. 5. 84 Weitere Informationen zum Skulpturenpr0ogramm unter Marcolini vgl. S. 467.; BECHTER 2007, S. 23. 85 Weitere Informationen zu Johann Daniel SCHADE vgl. S. 461. 86 Weitere Informationen zu Johann Gottfried Kuntsch vgl. S. 461. 87 FISCHER 1884, S. 12. 88 FISCHER 1884, S. 12. 89 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONENIN: KUNZE, E. 1999.
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veräußerte Teile des Gartengrundstücks an die Stadt Dresden, die dort 1840 eine städtische Bezirksschule errichtete.90
In der Zeit zwischen 1835 und 1845 wurde das Palais zwischenzeitlich zu Wohnzwecken umgebaut, auch in der Orangerie entstanden Wohnungen. Die gärtnerische Nutzung wandelte sich deutlich: Obst- und Gemüseanbau gewannen an Bedeutung, die repräsentative Funktion des Gartens trat zunehmend in den Hintergrund. 1843 wurden weitere bauliche Änderungen vorgenommen, darunter ein kleiner Turm auf dem Dach des Palais sowie ein Wandelgang an der Hofseite und den Seitenflügeln. Auch der Haupteingang erhielt eine Überdachung. Im Jahr 1843 wurde ein Teil des Gartens im Südosten, inklusive einiger Gebäude (heutiger Standort von Haus P), an den Kunstgärtner Schwarz verkauft. Dieser veräußerte das Grundstück 1865 an das Königreich Sachsen, das dort die Königliche Frauenklinik errichtete. Den verbliebenen Teil des Palais-Grundstücks verkaufte Werner 1845 für 68.000 Taler an die Stadt Dresden. Zu diesem Zeitpunkt war die Friedrichstadt noch peripher gelegen, jedoch bereits von dichter werdender Bebauung geprägt. Das Palais- Grundstück stellte in diesem Umfeld eine verbliebene Freifläche dar und wurde zunehmend als potenzieller Standort für ein neues städtisches Krankenhaus interessant.91
Im Ehrenhof wurde an der Hauptfassade das Wappen von Camillo Graf Marcolini und seiner Ehefrau Maria Anna, geborene Gräfin O’Kelly, eingelassen.92 Einen markanten Auftakt zum Hofraum bildeten zwei männliche Hermenfiguren vor den bis heute erhaltenen, monumentalen Torpfeilern mit Darstellungen von Kriegsgeräten. Die sandsteinernen Hermen stammen von Thaddäus Ignaz Wiskotschill und bestehen aus einer Kombination aus halb faunistischem Wesen mit chinesischer Mimik. In erhobenen Armen trugen sie je eine Vase auf ihrem Kopf, die allegorisch auf Marcolinis enge Verbindung zur Meißner Porzellanmanufaktur verweisen. Die Vasen wurden um die Jahrhundertwende durch elektrische Leuchten93 ersetzt und standen bis in die 1930er Jahre am Ehrenhof (vgl. Abb. 209, S. 287).94
Seitlich des Ehrenhofs befinden sich bis heute vier Löwenskulpturen aus Sandstein von etwa 70cm Höhe, die von Johann Baptista Dorsch95 und dessen Schüler Anton Demmler gefertigt wurden. Je ein Löwe ruht mit seiner Vordertatze auf einem Sandsteinpoller. Diese Poller sind Teil einer Reihe von Prellsteinen, die
90 DRESDNER STADTANZEIGER, 19.05.1878. 91 KUNZE P. 1996, S. 25. 92 GURLITT 1903, S. 575. 93 Die These der elektischen Leuchten konnte mit vorliegender Quellenlage nicht verifiziert werden. 94 GURLITT 1903, S. 576. 95 Weitere Informationen zu DORSCH, vgl. S. 461.
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durch Metallketten verbunden sind. Die Kettenbarriere setzt sich entlang der Fassade fort und betont die leicht aus der Straßenflucht hervorspringende Fassade von Haus A (vgl. Abb. 201, S. 281).
Die kolorierte Federzeichnung von 1774 (vgl. Abb. 191, S. 271) bietet ein detailreiches Bild des Ehrenhofs und seiner tatsächlich ausgeführten Fassung. Die Nordfassade des Palais zeigt ein langgestrecktes Fenster mit seitlichen Pilastern. Der glockenförmige Abschluss der Kapellenlaterne sowie das Mansarddach unterstreichen die architektonische Gliederung. Das mittlere, zweiflügelige Hoftor weist einen konkav geschwungenen oberen Abschluss auf, was der Mittelachse zusätzliche Betonung verleiht. Die angrenzende Mauer besaß zwei zusätzliche Seitentüren. Das Palais war zu jener Zeit ein zweigeschossiger Bau mit ausgebautem Dachgeschoss. Die später erfolgte Aufstockung ist den ebenfalls den Architekten Johann Daniel Schade und Johann Gottfried Kuntzsch zuzuschreiben. Der Innenhof erschien in dieser Phase noch großzügiger als heute, weil die später hinzugefügten Flurräume zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestanden (vgl. Abb. 189, S. 269 und Abb. 192, S. 273). Vegetation ist auf der Darstellung von 1774 nicht vorhanden, was auf eine weitgehend befestigte und funktional genutzte Hofsituation schließen lässt. Die bis mindestens 1782 bestehenden rundkronigen Laubbäume, welche südlich der heutigen Friedrichstraße als Reihe aufgestellt waren, wurden vermutlich im Zuge der erwähnten Umbaumaßnahmen entfernt (vgl. Abb. 184, S. 265). Zudem lassen sich großformatige Steinplatten im Bereich der Gehwege erkennen, was Rückschlüsse auf die damalige Wegebefestigung erlaubt (vgl. Abb. 230, S. 309).
Die sich heute an der Südfassade der Bibliothek (Haus A-West) befindlichen weiblichen Hermen (Kopien, Verbleib der Originale bisher ungeklärt) waren zu Zeiten Marcolinis vermutlich an der Straßenfront aufgestellt (an den heute noch bestehenden Torpfosten standen männliche Hermen mit Vasen).96 Zwischenzeitlich von fassadenbegleitenden Baumreihen geprägt (vgl. Karte 9, S. 433), wurden die seitlichen Höfe um 1830-1835 mit runden Rasenflächen versehen, in deren Zentrum sich Strauchpflanzungen befanden. Herantreten konnte man an die zentralen Sträucher über kreuzartig angelegte Wege innerhalb des Rasenrondells (vgl. Karte 11, S. 435).
Die grundlegende Struktur des Mittelparterres blieb zu Marcolinis Zeit hinweg erhalten, jedoch kam es zu einer schrittweisen Vereinfachung der Anlage. Einzelne Kompartimente wurden reduziert oder umgestaltet. Insbesondere die früher vorhandenen Wasserbecken und Spielanlagen wurden im Zuge späterer
96 GURLITT 1903, S. 577.
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Eingriffe entfernt. Stattdessen wurden zwei halbrunde Wasserbecken südlich der Fassade des Palais gebaut, welche zwischen 1779 und 1815 entstanden (vgl. Karte 7, S. 431). Die Becken existierten vermutlich bis um 1890 ohne die ihnen später hinzugefügten Bauminseln. Ein Teil der ursprünglichen Brühlschen Ausstattung im Mittelparterre, darunter mehrere Statuen, wurde aus dem Garten des Grafen von Brühl übernommen. Skulpturaler Schmuck flankierte u. a. den Weg zwischen Palais und den zwei halbrunden Wasserbecken (vgl. Karte 11, S. 435). Diese Figuren befinden sich heute jedoch nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort. Auch weitere Ausstattungselemente, wie Plastiken und Sitzbänke, wurden im Zuge späterer Umgestaltungen – insbesondere unter der Leitung des Stadtrats Werner – entfernt. Die Karte 11, S. 435, weist kein einziges Sitzmöbel mehr im Mittelparterre aus.
Anstelle der zuvor das Parterre strukturierenden Blumenrabatte entlang der Mittelachse traten, spätestens ab 1812, Baumreihen, vermutlich bestehend aus Fieder- oder Quittenbäumen, welche die zentrale Sichtachse rahmten und zugleich den Charakter des Gartens veränderten (vgl. Karte 8, S. 431).
Die östliche und westliche Allee seitlich des Mittelparterres bildeten spätestens ab um 1790 beidseitig raumbegrenzende Dominanten (vgl. Karte 6, S. 429). Spä- testens zwischen 1800-1815 waren diese jeweils 4-reihig ausgebildet und über- nahmen eine starke räumliche Führung (vgl. Karte 7, S. 431). Das historische Kar- tenmaterial lässt des Weiteren darauf schließen, dass es eine Höhenstaffelung unter den Alleereihen gab. Die äußeren Reihen scheinen höher als die parterre- zugewandten Reihen gewesen zu sein (vgl. Karte 11, S. 435). Bemerkenswert ist, dass die Hauptwege jeweils zwischen der äußersten (4. Reihe) und der 3. Reihe verliefen. Schmalere Parallelwege befanden sich jeweils zwischen der 1. und 2. Baumreihe (vgl. Karte 9, S. 433). Die vierreihigen Alleen endeten auf Höhe des südlichen Querweges (heute nördlich des Rosengartens) und wurden entspre- chend nicht nach Süden weitergeführt.
Zwischen den nördlichen Flächen des Mittel- und Orangerieparterre bestand zu Marcolinis Zeiten keine durchgehende Wegeverbindung, wie diese zur Brühl- schen Zeit existierte (vgl. Karte 3, S. 427 und Karte 7, S. 431). Lediglich weiter süd- lich durchzogen zwei Querwege die gesamte Grundstücksfläche. Es lässt sich daraus schlussfolgern, dass die Parterreflächen jeweils als weitgehend eigen- ständige Gartenräume angesehen wurden.
Karte 1: Das Orangerieparterre blieb auch zu Marcolinis Zeiten von einer markanten Mittelachse geprägt. Im Zentrum stand die Figur des Herkules.97 Weiterhin lässt sich eine
97 KOCH 1909, S. 203F.
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Zweiteilung des Orangerieparterres erkennen: Im zu Repräsentationszwecken dienen- den Nordteil dominierte eine lichtdurchlässige Gestaltung, während im Süden ein dich- ter bepflanzter Bereich mit Pavillonbauten zum Verweilen einlud (vgl. ab Karte 7, S. 431 bis Karte 15, S. 439). Diese Zweiteilung blieb auch bei späteren Umgestaltungen erhal- ten und über eine Mittelachse standen die zwei Bereiche beständig in Verbindung. Spätestens ab 1781 wurde die Orangerie auch als Festsaal und nicht nur für die Unter- bringung von wärmebedürftigen Pflanzen genutzt.98 Die Bewässerung der zahlreichen Gewächse erfolgte über Brunnen und Wasserleitungen, wie sie auf einer Karte von 1812 vermerkt sind (vgl. Karte 8, S. 431). Um komfortablen Wohnraum zu schaffen, wurde um 1830 u. a. die Orangerie mit zusätzlichen Stockwerken aufgestockt und zu einem massiven Gebäude umge- baut. Nach dem Umbau lebten im Park Persönlichkeiten wie der Bildhauer Prof. Hähnel, Major von der Planitz sowie Sir Henry Porter, ein reicher Engländer, der große Gartenfeste und Illuminationen veranstaltete.99 Angepasst an die Wohn- nutzung in der ehemaligen Orangerie wurde der nördliche Teil des Parterres um 1830 zu einem Wohngarten umgestaltet. Diese Nutzung bestand bis 1854. Die barocke Grundstruktur des Parks wurde dabei weitgehend beibehalten, wäh- rend landschaftlichen Elemente eingebunden wurden. Die Achsensymmetrie wurde weitgehend aufrechterhalten; jedoch nutzte man eine weichere Formen- sprache, in dem Pflanzflächen abgerundete und geschwungene Ränder erhiel- ten (vgl. Karte 11, S. 435). In diese Umgestaltungsphase fällt auch die Aufstellung des Winzerbrunnens, welcher unmittelbar vor den südlichen Haupteingang der ehemaligen Orangerie platziert wurde und bis heute von dieser Zeitschicht zeugt.100 Östlich des Winzerbrunnens befand sich unweit der Orangeriefassade ein zusätzlicher Brunnen. Die Anordnung der Orangeriegewächse erfolgte wei- terhin im Raster und wurde durch halbrunde Sitznischen ergänzt, welche mit Sträuchern abgepflanzt waren. Im südlichen Teil des Parks wurde eine ursprüng- lich geplante Fasanerie nicht gebaut. Vielmehr wurde der Gartenraum durch Sitzgelegenheiten zwischen Nadelgehölzen, umgeben von einem Boskett aus Laubbäumen, geprägt. Im Kontrast zum nördlichen Teil überwog im südlichen Teil eine geradlinige Formensprache, welche lediglich nach Osten hin durch ver- mutlich dem Zeitvertreib dienende Gestaltungen aufgebrochen wurde (vgl. Kar- te 7, S. 431). Am Übergang der beiden Teilbereiche befand sich ab um 1830 ein ovales Bassin (vgl. Karte 11, S. 435).
Insgesamt stellte sich das Orangerieparterre in der ersten Hälfte des 19. Jahrhun- derts als vielfältiger gestaltet dar, wohingegen das Mittelparterre durch eine sehr
98 HASCHE 1781, S 590. 99 KNÖFEL 1999, S. 21. 100 Eine Beschriftungstafel am Brunnen weist ihm Wiskottschill als Bildhauer zu. Laut Aussage von Frau Hunger schätzen Kunsthistoriker den Brunnen aber als älter ein, sodass er möglicher Weise von Knöfel aus der Brühlschen Zeit stammt und unter Marcolini an den heutigen Ort gesetzt wurde. (Hunger, 10.07.2025)
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klare, geradlinige und großzügige Raumaufteilung bestach. Südlich schloss sich an das Mittelparterre eine weitgehend aus dem Barock übernommene Gestal- tung mit Bosketts und zwei dreistrahligen Wegesystemen (Patte d´oie)101 an, wel- che auf ein ovales und rechteckiges Parterre zuliefen. Von Sitzbänken umgrenzt wurde der Blick des Betrachters auf die Skulpturen im Zentrum der großflächigen Rasenparterres gelenkt (vgl. Karte 11, S. 435). Bis vermutlich 1815 markierten gro- ße Skulpturen den Übergang vom nördlichen zum südlichen Parterre (vgl. Karte 7, S. 431), welche im Zuge der Umgestaltungen um 1830 wegfielen. Ob es sich um die heute noch mittig im Mittelparterre stehenden Skulpturen Themistokles und Tomyris handelte, ist nicht bekannt (vgl. S. 128).102
Die Grünfläche westlich des heutigen Rosengartens wurde im Norden von einer Baumreihe (zeitweise Allee (vgl. Karte 7, S. 431)) begrenzt und war in ihrem Zentrum ohne bzw. mit niedrigen Gehölzen ausgestattet. Bis ins Jahr 1827 wurde ein diagonaler Weg mit einem kleinen Rundplatz samt Skulpturenschmuck im Südwesten der Fläche fortgeführt (vgl. Karte 9, S. 433).
Die heutige Hauptzufahrt war im 19 Jahrhundert von Anbauflächen geprägt und mit einem Pferdestall und einem Brunnen funktionaler gestaltet als die restlichen Gartenbereiche (vgl. Karte 11, S. 435). Die ehemals barocke Gestaltung von um 1740 ging verloren und wurde unter Marcolini nicht mehr aufgegriffen.
Was zeugt bis heute von dieser Zeitschicht 1774 bis 1845 (Phase 2)?
• zwei Wasserbecken (ohne Inseln) inklusive der Maskensteine (zwischen 1779 und 1815)
• Tomyris und Themistokles (ursprünglich an anderem Standort) von Wiskotschill (vgl. S. 463)
• Großformatige Sandsteinplatten auf Mittelachse
• Durchgehende Fassade an der Friedrichstraße
• Vier Löwenplastiken mit Pollern und Eisenkette
• Hermen von Wiskotschill
• Grenze mit Mauer des gesamten Krankenhausgrundstücks (vgl. Abb. 3, S. 13)
• Korridor im Ehrenhof
• Delphinbrunnen im Ehrenhof
• Standort des Winzerbrunnens
(ob der Brunnen selbst älter ist, ließ die Quellenlage bisher offen)
101 „Patte d´oie“ ist frz. für „Gänsefuß“ und beschreibt einen strahlenförmigen Wegeverlauf, wie er sehr typisch für barocke Anlagen ist. 102 DRESDNER ANZEIGER AUSGABE 196, 1926, S. 5.
30 4 Historische Entwicklung 4.4 Der Marcolini-Garten von 1774 bis 1845
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
Eine Zeichnung von 1852 (vgl. Abb. 186, S. 267) verdeutlicht aus der Vogelperspektive die städtebauliche Situation der Friedrichstadt. Mit der Dresdner Altstadt stand die Friedrichstadt durch zwei Brücken über die Weißeritz in Verbindung. Westlich der Weißeritz lässt sich deutlich das bis heute erhaltene Straßenraster mit Blockrandbebauung erkennen. Aus der Gebäudeflucht der heutigen Friedrichstraße hebt sich das heutige Gebäude A mit einem Vorsprung heraus und wurde durch eine Reihe schlankkroniger Gehölze (möglicherweise Pappeln (Poppulus)) zusätzlich betont.
Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke in der Dresdner Friedrichstadt setzte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein erheblicher Bevölkerungszuwachs ein. Die Friedrichstadt entwickelte sich zunehmend zu einem Industrie- und Arbeiterviertel. In diesem Kontext erwarb die Stadt Dresden im Jahr 1845 das Grundstück samt Palais und richtete darin ein Stadtkrankenhaus ein. Im Zuge dessen wurde der Park umgestaltet (vgl. Abb. 186, S. 267). Der Garten wurde funktional neu gegliedert: Das zentral gelegene Mittelparterre mit flankierenden Alleen diente fortan als Krankenhausgarten, während angrenzende Flächen als Pachtland oder für andere städtische Nutzungen reserviert wurden.103
Der Krankenhausgarten wurde in einen westlich gelegenen Männergarten (Mittelparterre bis zur östlichen Lindenallee) und einen östlichen Frauengarten (Flächen inklusive der östlichen Lindenallee und südlich der ehemaligen Orangerie) unterteilt. Bis 1849 wurde der Orangeriebau noch zu Wohnzwecken genutzt, bis er schließlich auch mit Patientenzimmern ausgebaut wurde.104 Im Jahr 1849 fand die Eröffnung des Stadtkrankenhaus statt. Spätestens ab 1851 wurde der Gartenbereich durch sogenannte „Abtheilungsvermachungen“ weiter untergliedert. Diese bestanden aus Staketenzäunen oder dichten Hecken, welche die Nutzungsbereiche (insbesondere den Frauen- und Männergarten) voneinander trennten. Wie zeitgenössische Berichte belegen, wurde der Garten jedoch nicht nur als Erholungsfläche für rekonvaleszente Patienten genutzt, sondern auch von den Angestellten des Krankenhauses. Im südlichen Bereich: „in der schönen Lindenlaube aus Marcolinischer Zeit versammelte der hochgeehrte Chef und Oberarzt an schönen Sommerabenden oftmals seine Assistenten und befreundeten Kollegen.“105 Eine Hausordnung von 1852 regelte die Nutzung des Gartens und der Nebengebäude. Demnach diente der Krankenhausgarten auch als
103 BECHTER 1999, S. 84. 104 In der umgebauten Orangerie wohnt unter anderem von 1847 bis 1849 der Komponist Richard Wagner, der dort Teile seiner romantischen Oper Lohengrin schrieb. Bis heute weist eine Kupfertafel an der ehemaligen Orangerie auf seinen Aufenthalt hin. 105 FIEDLER 1913, S. 71. Eine genaue Verortung der benannten Lindenlaube ließ die Quellenlage nicht zu.
4 Historische Entwicklung 31 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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Trockenplatz. Zusätzlich befanden sich im Garten ein Eishaus, ein Brunnen sowie eine Steinkohlengrube.106
Angesichts wiederkehrender Epidemien, wie Cholera und Blattern wurde in den 1850er Jahren westlich des Bearbeitungsgebiets ein Isolierhaus errichtet. 1866 folgten zwei hölzerne Luftbuden (eine im Mittelparterre südlich des westlichen Wasserbeckens und eine im ehemaligen Orangerieparterre mit Nutzung von Mai bis Oktober) zur Behandlung von Atemwegserkrankungen. Trotz dieser Baumaßnahmen blieb der Garten gestalterisch weitgehend unbeachtet: In einem Schreiben aus dem Jahr 1869 beklagte der Chefarzt Dr. Fiedler gegenüber dem Stadtrat den schlechten Zustand des Gartens. Nur der nördliche Bereich konnte notdürftig instand gehalten werden, während die rückwärtigen und seitlichen Gartenpartien nahezu vollständig verwahrlosten.107
Ab 1870 kam es infolge des steigenden Platzbedarfs des Krankenhauses zu massiven baulichen Eingriffen in die Gartenstruktur. Um mit den rasch wandelnden Bedürfnissen schritthalten zu können entwickelte Theodor Friedrich einen Generalbebauungsplan, welcher im Bearbeitungsgebiet weitgehend Umsetzung fand (vgl. Karte 17, S. 441 und Karte 18, S. 441). Aus Zeitzeugenberichten lässt sich herauslesen, dass der mittlerweile städtische Krankenhauspark stark vernachlässigt wurde:
„Was den Garten, welcher die Zierde unseres Hospitales ist, anlangt, so befindet sich dieser in einem, man kann wohl sagen, desolaten Zustande. Die eben erwähnte Summe reicht kaum hin um den vorderen Teil desselben im Stande zu halten, für den hinteren und für die beiden seitlichen Partien kann so gut wie gar nichts geschehen.“108 Historische Akten verdeutlichen außerdem immer wieder die finanziell schwierige Lage, weshalb man sich bei der Wiederherstellung des Gartens auf das „unumgänglich Nothwendige“ beschränken musste.109 Im Zuge von Umgestaltungen des Mittelparks nach 1870 wurden die Skulpturen Tomyris und Themistokles an ihren heutigen Standort versetzt, in weite Sichtbeziehungen eingebunden (vgl. Abb. 187, S. 267) und in ein deutlich geschwungeneres Wegenetz aus Elb– und Strehlener Kies eingebettet.110 Der von Theodor Friedrich ausgeführte Entwurf griff im Mittelparterre die Mittelachse und die breite südliche Querverbindung zum heutigen Rosengarten auf. Beibehalten wurden außerdem die westliche und östliche Lindenallee und die zwei halbrunden Wasserbecken. Die durchgängige Mittelachse ließ Theodor Friedrich von
106 REGULATIVFÜRDAS STADTKRANKENHAUS 1852, S. 10 FF, IN KNÖFEL 1999, S. 25. 107 Drucksammlung Krankenhäuser 1875, StA, Kapsel A 85. Schreiben von Dr. Fiedler an den Stadtrat, 1869. 108 Drucksammlung Krankenhäuser 1875, StA, Kapsel A 85. 109 STA DD: AKTE 2.1.2, SIG. B, NR. 343, 1887, S. 1. 110 KNÖFEL 1999, S. 24 , 45.
32 4 Historische Entwicklung 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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mehreren Querverbindungswegen kreuzen. Der nördlichste Querweg verband zwei südlich der Wasserbecken gelegene halbrunde Pflanzflächen. Der nördliche Teil der Mittelachse bestand aus drei parallelen Wegen (Zitat der barocken Wegestruktur (vgl. Abb. 230, S. 309)), welche an ein zentrales Rondell anschlossen. Auf diesen Wegen gelangte man zu je einer runden Platzaufweitung mit den noch heute dort befindlichen Skulpturen.111 Flankiert wurde dieses Rondell von geschwungenen Wegeverläufen, welche sich axsialsymmetrisch auf die Mittelachse bezogen und lediglich aufgrund einer Luftbude im Nordwesten keine vollständige Symmetrie ergaben (etwa um 1912 fiel der westliche geschwungene Weg gänzlich weg). Ausführung und Entwurf unterscheiden sich beim zweiten Querweg voneinander: Zu Gunsten einer direkten Wegeverbindung zwischen dem westlichen und dem Orangerieparterre wich man mit einem diagonal verlaufenden Querweg von der Symmetriestrenge ab. Dennoch ist erkennbar, dass der Grundgedanke Theodor Friedrichs weitgehend umgesetzt wurde und die ehemals starke Geste einer großzügigen Freifläche zwischen imposanten Alleebaumvolumen mit zahlreichen geschwungenen Wegen aufgebrochen wurde, ohne sich gänzlich von der Symmetrie loszusagen. Jenes Aufgreifen und Integrieren der ehemals barocken Gestaltung spiegelt sich auch am Gehölzbestand um 1900 wieder. Der Entwurfsplan von 1869 zeigt eine dezent aufgelockerte Anordnung von Sträuchern, welche insbesondere in den Wegezwickeln und zur Betonung des skulpturalen Schmucks platziert wurden (vgl. Karte 17, S. 441). Als Kontrast zu den Laubbaumalleen pflanzte man bevorzugt Nadelgehölze in die Parterrefläche, präsentierte Gehölzraritäten und griff den formalen Charakter und damit die dem Ort innewohnende geschichtliche Tiefe u. a. mit vermutlich zu Kegeln geschnittenen Eiben auf (vgl. Abb. 246, S. 323). Zu den besonders stark inszenierten Raritäten gehörten vier von einem zufriedenen Patienten geschenkte Echte Sumpfzypressen (Taxodium distichum var distichum), welche um 1890 auf je eine Insel in die Wasserbecken gepflanzt wurden. Vermutlich sah man dort für die Vernässung liebenden Gehölze einen idealen Standort, beachtete jedoch nicht den enormen Wuchsvortrieb von Sumpfzypressen112, welcher die zierlichen mit Naturstein gesetzten Inseln bald zu klein werden ließ (vgl. Abb. 190, S. 313).113 Die Folge war ein Verlust der bisher niedrigen Gestaltung südlich des Palais, welcher bis heute mit eingeschränkten Sichtbeziehungen zwischen Palais und dem Park einhergeht. Nicht zuletzt brachte der zunehmende Wurzeldruck immer wieder auftretende
111 Die Skulpturen standen mit ihrem Postament größtenteils ohne Unterpflanzung direkt in der Wassergebundenen Wegedecke. Zeitweise ist eine Unterpflanzung zu vermutenvgl. Abb. 243, S. 319 und Abb. 189, S. 313. 112 Weitere Informationen zur Echten Sumpfzypresse vgl. S. 470. 113 STA DD: AKTE 106, SIG. 2.3.24.
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Dichtheitsprobleme und entsprechend hohen Wasserverlust an den Wasserbecken mit sich.
Ebenfalls am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bepflanzung entlang der Mittelachse abgewandelt. An die Stelle von partiell mit Sträuchern abgepflanzten Rasenflächen trat eine Allee aus kleinen Fliederbäumen (Syringa) mit halbrund geschnittenen Kronen.114 Im Sommerhalbjahr spannten sich bogenförmige Girlanden aus Weinranken entlang dieser zwei Fliederreihen (vgl. Abb. 234, S. 317). Diese einprägsame Gestaltung zog sich bis in die Mitte des Parterres, wo heutzutage das Wechselflorbeet endet.
Nach dem Tod des langjährigen Oberarztes Walther im Jahr 1871 wurde zunächst eine Marmorbüste, später eine Bronzebüste zu seinem Gedenken aufgestellt, sehr wahrscheinlich am Standort der heutigen Punkvase (vgl. S. 91 und Abb. 243), welche dort bis mindestens 1938 stand und dann umplatziert wurde (vgl. Abb. 274, S. 343).115 Der Standort bildete den Scheitelpunkt für einen groß angelegten Weg in Halbkreisform, welcher an den Seiten des Parterres zum südlichen Querweg anschloss.
Deutliche Veränderungen initiierte Theodor Friedrich südlich des Mittelparterres: Zwischen 1872 und 1878 wurden mit dem Bau von Haus N und sechs angegliederten Pavillonbauten tiefgreifende Veränderungen vorgenommen, welche die barocke Grundstruktur des Gartens stark beeinträchtigten, indem die Mittelachse zum Neptunbrunnen unterbrochen wurde (vgl. Karte 17, S. 441). Vermutlich wurde der nördliche Übergang von Haus N zum Mittelparterre nicht unmittelbar mitgestaltet und verwilderte entsprechend:
„Der bisher von den Kranken der Irrenabteilung benutzte zwischen den 6 Einzelhäuser und dem neuen Haus gelegene Garten ist vollständig verwildert und bedarf, um ihn seiner ursprünglichen Bestimmung zurückzugeben und für die in den Einzelhäusern untergebrachten Kranken verwenden zu können, eine vollständige Erneuerung der Wege, Rasenplätze, Blumen und Strauchwerk.“116 Auf einem Situationsplan von 1899 ist zu erkennen, dass dieser Parkabschnitt einen leicht asymmetrischen Abschluss fand (vgl. Karte 18, S. 441). Es lässt sich daraus schlussfolgern, dass die Gartengestaltung eine untergeordnete Rolle spielte und die Erschließung der Gebäude Vorrang hatte. Dennoch wertschätzte man die historischen Achsen, indem sich hinzukommende Bauwerke an ihnen orientierten und diese aufgriffen (bspw. Haus R).
114 Es handelte sich um eine Allee aus 22 Fliederbäumchen in gegenständiger Aufstellung mit einem Pflanzabstand von ca. 6,70 m i innerhalb der Reihen. 115 Eine Postkarte belegt die Aufstellung des Walther-Denkmals im Mittelpark (vgl. Abb. 192, S. 315). Sehr wahrscheinlich war die Büste am Standort der heutigen Prunkvase aufgestellt. Der Verbleib des Walter-Denkmals ist ungeklärt, ebenso wie die Dauer der Aufstellung. 116 STA SIG. B, AKTE 2.1.2, SIG. B, NR. 343, 09.12.1889, S. 7.
34 4 Historische Entwicklung 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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Eine deutlich stärkere Abkehr von der barocken Symmetrietreue wurde in den restlichen Parkbereichen umgesetzt, indem organische, landschaftliche Formen deutlich überwogen. Durch die asymmetrische Wegeführung war es nun möglich den Garten flexibler an hinzukommende Gebäude anzupassen. Theodor Friedrich griff die Querverbindungswege des Mittelparterres auf und leitete im landschaftlichen Stil von Lenné-Meyer zu symmetrisch angelegten Gebäudevorplätzen über. So wurde u. a. der Hauteingang der ehemaligen Orangerie mit einem halbkreisförmigen Weg angebunden. Die ehemalige Mittelachse des Orangerieparterres wich einer organisch geformten Freifläche mit Gehölzgruppierungen. Beibehalten wurde der Winzerbrunnen unmittelbar vor dem Haupteingang. Auf einer Freifläche östlich des Winzerbrunnens stand eine hölzerne Luftbude für den Frauengarten. Südlich des Brunnens befand sich eine kleine Staffage. Eine Postkarte von 1904 lässt ein Ruineninszenierung mit Säulen vermuten, auf welche ein Laubbaum gepflanzt wurde (vgl. Abb. 5, S. 35). Ein Luftbilder von 1945 zeigen in diesem Bereich einen an den Querweg angebundenen Eingang in einen Hügel und dem sich bis heute darauf befindlichen Götterbaum (Ailanthus altissima). Im Zweiten Weltkrieg war jener der Eingang der Zugang zu einem Bunker, welcher während der Sanierung des Orangerieparterres verfüllt wurde.117
Abb. 5: 1904, Bestandsplan des Abb. 6: 1945, 16. Februar, Winzerbrunnen ehemaligen Orangerieparterres mit südlich davon gelegenem mit Winzerbrunnen und südlich Bunkereingang davon einer Staffage Ausschnitt aus einem Luftbild Ausschnitt aus einer Postkarte vgl. Luftbild 16, S. 389) (vgl. Abb. 187, S. 267)
Weiter südlich im ehemaligen Orangerieparterre zeigt der Situationsplan von 1899 einen Kegelschub, welcher als Alternative zu einem von der Belegschaft
117 HUNGER, 10.07.2025.
4 Historische Entwicklung 35 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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gewünschten Tennisplatz gebaut wurde (vgl. Karte 18, S. 441 und Abb. 187, S. 267).118 Die einheitliche Formensprache eines Landschaftsgartens im gemischten Stil setzte sich auf dem Areal des heutigen Rosengartens fort. Die schwungvollen Wege führten zu zwei bereits 1866 gebauten Holzbaracken, welche bis 1936 Bestand hatten (vgl. Abb. 329, S. 391).
Südlich der heutigen Hauptzufahrt wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Wirtschaftsbereich mit Kesselhaus, Badehaus und Küchengebäude weiter ausgebaut und visuell durch Bauten vom Park angeschirmt. Die zunächst hölzernen Verbindungsgänge, die aus den ursprünglichen Abteilungen hervorgingen wurden später in Stein ausgeführt und unterstrichen die Funktionstrennung innerhalb des Grundstücks. Im Zuge des Baus eines großen Anatomiegebäudes (heute Haus U) im Jahr 1892 wurde der heutige Bereich der Hauptzufahrt ebenfalls mit einer landschaftlichen Formensprache überformt und wies großflächige Rasenflächen auf (vgl. Karte 18, S. 441).Fortwährend veränderten sich durch Zukäufe und Eingliederungen die Grundstücksgrenzen und jeweils angepasst an die neuen Situationen reagierte man mit der Freiflächengestaltung.
1888 wurde das Gelände der Städtischen Bezirksschule in das Krankenhausareal integriert, 1903 folgte die Eingliederung der ehemaligen Königlichen Frauenklinik (heutiges Haus P). In den 1890er Jahren kamen weitere funktionale Bauten hinzu: zwei Wellblechbaracken im südlichen Bereich des heutigen Rosengartens (1891) sowie das Haus M. Weil sich um die Jahrhundertwende ein deutlich zunehmender Bedarf an Klinikgebäuden und medizinischen Ausbildungsstätten abzeichnete, erarbeitete der Stadtbaudirektor Hans Erlwein 1912 ein umfangreiches Um- und Erweiterungsprojekt, welches aufgrund des ersten Weltkrieges jedoch nicht ausgeführt wurde. In den Folgejahren des Zweiten Weltkrieges geriet das Stadtkrankenhaus in erhebliche finanzielle Engpässe. Dennoch konnten Bauten wie die damals größte Hals-Nasen-Ohrenklinik Deutschlands (Haus R) realisiert werden. In die selbe Zeit fällt der Bau der ersten unterirdischen Verbindungsgänge, welche u. a. auch im südlichen Mittelparterre verliefen sowie das 1927 erbaute Haus S mit den Bestandsgebäuden verband. Um 1930 spitzte sich die finanzielle Notlage derart drastisch zu, dass nur mit größten Anstrengungen eine Schließung des Friedrichstädter Krankenhauses abgewandt werden konnte. Wenige Jahre später besserte sich die Finanzlage, sodass erstmals seit 1869 auch größere Parkabschnitte neu gedacht und umfangreich umgestaltet werden konnten. Das Betraf insbesondere den Rosengarten, den Ehrenhof, aber auch das Mittelparterre.
118 STA DD: AKTE 106, SIG. 2.3.24
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Die Funktion des Ehrenhofs als Hauptzugang wurde durchgehend beibehalten. Die oben erwähnte Baumreihe auf der Friedrichstraße existierte spätestens zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr (vgl. Abb. 194, S. 275). In Reaktion auf den steigenden Platzbedarf des Krankenhauses wurde das heutige Haus A zu einem dreigeschossigem Gebäude umgebaut und bekam einen u-förmigen Wandelgang, wodurch sich der Ehrenhof verkleinerte (vgl. Abb. 193, S. 273). Der Mittelbau erhielt einen eckigen Laternenabschluss und das mittlere Fenster der Straßenfront wurde zu Gunsten eines Vorbaus mit Kupferdach verkleinert. Darüber befand sich ein Wappenrelief, vermutlich aus der Zeit Marcolinis (vgl. Abb. 198, S. 279).
Das restliche Straßenbild der Friedrichstraße änderte sich kaum bis 1937 (vgl. Abb. 308, S. 373), auch wenn neue Technologien Einzug hielten, wie die Verlegung von vier Straßenbahngeleisen (spätestens 1899 (vgl. Abb. 194, S. 275)) auf der nun gepflasterten Friedrichstraße und die Aufstellung von Gaslaternen (vgl. Abb. 194, S. 275) auf der Nordseite der Friedrichstraße und später zusammen mit Hinweisschildern auch unweit der Sandsteinlöwen (vgl. Abb. 195, S. 275). Das grundlegende Erscheinungsbild inklusive der Pollerreihe mit Sandsteinlöwen blieb erhalten. Ergänzt war die Inszenierung des Haupteinangs mit Fahnenmasten (vgl. Abb. 202, S. 283 und Abb. 197, S. 277).119 Die noble Wirkung wurde durch großformatige Granitplatten ab spätestens 1911 auf beidseitig der Friedrichstraße verlaufenden Fußwegen unterstrichen (vgl. Abb. 197, S. 277).
Der Ehrenhof war bis 1937 als nicht einsehbarer Hof gestaltet, indem er mit einer übermannshohen Mauer zur Straße hin abgegrenzt war. Südlich der Mauer befand sich entlang ihrer vollen Breite ein schmaler Vorbau (gestützt auf zierliche gusseiserne Pfeiler), welcher als Pforte diente. Man gelangte demnach über eine abgewinkelte Wegeführung in den Hof (vgl. Abb. 211, S. 291). Für Fußgänger diente vorrangig die östliche kassettierte Tür, welche zusätzlich ein Vordach mit verzierten Wandhalterungen und einen Briefkasten bot.
Von zwei hohen Torpfeilern begrenzt befand sich mittig eine Kutschenzufahrt („F- bedeckte Unterfahrt für Equipagen“) mit verzierter zweiflügeliger Holztür, welche entsprechend größer als die zwei seitlichen Türen war (vgl. Abb. 195, S. 275). Hineingefahrene Kutschen konnten im vollständig gepflasterten Innenhof120 unter ein ziegelgedecktes Vordach fahren (vgl. Abb. 198, S. 279). Jenes Vordach an
119 Zusätzlich befanden sich schräg gestellte Fahnenmasten auf den straßenseitigen Balkonen (vgl. Abb. 196, S. 277). 120 Es handelte sich um Kleinsteinpflaster im Reihenverband, welches für den Wasserabfluss zum Zentrum des Innenhofes geneigt war (vgl. Abb. 202, S. 283). Die Traufplatten bestanden aus großformatigen, einreihigen Granitplatten. Diese waren durch durch Großpflaster vom Kleinpflaster abgetrennt (vgl. Abb. 211, S. 291). Des Weiteren gab es schlichte Metallgeländer an der Westfassade. (vgl. Abb. 206, S. 285).
4 Historische Entwicklung 37 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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der östlichen Hofseite existierte bis mindestens 1918 und ist ab 1930 nicht mehr nachweisbar (vgl. Abb. 206, S. 285). Über zwei Treppenstufen gelangte man unter dem östlichen Vordach in den Korridor von Haus A (vgl. Abb. 200, S. 281). Ein weiterer Seiteneingang existierte auf der gegenüberliegenden Seite, dort jedoch ohne Vordach. Des Weiteren wurde der Innenhof für die Lagerung von Kohle genutzt.
Ein Grundriss des heutigen Gebäudes A von 1845 belegt, dass der Delphinbrunnen seinen Standort im Ehrenhof bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts fand. Er wurde vor den Vorbau auf der Mittelachse platziert. Offenbar existierte an der östlichen Fassadenseite ein weiterer Brunnen (vgl. Abb. 192, S. 273). Ursprünglich wurde die aus der Brühlschen Zeit stammende Reliefplatte (vermutlich aus der Orangerie)121 des Delphinbrunnens von einer Muschel bekrönt und von Voluten umspielt (bis 1937). Anfang des 20. Jahrhunderts war das Brunnenbecken über mehrere Jahre hinweg vegetabil ausgeschmückt, weil der Brunnen offenbar nicht mehr funktionstüchtig war. Abgesehen von der Reliefplatte wurde der gesamte Brunnen im Zuge der Umgestaltungen von 1937 vollständig neu gesetzt und war anschließend wieder funktionstüchtig (vgl. Abb. 204, S. 283). Anstelle des Muschelornaments erhielt er das Dresdner Stadtwappen oberhalb der deutlich älteren Reliefplatte (vgl. Abb. 219, S. 299).
Die heute wieder hergestellten halbrunden Treppenanlagen am nördlichen Abschluss des Wandelgangs („E-Corridor“) bestanden bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts und waren zwischenzeitlich zurückgebaut (vgl. Abb. 213, S. 293). In den 1920er Jahren zeichneten sich bereits Bauschäden mit bröckelndem Putz und Mauerrissen am Gebäude A ab. Risse in der Laterne des Mittelbaus veranlassten dazu diese mit Metallverstrebungen zu sichern (vgl. Abb. 202, S. 283). Nachdem in den 1930er Jahren wieder finanzielle Mittel zur Verfügung standen, wandelte sich das Erscheinungsbild des Ehrenhofs deutlich, auch wenn seine Funktion als Fußgängerhauptzugang weiterhin bestand hatte. Lediglich die Kutschenzufahrt wurde durch eine Automobilzufahrt im Westen des Grundstücks ersetzt.
1937 war der Mittelbau von Haus A bis zur Laterne hoch für eine Fassdensanierung eingerüstet. Im Ehrenhof selbst fanden Abbrucharbeiten vor allem an der straßenseitigen Mauer inklusive der Pförtnerbauten statt (vgl. Abb. 212, S. 291). Bestehen blieben lediglich zwei hohe Torpfosten mit dem
121 KNÖFEL 1999, S. ABB. 86.
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aufgesetzten figuralen Schmuck. Die ursprünglichen Hermen vor den Torpfeilern wurden entfernt. Vermutlich wurden diese zwei männlichen Hermen zusammen mit einer weiblichen Herme an der Nordfassade der ehemaligen Orangerie aufgestellt (vgl. Abb. 263, S. 335). Ursprünglich bestand die Nordfassade der ehemaligen Orangerie ohne skulpturalen Schmuck (vgl. Abb. 207, S. 287). Möglicher Weise um der Symmetrie Willen wurde eine vierte Herme ergänzt, welche ein deutlich abweichendes Erscheinungsbild mit stark reduzierter Dynamik aufweist und mutmaßlich erst um 1937 geschaffen wurde (vgl. Abb. 71, S. 223). Besagte vierte Skulptur ist nicht denkmalgeschützt. Auffällig sind jedoch die vermutlich ausgetauschten und veränderten Vasen auf den Köpfen der männlichen Hermen aus der Zeit Marcolinis (vgl. S. 334f).
Durch die Teilentnahme von Skulpturenschmuck ist insgesamt ein weniger ausgeschmücktes, aber dem Zeitgeschmack entsprechend aufgeräumtes und offeneres Erscheinungsbild entstand (vgl. Karte 21, S. 445), wie folgendes Zitat verdeutlicht:
„[Es] wurde [eine] umfassende Erneuerung der gesamten Straßenfronten des ehemaligen Marcolinischen Palais und deren anderen Gebäuden an der Friedrichstraße vorgenommen, […] die Kosten für diese Erneuerungsarbeiten betrugen 425.560 Reichsmark. Aus technischen und ästhetischen Gründen […] und um der Anstalt ein freieres Aussehen zu geben, wurde der Ehrenhof vor dem Palais in der Mittelachse der Gesamtanlage freigelegt.“122 Weil der Innenhof nun nicht mehr befahrbar sein musste, wurde der Hof im Zentrum entsiegelt und erhielt einen Rasenspiegel. Dieser wurde von historisierend und geschwungen gestalteten Sandsteineinfassungen im Stil des Neobarock eingefasst. In die vier Ecken des Rasenspiegels wurde je ein Heister eines Laubbaums gepflanzt (vgl. Abb. 213, S. 293). Vermutlich waren diese Gehölze jedoch für den schattigen Standort nicht geeignet (vgl. Abb. 214, S. 293), sodass sie bereits ein Jahr später durch vier geschnittene Buchsbaumhalbkugeln123 (Buxus) ersetzt wurden (vgl. Abb. 216, S. 295). Alle restlichen Flächen wurden mit Granitgroßplatten ausgestattet und das barocke Wappen an der Fassade durch einen Reichsadler mit Hakenkreuz und Eichenkranz ersetzt (vgl. Abb. 216, S. 295). Die zwei Seiteneingänge inklusive der zwei Stufen wurden beibehalten. Ausstattung wie Sitz- und Beleuchtungselemente oder Handläufe waren nicht vorhanden. Das deutlich politisch konnotierte Erscheinungsbild wurde u. a. zum 100-jährigen Jubiläum des Krankenhauses durch Fahnen und Girlanden ergänzt. Über dem Haupteingang (damals noch ohne die heutige Rampe) war nun die Inschrift „Gesundheit - Kraftquell des Lebens“ zu lesen und zeitweise befanden
122 KAISER 1946, S. 36. 123 Die Buchsbaumhalbkugeln wurden mit ca. 1 m Höhe und 1,5 m Durchmesser gepflanzt.
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sich in Kübeln aufgestellte Pflanzen neben dem Delphinbrunnen und vor den Torpfeilern . Ab 1949 ist eine zylinderförmige weiße Hängeleuchte im Vorbau nachweisbar und von dem Befahren der Fußgängerzone hielten weiße Poller ab (vgl. Abb. 217, S. 297).s
Im Mittelparterre wurde der Entwurf von Theodor Friedrich weitgehend bis nach dem ersten Weltkrieg beibehalten und nur partiell abgeändert. Erkennbar ist das weitgehende Festhalten an der axialen Symmetrie, was die Bedeutung der Mittelachse unterstreicht. Daran waren auch die Standorte von Großgehölzen orientiert, sodass davon auszugehen ist, dass die Buche (Fagus sylvatica) Nr. 341 ein östliches Pendant besaß (vgl. Abb. 187, S. 267).124 Im nördlichen Bereich bildeten die Sumpfzypressen in den Wasserbecken die einzige Ausnahme als Großgehölze. Das restliche Parterre war bis zum Werner-Denkmal mit tendenziell niedrig wachsenden Gehölzen aus vorrangig Koniferen bepflanzt. Der Formschnitt an den Eiben (Taxus) wie im Jahr 1913 (vgl. Abb. 246, S. 323) lässt sich nicht durchgängig belegen. Um 1900 waren die Eiben bereits ca. 8 m hoch und wuchsen ohne Formschnitt (vgl. Abb. 188, S. 321). Eine Fotografie von 1908 lässt wiederum einen Formschnitt vermuten (vgl. Abb. 192, S. 315). Der südlich des Werner-Denkmals befindliche Teil war fast ausschließlich mit Laubgehölzen bepflanzt (vgl. Abb. 308, S. 373).
Die mit Wandleuchten ausgestattete Südfassade des Palais wies bis ca. 1925 Fenster in den Bereichen der heutigen Türen auf (vgl. Abb. 190, S. 313) + (vgl. Abb. 191, S. 315). Demnach bestand die Südfassade des Mittelbaus ausschließlich aus Fenstern (vgl. Abb. 231, S. 311). Östlich wurde erst zwischen 1900 und 1925 ein Zugang über eine gepflasterte Rampe ohne Handlauf eingerichtet (vgl. Abb. 257, S. 331). In Abbildungen ab 1925 sind erstmals die drei Türen an der Südfassade des Mittelbaus von Haus A erkennbar, ähnlich wie sie heute noch existieren (vgl. Abb. 250, S. 325). Zum Mitteleingang führten zwei Stufen. Bis ca. 1925 bestanden die Fenster der ersten Etage, die bis dahin als Kapelle genutzt wurde, aus ornamentreichem Bleiglas (vgl. Abb. 255, S. 331) und wurden im Zuge von Sanierungsarbeiten durch einfachere Verglasung mit ovalen Fenstersprossen ersetzt, als der heutige Festsaal als Hörsaal umgebaut wurde.125 Diese Fenstersprossen wiederholten sich in den neu integrierten Türscheiben (vgl. Abb. 258, S. 333).126 Über den Fenstern war ein Wappen von Marcolini erhalten geblieben.
124 Auf Abbildungen um 1908 ist ein Pendant zur heute noch stehenden Buche nicht mehr erkennbar (vgl. Abb. 192, S. 315). 125 Der Hörsaal bestand sis 1983. (Hunger, 10.07.2025) 126 Auf Abb. 255, S. 331 ist für die Sanierung von Haus A-Ost bereits ein Gerüst erkennbar.
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Den zwei halbrunden Wasserbecken waren nördlich je zwei Pflanzstreifen mit Strauchrosen vorgelagert.127 Um 1916 fügte man zwischen diesen Pflanzstreifen je eine Konifere (ca. 6 m Höhe) hinzu (vgl. Abb. 251, S. 327). Ab 1925 wurden die Strauchrosen (Rosa) durch Rasenstreifen mit einer mittigen Pflanzung aus vermutlich Geranien (Geranium) ersetzt (vgl. Abb. 257, S. 331). Letztgenannte Abbildung zeigt an allen Rasenflächen eine gestochene Wegekante (kein Bord) sowie Wassergebundene Wegedecke128. Auch südlich der Wasserbecken waren noch keine Natursteinplatten verlegt, wie sie heute im Bestand vorliegen. Ein weiterer deutlicher Unterschied ist hinsichtlich der Saumbepflanzung festzustellen. Der heute weitgehend blickdichte Saum zwischen Parterre und Alleen bestand bis ca. 1930 noch nicht (vgl. Abb. 266, S. 337). Abbildungen die wenige Jahre später entstanden sein müssen, zeigen bereits einen sehr dichten Saumbewuchs u. a. mit vermutlich Goldregen (Laburnum) sowie deutlich erstarkte Eiben in hoch stehenden Wiesen (vgl. Abb. 265, S. 337).129
An die äußeren Rundungen der Wasserbecken schloss sich eine Rasenfläche an, auf welcher über viele Jahre hinweg eine Großblattstaude kultiviert wurde. Erst ab 1838 wurden die Großblattstauden vermutlich durch Zantedeschien (Zantedeschia) ersetzt. Im Wasserbecken selbst befanden sich Wasserpflanzen. Zeitweise handelte es sich um Seerosen, in Zeiten geringer Pflegeintensität wuchsen Schilf und Algen darin. Wie stark die Wasserfläche das Spiegelbild des Palais präsentieren konnte, zeigt Abb. 257, S. 331. Die um 1900 noch deutlich kleineren Inseln waren u. a. mit Farn, Schilf und Wasserlilien bewachsen (vgl. Abb. 234, S. 317). Am fast ebenerdigen Beckenrand130 ist auf Fotografien um 1908 noch ein vermutlich provisorisches Geländer von ca. 50 cm Höhe erkennbar (vgl. Abb. 191, S. 315). Ab 1916 ist ein Geländer auf abgerundeten Pfosten von ca. 25 cm Höhe nachweisbar, welches einen Holm aufwies (vgl. Abb. 249, S. 325). Die Inseln wurden nach 1930 deutlich vergrößert und erhielten einen massiven Betonring, vermutlich um Wasserverluste zu vermeiden. Allerdings wurde der Beton lediglich auf die vorhandenen Sandsteingrundplatten aufbetoniert, sodass der erhoffte Erfolg nur von geringer Dauer war.131
Mittig in jedem Wasserbecken war ein schmaler Springstrahl (ca. 1,5 m Höhe) mit Natursteinsetzung installiert, einerseits der Ästhetik wegen, anderseits zur Umwälzung des relativ flachen Wassers, welches bis über den Inselrand hoch
127 Beetmaße: Breite ca. 1,8 m, Länge 6-7 m; Strauchrosen Höhe ca. 1-1,5 m mit umlaufendem Rasen (vgl. Abb. 231, S. 311). 128 Die Abb. 245, S. 319 und Abb. 189, S. 313 legen nahe, dass es sich um eine beige-gelb gefärbte Wegedecke handelte. 129 Auch in den Abbildungen um 1930 sind keine Rasenborde erkennbar. 130 Im Bestand ist der nach oben aufgestockte Beckenrand ca. 20 cm über dem Wegeniveau, weil die Beckenrandprofilierung nachträglich mit einem betonierten Aufsatz versehen wurde. 131 GARTENMEISTER HENKER, IN SKDF, Bauarchiv, Ausführungsplanung Planungsbüro Dr. Rank, Dresden, 1992,
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
stand, sodass der Wurzelraum der Gehölze vernässt wurde (vgl. Abb. 257, S. 331). Die häufig dokumentierten Inselgehölze wiesen alle den arttypischen Wuchs von Echten Sumpfzypressen (Taxodium distichum) auf, waren 1908 ca. 11 m hoch und hatten einen Stammumfang von 20-30 cm (vgl. Abb. 190, S. 313).
Zwischen den Wasserbecken begann die Kleinbaumallee aus je Seite elf geschnittenen Fliederbäumchen (Syringa) von etwa 4 m Höhe (vgl. Abb. 234, S. 317), welche bei Ausfall offenbar nachgepflanzt wurden und daher unterschiedliche Alter aufwiesen. Die dazwischen gepflanzten Weinstöcke bestanden bis ca. 1925 (vgl. Abb. 252, S. 327) und wurden anschließend durch streifenförmige Wechselflorbeete ersetzt. Im Zuge dieser Umgestaltungen
fielen die äußeren der bisher drei parallel verlaufenden Mittelwege weg, ebenso wie der Verbindungsweg zwischen den Wasserbecken (vgl. Abb. 258, S. 333).
Südlich des westlichen Wasserbeckens stand bis 1937132 die hölzerne Luftbude des Männergartens133, welche nach Norden geöffnet und im Sommerhalbjahr mit Liegestühlen ausgestattet war. In geringer Anzahl waren an den Wegen weitere Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne aufgestellt (vgl. Bank auf der linken Bildseite an einer Birke Abb. 192, S. 315 und Abb. 243, S. 319). In den Rundplätzen der Skulpturen waren halbrunde Sitzbänke ohne Lehne aufgestellt, um den Skulpturenschmuck aus der Nähe eingängig betrachten zu können. Auch entlang des südlichen Querwegs waren Bänke mit Ausrichtung nach Norden aufgestellt. In den historischen Abbildungen ist unweit davon eine Lithfaßsäule erkennbar. Zur weiteren Ausstattung von um 1911 gehörte ein kleines, hölzernes Vogelhäuschen auf der Wiesenfläche südlich des östlichen Wasserbeckens (vgl. Abb. 243, S. 319).
Die historischen Abbildungen belegen südlich des östlichen Wasserbeckens eine höherwüchsige Konifere, möglicher Weise eine Weymuths-Kiefer (Pinus strobus) am Standort des heutigen Abendländischen Lebensbaums Nr. 360 (Thuja occidentalis) (vgl. Abb. 252, S. 327). In Abbildungen um 1922 (vgl. Abb. 254, S. 329) waren die Gehölze so weit erstarkt, dass das Wasserbecken von Süden aus fast vollständig vegetabil abgeschirmt war. U. a. wurde die höherwüchsige Konifere spätestens um 1925 entfernt und unweit davon ein Rhododendron gepflanzt (vgl. Abb. 258, S. 333).
Die nach wie vor große Bedeutung des Neptunbrunnens lässt sich mit einer umfassenden Restaurierung des Brunnens in den Jahren 1874 bis 1875 belegen.
132 KNÖFEL 1999, S. 30. 133 Eingegrünt war die Luftbude u. a. mit Haselnussträuchern und einem leicht schräg stehendem, zweistämmigem Nadelgehölz (vgl. Abb. 245, S. 319).
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Der Bildhauer Ernst Rietschel Heinze führte die Arbeiten aus. Im Zuge der Restaurierung wurde der Brunnen an das Dresdner Wassernetz angeschlossen, wodurch er seine Funktionstüchtigkeit bis zum Jahr 1945 wiedererlangte.134
Im Jahr 1937 investierte man in die Neugestaltung des Mittelparks und vereinfachte die Wegestruktur erheblich. Ausgeführt waren die Wege weiterhin als Wassergebundene Wegedecke, auf der nördlichen Mittelachse weiterhin kombiniert mit großformatigen Sandsteinplatten.135 Auch der nördliche Querweg wies noch nicht die heute liegenden Betonplatten auf (vgl. Abb. 267, S. 339). Lediglich an den Wasserbecken verwendete man großformatige Natursteinplatten (vgl. Abb. 277, S. 345). Die Mittelachse stellte weiterhin ein sehr prägendes gestalterisches Mittel dar und die säumenden Fliederbäumchen (Syringa) samt Wechselflorbeet wurden ebenfalls in die Neugestaltung aufgenommen (vgl. Abb. 268, S. 339).
Eine Fotografie von 1940 zeigt den Parkzustand wenige Jahre nach der Umgestaltung (vgl. Abb. 271, S. 341). Erkennbar sind Wegeborde, rechteckige Sitznischen mit Bänken aus trapezförmigen Betonsockeln mit Holzlattung und Rückenlehne. Des Weiteren sind erstmalig Leuchten auf der Mittelachse platziert worden. Seitlich der vorderen Sitznische sind Strauchrosen (Rosa) zu vermuten und im Hintergrund ist deutlich eine Birke (Betula) erkennbar. Hierbei handelt es sich um die Birke, welche ein Pendant zur Rosskastanie (Aesculus hippokastanum) Nr. 326 darstellte und heute nur noch ein Baumstumpf nördlich der Eibe (Taxus baccata) Nr. 365 ist. Im Hintergrund der Fotografie sind die Sumpfzypressen des östlichen Wasserbeckens erkennbar. Die östliche davon (heute ein Urweltmammutbaum) erscheint bereits deutlich höher. Die Abb. 257, S. 331 zeigt ebenfalls deutliche Wuchsunterschiede bei den zwei Inselgehölzen des östlichen Wasserbeckens. Dass es sich zu dieser Zeit bereits um zwei unterschiedliche Gehölze gehandelt haben könnte ist jedoch weitgehend ausgeschlossen, weil der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) erst in den 1950er Jahren wiederentdeckt wurde (Gehölzgutachten vgl. S. 57 ).136 In die Phase der Umgestaltungen von 1937 fallen auch zahlreiche Strauchpflanzungen, wie sie u. a. südlich der Wasserbecken vorgenommen wurden(vgl. Abb. 277, S. 345). Der Standort der ehemaligen Luftbude wurde nach deren Abriss mit Rasen gestaltet.
134 RUDERT 1994, S. 128 FF. 135 Südlich der heutigen Prunkvase existierten vermutlich 1911 bereits keine Sandsteingroßplatten mehr oder haben dort noch nie existiert (vgl. Abb. 243, S. 319). 136 Ähnlich wachsende Gehölze mit winterlichem Nadelabwurf wie die Europäische Lärche (Larix dezidua) sind unwahrscheinlich, weil deren Äste schräg nach unten wachsen würden.
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Die seitlichen Vorplätze von Haus A-Mitte waren durchgängig von einer zentralen Vegetationsfläche mit umlaufendem Weg geprägt (vgl. Abb. 187, S. 267). Die westliche runde Fläche war ab ca. 1910 mit einem Dutzend137 Blau- Fichten (Picea pungens) bepflanzt und stand in unmittelbarer Verbindung mit der westlichen Lindenallee, welche bis über den Querweg reichte.138 Unmittelbar an der Gebäudefassade befand sich Anfang des Jahrhunderts bis maximal 1925 ein größerer Laubbaum. Zur Einfahrt war diese Fläche durch einen langgestreckten Flachbau abgetrennt, wo sich heute eine Schnitthecke befindet (vgl. Abb. 249, S. 325). Der östlich gelegene Vorplatz verkleinerte sich aufgrund eines Anbaus an Haus A (ab spätestens 1903, vgl Abb. 189, S. 313). Demnach fiel die zentrale runde Vegetationsflächhe mit einem Brunnen kleiner aus und wies um 1900 keinen Baumbestand auf. Der umlaufende Weg war breitflächig angelegt und an seiner Abrundung im Südosten durch Linden und Bänke begrenzt.
Dieser Rundbogen schloss an die vierreihige Lindenallee an. Die östlichste Lindenreihe wurde im Zuge des Baus von Haus R im Jahr 1922 fast vollständig entfernt und ist auf letztgenannter Abbildung nur noch nördlich von Haus R vorhanden. Auch die sich anschließende Lindenreihe wurde durch den Bau erheblich beeinträchtigt. Die Abbildung zeigt noch zwei Altgehölze, südlich davon wurden Nachpflanzungen vorgenommen. Eine durchgehende Baumreihe wurde jedoch zu Gunsten einer breiten Anlieferfläche nicht mehr realisiert. Die Fläche zwischen der Reihe mit den Neupflanzungen von ca. 1922 wurde als Rasenfläche mit vereinzelten Sträuchern an der Fassade (vermutlich aufgrund von Pflegerückstand) gestaltet (vgl. Abb. 272, S. 341).
Die östliche Allee bildete die Abgrenzung zwischen dem Frauen- und Männergarten und war um 1900 mit zahlreichen nach Osten ausgerichteten weißen Sitzbänken ausgestattet. Zwischen den Baumreihen verliefen zwei Wege mit Wassergebundener Wegedecke, vermutlich ohne Bord. Von diesen Wegen ergaben sich zahlreiche Blickbeziehungen in das Mittelparterre, u. a. zu den Skulpturen. Der Blick führte durch die parterrezugewande Baumreihe hindurch, welche aus bereits stattlichen Linden (von schätzungsweise ca. 1830) bestand. In den beiden mittleren Alleereihen lässt eine Fotografie von um 1900 deutlich jüngere Bäume (von ca. 1870-1890) sowie vereinzelt frische Nachpflanzungen erkennen (vgl. Abb. 243, S. 319). Infolge der Umgestaltungen von 1937 wurde die parterrezugewande bereits massiv gestutzte Altbaumreihe mit Gehölzen unterpflanzt (vgl. Abb. 267, S. 339). Abb. 259, S. 333 lässt des Weiteren eine
137 Um 1910 wurden ca. 12 Stück Blau-Fichten gepflanzt, welche bis 1930 auf ca. 6 Stück reduziert wurden. 138 Um ca. 1930 endete die Allee bereits auf Höhe der Wasserbecken und Fotografien aus dieser Zeit belegen breits erhebliche Großastrückschnitte in den Baumkronen der Altgehölze (vgl. Abb. 266, S. 337)..
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Schirmleuchte am nördlichen Ende dieser Bepflanzung vermuten. Auf der linken Bildseite ist ein Gebäude, möglicher Weise eine Baracke, erkennbar, dessen Baujahr und Funktion sich aus der Quellenlage bisher nicht erschließt.
Die Westliche Allee endete im Süden mit einem abgerundeten Abschluss und wies um 1900 ebenfalls noch alle 4 Reihen auf (vgl. Abb. 235, S. 317). Die Linden waren zu dieser Zeit schätzungsweise 50 Jahre alt und vereinzelt mit Jungbäumen versetzt. Am westlichen Rand des äußeren von zwei wassergebundenen Wegen befanden sich weiße Sitzbänke mit Blickrichtung zum Mittelpark. Von diesen Sitzplätzen ergaben sich zahlreiche Sichtbeziehungen in den Park mit seinem Skulpturenschmuck und zum Palais. Sehr nah an der westlichsten Reihe befand sich der langgestreckte Baukörper, welcher den Parkteil vom Wirtschaftsbereich trennte. Die parterrezugewande Baumreihe wies teils leicht nach innen versetzte Baumstandorte auf (vgl. Abb. 248, S. 323). Ab spätestens 1930 war der westliche Weg dieser Allee gepflastert (vgl. Abb. 266, S. 337).
Im Orangerieparterre war dem Haupteingang der ehemaligen Orangerie der Winzerbunnen139 vorgelagert und in eine symmetrische Gestaltung des Eingangsbereichs mit Vordach integriert. Des Weiteren befanden sich kleinere Bauwerke verteilt im Parterre, wie das Lufthaus der Frauen mit Öffnung nach Norden und begrünter Pergola (vgl. Abb. 308, S. 373) und zwei kleinere Bauwerke südlich und östlich des Winzerbrunnens. Im Gegensatz zu heute bestand im nördlichen Teil um 1900 kein durchgehender Querweg als Anbindung zum Mittelpark. Auch eine Allee scheint es nicht gegeben zu haben (vgl. Abb. 187, S. 267). Vielmehr verlief unmittelbar entlang der Fassade ein breiter wassergebundener Weg an dem eine Steinbank direkt an der Fassade zum Verweilen einlud (vgl. Abb. 314, S. 377). Zu einem Holztor im östlichen Teil der ehemaligen Orangerie führte wahrscheinlich ein gepflasterter Weg in Nord- Süd-Ausrichtung, flankiert von einer unregelmäßig gesetzten Lindenreihe (vgl. Abb. 310, S. 375).140
Der Beckenrand des Winzerbrunnens war um 1909 mit einem verzierten Metallgeländer versehen (vgl. Abb. 311, S. 375).141 Im Süden war der Brunnen von dichtem Laubbaumbestand mit Strauchunterpflanung gesäumt, wobei ein schräg stehendes Gehölz ein besonders malerisches Bild erzeugte. Der heute sehr mächtige Blauglockenbaum ist mit seinem Austrieb in letztgenannter Abbildung auch bereits zu erkennnen. Insgesamt war das Terrain um den
139 Auch Kellermeisterbrunnen genannt. 140 Möglicher Weise aus rötlichen Pflastersteinen. 141 Das Geländer hatte drei zierliche Knieleisten auf einem profiliertem Brunnenrand und geschwungene nach innen verlaufende Metallstützen.
4 Historische Entwicklung 45 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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Winzerbrunnen etwas niedriger, als es heute im Bestand vorliegt. Der Höhenunterschied zwischen Vorplatz und Gebäudeeingang wurde mit einer Rampe überbrückt, welche von breiten Randsteinen gefasst wurde. Beidseits des Haupteingangs lagen kleinere Rasenflächen mit zweireihig angeordneten Kleinsträuchern.
Westlich davon stand ein Laubbaum unweit der Fassade, vermutlich ein Spitzahron (Acer platanoides). Entlang des u-förmigen Weges befanden sich vermutlich bepflanzte Vasen, deren steinerne Unterbauten heute teilsweise noch vorhanden sind. Die Rasenfläche reichte bis direkt an den Winzerbrunnen heran und war noch nicht wie heute durch Betonplatten abgetrennt.
Im Jahr 1937 wurden entlang der gesamten südlichen Orangeriefassade gemauerte Liegeterrassen vorgebaut, um den Patienten der TBC-Anstalt das Genesen an der frischen Luft ermöglichen zu können.142 Diese Terrassen waren mit Sonnenschirmen (Wand- und Bodenverankerung) sowie mit Metallgeländern ausgestattet (ca. 1,2 m Höhe mit Stabfüllung). Unterbrochen war die Terrassierung lediglich am Haupteingang (vgl. Abb. 316, S. 379). Die Rasenspiegel mit vereinzelten Gehölzgruppierungen wurden weitgehend beibehalten (vgl. Abb. 320, S. 383). Ablesbar sind in den Fotografien von 1941 Strauchrosenpflanzungen auf der Südseite der Rasenfläche. In jener Zeit wurde das Metallgeländer des Winzerbrunnens abgebaut und die vorhandene Strauchpflanzung auch nördlich des Brunnens weitergeführt (vgl. Abb. 319, S. 383). Am umlaufenden Weg wurden zahlreiche Straucheibische (Hibiscus syracus) gepflanzt, welche bis 1999 Bestand hatten. 143
Im heutigen Rosengarten wurde 1937 die einst landschaftliche Gestaltung überformt, indem ein weitgehend symmetrischer u-förmiger Rosengarten angelegt wurde, an welchen sich westlich eine rechteckige Wegeführung anschloss (vgl. Karte 23, S. 447). Dafür wurden die zwei Wellblechbaracken (N und O) am Standort des heutigen Hauses H entfernt (vgl. Abb. 329, S. 391). Die entstandene Freifläche wurde mit Rosen und gemischten Rabattenbändern bepflanzt (vgl. Abb. 332, S. 393). Eingehegt wurde der Rosengarten von Buchenschnitthecken (vgl. Abb. 330, S. 391). Diese Hecken trennten auch die westliche rechteckige Freifläche vom Rosengarten ab. Die Fläche wies bereits 1938 die heute noch bestehenden Altbäume einer Stiel-Eiche Nr. 528 (Quercus robur) und Rosskastanie Nr. 529 (Aesculus hippocastanum) als Großgehölze auf (vgl. Abb. 332, S. 393). Die nördliche Flanke wurde durch eine Reihe aus Lindenbäumen gebildet und griff damit die historisch breit angelegte
142 KNÖFFEL 1999, S. 30. 143 KNÖFFEL 1999, S. 30.
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Querverbindung zum Mittelparterre auf (vgl. Abb. 330, S. 391 und Abb. 333, S. 393). Innerhalb des Rosengartens wurde Wassergebundene Wegedecke eingebaut, welche mit Wegeborden eingefasst war.
Der Bereich nördlich von Haus N wies um 1900 eine Lithfaßsäule auf (vgl. Abb. 188, S. 321) und war von Freiflächen mit locker gruppierten Linden vor dem damals noch stehenden Barackenbauten (Haus B) geprägt (vgl. Abb. 334, S. 395). Die Wege waren überwiegend aus Wassergebundener Wegedecke mit Borden und entlang der Westallee vermutlich mit Pflaster ausgebildet. Bis heute ist ein Geländesprung im Bestand vorhanden, welcher sich auch auf einer Fotografie von 1914 abzeichnet (vgl. Abb. 338, S. 397). Zwischen Mittelpark und Haus N (noch ohne Vorbauten) sind Lindenaltgehölze von ca. 40-100 Jahren vorhanden gewesen. Der Übergang zum Parterre war vorrangig von Strauchpflanzungen geprägt. Das sich heute im Bestand befindliche Seifensteinpflaster war um 1914 vermutlich noch nicht verbaut.
Die Platzfläche südlich der heutigen Hauptzufahrt im Nordosten war um 1904 mit einer halbrunden Rasenfläche gestaltet, auf welcher ab spätestens 1899 eine Schmuckvase ohne jeglichen Gehölzbestand aufgestellt war. Lediglich unmittelbar an der Einfahrt (vgl. Abb. 187, S. 267) und nördlich der Treppe des Pathologiegebäudes befand sich je ein Laubbaum (vgl. Abb. 345, S. 403). Um 1900 waren des Weiteren keine weiteren Gehölze vorhanden. Aus dieser Zeit stammt jedoch der bis heute vorhandene skulpturale Schmuck aus Sandstein an einer in das Kellergeschoss führenden Rampe .
Die Hauptzufahrt hatte 1906 noch beidseits zwei Torpfosten mit einer deutlich schmaleren Einfahrt, als sie heute im Bestand existiert. Zwischen den Pfosten war ein zweiflügeliges Tor eingebaut und vor der Einfahrt befand sich eine Straßenleuchte.
Die gesamte Einfahrt wurde 1936 umgestaltet.144 Das Tor wurde durch ein geschwungenes Tor mit ovalen Öffnungen ersetzt und befand sich zwischen den Torpfosten einer nach innen schwingenden Sandsteinmauer (vgl. Abb. 349, S. 405).
144 EBD.
4 Historische Entwicklung 47 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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Was zeugt bis heute von dieser Zeitschicht 1845 bis 1945 (Phase 3)?
• Seitenwege, welche im Mittelparterre parallel zu Alleen verlaufen (später verbreitert und mit anderen Materialien ausgelegt)
• Ein Großteil der Krankenhausgebäude
• Taxusbestände im Mittelparterre von ca. 1870
• Standort der zwei Plastiken Tomyris und Themistokles (Skulpturen wurden unter Marcolini gefertigt)
• Inseln in Wasserbecken seit ca. 1890 + Beete an den Wasserbecken + drei Sumpfzypressen (Taxodien)
• Rundweg mit Sitzbereichen von 1938
• 1938 vermutlich Borde aus Buntsandstein
• Taxus westlich Haus R
• 1930er Gestaltung Liegeterrassen Orangerie
• Rosengarten von 1937
• Neobarocke Gestaltung des geöffneten Ehrenhofs von 1937
48 4 Historische Entwicklung 4.5 Krankenhausfreiraum zwischen 1845-1945
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4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
Eine erhebliche Zäsur brachte der Zweite Weltkrieg und die Notzeit der Nachkriegszeit mit sich. Das Friedrichstädter Krankenhaus war von den Bombenangriffen im Jahr 1945 betroffen, weil nichtmillitärische Einrichtungen gezielt angegriffen wurden. Dennoch blieb es, im Vergleich zu anderen Krankenhauseinrichtungen Dresdens, weitestgehend von Zerstörung verschont.145 Mutmaßlich weil dicke Rauchschwaden eines in der Nähe brennenden Ölzuges die Sicht auf das Krankenhausgelände hemmten.146 Dennoch brannte Haus I vollständig aus, wie ein Luftbild von 1945 erkennen lässt (vgl. Luftbild 3, S. 411). Die gröbsten Schäden waren relativ zeitnah beseitigt, u. a. durch zahlreiche Arbeitseinsätze der Krankenhausbelegschaft selbst. Zu DDR- Zeiten wurden bereits vor 1956 Restaurierungsarbeiten im Marcolini-Palais (Haus A) durchgeführt.147 Weitere größere Investitionen wurden jedoch gedrosselt, weil die Stadt erwog, das Krankenhaus in ein Altenheim umzuwandeln. In den 1980er Jahren existierten aufgrund der maroden Bausubstanz sogar ernsthafte Pläne für einen Abriss der Friedrichstadt, welche außerhalb des Bearbeitungsgebietes teilweise bereits umgesetzt wurden.
Ab 1980 wurde der restaurierte barocke Festsaal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dient seither als Saal u. a. für Konzerte und Vorträge. Im Jahr 1984 erstellte man schließlich eine Gartendenkmalpflegerische Zielstellung für die Gesamtanlage.148
Die Phase ab 1990 war von erheblichen Bautätigkeiten auf dem Krankenhausgelände geprägt. Es stand im Vordergrund, den Krankenhausbetrieb an die modernen Bedürfnisse anzupassen. Insbesondere Ausbauten für den motorisierten Verkehr sowie die Trennung von Straßenraum und Fußgängerbereich und großflächige Wirtschaftsbereiche überprägten weite Strecken. Der erhöhte Flächenbedarf und die vermehrte Versieglung wirkten sich zu Ungunsten des Gartendenkmals aus.
Im Jahr 2002 richtete das Weißeritzhochwasser erhebliche Schäden auch im Krankenhauspark an. Im Bearbeitungsgebiet stand das Wasser etwa kniehoch (vgl. Abb. 306, S. 371)149
145 Am 13. und 14. Februar 1945 wurden 40 der 53 Krankenanstalten aller Art in Dresden zerstört. Im Friedrichstädter Krankenhaus wurden das Beamtenwohnhaus, Haus J, Garagen und die Stadtionen 24 und 21 zerstört. Ausgebrannt sind Haus K und die Schlosserei. Haus S erlitt am Dachstuhl einen leichten Brandschaden. Haus P wurde verhältnismäßig geringfügig beschädigt (siehe unten). (KAISER 1949, S. 40.) 146 EBD. 147 GIMMLER 1956, S. 53. 148 FISCHER 1984. 149 SKDF BAUARCHIV ORDNER 16.
4 Historische Entwicklung 49 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
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Der Ehrenhof blieb von den Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend unberührt, sodass die vier halbrunden Buchssträucher bis mindestens 1952 Bestand hatten (vgl. Luftbild 3, S. 411). Die Prägung der Nachkriegszeit durch die sowjetische Besatzungsmacht lässt sich u. a. an der kyrillischen Beschriftung des Stadtkrankenhauses ablesen (vgl. Abb. 219, S. 299 sowie Abb. 220, S. 299). Weitere kleinere Veränderungen lassen sich ab 1952 mit weißen Wandleuchten an den Seiteneingängen und Sitzgelegenheiten in der nördlichen Nische des Ehrenhofs belegen. Eine Fotografie von 1982 zeigt, dass die südlichen Buchsbaumhalbkugeln durch Rhododendren ersetzt wurden, wovon sich der westliche deutlich schlechter entwickelte, während die nördlichen Buchsbäume bis 1987 bereits aus ihrem halbrundkronigen Schnitt heraus und deutlich aufgewachsen waren. Im Zentrum der Rasenfläche stellte man eine rundliche Pflanzschale150 mit Wechselflor und nördlich davon einen provisorisch wirkenden Bau mit Wellblechdach auf, welcher bis mindestens 1987 dort existierte (vgl. Abb. 222, S. 301 und Luftbild 9, S. 417). Die Wandleuchten wurden unterdessen durch dunkel gefasste Modelle ersetzt.
Im Jahr 1999 kam es zu umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Im Zuge dessen wurden die Seiteneingänge wieder an ihren ursprünglichen Ort an die nördlichen Stirnseiten des Korridors versetzt, sodass aus den Fenstern Türen wurden. Zu diesen führen bis heute je drei Stufen mit Metallhandlauf. Die ehemaligen Seitentüren wurden zu Fenstern umgebaut und die zweistufigen Treppen wurden zurückgebaut. Der Hauptzugang erhielt eine behindertengerechte Rampe und zusätzlich zwei Treppenstufen. Südlich des restaurierten Delphinbrunnens befindet sich seitdem im Parterre ein Schachtbauwerk mit Beleuchtung (vgl. Karte 30, S. 453). Die bis heute vorhandenen historisierend gestalteten schwarzen Wandleuchten sind ab 2011 nachweisbar, ebenso wie eine Verglasung des bis dahin vermutlich offenen Vorbaus des Mitteleingangs (vgl. Abb. 225, S. 305).
Der Vorplatz westlich von Haus A wurde bis mindestens 1999 von den um 1910 gepflanzten großen Blau-Fichten geprägt. Diese wurden vor 1987 durch eine zentral stehende Japanische Blütenkirche ‘Kanzan’ (Prunus serrulata Kanzan) ergänzt und hatten um 1992 eine bereits eingeschränkte Vitalität. Ebenfalls 1992 wurde das Terrain um ca. 20 cm angehoben. Raumbegrenzend wirkte der bis mindestens 1997 bestehende Flachbau westlich des Vorplatzes (vgl. Luftbild 9, S. 417). Mit einem Staudenbeet auf der Südseite des Parterres und zwei restaurierten weiblichen Hermen an der Fassade von Haus A-West wurde 1999
150 Diese große runde Pflanzschale stand auf einem rechteckigem standfuß und war vermutlich aus Waschbeton gefertigt.
50 4 Historische Entwicklung 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
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der repräsentative Charakter des Vorplatzes gehoben. Westlich von Haus A- Mitte befand sich in den 1970-1990er Jahren ein Zeitungskiosk (vgl. Abb. 283, S. 349) sowie eine Telefonzelle (vgl. Luftbild 13, S. 421).151
Auch die Wasserbecken und der Mittelpark sind weitgehend unbeschadet durch die Kriegszerstörungen gekommen. Demnach war auch noch die Ausstattung, wie die besonders langgestreckten Sitzbänke südlich der Wasserbecken, erhalten geblieben.152 Die Inselgehölze wirken in den Nachkriegsjahren bis 1953 auf den Luftbildern noch gleich groß, was darauf schließen lässt, dass auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch alle vier Sumpfzypressen existierten (vgl. Luftbild 5, S. 413). Erst auf einem Luftbild von 1987 ist erkennbar, dass ein Artenwechsel bei dem östlichsten Gehölz stattgefunden haben muss. Deutlich erkennt man am Schattenwurf der vier Inselgehölze die Unterschiede in Größe und Habitus (der mindestens 10 Jahre alte Urweltmammutbaum hat eine deutlich spitzwinkligere Krone, vgl. Luftbild 9, S. 417). Demnach wurde der heute existierende Urweltmammutbaum zwischen 1953 und 1973 gepflanzt.153
Leichte Veränderung gab es aber u. a. am Springstrahl, welcher mit ca. 3 m Höhe nun doppelt so hoch war (vgl. Abb. 278, S. 345) und in den 1970er Jahren als schmale Trichterform mit ca. 1,5 m Durchmesser gestaltet wurde (vgl. Abb. 283, S. 349).154 Die desolate Beckendichtung war fortwährend problematisch, sodass ca. 1984 eine Tondichtung eingebracht wurde. So ließ sich der hohe Wasserverlust erfolgreich reduzieren. Der Erfolg hielt allerdings nur 5-6 Jahre an, bis die Tonschicht stark durchwurzelt war und Ende der 1980er Jahre abermals enorme Wasserverluste von pro Becken ca. 20 000 Litern pro Woche auftraten. Auch das fast jährliche Ausbessern von Fugen brachte keine nachhaltige Besserung, sodass 1990 massive Wurzelaustritte am unteren Rand der Inselringe zum Vorschein kamen. Daraufhin wurde im selben Jahr mit dem Einbringen einer Teichfolie reagiert. Der Abdichtungsprosess zog sich bis zum Juli 1991, sodass die Gehölze eine lange Trockenperiode erlitten und ein Wachstumsstock auftrat.155 Infolge wurden Bewässerungsringe auf den Bauminseln installiert.156
151 GARTENMEISTER HENKER, IN SKDF, Bauarchiv, Ausführungsplanung Planungsbüro Dr. Rank, Dresden, 1992 152 Bänke des selben Modells wurden 1938 im Innenhof von Haus P und im Rosengarten aufgestellt. Im Mittelparterre waren diese Bänke bis mindestens 1999 (vgl. Abb. 304, S. 369), mutmaßlich sogar bis.2002 aufgestellt (vgl. Abb. 306, S. 371). 153 Ein vergleichbar altes Exemplar eines Urweltmanmmutbaums befindet sich im Kammeyergarten in Pillnitz. Das Gehöz wurde 1959 von einem anderen Standort umgepflanzt und weist heute einen Brusthöhendurchmesser von 125 cm auf. Der Urweltmammutbaum Nr. 357 im östlichen Wasserbecken weist einen Brusthöhendurchmesser von 92 cm auf. 154 1952 war der Springstrahl zwischenzeitlich schätzungsweise 5 m hoch (vgl. Abb. 279, S. 347). 155 Die westlichste Sumpf-Zypresse wies bereits 1999 deutliche Vitalitätseinbußen auf(vgl. Abb. 304, S. 369). 156 GARTENMEISTER HENKER, IN SKDF, Bauarchiv, Ausführungsplanung Planungsbüro Dr. Rank, Dresden, 1992
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Im Jahr 1992 wurde eine umfassende Sanierung der mit Fischen157 besetzten Wasserbecken durchgeführt. Die Ausführungsplanung erfolgte durch das Planungsbüro Dr. Rank aus Dresden. Ziel war es, den Wasserstand auf die Oberkante des Inselrands oder um maximal 2 cm darüber anzuheben. Im Zuge dessen fand eine Baumbesichtigung der Inselgehölze durch den Gartenbauingenieur Rudolf Schröder statt. Dabei wurden die Gehölze als vital eingeschätzt. Es wurde prognostiziert, dass die Anhebung des Wasserstands Wurzelknie bei den Sumpfzypressen hervorrufen würde, was sich im Nachhinein bestätigt hat. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurden Schürfen vorgenommen, um die Gründungstiefe der Becken zu bestimmen. Dabei wurde eine Tiefe von 1,35 m im östlichen Becken und 1,54 m im westlichen Becken festgestellt. Während der Arbeiten wurde der vorhandene Inselbewuchs aus Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) entfernt. Zur Erhöhung der Sicherheit wurden auf dem Beckenrand zusätzliche Geländerpfosten installiert.158 Zudem wurde eine Umwälzpumpe eingebaut, um den Wasserstand höhenregulierbar zu machen und somit an den Wasserbedarf der Bäume anzupassen. Die Wasserfontänen von 3 m Höhe wurden so installiert, dass sie den Wurzelraum benetzen und das Mikroklima verbessern. Der Planung zufolge sollte das Wasser ganzjährig im Becken verbleiben.159 Weiterhin wurden Über- und Ablaufarmaturen integriert, wobei ein zusätzlicher Erdschieber als Wasserablauf installiert wurde. Dieser ermöglicht Reinigungsarbeiten ohne vollständiges Entleeren der Becken. Die zwei Wasserbecken sowie der Winzerbrunnen werden durch einen Tiefbrunnen östlich von Haus A-Mitte mit eingebautem Druckverstärker versorgt, was eine stabile Wasserversorgung sicherstellt.160 Der enorme Wurzeldruck der wachstumsstarken Gehölze war u. a. Ursache für die abermals auftretenden Probleme mit der Undichtheit der Wasserbecken. Weiterhin wurde teils erheblicher Wasserverluste festgestellt, was darauf schließen lässt, dass die Gehölze mutmaßlich an eine reichhaltige Wasserzufuhr gewöhnt sind. Im Jahr 2018 wurde abermals eine Folie in die Wasserbecken eingebracht.161 Ein aktuelles Gehölzgutachten von 2025 über die Inselgehölze prognostiziert den drei östlichen Gehölzen eine voraussichtliche Lebenserwartung von mehr als 50 Jahren. Die westliche Sumpfzypresse Nr. 319 hat voraussichtlich nur noch bis zu 10 Jahre Lebenserwartung.
157 Die Becken waren bis mindestens 1999 mit Goldfischen besetzt und wurden daher in Unterlagen teilweise als Fischteiche/-becken bezeichnet. 158 Das neue Beckengeländer wurde von der Schlosserei Ingenieur Peter Made gefertigt. 159 Die Sanierung und Modernisierung der Wasseranlagentechnik übernahm Ingenieur Eberhard Grundmann, wobei Systembaustoffe der Firma Schomburg verwendet wurden. 160 GARTENMEISTER HENKER, IN SKDF, Bauarchiv, Ausführungsplanung Planungsbüro Dr. Rank, Dresden, 1992, 161 SKDF GÄRTNERIN SCHMIDT, MÄRZ 2025.
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In der unmittelbaren Nachkriegszeit hat die Stadt Dresden auch das Mittelpar- terre zur gärtnerischen Nutzung freigegeben.162 Altgehölzstrukturen wurden da- durch aber mutmaßlich nicht in Mitleidenschaft gezogen. U. a. blieb auch die Fliederbaumallee erhalten (vgl. Luftbild 3, S. 411).163 Im Geschmack der Zeit wur- den spätestens 1952 jeweils an den Kreuzungen des Mittelwegs (östlich) halbrun- de Schirmleuchten aufgestellt (vgl. Abb. 280, S. 347). Es ist in der Abblidnung au- ßerdem zu erkennen, dass zwischenzeitlich die gepflasterte Rampe an der östlichen Fassadenfront wieder zu einem Fenster zurückgebaut wurde. Vier Jah- re später sind im Parterre bereits eichelförmige Schirmleuchten nachweisbar (vgl. Abb. 282, S. 349).
Fotografien belegen, dass das Palais 1978 auf der Südseite mutmaßlich für Sa- nierungsarbeiten eingerüstet war. Auf jenen Fotos ist auch die Aufstellung von DDR-typischen zylinderförmigen Schirmleuchten erkennbar, welche bis 1999 exis- tierten. Auf dem Standort der heutigen Prunkvase (Nachbildung eines stark ver- witterten Originals) war zu diesem Zeitpunkt bis 1999 lediglich vegetabiler Schmuck vorhanden (vgl. Abb. 286, S. 353 und Abb. 305, S. 369). Die Sichtbezie- hungen zum Skulpturenschmuck waren spätestens 2002 vollständig zugewach- sen und der Eibenbestand verdichtete sich weiter bis heute (vgl. Abb. 306, S. 371).
Die raumprägenden Alleen verloren in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich an ihrer Ästhetik. Im Luftbild von 1945 ist zu erkennen, dass die östliche Allee entlang des Rosengartens weiter nach Süden führte (vgl. Luftbild 3, S. 411), heute endet sie allerdings bereits am Querweg. Das Luftbild von 1953 zeigt die westliche Allee vierreihig und die östliche zweireihig (vgl. Luftbild 5, S. 413). Der Altbaumbestand der östlichen Allee nahm stetig weiter ab, sodass 1978 lediglich noch acht Altgehölze erhalten waren (vgl. Luftbild 8, S. 415). Die heutigen Parkplätze in der westlichen Allee waren bereits 1999 vorhanden (vgl. Abb. 304, S. 369).
Im Orangerieparterre sind im Jahr 1945 entstandenen Luftbild die in Nord-Süd- Ausrichtung verlaufende Alleereihen noch gut ablesbar (vgl. Luftbild 3, S. 411). Zwei Jahre später wurde in der ehemaligen Orangerie die erste Poliklinik Sachsens eingerichtet.164 Vermutlich wurde in dem Zusammenhang zu Anlieferzwecken die ehemals Wassergebundene Wegedecke am Haupteingang mit Flächenbeton ausgeführt (vgl. Abb. 326, S. 387).
162 SKDF Hunger, Mai 2025. (Wiedergegeben aus Erzählungen der Krankenschwester Inge Büttich.); Eine gärtnerische Nutzung und ihr Umfang konnnte auf Luftbildern oder Fotografien bisher nicht verifiziert werden. 163 Die Fliederbaumreihe ist ab 1961 nicht mehr nachweisbar (vgl. Luftbild 6, S. 413). 164 KNÖFEL 199, S. 42.
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Am Winzerbrunnen war ab 1958 das einst zierende Metallgeländer nicht mehr vorhanden (vgl. Abb. 324, S. 385). Eine Fotografie von 1990 zeigt bereits relativ alte Fliedergehölze unweit des Winzerbrunnens, die mutmaßlich aus der Nachkriegszeit stammen und den Haupteingang flankierten. Die Parkpflege stand in der DDR-Zeit offenbar weit zurück, sodass der Winzerbrunnen vor Wildwuchs kaum noch erkennbar war.165 Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen setzten erst nach der politischen Wende von 1990 ein. 1992 wurde das parterre saniert und zwei Jahre später der Winzerbrunnen restauriert und dessen Umfeld neu gestaltet. Gepflanzt wurden in dem Zuge u. a. die heute noch vorhandenen Fliederbäume. Die eckigen Pflanzgefäße, welche heute im regelmäßigen Abstand auf der Terrasse aufgestellt sind, stammen ebenfalls aus dieser Zeit.166
Der Rosengarten wurde seit 1938 deutlich von den ihn umgebenden Buchenschnitthecken geprägt. Diese existierten bis mindestens 1988 sehr wahrscheinlich vollständig, teilweise mit einer Höhe von ca. 3,5 m. Aufgrund reduzierten Pflegepersonals167, wuchsen diese Hecken zeitweise sehr ausladend. Laut einem Luftbild von 1978 war der Rosengarten bereits eingeebnet (vgl. Luftbild 8, S. 415). Das sollte in jenen ressourcenknappen Zeiten Pflegekosten einsparen.168
Zwischen 1975 und 1994 wurde westlich des Rosengartens eine Bronzeskulptur aufgestellt.169 Es handelte sich um die Figur „Sich Kämmende“ von Wilhelm Landgraf.170
Der ursprüngliche Rosengarten diente zwischenzeitlich bis 1999 als Hubschrauberlandeplatz und wies in den 1990er Jahren keinen floralen Schmuck auf. Er hatte seine leicht geschwungenen Wege im Osten eingebüßt und die ursprüngliche Verlängerung des westlichen fassadenbegleitenden Wegs von Haus P war nicht mehr als zu einem Trampelpfad (Anbindung Haus H) verkommen. Auch die langen Bankformate existierten in diesem Gartenraum noch an beiden Längsseiten. Mit dem Ausbau des Dachs von Haus H (gebaut 1995), wurde der Hubschrauberlandeplatz im Rosengarten überflüssig. Haus H erhielt einen Vorplatz aus Betonplatten und einer kleinen Vegetationsfläche an zwei Parkplatznischen. Die Vorplatzgestaltung stellte keinen Bezug zu den bisherigen Gartenstrukturen her, sodass sich der oben genannte Trampelpfad
165 HUNGER, 10.07.2025. 166 EBD. 167 Ab den 1970er Jahren waren nur noch zwei Gärtner für die Freiflächen des gesamten Krankenhauses zuständig. 168 KNÖFEL 1999, S. 31. 169 Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Aufstellung erst nach 1990 erfolgte, Sie existierte am heutigen Standort bereits vor 1999. 170 Weitere Informationen zu WILHELM LANDGRAF, vgl. S. 462.
54 4 Historische Entwicklung 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
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bildete. Die Südfassade von Haus H wurde durch einen Gehölzsaum von Bäumen mittleren bis höheren Alters flankiert (hauptsächlich Laubbäume).
1999 setzten die Wiederherstellungsarbeiten des Rosengartens ein, wofür die Bitumebeläge der ehemaligen Landeplatzumrandung entfernt wurden. Einbauten, wie der Kollektorgang und Lüftungsschächte wurden technisch modernisiert.171 Das historisch 1938 vorgegebene Thema eines Rosengartes wurde an die bestehenden Flächenabmaße angepasst und symmetrisch in die ursprünglich größere Fläche einbeschrieben. So wurde die Formensprache an den gestiegenen Platzbedarf, wie dem umlaufenden Fußweg (gebaut nach 1992), angepasst.172 Die Lösungsfindungen glückten nicht in allen Bereichen, weshalb der westliche Abschluss mit einem abknickenden Weg in der gestalterischen Qualität abfällt. Es wurde eine rot-braun gefärbte Deckschicht der Wassergebundenen Wegedecke eingebaut.
Die Parkfläche nördlich von Haus N verkleinerte sich spätestens um 1948 deutlich, weil das sich auf der Mittelachse befindliche Gebäude Haus N einen Vorbau bekam, um die im Krieg beschädigten Pavillonbauten zu ersetzen (vgl. Abb. 340, S. 399). Die davor liegenden Wiesenflächen gingen ohne Bord in Wassergebundene Wegedecke oder Pflasterwege über. In lockerer Verteilung befanden sich in diesem Bereich Lindengehölze unterschiedlichen, teilweise jedoch mit offensichtlich erheblichem Alter. Der heute stattliche Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) lässt sich erst ab 1987 nachweisen (vgl. Luftbild 9, S. 417). Auch nördlich des zwischen Parterre und Haus N verlaufenden Querweges wurde bereits vor 1982 die Grünfläche beschnitten, indem Parkplätze auch Flächen des Mittelparterres beanspruchten (vgl. Abb. 343, S. 401). Für Fußgängerwege wurden die Grünflächen nach 1991 weiter beschnitten (vgl. Abb. 295, S. 361).
Vor Haus U wurde vor 1992 eine Sandsteinbüste von Christian Georg Schmorl173 (1861–1932) aufgestellt. Zu jener Zeit flankierten bereits Kleinbäume die Rampe und eine ehemals an der Fassade stehende Linde war entfernt worden. Stattdessen befanden sich zwei Bäume auf dem Rasen östlich des Zuwegs zur Treppe von Haus U. Es handelte sich um einen Zweigriffeligen Weißdorn (Crataegus laevigata ‘Paulii’) unweit der Mauer und südlich davon um einen Eingriffeligen Weißdorn (Crataegus monogyna). Die Rampe zu Haus U war ebenso wie die gesamte Einfahrt gepflastert. PKWs welche durch die bereits 1992 mit Schranke, Geländer und Pförtnerhäuschen ausgestattete Einfahrt gefahren waren, fanden u. a. südlich von Haus A Parkplätze. Auf einer
171 Themenstadtplan Dresden: https://themenstadtplan.dresden.de/, Abruf: 19.03.2025. 172 SKDF BAUARCHIV, Ordner 16, Freiflächenplanung 19.05.1999. 173 Weitere Informationen zu Christian Georg Schmorl, vgl. S. 463.
4 Historische Entwicklung 55 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
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Fotografie von 2002, welche das Hochwasser zeigt, ist die heute unweit der Mauer stehende Ahornblättrige Platane Nr. 6 (Platanus x hispanica) noch relativ jung. Und eine bis mindestens 1999 bestehende alte Hänge-Birke (Betula pendula) direkt an dem Pförtnerhäuschen existierte nicht mehr (vgl. Karte 27, S. 451).
Was zeugt bis heute von dieser Zeitschicht 1946 bis 2025 (Phase 4)?
• Fußwege südlich und östlich des Mittelparterres sowie um den Rosengarten • Seiteneingänge des Ehrenhofs an der Stirnseite des Korridors, behindertengerechter Eingang und verglaster Vorbau • Urweltlmammutbaum auf der östlichsten Insel, gepflanzt zwischen 1953 und 1979 • Modernisierte Wasserbecken mit erneuerten Metallgeländern • im Rondell aufgestellte Prunkvase • Wechselflor entlang der Mittelachse • Bronzefigur „Kämmende“ • Wegeführung und Beete des Rosengartens • Haus H mit südlichem Vorplatz • Nördlicher Vorbau von Haus N • Sandsteinbüste von Christian Georg Schmorl
56 4 Historische Entwicklung 4.6 Krankenhausfreiraum zwischen 1946-2025
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5 DARSTELLUNG, WERTUNG UND ZEITLICHE EINORDNUNG DES
BESTANDES
Im Folgenden wird der Bestand des Bearbeitungsgebiets beschrieben. Die Bestandsaufnahme erfolgte zwischen August 2024 und Mai 2025 unter Einbeziehung unterschiedlicher Tages- und Jahreszeiten, um ein möglichst umfassendes Bild der örtlichen Gegebenheiten zu erhalten.174 Eine Fotodokumentation erfasst sowohl die Raumeindrücke und Hauptelemente (vgl. S. 173) als auch Materialien und Ausstattungen (vgl. S. 217). Eine Wertung aus denkmalpflegerischer Sicht wird in eckigen Klammern mit einem Plus [+] für eine positive und einem Minus [—] für eine negative Wertung ausgesprochen.
5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
Das Projektgebiet umfasst bzw. tangiert folgende Gebäude auf dem Gelände des SKDF: Haus A, B, C, H, K, N, R, U und W, wovon sechs denkmalgeschützt sind, vgl. Abb. 7.175
Abb. 7: Gebäudebestand des Friedrichstädter Krankenhauses mit Bearbeitungsgrenze in Blau und denkmalgeschützten Gebäuden in Rot Verfasser LA, 2025.
Das zweigeschossige Haus A-Mitte geht auf ein barockes Gartenpalais von 1729 zurück, das durch den Architekten Johann Christoph Naumann176 errichtet wurde. Mit seinen Seitenbauten bildet es einen ca. 200 m langen,
174 Als problematisch stellte sich heraus, dass es, abgesehen von einer Diplomarbeit von 1999, keine aktuelle Betrachtung des Gesamtensembles gibt und das BA nur einen Teilbereich dessen abdeckt. Raumbezüge konnten daher nicht vollständig untersucht werden. 175 Auszüge aus dem Zukunftskonzept des SKDF hinsichtlich Sanierung und Neubau von Gebäuden, vgl. S. 478. 176 Weitere Informationen zuNaumann, vgl. S. 460.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 57 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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geschlossenen Baukörper südlich der Friedrichstraße und ist vollständig denkmalgeschützt. Es erfuhr unter Heinrich von Brühl177 (1736–1740, Architekt Johann Christoph Knöffel178) eine erste wesentliche Erweiterung des Ehrenhofs und wurde 1774 unter Marcolini179 durch Schade180 und Kuntsch181 erneut baulich verändert. Aus jener Zeit stammt ein Großteil des umfangreichen bauplastischen Schmucks und der bis heute erhaltene Ehrenhof mit einfacher Lisenenarchitektur und glatten Fenstergewänden.182 [+] Der Ehrenhof wird von drei Seiten durch das Gebäude A umschlossen und besitzt seit 1937 eine zur Friedrichstraße geöffnete Front. [+] Heute befinden sich im Erdgeschoss unter anderem die Patientenaufnahme, das Institut für Klinische Chemie und Labormedizin sowie mehrere medizinische Praxen. 1835 erfolgte der Umbau der Orangerie (Haus A-Ost) zu herrschaftlichen Wohnungen. Seit 1849 dient das Gebäude dem Krankenhausbetrieb und erhielt vor 1931 eine Terrasse entlang fast der gesamten Südseite, vgl. S. 207. Am Vorplatz des Mitteleingangs zur ehemaligen Orangerie herrscht heute reger Lieferbetrieb für den Krankenhausalltag. Im Gebäudeflügel Haus A-West ist seit 2011 eine Patienten- und Mitarbeiterbibliothek eingerichtet. In der oberen Etage sind Verwaltungsbereiche, das Finanz- und Rechnungswesen, die Krankenhaushygiene sowie weitere fachärztliche Abteilungen untergebracht. Das Gebäude A steht nach wie vor in engem Bezug zum Gartenraum. [+] Lediglich im Bereich der Hauptzufahrt im Nordwesten korrespondiert Architektur und Freifläche in sehr geringem Maße. [—] Am Haus A-West befindet sich an der Hauptzufahrt ein zwischen 1945 und 1966 angebautes Pförtnerhäuschen. Es wurde in jüngerer Vergangenheit saniert und ist in der Denkmalkarte nicht als denkmalgeschützt ausgewiesen.183 Jenes bietet mit einem Vordach den Fußgängern ein Passieren und Orientieren im Trockenen. Die Schrankensteuerung des Pförtners trägt maßgeblich zu einer Reduzierung des Fahrverkehrs im Krankenhausgelände bei. [+] Im Pförtnerhäuschen läuft eine Vielzahl an Medienkanälen zusammen.184
Haus B wurde im Jahr 2002 als L-förmiger Neubau mit 4 Etagen und einem Satteldach errichtet und beherbergt seitdem Einrichtungen der Psychiatrie sowie der Physiotherapie. Der Eingang befindet sich im Süden und das Gebäude
177 Weitere Informationen zu BRÜHL, vgl. S. 458. 178 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 179 Weitere Informationen zu MARCOLINI, vgl. S. 459. 180 Weitere Informationen zuSCHADE, vgl. S. 461. 181 Weitere Informationen zuKUNTSCH, vgl. S. 461. 182 GURLITT 1903, S. 575. 183 Denkmalkarte Sachsen: https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/Gast/Denkmalkarte_Sachsen. aspx?Hinweis=false, Zugriff 9.08.2025. 184 Laut Aussage von Herrn Zische, SKDF, 23.09.2025. Der Medienplan gibt an dieser Stelle offenbar nicht die tatsächliche Fülle an Medienkanälen wieder, vgl. 1.2 Bestandsplan mit Medienlage. Aktuell besteht noch eine Zweckbindungsfrist für das Pförtnerhäuschen.
58 1 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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greift, abgesehen von der Orientierung an der West-Allee [+], keine direkten Bezüge zum Mittelparterre auf.
Haus C wurde bis 2007 als fünfgeschossiger Neubau mit Flachdach errichtet, (vgl. Abb. 21, S. 181). Es überschneidet sich mit einer ehemaligen Lindenallee, welche nach Süden zum Neptunbrunnen führte. [—] Der Vorplatz von Haus C (vgl. Abb. 23, S. 183) deutet mit drei kugelförmigen Linden (Tilia) in Teilen die ehemals westlichste Alleereihe an (vgl. Karte 7, S. 431). [+] das Gebäude beherbergt ein interdisziplinäres operatives Zentrum mit OP-Bereich, zentraler Notaufnahme sowie Intensiv- und Bettenstationen. Das Dach verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz in 25 m Höhe und ist teilweise als Gründach ausgestaltet.
Haus G ist ein zweigeschossiges, denkmalgeschütztes Gebäude aus der Zeit zwischen 1846 und 1866, welches durch einen Neubau 1998 ergänzt wurde. Es beherbergt unter anderem die Kliniken für Strahlentherapie, Onkologie, Gynäkologie sowie Kinder- und Jugendmedizin. Nach schweren Hochwasserschäden im Jahr 2002 erfolgte 2003 die vollständige Wiederherstellung. Es steht über einen Verbindungsgang mit Haus W in Verbindung. Der nach Osten orientierte Eingangsbereich geht in eine bogenförmige Vorfahrt über (vgl. Abb. 14, S. 175). Diese bindet an einen quer und leicht schräg verlaufenden Betonplattenweg an das Mittelparterre an und führt zum Haus R. Für eine ausreichend breite Vorfahrt an Haus G wurden zwei Linden der Allee weggelassen. [—] Eine Pflanzinsel mit drei Linden (Tilia) sorgt jedoch für ein durchgängiges Erscheinungsbild der Lindenallee. [+]
Haus H ist ein 1996 errichteter viergeschossiger Neubau mit Flachdach, welcher über oberirdische Verbindungsgänge an HausR und HausK angebunden ist. Dadurch ist jeglicher Bezug vom nördlichen ehemaligen Orangerieparterre zum Rosengarten verloren gegangen (vgl. Abb. 4, S. 15). [—] Der nach Süden ausgerichtete Eingangsbereich greift kaum Bezüge zum Gartendenkmal auf (vgl. Abb. 31, S. 191). [—] Dazu zählt der fehlende Bezug zum angrenzenden Wegenetz, eine asymmetrische Ausgestaltung des Vorplatzes und eine Fehlpflanzung (Spitzahorn, Acer platanoides Nr. 507) in der ehemaligen Lindenallee. Das Gebäude beherbergt die Augenklinik, die HNO-Klinik, OP- Bereiche sowie Einrichtungen der Intensiv- und Notfallmedizin, Gefäßchirurgie und der Klinik für Dermatologie und Allergologie.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 59 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Haus K wurde 2011 als fünfgeschossiger Neubau errichtet, nachdem der Vorgängerbau im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt (vgl. Luftbild 4, S. 411) und wiederhergestellt worden war. Ursprünglich diente der 1901 auf zwei Etagen erhöhte Vorgängerbau als eins von zwei Isolierhäusern. Es beherbergt heute die Klinik für Augen- und HNO-Heilkunde, die Klinik für Dermatologie und Allergologie sowie das Hautkrebszentrum (vgl. Abb. 49, S. 209).
HausN ist ein denkmalgeschützter Altbau, der zwischen 1872 und 1878 als Chirurgische Klinik von Architekt und Stadtbaudirektor Theodor Friedrich errichtet wurde. Das dreigeschossige Gebäude befindet sich auf der wichtigen Mittelachse des Klinikparks und erhielt vor 1926 einen nördlichen Vorbau (vgl. Abb. 25, S. 185). [—] Seit 2018 dient es dem nachgeordneten Operieren sowie der Unterbringung von Bettenstationen der Neuro- und Allgemeinchirurgie. Des Weiteren befindet sich darin ein Beckerladen mit Cafébetrieb, welcher auf der Südseite des Gebäudes Außensitzplätze mit Blick auf den Neptunbrunnen bietet. [+] Durch einen Torbogen gelangen Nutzer auf der Mittelachse durch das Gebäude bis zum Neptunbrunnen. [+]
HausR ist ein denkmalgeschützter Altbau aus dem Jahr 1922/1923 mit drei Geschossen (vgl. Abb. 42, S. 203). Ursprünglich als größte Hals-Nasen-Ohrenklinik Deutschlands errichtet, wird das Gebäude nach einem Umbau im Jahr 2012 heute von der Klinik für Radiologie und der Klinik für Neurologie genutzt. Das Gebäude besitzt vier nach Westen orientierte Eingänge mit rechteckigen Vorplätzen. Der Haupteingang mit dem größten Vorplatz (Anlieferfläche) schließt an den nördlichen, leicht quer durch den Mittelpark verlaufenden Plattenweg an. Durch die Anlieferfläche wird eine wiederhergestellte Lindenreihe auf einer Länge von 33 m unterbrochen. [—]
Haus U ist ein denkmalgeschützter, neobarocker Altbau aus dem Jahr 1892, der ursprünglich als pathologisches Institut mit angeschlossenem Hörsaal diente. Zudem befand sich in dem dreigeschossigem Gebäude eine Krankenhauskapelle – heute der „Raum der Stille“ zum Abschied nehmen. Auch heute noch befindet sich in dem historistischen Bau das Institut für Pathologie und darüber hinaus die sog. Schmorlsche185 Sammlung. Die Gestaltung der nach Osten gerichteten Zugänge ist weitgehend originalgetreu erhalten geblieben (vgl. Abb. 12, S. 173). [+]
185 Weitere Informationen zu Schmorl, vgl. S. 463
60 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Das denkmalgeschützte Haus W wurde zwischen 1912 und 1937 erbaut. Es besitzt vier Etagen und ist mit dem Haus G baulich verbunden. Die Eingänge befinden sich auf der östlichen und nördlichen Fassade, wo auch ein Geldautomat in der Fassade integriert ist. An der Ostfassade wirken ein Kellerzugang mit Betontreppe und Geländer sowie technische Einbauten ästhetisch störend. [—]
Von den unterirdischen Bauwerken, den teils begehbaren Kollektorgängen und der Rohrpost, ist das BA insbesondere im südlichen Bereich betroffen (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2). [—]
Die zwei halbrunden Wasserbecken mit einer Gesamtwasserfläche von etwa 306 m² und einer Tiefe von ca. 80 cm bilden ein zentrales gestalterisches Element und befinden sich als Spiegelfläche der Fassade südlich des ehemaligen Palais/Haus A-Mitte, vgl. S. 247. [+] Sie sind wertvoller Originalbestand aus der Zeit Marcolinis und entstanden zwischen 1779 und 1815. [+] Sie messen jeweils ca. 20 m in der Länge, 9,7 m in der Breite und beinhalten insgesamt vier bepflanzte Inseln mit einem Durchmesser zwischen 4 und 5 m. Die westlichen Inseln sind kleiner und von einem ca. 60 cm hohen Betonring eingefasst, während die östlichen, etwa 1 m größeren Inseln mit einem ca. 85 cm hohen Ring eingefasst sind. Die Becken selbst sind mit Teichfolie ausgekleidet (vgl. Abb. 78, S. 227). [—] Im westlichen Becken sind zusätzlich Metallabschlüsse unterhalb des Beckenrands sowie an den Inselrändern verbaut. Auffällig sind die flach unter der Folie verlaufenden Wurzelstränge, die auf eine langjährige Gewöhnung der Gehölze an eine konstante Wasserzufuhr hindeuten und zunehmend zu strukturellen Schäden an der Beckenabdichtung führen. [—] Die Bäume, drei originale Echte Sumpfzypressen (Taxodium distichum) und ein Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) aus den 1970er Jahren, stehen im Gegensatz zu um 1900 nicht direkt im Wasser, weil die Betonringe heute über dem (höhenanpassbaren) Wasserspiegel liegen. Seit 1992 sorgt ein Bewässerungssystem mit auf den Inseln verlegten Schläuchen für eine gezielte Versorgung der Vegetation, die jedoch nicht vollumfänglich auszureichen scheint. [—] Die Ursprünge der zwei halbrunden Brunnenbecken lassen sich bis um 1800 zurückverfolgen (vgl. Karte 49, S. 239). Die heutigen Inseln wurden um 1890 ergänzt, um vier geschenkte Echte Sumpfzypressen an repräsentativer Stelle in den Park zu integrieren – eine Maßnahme, die in der Folge wiederholt zu Dichtigkeitsproblemen an den Brunnenbecken führte. [—] Die letzte umfassende
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 61 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Sanierung wurde 1992186 vorgenommen, wobei die Folienauskleidung zuletzt 2018 erneuert wurde. Die Undichtheit der Becken, erweist sich heute als essenziell für das Überleben der standortprägenden Inselgehölze, die auf eine kontinuierliche und reichhaltige Feuchtigkeitsversorgung angewiesen sind. Weitere gestalterische Elemente sind zwei Maskenspeier in Form von Sandsteinreliefs jeweils mittig an der Südseite der Becken, die vermutlich aus der Zeit Marcolinis stammen (vgl. Abb. 58, S. 217). [+] In der Mitte jedes Beckens befindet sich ein Springstrahl von bis zu ca. 3 m Höhe. Damit ist dieser etwa doppelt so hoch wie jener um 1900. [+] Die verstärkte Wasserbewegung ist jedoch zuträglich für eine beständige Umwälzung des flachen Wassers, welches in den Sommermonaten stark zu Veralgung neigt. [—] Die Anlage war ursprünglich mit Fischbesatz ausgestattet. Dieser ist heute jedoch nicht mehr vorhanden, was den Nährstoffeintrag reduziert. [+] Die westlichste Insel beherbergte bis 2025 ein Entenhäuschen mit einer Holzrampe für Wasservögel. [—] Am nördlichen Beckenrand erfolgte eine Aufbetonierung des profilierten Sandsteinrandes (vgl. Abb. 77, S. 227). [—] Ein niedriges Metallgeländer, eine Nachbildung von 1992, orientiert sich eng an dem historischen Vorbild von ca. 1910. Es kombiniert einfache Rundprofile mit breiteren profilierten Pfosten und rundem Abschluss (vgl. Abb. 76, S. 227). [+]
Die Hauptzufahrt des Friedrichstädter Krankenhauses befindet sich im Nordwesten des Grundstücks an der Friedrichstraße. An dieser Stelle lässt sich bereits ab 1729 eine Einfahrt belegen, sodass die Funktion seit ca. 300 Jahren beibehalten wurde. [+] Die täglichen Zufahrten werden durch einen Pförtner mit einem Schrankensystem auf Anlieger begrenzt (vgl. Abb. 12, S. 173). [+] Weil Anlieferfahrzeuge vorrangig die südlichen Einfahrten nutzen, beschränkt sich das Nutzerspektrum der Hauptzufahrt überwiegend auf Rettungsfahrzeuge, Taxis, Krankentransporte, Patienten, Personal und Besucher des Krankenhauses. [+] Dennoch entsteht im Alltag nicht selten ein Rückstau, welcher bis auf die Friedrichstraße reicht. Eine zwischenzeitlich vom LfD erteilte denkmalschutzrechtliche Genehmigung auf Erweiterung der Einfahrt auf drei Spuren ist 2020 erloschen.187 Bedarf an einer Erweiterung besteht unverändert. Seitens des SKDF wird derzeit angedacht und geprüft, ob die Umsetzbarkeit einer dritten Fahrspur, welche Fahrradfahrern und Rettungswagen vorbehalten sein soll, realisierbar ist.
186 Von Springbrunnen-Anlagenbau Grundmann aus Dresden. Heute übernimmt die Betreuung der Wasserbecken das SKDF selbst. 187 MÜLLER, 5.09.2025. GENEHMIGT WURDE DIE VERBREITERUNG DER EINFAHRT UND VERSCHIEBUNG DER SANDSTEINMAUER UM EINEN METER NACH WESTEN. (AMT FÜR KULTUR UND DENKMALPFLEGE DRESDEN, ABTEILUNG DENKMALSCHUTZ/ DENKMALPFLEGE, FRAU EGGERT, 01.04.2014.)
62 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Nach aktuellem Kenntnisstand stellt die Hauptzufahrt eine der größten Schwachstellen beim Hochwasserschutz der Gesamtanlage dar. [—] Zur Problemlösung sind temporär aufstellbare Hochwasserschutzwände im Gespräch. [+]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 63
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5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
Die heutige Raumstruktur greift die Hauptelemente der barocken Parkanlage auf und ist bis heute von einer barock geprägten Raumabfolge gekennzeichnet (vgl. Abb. 4, S. 15) [+]; die einzelnen Teilräume haben sich jedoch vor allem durch eine funktionale Überformung seit Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich im Erscheinungsbild geändert. [—] Während in der ursprünglichen Gestaltung eine enge Verzahnung von Architektur und Gartenraum im Vordergrund stand, liegt der gestalterische Schwerpunkt nunmehr auf der Betonung bzw. lediglich der Anbindung einzelner Baukörper und möglichst pflegeleichten Strukturen. [—] Die ehemals zusammenhängenden Gartenräume gliedern sich heute in weitgehend abgeschlossene [—], überwiegend symmetrisch angelegte Teilbereiche wie den Mittelpark, den Rosengarten, das Orangerieparterre, die Hauptzufahrt und den Ehrenhof. Die Symmetrieachsen folgen dabei dem Grundraster welches der gesamten Friedrichstadt zugrunde liegt. [+] Der Ehrenhof fungiert als repräsentativer Auftakt der Raumabfolge und wird durch seinen streng symmetrischen Aufbau geprägt. Er hat seit der Barockzeit seine willkommenheißende Geste als Ort des Ankommens und Orientierens nicht verloren und hebt sich von der Straßenflucht der Friedrichstraße ab. [+] Er strahlt eine würdige Ästhetik aus und ist seit 1937 zur Straßenseite geöffnet, wodurch er für den Betrachter besser in seiner Gesamtheit zur Geltung kommt. [+] Die barocke Grundform und ist nach wie vor raumdominierend und die Überprägungen von 1937 respektieren trotz integrierter Neuinterpretationen die (neo-)barocke Gesamtausstrahlung, vgl. S. 215. [+]
Der Mittelpark erstreckt sich als ebenes Parterre mit halbrunden Wasserbecken und einer leichten topografischen Erhebung zum südlich angrenzenden Straßenraum. Insbesondere das Haus N, das zwischen 1872 und 1878 errichtet wurde, unterbricht die zentrale Blick- und Wegeachse zwischen dem Palais und dem Neptunbrunnen, wodurch der ehemals durchgehende Raumfluss gestört ist, vgl. S. 185. [—] Ein dichter Gehölzsaum bildet die seitliche Begrenzung des Mittelparks, flankiert von einer dreireihigen Lindenallee im Westen sowie einer Lindenreihe im Osten. [+ Der Gehölzsaum schirmt den Mittelpark vom relativ stark befahrenen Straßenraum ab und stärkt damit die Erholungsfunktion des Parks.] Zwischen der Saumpflanzung befinden sich auf ebener Rasenfläche locker gesetzte Einzelgehölze, darunter botanische Raritäten mit besonderen Wuchsformen und raumgreifende Eibenbestände. Die Höhenstaffelung von Nord nach Süd erinnert in Teilen an die historischen Gestaltungsmotive aus der
64 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Zeit von Brühl und Marcolini. Es ist eine Staffelung von niedrigen, floral intensiv ausgestattetem Bereich am Palais und am nördlichen Teil der Mittelachse, über Wiesenflächen mit einer lockeren Bepflanzung aus Laub- und Nadelgehölzen bis hin zu einem dichten Laubbaumbestand im Süden des Parterres ablesbar. [+] Eine prägnante Ausnahme in der Höhenstaffelung und räumlichen Dichte bilden die Inselgehölze in den halbrunden Wasserbecken. [—] Sichtbeziehungen zur Gartenfassade des ehemaligen Palais (Haus A-Mitte) bestehen heute fast ausschließlich entlang der Mittelachse (vgl. Abb. 38, S. 199). Aus dem übrigen Mittelparterre sind diese weitgehend verloren gegangen. [—] Die dichte Bepflanzung entlang der flankierenden Straßen verhindert zudem eine visuelle Anbindung des Straßenraums an den Mittelpark (vgl. Abb. 188, S. 312). Insbesondere die zwei mittigen Sandsteinskulpturen sind durch die Eibenbestände visuell weitgehend abgeschnitten, (vgl. Abb. 35, S. 195). [—] Das Mittelparterre stahlt durch die weitgehend aufrechterhaltene Symmetrie ein Traditionsbewusstsein aus, zitiert in weiten Teilen die Wegeverläufe des 18. Jahrhunderts (vgl. Karte 18, S. 441) und weist nach wie vor die barocke Raumstruktur auf. [+] Lediglich im südlichen Teil wurde das Parterre zu Gunsten des Straßenraums stark in seiner barocken Symmetrie beschnitten. [—] Eine noch deutlichere Asymmetrie beschreibt der südöstlich des Rosengartens befindliche Straßenverlauf. [—] Weil große Teile des Rosengartens nie Bestandteil der barocken Anlage waren, wurden an dieser Stelle in einer Gestaltung von 1938 weniger barocke Bezüge bedient als vielmehr die Inszenierung von Haus P priorisiert, welches einen nach Norden verlängerten grünen Innenhof erhalten hatte. Dadurch hat das Gesamtgrundstück an seiner übergeordneten Symmetrie und dem Gefühl von zusammengehörenden Gartenräumen eingebüßt. [—]
Der Rosengarten ist durch eine leichte Böschung zur südlichen Straße hin geprägt und wird im Wesentlichen durch einen Querweg mit Resten einer historischen Lindenallee an das Mittelparterre angebunden (vgl. Abb. 31, S. 191). [+] Von der östlichen Lindenreihe des Mittelparterres besteht eine Sichtbeziehung zur Bronzefigur „Sich Kämmende“ (vgl. Abb. 33, S. 193). [+] Der Rosengarten entspringt einer Gestaltung von 1937, welche eine landschaftliche Komposition von ca. 1875 überprägte (vgl. Karte 18, S. 441). Die einstige barocke Grundstruktur ist lediglich in Ansätzen an der nördlichen Flanke des Rosengartens ablesbar. Durch den symmetrischen Ansatz der Gestaltung fügt sich der Rosengarten harmonisch in das Gesamtensemble ein und bietet ein weitgehend repräsentatives Erscheinungsbild. [+]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 65 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Das ehemalige Orangerieparterre besitzt eine nahezu ebene Topografie und steigt am barrierefrei gestalteten Haupteingang zur um 1937 erbauten Terrasse, welche entlang der gesamten ehemaligen Orangeriefassade verläuft, leicht an (vgl. Abb. 46, S. 207). [+] Eine kleine, aber steile Erhebung zeichnet sich am Götterbaum (Ailanthus altissima) ab (vgl. Abb. 317, S. 378). Dort befand sich wahrscheinlich einst eine kleine Ruinenstaffage einer landschaftlichen Gestaltung von um 1875 und im 20. Jahrhundert ein Bunker, welcher heute verfüllt ist, vgl. Historie S. 35. [+ Die Bodenmodellierung ist ein wertvoller Hinweisgeber auf die ursprünglichen Strukturen.]
Die barocke Mittelachse des ehemaligen Orangerieparterres ist nach zwischenzeitlichen Überprägungen in weiten Teilen wieder nachvollziehbar; sie verläuft vom Mitteleingang über den Winzerbrunnen bis in das südliche, bereits sanierte Parterre. [+] Durch den Neubau Haus H ist die ehemalige Verbindung zum Rosengarten nicht mehr vorhanden (außerhalb BA). [—] Insgesamt ist der einst durchgängige Gartenraum heute durch zusätzliche Gebäude stark unterteilt und zergliedert. Insbesondere Haus R (Bau 1923/24) unterbricht die historischen Bezüge zwischen Mittelpark und Orangerieparterre und Haus H trennt das Orangerieparterre und den Rosengarten vollständig. Dadurch wurden zahlreiche Sichtbeziehungen gekappt, was die räumliche Kohärenz der Gesamtanlage erheblich beeinträchtigt. [—]
66 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
Das Wegesystem des Bearbeitungsgebiets ist das Ergebnis einer historisch gewachsenen Struktur, die seit Jahrzehnten vielfältigen funktionalen und infrastrukturellen Anforderungen unterworfen ist. Die barocke Grundstruktur ist bis heute deutlich ablesbar. [+] Die verkehrstechnische Erschließung des Krankenhausgeländes ist von zentraler Bedeutung, insbesondere zur Sicherung einer schnellen medizinischen Versorgung. Die Haupterschließung des Grundstücks erfolgt über vier größere von insgesamt 10 Zufahrten: Die Hauptzufahrt liegt an der Friedrichstraße, während die südliche Zufahrt eine Wirtschaftszufahrt darstellt. An der Seminarstraße befindet sich eine beschrankte Ausfahrt zur Entlastung der Hauptzufahrt an der Friedrichstraße. Eine weitere, während der Bearbeitungszeit durchgehend geschlossene Zufahrt befindet sich an der Dinterstraße/Wachsbleichstraße. Ein aktuelles Verkehrskonzept liegt nicht vor.188
Das Wegenetz greift in weiten Teilen die barocken Wegebeziehungen auf. [+] Das südliche Rondell ist eine Gestaltung von 1938, welches sich aufgrund seiner klaren geometrischen Grundform harmonisch in das Parterre einfügt (vgl. Abb. 36, S. 197). [+] Der südliche Abschluss des Parterres wurde um 1875 durch eine in Bogenform verlaufende Straße überprägt, welche auf den zusätzlichen Gebäudebedarf reagierte (ehemalige Barackenhäuser B, vgl. Abb. 25, S. 185).
[—] Die Gebäude sind heute nicht mehr vorhanden, und dem bogenförmigen Straßenverlauf kommt kein besonderer gartenkünstlerischer Wert zu. In Anbetracht der Straßenführung südlich des Rosengartens ergibt sich ein inhomogener südlicher Abschluss der Gartenräume und keine klare Wegeführung nach barockem Vorbild.
Der innerbetriebliche Verkehr wird zusätzlich über ein Netz unterirdischer Gänge (Kollektoren) für Transport und Personal ergänzt. [+] Ein dichter Bestand an Versorgungsleitungen sowie eine Rohrpostanlage verlaufen vorrangig im südlichen Bereich des Mittelparks, u. a. unter dem Querweg. [+] Nördlich von Haus N, südlich von Haus A und insbesondere unter den Straßenflächen zwischen Mittelpark und Haus C sind die Medien besonders konzentriert, vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2. Ein unterirdisch nicht begehbarer Kollektor verläuft durch das Mittelparterre nach Osten, unter der Bronzestatue „Sich Kämmende“ quer durch den Rosengarten. Dort kreuzt sich der Kollektor mit zahlreichen Medien eines in Nord-Süd-Ausrichtung verlegten Technikkollektors. Dieser führt weiter nach Norden und kreuzt jene östlich des
188 MÜLLER 5.09.2025.
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Orangeriehaupteingangs liegende Rasenfläche, die einen gut ins Denkmal integrierten Lüftungsschacht aufweist. An der Stelle zweigt ein nicht begehbarer Kollektor nach Osten ab, welcher direkt unter den Jungbäumen Nr. 27 und Nr. 622 verläuft. Zukünftige Wartungs- und Sanierungsarbeiten an dem Kollektor stehen im Konflikt mit einem langfristig intakt zu haltenden Wurzelraum der Gehölze. [—] Deutlich mehr Bodenvolumen nimmt ein begehbarer Kollektor ein, welcher Haus S mit Haus R unterirdisch entlang der östlichen Lindenreihe verbindet. Dort zweigt auf Höhe des Querwegs ein begehbarer Kollektor ab, welcher sich überwiegend unterhalb des Querweges befindet, aber den Wurzelraum der Holländischen Linde (Tilia x vulgare) Nr. 383 ausspart. Unter der westlichen Allee verlaufen weitere Medienlagen zur Versorgung sämtlicher westlich im BA gelegenen Gebäude, ebenso wie unter dem Querweg südlich des Palais.
[+ Auch wenn durch die Kollektoren der Wurzelraum begrenzt wird, ist die Verwendung von Kollektorgängen aus gartendenkmalpflegerischer Sicht als sinnvoll zu betrachten, weil so u. a. die hohe Medienlast des Krankenhausbetriebs optisch nicht ins Gewicht fällt.]
Infrastrukturmaßnahmen führten im Laufe der Zeit zu einer zunehmenden Versiegelung großer Flächen, vor allem in Anlieferzonen und auf Fahrstraßen, wodurch das gesunde Wachstum des Baumbestands – insbesondere in den Alleen – seit mehreren Jahrzehnten merklich beeinträchtigt wird (vgl. Abb. 22, S. 183 sowie Abb. 43, S. 203). [—] Mit dem funktionalen Wandel des Parks gingen zahlreiche bauliche Maßnahmen einher, insbesondere seit den 1990er Jahren. Der ursprünglich parkartige Charakter wurde durch die schrittweise Umwidmung kleinerer historischer Wegebeziehungen zu Fahrstraßen reduziert. [—] Überwiegend wurden die Straßen asphaltiert, wodurch sich der landschaftliche Charakter des Parks heute vorrangig auf das Mittelparterre und den Rosengarten beschränkt (weitgehend Wassergebundene Wegedecke erhalten). [—] Die fußläufige Erschließung ist im Gesamten vorhanden, sodass alle Bereiche für sämtliche Nutzergruppen grundsätzlich zugänglich sind. Dennoch zeigt sich, dass die westliche Allee über keinen separaten Gehweg verfügt, weshalb Fußgänger verstärkt die parallel verlaufenden Wege im Mittelpark nutzen. Demzufolge wird der Mittelpark nicht nur zum Schlendern, Verweilen und entspannten Spazieren genutzt, sondern dient auch als direkte Wegeverbindung für Fußgänger zwischen den Krankenhausstationen. Die Hauptwege für Fußgänger verlaufen durch den Mittelpark, den Rosengarten sowie südlich der ehemaligen Orangerie. Trotz ihrer durchgängigen Achsen weisen die Wege abschnittsweise
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unterschiedliche Materialien auf, sodass sie gestalterisch keine Einheit bilden (vgl. S. 231 bis S. 251). [—] Insbesondere der Asphalt auf den Querwegen mindert den Parkcharakter erheblich. [—] Am Übergang von Haus A-Mitte zum Mittelparterre wurde ein Zebrastreifen eingerichtet, welcher den Fußgängern Vorrang gewährt. [+] An nicht explizit für Fußgänger ausgewiesenen Bereichen bestehen teils unklare Wege- und Flächenaufteilungen. [—] Das betrifft insbesondere den Bereich zwischen Haus A und der Hauptzufahrt und einen fehlenden Fußgängerweg entlang der westlichen Lindenallee. [—] In der Draufsicht ist auffällig, dass der nördliche Querweg als Verbindungsweg zwischen Haus G und Haus R vom rechtwinkligen Grundraster abweicht und leicht schräg verläuft. [—] Vor Ort ist der schräge Verlauf weniger intensiv wahrnehmbar und ermöglicht einen fließenden Übergang von den Eingängen der denkmalgeschützten Gebäude in den Park. [+]
Der südliche Vorplatz von Haus A, der ursprünglich als architektonisch betonte Freifläche angelegt war (vgl. Karte 4, S. 427), fungiert heute als innerbetriebliche Durchfahrtsstraße in Ost-West-Richtung. [—] Im gesamten Gelände ist ein erheblicher Mangel an Stellplätzen zu verzeichnen, was neben dem intensiven internen Fahrverkehr zu einer zunehmenden Beanspruchung der gartenhistorischen Flächen geführt hat. [—] Im BA befinden sich entlang der West-Allee PKW-Stellplätze für Schrägparker (vgl. Abb. 22, S. 183) sowie insgesamt elf vereinzelte Parknischen am Haus A und Haus R (vgl. Abb. 22, S. 183). [—] Ein aktualisiertes Parkraumkonzept liegt derzeit nicht vor. [—] Gestalterisch sehr uneinheitlich stellen sich die Wege- und Straßenbeläge sowie Bordausbildungen dar, die in Farbgebung, Textur und Verlegeart oftmals nicht mit dem denkmalpflegerischen Anspruch des Parks vereinbar sind (vgl. Materialkatalog ab S. 217). [—] Verlegt wurden u.a. folgende Materialien: • Wertvolle Sandsteingroßplatten im Rechteckformat (ca. 110 cm x 105 cm) [+], historisch nachweisbar ab 1836189 und heute stellenweise verworfen [—] Die Sandsteingroßplatten befinden sich im nördlichen Teil auf der Hauptachse des Mittelparterres und stellen in Kombination mit wassergebundener Wegedecke eine bewährte versickerungsfähige Bauweise mit befestigtem Laufstreifen dar. Die Bauweise ermöglichst zudem eine ganzjährige Nutzung (Winterdienst) und wird den ästhetischen Ansprüchen der Anlage gerecht. [+] • Wassergebundene Wegedecke in rötlicher Farbgebung befindet sich auf den überwiegenden Parkwegen des Mittelparterres
189 Eine Karte von um 1830-1835 lässt vermuten, dass derartige Wegebefestigungen auf mehreren Hauptwegen bestanden (Mittelachse des Mittelparterres, Querachse nördlich des heutigen Rosengartens, u-förmig um den südlichen Teil von Haus A und östlich des Orangerieparterres (vgl. Karte 11, S. 435).
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[— Der rötliche Farbton entspricht nicht dem Originalbefund von um 1900, wo ein gelb-beiger Farbton zum Einsatz kam
- Die Wassergebundene Wegedecke ist ein wichtiges Charakteristikum für Parkanlagen und daher ein sehr bedeutsamer Bestandteil.] An der wassergebundenen Wegedecke sind erhebliche Schadbilder erkennbar, welche vermutlich auf eine hoch frequentierte Nutzung, auf eine unzureichende Drainagefunktion im BA und auf eine lückenhafte Pflege der jährlich pflegebedürftigen Deckschicht zurückführen lassen. Sie entbehrt durchgehend einer ausreichenden Mittelüberhöhung und zeigt an vielen Stellen eine freigelegte Tragschicht. [—] Aufgrund einer unzureichenden Drainage und Abflusshemmnissen durch die historischen Wegeborde, befinden sich die Parkwege in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die historische Bauweise mit in Sand gesetzten Borden trägt zum Abfluss von Oberflächenwasser in die Vegetationsbereiche bei, stellt sich für einen zügigen Abfluss von Oberflächenwasser (insbesondere bei Starkregenereignissen) in die Vegetationsflächen jedoch als nicht ausreichend dar. [—] Die wassergebundenen Parkwege mit dem durch sie erzeugten Laufgefühl und ihrer Ästhetik sind wichtige Merkmale des Mittelparks, welchen ihn vom infrastrukturell stark überprägten Straßenraum abheben. [+] • Polygonalplatten aus Schiefer südlich der Wasserbecken [+] (wassergebunden verlegt, großformatig, mit massiven Wurzelhebungen und teilweise Lockerungen; von ca. 1937) [—] • Graues Granitpflaster in diversen Formaten – von Mosaikpflaster bis Großsteinpflaster –, meist mit gebrochener Oberfläche, in Reihenverband oder Sächsischer Passe [+] ; u. a auch im südlichen Teil des Mittelparks entlang der Hauptachse (vermutl. von um 1970) [—] und im Bereich der ehemaligen Streifenbeete zwischen Haus A und den Wasserbecken in Form einer Pflasterrinne (vgl. Abb. 45, S. 205) • Asphalt mit überwiegend dunkelgrauer Farbgebung [—] (Ob sich das historische Granitpflaster noch unter der Asphaltdecke befindet (nachweisbar u. a. südlich des Hauptparterres vgl. Abb. 334, S. 395), ist bisher ungeklärt.) • Betonplatten im Maß 30×30cm und 40×40cm, mit teils großem Fugenbild (z.B. am nördlichen Querweg (vermutl. von um 1970), als schmaler Weg unmittelbar entlang der Fassade von Haus N zur Anbindung an Haus C (von
- und als kurze Wegeverbindung von Haus R zum Mittelpark)[—] • Rechteckpflaster aus Beton im Halbverband in verschiedenen Farbvarianten (gelblich, grau, rötlich) [—]
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• Geschliffene rechteckige hellgraue Granitplatten, u. a. am Vorplatz von Haus C (Reihenverband, 60 x 40 cm) [+ die Materialität ist denkmalgerecht und die Verarbeitung verweist dennoch auf eine neuere Gestaltung] • Mosaikpflaster aus Seifenstein im südlichen Abschnitt des Mittelwegs (vermutl. von um 1970) [+] • Graues Doppel-T-Verbundpflaster, Beton [—] • Quadratisches „Ökopflaster“ mit breiten offenen Fugen, u. a. auf Parkplätzen und an Fahrradstellflächen [—] • Granitgroßplatten in Grau bis Gelb (v.a. im Bereich des Ehrenhofs) [+] • Basaltgroßsteinpflaster (u. a. in der Hauptzufahrt) [+] • Traufplatten aus Sandstein [+] oder Beton [—] • Quadratische Sandsteinplatten auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie (Haus A-Ost) [+] Auch die Borde zeigen ein heterogenes Bild: Neben Natursteinborden wie Rotem Buntsandstein, vgl. Abb. 8 [+] (von um 1936/1937 und bereichsweise überwachsen und gebrochen, (vgl. Abb. 101, S. 239)) oder Granitgroßsteinen [+] finden sich zahlreiche Ausführungen in Stahl [+], Granit [+] und Beton [—] (unterschiedlicher Profilierungen und Stärken [—]).
Abb. 8: Bestand Wegebord Wassergebundener Wegedecke im Mittelparterre
Verfasser LA, September 2025. Eine sich nicht noch einmal im BA wiederholende Sandsteineinfassung befindet sich im Ehrenhof. [+] Es handelt sich um eine teilweise verworfene im neobarocken Stil historisierend angelegte profilierte Einfassung von einer Umgestaltung von 1937, welche eine abgesenkte Rasenfläche umfasst (vgl. Abb. 74, S. 225). [—] Insgesamt ist festzustellen, dass der hohe Grad an Materialdiversität, die gestalterisch geringe Sensibilität bei Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit sowie die zunehmende funktionale Überlagerung durch Verkehr, Versorgung und Flächennutzung zu einer erheblichen Belastung des gartenhistorischen
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Bestands geführt haben. Die kontinuierliche Reduzierung von Gartenflächen zugunsten funktionaler Infrastrukturen steht im deutlichen Spannungsverhältnis zum denkmalpflegerischen Erhaltungsziel, sodass bereits selbst die wichtigsten raumbildenden Elemente, wie die Lindenalleen, erheblich beeinträchtigt sind. [—]
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5.4 Wasserhaushalt und -anlagen
Der Grundwasserflurabstand (GWFA) schwankt zwischen 6-10 m unter der Geländeoberkante, also zwischen 104,0 und 104,5 m ü. Normalhöhennull.169 Der geringste GWFA wurde am 4.04.2006 mit 6,08 m am Grundwasseraufschluss Nr. 6806 an Haus H, Südwestecke, P21, gemessen.170 Der natürliche Bodenaufbau hat weniger günstige Versickerungseigenschaften. Er besteht aus einem quartären Grundwasserleiter mit 2-3 m bindiger Deckschicht.171 Der Bestand weist im Bereich der Parkfläche nur wenige Abflussschächte auf (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 2), sodass das Oberflächenwasser weitestgehend versickern muss. Das ist hinsichtlich der Grundwasserneubildung, Wasserspeicherung im Boden und möglichst geringen Belastungen für die Kanalisation sinnvoll. Allerdings blockiert der Wegebord (Buntsandstein und Beton) auf Wegen mit Wassergebundener Wegedecke weitgehend den Abfluss des Wassers von Wege- und Platzflächen in die Vegetationsstrukturen, sodass sich Staunässe bildet und zu Schäden an der Wegedecke führt. [—] Einerseits weil insbesondere die Wassergebundene Wegedecke nicht ausreichend schnell abtrocknet, andererseits weil sich Gehölzwurzeln an den häufiger feuchten Bereichen besonders stark ausbilden und Schäden verursachen.
Das Bearbeitungsgebiet verfügt über mehrere Brunnen (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2). Die zwei halbrunden Wasserbecken und der Winzerbrunnen werden aktuell von einem Tiefenbrunnen mit Druckverstärker gespeist, der sich östlich von Haus A-Mitte befindet (vgl. Abb. 173, S. 261). Die Brunnenabdeckplatten aus Beton wirken massiv und sehr funktional. [—] Das Wasser wird nach Gebrauch vollständig als Mischwasser in die Kanalisation eingeleitet — es existiert kein Wasserkreislauf. [—] Die zwei Wasserbassins südlich von Haus A-Mitte weisen eine besonders in den Sommermonaten schlechte Wasserqualität auf, was sich an Algenwachstum äußert. [—] Die derzeitigen Gegenmaßnahmen mit chemischen Mitteln können langfristig den Sandstein der Wasserbassins angreifen. [—] In den Wintermonaten erfolgt eine Entleerung der Becken. Die Betreuung übernimmt das SKDF selbst. Sämtliche angrenzende Gebäude nutzen das Mischwassersystem, sodass Regenwasser und Brauchwasser nicht getrennt, sondern gesammelt in die Kanalisation geleitet werden. Worüber der Delphinbrunnen im Ehrenhof gespeist wird, ist aus den vorliegenden Medienplänen nicht ersichtlich. Der Brunnen führt in den warmen Monaten Wasser, welches als „kein Trinkwasser“ ausgewiesen ist.
169 www.themenstadtplan.dresden.de, Abfrage 9.09.2024. 170 Ebd. 171 Ebd.
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Das BA befindet sich im überschwemmungsgefährdeten Gebiet der Elbe und Weißeritz. Bei einem HQ100 (Elbepegel 924 cm) ist das Gebiet noch nicht von Hochwasser betroffen. Die nördlich angrenzende Friedrichstraße wäre ab einem Elbepegel ab 950 cm überflutet, das Marcolinipalais ab einem Elbepegel von 965 cm.169 An der zentral aufgestellten Prunkvase befindet sich eine Hochwassermarke vom Elbehochwasser am 17.08.2002 und dem der Weißeritz am 13.08.2002.
169 www.themenstadtplan.dresden.de, Abfrage 9.09.2024.
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5.5 Gehölze
Der gesamte Vegetationsbestand unterliegt dem Schutz des Gartendenkmals und stammt aus den Zeitphasen 2-4, vgl. Anlagegenetischer Plan 3.1. Aus der Phase Brühls scheinen im Bearbeitungsgebiet keine Gehölze mehr erhalten zu sein. Deren Standorte, wie in den Alleen, wurden vermutlich teilweise bis heute beibehalten. [+] Die Flanken des Mittelparks werden durch Großbaumgehölzreihen (westlich dreireihige Allee, östlich einreihig) geprägt. [+] Ein weitgehend dichter Gehölzsaum aus Strauch- und Baumpflanzungen rahmt den Gartenraum und grenzt ihn vom Straßenraum ab (vgl. Abb. 117, S. 245). [+] Im Zentrum des Parterres dominieren offene Rasenspiegel mit Solitär- und Gruppenpflanzungen, welche weitgehend einer axialen Symmetrie entlang der Hauptachse zwischen Palais und Neptunbrunnen folgen (vgl. Abb. 40, S. 201). [+] Der Mittelpark ist von einer Artenvielfalt der Gehölze geprägt welche von diversen Koniferen mit teils malerischem Wuchs und hohem Wiedererkennungswert, vgl. S. 243, über klassische Parkgehölze wie u. a. eine raumgreifende Rot-Buche (Fagus sylvatica), bis hin zu Obstgehölzen, wie Apfel- (Malus spec.) und Birnenbäume (Prunus spec.) reicht. [+] Blütensträucher wie u. a. Rhododendren konzentrieren sich vorrangig im nördlichen Bereich unweit der halbrunden Wasserbecken (vgl. Abb. 256, S. 330). [+] Die alten Eibenbestände (Taxus) stammen vermutlich von den Umgestaltungen von um 1870, waren möglicherweise ehemals als Formschnittgehölze (Taxuskegel)170 angelegt und sind durch vernachlässigten Rückschnitt stark raumgreifend geworden. Dadurch behindern sie wichtige Sichtbeziehungen, u. a. zur historischen Skulpturenausstattung des Park und zum Palais (vgl. Abb. 35, S. 195). [—] Die Eiben kommen weitgehend gut mit den aktuellen klimatischen Veränderungen zurecht, tragen zur Beschattung sowie zum Verdunstungsschutz bei und zählen zu den wichtigen Vogelnährgehölzen. [+] Der über Jahrzehnte ausgebliebene Rückschnitt verursacht jedoch zunehmend statische Probleme, sodass die Eiben teilweise auseinanderzubrechen drohen. [—] Mit provisorischen Stützen wurden zahlreiche annähernd waagrecht verlaufende Großäste bereits abgestützt. Dadurch konnten die teils malerischen Wuchsformen der attraktiven Stammverläufe gefördert werden. [+]
Südlich des Rondells schließt sich eine dichte Gehölzgruppe an, welche u. a. eine auffällige Aneinanderreihung von Hainbuchen (Carpinus betulus) aufweist, deren Entstehung bisher nicht geklärt ist. Unweit davon befindet sich ein Götterbaum (Ailanthus altissima) Nr. 400, welcher als invasive Art171 umfangreichen Aufwuchs verursacht. Südlich des Götterbaum erfolgten kürzlich 170 Möglicherweise waren nicht alle Buchsgehölze als Formschnittgehölze zu Kegeln herangezogen. 171 Weitere Informationen zum invasiven Verhalten des Götterbaums, rechtlicher Rahmen und Leitfaden zum Umgang, vgl. S. 472f.
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Neupflanzungen, welche im Konflikt mit dem historischen Alleeverlauf der ehemaligen östlichen Lindenallee stehen.
Aus dem Gartendenkmal wurden in der Vergangenheit Gehölze entnommen/ sind abgegangen, ohne dass eine notwendige Ersatzpflanzung erfolgte, vgl. auf Bestandsplan u. a. nördlich von der Europäischen Eibe (Taxus baccata Nr. 365). [—] Doch es wurden auch eng mit der Denkmalpflege abgestimmte Nachpflanzungen vorgenommen, wie an der östlichen Lindenreihe entlang Haus R. [+] Die Bestrebungen resilientere Gehölze als Ersatz für nicht mehr standortgeeignete ursprüngliche Arten zu verwenden, wie u. a. bei der Pflanzung des Zürgelbaums (Celtis spec. Nr. 391), geht vorrangig auf Abstimmungen des SKDF mit dem Umweltamt zurück und wurde weitgehend nicht mit der zuständigen Denkmalbehörde abgestimmt.
Zu den besonderen Gehölzen im BA zählen u. a. die drei Echten Sumpfzypressen (Taxodium distichum var distichum), weitere Infos vgl. S. 470, und zwei Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides), vgl. weitere Infos ebenda, mit ihren Sonderstandorten in den Wasserbecken südlich von Haus A (zweiter Urweltmammutbaum nördlich von Haus N). Die Ausbildung der arttypischen Luftwurzeln der Echten Sumpfzypresse ist in ganz Dresden einmalig, weil sämtliche andere Echte Sumpfzypressen dafür zu trocken stehen. [+] Die Inselgehölze sorgen maßgeblich für eine Beschattung der Wasserbecken und reduzieren damit das Algenwachstum. [+] Für die vier Inselgehölze liegt ein aktuelles Baumsachverständigengutachten mit Eingehender Untersuchung vor, vgl. S. 57 ff. Die drei Echten Sumpfzypressen wurden sehr wahrscheinlich um 1890 gepflanzt (vgl. Abb. 231, S. 311), sind somit etwa 135 Jahren alt und demzufolge Originalbestand. [+] Trotz ihres hohen Alters zeigen die Bäume vergleichsweise geringe Stammdurchmesser und Wuchshöhen, was auf suboptimale Standortbedingungen schließen lässt. Insbesondere die stark eingeschränkten Wurzelräume – ein sogenannter „Blumentopfeffekt“ – beeinflussen die Vitalität deutlich negativ. [—] So zeigen die Bäume Nr. 319 und Nr. 320 eine schmale Kronenform sowie deutliche Anzeichen einer Wachstumsdepression infolge zwischenzeitlicher baulicher Anpassungen und damit verbundener Eingriffe in den Wurzelraum sowie Wassermangel, vgl. S. 247. [—] Baum Nr. 358, ebenfalls eine Sumpfzypresse, weist im Vergleich zu den übrigen Exemplaren eine breitere Krone und bislang eine nur gering beeinträchtigte Vitalität auf. Bemerkenswert sind hier die deutlich reduzierte Ausbildung von Kniewurzeln sowie eine auffallend höhere Pflanzhöhe. Die Luftbilder lassen jedoch keine Nachpflanzung
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erkennen, sodass davon auszugehen ist, dass es sich um ein Originalgehölz handelt.172 Wie die geringere Ausbildung der Wurzelknie und die höhere Stammbasis zu erklären sind, ist aktuell noch nicht abschließend ergründet.
Abb. 9: Zusammenfassung Bewertung Erhaltungsfähigkeit nach biologischen Aspekten UNGER 2025, Baumsachverständigengutachten, S.21. Auch der benachbarte Urweltmammutbaum (Nr. 357) wächst unter stark beengten Verhältnissen im oberen Wurzelbereich [—], zeigt jedoch bislang keine gravierenden Vitalitätsverluste. [+] Es ist davon auszugehen, dass er unter den Wasserbecken ein ausgeprägtes Wurzelsystem gebildet hat. Gepflanzt wurde dieses heute höchste Inselgehölz zwischen 1953 und 1973, vgl. Schattenwurf im Luftbildausschnitt von Abb. 10 als Ersatz für eine Sumpfzypresse. Warum an dieser Stelle nicht denkmalgerecht nachgepflanzt wurde [—], sondern ein erwartbar deutlich höher wachsendes Gehölz verwendet wurde, ist bisher nur vermutbar: Einerseits war der erst in den 1950er Jahren wiederentdeckte Urweltmammutbaum eine begehrte Rarität, welche prestigeträchtige Anlagen nicht missen wollten. Andererseits sehen sich die Winterknospen von Sumpfzypresse und Urweltmammutbaum äußerst ähnlich, sodass es möglicherweise zu einer unbeabsichtigten Fehlpflanzung kam.
172 Ein aktuelles Gehölzgutachten kommt zu der Vermutung, dass Baum 258 ebenfalls eine Nachpflanzung ist und erst ca. 60 Jahre alt ist,vgl. Unger 2025, S.16.
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Abb. 10: Starke Unterschiede in der Länge des Schattenwurfs belegen eine Neupflanzung des östlichsten Inselgehölzes vor 1973 Ausschnitt aus Luftbild von 1973 (vgl. Luftbild 7, S. 415) Für alle Inselgehölze gilt, dass die bestehenden Mauerelemente inzwischen aktiv in das statische System der Bäume integriert sind, wodurch eine stabilisierende Einheit entstanden ist.173 Folglich sind die Gehölze auf die Inselringe angewiesen. Nicht bekannt ist die Beschaffenheit des anstehenden Bodens und die Art des Wurzelsystems der Gehölze. Grundsätzlich ist bekannt, dass die Echte Sumpfzypresse auch in anaeroben Bodenschichten wurzeln kann. [—] Die Inselgehölze gehen auf keinen Gesamtentwurf zurück und wurden als spätere Zutat von um 1890 in eine bereits bestehende Gestaltung von um 1875 integriert. Sie verändern die Raumwirkung des ehemals flach und lichtdurchflutet gestalteten Vorplatz des Palais als Großbäume erheblich. Ihre Aufstellung in deutlich zu kleinen Pflanzinseln ist nicht artgeeignet und führte an zwei Gehölzen bereits zu erheblichen Vitaltiätseinbußen. Ihre Kombination mit den Wasseranlagen führt zu erfahrungsgemäß immer wiederkehrenden Konflikten mit den erhaltenswerten Wasserbecken, welche ab den 1930er Jahren belegbar sind. Die Wahl des Standorts und der Baumarten stellt eine große Herausforderung dar, welche den Erhalt der Originalsubstanz der Wasserbecken aus Marcolinischer Zeit erheblich erschwert. Bisherige Beckensanierungen verursachten jeweils Einbußen in der Gehölzvitalität. Aufgrund der teilweise stark geminderten Vitalität und dem artbedingt sehr unterschiedlichen Wuchsverhalten, verstärkt sich zunehmend eine Asymmetrie an einem der repräsentativsten Teilbereiche der Anlage (vgl. Abb. 122, S. 247). Durch den raumgreifenden Habitus der Gehölze werden
173 Vgl. UNGER 2025, S.18.
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Sichtbeziehungen von den Seitenwegen zum Palais in der Vegetationsperiode (Gehölze sind laubabwerfend) eingeschränkt (vgl. Abb. 256, S. 330). [+] Zugleich tragen die vier Gehölze mit ihren Sonderstandorten maßgeblich zu einem hohen Wiedererkennungswert der Anlage bei und sind als Unikate zu bewerten. Ihre Pflanzhistorie unterstreicht des Weiteren eine enge Beziehung zwischen Krankenhausgeschichte und Parkgestaltung, weil sie sinnbildlich dafür stehen, wie sich die Dankbarkeit eines zufriedenen Patienten über die hohe Kompetenz des Krankenhauses in der Parkgestaltung wiederspiegelt. Die jeweils an die Mittelachse angrenzenden Echten Sumpfzypressen schränken bisher nicht die Sicht entlang der Mittelachse ein. Aufgrund des ausreichenden Abstands zur Mittelachse und der eingeschränkten Vitalität ist auch zukünftig keine erhebliche Einbuße der Sicht zu erwarten, zumal die Echten Sumpfzypressen ein blickdurchlässiges Nadelwerk aufweisen (vgl. Abb. 38, S. 199).
Nördlich der Wasserbecken sind beidseits der Straße eine Vielzahl von Pflanzkübeln, teils mit Koniferen, aufgestellt. Insbesondere die Materialität und ganzjährige Bepflanzung der Waschbetonkübel erzeugt ein uneinheitliches und nicht repräsentatives Bild in unmittelbarer Nähe zu Haus A. [—] Sie wurden nach 1990 aufgestellt und bewirken in Anbetracht der räumlichen Beengtheit eine effektive Trennung von Parkweg und Straßenraum und stellen einen Anprallschutz dar. [+]
Die Symmetrie der Großgehölze ist im Mittelparterre nicht mehr vollständig erhalten geblieben. [—] Das äußert sich u. a. an einem nicht vorhandenen Pendant der folgenden Gehölze: • Abendländischer Lebensbaum Nr. 360 (Thuja occidentalis) • Esskastanie Nr. 323 (Castanea sativa) • Ross-Kastanie Nr. 325 (Aesculus hippocastanum) • Rot-Buche Nr. 341 (Fagus sylvatica) • Holländische Linde Nr. 342 (Tilia x vulgaris) • Winter-Linde Nr. 582 (Tilia cordata)
Auf dem Vorplatz westlich von Haus A ergänzen vier junge Magnoliensträucher eine zentral stehende Zierkirsche Nr. 13 (Prunus serrulata Kanzan), welche vor 1973 gepflanzt wurde. Dadurch ergibt sich ein weitgehend symmetrisches und repräsentatives Vegetationsbild mit auffälligem Blühaspekt unmittelbar am
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Haus A, welches die Fassade des Rokokobaus auch langfristig nicht vollständig verdecken wird. [+] Die ehemals bis mindestens 1997 raumtrennende Wirkung eines langgestreckten Flachbaus übernimmt heute eine Schnitthecke westlich des Vorplatzes (vgl. Abb. 16, S. 177). [+]
Die sich westlich daran anschließende Einfahrt weist einen sehr geringen Vegetationsbestand auf (vgl. Abb. 13, S. 173). Lediglich zwei Großgehölze auf kleinen Raseninseln [—] befinden sich auf der weitgehend gepflasterten Platzfläche und stammen vermutlich von 1937. Eine Ahornblättrige Platane (Platanus x hispanica Nr. 6) unweit der historischen Grundstücksmauer ist ca. 30 Jahre alt und führt das ursprüngliche Pflanzenbild fort. [+] Eine von Natursteinmauern flankierte Rampe zu Haus U wird beidseitig von je einem Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) gesäumt (vgl. Abb. 12, S. 173). [+]
Diese Buchsbäume zitieren das Pflanzenbild des Ehrenhofs, welcher ebenfalls zwei symmetrisch aufgestellte Buchsgehölze aufweist (vgl. Abb. 54, S. 215). [+] Diese stammen von einer Umgestaltung von 1938 mit ehemals vier gleichartigen Gehölzen, welche als niedrige Halbkugeln in Form geschnitten waren (vgl. Abb. 218, S. 297). Die zwei südlichen Exemplare sind ohne Ersatz entfallen, nachdem auch Versuche mit Rhododentdrenpflanzungen an dieser Stelle scheiterten (vermutlich aufgrund überwiegender Beschattung). [—] Dadurch kommt dem Delphinbrunnen eine freie Sicht auf ihn zu Gute. [+]
Zugunsten eines zusätzlichen Gebäudes (Haus R) ging im letzten Jahrhundert eine der markantesten Gehölzsymmetrien des Mittelparks mit ehemals beidseitig vierreihigen Lindenalleen verloren (vgl. Karte 11, S. 435). [—] Zwischen 1961 und 1973 war die östliche Allee entlang der Gebäudefassade von Haus R gänzlich entfernt worden. [—] Heute existiert in diesem Bereich lediglich eine Reihe [—] aus mittelalten bis jungen Lindengehölzen. Deren älteste Gehölze wurden zwischen 1973 und 1978 gepflanzt. Nördlich und südlich dieses fassadenbegleitenden Abschnitts sind bis heute noch acht Altgehölze der ursprünglich vierreihigen Lindenallee mit insgesamt ehemals ca. 92 Gehölzen erhalten geblieben und sehr wichtige Zeugen der historischen Standorte der Alleereihen. [+] Der historische Pflanzabstand von ca. 6,5 m wurde bei Nachpflanzungen auf ca. 8,3 m Abstand vergrößert. Die ungefähren historischen Standorte sind in der Anlagegenetischen Karte (Plan 3.2) als Verluste des Gartendenkmals ausgewiesen.
80 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.5 Gehölze
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Westlich hingegen existiert heute eine dreireihige Allee mit alten, mittelalten und jungen Lindenbäumen. Der historische Pflanzabstand wurde in dieser Allee weitgehend beibehalten. [+] Auffallend ist, dass es sich bei fast allen historischen Linden um Holländische Linden (Tilia x vulgaris) handelt, welche ein Hybrid aus Sommer- und Winterlinde sind, jüngere Nachpflanzungen erfolgten überwiegend als Winter-Linden. Sowohl die westliche Allee als auch die östliche Lindenreihe weisen erhebliche Vitalitätseinschränkungen auf. [—] Altgehölze wurden teilweise massiv im Großastbereich eingekürzt und der gesamte Bestand leidet unter der großflächigen Versieglung, Überhitzung und häufiger Trockenheit. [—] Über die Bodenbeschaffenheit, Nährstoffversorgung und ob die Gehölze in Einzelgruben oder mit durchgehender Pflanzgrube gepflanzt wurden, liegen aktuell keine Informationen vor. Der Gehölzsaum wird von immergrünen Buchsbäumen (Buxus spec.), welche zwischen Kleinstäuchern und stattlichen Bäumen variieren, sowie hoch aufgewachsenen Eiben (Taxus) dominiert. Dadurch ist keine klare Unterscheidung von Alleegroßbaum und Strauchunterpflanzung mehr vorhanden, wie es ursprünglich beabsichtigt war (vgl. Abb. 230, S. 309). Die Saumbepflanzung umfasst sehr wenige Blühsträucher und wirkt dadurch relativ eintönig und weniger schmückend. [—] Vorrangig konnten sich Eiben und Buchsbäume trotz hohem Wurzeldruck, Beschattung und Nährstoffkonkurrenz etablieren, wenngleich der Buchsbaum seit einigen Jahren erhebliche Vitalitätseinbußen aufweist. Der vorhandene Gehölzsaum hat in Anbetracht der widrigen Standortbedingungen voraussichtlich deutlich günstigere Zukunftsprognosen als mögliche Neupflanzungen. Dementsprechend ist er als eingewachsener Gehölzbestand erhaltenswert und wichtig für die Aufrechterhaltung einer prägenden Raumkante. [+] Bisherige Beobachtungen der betrauten Gärtner ergaben, dass Azaleen ungeeignet für die aktuellen Standortbedingungen sind und häufig zu Pilzbefall neigen. Auch das Pflanzen von Farnen (Polypodiopsida) und Zypressengewächsen (Cupressaceae) führte kaum bis nicht zum Erfolg. Größere Feldversuche mit ergänzenden Pflanzenarten fanden bisher nicht statt. Bei kleineren Pflanzlücken wurden neben der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) auch kleinblättrige Stechpalmen erfolgreich eingebracht. Durch ihre stacheligen Blätter sind sie zugleich eine wirksame Barriere gegen die Entstehung von Trampelpfaden. Des Weiteren haben sich die Japanische Mahonie (Berberis japonica) und der Mittelmeer- Feuerdorn (Pyracantha coccinea) als anpassungsfähig herausgestellt.174 [+] Insgesamt stellt sich der Gehölzsaum jedoch als artenarm dar und weist folglich
174 SCHMIDT, 29.09.2025.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 81 5.5 Gehölze
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keine hohe Resilienz gegenüber größeren Ausfällen auf, wie der aktuelle Zustand der Buchsgehölze deutlich aufzeigt.[—]
Das ehemalige Orangerieparterre wird ebenfalls von Rasenflächen mit Solitären geprägt und wurde ausschließlich mit Laubgehölzen bepflanzt. Teilweise wurden diese symmetrisch gepflanzt, wie die Magnolien (Magnolia spec.). Die Symmetrieachse verläuft dabei vom Mitteleingang mit dem vorgelagerten Winzerbrunnen nach Süden. Abgesehen vom nördlichen Abschluss wird der gesamte Saum von überwiegend mehrstämmigen Fliederbäumen gebildet, sodass sich ein einheitliches und repräsentatives Bild ergibt (vgl. Abb. 50, S. 211). [+] Der Haupteingang wird von Gewöhnlichen Trompetenbäumen (Catalpa bignonioideus) hervorgehoben, welche mit ihren auffälligen Blättern, Früchten und Blüten eine imposante Inszenierung darstellen. [+] Nicht zuletzt, weil Gehölz Nr. 26 ein besonders altes Exemplar mit malerischem Wuchs ist (vgl. Abb. 51, S. 211). Der Baum stammt vermutlich von einer Gestaltung von um 1830/1835,(vgl. Karte 11, S. 435). Wahrscheinlich standen zwei Catalpen symmetrisch vor dem Orangeriehaupteingang. Eine mutmaßliche Nachpflanzung von Gehölz Nr. 24 erfolgte jedoch asymmetrisch, wahrscheinlich um Einschränkungen des Wurzelbereichs durch den Technikkollektor zu vermeiden. [—] Der einst dichte Gehölzsaum südlich des Winzerbrunnens wird heute von lediglich einem Scharlachdorn (Crataegus coccinea "Ellwangeriana", Nr. 25) gebildet, wodurch der Brunnen von der Querstraße aus an Wahrnehmbarkeit gewinnt. Nördlich des Winzerbrunnens existieren weniger Gehölze als um 1940, sodass von der Hauptansichtsseite freie Sicht besteht. [+]
Auf der Fläche westlich des Rosengartens ist der einstige Umfang der östlichen Allee kaum noch ablesbar (vgl. Karte 7, S. 431). [—] Eine quer verlaufende Allee nördlich der Fläche zeichnet sich jedoch noch mit mehreren Altgehölzen ab. Südlich davon schließt sich eine freie Rasenfläche an, auf welcher sich eine Mischung aus Laubgehölzen und einigen wenigen Nadelgehözen nach Süden hin zunehmend verdichten. Dort befindet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Blühsträucher unweit beeindruckend großer Altgehölze wie der Stiel-Eiche Nr. 528 (Quercus robur), welche vermutlich noch aus der Zeitphase Marcolinis stammt. [+] Die östliche und westliche Flanke werden u. a. durch denkmalgerecht gesetzte Neupflanzungen gebildet. [+] Sämtliche Gehölze auf dieser Fläche weisen artbedingt eine relativ gute Windresistenz auf, sodass sie die kurzzeitig auftretenden Winde in der Einflugschneise des Rettungshubschraubers mit besserer Vitalität gut verkraften könnten. Der zunehmende Totholzanteil der Altgehölze führt jedoch bereits zu zahlreichen
82 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.5 Gehölze
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Astbrüchen der Altgehölze, u. a. durch die Windlast bei Stürmen. [—] Ähnliche Auswirkungen von Starkwinden sind zuletzt im Juni 2025 an der Holländischen Linde Nr. 342 (Tilia x vulgaris) aufgetreten. [—] Vermutlich aufgrund unterirdischer Einbauten ist der Urweltmammutbaum Nr. 586 (Metasequoia glyptostroboides) bereits in seiner Vitalität beeinträchtigt. [—] Westlich des besagten Urweltmammutbaums befindet sich eine Fortsetzung der westlichen Lindenallee mit Junggehölzen. Die vorliegenden Quellen belegen an dieser Stelle keine Allee, vielmehr ein Boskett, vgl. Überlagerung mit Plan von zwischen 1800 und 1815. Eine zweireihige Allee befand sich weiter westlich auf dem von Haus C überprägten Bereich. Aufgrund der raumteilenden Wirkung von Haus N übernimmt die nach Süden verlängerte Allee eine wichtige Leitfunktion zum Höhepunkt des Krankenhausparks ‒ dem Neptunbrunnen. [+] Diese Orientierungshilfe besteht zwischen Haus N und Haus S nicht, sodass sich eine Asymmetrie gebildet hat (außerhalb BA). [—] Die historisch korrekten Pflanzstandorte der drei kugelförmig geschnittenen Winter-Linden (Tilia cordata) Nr. 599 - 601 auf dem Vorplatz von Haus C markieren den äußersten Abschluss der westlichen Lindenallee. [+] Weil sie auf dem stark architektonisch geprägten und weitgehend versiegelten Vorplatz stehen, wurden sie mit je einer quadratischen Baumscheibenabdeckung ausgestattet. Es ist nicht bekannt, ob diese drei Gehölze und/oder die restlichen Alleegehölze in einer gemeinsamen Pflanzgrube stehen, oder separat gepflanzt wurden.
Zu den einheimischen Gehölzarten im BA zählen: (vgl. auch Gehölzliste S. 161) • Spitz-Ahorn (Acer platanoides) • Hainbuche (Carpinus betulus) • Gemeine Haselnuss (Corylus avellana) • Kornelkirsche (Cornus mas) • Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) • Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) • Rot-Buche (Fagus sylvatica) • Gemeiner Efeu (Hedera helix) • Europäischer Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) • Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) • Europäische Wild-Birne (Prunus pyraster) • Stiel-Eiche (Quercus robur) • Europäische Eibe (Taxus baccata) • Winter-Linde (Tilia cordata) • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 83 5.5 Gehölze
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• Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Die wertvollen Gehölzarten des BA (hinsichtlich Denkmalwert, Seltenheit, Zierwert, Exotik oder botanische Besonderheit) sind: • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) Nr. 319, 320 und 358 • Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides) • Ovalblättiger Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata')175 • Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) • Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) • Japanische Blütenkirsche 'Kanzan' (Prunus serrulata 'Kanzan') • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) Aufgrund ihrer Historie und Funktion im Gartendenkmal gehören zu den besonders wertvollen Gehölzen des Weiteren: (vgl. in Gehölzliste unter Spalte „Bewertung“ S. 161ff) • Altgehölze der Lindenalleen, vorrangig Holländische Linden (Tilia x vulgaris) • eine alte Rot-Buche (Fagus sylvatica) Nr. 341
Raritäten im botanischen Sinne sind im BA nicht vorhanden. Besondere Wuchsformen, wie bei der Zwergmoos-Zypresse (Chamaecyparis pisifera 'Pulmosa') Nr. 385 sind durch ihren hohen Wiedererkennungswert identitätsstiftend und in der Gehölzliste in der Spalte „Anmerkung“ ausgewiesen.
Folgende Gehölzarten des BA weisen aktuell starke Vitalitätseinbußen auf: • Gemeiner Buchsbaum (Buxus sempervirens) • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) • Linden (Tilia spec.) • Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides, nördlich von Haus N)
Folgende Gehölze stellen sich unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten als Fehlpflanzungen dar: • Götterbaum (Ailanthus altissima) Nr. 400 – stark invasiv (weitere Hinweise vgl. S. 472) • Chinesische Wild-Birne (Prunus pyraster) Nr. 407a (umpflanzbar, da Jungbaum) – Standortkonflikt mit Verlauf der ehemaligen Lindenallee • Spitzahorn (Acer platanoides) Nr. 507 – Standortkonflikt mit Verlauf der ehemaligen Lindenallee
175 Der Ovalblättige Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata')ist deutlich resilienter als Buxus sempervirens und wird im BA kaum vom Buchsbaumszünstler befallen.
84 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.5 Gehölze
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Unter den Gehölzen gelten keine Arten als „streng geschützt“ nach deutschem Recht (BNatSchG/BArtSchV; inkl. EU-Bezüge aus FFH-Richtlinie Anhang IV und Vogelschutzrichtlinie).
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 85 5.5 Gehölze
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5.6 Schmuckpflanzungen
Kunstfertig angelegte Wechselflorbeete (zwei mal jährlich Florwechsel) befinden sich im nördlichen Teil entlang der Mittelachse und greifen die seit der Barockzeit intensive Inszenierung des Palais auf (vgl. Abb. 39, S. 199). [+] Die Pflanzung ist mit winterharten Gehölzen kombiniert, sodass sich jeweils am Beginn und Ende sowie an der Kreuzung Hochstammrosen (Rosa spec.) und Wandelröschen (Lantana camara) als Stämmchen in sich verbreiternden Beeten befinden. Die Höhenstaf- felung erzeugt angenehme Abwechslung und wirkt unterschwellig als Orientie- rungshilfe, indem Kreuzungspunkte markiert werden. [+] Geophyten existieren in den Beeten nicht, auch keine Mulchschicht oder Tropfbewässerung. [—] Die ein- stige einprägsame Inszenierung mit geschnittenen Fliederbäumchen (Syringa spec.) bestand bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs und wurde spätes- tens 1961 von den bis heute streifenförmigen Wechselflorbeeten abgelöst (vgl. Abb. 189, S. 321). Seither hat die Mittelachse in diesem Bereich an Wiedererken- nungswert eingebüßt [—], wenngleich die Wechselflorpflanzung nach wie vor eine auffällige und viel geschätzte Augenweide ist. [+] Ergänzt wurde die Wechselflorpflanzung u. a. durch vielblütige Stämmchen von Wandelröschen (Lantana camara), deren Pflanzbild sich an der ehemaligen Orangerie wiederholt und damit eine gestalterische Einheit unterstützt (vgl. Abb. 49, S. 209).[+] Zwischen den halbrunden Wasserbecken und dem Palais sind vier ehemalige streifenförmige Beete (die meiste Zeit mit Rosen bepflanzt, vgl. Abb. 278, S. 345) durch eine Reihe aus Pflanzkübeln ersetzt worden (vgl. Abb. 125, S. 249). [—] Da- durch gewann der Straßenraum zwischen Palais und Parterre an Breite, die Raum- wirkung büßte jedoch erheblich an Schmuckwirkung ein. [—] Ähnlich verhält es sich mit einem 1999 auf dem westliche Vorplatz angelegten Streifenbeet, welches möglicherweise als Ersatz für den Wegfall der vier Streifenbeete den Raum auf- wertete, heute jedoch nicht mehr existiert (vgl. Abb. 302, S. 367). [—] Insbesonde- re seit den 1990er Jahren hat die Aufstellung von einer Vielzahl von Pflanzgefäßen zugenommen. [—] Diese mit einjährigen Stauden bepflanzten Gefäße befinden sich vor allem an der Südfassade von Haus A-Mitte, aber auch beidseits der Ein- gänge von Haus G und Haus R. Auf der langgestreckten Terrasse vor der ehemali- gen Orangerie befinden sich Pelagonien unterschiedlicher Farbigkeit in Betonkü- beln. [+] Die Prunkvase nördlich des Rondells wird mit einer üppigen Hortensienpflanzung (Hydrangea spec.) denkmalgerecht untermalt (vgl. Abb. 37, S. 197). [+]
86 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.6 Schmuckpflanzungen
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5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
Die ebenen Rasenspiegel der Parkanlage tragen seit der Barockzeit eine lange Tradition und sind ein in allen Teilen der Anlage wiederkehrendes Gestaltungselement. [+] Lediglich im bis 1937 vollständig gepflasterten Ehrenhof (vgl. Abb. 211, S. 291) ist der Rasenspiegel eine Zutat des 20. Jahrhunderts, der ein angemessenes Erscheinungsbild unterstützt. [+] Aktuell ist dieser Rasenspiegel vermoost und leicht abgesunken [—], aber noch als weitgehend geschlossene Vegetationsfläche vorhanden. Die Rasenflächen werden je nach witterungsbedingtem Wachstum aller 3-4 Wochen gemäht.176 Im Mittelparterre sind die kraut- und moosreichen Rasenspiegel aufgrund von Lichtmangel insbesondere unter den breitkronigen Eibenbeständen unterbrochen. [—] Inbesondere in halbschattigen Adressenbereichen zeigt sich jedoch ein umfangreiches Artenspektrum mit zahlreichen Moosen und folgenden dominierenden krautigen Arten: [+] • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) • Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) • Echtes Labkraut (Galium verum) • Storchschnabel (Geranium spec.) • Klee (Trifolium spec.) • Spitzwegerich (Plantago lanceolata) • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans) • Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) Aufgrund der langen Bodenkontinuität erlangte die Artenzusammensetzung der Wiesen einen hohen Wert, welche mit einer Aussaat nicht wiederherstellbar wäre. [+]
Die krautige Vegetation auf den Bauminseln in den Wasserbecken profitiert vom feuchten Kleinklima und der Tropfbewässerung sowie dem Sprühnebel des Springstrahls. Die krautige Vegetation besteht an dieser Stelle u. a. aus Gundermann (Glechoma hederacea), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Labkraut (Galium sp.) und Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Vereinzelt sind unter den schattenspendenden Eibengruppen kleinere Bestände aus Gemeinem Efeu (Hedera helix) vorhanden. [+] Wertvolle Geophytenbestände werden im nördlichen Bereich des Mittelparterres durch Bestände aus gelb blühenden Wilden Tulpen (Tulipa sylvestris) und im Orangerieparterre (außerhalb BA) durch den Nickenden Milchstern (Ornithogalum nutans) gebildet. [+] Aufgrund unzureichend abgestimmter Mahdtermine kommen diese Bestände jedoch selten zur Blüte.177 [—] 176 SCHMIDT, 29.09.2025. 177 SCHWARZ,12.09.2025.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 87 5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
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Nennenswerte Geophytenbestände aus Krokussen befinden sich des Weiteren unter der Krone von Bergahorn Nr. 324 (Acer pseudoplatanus) und südwestlich des Winzerbrunnens. [+] In überschaubaren Beständen existieren Krokusse auch auf den zwei Bauminseln in der Hauptzufahrt. [+] Pflanzversuche von Maiglöck- chen (Convallaria majalis) im Gehölzsaum des Mittelparterres sind überwiegend nicht geglückt.178 Im restlichen Bearbeitungsgebiet befinden sich keine nennens- werten Geophytenbestände, sodass wichtige Blühaspekte im Frühjahr- und Herbst fehlen. [—]
178 SCHMIDT, 29.09.2025.
88 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
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5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
Von hoher künstlerischer und bildhauerischer Qualität zeugen zwei Torpfeiler am Ehrenhof aus profiliertem Sandstein mit darauf befindlichem Figurenschmuck mit allerhand Kriegstrophäen und -ausrüstung (vgl. Abb. 65, S. 221). [+] Sie stammen aus der Zeit Brühls und gehen vermutlich auf den Entwurf von Gottfried Knöffel179 zurück. Sie wurden 1937 und 1999 restauriert und waren ursprünglich Bestandteil des nördlichen Hofabschlusses mit einer übermannshohen Mauer und drei Türen (vgl. Abb. 199, S. 279). Die unter Marcolini an die Torpfeiler hinzugefügten zwei männlichen Hermen sind seit 1937 nicht mehr im Ehrenhof vorhanden [—], sodass die Torpfeiler mit ihrer Profilierung und den großen glatten Flächen besonders ausdrucksstark, aber auch leer wirken. Die zwei männlichen Hermen erhielten mit ihrem aktuellen Aufstellungsort nördlich der ehemaligen Orangerie keine adäquate Platzierung180 und der Ehrenhof büßte an wertvoller und prägnanter bildkünstlerischer Ausstattung ein, vgl. S. 225. [—] Entlang der Straßenfassade befinden sich seitlich des Ehrenhofs je zwei Sandsteinlöwen zwischen welchen sich eine Metallkette an einer Pollerreihe aufspannt. Die ca. 70 cm hohen Löwenskulpturen haben je eine Vordertatze auf einem Sandsteinpoller und wurden von Johann Baptista Dorsch181 und dessen Schüler Anton Demmler im Stil des Klassizismus gefertigt (vgl. Abb. 55, S. 215). [+] Das bedeutungsschwere Motiv des Löwen182, vgl. S. 470, wiederholt sich im Fassadenschmuck von Haus A auf der Nordseite sowie am Gewand der weiblichen Hermen und im Marcoliniwappen an der Nordfassade der ehemaligen Orangerie. Vor dem verglasten Haupteingang befindet sich der sog. Delphinbrunnen, welcher von Marcolini im Ehrenhof aufgestellt wurde (vgl. Abb. 66, S. 221). [+] Der Wandbrunnen umfasst ein künstlerisch wertvolles barockes Hochrelief, welches vermutlich aus der Zeit Knöffels stammt und möglicherweise zuvor seinen Platz in der Orangerie hatte. [+] Das Hochrelief stellt zwei Putten mit einem Delphin dar, durch dessen Maul der Wandbrunnen mit Wasser gespeist wird. Der ursprüngliche Aufsatz mit der Darstellung einer Muschel183 und seitlichen Volutenornamenten wurde 1937 durch ein bis heute erhaltenes Wappen der Stadt Dresden und zwei Meerestiere ersetzt, wodurch Originalbestand verloren ging und sich die Wirkung des Brunnens veränderte.
179 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 180 Die nördliche Orangeriefassade war ursprünglich ohne skulpturale Ausschmückung gestaltet und die heute geringe Fußwegbreite bietet keine ausreichend langen Sichtachsen frontal auf die Hermen. 181 Weitere Informationen zu DORSCH, vgl. S. 461. 182 Weitere Informationen zum Motiv des Löwen, vgl. S. 470. 183 Weitere Informationen zum Motiv der Muschel, vgl. S. 469.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 89 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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[—] Das Brunnenbecken selbst ist offenbar eine Nachbildung von 1937 mit leicht veränderter Profilierung und daher kein Originalbestand aus Marcolinis Zeit. [—] An der Fassade über dem Brunnen befand sich bis 1936 ein Marcolinisches Wappen, erschaffen von Dorsch, welches heute nicht mehr an dieser Stelle existiert. [—] Am westlichen Vorplatz von Haus A wird die Fassade von zwei weiblichen Hermen (Kopien) in gebauschtem Gewand geziert. [—] Auch wenn sie den Raum künst- lerisch deutlich aufwerten, wirken sie an der Fassade vorgesetzt, statt integriert, weil mit der schlichten Fassadenprofilierung keine derartige Schmuckausstattung vorgesehen wurde. [—] Das Gewand wird von einer Schnalle mit einem kleinen Löwenkopf gehalten und zitiert das Löwenmotiv des vermutlich ursprünglichen Aufstellungsortes ‒ dem Ehrenhof.184 Mit ihren Händen halten sie je eine 2020 nachgebildete Sandsteinvase auf ihrem Kopf. Sie stammen ursprünglich aus der Zeit Marcolinis und spielen mit dem Vasenschmuck auf Marcolinis Direktorenpos- ten in der Meißner Porzellanmanufaktur an. Die Südseite von Haus A-Mitte weist zwei seit mindestens 1898 ungefüllte wand- gebundene Ädikulen185 auf. [—] Welche Kunstausstattung dort ursprünglich Auf- stellung fand, ist nicht bekannt. [—] Für eine Aufstellung der weiblichen Hermen sind diese Figurennischen allerdings ungeeignet, weil die Hermen mit ihrem koni- schen Pfeilerschaft für eine Aufstellung an einem Pilaster oder einem Pfeiler kon- zipiert sind. An der Südfassade ist heute lediglich ein Marcolinisches Wappen er- halten geblieben (vgl. Abb. 75, S. 225) [+] und die einstigen ornamentalen Bleiglasfenster sind durch einfache Glasscheiben ersetzt, sodass das Gebäude für einen Rokokobau verhältnismäßig nüchtern wirkt (vgl. Abb. 38, S. 199). [—] Zentral im Mittelpark befinden sich zwei Sandsteinskulpturen auf rechteckigen pro- filierten Sandsteinsockeln, die nach 1774 vom Bildhauer ThaddäusIgnatius Wisko- tschill186 (1753–1795) ausgeführt wurden, vgl. S. 219. [+] Sie sind Teil eines ur- sprünglich umfangreicheren Skulpturenprogramms, das auf den sächsischen Premierminister Camillo Graf von Marcolini zurückgeht, vgl. S. 467. Während sich vier weitere Figuren seit 1854 im Bürgerpark Dresden befinden, verblieben die Darstellungen von Themistokles und Tomyris im heutigen Krankenhausparks. [+] Die Werke gelten als bedeutende Zeugnisse der sächsischen Bildhauerkunst im Übergang vom Spätbarock zum Frühklassizismus. Ursprünglich an einem anderen Ort im Park aufgestellt, befinden sich die Skulpturen seit etwa 1875 an ihrem heu- tigen Standort. Die Hauptansichtsseite ist jeweils nach Norden ausgerichtet. His- torische Pläne und Fotografien belegen, dass die Figuren einst (von ca. 1875-
184 Möglicherweise waren die weiblichen Hermen in Fassadennischen oder vor Pilastern des Innenhofs aufgestellt, als der nachträglich eingebaute Korridor noch nicht bestand (vgl. Abb. 192, S. 273). 185 Eine wandgebundene Ädikula ist eine Figurennische mit architektonischer Fassung, hier mit einer profilierten Umrahmung und einem betonten Scheitelstein im halbrunden oberen Abschluss. 186 Weitere Informationen zu WISKOTSCHILL, vgl. S. 463.
90 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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- in eine runde Platzaufweitung eingebunden waren, die durch das damali- ge Wegenetz erschlossen wurde und eine unmittelbare Betrachtung der bild- hauerischen Details ermöglichte (vgl. Karte 18, S. 441). Im Zuge der Umgestaltun- gen von um 1937 verblieben die Skulpturen an ihrem Standort, waren seither allerdings von Rasen umgeben. Heute werden sie dicht von hochgewachsenen Eiben umstanden, wodurch Sichtbeziehungen stark eingeschränkt sind. [—] Ein Herantreten ist nur unter Verlassen der Wege möglich und die Verschattung lässt wenige Details aus der Ferne erkennen. [—] Hinzu kommt eine zunehmende Ver- moosung, insbesondere an der Figur der Tomyris, die auf die beschattete und feuchte Standortsituation zurückzuführen ist. [—] Im Jahr 2020 wurden beide Skulpturen umfassend restauriert und tragen keine Steinlasur, anders als die Prunkvase am Rondell im Mittelpark. Westlich des Rosengartens befindet sich eine lebensgroße Bronzefigur von Wil- helm Landgraf (vgl. Abb. 61, S. 219).187 Sie stammt aus dem Jahr 1959 und erhielt die ursprüngliche Bezeichnung „Frau ‒ sich Kämmende“ und wird mittlerweile nur noch „Sich Kämmende“ und seltener die „Die Haarbinderin“ genannt. Bei Landgrafs „Sich Kämmende“ handelt es sich um eine intime, stille Alltagsdarstel- lung – typisch für seine Arbeiten in dieser Zeit, die menschliche Gestik und ruhige Momentaufnahmen in Bronze umsetzten. Die Figur wurde zwischen 1975 und 1994 im Friedrichstädter Krankenhauspark aufgestellt und greift annähernd ei- nen Skulpturenstandort der Brühlschen Zeit auf, vgl. Überlagerung Plan 2.2. [+] Ebenso wie im Barock ist die heutige Figur mit ihrer Hauptansichtsseite nach Nordwesten ausgerichtet. [+] Eine diagonal verlaufende Wegeanbindung, wie es sie ursprünglich gab, ist heute nicht vorhanden. Vielmehr steht die Figur auf einer quadratischen Grundplatte aus Bronze, welche mit einer auffallend gro- ßen Mutter auf einem schlichten, scharrierten Sandsteinsockel (61 x 32 x 32 cm) befestigt ist. Dieser wiederum fußt auf einer deutlich größeren quadratischen Be- tonbodenplatte (97 x 97 cm). Sockel und Bodenplatte sind entsprechend des Grundrasters des Parks ausgerichtet und nicht an die Eindrehung der Figur ange- passt. [—] Im nördlichen Bereich des Rondells befindet sich heute eine Prunkvase (Sockel- vase oder auch Henkelvase), bei der es sich um eine im Jahr 1999 angefertigte Kopie eines stark verwitterten Originals von ca. 1740 handelt (vgl. Abb. 63, S. 219). Abermals restauriert wurde sie 2020 und trägt heute eine helle Steinlasur. Die originale Kunstausstattung, wies erhebliche Schäden auf und wurde im Ein- gangsbereich von Haus A aufgestellt. Die Vase wurde ursprünglich für eine Ni- sche innerhalb einer Heckenwand des Brühlschen Parks entworfen, die das his- torische Parterre räumlich fasste (vgl. S. 91). Es ist anzunehmen, dass der heutige
187 Weitere Informationen zu LANDGRAF, vgl. S. 462.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 91 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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Standort dem Entwurf von um 1870 folgt und die Vase bereits im 19. Jahrhundert dort aufgestellt war. Zwischenzeitlich wurde ihr Platz möglicherweise von einer Büste des Oberarztes Walther eingenommen. An ihrem heutigen Standort be- fand sich bis zur Neuaufstellung lediglich vegetabiler Schmuck (vgl. Abb. 286, S. 353 und Abb. 305, S. 369). Der heutige Standort entspricht der einstigen Zielschei- be im Spielparterre Brühls. [+] Eine weitere, stilistisch verwandte Prunkvase aus der Zeit um 1740 ist heute am Palaisteich im Großen Garten Dresden aufgestellt. Sie war sehr wahrscheinlich ein Pendant im spiegelbildlich angelegten Brühl- schen Garten. Wo genau sich die Vasen im Brühlschen Garten befanden, ließ sich bisher nicht erörtern. [—] Besonders bemerkenswert sind die Reliefdarstellun- gen auf den Schmuckvasen, die Motive aus Ovids „Metamorphosen“ aufgrei- fen.
Des Weiteren sind nördlich von Haus Q acht kleinere Schmuckvasen als Beton- abgüsse mit Putten- und Ornamentdekor deponiert. Die Originale waren eben- falls Teil des Marcolinischen Ausstattungsprogramms. Eine Federzeichnung von 1774 legt nahe, dass diese Schmuckvasen ursprünglich an der Straßenseite des Marcolinipalais aufgestellt waren (vgl. Abb. 191, S. 271). Dort befanden sie sich auf den ursprünglichen Zwerchgiebeln188 der heutigen Gebäude Haus A-Ost und A-West.
Der sogenannte Winzerbrunnen (auch Küfer-189 oder Kellermeisterbrunnen ge- nannt) befindet sich südlich des Haupteingangs der ehemaligen Orangerie und ist mit seiner Hauptansichtsseite nach Norden ausgerichtet (vgl. Abb. 80, S. 229). Der Brunnen stellt eine humorvoll-ikonografische Szene des Weingenusses dar und verleiht dem Park eine erzählerische, fast anekdotische Note, die sich von der Strenge des teils noch erhaltenen barocken und frühklassizistischen Skulptu- renprogramms deutlich abhebt. Dargestellt ist ein betrunkener Winzer – mit cha- rakteristisch übergroßer Nase –, der, auf einem Weinfass sitzend, im Rausch den Spund herauszieht, sodass der gesamte Wein ausläuft. Der kleine Brunnen ent- stand sehr wahrscheinlich im 18. Jahrhundert und ist der Legende nach vom Kel- lermeister des Grafen Marcolini inspiriert. [+] Weder Entstehungsjahr noch Künst- ler sind eindeutig belegt. [—] Sollte der Brunnen, wie von Fachleuten häufig vermutet, von Thaddäus Ignatius Wiskotschill190 sein, so müsste er zwischen 1774 und 1795 entstanden sein.191 Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass er bereits in
188 Ein Zwerchgiebel ist ein quer zum Hauptdach stehender Giebel, der aus der Dachfläche herausragt. 189 „Küfer“ ist eine Berufsbezeichnung für einen Handwerker, der Fässer aus Holz herstellt und repariert. Weitere Bezeichnungen sind „Böttcher“ oder „Fassbinder“. 190 Weitere Informationen zu WISKOTSCHILL, vgl. S. 463. 191 Wiskottschill arbeitete ab 1774 für Marcolini und starb 1795.
92 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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der Phase Brühls geschaffen wurde, sodass er möglicherweise Johann Christian Knöffel192 zugeschrieben werden kann.193 Erstmals nachweisbar ist ein Brunnen an dieser Stelle in einer Karte von 1830/1835, (vgl. Karte 11, S. 435). Demnach wurde der Brunnen nicht vor 1827 an dieser Stelle platziert und hatte womöglich ursprünglich einen anderen Standort, sofern er eher geschaffen worden ist. In den Jahren 1982 bis 1985 sowie erneut 1994 fanden Sanierungsmaßnahmen statt. Seit ca. 1941 besitzt der Brunnen nicht mehr sein ursprünglich kunstvoll gestaltetes Metallgeländer [—], dessen Veranke- rung noch im Brunnenrand ablesbar ist. Auf der Südseite ist der Brunnen nicht mehr vegetabil abgegrenzt, wie das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall war (vgl. Abb. 315, S. 379). [+] In unmittelbarer Nähe des Brunnens, am Wegesrand vor der Zufahrt zur Orange- rie, zeugen Reste von Steinsockeln, vermutlich von einer früheren Ausstattung mit Pflanzschalen oder Steinvasen, die den Weg einst zusätzlich akzentuierten. [+] Details lässt die vorliegende Quellenlage offen (vgl. Abb. 313, S. 377). [—] Vor Haus U befindet sich eine Sandsteinbüste von Christian Georg Schmorl194 (1861-1932). Die auf einem Granitsockel mit Inschrift aufgestellte Büste des Pa- thologen ist mit ihrer Ansichtsseite nach Norden ausgerichtet (vgl. Abb. 64, S. 221). Rückseitig der Büste befindet sich eine Rampe, an deren Anlauf sich zwei aufwendig ornamentierte Sandsteinpoller, wahrscheinlich aus dem Rokoko, befin- den (vgl. Abb. 59, S. 217). [+] Sie sind mit einem Muschelschalenmotiv195 verziert, jenes Motiv, welches ehemals auch den Delphinbrunnen krönte (vgl. Abb. 206, S. 285). Auf dem Vorplatz von Haus C befindet sich ein kleines Wasserspiel ‒ der sog. Ku- gelbrunnen.[+] Es handelt sich um drei unterschiedlich große Steinkugeln, über welche Wasser fließt (vgl. Abb. 81, S. 229). Geschaffen wurde das Wasserspiel um 2007 im Zuge des Baus von Haus C von der Künstlerin Landy A196. Der Stand- ort greift keinen historischen Skulpturenstandort auf, auch wenn sich ein Pen- dant des Standortes der Bronzefigur „Sich Kämmende“ unweit des Kugelbrun- nens befunden hat, vgl. Überlagerung der Phasen 1-4. [—]
192 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 193 Merkmale von Skulpturenschmuck des Sächsischen Barock und Sächsischen Rokoko – mit Schwerpunkt auf stilistischen und motivischen Unterschieden, vgl. S. 468. 194 Weitere Informationen zu SCHMORL, vgl. S. 463. 195 Weitere Informationen zur Bedeutung des Muschelschalenmotivs, vgl. S. 469. 196 Über die Künstlerin Lady A. Liegen keine weiteren Informationen vor.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 93 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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5.9 Ausstattung
Das Ausstattungsprogramm des Krankenhausparks ist nicht einheitlich und ein Resultat zahlreicher Anpassungen an die hohen Erfordernisse, die der Krankenhausbetrieb mit sich bringt. [—] Nicht konsequent wurde dabei ausreichend Rücksicht auf das Gartendenkmal genommen, sodass u. a. einige Lüftungsbauten und Schachtdeckel sehr präsent ins Auge fallen, wie beispielsweise im Rosengarten (vgl. Abb. 30, S. 191). [—] Positive Beispiele lassen sich u. a. an einem Lüftungsschacht im ehemaligen Orangerieparterre belegen, der sich mit seiner Materialität harmonisch einfügt (vgl. Abb. 48, S. 209). Eine funktionale Ästhetik haben die metallfarbenen Geländer an der Hauptzufahrt (vgl. Abb. 12, S. 173) und vor der Fassade von Haus R. Sie stammen aus der Zeit von nach 1990 und wurden aus Verkehrssicherheitsgründen integriert. Sie fügen sich nicht adäquat in das Gartendenkmal ein. [—] Schwarz lackierte Metallgeländer mit starken Rundprofilen befinden sich seitlich der gepflasterten Rampe zu Haus U. Das Geländer ist eine Neuinterpretation in enger Anlehnung an den Zustand von um 1899. [+] Die runden Pfostenkronen mit Profilierung finden sich bis heute am Treppenaufgang von Haus U wieder, ebenso an den halbrunden Wasserbecken und bis vor 1941 auch am Winzerbrunnen. Die kunstvoll als „S“ geschwungenen Anläufe der Geländer an der Rampe von Haus U sind eine neuere Zutat von vor 1992 (vgl. Abb. 59, S. 217). Ursprünglich war der Geländerabschluss in Schneckenform gestaltet, wie es am Treppengeländer von Haus U noch nachvollziehbar ist. Diese Volute fand auch am Geländer des Winzerbrunnen Anwendung. An den halbrunden Wasserbecken traten derartige kunstvolle Geländerabschlüsse nicht auf und folgen bis heute einer sehr schlichten Formensprache (vgl. Abb. 76, S. 227). An den noch erhaltenen/wiederhergestellten historischen Geländern lässt sich untereinander eine gestalterische Bezugnahme der im Detail unterschiedlich ausgeformten Geländer erkennen. [+] Bei Geländern aus der Phase nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die charakteristischen Merkmale nicht weitergeführt, wie ein Handlauf entlang einer Rampe südlich von Haus A-Mitte bis heute zeigt. [—] Die Terrasse entlang der ehemaligen Orangeriefassade ist heute, im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht mehr von einem Geländer gesäumt. Lediglich ein Zugang ins Kellergeschoss ist mit einem verzinkten Geländer versehen, welches die schlichte Ästhetik des Stabmattengeländers mit Flachstahlprofilen weiterführt (vgl. Abb. 142, S. 253). [+] In besonders repräsentativen Teilbereichen wurde bei der Sanierung von Geländern in jüngerer Zeit, wie im Ehrenhof im Jahr 1999, Wert auf ein hohes Maß an Qualität und Ästhetik gelegt. [+] Die Neuschöpfungen wurden in
94 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.9 Ausstattung
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historisierender Formensprache des Neobarocks ausgewählt und integrieren sich harmonisch in das Raumbild. [+] Ebenso verhält es sich im Ehrenhof mit acht schwarzen Wandleuchten (vgl. Abb. 164, S. 259), zwei je dreistufigen hinzugefügten Treppen an der Stirnseite des Korridors sowie zwei Orientierungstafeln aus Messing an der Innenhoffassade. Eine weitere Orientierungstafel mit einem Übersichtsplan befindet sich südlich des Pförtnerhäuschens an der Hauptzufahrt und stammt aus einem seit 1999 angewandten Ausstattungskatalog mit türkisfarbenen Metallkonstruktionen. Türkise Wegweiser ohne Plandarstellung befinden sich im Norden und Süden der östlichen Lindenreihe sowie an der Kreuzung zum südlichen Querweg. Das farbliche Hervorstechen der Tafeln hilft Orientierungssuchenden beim Auffinden der Wegweiser. Für das Gartendenkmal ist die Farbwahl jedoch nicht adäquat getroffen (vgl. Abb. 158, S. 257). [—] Größere Wegweiser mit metallfarbener Oberfläche befinden sich an der Holländischen Linde (Tilia x vulgaris) Nr. 289 und östlich vom nördlichen Anfang des Mittelwegs im Wechselflorbeet sowie in der Vegetationsinsel östlich von Haus A-Mitte (vgl. Abb. 172, S. 261). Im Bearbeitungsgebiet befindet sich des Weiteren eine kleine Informationstafel auf einem hüfthohen Schrägpult seitlich des Mitteleingang von Haus N. Es informiert über die historischen Hintergründe des Neptunbrunnens und weist den Weg durch das Gebäude zur Brunnenanlage (vgl. Abb. 133, S. 251). [+] An besonders wertvollen Gehölzen sind teilweise weiße Beschriftungsschildchen aus Metall angebracht, welche den deutschen und lateinischen Pflanzennamen wiedergeben. [+] Ähnlich verhält es sich mit Beschriftungsschildchen im Wechselflorbeet entlang der Mittelachse [+], welche mit zahlreichen laminierten Etiketten Auskunft über die Staudennamen geben. [—]
Bei den im Folgenden beschriebenen Ausstattungselementen sind im BA unterschiedliche Modelle vertreten. Diese sind im Bestandsplan mit „L“ für Leuchte, „B“ für Bank und „A“ für Abfalleimer mit entsprechend angefügter Modellnummer ausgewiesen: Im Bearbeitungsgebiet wurde bisher kein durchgehendes Beleuchtungskonzept umgesetzt. [—] Im Mittelparterre befinden sich relativ auffällige, türkisfarbene Mastleuchten (vgl. Bestandsplan L1 sowie Abb. 158, S. 257) aus den 1990er Jahren. [—] Diese greifen u. a. annähernd die seit 1911 bestehenden Leuchtenstandorte entlang der Mittelachse auf, mit dem Unterschied, dass sie heute westlich, statt wie ursprünglich östlich der Mittelachse platziert sind. Als Straßenleuchtenmodelle wirken sie insbesondere aufgrund ihrer Farbgebung im Wechselflor fehlplatziert (vgl. Abb. 38, S. 199). [—] Die Westflanke des Parterres weist teilweise aus der DDR stammende Rundleuchten (L3, vgl. Abb. 165, S. 259) aber auch Modelle neueren Datums als
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 95 5.9 Ausstattung
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silbergraue Mastleuchte mit Schirm (L2, vgl. Abb. 159, S. 257) und Pollerleuchten (L4, vgl. Abb. 156, S. 257) auf. Die halbkugelförmigen Leuchten von 1937 sind im BA nicht mehr erhalten (vgl. Abb. 268, S. 339). An der Gebäuden sind verschiedenartige Wandleuchten angebracht (L5 WL). Die historischen Wandleuchten an den südlichen Ecken der von Haus A-Mitte sind nicht erhalten geblieben (vgl. Abb. 231, S. 311). Weitere nicht noch einmal im BA vorkommende Leuchten sind im Bestandsplan mit L5 ausgewiesen. Die Vielfalt der Leuchtenmodelle wirkt eklektisch. [—] Die Skulpturenausstattung und/oder die Schmuckfassaden werden, abgesehen vom Delphinbrunnen, aktuell nicht illuminiert. In einem funktional gestalteten Betonschacht im Rasenspiegel des Ehrenhofs ist ein Bodenstrahler integriert (BL). [—] Eine weitere Bodenleuchte strahlt einen Wegweiser im Norden der westlichen Allee an.
Bänke sind im Park als Ort des Verweilens zahlreich aufgestellt und bieten sowohl schattige, als auch sonnige Sitzplätze. [+] Aufgestellt sind die Bänke des Mittelparks in rechteckigen Nischen mit ein bis vier Bänken in Reihe (vgl. Abb. 117, S. 245). [+] Die Ausstattung an Bänken ist uneinheitlich und weist eine große Spannbreite auf. [—] Im Gartenparterre befinden sich historisierende Gussgestelle mit Astknotenornamentik (B1, vgl. Abb. 148, S. 255)[+] , bis hin zu sehr funktional wirkenden konischen Betonsockeln (B2; Bestand von um 1937, vgl. Abb. 150, S. 255) [—] und schlicht gehaltene Metallkonstruktionen (B3, vgl. Abb. 149, S. 255). [—] Einige Modelle existieren mit einem leicht geschwungenem Metallgestell mit historisierendem Anklang, welche mit Holzlattung inklusive Rückenlehne ausgestattet sind (B4, vgl. Abb. 151, S. 255). [+] Einzelmodelle mit einfacher Metallkonstruktion und Kunststofflattung, wie auf der Terrasse an der ehemaligen Orangerie und mit Holzlattung vor Haus G sind im Bestandsplan mit B5 ausgewiesen. [—] Die einstigen überlangen Bänke von einer Parkgestaltung von 1937 nicht nicht mehr vorhanden. [+] Sie befanden sich südlich der halbrunden Wasserbecken197 und werden heute durch je vier Einzelbänke in Reihe ersetzt. Insgesamt zeichnet sich an den Sitzmöbeln Verschleiß ab. [—]
Im BA befinden sich zahlreiche Abfallbehälter, welche überwiegend den Bankstandorten zugeordnet sind. [+] Ein in Waschbeton (A1, vgl. Abb. 140, S. 253) ausgeführtes Modell aus DDR-Zeiten dominiert [—], lediglich im südlichen Bereich wurden die Waschbetonabfalleimer durch holzverkleidete Modelle (A2, vgl. Abb. 135, S. 251) [+] ersetzt. Beide Modelle sind oben offen gestaltet, sodass eine
197 Die langgestreckten Bänke befanden sich ursprünglich außerdem im Rosengarten und im Innenhof von HausP.
96 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.9 Ausstattung
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Verteilung des Inhalts auf umliegende Flächen (durch Tiere und Wind) nicht selten zu beobachten ist. Einzelmodelle von Abfalleimern aus Metall (A3) befinden sich am Eingang von Haus C und auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie. [—] Vor den meisten Gebäudeeingängen befinden sich Pflanzkübel mit teilweise mehrjährigen Gehölzen bis hin zu Wechselflorbepflanzung (vgl. Abb. 132, S. 251). [+] Abgesehen von den Kübeln auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie (vgl. Abb. 126, S. 249) und auf dem Vorplatz von Haus C (vgl. Abb. 127, S. 249) sind die Kübel äußerst vielgestaltig und in ihrer Materialität uneinheitlich. [—] [—] Die Materialien der Betonausstattung (Abfalleimer, Bänke, Leuchte, Pflanzkübel) sind für ein Gartendenkmal vorliegender Bedeutung nicht angemessen.
Auch die Ausstattung mit Fahrradständern ist inhomogen und reicht von einfachen Vorderradhaltern an Haus W, über halbkreisförmig geschwungene, anthrazitfarbene Fahrradanlehnbügel an Haus C (Model Galeb, Fa. Union Freiraum Mobiliar) bis hin zu eben solchen mit geschwungener Überdachung (vgl. Abb. 174, S. 261) an Haus R und an der südöstlichen Seite von Haus A-Ost. [—] Als Durchfahrtsbeschränkungen und Abstandshalter zu Gebäudeeingängen sind im BA zahlreiche verschiedenartige Poller verbaut, welche von einfachen Sandsteinquadern, über zierliche Modelle in anthrazit bis hin zu breiten metallfarbenen Pollern reichen. Des Weiteren sind verhältnismäßig unauffällig Medienpoller in das Gartendenkmal integriert (vgl. Abb. 175, S. 261 und Abb. 181, S. 263). [—]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 97 5.9 Ausstattung
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5.10 Nutzung Das Bearbeitungsgebiet hat für die Gesundheitsvorsorge und Genesung, speziell als Krankenhauspark, eine hohe Bedeutung. Der Park ist sozialer Begegnungsort und bietet bei Hitze wohltuende Schattenplätze zum Verweilen. Er wird zum Spa- zierengehen, Erholen, Beobachten, für Kommunikation und zum Überbrücken von Wartezeiten genutzt. Von zahlreichen Patientenzimmern bietet der Park ei- nen grünen, erholsamen Ausblick. [+] Das Mittelparterre und der Ehrenhof sind fast ausschließlich Fußgängern vorbe- halten, welche die zahlenmäßig größte Nutzergruppe darstellen. [+] Auf den an- grenzenden Straßenflächen haben jedoch überwiegend PKWs Vorrang [—], ver- einzelt wird der Straßenraum von Radfahrern genutzt. Die Fußgänger verhalten sich augenscheinlich so, dass sie Wiesen- und Rasenflächen des Gartendenk- mals weitgehend respektieren und im Normalfall nicht betreten.
Die Nutzergruppen umfassen: • Das Personal des Krankenhauses, welches den Park in Pausenzeiten zur Erholung, aber auch als direkte Wegeverbindung zwischen den angrenzenden Gebäuden nutzt, weil entlang der westlichen Allee kein Fußweg existiert. Aufgrund des Schichtbetriebs werden diese Wege zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit zurückgelegt (vorrangig in Bereichskleidung). • Vulnerable Gruppen wie ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen (u. a. Patienten des SKDF, Bewohner des Altenpflegeheims „St. Michael“, Bewohner des Mehrgenerationenhauses „Riesa efau“. Weniger komplizierte Patiententransporte (z. B. im Rollstuhl; nicht auf Transportliegen, wofür die begehbaren Kollektoren genutzt werden) erfolgen häufig in Begleitung eines Krankenpflegers durch den Park. • Junge Generationen (u. a. Schüler der 48. Grundschule, Kleinkinder der Kindertagesstätte „Kinderhaus Friedrichstraße 46“ und Kinder des medizinischen Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (KID)) • Versorgungstransporte (Medikamente, Wäsche, Abfall, Labor, Reinigung etc.) fahren mehrmals täglich die medizinischen Einrichtungen in den an das BA angrenzenden Gebäuden an und sind dafür auf die versiegelten Vorplätze wie an Haus R angewiesen. • Besucher von Patienten und während der Behandlungen wartende Angehörige. Ebenso Taxifahrer, welche nicht selten den kürzesten „Weg“ durch den Gehölzsaum vom Parkplatz in den Mittelpark nutzen. • Fußgänger und Radfahrer nutzen den Krankenhauspark auch als grüne Abkürzung und direkte Wegeverbindung vom Westen der Friedrichstadt zum Bahnhof Mitte und in die Altstadt sowie entgegengesetzt.
98 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.10 Nutzung
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Im BA kann auf einem hohen Engagement und Interesse der Nutzer aufgebaut werden, welche ihre Wertschätzung für die Anlage u. a. bei der Sanierung des Neptunbrunnens bewiesen haben und nach wie vor u. a. im Verein der Freunde des Städtischen Klinikums Dresden e. V. tätig sind. Der Verein arbeitet ehrenamtlich und akquiriert projektbezogen Gelder, zuletzt für die Restaurierung der Statuen Tomyris und Themistokles sowie der Sandsteinlöwen am Ehrenhof. Aktuell ist ein kleiner Trimm-Dich-Pfad zwischen Haus R und K in Planung. [+] Der kurzzeitig verweilende Besucher erfährt jedoch wenig über die Bedeutung der Parkanlage. [—] Im Festsaal von Haus A finden ein bis zwei Mal monatlich öffentliche Konzerte statt, welche über das SKDF organisiert werden.198 Besucher der Konzerte werden auf ihrem Weg zum Festsaal beiläufig durch aufgehängte Abbildungen des Parks auf dessen Historie aufmerksam gemacht und nutzen häufig den Park für einen kleinen Rundgang. Sonderführungen fanden bisher ca. zwei Mal im Rahmen des Tags des offenen Denkmals und zum Tag der offenen Tür statt, wobei vorrangig das Napoleonzimmer im Fokus stand. Der Park wurde zum Brunnentag ca. drei Mal durch Sonderführungen thematisiert. Auf Anfrage werden Führungen durch das ehemalige Palais und den Park von der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des SKDF, Frau Hunger, angeboten und im Schnitt ca. 15 bis 20 Mal jährlich durchgeführt.199 Die Führungen sind bis auf den Besuch des Napoleonszimmers kostenfrei. Weitere Sonderführungen zur Gartenhistorie bietet u. a. der Verein Wissensvermittlung der Denkmalpflege e.V.200 mit Brunnenführungen in der Dresdner Friedrichstadt an.201 Die Sozialen Medien werden vorrangig über Facebook und Instagram bedient, wobei Inhalte zum Park eine Seltenheit darstellen. Dort veröffentlichte historische Abbildungen trafen jedoch auf deutlich positive Resonanz. [+] In der Patientenzeitung Städtischen Klinikums sind Artikel über den Park seltene Ausnahmen, weil die Themen vorrangig medizinische Aspekte beleuchten.202 [—]
Die Wasserbecken sind aktuell nicht mit Fischen besetzt. Sie werden mit ihren Inseln jedoch von einem Entenpärchen genutzt. Ein Hinweiszettel am Geländer weist die Besucher darauf hin, die Enten nicht zu füttern, weil die Wasserqualität sonst erheblich leidet und die Sandsteinbecken durch den Kot der Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden. [+]
198 Vgl. Konzertkalender des Städtischen Klinikums Dresden: https://www.klinikum-dresden.de/patienten-besucher/kunst-im-klinikum/ konzerte, Zugriff 13.10.2025. 199 HUNGER, 6.10.2025. 200 Vgl. Homepage WvD: https://denkmal-wissen.de/. 201 Brunnenführung des Vereins Wissensvermittllung in der Denkmalpflege, 2016: https://www.denkmal-wissen.de/Fuehrungen,-Exkursionen,- Vortraege/x_Brunnenfuehrung-Mai/index.php/, Zugriff: 13.10.2025. 202 HUNGER, 6.10.2025.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 99 5.10 Nutzung
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5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
Die Grundwasserneubildung erfolgt im BA versickerungsdominiert, weshalb versickerungsfähige Oberflächen von besonders hoher Priorität sind. Unter anderem infolge der Austrocknung der oberen Wegedecke ist deren Wasserdurchlässigkeit in Hitzeperioden erheblich eingeschränkt, sodass eine ausreichende Versickerung nicht mehr gewährleistet ist.
Die Folgen der unzureichenden Abflussmöglichkeiten werden besonders bei Starkregenereignissen203 deutlich, wenn sich am tiefsten Punkt des BA im Südosten unweit von Kornelkirsche (Cornus mas, Nr. 401) großflächig das Oberflächenwasser anstaut. Das BA ist auf Starkregenereignisse als unzureichend vorbereitet einzuschätzen, wie sich letztmalig im August 2024 mit dem Einlaufen von Wasser in Kellergeschosse der angrenzenden Gebäude zeigte. [—] Laut Prognose sind im BA kleinflächig Wassertiefen von 0,5-1 m und großflächig 0,3-0,5 m zu erwarten.204 Bereits stark versiegelte Flächen weisen teilweise ein für die Vegetation ungünstiges Gefälle auf, wodurch Niederschlagswasser – wie beispielsweise im von großformatigen Granitplatten dominierten Ehrenhof – nach Norden in die Kanalisation abgeleitet wird, anstatt den angrenzenden Vegetationsflächen zuzuführen (vgl. Abb. 54, S. 215).
Vergangene Trockenperioden reduzierten bereits erheblich die Vitalität der Vegetation, was langfristig verstärkt zu einer Minderung der Aufenthalts- und Erholungsfunktion des Grünraums sowie der Verkehrssicherheit führen wird. [—] Die prognostizierte Klimaentwicklung für Dresden ist im Anhang auf Seite 474 dargestellt. Entsprechend ist ein durchdachtes Regenwassermanagement hinsichtlich Regenwassersammlung, -Speicherung und -Verwendung essentiell, um unter den aktuellen und zukünftigen klimatischen Bedingungen das Gartendenkmal zu erhalten. Der wertvolle Gehölzbestand205 im BA erhielt in den letzten Jahrzehnten keine ausreichende Pflege, um eine Resilienz gegenüber den klimatischen Veränderungen aufbauen zu können. Es besteht aktuell kein Bepflanzungskonzept sowie kein ausführlicher Pflegeplan. [—] Baumsicherungen wurden mit teils provisorischen Stützen vorgenommen. [—] Die Bestandsgehölze weisen erhebliche Trockenschäden auf, sodass teilweise eine Gefährdung der Verkehrssicherheit besteht (u. a. Großastabwurf an Lindenaltgehölzen in westlicher Allee). [—]
203 Sechsstündiger Modellregen mit einer Niederschlagssumme von 180 mm. 204 Prognose der Wassertiefen bei Starkregen, 2023: www.themenstadtplan.dresden.de, Abruf 27.08.2024. 205 Der Gehölzbestand des BA ist in vielfacher Hinsicht als wertvoll einzustufen. Weitere Informationen zum stadtklimatischen Beitrag des BA, vgl. S. 473.
100 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
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Auf dem stark frequentierten Krankenhausgelände wurde dem bisher mit teils erheblichen Großasteinkürzungen begegnet. Durch die Maßnahme wurde die Verkehrssicherheit kurzfristig gewährleistet. Gleichzeitig führte sie jedoch zu einer weiteren Einschränkung der Gehölzvitalität, wodurch langfristig erneut Risiken für die Verkehrssicherheit zu erwarten sind. [—] Weitere Stressauswirkungen zeigen sich u. a. an Grünastabwürfen, Schädlingsbefall, kahlen Kronen und artuntypischen kleinen Blattausbildungen und erheblichen Astbrüchen bei Starkwinden. [—] Von Schädlingsbefall besonders betroffen ist der Buchsbaumbestand (Buxus, ca. 60 Gehölze), welcher trotz mehrmals jährlicher Eindämmungsmaßnahmen gegen den Buchsbaumzünstler (Cydalima perspectalis) eine teils deutlich geminderte Vitalität aufweist. [—] Gegen den Buchsbaumzünster wird seit einigen Jahren mit regelmäßigen Kontrollen und dem Einsatz von Bacillus thuringiensis (Bt)206 sowie dem Spritzen von Neemöl vorgegangen. Die Anwendung erfolgt in der Regel ein Mal jährlich sobald sich im April/Mai erste Raupen zeigen und wird partiell bis zu 3 Mal pro Jahr wiederholt. [+]
Zu den im BA vorhandenen Gehölzarten mit hoher Widerstandsfähig gegenüber Hitze, Trockenheit und urbanem Stress zählen: • Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica) • Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) • Chinesische Wild-Birne (Prunus pyraster) • Echte Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia) • Europäische Eibe (Taxus baccata) • Japanische Blütenkirsche ‚Kanzan‘ (Prunus serrulata ‚Kanzan‘) • Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis) • Shantung-Ahorn (Acer mono) • Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) • Spitz-Ahorn (Acer platanoides) • Stiel-Eiche (Quercus robur) • Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) • Wachholder (Juniperus sabina) • Zürgelbaum / Celtis (Celtis spec.)
206 Biologisches Mittel zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, bei dem die Raupen das Bakterium fressen und dadurch absterben.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 101 5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
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Folgende Gehölzgattungen des BA weisen artspezifisch ein Flachwurzelsystem (vgl. Spalte artspezifisches Wurzelsystem im Gehölzkataster, S. 161ff) auf und sind daher in Hitzeperioden besonders gefährdet:
• Ahorn (Acer)
• Apfel (Malus)
• Blau-Stechfichte (Pinus pungens)
• Flieder (Syringa)
• Fichte (Picea)
• Götterbaum (Ailanthus)
• Hartriegel (Cornus)
• Hasel (Corylus)
• Kirsche / Pflaume / Mandel / Pfirsich (Prunus)
• Lebensbaum / Thuja (Thuja)
• Magnolie (Magnolia)
• Perückenstrauch (Cotinus)
• Platane (Platanus)
• Scheinzypresse (Chamaecyparis / Chamaezyparis)
• Trompetenbaum (Catalpa)
• Weide (Salix)
• Zitrus (Citrus)
• Zypresse (Cupressus)
Zu den Gehölzen mit Herzwurzelsystem (vgl. Spalte artspezifisches Wurzelsystem im Gehölzkataster, S. 161ff) zählen:
• Buchsbaum (Buxus)
• Felsenbirne (Amelanchier)
• Hainbuche (Carpinus)
• Linde (Tilia)
• Olive (Olea)
• Rotbuche (Fagus)
• Rosskastanie (Aesculus)
• Stechpalme (Ilex)
• Urweltmammutbaum (Metasequoia)
102 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
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• Eibe (Taxus)
Im Mittelparterre weisen die kraut- und moosreichen Rasenspiegel in Dürreperioden teils erhebliche Trockenheitsschäden auf. Trockenheitschäden bis teilweise Ausfälle des Rasens sind ebenso südlich der ehemaligen Orangerie zu verzeichnen, wo sich der parallel zum Gebäude verlaufende Kollektor in den Sommermonaten durch verdorrten Rasen abzeichnet. [—] Daran schließt sich eine rechteckige Fläche mit Blütenpflanzen an. Auf der westlichen Freifläche des ehemaligen Orangerieparterres besteht eine ähnlich gestaltete große kreisrunde Fläche, ebenfalls ohne Rasennarbe mit einer sich versamenden Blühpflanzenmischung als Bienenweide, u. a. mit Kornblume (Centaurea cyanus) und Zottiger Wicke (Vicia villosa). [+] Diese Bereiche stellen sich allerdings aufgrund von Trockenheit nur im Frühsommer als attraktiv dar. [—] Auch westlich des Rosengartens bleiben in den Sommermonaten die Trockenheitsschäden im Rasenbild nicht aus. [—] Der Rasen ist in diesem Bereich deutlich verkrauteter und weist entsprechend eine höhere Artenvielfalt und mehr Blühaspekte auf. [+] Trockenheitsschäden fallen weniger intensiv aus und konzentrieren sich vor allem in Bereichen von Schachtanlagen und Kollektoren. [—]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 103 5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
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5.12 Analyse und Bewertung der Barrierefreiheit
An Haus W befinden sich relativ klein gehaltene Eingangstüren, welche nicht nicht barrierefrei erreichbar und passierbar sind. Über Haus G ist jedoch eine barrierefreie Erschließung gewährleistet. Ebenso steht an jedem Gebäude im BA mindestens ein barrierefreier Zugang zur Verfügung. [+] Die Pflasterfläche im Bereich der Hauptzufahrt und angrenzend an Haus W erschwert jedoch das Passieren u. a. für Nutzer von Rollstühlen und Rollatoren. [—] Die Wegebeläge weisen keine durchgehende Barrierefreiheit und stellenweise Gefahrenpotential
durch Stolperkanten auf. [—] Dazu zählt u. a. der nördliche Querweg. Dessen
Wegebelag aus breitfugig verlegten Betonplatten (vermutlich aus den 1970er
Jahren) birgt mit seinen teils verworfenen Platten Gefahrenpotential und ist nicht
barrierefrei nutzbar (vgl. Abb. 99, S. 237). [—]
Zwischen südlicher Querallee und dem Vorplatz von Haus C fehlt ein fußgängerfreundlicher Übergang (Fußgänger zählen zur größten Nutzergruppe). [—]
Der Zugang zum Krankenhausgelände erfolgt für Fußgänger hauptsächlich über die nördliche Hauptzufahrt oder alternativ über einen verglasten Vorbau im Ehrenhof, welcher eine barrierefreie Erschließung gewährleistet. [+ Die aufrechterhaltene Funktion des Ehrenhofs als Hauptzugang ist aus denkmalpflegerischer Sicht wertvoll und an dieser Stelle mit der notwendigen Barrierefreiheit sinnvoll kombiniert.]
104 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.12 Analyse und Bewertung der Barrierefreiheit
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6 DENKMALBEWERTUNG
Die als Sachgesamtheit mit der Denkmalnummer 09305645 geführte Anlage stellt ein Kulturdenkmal von außergewöhnlicher Dichte und Bedeutung dar.227 Sie ist gemäß § 2 Sächsisches Denkmalschutzgesetz (SächsDSchG) sowohl aus geschichtlichen, bau-, gartenkünstlerischen als auch medizingeschichtlichen Gründen als schützenswert eingestuft. Das Kulturdenkmal ist als Gartendenkmal ausgewiesen und umfasst eine Vielzahl bedeutender Einzeldenkmale, mit denen es eine untrennbare, erhaltenswerte Einheit bildet. Der hohe Wert des Freiraums begründet sich insbesondere in der Tatsache, dass das zentrale Parterre nie großflächig überbaut wurde und daher ein außergewöhnlich alter Gehölzbestand vorhanden ist. Dieser trägt wesentlich zur historischen Authentizität und zur gestalterischen Kontinuität der Anlage bei. Die Anlage weist mehrere sich überlagernde Zeitschichten auf, von denen die barocke Prägung dominiert. Es ergibt sich die denkmalrelevante Gesamtheit aus dem Zusammenspiel aller erhaltenen Schichten, Strukturen und Gestaltungen. Selbst rudimentäre Reste und Spuren dieser zeitlichen Ebenen sind – entsprechend § 2 Abs. 1 SächsDSchG – als schützenswert einzustufen, da sie zur Gesamtbedeutung des Ortes beitragen.
Die Ursprünge der Anlage gehen auf den Brühlschen228 Garten zurück, der in seiner Entstehungszeit zu den bedeutendsten und prächtigsten Barockanlagen Dresdens zählte. In ihrer ursprünglichen Form diente sie der repräsentativen Selbstdarstellung des Grafen Brühl und war Schauplatz hochrangiger Besuche, etwa durch Napoleon Bonaparte oder Fürst Metternich. Die medizin- und stadtgeschichtliche Bedeutung spiegelt sich ebenso in der späteren Nutzung als Stadtkrankenhaus wider, das ab 1845 als eines der modernsten seiner Zeit galt und durch zahlreiche medizinische Neuerungen geprägt war. Die Gartenanlage diente dabei nicht nur repräsentativen Zwecken, sondern erfüllt seither zugleich wichtige Funktionen, als Ort für Ruhe und Erholung. Die künstlerische Bedeutung der Anlage resultiert vorrangig aus dem skulpturalen Schmuck229 der Brühlschen- und Marcolinizeit230 sowie aus der Verbindung mit namhaften historischen Persönlichkeiten wie Richard Wagner, der hier Teile seiner Oper Lohengrin verfasste. Die axiale Grundstruktur des sächsischen Barock ist bis heute weitgehend erhalten. Die enge räumliche Verknüpfung zwischen dem ehemaligen Palais (Haus A) und dem Gartenraum besteht bis heute (vgl. Abb. 4, S. 15).
227 Auszug aus Denkmalliste, vgl. S. 457. 228 Weitere Informationen zu BRÜHL, vgl. S. 458. 229 Weitere Informationen zu Merkmalen des sächsischen Skulpturenschmucks des Barock und Rokoko, vgl. S. 468. 230 Weitere Informationen zu MARCOLINI, vgl. S. 459.
6 Denkmalbewertung 110055
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Auch aus städtebaulicher Sicht kommt der Anlage eine hohe Relevanz zu. Der ursprüngliche Grundstückszuschnitt aus der Marcolinizeit ist bis heute nachvollziehbar erhalten und folgt dem orthogonalen Grundraster der Friedrichstädter Stadtplanung (vgl. Abb. 3, S. 13). In ihrer Funktion als größte Grünanlage der Friedrichstadt besitzt sie ein besonderes Gewicht im städtischen Gefüge. Der Ehrenhof bildet eine stadtbildprägende Gebäudefront mit hohem Wiedererkennungswert. Als öffentlicher Aufenthalts- und Erholungsort genießt der Park bis heute eine rege Nutzung und ist im städtischen Kontext in dieser Form als großflächiger, gut erhaltener Krankenhausgarten nahezu einzigartig. Die wissenschaftliche Bedeutung des Objekts erstreckt sich insbesondere auf dendrologische Aspekte, wie die Vielfalt an Gehölzarten, das Vorhandensein besonderer Wuchsformen sowie das teils sehr hohe Alter einzelner Bäume. In ihrer Gesamtheit stellt die Anlage ein bedeutendes Zeugnis für die städtebauliche Entwicklung Dresdens dar. Als grüne und kulturelle Mitte des Stadtteils Dresden Friedrichstadt mit unmittelbarer Nähe zur Altstadt, besitzt sie ein herausragendes öffentliches Interesse und ist daher in ihrem Bestand unbedingt zu bewahren.
106 6 Denkmalbewertung
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7 LEITBILD
Gartendenkmalpflegerisches Ziel ist die Sicherung, der Erhalt und die Pflege des Gartendenkmals in seiner überkommenen Gesamtheit.
Das Bearbeitungsgebiet durchlief seit dem 18. Jahrhundert mehrere größere Gestaltungsphasen.231 Die als prägendste, bedeutungsvollste und immer noch klar ablesbare Phase war jene zu Zeiten Brühls232 im Barock in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Diese Zeitphase ist durch nachweislich umgesetzte Entwurfspläne sehr gut dokumentiert. Alle darauf folgenden Umgestaltungen im Bearbeitungsgebiet griffen diese barocken Grundformen auf und kombinierten sie mit den Gestaltungen des jeweiligen Zeitgeschmacks. Diese zählen aus gartendenkmalpflegerischer Sicht zur erhaltenswerten Denkmalsubstanz.
Dazu gehören insbesondere:
• Rechtwinkliges Grundraster und in Teilen diagonale Verläufe der Wege sowie geometrischen Grundformen, wie Kreis und Ellipse
• Räumliche Kohärenz der durch Alleen/Baumreihen abgetrennten Teilräume mit durchgehenden Wegeverläufen (vgl. Abb. 4, S. 15)
• Eine dominante Mittelachse je Parterrefläche als Spiegelachse
• Gegenständige Lindenalleen seitlich des Mittelparterres und am südlichen Querweg, insbesondere deren Altgehölze
• Enge Verzahnung von Architektur und Gartengestaltung
• Inszenierte Raumabfolge mit differenzierten Raumwirkungen durch im Norden architekturbetonte Bereiche mit viel Naturstein und sich nach Süden hin in Höhe und Dichtheit steigernden Gehölzvolumen
• Weitgehend symmetrische Gehölzpflanzungen als Solitäre oder Gruppen in den Parterreflächen, insbesondere Altgehölze sowie deren denkmalgerechter Nachpflanzungen
• Kontraste aus weiten, ebenen Rasen-/Wiesenflächen von langer Bodenkontinuität und großen Gehölzvolumen
• Wasseranlagen aus Sandstein mit bewegtem Wasser und bildkünstlerischen Gestaltungen
231 Übersicht der GESTALTUNGSPHASEN, vgl. S. 9. 232 Weitere Informationen zu BRÜHL, vgl. S. 458.
7 Leitbild 107
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• Mit Sichtachsen inszenierte Kunstausstattung in symmetrischer Aufstellung
Dieser Tradition folgend liegt die Prämisse auf der Herausarbeitung der barocken Grundstruktur, indem diese erhalten, gestärkt und teilweise wiederhergestellt wird. Aufgrund veränderter Raumkanten durch hinzugefügte Baukörper ist die Parkgestaltung an die aktuellen Raumdimensionen anzupassen. Von weiteren Einbauten, welche die Denkmalsubstanz nachhaltig beeinträchtigen oder zerstören, ist abzusehen.
Gestaltungen aus den Zeitphasen nach dem Barock/Rokoko sind ebenso erhaltenswert, sofern sie einen hohen gestalterischen Anspruch vertreten, die barocke Grundstruktur nicht beeinträchtigen und nach barocker Manier inszeniert sind. Das betrifft insbesondere:
• die großformatigen Natursteinplatten südlich der Wasserbecken (vgl. Abb. 84, S. 231)
• die Schmuckausstattung wie die Bronzeskulptur „Sich Kämmende“ von Wilhelm Landgraf233 (vgl. Abb. 61, S. 219)
• die vier Inselgehölze aus Phase 3 bzw. 4 in den halbrunden Wasserbecken, welche mit ihren Sonderstandorten Unikate darstellen und eng mit der Krankenhausgeschichte in Beziehung stehen, vgl. S. 247
• die Verlängerung der westlichen Lindenallee als Neuinterpretation der ehemals weiter westlich verlaufenden Allee, um die verbliebene Verbindung getrennter Gartenräume zu stärken (vgl. Verluste des Gartendenkmals in Plan 3.2 sowie Abb. 23, S. 183)
• die neobarocke Freiflächengestaltung des Innenhofs (vgl. Abb. 54, S. 215)
233 Weitere Informationen zu LANDGRAF, vgl. S. 462.
108 7 Leitbild
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Zum im BA aus denkmalpflegerischer Sicht nicht erhaltenswerten Bestand zählen:
• der asymmetrische Abschluss des Mittelparterres nördlich von Haus N (vgl. Abb. 25, S. 185)
• Ausstattungselemente aus Beton (u. a. Waschbetonmülleimer, Betonsockelbänke, Leuchten L3, Betonplattenbeläge, Waschbetonkübel, Betonborde, Betonschachtdeckel)
Die Entwicklungsziele verfolgen eine behutsame, denkmalgerechte Weiterentwicklung des Krankenhausparks. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist es wesentlich, eine gestalterische Kohärenz aller Parkbereiche herzustellen. Ziel ist es, die historischen Bezüge innerhalb des weitläufigen Geländes lesbar zu machen und räumliche Trennungen, die in späteren Nutzungsphasen – beispielsweise durch eine hohe Schnitthecke (vgl. Luftbild 8, S. 415) westlich des Rosengartens im Jahr 1938 – eingeführt wurden, nicht erneut zu etablieren. Vielmehr soll die gemeinsame Geschichte der Anlage durch eine gestalterische Einheitlichkeit unterstrichen werden, insbesondere in Bezug auf Ausstattungselemente, Material- aber auch Pflanzenwahl.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der denkmalgerechten Ergänzung verlorengegangener Gehölzbestände. Dabei werden historische Standorte und Arten berücksichtigt und die heutigen teilweise veränderten Standort- bedingungen mit bedacht.
Für eine zukunftsfähige Vegetation sind Maßnahmen notwendig, die u. a. den veränderten Anforderungen durch lange Trockenperioden, extreme Hitze und Starkregenereignisse gerecht werden. Entsprechend hohe Bedeutung kommt einer standortgerechten Artwahl-, Pflanzweise und Pflege zu. Im Kapitel 9, vgl. S. 133ff, sind entsprechend auch Maßnahmenvorschläge für ein verbessertes Regenwassermanagement aufgeführt. Letzteres dient nicht nur dem Erhalt des Pflanzenbestandes, sondern auch dem Schutz der historischen Anlage vor erosiven Wetterfolgen und verringert das Absinken des Grundwasserspiegels.
Darüber hinaus verfolgt das Leitbild das Ziel, nachträglich eingefügte bauliche Elemente – etwa Stellflächen oder technische Infrastrukturen – welche ohne Rücksicht auf denkmalpflegerische Belange realisiert wurden, langfristig auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren oder vollständig zu entfernen.
7 Leitbild 109
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Weitere zentrale Entwicklungsziele umfassen die denkmalgerechte Gestaltung der Gebäudevorplätze unter Betonung der historischen Symmetrieachsen sowie der Verbesserung der Vitalität der Bestandsgehölze. Maßnahmen zur Optimierung von Wurzelraum, Wasserverfügbarkeit und Bodenqualität sollen die langfristige Erhaltung wertvoller Altbäume ermöglichen.
Ein Weiteres Entwicklungsziel besteht darin, noch möglicherweise deponierte Kunstausstattung ausfindig zu machen und nach Möglichkeit am Originalstandort wieder zu integrieren.
Zusätzlich sollen Maßnahmen zur Vermittlung der historischen und gartenkulturellen Bedeutung des Parks die Wahrnehmung und das öffentliche Bewusstsein stärken und das bereits vorhandene Engagement fördern. Durch gezielte Informationsangebote soll der Park nicht nur als Ort der Erholung, sondern auch als bedeutsames kulturelles Erbe im städtischen Kontext erlebbar gemacht werden.
110
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8 MASSNAHMENKONZEPT
Zum Erreichen des Zielzustands (vgl. Plan 4) werden die nachfolgenden Maßnahmen vorgeschlagen. Schwerpunktmäßig beziehen sich diese auf folgende Bereiche: Ehrenhof, Mittelachse, halbrunde Wasserbecken, Inszenierung des Skulpturenschmucks, das Rondell und die Alleen.
Dabei werden für die formulierten Entwicklungsziele folgende Umsetzungszeiträume empfohlen:
• kurzfristig: < 5 Jahre (Z1)
• mittelfristig: 5 – 10 Jahre (Z2)
• langfristig: > 10 Jahre (Z3)
Die zur Orientierung dienende Angabe der Umsetzungsdringlichkeit ist jeweils nach der Maßnahmenbeschreibung in Klammern angegeben und in folgende Kategorien eingeteilt:
• Hohe Priorität (P1)
• Mittlere Priorität (P2)
• Geringe Priorität (P3)
Des Weiteren sind die Maßnahmen mit einem vorangestellten „E“ für „Erhaltungsmaßnahmen“ und einem „Z“, welches für „zukünftige Entwicklungsziele“ steht, gekennzeichnet. Die Erhaltungsmaßnahmen sind unmittelbar oder wie ausgewiesen zeitnah und dauerhaft umzusetzen. Die mit „Z“ gekennzeichneten Maßnahmen sollen bei größeren Umbaumaßnahmen in entsprechenden Teilbereich (bspw. großflächige Maßnahmen an Gebäudevorplätzen) Beachtung finden und liefern eine Orientierung, was für den denkmalgerechten Umgang notwendig ist.
Die einzelnen Maßnahmen sind auf dem Erhaltungs- und Maßnahmenplan (Plan 5) dargestellt. Die Aussagen der denkmalpflegerischen Zielplanung sind durch Entwurfs- und Ausführungsplanungen sowie weiterführende denkmalpflegerische Untersuchungen zu konkretisieren, welche mit den Denkmalbehörden abzustimmen und von diesen zu genehmigen sind.
In einem gesonderten Plan 6, dem Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept, sind die Maßnahmenvorschläge des SKDF dargelegt, die im Rahmen des Förderprogramms „Fit für die Zukunft: Klinikpark wird klimastark“ anvisiert werden. Das vom SKDF angestrebte Ziel ist im Projektzielplan, vgl. Plan 7, dargestellt.
8 Massnahmenkonzept 111
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Gebäude234 8.0.1 E: Der Bezug zwischen Gebäude A und dem Gartenraum ist beizubehalten und weiter zu stärken, um das Gestaltungsmotiv einer engen Verzahnung von Architektur und Gartenraum weiterzuführen. [P1] 8.0.2 Z: Für das Gebäude B sind keine Sichtbeziehungen zum Mittelparterre anzustreben. [Z3, P1] 8.0.3 E: Östlich von Haus G soll die bestehende Vorfahrt, insbesondere die zentrale Pflanzinsel, erhalten bleiben, solange ein befahrbarer Vorplatz funktional notwendig ist. Die symmetrische Vorplatzgestaltung soll als gestalterische Referenz für Vorplätze weiterer Bestandsneubauten dienen. Denn die Vorfahrt ermöglicht eine durchgehend erscheinende Alleestruktur, ohne die Funktionalität zur An- und Ablieferung zu beschränken und greift das symmetrische Gestaltungsprinzip barocker Vorplätze auf (vgl. Abb. 14, S. 175). [P2] 8.0.4 Z: Im Bereich südlich von Haus H sollten bei künftigen Umgestaltungen stärkere Bezüge zum Gartendenkmal (Querallee und Rosengarten) hergestellt werden, in Anlehnung an die Vorplatzgestaltung von Haus G, siehe oben. [Z2, P1] 8.0.5 E: Die bestehende Integration gastronomischer Nutzung im Haus N sollte beibehalten werden, um die Nutzerführung durch das Gebäude hindurch zu unterstützen und den Zugang zum Neptunbrunnen hervorzuheben. [P2] 8.0.6 Z: Auch beim Vorplatz von Haus R ist im Rahmen zukünftiger Umgestaltungen eine stärkere Bezugnahme auf das Gartendenkmal anzustreben. Die technische Medienlage unter dem Vorplatz ist überschaubar und beschränkt sich auf Abwasserleitungen, sodass eine Umgestaltung nach dem Vorbild von Haus G, siehe oben, zu prüfen ist. Damit soll eine visuell durchgängig erscheinende Allee und gleichzeitig der An- und Ablieferbetrieb ermöglicht werden. [Z2, P2] 8.0.7 E: Der hohe Grad an Originalität des Vorplatzes von Haus U mit seiner Rampen- und Treppenanlage ist zu bewahren (vgl. Abb. 345, S. 403). [ P1] 8.0.8 Z: Bei Haus W sollten im Zuge anstehender Sanierungsmaßnahmen technische Einbauten sowie der Zugang zum Keller denkmalgerecht in die Gestaltung integriert werden. Eine Sanierung des Kellereingangs betrifft ebenso Haus A-Ost. [Z2, P3] 8.0.9 Z: Temporäre Hochwasserschutzmaßnahmen in der Haupteinfahrt sind aus denkmalpflegerischer Sicht gegenüber dauerhaften baulichen Lösungen zu
234 Die Zielplanung sieht den Erhalt/das Belassen sämtlicher Bestandsgebäude im BA vor, einschließlich jener Bauten, die nicht unter Denkmalschutz stehen. Auch wenn aus gestalterischer Sicht eine Reduktion der nicht geschützten Bebauung zur Verbesserung des Parks beitragen könnte, wird im Rahmen des Maßnahmenkonzeptes auf bauliche Rücknahmen verzichtet.
112 8 Massnahmenkonzept 1
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bevorzugen. Aktuell bestehen Bestrebungen seitens des SKDF eine dritte Einfahrtspur für Rettungswagen und Fahrradfahrer zu realisieren. [Z2, P1]
8 Massnahmenkonzept 113
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8.1 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
8.1.1 E: Für die Gesamtanlage ist die Erhaltung der engen gestalterischen Bezüge zwischen Architektur und Parkraum von zentraler Bedeutung. Das Gesamtensemble soll in seiner Wirkung gestärkt und in seiner historischen Einheit gesichert werden, um die Dimension des Marcolinischen Gartens weiterhin nachvollziehen zu können (vgl. Abb. 3, S. 13). [P1] 8.1.2 Z: Die Verbindung zwischen dem Rosengarten und dem Mittelparterre ist zu verbessern, ebenso wie die Anbindung an das Orangerieparterre. Dafür sind im Folgenden Maßnahmen vorgesehen, welche die Sichtverbindungen stärken und durch wiederkehrende Gestaltungselemente die Teilräume zu einer Einheit zusammenfügen. [Z3; P1] 8.1.3 Z: Bei einer Neugestaltung der Einfahrt im Nordwesten sollten klare Bezüge zur angrenzenden Architektur hergestellt, und historische Wegeführungen berücksichtigt werden. [Z2, P1] 8.1.4 E: Die wesentlichen Hauptelemente der barocken Parkanlage sind zu erhalten und die durch den Barock geprägte Raumabfolge soll bewahrt bleiben (vgl. Abb. 4, S. 15). Insbesondere sind die historischen Mittelachsen in ihrer Funktion als Symmetrieachsen dauerhaft zu sichern, weil sie zu den Hauptgestaltungsmitteln aller Gestaltungsphasen, insbesondere des Barocks, zählen. [P1] 8.1.5 Z: Funktionale Überformungen, die entbehrlich sind, sollten zurückgebaut und weitere Einbauten vermieden werden. Wo Einbauten unvermeidlich sind, sollte eine enge gestalterische Bezugnahme zwischen Garten und Architektur hergestellt werden. Damit sollen rein funktional wirkende Elemente in den Hintergrund treten und der Fokus auf die Verzahnung von erhaltenswerter Architektur mit dem Gartenraum gelenkt werden. [Z3; P1] 8.1.6 E: Im Bereich des Ehrenhofs ist die architekturbetonte und weitgehend symmetrische Gestaltung zu erhalten und in ihrer Wirkung zu sichern. Dadurch soll dieser als Auftakt der sich nach Süden anschließenden Raumabfolge und als Hauptzugang für Fußgänger erhalten werden. [P1] 8.1.7 E: Der bestehende Gehölzsaum seitlich des Mittelparterres sollte beibehalten werden, um eine akustische und visuelle Abschirmung zum Straßenraum sicherzustellen und die grüne Raumkante zu stärken. [P1] 8.1.8 Z: Sollte sich die Verkehrssituation im BA künftig deutlich beruhigen, ist eine gezielte Reduzierung der Strauchschicht zur Herausarbeitung historischer Sichtbeziehungen erstrebenswert (vgl. Abb. 189, S. 321). Die 1937 eingebrachte Saumbepflanzung (vgl. Abb. 259, S. 333) sollte in diesem Fall in Teilbereichen in ihrer Höhe auf ca. 1,5 m reduziert werden. [Z3; P1]
114 8 Massnahmenkonzept 8.1 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
[Seite 119]
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8.1.9 Z: Die Blickbeziehungen zu den Skulpturen (Tomyris und Themistokles) sollten durch ein behutsames Stutzen und partielles Aufasten der angrenzenden Eiben (vgl. Abb. 19, S. 179) wiederhergestellt werden (detaillierte Hinweise vgl. S. 122). Dadurch soll die verbliebene Kunstausstattung der zu Barockzeiten reich ausgeschmückten Anlage hervorgehoben und die Verschattung der Skulpturen reduziert werden (vgl. Abb. 115, S. 243). [Z2; P1] 8.1.10 Z: Punktuell sollten weitere Sichtbezüge zum Palais wiederhergestellt werden, wobei in dessen unmittelbar südlich vorgelagerten Bereich langfristig niedrige Pflanzungen anzustreben sind (vgl. Abb. 256, S. 330). Dadurch sollen die Bezüge zwischen Architektur und Garten gestärkt und eine Staffelung von Nord (niedrig und licht) nach Süd (hoch und dicht) als historisches Gestaltungmotiv wiederhergestellt werden. [Z3; P1] 8.1.11 E: Die bestehende Staffelung der Vegetation – von floral intensiv gestalteten Zonen am Palais und entlang der nördlichen Mittelachse, über Wiesenflächen mit lockerer Gehölzbepflanzung bis hin zu einem dichten Laubbaumbestand im südlichen Bereich – sollte konsequent weitergeführt werden und insbesondere bei Nachpflanzungen Beachtung finden. [P1] 8.1.12 E: Die ebenen Rasenspiegel der Parterreflächen sollten erhalten werden. [P1] 8.1.13 Z: Die Bodenmodellierung am Götterbaum Nr. 466 (Ailanthus altissima), die auf eine einstige Staffagearchitektur sowie wahrscheinlich auf einen späteren Bunker (Zweiter Weltkrieg) verweist, ist in ihrer Funktion als subtiler Hinweis auf die historische Struktur der Anlage zu erhalten und gestalterisch zu sichern (vgl. Abb. 317, S. 378 sowie Historie vgl. S. 35). [Z3; P1] 8.1.14 E: Die Sichtbeziehung zur Bronzefigur „Sich Kämmende“ sollte dauerhaft erhalten werden (vgl. Abb. 33, S. 193). [P1] 8.1.15 Z: Der Querweg nördlich des Rosengartens ist zu bewahren und sollte als fußläufige Verbindung funktional sowie gestalterisch einheitlich gestärkt werden. Damit soll er als durchgehender Verbindungsweg von einem Gartenbereich zum anderen leiten und nach Möglichkeit die historische Bedeutung wiedererlangen. Dazu zählt ebenso die Wiederherstellung des Querwegs südlich der dreireihigen West-Allee, südlich von Winter-Linde (Tilia cordata) Nr. 288 (vgl. auch Plan 2.1). [Z2, P1] 8.1.16 E: Entlang der Längsachse des Rosengartens ist der Blickbezug zur Bronzeskulptur „Sich Kämmende“ zu sichern; aus diesem Grund wird auf der Westseite bewusst auf die Wiederherstellung der ursprünglich dort vorhandenen Schnitthecke verzichtet (vgl. S. 393). Ziel dieser Maßnahme ist es, die räumliche und gestalterische Verzahnung des Rosengartens mit dem angrenzenden Mittelparterre zu fördern. [P1]
8 Massnahmenkonzept 115 8.1 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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8.2 Wege und Platzflächen
8.2.1 E: Wassergebundene Wege des Mittelparks sind in ihrer Linienführung und Materialität zu bewahren, weil sie ein wichtiges Charakteristikum eines Parks darstellen. Des Weiteren sind sie wasser- und luftdurchlässig. Die vorhandene Wassergebundene Wegedecke ist zu sanieren. Die Sanierung der wassergebundenen Wegedecken soll in einem gelb-beigen Farbton mit ausreichender Mittelüberhöhung erfolgen. Eine jährliche Pflege sollte eingeplant werden. [P1] 8.2.2 E: Der historische Wegebord aus rotem Buntsandstein (teilweise verworfen und lückenhaft) sollte unter Verwendung möglichst vieler Originalelemente entlang aller wassergebundenen Wege im gesamten Mittelpark denkmalgerecht und nach Möglichkeit in Sandlagerung saniert werden (vgl. Abb. 100, S. 239). 8.2.3 Z: Die auf der Mittelachse bestehende Kombination aus wassergebundener Wegedecke mit mittigem Sandsteinplattenbelag (historischer Bestand, nachweisbar ab 1836, vgl. Abb. 230, S. 309) hat sich im Krankenhausbetrieb bewährt. Es wird empfohlen in Anlehnung an den Plan von 1830/1835 (vgl. Karte 11, S. 435), entlang der Mittelachse und der südlichen Querachse großformatige Natursteinplatten fortzuführen. Vorgeschlagen wird eine Ergänzung von Natursteinplatten (gelblicher Granit) auf folgenden Wegen: • südlicher Querweg im Mittelparterre und nördlich des Rosengartens sowie südlich der Westallee entlang Haus B • Mittelachse südlich der Prunkvase und nördlich davon ein Anschlussstück an den bestehenden Plattenbelag Die Frage eines Formatwechsels der Natursteinplatten zur Abgrenzung der Mittelachse und der Nebenwege ist mit der zuständigen Denkmalbehörde eng abzustimmen und von dieser genehmigen zu lassen. [Z2, P2] 8.2.4 E: Der leicht schräge Verlauf des nördlichen Querwegs im Mittelparterre ist beizubehalten, um die Gebäude G und R ohne abknickende Wegeführung anzubinden. [P2] 8.2.5 Z: Die Betonplatten und der Betonbord des nördlichen Querwegs (vgl. Abb. 41, S. 201) sollte entfernt und eine wassergebundene Wegedecke (gelb- ocker) mit einem Bord aus rötlichem Buntsandstein235 wiederhergestellt werden. [Z2, P1] 8.2.6 Z: Verworfene Natursteinplattenbeläge (Sandstein, Granit, Schiefer (vgl. Abb. 85, S. 231)) sollten gehoben, stabilisiert und nach Möglichkeit standort- und
235 Dass der Bord an diesem Weg ebenfalls aus rötlichem Buntsandstein gefertigt war, lässt die umfängliche und einheitliche Umgestaltung von 1937 stark vermuten, ließ sich mit der aktuellen Quellenlage jedoch nicht belegen.
116 8 Massnahmenkonzept 8.2 Wege und Platzflächen
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materialgerecht auf ein einheitliches Niveau gebracht werden. Zu beachten ist, dass dabei keine Großwurzeln von Gehölzen beschädigt werden dürfen. [Z2, P1] 8.2.7 Z: Mit Betonplatten ausgelegte Abkürzungswege wie nördlich von Haus N und im Gehölzsaum zwischen Haus R und dem Mittelparterre sollten entfernt und mittels Abpflanzung eine erneute Bildung von Trampelpfaden vermieden werden. [Z2, P2] 8.2.8 E: Die profilierte Sandsteineinfassung im Ehrenhof ist mit möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und verworfene Teile sind in ihrer Lage zu korrigieren. [P1] 8.2.9 Z: Es sollte eine durchgängige Gestaltung der Wegeachsen ohne Materialwechsel angestrebt werden; eine Ausnahme bildet die südliche Böschung des Mittelparterres, wo zur Erosionsvermeidung abweichende Beläge erforderlich sein können und das Granitpflaster beibehalten werden kann (statt WGW) oder andere Natursteinbeläge in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde eingebracht werden können. Die Materialvielfalt im Wegebereich sollte reduziert werden; wo möglich, sollten Natursteinmaterialien verwendet werden. Asphaltierte Flächen sollten nur dort beibehalten werden, wo sie technisch alternativlos sind. Wo Asphalt entbehrlich ist, sollte er durch Granitpflaster ersetzt werden. [Z2, P1] 8.2.10 Z: Sämtliche betonierten oder asphaltierten Vorplätze sollten im Zuge von Sanierungen mit hellgrauen Granitplatten (Reihenverband, 60 x 40 cm) nach dem Vorbild von Haus C (vgl. Abb. 94, S. 235) ausgestattet werden. Das betrifft die Vorplätze von: Haus R-Westseite, Haus H-Südseite, Haus B-Ostseite, Haus G- Ostseite und den Vorplatz des südlichen Haupteingangs der ehemaligen Orangerie und soll ein einheitliches Erscheinungsbild der Gesamtanlage fördern. [Z2, P2] 8.2.11 Z: Im Zuge von größeren Baumaßnahmen in betreffenden Teilbereichen, sollten mit Betonpflaster ausgestattete Fahrradstellplätze ebenfalls mit Granitplatten bzw. Granitpflaster, wie im Maßnahmenplan ausgewiesen, ausgestattet werden. [Z2, P2] 8.2.12 Z: Die Wegeverbindung entlang der Ostseite von Haus N in Richtung Neptunbrunnen sollte gestalterisch und funktional gestärkt werden (außerhalb BA). Dazu beitragen sollen die Maßnahmen, die auf ein einheitliches Gestaltungskonzept abzielen und die östliche Allee nach Süden verlängern, vgl. Kapitel 8.4 Gehölze, S. 121. Die Gestaltung sollte sich an der Wegeverbindung mit Allee zwischen Haus N und Haus C anlehnen, um die Einheitlichkeit des Gesamtensembles zu stärken. [Z2, P1]
8 Massnahmenkonzept 117 8.2 Wege und Platzflächen
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8.2.13 E: Die bestehende Zufahrtsbeschränkung durch den Pförtner (oder vergleichbare Systeme) sollten fortgeführt werden, um den motorisierten Verkehr im BA möglichst gering zu halten. [P1] 8.2.14 Z: Die Durchfahrtsbeschränkung zwischen Haus A und dem Mittelparterre sollte verstärkt werden. Der Zebrastreifen südlich von Haus A sollte solange belassen werden, wie dort motorisierter Verkehr auf dem Querweg besteht (vgl. Abb. 45, S. 205). Weitere gesicherte Fußgängerquerungen – auch in Form gestalterisch integrierter Zebrastreifen u. a. Am südlichen Querweg – sind zu prüfen. Eine Verkehrsberuhigung südlich von Haus A ist bei einer Aktualisierung des Verkehrskonzepts des SKDF ebenfalls zu prüfen. [Z2, P1] 8.2.15 E: Die weitere Nutzung der Kollektorgänge ist aus denkmalpflegerischer Sicht wünschenswert, um oberirdische Medientrassen zu vermeiden und bestehende Medienverläufe dauerhaft unsichtbar zu führen. Neue Einbauten für Infrastruktur – etwa Ladestationen – sollten zurückhaltend und gestalterisch unauffällig in das Wegenetz integriert werden. Der parkartige Charakter der Gesamtanlage soll nicht beschnitten werden. Im Zusammenhang mit größeren Maßnahmen im betreffenden Teilbereich sollte zeitnah eine Aktualisierung der unvollständig kartierten Medienlagen und kontinuierliche Fortschreibung dieser erfolgen, weil der Krankenhausbetrieb ein besonders komplexes Mediennetz bedingt. [P2]
118 8 Massnahmenkonzept 8.2. Wege- und Platzflächen
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8.3 Wasseranlagen und -haushalt
8.3.1 E: Die zwei halbrunden Wasserbecken sind als bedeutender Originalbestand der Anlage (gebaut zwischen 1779 und 1815 unter Marcolini, vgl. Historie S. 28) zu erhalten. [ P1] 8.3.2 Z: Um die Denkmalsubstanz der Brunnenbecken langfristig erhalten zu können, sind im Rahmen einer künftigen Brunnensanierung die bestehenden Pflanzinseln zurückzubauen (vgl. Abb. 78, S. 227). Diese Maßnahme kann erst, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, nach dem Abgang der Inselgehölze erfolgen. Die ursprünglich vier Sumpfzypressen (heute drei + ein Urweltmammutbaum) waren ein Geschenk eines zufriedenen Gastes und wurden um 1890 in den aus der Marcolinizeit stammenden Wasserbecken ergänzt (Historie der Inseln vgl. S. 33; Bestandsbewertung vgl. S. 61; Gutachten Inselgehölze vgl. S. 57). Des Weiteren sollten die Beckenböden geschlossen und mit Natursteinplatten236 ausgelegt werden, wobei darauf zu achten ist, dass sofern verwendet, eine Teichfolie nicht sichtbar bleibt. [Z2, in Abhängigkeit von Standzeit der Bäume] 8.3.3 Z: Es ist zu prüfen, ob der aufbetonierte Beckenrand (vgl. Abb. 77, S. 227) im Zuge einer zukünftigen Sanierung entfernt werden kann, um den originalen Sandsteinbeckenrand vollständig sichtbar zu machen. [Z2, in Abhängigkeit von Standzeit der Bäume] 8.3.4 E: Das denkmalgerecht rekonstruierte Metallgeländer an den halbrunden Wasserbecken (vgl. Abb. 76, S. 227) ist in seiner bestehenden Form zu erhalten. [P1] 8.3.5 Z: Die gefüllten Wasserbecken sollten in ihrer Funktion als architektonisch intendierte Spiegelfläche für die Fassade und den Himmel bewahrt bzw. wiederhergestellt werden. [Z2, in Abhängigkeit von Standzeit der Bäume und der Sanierung der Becken] 8.3.6 Z: Die Schachtabdeckung des Tiefbrunnens östlich von Haus A-Mitte sollte denkmalgerecht integriert werden (vgl. Abb. 173, S. 261). Empfohlen wird eine Sandsteinabdeckung. [Z2, P2] 8.3.7 Z: Vor dem Hintergrund des regelmäßig auftretenden Algenproblems wird empfohlen, auch künftig auf die Haltung von Fischen in den Wasserbecken zu verzichten, da diese durch zusätzlichen Nährstoffeintrag das ökologische Gleichgewicht des Beckens weiter belasten würden. Gleiches gilt für die dauerhafte Ansiedlung von Wasservögeln: Obwohl das derzeitige Entenpärchen öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt, steht seine Präsenz langfristig im Widerspruch zu den denkmalpflegerischen Zielsetzungen. Eine gezielte
236 Die Planungsunterlagen von der Beckensanierung von 1992 erwähnen, dass der Beckenboden ursprünglich vermutlich mit Sandsteinplatten ausgelegt war.
8 Massnahmenkonzept 119 8.3 Wasseranlagen und -haushalt
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Ansiedlung von Wassergeflügel sollte daher nicht gefördert237 und das Füttern weiterhin konsequent unterbunden werden. [Z2, P1]
237 Das bislang vorhandene Entenhäuschen wurde 2025 entfernt.
120 8 Massnahmenkonzept 8.3 Wasseranlagen und -haushalt
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8.4 Gehölze
Regelmäßige Gehölzpflanzungen: 8.4.1 E: Zu erhalten und zu fördern sind die Alleen und Bäume regelmäßiger Anordnung. Die Flanken des Mittelparks werden durch Großbaumgehölzreihen (westlich dreireihige Allee, östlich einreihig) geprägt, welche auf ursprünglich je vierreihige Alleen zurückgehen. Erhalt der vorhandenen Gehölze, insbesondere der Altgehölze, zur Betonung der barocken Achsen. Hauptaugenmerk sollte dabei auf dem Erhalt der parterrezugewandten Baumreihe der Westallee und der südlichen Querallee liegen, welche den größten Altbaumbestand aufweisen. [P1] 8.4.2 Z: Bei Gehölzergänzungen in den Alleen ist der Verlauf der Baumreihen an den Standorten der verbliebenen Altgehölze auszurichten. Dabei ist nach Möglichkeit der historische Pflanzabstand von 6,5m innerhalb der Reihen einzuhalten sowie eine Gegenständigkeit der Gehölzreihen anzustreben. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten ist die Wiederherstellung von jeweils vier Baumreihen an den östlichen und westlichen Flanken nicht realisierbar. Eine dritte Reihe zwischen der bestehenden westlichen Allee und Haus R bietet voraussichtlich keine geeigneten Entwicklungsbedingungen. Ziel ist die Etablierung möglichst umfangreicher und vitaler Alleestrukturen. Östlich werden daher zwei Baumreihen angestrebt, davon eine im heutigen Gehölzsaum; westlich soll die bestehende Dreierstruktur beibehalten werden. Die Maßnahme kann nur unter Berücksichtigung ausreichender Lichtverhältnisse stattfinden, und kann daher auch abschnittsweise durchgeführt werden. [Z2/In Abhängigkeit vom Abgang der Gehölze im Gehölzsaum und ausreichenden Lichtverhältnissen, P1] 8.4.3 Z: Die Inselgehölze sind zu belassen und nicht nachzupflanzen (Historie der Inselgehölze vgl. S. 33; Bewertung Inselgehölze vgl. S. 76; Gutachten Inselgehölze vgl. S. 57). Die Gehölze sollten weiterhin wie bisher mit Wasser versorgt werden und wenn notwendig die Intensität der Tropfbewässerung erhöht werden. [Z2, P1] 8.4.4 Z: Bei künftigen Pflanzungen sollte eine weitgehende axiale Symmetrie entlang der Hauptachse weitergeführt werden. Sobald die Möglichkeit besteht, sind nicht mehr vorhandene Pendants der folgenden Gehölze auf der gegenüberliegenden Seite der Mittelachse wiederzubringen, vgl. Plan 5: [Z3, P1] • Abendländischer Lebensbaum Nr. 360 (Thuja occidentalis) • Esskastanie Nr. 323 (Castanea sativa) • Ross-Kastanie Nr. 325 (Aesculus hippocastanum) • Rot-Buche Nr. 341 (Fagus sylvatica) • Holländische Linde Nr. 342 (Tilia x vulgaris)
8 Massnahmenkonzept 121 8.4 Gehölze
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8.4.5 E: Es sollten denkmalgerechte Nachpflanzungen von verloren gegangenen Gehölzen gemäß Maßnahmenplan durchgeführt werden. Dabei ist zu prüfen, ob standortverbessernde Maßnahmen (vgl. S. 137) zu ergreifen sind. Es ist zwingend zu beachten, dass keine invasiven oder anderweitig schädlichen Gehölze eingebracht werden und durch die Gehölzart die historisch beabsichtigte Raumwirkung erzielt werden kann. [P1] 8.4.6 E: Am Gebäude C ist die Nachpflanzung der ehemaligen Lindenallee (Tilia cordata Nr. 599-601, vgl. Plan 3) im Bereich des Vorplatzes zu erhalten. [P1] 8.4.7 E: Baumsicherungsmaßnahmen sind regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. [P1]
Solitäre und Gehölzgruppen: 8.4.8 E: Die Charakteristik des Parterres mit offenem Rasenspiegel mit Solitär- und Gruppenpflanzungen, welche weitgehend einer axsialen Symmetrie entlang der Hauptachse zwischen Palais und Neptunbrunnen folgen, ist beizubehalten. Ebenso ist die Artenvielfalt der Gehölze zu erhalten und gegebenenfalls denkmalgerecht zu erweitern. Augenmerk sollte des Weiteren auf dem Erhalt von diversen Koniferen mit malerischem Wuchs und hohem Wiedererkennungswert liegen. Ziel ist außerdem der Erhalt der Wiesen mit Solitärbäumen als gestalterischer Kontrast zum baumreichen Hain im Süden. [P1] 8.4.9 Z: Stark aufgewachsene Eibengehölze (Taxus) sollten mit regelmäßigen Pflegeschnitten dort eingekürzt werden, wo bereits statische Überlast besteht, um ein Auseinanderbrechen der Gehölze zu verhindern, eine Verjüngung zu fördern und Sichtachsen wieder herauszuarbeiten. Erhalt und Herausarbeitung der Sichtbeziehungen zu den Skulpturen, insbesondere aus nördlicher Richtung, sollte durch behutsamen und schrittweisen Rückschnitt der Eiben erfolgen. Sollten sich Sichtbeziehungen durch den Rückschnitt nicht ausreichend herstellen lassen, wird empfohlen, zusätzlich bodennahe Äste einzukürzen. Diese Kürzungen sollten schrittweise über mehrere Jahre durchgeführt werden, um den gealterten Gehölzen eine ausreichende Anpassungszeit zu ermöglichen und haben in enger Abstimmung mit den zuständigen Denkmalbehörden zu erfolgen. [Z2, P1] 8.4.10 Z: Der Götterbaum (Ailanthus altissima) Nr. 400 sollte aufgrund seiner Invasivität entnommen werden.238 Nachfolgend sollte über mehrere Jahre hinweg mindestens zwei Mal jährlich eine Nachkontrolle erfolgen, ob Wurzelschösslinge nachgetrieben sind, bei Vorhandensein sind diese zu entnehmen. [Z1, P1]
238 Weitere Informationen zum invasiven Verhalten des Götterbaums, rechtlicher Rahmen und Leitfaden zum Umgang, vgl. S. 472f.
122 8 Massnahmenkonzept 8.4 Gehölze
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8.4.11 Z: Die Chinesische Wild-Birne Nr. 407a (Prunus pyraster) sollte nach Möglichkeit zeitnah umgepflanzt werden, solange sie noch umpflanzbar ist. Sie steht im Standortkonflikt mit der wiederherzustellenden östlichen Lindenallee und ist vor deren Nachpflanzung zu entnehmen. [Z1, P2]
Strauchpflanzungen: 8.4.12 E: Der weitgehend dichte Gehölzsaum aus Strauch- und Baumpflanzungen rahmt den Gartenraum und soll diesen weiterhin vom Straßenraum abgrenzen (solange keine deutliche Reduktion des Verkehrsaufkommens erfolgt). [P1] 8.4.13 Z: Es sollte eine denkmalgerechte Entwicklung des Gehölzsaums und der Unterpflanzung im Bereich der inneren Reihen der Lindenalleen erfolgen: [Z2, P1] Für erfolgreiche Lindenpflanzungen (siehe oben „regelmäßige Gehölzpflanzungen (vgl. 8.4.2, S. 121)) sollten bereits oder zukünftig abgängige Gehölze des bestehenden Gehölzsaums entnommen (vgl. S. 137) und frei werdende Pflanzstellen optimiert werden. Es wird empfohlen, besonders stark befallene Buchsbäume (Buxus spec.) zu entnehmen (siehe unten). Ziel soll sein etablierte Gehölze zu fördern, den Gehölzsaum zu diversifizieren und den Buchsbaumbestand maßvoll zu reduzieren. So soll der aktuell stark durch Trockenheit und den Buchsbaumzünstler (Cydalima perspectalis) vitalitätsgeschädigte Buchsbestand vermindert werden, um die Pflegearbeiten ressourcenschonend auf umweltschonende Herangehensweisen umstellen zu können. Weitere Informationen zum Buchsbaumzünstler und möglichen Gegenmaßnahmen vgl. S. 474f.
Empfehlung für Maßnahmen gegen den Buchsbaumzünstler in einem Vegetationszyklus: • Februar – März (Vorfrühling) Kontrolle auf überwinternde Larven in Gespinsten (Hibernakeln) im Strauchinneren. Mechanisches Entfernen und Entsorgen von befallenen Trieben. • April – Mai (Frühjahrsgeneration) Pheromonfallen aufstellen (ab ca. 15 °C, Flugbeginn möglich). Larvenmonitoring: 1–2 Wochen nach Falterflug Beginn der Raupenkontrollen im Strauchinneren. Biologische Behandlung: Bt-Spritzung gegen junge Larven, gründliche Benetzung sicherstellen, bei bedecktem Himmel, möglichst nicht unter 18°C Umgebungstemperatur) Mechanische Ergänzung: Raupen absammeln, Auswaschen mit Wasser
8 Massnahmenkonzept 123 8.4 Gehölze
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• Juni – Juli (Sommergeneration) Pheromonfallen kontrollieren (mind. wöchentlich). Bt-Behandlungen nach Schlupf neuer Junglarven wiederholen. Schnittmaßnahmen nach starkem Fraß, dabei historische Form berücksichtigen. Trichogramma-Einsatz (Schlupfwesten) (optional): zeitnah zur Eiablage, in enger Abstimmung mit Monitoring. • August – September (Hauptflug und 2. Generation) Fallen weiter betreiben: Höhepunkt des Befalls möglich. Bt-Spritzungen zeitgerecht auslösen, insbesondere an repräsentativen Buchsbeständen, Mechanische Entfernung stark befallener Partien. Dokumentation: Fotos und Pflegeberichte für Archiv und Denkmalpflegeakte und als spätere Vergleichsgrundlage. • Oktober – November (Spätsaison) Letzte Kontrolle: Gespinste im Strauchinneren lokalisieren und mechanisch entfernen. Pflegeschnitt mit Blick auf Erhaltung der Form, ggf. Förderung von Neuaustrieb. Befallsverlauf dokumentieren, Maßnahmen evaluieren.
Ergänzende Empfehlungen: Schnittgut nur über den Restmüll entsorgen oder gesicherte Grünabfallwege; keine Verwertung auf dem Kompost.
Es wird empfohlen, einen maßvollen Teil der stark befallenen Buchsgehölze zu entnehmen und durch alternative Arten zu ersetzen. Eine Unterpflanzung des Saums sollte mit schatten- und schnittverträglichen Straucharten, die geringe Wurzelkonkurrenz verursachen, erfolgen. Die Zielhöhe der Saumbepflanzung beträgt 1,5–2,5m, um eine klare Differenzierung zwischen Alleebäumen und Strauchschicht herauszuarbeiten, welche aktuell kaum mehr ablesbar ist. Empfohlene schattenverträgliche Ersatzarten für abgängige Buchsgehölze, welche geringen Wurzeldruck auf die Linden ausüben, sind: • Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) • Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) • Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus) • Japanische Mahonie (Berberis japonica) • Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) • Ovalblättriger Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata')239 • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
239 Der Ovalblättrige Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata') hat sich im BA als weitgehend resistent gegen den Buchsbaumzünstler herausgestellt.
124 8 Massnahmenkonzept 8.4 Gehölze
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• Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) Nach erfolgten Lindenpflanzungen der inneren Alleereihen sollte der Gehölzsaum mit den erwähnten Arten wieder weitgehend geschlossen werden. So soll die Saumpflanzung beidseits des Parterres in ihrem Nord-Süd-Verlauf einheitlich, jedoch artenreicher gestaltet werden. Im nördlichen Bereich sollte der Blühaspekt gezielt intensiviert werden, z.B. durch den Einsatz von Rhododendren (ebenfalls mit einer Zielhöhe von 1,5–2,5m).
8.4.14 Z: Die Gehölze (überwiegend Koniferen) aus den Pflanzkübeln südlich von Haus A-Mitte sollten weitgehend entfernt werden, wie im Maßnahmenplan dargestellt. Die Gehölze sollten, wenn möglich, außerhalb des BA weiterverwendet werden. Als Ersatz zur Abgrenzung des derzeitigen Durchgangsverkehr können Citrusgewächse in Holzkübeln dienen, vgl. 8.5.2, S. 126. [Z2, P2] 8.4.15 E: Das repräsentative Vegetationsbild mit Gehölzen auf dem Vorplatz westlich von Haus A sollte erhalten bleiben und bei möglichen Umgestaltungen in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde adäquat ersetzt werden, ebenso wie die Schnitthecke westlich davon. [P2] 8.4.16 Z: Es ist zu prüfen, ob im Zuge größerer Bauarbeiten in diesem Bereich, der östliche Vorplatz durch eine Rasenfläche mit Gehölzen gestalterisch weitge- hend an den das Erscheinungsbild des westlichen Vorplatzes angeglichen wer- den kann, vgl. Plan 5. Empfohlen werden entsprechend eine Japanische Blüten- kirsche (Prunus serrulata Kanzan) und zwei Magnolien, wenn die Bestandslinden abhängig sind. [Z3, P2]
8 Massnahmenkonzept 125 8.4 Gehölze
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8.5 Schmuckpflanzungen
8.5.1 E: Die Gestaltung der Wechselflorbeete entlang der nördlichen Mittelach- se sollte fortgeführt werden. Bei der Artenauswahl sollten historische Sorten Vor- rang haben. [P1] 8.5.2 Z: Es ist zu prüfen, ob die Pflanzkübel unterschiedlicher Größe und Materi- alität südlich von Haus A-Mitte entfernt (vgl. Plan 5) und auf wenige, große Kübel aus hochwertigen Materialien beschränkt werden können. Es sollten einheitliche Pflanzkübel aus Materialien wie Terrakotta oder Naturstein als Ersatz für die der- zeitige Vielzahl unterschiedlicher Kübel vor den Gebäudeeingängen aufgestellt werden. Es wird empfohlen, seitlich des südlichen Haupteingangs der ehemali- gen Orangerie zwei Orangenbäumchen in klassischen Holzkübeln aufzustellen, um die ehemalige Nutzung als Orangerie zu unterstreichen. Das Motiv von Ci- trusgewächsen in Holzkübel kann ebenso zur Abgrenzung des Durchgangsver- kehrs südlich von Haus A-Mitte aufgegriffen werden, bis dort nach Möglichkeit kein Durchgangsverkehr mehr stattfindet. [Z2; P3] 8.5.3 Z: Es wird empfohlen, im Zentrum der seitlichen Rosenbeete an den Was- serbecken je eine Großblattstaude nach historischem Vorbild wiederherzustellen (vgl. Abb. 231, S. 311). [Z2; P3]
126 8 Massnahmenkonzept 8.5 Schmuckpflanzungen
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8.6 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
8.6.1 E: Der ebene Rasenspiegel im Ehrenhof sollte durch eine Substratauffüllung bis zur unteren Profilkante der vorhandenen Randeinfassung wiederhergestellt werden. Für die Wiederbegrünung sollte ein standortangepasster, schattenverträglicher Rasen gewählt werden. Es wird empfohlen, einen Zierrasen gemäß RSM 1.1 auszusäen oder gegebenenfalls Rollrasen zu verwenden. Die Pflege des Rasens sollte auf einen gleichmäßig kurzen und gepflegten Bestand ausgerichtet sein, um den repräsentativen Auftakt der Anlage zu unterstreichen. [P2] 8.6.2 E: Die artenreichen Wiesenmischungen auf den Parterreflächen sollten erhalten werden. Sie sind mit einem regelmäßigen Kurzschnitt zu pflegen, mit Berücksichtigung der Geopytenblüte, vgl. 8.6.6. [P2] 8.6.3 Z: In den übrigen Bereichen des Bearbeitungsgebiets, insbesondere dort, wo die bisherigen Rasenflächen durch Trockenheit geschädigt sind, sollten standort- und denkmalgerechte Wiesenmischungen etabliert werden, welche die vorhandene Krautschicht ergänzen. Ziel ist die Entwicklung artenreicher Wiesen mit kontinuierlichen, dezenten Blühaspekten über die gesamte Vegetationsperiode. Die Wiesen sollten in der Lage sein, längere Trockenphasen zu überstehen und sich zeitnah regenerieren zu können. [Z2; P2] 8.6.4 E: Die Farnpflanzen auf den bestehenden Bauminseln in den halbrunden Wasserbecken sollten gezielt gefördert werden, solange die Inseln in ihrer aktuellen Form erhalten sind (vgl. Abb. 303, S. 369). Damit soll das historische Erscheinungsbild aufgegriffen und der Austrocknung des Wurzelraums entgegengewirkt werden. [Z2; P2] 8.6.5 E: Vorhandene Geophytenbestände sollten erhalten und gefördert wer- den. Das betrifft insbesondere die Wildtulpenbestände im nördlichen Teil des Mittelparterres. Es wird empfohlen, durch feinabgestimmte Mahdtermine die Geophytenbestände zur Blüte kommen zu lassen. [P2] 8.6.6 Z: Es sollten Geophyten (Frühling und Herbst) im Wechselflorbeet sowie im Umfeld von Kunstausstattung und um ausgewählte Solitäre zur gestalterischen Inszenierung verstreut gesteckt werden. Um das vorhandene Farbschema fortzu- führen, werden in Anlehnung an die Tulpenbestände weiße und gelbe Geophy- ten, nach Möglichkeit historische Sorten, empfohlen. Unter laubabwerfenden Solitären werden die sich selbst aussamenden Winterlinge (Eranthis hyemalis) an- geraten. [Z2; P3]
8 Massnahmenkonzept 127 8.6 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
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8.7 Kleinarchitekturen, Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
8.7.1 E: Sämtliche Kunstaustattung ist zu erhalten. [P1] 8.7.2 E: Die Skulpturen Themistokles und Tomyris sind zu erhalten (Historie vgl. S. 25 und S. 32, Bewertung S. 90). Es ist für verbesserte Sichtachsen insbesondere aus nördlicher, östlicher und westlicher Richtung zu sorgen (vgl. S. 122). Zugleich ist eine besserte Belichtung sicherzustellen, um die Vermoosung zu reduzieren und die Sichtbarkeit der Skulpturen auch aus größerer Entfernung zu verbessern. 8.7.3 Z: An den Skulpturen Themistokles und Tomyris ist der Einsatz einer Steinla- sur – vergleichbar mit jener, die an der Prunkvase verwendet wurde – zu prüfen, um den Originalbestand der Skulpturen langfristig zu schützen. [Z1, P1] 8.7.4 Z: Im Falle notwendiger Eingriffe sind an der Bronzefigur „Sich Kämmen- de“ die Bodenplatte und der Sockel entsprechend der Hauptblickrichtung (NNW) auszurichten. Kurzfristig sollte eine Abdeckkappe über die große Mutter an der Bodenplatte aufgesetzt werden, um das Erscheinungsbild zu verbessern. [Z1, P3] 8.7.5 Z: Es wird empfohlen zu recherchieren, wer den Winzerbrunnen gestaltet hat und ob er im Zuge früherer Umgestaltungen versetzt wurde, weil das derzeiti- ge Beschriftungsschild möglicherweise nicht korrekt ist (Bewertung vgl. S. 92). Das am Beckenrand verloren gegangene Metallgeländer ist nicht wiederherzustel- len, da es vollumfänglich verloren gegangen ist. Hinweise auf frühere Veranke- rungspunkte sollten bei zukünftigen Sanierungsarbeiten im Bestand belassen werden. [Z3, P2] 8.7.6 Z: Es wird empfohlen zu klären, an welchen genauen Standorten sich die historischen Vasen im Brühlschen Garten befanden (Bewertung vgl. S. 92). [Z3, P2] 8.7.7 Z: Eine weiterführende Recherche sollte durchgeführt werden, ob sich die Vermutung bestätigen lässt, dass auf den Steinsockeln (vgl. Abb. 106, S. 241) entlang der Wege zum Orangeriemitteleingang ursprünglich Pflanzschalen auf- gestellt waren. Sollte dies der Fall sein, sollte ein entsprechendes Pflanzbild entwi- ckelt werden, welches die historische, punktuelle Akzentuierung wieder aufgreift (vgl. Abb. 313, S. 377). [Z3, P3] 8.7.8 Z: Im Rahmen zukünftiger Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Vorplatz von Haus C sollte geprüft werden, ob der historische Skulpturenstandort als ge- stalterisches Pendant zur Bronzefigur Sich Kämmende wieder integriert werden kann, vgl. Verluste des Gartendenkmals in Plan 3.2. [Z3, P3] 8.7.9 Z: Es wird empfohlen, zu recherchieren, ob der ursprüngliche Muschelauf- satz und die Voluten des Delphinbrunnens noch deponiert sind. [Z3, P3] 8.7.10 Z: Es sollte geprüft werden, ob das historische Wappen von Dorsch noch erhalten und gegebenenfalls deponiert ist (vgl. Abb. 206, S. 285). [Z3, P3]
128 8 Massnahmenkonzept 8.7 Kleinarchitekturen, Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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8.7.11 Z: Eine Recherche sollte durchgeführt werden, ob und wenn ja welche Kunstobjekte ursprünglich in den wandgebundenen Ädikulen aufgestellt waren und ob sich diese heute noch in einem Depot befinden. [Z3, P3] 8.7.12 Z: Es wird empfohlen, zu prüfen, ob die ehemaligen historischen Bleiglas- fenster von Haus A-Mitte noch existieren (vgl. Abb. 255, S. 331). [Z3, P3]
8 Massnahmenkonzept 129 8.7 Kleinarchitekturen, Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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8.8 Ausstattung und Einfriedungen
8.8.1 Z: Das Ausstattungskonzept hinsichtlich Abfallbehältern mit Holzverblen- dung sollte fortgeführt werden. Es sollte geprüft werden, ob oben geschlossene Abfalleimer eine funktionale und visuell geeignete Alternative darstellen könn- ten. Die bestehenden Papierkörbe aus Waschbeton sollen ersetzt und nach Möglichkeit außerhalb des BA weiterhin verwendet werden. An Raucherstandor- ten wird die Ergänzung eines Aschers am Abfallbehälter empfohlen. [Z2, P2] 8.8.2 Z: Hoch stehende Schachtabdeckungen (wie Abb. 134, S. 251) und Lüf- tungsschächte (wie Abb. 106, S. 241) sollten denkmalgerecht in die Gestaltung eingebunden werden. Dabei sind Natursteinmaterialien wie Sandstein oder Gra- nit zu verwenden, analog zur bereits umgesetzten Gestaltung im Orangeriepar- terre. Dort befindet sich westlich des Haupteingangs ein mit Sandstein denkmal- gerecht integrierter Lüftungsschacht (vgl. Abb. 82, S. 229). [Z2, P2] 8.8.3 Z: Geländer und Handläufe sind – wo möglich – in einem einheitlichen Stil auszuführen, orientiert an den Geländern der halbrunden Wasserbecken (vgl. Abb. 76, S. 227) sowie dem Treppengeländer von Haus U (Bewertung vgl. S. 94). Empfohlen wird eine Ausführung in Anthrazit (RAL 7016) mit runden Pfostenkro- nen und volutenförmigem Anlauf nach historischem Vorbild. [Z2, P2] 8.8.4 E: Die historisierende Ausstattung im Ehrenhof sollte beibehalten und bei Erfordernis fortgesetzt werden (vgl. Abb. 164, S. 259 und Abb. 74, S. 225). [P2] 8.8.5 Z: Der bestehende Ausstattungskatalog des SKDF sollte hinsichtlich der türkisfarbenen Leuchten und Wegweiser überarbeitet werden (vgl. Abb. 158, S. 257). Die Leuchten sollten durch denkmalgerechte Leuchten ersetzt werden. Auch hier wird eine Ausführung in Anthrazit (RAL 7016) empfohlen. [Z2, P2] 8.8.6 Z: Das Beleuchtungskonzept im Mittelparterre sollte überprüft werden. Es wird empfohlen, zurückhaltendere Leuchtenmodelle (insbesondere farblich) zu verwenden (aktuell stehen türkisfarbene Mastleuchten). Der Bedarf von drei Leuchten ist historisch begründet und die Existenz von Mastleuchten östlich des Weges seit 1911 mit verschiedenartigen Modellen belegbar (vgl. Abb. 243, S. 319 sowie Verluste des Gartendenkmals im Plan 3.2). Änderungen sind eng mit der zuständigen Denkmalbehörde abzustimmen und durch diese genehmigen zu lassen. [Z2, P2] 8.8.7 Z: Für Sitzbänke sollte grundsätzlich ein einheitliches Design verwendet werden, das denkmalpflegerisch angemessen ist.240 Die Unterkonstruktion sollte schlicht historisierend gehalten sein, in Anlehnung an das Modell von Bank B4 (Bewertung vgl. S. 96 und Abb. 151, S. 255). Sitzfläche und Rückenlehne sollten
240 In jüngerer Vergangenheit wurde ein Modell der Serie Comfony von Benkert eingebaut (Garten der Stille, Neptunbrunnen und geplant an Haus P).
130 8 Massnahmenkonzept 8.8 Ausstattung und Einfriedungen
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aus Holzlattung bestehen; alternativ kann wetterfestes Holzimitat verwendet werden. [Z2, P2] 8.8.8 Z: Das Design der Fahrradständer sollte vereinheitlicht werden. Auch hier wird eine Ausführung in Anthrazit (RAL 7016) empfohlen. [Z2, P2] 8.8.9 Z: Der vorhandene Schacht der Bodenleuchte im Ehrenhof sollte denk- malgerecht, z. B. mit einer Ausführung in Naturstein, kaschiert werden (Bewer- tung vgl. S. 96). [Z2, P2] 8.8.10 Z: Für Beschriftungsschilder im Bereich der Wechselflorbeete sollten hoch- wertige Materialien eingesetzt werden. Es wird empfohlen, kleine Schieferplatten zu verwenden. [Z2, P3]
8 Massnahmenkonzept 131 8.8 Ausstattung und Einfriedungen
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8.9 Nutzung
8.9.1 Z: Zur Steigerung der Wertschätzung des Gartendenkmals sollte die Ver- mittlung von Informationen systematisch ausgebaut werden. Die bestehende Beschriftung ausgewählter Gehölze mit lateinischen und deutschen Trivialnamen sollte fortgeführt werden. An den größeren Kunstausstattungen sollten Informati- onstafeln nach dem Vorbild des Infopults am nördlichen Eingang von Haus N angebracht werden, die deren künstlerische, historische oder gartenkulturelle Bedeutung erläutern. 8.9.2 Zu besonderen Anlässen wie den Jubiläen des Krankenhauses, sollten temporäre Aufsteller mit vertiefenden Informationen zur Historie des Parks eingesetzt werden, um das historische Bewusstsein bei Besuchern und Personal zu stärken. Bspw. zum Tag des offenen Denkmals sollte interessiertes Publikum durch Führungen mit geschichtlichen Hintergründen vom Wert des Parks erfahren. [Z2, P2] 8.9.3 Z: Die Nutzung des Bearbeitungsgebiets als Krankenhausgelände kann aus gartendenkmalpflegerischer Sicht grundsätzlich weitergeführt werden. Da- bei sind die Belange des Gartendenkmals zu respektieren und bei steigenden Anforderungen an den Krankenhausbetrieb in die Planungen einzubeziehen. [Z3, P1] 8.9.4 Z: Um das öffentliche Interesse an der Gartenanlage zu erhalten und zu fördern, sollte die Öffentlichkeit bei größeren Veränderungen rechtzeitig infor- miert werden. Im Rahmen der Planung sollten die Belange der Nutzer erhoben und – sofern möglich – berücksichtigt werden. [Z2, P2] 8.9.5 Z: Es wird empfohlen, die Geschichte des Parks über einen kurzweiligen, digitalen Audiorundgang zugänglich zu machen. Dieser sollte mit historischen Abbildungen ergänzt werden, die auf einem mobilen Endgerät abgerufen wer- den können. [Z2, P3] 8.9.6 Z: Die zeitweise bestehende Tradition, historische Abbildungen des Parks in der Krankenhauszeitung zu veröffentlichen und über soziale Medien zu ver- breiten, sollte wieder aufgegriffen und kontinuierlich fortgeführt werden. Dies stärkt die Identifikation mit dem Ort und trägt dazu bei, die öffentliche Aufmerk- samkeit und Wertschätzung zu erhöhen. Langfristig kann dies die Akquise von Fördermitteln erleichtern. [Z2, P2] 8.9.7 Z: Der Park sollte in einen geplanten Rundweg durch die historischen Gär- ten der Friedrichstadt eingebunden werden, um seinen Stellenwert im stadt- räumlichen Kontext zu verdeutlichen und seine Sichtbarkeit zu erhöhen. [Z2, P3]
132 8 Massnahmenkonzept 8.9 Nutzung
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9 KLIMAANPASSUNGS- UND INKLUSIONSKONZEPT
Folgende Maßnahmenvorschläge wurden im Rahmen des Projektes „Fit für die Zukunft: Klinikpark wird klimastark“ erarbeitet und sind im Plan 6 Klimaanpas- sungs- und Inklusionskonzept aufgeführt. Zusätzlich zu den klimarelevanten Maß- nahmen wurden Maßnahmen zur Reduktion von Barrieren dargestellt. Plan 7 ver- anschaulicht das angestrebte Ergebnis als Projektzielplan.
9.1 Klimarelevante Maßnahmen
9.1.1 Z: Die Beckenspeisung der halbrunden Wasserbecken sollte nach Möglichkeit weiterhin über den Tiefenbrunnen östlich von Haus A erfolgen. Dringend empfohlen wird die Einrichtung eines Kreislaufsystems, um Brunnenwasser für Pflanzenbewässerung nutzen zu können und damit die Resilienz der Gehölze zu erhöhen. [Z2, im Zuge der Sanierung der halbrunden Wasserbecken] 9.1.2 Z: Für die Nutzung des Brunnenwassers sind Wasseranalysen notwendig, um mögliche Schäden an Gehölzen, Natursteinen und technischen Einrichtungen vorzubeugen. [Z2, P1] 9.1.3 Z: Um die Brunnenbecken langfristig erhalten zu können, zieht das SKDF vor, die Inselgehölze samt Inseln zu entfernen (mit dieser Maßnahme wäre die Maßnahme 8.4.3, S. 121, zum Belassen der Inselgehölze hinfällig). [Z2, P1] 9.1.4 Z: Es ist mit einem verstärkten, lichtbedingten Algenwachstum zu rechnen, wenn die Inselgehölze nicht mehr vorhanden sind. Zur zukünftigen Algenprävention werden ökologisch unbedenkliche und natursteinverträgliche Mittel wie Zeolith, Lavagestein oder Bentonit/Lehmgranulat empfohlen. [Z2, im Zuge der Sanierung der halbrunden Wasserbecken]
• Ziel: Klare, algenarme Wasserfläche ohne größere Sichtbehinderung durch Pflanzen oder Technik, als Himmelsspiegel und Spiegel für die Architektur. Ökologisch und natursteinschonend Algenwachstum mindern.
• Einbau eines leistungsstarken, aber versteckten Filtersystems, idealerweise:
• Bodenablauf mit Pumpe zu verstecktem Biofilter
• UV-Klärer im Technikschacht (falls möglich) 9.1.5 Z: Die sanfte Wasserbewegung sollte dezent verstärkt werden. Es ist zu prüfen, ob z. B. am Beckenrand unsichtbar integrierte Rückläufe oder Sprudler mit sehr geringer Leistung, die Strömung erzeugen, ohne die Spiegelung zu stören, integriert werden können. An den Wasseranlagen sind zu vermeiden: Kupfermittel oder aggressive Algizide, da Umweltbelastung und Schäden an
9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 133 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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Technik oder Flora/Fauna möglich sind. [Z2, im Zuge der Sanierung der halbrunden Wasserbecken] 9.1.6 Z: Die Höhenplanung der Wege sollte unter Berücksichtigung des geplanten Regenwassermanagements erfolgen, vgl. u. a. Maßnahmen zu Einstauflächen, vgl. 9.1.10. [Z2, P1] 9.1.7 Z: Im Rahmen der Sanierung der Wassergebundenen Wege ist die Drainagefunktion gezielt zu verbessern, insbesondere im südlichen Bereich des Rondells. Die Entwässerung sollte soweit möglich in angrenzende Vegetationsflächen erfolgen. Dabei ist zu prüfen, ob die traditionelle Einbauweise des Bords aus rotem Buntsandstein in Sandlagerung angewendet werden kann. [Z2, P1] Mögliche Alternativen zur bestehenden Bauweise mit ca. 5-10 cm Anschlag sind zu diskutieren, vgl. Abb. 11: • Variante 1: Der Weg wird auf das Niveau der Rasenflächen angehoben und der Bord mit Anschlag erhöht gesetzt. Um den Wasserabfluss zu gewährleisten, müssten Lücken im Bord von ca. 2 cm integriert werden. Vorteil: Der Natursteinbord kommt weiterhin zur Geltung und der Abfluss in die Vegetationsflächen wäre möglich. • Variante 2: Rasenfläche, Bord und Wegefläche schließen auf einer Höhe.
Abb. 11: Variantenvorschläge Ausbildung Wegebord Wassergebundener Wegedecke
Verfasser, September 2025.
9.1.8 Z: Es wird angestrebt, die Gebäude systematisch in ein nachhaltiges Regenwassermanagement zu integrieren. Dazu sollten Regenfallrohre sowie das anfallende Niederschlagswasser an Rückhaltesysteme angeschlossen und zur weiteren Nutzung erschlossen werden. Ziel sollte sein, einen Großteil des anfallenden Dachwassers vor Ort zu versickern und nicht über das Kanalnetz
134 9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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abzuleiten, auch, um Überlastung bei Starkniederschlägen zu vermeiden und das Wasser vor Ort für die Parkanlage zu nutzen. Zu beachten ist dabei, dass die Dachflächen nicht aus Kupfer und/oder Bleielementen bestehen dürfen, um Schadstoffeinträge in die Vegetationsflächen zu vermeiden. Aus denkmalpflegerischer Perspektive sollten unterirdische Einbauten wie beispielsweise Zisternen, vgl. S. 135, nicht im Wurzelbereich großkroniger Gehölze geplant werden. Die Standorte sind in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde festzulegen und genehmigen zu lassen. [Z2, P1] 9.1.9 Z: Es wird empfohlen, Oberflächenwasser von den notwendigerweise verbleibenden (teil-)versiegelten Flächen zu nutzen und Überschüsse zu sammeln. Das betrifft u. a. die Vorplätze von Haus R. Zu beachten ist dabei, dass die Freiflächen nicht mit Tausalzen behandelt sein dürfen, um deren Eintrag in die Vegetationsflächen zu vermeiden. [Z2, P2] 9.1.10 Z: Des Weiteren ist eine Speicherung des Regenwassers empfehlenswert, z. B. über den Einbau von unterirdischen Zisternen oder Füllkörperrigolen. In nachfolgenden Untersuchungen sollten erforderliche Dimensionen erörtert werden. Mögliche Standorte sind bezüglich ihrem Eingriff in das Gartendenkmal zu bewerten, eng mit der zuständigen Denkmalbehörde abzustimmen und genehmigen zu lassen. Als zu prüfende Standorte werden empfohlen: • heutige Pflasterfläche südlich Haus A-West, zwischen Schnitthecke und Spitzahorn Nr. 7 (zu beachten ist der Abstand zur Fernwärmeleitung, vgl. Plan 1.2) • Vorplatz westlich Haus A-Mitte vor der Bibliothek • Vorplatz vor südlichem Haupteingang der ehemaligen Orangerie/Haus A- Ost • Vegetationsfläche im Osten des Orangerieparterres • zwei Vorplätze westlich von Haus R • Vegetationsfläche südlich der zentralen Eibenbestände beidseits der Mittelachse im Mittelparterre • Vegetationsfläche im Mittelparterre westlich von Irischer Säuleneibe Nr. 426 (Taxus baccata ‘Fastigiata’), südlich-östlich des nördlichen Querwegs (zu beachten sind die Geophytenbestände) Bei unterirdischen Wasserspeichern sind des Weiteren auf eine ausreichende statische Auftriebssicherungen zu achten, weil sich das BA im überschwemmungs-gefährdeten Gebiet befindet (vgl. S. 5). [Z2, P2]
9.1.11 Z: Es wird empfohlen, größere Wiesenflächen (die als Langwiesen entwickelt werden sollen, vgl. S. 138) auf Eignung als Einstauflächen zu prüfen.
9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 135 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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Empfohlen wird eine Absenkung um ca. 10 cm im Bereich der Langwiese mit sanften Übergängen an den Rändern. Auf Eignung geprüft werden sollten: • größere Parterreflächen des Mittelparks • Fläche zwischen Haus R und der westlich angrenzenden Lindenreihe • der Bereich westlich des Rosengartens • die Freiflächen südlich der ehemaligen Orangerie Bei der Auswahl der Flächen sollte auf eine symmetrische Integration in die Anlage geachtet werden. Diese Maßnahme sollte im Zusammenhang mit der Profilausbildung der Wege und Borde erfolgen, um das Niederschlagswasser von den Wege- und Platzflächen auf die Wiesenflächen leiten zu können. [Z2, P1] 9.1.12 Z: Es ist notwendig, ein Vegetationsbewässerungskonzept zu erarbeiten; dafür sollte das Wasser der Tiefbrunnen effizient genutzt werden. Empfohlen wird dafür Tropfbewässerung. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit der Einrichtung eines Wasserkreislaufs in den halbrunden Wasserbecken, vgl. 9.1.1. Vorrangig damit bewässert werden sollten: Stauden- und Wechselflorpflanzungen im Bereich der Wasserbecken und entlang der Mittelachse. In Trockenperioden benötigt der Gehölzsaum des Mittelparterres und die östliche und westliche Lindenallee sowie die südliche Querallee eine Bewässerung. Es ist zu prüfen, ob Gehölze mit Flach- und Herzwurzelsystem (vgl. Liste der Flach- und Herzwurzler S. 102f sowie Spalte artspezifisches Wurzelsystem im Gehölzkataster, S. 161ff), wie die Rot-Buche (Fagus sylvatica) Nr. 341, ebenfalls an eine automatisierte Bewässerung angeschlossen werden können. Standortangepasst sind dafür die wassersparendsten und denkmal- verträglichsten Varianten zu erörtern. Es wird empfohlen, mit Bodensensoren zu arbeiten und die Bewässerung zu automatisieren, um eine Über- oder Unterversorgung zu vermeiden. Notwendige technische Einbauten (Verteiler, Sensoren und Hausanschlusskästen) sind möglichst unauffällig in die Gestaltung zu integrieren. Dafür sind weiterführende Planungen vorzunehmen und eine enge Abstimmung mit, sowie die Zustimmung der zuständigen Denkmalbehörde notwendig. [Z2, P1] 9.1.13 Z: Es wird empfohlen, die Wechselflorbeete mit einer mineralischen Mulchschicht auszustatten, um die Verdunstungsrate sowie den Pflegeaufwand zu reduzieren. Die Farbgebung des Mulchs ist denkmalgerecht anzupassen. [Z2; P1] 9.1.14 E: An vitalitätsgeschwächten Gehölzen und zeitlich vor Gehölzpflanzungen sollten standortverbessernde Maßnahmen durchgeführt werden. Besonders bei Standorten mit Herausforderungen wie Verdichtung, Trockenheit oder Wurzelkonkurrenz – sind gezielte standortverbessernde Maßnahmen entscheidend, um Vitalität und Langlebigkeit sicherzustellen. Um
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gezielt standortverbessernde Maßnahmen festzulegen, sollte eine sorgfältige Standortanalyse im Vorfeld durchgeführt werden. Sie liefert die Entscheidungsgrundlage für Pflanzenauswahl, Bodenaufbereitung und Pflegemaßnahmen und umfasst die Untersuchung von: [Z1, P1]
• Bodenphysik
Bodenart / Textur: Unterscheidung zwischen Sand, Lehm, Ton usw. beeinflusst das Wasserhaltevermögen und die Durchlüftung des Bodens.
Bodentiefe / Gründigkeit: Entscheidend für die mögliche Durchwurzelungstiefe und langfristige Entwicklung der Gehölze.
Verdichtung / Lagerungsdichte: Verdichtete Böden behindern die Wurzelentwicklung und verschlechtern die Sauerstoffversorgung. Messung z.B. mit Spatenprobe oder Penetrometer.
• Wasserhaushalt
Bodenfeuchte / Staunässe / Trockenheit: Muss beobachtet und bewertet werden, um zu wissen, ob Drainage oder Wasserspeichermaßnahmen erforderlich sind.
Grundwasserstand: Wichtig für tiefwurzelnde Gehölze und die Einschätzung möglicher Staunässe in Bereichen von Lehmlinsen.
• Bodenchemie
pH-Wert: Beeinflusst die Nährstoffverfügbarkeit. Extrem saure oder alkalische Böden können die Entwicklung empfindlicher Arten hemmen.
Humusgehalt / organische Substanz: Trägt zur Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherung und Struktur bei.
Nährstoffversorgung (N, P, K, Mg, Ca etc.): Gibt Hinweise auf Düngungsbedarf oder nötige Bodenverbesserung.
• Klima / Mikroklima
Sonneneinstrahlung / Schattenlage: Beeinflusst die Auswahl von Gehölzarten.
Windverhältnisse: Wichtig für die Standsicherheit und die Kronenentwicklung.
Folgende Möglichkeiten der Standortverbesserung werden empfohlen:
• Bodenverbesserung im Wurzelbereich:
• Punktuelle Luft-/Bodeninjektionen (z.B. Druckluftlanze)
Ziel: Bodenlockerung, Verbesserung der Durchlüftung und Wasseraufnahme.
Flächig Erweiterbar durch: Einbringung von Bodenhilfsstoffen (z.B. Kompost, Mykorrhiza, Tonminerale).
9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 137 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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• Substrataustausch oder Teilbodensanierung
Ziel: Austausch stark verdichteter oder kontaminierter (u. a. auch Tausalze) Bodenzonen ohne Altgehölze gegen strukturstabile Substrate. Eingriffstiefe: meist 30–50 cm, nur punktuell tiefer.
• Wassermanagement:
• Bewässerungssysteme (unterirdisch / kapillar)
Z.B. Tröpfchenbewässerung, Wasserspeichergranulate oder unterirdische Speicher mit Kapillarwirkung.
• Rigolen-/Schwammstadtkonzepte
Regenwassermanagement durch Versickerungsmulden oder Baumrigolen zur Entlastung und Versorgung der Baumwurzeln.
• Verbesserung des Wurzelraums bei Neupflanzungen:
• mit Substraten hoher Strukturstabilität z.B. Baumsubstrat nach FLL, Sand- Kies-Komposte
• Entsiegelung und Oberflächenverbesserung:
• Entfernung von Asphalt und Ersatz durch durchlässige (Luft und Wasser) Beläge oder vergrößerte Vegetationsfläche
• Biologische & chemisch-biologische Maßnahmen:
• Mykorrhiza-Impfungen
Förderung symbiotischer Pilze zur verbesserten Nährstoff- und Wasseraufnahme.
• Biologische Bodenhilfsstoffe, z.B. Huminsäuren, Pflanzenkohle
• Gezielte Düngung (sparsam!)
Nur bei nachgewiesenem Mangel, bevorzugt organisch und/oder mit Langzeitwirkung.
9.1.15 Es sollte geprüft werden, ob es notwendig ist für die Wiesenflächen einen differenzierten Pflegeplan zu entwickeln. Dieser sollte vorsehen, dass größere Flächen in der Mitte als Langwiese nur drei- bis viermal jährlich gemäht werden. An den Übergängen zu den Wegen sollte hingegen ein breiter Wiesenstreifen häufiger gemäht werden. Das betrifft neben den Parterreflächen auch die Fläche zwischen Haus R und der angrenzenden Lindenreihe und den Bereich westlich des Rosengartens. Bei Anwendung dieser Maßnahme wird der empfohlene Kurzrasen unter Punkt 8.6.2 hinfällig. Die Maßnahme soll die angedachte Teilabsenkung des Bodenprofils, vgl. 9.1.11, S. 135, optisch
138 9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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kompensieren und dazu beitragen, dass die Wiese Trocken- und Hitzeperioden besser übersteht. [Z2; P2] 9.1.16 E: Die vorhandenen Blühpflanzenbereiche/Bienenweiden im Orangerieparterre sollten erhalten werden. Zusätzlich wird empfohlen, die Artenzusammensetzung so anzupassen, dass eine gestalterisch hochwertiges Erscheinungsbild auch im Hoch- und Spätsommer gewährleistet ist. Bei Bedarf sollte eine gezielte, sparsame Bewässerung vorgenommen werden. Sollte eine Langwiese in diesen Bereichen umgesetzt werden, ist der Erhalt der Bienenweiden hinfällig. [Z2; P2] 9.1.17 E: Die individuelle Pflege ist insbesondere bei Alt- und Jungbäumen sowie bei Gehölzen mit deutlichen Vitalitätseinschränkungen zu intensivieren, um deren Resilienz gegenüber klimatischen Veränderungen zu erhöhen. Die Entwicklung eines standortbezogenen Bepflanzungskonzepts sowie eines detaillierten Pflegeplans ist erforderlich. Im Zuge der notwendigen Pflegeintensivierung sollte eine personelle Aufstockung des Parkpflegepersonals geprüft werden. 9.1.18 Ergänzend kann ein Freiwilligendienstleistender im Rahmen des FSJD (Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege) mit Schwerpunkt Gartendenkmalpflege über die sog. Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz empfohlen werden.241 [Z1, P1] Z: Zur Entsieglung werden folgende heute teilversiegelte Bereiche vorgeschlagen: [Z3, P2]
• Es wird empfohlen, in der Einfahrt in Anlehnung an die historische Wegeführung eine Fläche um den Spitzahorn (Acer platanoides) Nr. 7 mit der Wiederherstellung einer Rasenfläche mit zentraler trockenheitsverträglicher, niedriger Staudenpflanzung (< 40 cm) zu entsiegeln (ca. 360 m²).
9.1.19 Z: Die Materialvielfalt im Wegebereich sollte reduziert werden. Sollten asphaltierte Flächen beibehalten werden, so wird empfohlen auf helle Farbtöne zurückzugreifen, um Überhitzung zu mindern. Grundsätzlich sollten wasserdurchlässige Materialien bevorzugt werden und Originalbaustoffe – soweit erhalten und möglich – wiederverwendet werden. [Z2, P1] 9.1.20 Es sollte geprüft werden, ob ein Trinkwasserbrunnen im Krankenhauspark integriert werden kann und wo gegebenenfalls ein geeigneter Standort wäre. [Z2, P3]
241 Voraussetzung für den Einsatz ist die Möglichkeit zur Unterbringung eines oder mehrerer Jugendlicher in Gebäuden des Krankenhauses, um eine Realisierung zu erleichtern und die Parkpflege praktisch zu unterstützen. Weitere Informationen unter: https://www.denkmalschutz.de/denkmale-erleben/jugendbauhuetten/die-einzelnen-jugendbauhuetten/internationale- jugendbauhuette-gartendenkmalpflege.html.
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Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren 9.1.21 E: Das bestehende Fußgängerwegesystem sollte erhalten, ausgebaut und unter Berücksichtigung der Anforderungen an Barrierefreiheit an die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen angepasst werden. [P1] 9.1.22 E: Im Bereich der ehemaligen Orangerie sollte die vorhandene Barrierefreiheit durch die behutsam angepasste Geländeausformung dauerhaft beibehalten werden. [P1] 9.1.23 Z: Die auf der Mittelachse bestehende Kombination aus wassergebundener Wegedecke mit mittigem Sandsteinplattenbelag soll als befestigter Mittelstreifen westlich von Haus A-Mitte aufgegriffen werden und zur Bibliothek leiten. Ebenso sollen die zwei Querwege mit Mittelparterre einen befestigten Mittelstreifen erhalten. Vorgeschlagen wird eine Ergänzung von Natursteinplatten (gelblicher Granit). Die Frage eines Formatwechsels der Natursteinplatten zur Abgrenzung der Mittelachse und der Nebenwege ist mit der zuständigen Denkmalbehörde eng abzustimmen und von dieser genehmigen zu lassen. [Z2, P2] 9.1.24 Z: Bezüglich der Beleuchtung der Mittelachse sollte geprüft werden, ob die Beleuchtung nach Süden entlang der gesamten Mittelachse und der Quer- wege für ein barrierereduziertes Passieren notwendig ist. Ziel ist es, die Beleuch- tung auf ein ausreichendes Mindestmaß zu begrenzen. Historisch belegt sind le- diglich drei Leuchten im nördlichen Bereich östlich des Mittelwegs (heute befinden sich 5 Mastleuchten westlich des Mittelwegs). [Z2, P2] 9.1.25 Z: Für Sitzbänke sollte grundsätzlich ein einheitliches Design verwendet werden, das denkmalpflegerisch angemessen ist.242 Es wird empfohlen, die Un- terkonstruktion schlicht historisierend zu halten, in Anlehnung an das Modell von Bank B4, (Bewertung vgl. S. 96 und Abb. 151, S. 255). Sitzfläche und Rückenlehne sollten aus Holzlattung bestehen; alternativ kann wetterfestes Holzimitat verwen- det werden. Zur Umsetzung eines inklusiven Designs sind folgende Anforderun- gen zu berücksichtigen: Bänke sollten über Rückenlehnen und beidseitige Arm- lehnen verfügen. Die Sitzfläche sollte waagerecht oder leicht nach vorn geneigt sein. Die Sitzhöhe sollte zwischen 47cm und 50cm liegen. Neben den Bänken sollten – sofern möglich – Stellflächen für Rollatoren und Rollstühle freigehalten werden. Es sollten kurze und barrierefreie Wege zwischen den einzelnen Sitzbän- ken hergestellt werden. Die überlangen Sitzbänke südlich der Wasserbecken sol- len nicht wiederhergestellt werden, da sie auf Betonsockeln standen und in ihrer Materialität nicht der gestalterischen Bedeutung des Mittelparks entsprechen. [Z2, P2]
242 In jüngerer Vergangenheit wurde das Modell Comfony von Benkert eingebaut (Garten der Stille, Neptunbrunnen und geplant an Haus P).
140 9 Klimaanpassungs- und Inklusionskonzept 9.1 Klimarelevante Maßnahmen
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
10 VERZEICHNISSE
In den folgenden Verzeichnissen ist die für diese Arbeit ausgewertete Quelle, welche jedoch
inhaltlich nicht eingeflossen ist, in grau dargestellt.
10.1 Abkürzungsverzeichnis
ebd. ebenda
ehem. ehemalige/r/s/n
etc. et cetera
gez. gezeichnet
ha Hektar
Jg. Jahrgang
Jh. Jahrhundert
M Maßstab
m Meter
NHN Normalhöhennull
Nr. Nummer
o. D. ohne Datum
ÖPNV öffentlicher Personennahverkehr
o. V. ohne Verfasser
RGB Rot/Grün/Gelb
s. o. siehe oben
sog. sogenannte/s/r
spec. species/Art
TU Technische Universität
u. a. unter anderem
vgl. vergleiche
z. B. zum Beispiel
zw. zwischen
10 Verzeichnisse 141 10.1 Abkürzungsverzeichnis
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
10.2 Abbildungsverzeichnis
Deckblatt: Verfasser 2025.
Abb. 1: Methodische Kernpunkte der vorliegenden Arbeit
Abb. 2: Übersichtsplan des Friedrichstädter Krankenhauses mit Bearbeitungsgrenze in Blau. Verfasser, 2025. Abb. 3: Grundstückserweiterungen in den Jahren 1742 und 1743 durch Brühl. Verfasser, September 2025 auf Grundlage von Abb. 9 Diplomarbeit Knöfel, 1999. Abb. 4: Barockgeprägte Raumabfolge des Gesamtensembles. Verfasser, September 2025 auf Plangrundlage STA DD: Ratsarchiv b XII 123, S. 33, o. J., um 1840. Abb. 5: 1904, Bestandsplan des ehemaligen Orangerieparterres mit Winzerbrunnen und südlich davon einer Staffage. Ausschnitt aus einer Postkarte (vgl. Abb. 168, S. 267). Abb. 6: 1945, 16. Februar, Winzerbrunnen mit südlich davon gelegenem Bunkereingang. Ausschnitt aus einem Luftbild (vgl. Luftbild 16, S. 389). Abb. 7: Gebäudebestand des Friedrichstädter Krankenhauses mit Bearbeitungsgrenze in Blau und denkmalgeschützten Gebäuden in Rot. Verfasser, 2025. Abb. 8: Bestand Wegebord Wassergebundener Wegedecke im Mittelparterre. Verfasser, September 2025. Abb. 9: Zusammenfassung Bewertung Erhaltungsfähigkeit nach biologischen Aspekten. Abb. 10: Starke Unterschiede in der Länge des Schattenwurfs belegen eine Neupflanzung des östlichsten Inselgehölzes vor 1973. Ausschnitt aus Luftbild von 1973 (vgl. Luftbild 7, S. 415). Abb. 11: Variantenvorschläge Ausbildung Wegebord Wassergebundener Wegedecke. Verfasser, September 2025. Abb. 12: Hauptzufahrt mit Schranken im Nordwesten, flankiert von Haus U, Blick nach Westen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 13: Gepflasterte Hauptzufahrt, rechts Haus A, links Haus W, Blick nach Westen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 14: Westliche drei-reihige Allee, Blick nach Süden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 15: Vorplatz südlich Haus A-Mitte mit zwei Wasserbecken und vier Inselgehölzen, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 16: Vorplatz westlich Haus A-Mitte mit Zugang zur Bibliothek und zwei weiblichen Hermen an der Fassade, Blick nach Nordosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 17: Westliches Wasserbecken mit Sumpfzypresse und Sitzgelegenheiten, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 18: Wiese mit Solitären im Mittelparterre, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 19: Dichte Eibenbestände im Zentrum des Mittelparks mit verdeckten Skulpturen, Blick nach Süden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 20: Rondell im Mittelpark, Blick nach Osten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 21: Übergang vom Mittelpark zu Haus C, Blick nach Südwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 22: Westliche, drei-reihige Lindenallee mit Parkplätzen, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 23: Vorplatz von Haus C, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 24: Verlängerung der westlichen Lindenallee zwischen Haus N und Haus C, Blick nach Süden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 25: Asymmetrischer Straßenraum zwischen Mittelparterre und Haus N mit Urweltmammutbaum, Blick nach Osten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 26: Übergang von Haus N zum Mittelpark, Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 27: Südlicher Teil des Rondells mit dichtem Baumhain, Blick nach Osten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 28: Mittelachse im Rondell mit Neupflanzungen, Blick nach Norden-Osten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 29: Gehölzbestand westlich des Rosengarten, Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 30: Wiese mit Altbäumen und Neupflanzungen westlich des Rosengartens, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 31: Querweg zwischen Rosengarten und Haus H, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 32: Übergang vom südlichen Querweg zum Mittelpark, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 33: Gehölzumstandene Wiese mit Bronzefigur „Sich Kämmende“. Verfasser, Mai 2025. Abb. 34: Östliche Lindenreihe zwischen Haus R und dem Mittelparterre, Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 35: Dichter Eibenbestand im Mittelparterre, stark eingeschränkte Sicht auf Skulptur, Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 36: Rondell im Mittelpark, Blick nach Südwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 37: Prunkvase mit Henkel nördlich des Rondells im Mittelpark, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 38: Mittelachse mit großformatigen Sandsteinplatten, Blick zum Palais/Haus A-Mitte nach Nordosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 39: Mittelachse mit Wechselflor und Blick zur Prunkvase, Blick nach Südwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 40: Nördliche Wiesenfläche mit Solitären im Mittelparterre, Blick nach Nordosten. Verfasser, Mai 2025.
142 10 Verzeichnisse 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 41: Nördlicher Querweg zwischen Haus R und Haus G mit Betonplatten im Mittelparterre, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 42: Östliche Lindenallee mit Anlieferfläche westlich von Haus R, Blick nach Süden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 43: Östliche Lindenallee mit Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 44: Östlicher Vorplatz an Haus A-Mitte, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 45: Straßenraum zwischen Haus A-Mitte und den halbrunden Wasserbecken mit Bauminseln, Blick nach Südwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 46: Orangerieparterre mit Solitären auf weiten Wiesenflächen und Rahmung aus Fliederbäumen, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 47: Terrasse entlang der ehemaligen Orangerie/Haus A-Ost, Blick nach Nordwesten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 48: Orangerieparterre mit Lüftungsschacht auf Wiesenfläche, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 49: Asphaltierter Vorplatz am ehemaligen Orangerieparterre mit Winzerbrunnen (Mittelgrund) und Haus K im Hintergrund. Verfasser, Mai 2025. Abb. 50: Terrasse und östliche Wiesenfläche des Orangerieparterres, Blick nach Westen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 51: Winzerbrunnen südlich des Eingangs der ehemaligen Orangerie/Haus A-Ost, Blick nach Norden. Verfasser, Mai 2025. Abb. 52: Straßenraum mit angrenzenden Fliederbäumen im östlichen Orangerieparterre, Blick nach Osten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 53: Querverbindung zwischen Orangerieparterre und Mittelparterre, Blick nach Westen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 54: Ehrenhof mit zwei Buchsbäumen und Kunstausstattung, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 55: Ehrenhof mit flankierenden Löwen und Pollerreihe südlich der Friedrichstraße, Blick nach Südosten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 56: Westliche weibliche Herme auf dem westlichen Vorplatz von Haus A. Verfasser, Mai 2025. Abb. 57: Östliche weibliche Herme auf dem westlichen Vorplatz von Haus A. Verfasser, Mai 2025. Abb. 58: Westliches Wasserbecken mit Maskenspeier und Springstrahl. Verfasser, Mai 2025. Abb. 59: Ornamental verzierter Sandsteinpoller und Metallgeländer östlich von Haus U. Verfasser, Mai 2025. Abb. 60: Sandsteinskulptur Themistokles. Verfasser, Mai 2025. Abb. 61: Bronzefigur „Sich Kämmende“. Verfasser, Mai 2025. Abb. 62: Sandsteinskulptur Tomyris. Verfasser, Mai 2025. Abb. 63: Prunkvase mit Henkeln. Verfasser, Mai 2025. Abb. 64: Sandsteinbüste Christian Georg Schmorl (1861-1932). Verfasser, Mai 2025. Abb. 65: Torpfosten mit Schmuckaufsatz und Delphinbrunnen (mittig im Bild). Verfasser, Mai 2025. Abb. 66: Delphinbrunnen mit Barockrelief (vermutlich aus Orangerie) und Dresdner Stadtwappen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 67: Einer von vier Sandsteinlöwen als Abschluss einer Sandsteinpollerreihe mit Eisenketten. Verfasser, Mai 2025. Abb. 68: Wappen über dem Haupteingang an der Nordseite der ehemaligen Orangerie aus Zeiten Marcolinis. Verfasser, Mai 2025. Abb. 69: Gedenktafel Richard Wagner an der Nordseite der ehemaligen Orangerie. Verfasser, Mai 2025. Abb. 70: Weibliche Herme mit Vase an der Nordseite der ehemaligen Orangerie. Verfasser, Mai 2025. Abb. 71: Männliche Herme mit Vase an der Nordseite der ehemaligen Orangerie; Ausführung zeigt deutlich weniger Dynamik in Körperhaltung und Gestik; nicht denkmalgeschützt, mutmaßlich von um 1937. Verfasser, Mai 2025. Abb. 72: Östliche männliche Herme an der Nordseite Orangerie, vermutlich ursprünglich am Ehrenhof aufgestellt, trägt jedoch eine andere Vase. Verfasser, Mai 2025. Abb. 73: Westliche männliche Herme an der Nordseite Orangerie, vermutlich ursprünglich am Ehrenhof aufgestellt, trägt jedoch eine andere Vase. Verfasser, Mai 2025. Abb. 74: Schäden am Sandsteinprofil im Ehrenhof. Verfasser, Mai 2025. Abb. 75: Südfassade Haus A-Mitte mit Marcoliniwappen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 76: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 77: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 78: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 79: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 80: Winzerbrunnen im Orangerieparterre. Verfasser, Mai 2025. Abb. 81: Brunnenskulptur „Kugelbrunnen“ von Künstlerin Lady A. vor dem Haus C. Verfasser, Mai 2025. Abb. 82: Sandsteinverkleideter Lüftungsschacht im Orangerieparterre. Verfasser, Mai 2025. Abb. 83: Baumscheibe Vorplatz Haus C. Verfasser, Mai 2025. Abb. 84: Polygonale Schieferplatten, wassergebunden um 1937, südlich der Wasserbecken verlegt. Verfasser, Mai 2025. Abb. 85: Massive Wurzelhebungen am Schieferplattenweg. Verfasser, Mai 2025. Abb. 86: Kleinpflaster im Reihenverband (auf Wegen und in Rinnen) und Asphaltweg. Verfasser, Mai 2025. Abb. 87: Trittplatten aus Beton. Verfasser, Mai 2025.
10 Verzeichnisse 143 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 88: Rechteckpflaster im Halbverband in gelblich, grau und rötlichen Farbtönen mit schmalem Betonbord. Verfasser, Mai 2025. Abb. 89: Ebenerdige Stahlkante in beigefarbener wassergebundener Wegedecke. Verfasser, Mai 2025. Abb. 90: Gelbes und graues Rechteckpflaster am Übergang aus Granitmosaik zu geschliffenen Granitplatten im Rechteckformat. Verfasser, Mai 2025. Abb. 91: Mosaikpflaster aus Seifenstein am Übergang zur rötlichen Wassergebundenen Wegedecke des südlichen Querwegs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 92: Graues Doppel-T-Verbundpflaster aus Beton mit Betonstraßenbord. Verfasser, Mai 2025. Abb. 93: Quadratisches „Ökopflaster“ mit Großfugen neben Doppel-T-Verbundpflaster aus grauem Beton. Verfasser, Mai 2025. Abb. 94: Hellgraue Granitplatten im Rechteckformat. Verfasser, Mai 2025. Abb. 95: Granitgroßplatten in grau bis gelblich. Verfasser, Mai 2025. Abb. 96: Großformatige Sandsteinplatten im nördlichen Bereich der Mittelachse. Verfasser, Mai 2025. Abb. 97: Quadratische Sandsteinplatten auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie. Verfasser, Mai 2025. Abb. 98: Granitgroßsteine als Wegebegrenzung. Verfasser, Mai 2025. Abb. 99: Quadratische Betonplatten mit weitem Fugenabstand auf dem nördlichen Querweg. Verfasser, Mai 2025. Abb. 100: Bord aus rotem Buntsandstein im Mittelparterre von um 1937. Verfasser, Mai 2025.
Abb. 101: Bord aus Beton im Mittelparterre. Verfasser, Mai 2025. Abb. 102: Betonstraßenbord an westlicher Allee. Verfasser, Mai 2025. Abb. 103: Granitpflaster, Sächsische Passe. Verfasser, Mai 2025. Abb. 104: Basaltgroßsteinpflaster in Haupteinfahrt. Verfasser, Mai 2025. Abb. 105: Granitpflaster in grau-bunt. Verfasser, Mai 2025. Abb. 106: Sandsteinquader am Orangerievorplatz. Verfasser, März 2025. Abb. 107: Hoch stehende Schachtabdeckung im Gehölzsaum. Verfasser, Mai 2025. Abb. 108: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 109: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 110: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 111: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 112: Eindrucksvolle Wuchsformen der Gehölze. Verfasser, Mai 2025. Abb. 113: Sehr alter Blauglockenbaum vor dem Eingang der ehemaligen Orangerie. Verfasser, Mai 2025. Abb. 114: Gestutzter Spitzahorn in Haupteinfahrt. Verfasser, März 2025. Abb. 115: Fehlende Sichtbeziehung zum Skulpturenschmuck Tomyris. Verfasser, Mai 2025. Abb. 116: Buche (links im Bild) ohne Pendant (rechts). Verfasser, 2025. Abb. 117: Gehölzsaum mit Sitznischen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 118: Lindenaltgehölz Nr. 383. Verfasser, März 2025. Abb. 119: Westlicher Vorplatz mit Zierkirsche. Verfasser, Mai 2025. Abb. 120: Gehölze des östlichen Wasserbeckens: Urweltmammutbaum Nr. 358 (li.), Echte Sumpfzypresse Nr. 357 (re.). Verfasser, März 2025. Abb. 121: Echte Sumpfzypressen des westlichen Wasserbeckens Nr. 320 (li.) und Nr. 319 (re.). Verfasser, März 2025. Abb. 122: Größenunterschied zwischen Urweltmammutbaum (23,55 m) und Sumpfzypressen (17,7 m). Verfasser, März 2025. Abb. 123: Sumpfzypresse (rechts) mit geringer Vitalität im westlichen Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 124: Betonstützmauer nördlich Haus K. Verfasser, Mai 2025. Abb. 125: Pflanzkübel aus Waschbeton südlich Haus A-Mitte. Verfasser, Mai 2025. Abb. 126: Pflanzschale aus Beton auf Terrassen der ehemaligen Orangerie. Verfasser, Mai 2025. Abb. 127: Pflanzkübel auf dem Vorplatz von Haus C. Verfasser, Mai 2025. Abb. 128: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 129: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 130: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 131: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 132: Vielzahl an Pflanztöpfen und -trögen südlich von Haus A. Verfasser, Mai 2025. Abb. 133: Infopult nördlich von Haus N mit Informationen und Wegweiser zum Neptunbrunnen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 134: Hoch stehende Schachtabdeckungen südöstlich Haus B. Verfasser, März 2025. Abb. 135: Holzverkleideter Abfallbehälter, Modell A2. Verfasser, Mai 2025. Abb. 136: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 137: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 138: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 139: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 140: Abfalleimer aus Waschbeton, Modell A1. Verfasser, Mai 2025.
144 10 Verzeichnisse 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 141: Metallpoller nördlich Haus W. Verfasser, Mai 2025. Abb. 142: Geländer am Kellerzugang auf der ehemaligen Orangerie. Verfasser, März 2025. Abb. 143: Bank mit einfachem Metallgestell, Modell B5. Verfasser, Mai 2025. Abb. 144: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 145: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 146: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 147: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 148: Holzbank auf Gussgestell, Modell B1. Verfasser, Mai 2025. Abb. 149: Holzbank auf abgerundetem Metallgestell, Modell B3. Verfasser, Mai 2025. Abb. 150: Bank aus Holzlattung auf konischen Betonsockeln, Modell B2. Verfasser, März 2025. Abb. 151: Bank aus Holzlattung auf leicht geschwungenem Metallgestell, Modell B4. Verfasser, Mai 2025. Abb. 152: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 153: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 154: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 155: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 156: Pollerleuchte. Verfasser, Mai 2025. Abb. 157: Wandleuchte an Haus W. Verfasser, Mai 2025. Abb. 158: Türkisfarbenes Leuchtenmodell L1 sowie Wegweiser. Verfasser, März 2025. Abb. 159: Graue Mastleuchte mit Schirm, Modell L2. Verfasser, Mai 2025. Abb. 160: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 161: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 162: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 163: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 164: Historisierende Wandleuchte im Ehrenhof. Verfasser, Mai 2025. Abb. 165: Rundleuchte aus DDR-Zeit, Modell L3. Verfasser, Mai 2025. Abb. 166: Treppenzugang westlich von Haus R. Verfasser, März 2025. Abb. 167: Beschriftungstafeln an besonderen Gehölzen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 168: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 169: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 170: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 171: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 172: Wegweiser zu den Krankenhausstationen. Verfasser, Mai 2025. Abb. 173: Briefkästen und Schacht des Tiefbrunnens (HG) am östlichen Vorplatz von Haus A-Mitte. Verfasser, Mai 2025. Abb. 174: Überdachte Fahrradständer westlich von Haus R. Verfasser, März 2025. Abb. 175: Medienpoller östlich Haus C. Verfasser, Mai 2025. Abb. 176: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 177: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 178: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 179: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 180: Sandsteinpoller. Verfasser, Mai 2025. Abb. 181: Medienpoller südlich des westlichen Wasserbeckens. Verfasser, Mai 2025. Abb. 182: Entenhäuschen im westlichen Wasserbecken (bereits entnommen). Verfasser, März 2025. Abb. 183: Mauer aus bossierten Granitquadern an Haus C. Verfasser, Mai 2025. Abb. 184: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 185: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 186: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 187: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 188: Beckenrand der halbrunden Wasserbecken mit Geländer. Verfasser, Mai 2025. Abb. 189: Aufbetonierter Beckenrand an den halbrunden Wasserbecken. Verfasser, Mai 2025. Abb. 190: Winterentleertes Becken mit Teichfolie und Bauminseln. Verfasser, Februar 2025. Abb. 191: Bauminsel mit krautigem Bewuchs. Verfasser, Mai 2025. Abb. 192: Nach 1760, heutige Friedrichstraße, Blick nach Osten. Tuschezeichnung, schwarz-weiß, Ausschnitt, NITZSCHKE, KOCH 1991, S. 83. Abb. 193: Vor 1782, „Prospect der Hauptstrasse zu Friedrichstadt gegen (1) die Kirche, (2) das Vorwerg, (3) einen Teil der Menagerie, auch (4) zum Graefs-Brühls-Garten gehörigen Gebäuden.“ Blick nach Südwesten, Kupferstich, gez. u. gest. F. G. Schlitterlau, Ausschnitt, DF: df_dk_0003785. Abb. 194: 1852, Übersichtsbild der Stadt Dresden, Blick nach Süden. Lichtdruck, Vogelperspektive, nach einer Lithographie von B. Walter, gez. Elkner, Ausschnitt, DF: df_dk_0004868_039.
10 Verzeichnisse 145 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 195: 1904, Übersichtskarte des Friedrichstädter Krankenhauses, Blick nach Süden. Lithografie, Vogelperspektive, Postkarte, Ausschnitt, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 196: 1745, lavierte Entwurfszeichnung des Brühlschen Palais von Johann Christoph Knöffel (weitgehend ausgeführt), Aufriss der Hoffassade (Blick nach Süden). Tuschezeichnung, Ausschnitt, LfD Sa, Plansammlung M14 la Bl. 4. Abb. 197: 1745, lavierte Entwurfszeichnung des Brühlschen Palais von Johann Christoph Knöffel (weitgehend ausgeführt), Grundriss. Tuschezeichnung, Ausschnitt, LfD Sa, Plansammlung M14 la Bl. 5. Abb. 198: 1773, Bestandsansicht des Brühlschen Palais, „Markolinisches Palais Friedrichstraße, ursprünglicher Zustand“, Blick nach Süden. Tuschezeichnung, gez. 1954 von Coste, Ansicht, DF: df_hk_0124601. Abb. 199: 1774, Ansicht der Straßenfassade, Blick nach Südwesten. Kolorierte Tuschefederzeichnung, Ausschnitt online unter: https://www.igeltour-dresden.de/wp-content/uploads/2024/12/1.-Marcolinipalais-ab-1849-Krankenhaus- Friedrichstadt-Friedrichstr.-41-Federzeichnung-1774.jpg. Abb. 200: 1845, Gebäudegrundriss des Palais (heutiges Haus A) mit Legende. Tuschezeichnung, Ausschnitt, StA, Ratsarchiv B XII 121. Abb. 201: 1920, Friedrichstraße, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 202: 1925, Friedrichstraße, Blick nach Osten, Fotografie, schwarz-weiß, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 203: 1929, Delphinbrunnen im Ehrenhof, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, online unter: https://www. altesdresden.de/. Abb. 204: 1925-1929, Blick in den geöffneten Ehrenhof nach Süden, DF: df_hk_0110236. Abb. 205: 1929, heutiges Haus A-West, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 206: 1930, Delphinbrunnen, Blick nach Süden, DF: df_hk_0008052. Abb. 207: 1930, Friedrichstraße, Blick nach Osten, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden. de. Abb. 208: 1930, Löwenskulptur seitlich des Ehrenhofs, DF: df_hk_0008054. Abb. 209: 1930, Haupttor des Ehrenhofs, Blick nach Süden, DF: df_hk_0008204. Abb. 210: um 1930, Friedrichstraße mit Orangeriefassade ohne die heute davor aufgestellten vier Hermen, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de.
Abb. 211: 1937, Ehrenhof unmittelbar vor dem Umbau, Blick nach Norden, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 212: 1937, Bauarbeiten zur Öffnung des Ehrenhofs, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, Jung 2005, S. 98. Abb. 213: Nach 1937, Ehrenhof mit vier unbelaubten Heistern auf dem Rasenspiegel, Blick nach Südosten, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 214: Um 1938, Ehrenhof nach dessen Öffnung, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 215: 1938, Ehrenhof nach dessen Öffnung, Blick nach Südosten, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 216: 1938, geöffneter Ehrenhof mit neobarocker Gestaltung und Stadtwappen auf dem Delphinbrunnen, Blick nach Süden, DF: df_hk_0060063. Abb. 217: 1949, 28. November, Ehrenhof zum 100. Jubiläum des Stadtkrankenhauses Friedrichstadt, Blick nach Süden, DF: df_hp_0023872_008. Abb. 218: 1949, Ehrenhof zum 100. Jubiläum des Stadtkrankenhauses Friedrichstadt, Blick nach Südwesten, DF: df_hp_ 0023872_010. Abb. 219: 1952, Haupteingang Stadtkrankenhaus im Ehrenhof, Blick nach Süden, DF: df_hk_0108008. Abb. 220: 1952, Ehrenhof, Blick nach Süden, DF: df_hk_0125863. Abb. 221: 1968, Delphinbrunnen mit Dresdner Stadtwappen, Blick nach Süden, DF: df_hk_0169379. Abb. 222: 1982, Ehrenhof mit zwei Rhododendron- statt Buchssträuchern sowie Einbauten, Blick nach Westen, DF: df_ mbs_0082044_013. Abb. 223: 1982, Ehrenhof mit Waschbetonpflanzschale auf dem Rasenspiegel, Blick nach Süden, DF: df_mbs_0082044_ 014. Abb. 224: 1982, Ehrenhof, Blick nach Westen, DF: df_mbs_0082044_015. Abb. 225: 2011, Ehrenhof mit zwei hoch aufgewachsenen Buchsbäumen, Blick nach Süden, Andrea Kiehn, TU-DD. Abb. 226: 2015, verglaster Haupteingang im Ehrenhof, Blick nach Süden, Andrea Kiehn, TU-DD. Abb. 227: Um 1745, Entwurf einer Heckenwand mit Sitznischen und Prunkvase, Kolorierte Tuschezeichnung, Kursächsisches Oberbauamt, LfD Sa, Plansammlung M23 E Bl. 6. Abb. 228: Um 1745, Entwurf eines Pavillons für das Hauptparterre mit Skulpturenschmuck, Aufriss, Realisierung nicht belegt, aber sehr wahrscheinlich, Kolorierte Tuschezeichnung, Kursächsisches Oberbauamt, LfD Sa, Plansammlung MM C Bl. 23. Abb. 229: Um 1745, Entwurf eines Pavillons für das Hauptparterre, Grundriss, Realisierung nicht belegt, aber sehr wahrscheinlich, Kolorierte Tuschezeichnung, Kursächsisches Oberbauamt, LfD Sa, Plansammlung MM C Bl. 23.
146 10 Verzeichnisse 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 230: 1836, Neptunbrunnen mit darauf hinleitender dreiläufiger Mittelachse mit großformatigem Plattenbelag; flankiert von unterpflanzter Lindenallee, Blick nach Süden, Aquarell, von Christian Gottlob Hammer, DF: df_hk_0132498. Abb. 231: Um 1898, Kapelle/ehemaliges Palais mit vorgelagerten Wasserbecken mit fächerförmiger Fontäne, dazwischen Rosenbeete und Großblattstaude, Blick nach Norden, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hauptkatalog_ 0099072. Abb. 232: Aufnahmedatum unbekannt, um 1900, Kapelle/ehemaliges Palais mit Gehölzvorpflanzung; das Inselgehölz rechts im Bild ist bereits deutlich höher als das linke Inselgehölz, Blick nach Norden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 233: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 213, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 234: Aufnahmedatum unbekannt, nach 1911, Blick aus dem östlichen Kapellenfenster in den Mittelpark mit Fliederbaumreihe, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 235: Aufnahmedatum unbekannt, nach 1911, westliche Allee im Männergarten mit Sitzbänken, Blick nach Nordosten, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 236: Aufnahmedatum unbekannt, nach 1911, Mittelparterre mit Fliederbäumchen, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 237: Aufnahmedatum unbekannt, nach 1911, östliche Allee im Frauengarten mit Sitzbänken, Blick nach Nordwesten, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 238: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 224, Blick nach Norden, Fotografie, Verfasser. Abb. 239: 1903, westliche vierreihige Allee mit Sichtbeziehung über niedrige Koniferen bis zur Kapelle/ehemaliges Palais, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 240: 1908, Kapelle/ehemaliges Palais mit vorgelagerten Wasserbecken und dazwischen liegenden Rosenbeeten und Großbattstaude, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 241: 1908, Kapelle/ehemaliges Palais mit südlich davon liegenden Wasserbecken mit je zwei kleinen Pflanzinseln für Sumpfzypressen, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 242: 1908, 17. Juli, Mittelparterre mit „Luftbude“ für Männer rechts im Bild, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 243: 1911, Mittelpark mit Fliederbäumchen bis zum Werner-Denkmal südlich des Rondells, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 244: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 232, Blick nach Osten, Fotografie, Verfasser. Abb. 245: 1912, „Luftbude“ für Männer aus Holz südlich des westlichen Wasserbeckens, Blick nach Südosten, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 246: 1913, Sandsteinskulptur Tomyris auf Rundplatz mit kegelförmiger Konifere im Hintergrund, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, FIEDLER 1913, S. 59. Abb. 247: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 237, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 248: 1916, westliche vierreihige Allee mit langgestrecktem Barackenbau im Hintergrund, Blick nach Norden, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 249: 1916, westlicher Vorplatz der Kapelle/ehemaliges Palais mit jungen Blau-Fichten, im Hintergrund länglicher Barackenbau; Wasserbecken im Vordergrund mit schlankem Springstrahl, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 250: Aufnahmedatum unbekannt, datiert auf 1916 (wahrscheinlicher 1925), Kapelle/ehemaliges Palais mit von Fliederbäumchen flankierter Mittelachse, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden. de. Abb. 251: Aufnahmedatum unbekannt, datiert auf um 1916 (wahrscheinlicher um 1925), Kapelle/ehemaliges Palais mit Konifere auf Streifenbeet, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 252: 1919, Mittelparterre mit zwischen den Fliederbäumchen aufgespannten Weingirlanden, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 253: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 247, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 254: 1922, Mittelparterre mit Fliederbäumchen und Weingirlanden entlang der Mittelachse, Blick nach Norden, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 255: Nach 1922, östliche Allee am Haus R, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 256: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 253, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 257: Datiert auf zwischen 1925 und 1945, (wahrscheinlich Herbst 1925), Kapelle mit Bleiglasfenstern und sich südlich anschließende dreistrahlige Mittelachse, Haus A-Ost ist eingerüstet, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0110237. Abb. 258: Aufnahmedatum unbekannt, vermutlich nach 1937, Mittelachse mit Fliederbäumchen und darunter bandartigen Beeten; Haus A/ehemaliges Palais unter Nutzung als Hörsaal mit Umbau von Fenstern zu Türen, Blick nach Norden, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 259: 1938, Juli, östliches Wasserbecken mit bepflanzten Inseln; Innere Alleereihe unterpflanzt, Barackenbau links im Bild, Blick nach Süden, DD SPA, Bildstelle.
10 Verzeichnisse 147 10.2 Abbildungsverzeichnis
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Abb. 260: 1938, weibliche Herme aus Sandstein; Aufstellung an Nordseite der Orangerie erfolgte nach 1930; bis heute am abgebildeten Standort, ursprünglicher Standort bisher nicht bekannt, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0060066. Abb. 261: 1930, von Herme gehaltene historische Vase mit Voluten, ursprünglich aufgestellt am Haupttor des Ehrenhofs; Herme vermutlich um 1937 vor ehem. Orangerie versetzt und Vase ausgetauscht, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_ 0008204. Abb. 262: 1938, von Herme gehaltene Vase mit Akanthusblättern; Vase vermutlich um 1937; aufgestellt an Nordseite der ehemaligen Orangerie, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0060065. Abb. 263: 1938, männliche Herme aus Sandstein; Aufstellung an Nordseite der Orangerie erfolgte nach 1930 mit abgeänderter Vase; bis heute am abgebildeten Standort, ursprünglich sehr wahrscheinlich vor den Pfeilern am Ehrenhof, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0060065. Abb. 264: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 266, Blick nach Süden, Fotografie, Verfasser. Abb. 265: Um 1930 (wahrscheinlich zwischen 1930 und 1937), Sandsteinskulptur Tomyris zwischen hoch aufgewachsenen Eiben, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0114579. Abb. 266: Datiert auf um 1930 (wahrscheinlich vor 1930), noch nicht umgebaute Kapelle mit von Blau-Fichten bepflanztem Vorplatz, Blick nach Nordosten, DD SPA, Bildstelle. Abb. 267: 1938, 29. April, Mittelpark nach der Umgestaltung von 1937, Blick vom Turm nach Süden, DD SPA, Bildstelle. Abb. 268: Zwischen 1938 und 1945, Mittelpark, Blick auf die Mittelachse durch die Scheibe von Haus A; linksseitig Leuchten mit halbrundem Schirm, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 269: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 272, Blick nach Norden, Fotografie, Verfasser. Abb. 270: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 273, Blick nach Südosten, Fotografie, Verfasser. Abb. 271: 1940, Rundweg mit Sitznischen nach der Umgestaltung von 1938, Blick nach Norden, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 272: 1942, Haus R mit rosenbepflanzter Wegeverbindung zum Orangerieparterre, Blick nach Süden, Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 273: Datiert auf 1949 (wahrscheinlich aber vor 1925), Kapelle mit vorgelagerten Sumpfzypressen, Blick nach Norden, Fotografie, schwarz-weiß, Müller 1949, S. 15. Abb. 274: Datum unbekannt, vermutlich nach 1938, Walther-Denkmal nach seiner Umsetzung vermutlich außerhalb des BA, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 275: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 274, Blick nach Südosten, Fotografie, Verfasser. Abb. 276: 1949, Haus R mit unterbrochener östlicher Allee rechts im Bild, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hp_0023871_012. Abb. 277: 1949/1950, Mittelparterre nach der Entfernung der Fliederbäumchen; rechts im Bild langgestreckte Bänke, Blick nach Süden, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 278: 1952, 18. Mai, westliches Wasserbecken mit hohem Springstahl und noch vorhandenen Streifenbeeten; im Hintergrund langgestreckter Barackenbau, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 279: 1952, 18. September, östliches Wasserbecken mit hohem Springstrahl, Blick nach Südosten, Fotografie, schwarz- weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 280: 1952, Mittelachse mit Blick nach Norden zum ehemaligen Palais, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 281: 1952, 18. September, Rondell mit Sitznische östlich der heutigen Prunkvase, hier ohne Denkmal, Blick nach Westen, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 282: 1956, Mittelachse mit Blick nach Norden zum Haus A/ehemaliges Palais; entlang der Mittelachse Leuchten mit eichelförmigem Schirm, Fotografie, schwarz-weiß, Gimmler 1956, S. 36. Abb. 283: Zwischen 1970 und 1976, westliches Wasserbecken mit Seerosen und farnbepflanzten Inseln, Blick nach Nordosten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 284: Zwischen 1970 und 1976, Blick zum ehemaligen Palais und hoch aufgewachsenen Blau-Fichten westlich davon, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 285: Zwischen 1970 und 1976, Blick nach Südosten zum ehemaligen Haus B und Haus N im Hintergrund, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 286: 1978, Mittelachse ohne Denkmal im Rondell, Leuchten westlich der Mittelachse mit zylinderförmigem Lampenschirm, Blick nach Norden, LfD Sa, Bildarchiv. Abb. 287: Zwischen 1970 und 1976, Bauarbeiten zur vermutlich Medienverlegung im Mittelpark, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 288: Zwischen 1970 und 1976, Bauarbeiten im Mittelpark, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 289: 1982, Vorplatz von Haus A-Mitte mit hoch aufgewachsenen Blau-Fichten und Parkplätzen auf dem westlichen Vorplatz, Blick nach Norden, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_mbs_0082044_018. Abb. 290: 1982, Vorplatz von Haus A-Mitte ohne Streifenbeete, Blick nach Norden, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_mbs_ 0082044_017. Abb. 291: 1991, Mittelachse im Frühjahrszustand noch ohne Wechselflor, Blick nach Nordosten, Fotografie, SKDF
148 10 Verzeichnisse 10.2 Abbildungsverzeichnis
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Bauarchiv, Ordner 16. Abb. 292: 1991, östlicher Weg parallel zur Lindenreihe, Blick nach Nordosten, Fotografie, SKDF Bauarchiv, Ordner 16. Abb. 293: 1991, südlicher Querweg, Blick nach Osten, Fotografie, SKDF Bauarchiv, Ordner 16. Abb. 294: 1991, Blick vom ehemaligen Schwesternwohnheim auf den Mittelpark, Blick nach Nordosten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0412039. Abb. 295: 1991, Blick vom ehemaligen Schwesternwohnheim auf den Mittelpark mit dem südlichen Querweg, Blick nach Osten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0412045. Abb. 296: 1991, Blick vom ehemaligen Schwesternwohnheim auf Haus R und den Mittelpark, Blick nach Osten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0412042. Abb. 297: 1991, nördlicher Querweg, Blick nach Osten, Fotografie, SKDF Bauarchiv, Ordner 16. Abb. 298: 1991, Mittelachse mit großformatigen Sandsteinplatten, Blick nach Süden, Fotografie, SKDF Bauarchiv, Ordner 16. Abb. 299: 1992, ehemaliges Palais/heutiges Haus A, Blick nach Nordosten, Fotografie, DF: df_ld_0004635. Abb. 300: 1999, ehemaliges Palais/heutiges Haus A mit Wechselflor und vermutlich Buchssträuchern (Buxus), Blick nach Nordosten, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 301: 1999, Mittelachse, Blick nach Süden, KNÖFEL 1999, Abb. 94. Abb. 302: 1999, westlicher Vorplatz von Haus A mit Staudenbeet, Blaufichten und einer mittigen Blütenkirsche (vermutlich Nachpflanzung), Blick nach Norden, KNÖFEL 1999, Abb. 90. Abb. 303: 1999, östliches Wasserbecken mit Springstrahl, Wasserspeier und farnbewachsenen Inseln; im Hintergrund langgestreckte Sitzbänke, Blick nach Südosten, KNÖFEL 1999, Abb. 98. Abb. 304: 1999, westliches Wasserbecken, Blick nach Südwesten, KNÖFEL 1999, Abb. 99. Abb. 305: 1999, bepflanztes Rondell ohne Kunstausstattung, Blick nach Nordosten, KNÖFEL 1999, Abb. 95. Abb. 306: 2002, Weißeritzhochwasser im Mittelpark, Blick nach Südwesten, SKDF, Kulturmanagement, Sabine Hunger. Abb. 307: 1754, Entwurfszeichnung der Orangerie von Krubsacius, nicht ausgeführt, Tuschefederzeichnung, Friedrich August Krubsacius im Auftrag von Brühl, DF: df_hk_0123531. Abb. 308: 1904, Luftbude der Frauen aus Holz südlich der Orangerie, Blick nach Südosten, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 309: 2025, Juli, Vergleichsbild zur historischen Abb. 313, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 310: 1907, Orangerie mit südlich gelegenen geschwungenen Pflanzflächen, Blick nach Nordwesten, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 311: 1909, Winzerbrunnen mit schmuckvollem Geländer und Hinterpflanzung aus Gehölzen, Blick nach Süden, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 312: 2025, Juli, Vergleichsbild zu historischen Abb. 316, Blick nach Norden, Fotografie, Verfasser. Abb. 313: 1912, Haupteingang der Orangerie mit Beschriftung des Richard-Wagner-Zimmers; entlang des Weges vermutlich Pflanzschalen, Blick nach Norden, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 314: 1913, südliche Fassade der ehemaligen Orangerie mit einem Spitzahorn am Haupteingang, Blick nach Westen, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 315: Um 1920, Winzerbrunnen mit Geländer und Gehölzen im Hintergrund, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 316: 1931, Terrassierung mit Metallgeländer und Sonnenschirmen entlang der Südfassade der ehemaligen Orangerie, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 317: 1932, ehemalige Orangerie mit Terrassierung; westlicher Nebeneingang mit Zugang zum Keller, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0009998. Abb. 318: Aufnahmedatum unbekannt, um 1938, Liegeterrassen südlich der ehemaligen Orangerie mit parallel verlaufendem breiten, wassergebundenen Weg, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, KNÖFEL 1999, Abb. 68. Abb. 319: 1940, Winzerbrunnen ohne Geländer und mit junger Strauchpflanzung, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 320: 1941, Orangerieparterre südlich der Orangerie mit Solitären auf Rasenflächen und Strauchpflanzungen, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 321: 2025, Juli, Vergleichsbild zu historischer Abb. 326, Blick nach Nordwesten, Fotografie, Verfasser. Abb. 323: vor 1945 (wahrscheinlich vor 1940), Winzerbrunnen mit Geländer, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0401009. Abb. 324: 1958, Winzerbrunnen ohne Geländer, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0137894. Abb. 325: 1965, Rekonstruktionszeichnung der ehemaligen Orangerie (gebaut um 1754), Tuschezeichnung, schwarz-weiß, DF: df_hk_0162019. Abb. 326: 1990, Haupteingang der ehemaligen Orangerie mit betoniertem, asymmetrischem Vorplatz und flankierenden Fliederbäumen, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_mbs_0090091_015. Abb. 327: 1999, Rasenfläche und Terrassen mit Pflanzkübeln südlich der ehemaligen Orangerie vor den Umgestaltungsmaßnahmen, KNÖFEL 1999, Abb. 91.
10 Verzeichnisse 149 10.2 Abbildungsverzeichnis
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Abb. 328: 1999, Vorplatz des Haupteingangs der ehemaligen Orangerie mit neu gepflanzten Fliederbäumchen, KNÖFEL 1999, Abb. 92. Abb. 329: 1934, Wellblechbaracken O und N, Standort ehemals im heutigen Rosengarten; im Hintergrund Lindenallee des südlichen Querwegs, Blick nach Nordwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 330: 1938, 29. April, Blick vom Innenhof von Haus P über den Rosengarten zu Haus R, Blick nach Nordwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 331: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer vgl. S. 393, Blick nach Westen, Fotografie, Verfasser. Abb. 332: 1938, 29. April, Gehölzfläche westlich des Rosengartens mit Baubüro (Baracke in Bildmitte); im Hintergrund Haus S und Haus N, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 333: 1938, Juli, Rosengarten mit Haus R im Hintergrund, Blick nach Nordwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 334: 1903, Einzelhaus B (heute Standort von Haus C) mit Lindenbäumen (vermutlich Allee) und gepflastertem Weg, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 335: 1909, Einzelhaus B mit Linden und Sitzbank auf wassergebundener Platzfläche, Kolorierte Fotografie, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 336: 2025, April, Vergleichsbild zu historischer Abb. 344, Blick nach Süden, Fotografie, Verfasser. Abb. 337: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 349, Blick nach Süden, Fotografie, Verfasser. Abb. 338: 1914, Haus N und südlicher Abschluss des Mittelparterres, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 339: 1916, Haus B mit Linden am Standort des heutigen Vorplatzes von Haus C, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 340: Um 1948, Wiesenflächen nördlich von Haus N mit Haus B im Hintergrund, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hp_ 0023924_006. Abb. 341: Vor 1949, Westfassade von Haus S mit Fortführung der östlichen Lindenallee, Blick nach Süden, Kaiser 1949, S. 30. Abb. 342: Zwischen 1970 und 1976, Wegebau nördlich des ehemaligen Hauses B, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 343: 1982, Haus N; rechts im Bild parkende Autos im Mittelparterre, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_mbs_0082044_024. Abb. 344: Zwischen 1970 und 1976, Bauarbeiten vermutlich nordwestlich von Haus C; im Hintergrund ist ein Ginkgo erkennbar, Blick vermutlich nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hpm_0010712_002. Abb. 345: 1899, Haus U mit Prunkvase ohne Henkel auf dem Vorplatz der Haupteinfahrt, Blick nach Nordwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_gla_pg-p_0000123. Abb. 346: 1906, Haus U, ehemalige Parentationshalle und Mauer mit Tor an der Stelle der heutigen Hauptzufahrt, Fotografie, schwarz-weiß, Postkarte, online unter: www.altesdresden.de. Abb. 347: 2025, Mai, Vergleichsbild zu historischer Abb. 356, Blick nach Westen, Fotografie, Verfasser. Abb. 348: 1992, Haus U mit gepflastertem Vorplatz, Blick nach Westen, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0413776. Abb. 349: 1936, Haupteinfahrt mit neu gestaltetem Tor, Blick nach Süden, Fotografie, schwarz-weiß, DD ASPM, Fotostelle. Abb. 350: 1990, Haupteinfahrt mit Vorplatz; im Hintergrund flacher Barackenbau am Übergang zum Mittelpark, Blick nach Osten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_mbs_0090091_009. Abb. 351: 1992, Haupteinfahrt und Haus U, Blick nach Südwesten, Fotografie, schwarz-weiß, DF: df_hk_0413777. Abb. 352: 2002, Weißeritzhochwasser in der Haupteinfahrt, Blick nach Süden, SKDF BA, Ordner 16. Abb. 353: Denkmalkarte Sachsen, Auszug Friedrichstädter Krankenhauspark als Gartendenkmal mit (Einzel-)Denkmalen innerhalb einer Sachgemeinschaft, LfD Sachsen, Denkmalkarte, online unter: www.denkmalliste.denkmalpflege.sachsen. de/Gast/Denkmalkarte_Sachsen.de, Zugriff 1.09.2024. Abb. 354: Präferenzszenario des Zukunftsplans bis 2035 des Friedrichstädter Krankenhauses, https://www.dresden.de/ media/pdf/wirtschaft/vergabekonferenz/B.Tschuck_Staedtisches-Klinikum-DD_Vortrag-Vergabekonferenz-2025_ geplante-Vergabe-des-SKDD.pdf, Zugriff 1.07.2025.
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
10.3 Verzeichnis der Luftbilder
Luftbild 1: 1924, Dresden-Friedrichstadt, Blick nach Nordwesten – Schrägbildaufnahme, schwarz-weiß, Walter Hahn, Ausschnitt, Deutsche Fotothek, 70038756. Luftbild 2: 1924, Krankenhauspark Dresden-Friedrichstadt, Blick nach Westen – Schrägbildaufnahme, schwarz-weiß, Walter Hahn, Ausschnitt, Deutsche Fotothek, 32021893. Luftbild 3: 1945, 16. Februar, Krankenhausgelände, Blick nach Südwesten – Luftkriegsschule 1 Dresden, Ausschnitt, Stadtarchiv Dresden, 17.2.4-F 036. Luftbild 4: 1945. 24. März, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Dr. Carls Luftbilddatenbank, Ausschnitt, Bild-Nr. 3073. Luftbild 5: 1953, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, Themenstadtplan, Orthophotos. Luftbild 6: 1961, 18. Juni, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Bundesarchiv: Luftbildaufnahmen der DDR, Bild 180-44-61-00062, M 1:4500. Luftbild 7: 1973, 23. August, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Bundesarchiv: Luftbildaufnahmen der DDR, Bild 180-C-253630-73- 00309, M 1:12700. Luftbild 8: 1974, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Bundesarchiv: Luftbildaufnahmen der DDR, Bild 180-C-253725-74-00757, M 1:12700. Luftbild 9: 1987, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, ASPM, Bildstelle, PE3159-3, Bild 88. Luftbild 10: 1988, Sommer, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, ASPM, Bildstelle, PE3159, Bild 19. Luftbild 11: 1988, Winter, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, ASPM, Bildstelle, PE3159, Bild 05. Luftbild 12: 1995, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, Städtisches Vermessungsamt: Luftbildaufnahme. Luftbild 13: 1997, 07. Juni, Schrägbildaufnahme Krankenhaus Dresden Friedrichstadt, Blick nach Nordosten – Schrägbildaufnahme, Otto, Gerhard, DF: df_hk_0759732. Luftbild 14: 1999, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Landeshauptstadt Dresden, Themenstadtplan, Orthophotos. Luftbild 15: 2022, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt, Blick von Süden – Schrägbildaufnahme, Grahn, Robert, Euroluftbild, Bild-Nr. 577750. Luftbild 16: 2024, Krankenhaus Dresden Friedrichstadt – Google Maps, Airbus, GeoBasis-DE/BKG.
10.4 Verzeichnis der Karten
Karte 1: 1670, Planskizze für Umgestaltungen von Neustadt-Ostra – Krause 2019, S. 56. Karte 2: 1729, 28. November, Bebauungsplan von Neu-Stadt Ostra (Friedrichstadt) – HStA DD: 12884 Karten und Risse, Rissschrank IX, Fach 4, Nr. 46. Karte 3: Um 1740, Bestandsplan der Gartenanlage – Plan der Gartenanlage, Ausschnitt, StA DD: Ratsarchiv B XII 123, S. 33, o. J., um 1840. Karte 4: 1746, Entwurfsplan des Wasserparterres während des Scheibenschießens, gebaut im Jahr 1753 – LfD Sa, Plansammlung, M14 la Bl. 22. Karte 5: 1779, Plan der Friedrichstadt – Aquarellierte Zeichnung, Ausschnitt, Dubbers; Riedel 2013, S. 21. Karte 6: Um 1790, Plan der Friedrichstadt – HStA DD: 12884 Karten und Risse, 0000272. Karte 7: Zwischen 1800 und 1815, Gartenplan Marcolinis „Gräfl. Marcolinischer Garten jetzt Stadtkrankenhaus gehörig zu Anfangs des 19. Jahrhunderts, Friedrichstraße in Friedrichstadt zu Dresden“ – Tuschezeichnung, schwarz-weiß, Ausschnitt, DF: df_hk_0113069. Karte 8: 1812, Gräflich Marcolinischer Garten – HStA DD: 12884 Karten und Risse, 0000271. Karte 9: Um 1827, Bestandsplan des Marcolinischen Gartens – Kolorierte Lithographie, Ausschnitt, DF: df_dk_0004763. Karte 10: 1832, Bestandsplan des Marcolinischen Gartens – Lithographie, Ausschnitt, DF: df_dk_70301985. Karte 11: Um 1830–1835, Gesamtplan des Marcolinischen Gartens – Lithographie, Ausschnitt, StA DD: Akte 212-BXII 121. Karte 12: 1837, Bestandsplan mit Wohngarten im ehemaligen Orangerieparterre – Lithografie, Ausschnitt, LfD Sa Plansammlung: 1504/1969; M73 d, Bl. 3. Karte 13: 1840, Bestandsplan „Werner’s Garten“ – Kolorierte Lithografie, Ausschnitt, LfD Sa Plansammlung: M 20 CV Bl 17. Karte 14: 1845, Stadtplan Dresden Friedrichstadt – Ausschnitt, Richter 1839, S. 35. Karte 15: Vor 1846, Plan der Gartenanlage – Tuschezeichnung, Ausschnitt, StA DD: Ratsarchiv, Akte 2.1.2, Sig. B XII 121. Karte 16: 1866, Plan von Dresden – Tuschezeichnung, Ausschnitt, hrsg. von der Königl. Polizei Direction zu Dresden; bearb. und gez. von Behrisch; gest. v. Julius Keyl, Blochmann 1866. Karte 17: 1869, Entwurfsplan von Stadtbaudirektor Theodor Friedrich zum Ausbau des Stadtkrankenhauses Dresden-Friedrichstadt; weitgehend realisiert (vgl. Karte 58) – Holzschnitt, Bürkner, Ausschnitt, in: Bechter 1999, S. 84. Karte 18: 1899, Bestandsplan „Lageplan des Friedrichstädter Stadtkrankenhauses zu Dresden. Nach dem Stande vom 1. August 1899.“ – Vermessungsamt Dresden, Gerke, Ausschnitt, in: Fiedler 1899.
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
Karte 19: 1911, Plan von Dresden, Löbtau, Friedrichstadt – Vermessungsamt Dresden, Blatt 8, Ausschnitt, DF: df_dk_0000054_008. Karte 20: 1912, Lageplan Stadtkrankenhaus Friedrichstadt – Vermessungsamt Dresden, in: Erlwein 1912 (zur 86. Ratsdrucksache). Karte 21: Datiert auf vor 1937 (wahrscheinlich vor 1925), Entwurfsplan, weitgehend umgesetzt (vgl. Karte 62) – Vermessungsamt Dresden, Herrmann, Blatt 8, Aifö-1938, Ausschnitt, DF: df_dk_0000054_008. Karte 22: 1937, Bestandsplan – Ausschnitt, DD ASPM, Fotostelle. Karte 23: Datiert auf 1944, Stadtkrankenhaus Friedrichstadt (zeigt das Mittelparterre im Zustand von um 1937; der Rosengarten ist bereits angelegt) – Ausschnitt, Kaiser 1944. Karte 24: 1945, Schadensplan (Plangrundlage zeigt Zustand von vor 1937); Legende: schwarz – total zerstört; blau – schwer beschädigt; grün – mittelschwer beschädigt; rot – leicht beschädigt – Stadtbauamt Dresden, Ausschnitt, DF: df_stad_0000007_ 0008. Karte 25: Datiert auf 1949, Plan Krankenhaus Dresden Friedrichstadt (Plan zeigt jedoch den Park von vor 1938 noch ohne die bis dahin umgesetzten Umgestaltungen) – Baupläne medizinischer Einrichtungen der Stadt Dresden zwischen 1945 und 1950, Ausschnitt, StA DD: 4.1.12-39. Karte 26: 1966, Bestandsplan Bezirkskrankenhaus Dresden-Friedrichstadt – LfD Sa, Plansammlung, Pläne 20. Jh, Ausschnitt. Karte 27: 1982, Gehölzaufnahme Krankenhauspark Dresden-Friedrichstadt – TU Dresden, Petters, Timm, Ausschnitt, SKDF BA. Karte 28: 1994, Stadtplan Dresden – Landeshauptstadt Dresden, Ausschnitt, online unter: www.themenstadtplan.dresden.de. Karte 29: 1996, Bestandsplan Rosengarten und Orangerieparterre – Ausschnitt, SKDF BA. Karte 30: 1999, Bestandsplan Krankenhauspark Dresden-Friedrichstadt – Knöfel 1999, Blatt 9a, Ausschnitt.
152 10 Verzeichnisse 10.4 Verzeichnis der Karten
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DENKMALPFLEGERISCHE ZIELPLANUNG - SKDF MITTELPARK
10.5 Literaturverzeichnis • AUTOR UNBEKANNT: Marcolinipalais Stadtkrankenhaus Dresden-Friedrichstadt, ein interessantes Kapitel aus der Geschichte Dresdens, 1959. • BECHTER, Barbara: „Der Gräflich Brühlsche Garten zu Friedrichstadt, In: Stadtmuseum Dresden (Hrg.): Dresdner Geschichtsbuch, 1999. • BECHTER, Barbara: Der Brühlsche Garten in Dresden-Friedrichstadt, in: Die Gartenkunst, Nr. 1, 2007. • BERGANDER, Götz: Dresden im Luftkrieg, 1994. • BLANCKMEISTER, Franz: Geschichte des Stadtkrankenhauses in Dresden 1568- 1896, 1896. • DASSDORF, Carl Wilhelm: Beschreibung der vorzüglichen Merkwürdigkeiten der churfürstlichen Residenzstadt Dresden und seiner umliegenden Gegenden, 1782. • (DD SPA) Landeshauptstadt Dresden, Stadtplanungsamt (Hrg.): Historische Friedrichstadt, Städtische Vielfalt in Bewegung, Dresden, 2012. • Dezallier d’Argenville, Antoine Joseph: La Théorie Et La Pratique Du Jardinage: Où L'On Traite A Fond Des Beaux Jardins apellés communément Les Jardins De Propreté ... Contenant Plusieurs Plans Et Dispositions générales de Jardins [...], 1709. • DRESDNER GESCHICHTSVEREIN: Grosses Ostragehege/Friedrichstadt, 1996. • DUBBERS, Annette; Riedel, Erich: Die Friedrichstadt, aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils, 2013. • ERLWEIN, Hans: Vortrag über den Umbau des Krankenhauses Friedrichstadt, 1912. • FIEDLER, Alfred; Rat Dresdens (Hrg.): Zur Geschichte des Stadtkrankenhauses in Friedrichstadt, In: Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Stadtkrankenhauses zu Dresden-Friedrichstadt, Teil I, 1899. • FIEDLER, Alfred: Zur Geschichte des Kurländischen Palais und des Marcolinischen Palais, 1913. • FROMME, Albert, 100 Jahre Friedrichstädter Krankenhaus: seine Entwicklung und wissenschaftliche Bedeutung, 1950. • FRIEDRICH, Th. Die Pavillonbauten im Stadtkrankenhause zu Dresden, 1872. • GIMMLER, Werner: Das Gesundheitswesen im Wandel der Zeit von 1206 bis 1956 mit einer Chronik des Stadtkrankenhauses Dresden-Friedrichstadt, 1956. • FRIEDRICH, Theodor: Stadtkrankenhaus in baulicher Hinsicht, In: Sanitäre Verhältnisse und Einrichtungen Dresdens. Festschrift zur 6. Versammlung des Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, Dresden 1878. • GAUTSCH, K.: Die Gründung und Entstehung von Friedrichstadt nach Urkunden und archivalischen Quellen zur Feier des 200-jährigen Stadtjubiläums am 25. Juli 1870, Dresden 1870. • GROSS, Carl-Maria; RIEDEL, Erich: Die Dresdner Friedrichstadt auf alten Ansichtskarten, 2014. • GURLITT, Cornelius: Stadt Dresden Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Bd. 21/23, 1903. • HENSCHEL, Walter; MAY, Walter: Johann Christoph Knöffel - Der Architekt des sächsischen Rokokos, In: Abhandlungen der sächsischen Akademie der Wissenschaft zu Leipzig, Heft 1, 1973. • HAHN, Walter: Über den Dächern von Dresden: Luftbildfotografien 1919-1943, 2008. • HANSMANN, Wilfried: Gartenkunst der Renaissance und des Barock, 1983. • HANSMANN, Wilfried: Das Gartenparterre, Gestaltund und Sinngehalt nach Ansichten, Plänen und Schriften aus sechs Jahrhunderten, 2009. • HASCHE, Johann Christian: Umständliche Beschreibung Dresdens mit allen seinen äußeren und inneren Merwürdigkeiten, Bd 1, 1781. • HENTSCHEL, W.: Die ältere Baugeschichte des Marcolini-Palais. Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden 14, 1956. • HUNGER, Sabine; Direktorium des Klinikums Dresden-Friedrichstadt (Hrg.):
10 Verzeichnisse 153 10.5 Literaturverzeichnis
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Flutspiegel: Neptun versuchte Machtübernahme, Klinikum zweimal Opfer der Flut, Gedanken und Bilder, 2002. • HOFERT, Gerhard, Dresden-Friedrichstadt, Marcolinipalais: Versuch einer Rekonstruktion der Orangerie, 1965. •(IG) Interessengemeinschaft Historische Friedrichstadt: Dresden-Friedrichstadt, eine faszinierende Zeitreise in Bildern, 2018. • JUNG, Cornelia: 150 JAHRE GESCHICHTE DER MEDIZINISCHEN KLINIK AM STADTKRANKENHAUS DRESDEN-FRIEDRICHSTADT, 2005. • KAISER, Gottfried: Festschrift zur 100-Jahr-Feier des Stadtkrankenhauses zu Dresden-Friedrichstadt, Eine Darstellung der Entwicklung der Krankenanstalt von 1568 bis zur Gegenwart, 1949. • KOCH, Hugo: Sächsische Gartenkunst, Dissertation, 1909. • KRÜNITZ, D. Johann Georg: Oeconomische Encyklopädie, oder allgemeines System der Land-Haus und Staats-Wirthschaft in alphabetischer Ordnung, Band 16, 1779. • KINDERMANN, Nora: Park- und Gartenführer Dresden, Von Alaunpark bis Zwingergarten, 1. Auflage, 2012. • KRANKENHAUS DRESDEN-FRIEDRICHSTADT: Klinikspiegel, Aufl. 1, 1999. • KRANKENHAUS DRESDEN-FRIEDRICHSTADT: Klinikspiegel, Aufl. 1, 2010. • KRANKENHAUS DRESDEN-FRIEDRICHSTADT: Moderne Medizin in historischem Ambiente, 150 Jahre Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, 1999. • KRAUSE, Bruno: Die geschichtliche Entwicklung der …[…] Residenzstadt Dresden […] mit Illustrationen, ect.; Neustadt Ostra eine deutsche Stadt, Band 2, 2019. • KRUBSACIUS, Friedrich August: Artikel Wasserstück, 1760. • KUNZE, Eileen: Ein Palais erzählt, das Marcolini-Palais und Friedrichstadt, ein Stück europäischer Geschichte, 1999. • KUNZE, Peter; Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt (Hrg.): Vom Adelspalais zum Städtischen Klinikum, Geschichte des Krankenhauses Dresden- Friedrichstadt, Dresden 1999. • KUNZE, Peter: Zur Geschichte des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt, Ärzteblatt Sachsen, 1992. • KUNZE, Peter: 130 Jahre Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt: eine Entwicklung vom Lustschloss zum Bezirkskrankenhaus, 1981. •LUFFT, Julius, Das Königliche Krankenstift zu Dresden-Friedrichstadt, 1747-1897, in: Denkschrift zur Hundertfünfzig-jährigen Jubelfeier des Krankenstifts nach Urkunden und Archivalien bearbeitet, 1897. • NITZSCHKE, Kathrin; KOCH, Lothar: Dresden: Stadt der Fürsten, Stadt der Künstler, 1991. • RICHTER, Otto: Atlas zur Geschichte Dresden: Pläne und Ansichten der Stadt aus den Jahren 1521-1898; mit einem Abriss der geschichtlichen Ortskunde von Dresden, 1898. • STADTKRANKENHAUS DRESDEN FRIEDRICHSTADT: Mittheilungen aus dem Stadtkrankenhause zu Dresden mit besonderer Berücksichtigung der Jahr 1871, 1872, 1873; 1874. • STADTKRANKENHAUS DRESDEN FRIEDRICHSTADT: Regulativ für das Stadt- Krankenhaus zu Dresden, 1852,1854, 1855. • STADTKRANKENHAUS DRESDEN FRIEDRICHSTADT: 100 Jahre HNO-Klinik (1904- 2004), 2004. • TRAUTMANN, Otto: Das Ostra-Vorwerk; Zeitbilder aus sieben Jahrhunderten, Dresden, 1918. • KLEMM, Eckart; KOCH, André; HUNGER, Sabine; VEREIN DER FREUNDE DES KRANKENHAUSES DRESDEN-FRIEDRICHSTADT (Hrg.): ... ich war 14 Tage lang geistig minderwertig, Ansichtskarten erzählen Krankenhausgeschichte, 2009. • WILLMANN, Lothar: Dresden, Zeithistorische Luftbilder, 1998
154 10 Verzeichnisse 10.5 Literaturverzeichnis
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10.6 Zeitschriften, Zeitungsartikel, Sonstiges • KUNZE, Peter: Das Friedrichstädter Krankenhaus, In: Dresdner Heft 47, 1996. • DRESDNER STADTANZEIGER, 19.05.1878. • DRESDNER ANZEIGER AUSGABE 196, 1926. • MÖLLER, S.: Bauen im historischen Umfeld: Städtisches Klinikum Dresden- Friedrichstadt, in: Bauen, Wohnen, Freizeit 1997.
10.7 Verzeichnis der Gutachten, Protokolle, Rechtsquellen, Richtlinien und Normen und unveröffentlichte Literatur • FISCHER, GÜNTER; VEB Denkmalpflege Dresden (Hrg): Denkmalpflegezielstellung Bezirkskrankenhaus Dresden-Friedrichstadt (ehem. Marcolini-Palais, Neptunbrun- nen, Krankenhausgelände und Parkanlage), 1984 • KNÖFEL, Sabine: Vom Palaisgarten zum Krankenhausfreiraum; die Außenanlagen des Krankenhauses Dresden Friedrichstadt, Diplomarbeit, Institut für Landschaftsarchitektur, 1999. • RUDERT, Konstanze: Lorenzo Mattielli in seiner Dresdner Zeit (1738-1748), Dissertaton an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden, 1994. • UNGER, Heike: Sachverständigengutachten, SKDF - Mittelpark, Wasserbecken, 20.05.2025. • FLECKENSTEIN, C., KIRK, L., DEVISHI, V., RAHMAN, M. A., PAULEIT, S., RÖTZER, T. und LUDWIG , F. : Leitfaden für Bäume in Pflanzgefäßen. Handlungsempfehlungen aus dem Projekt Bäume in Pflanzgefäßen als stadtklimatisch wirksame Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel. Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung, 2024. • Denkmalpflerisches Zielkonzept Friedrichstädter Gärten, 1996.
10.8 Archive und Datenbanken • (DBA) Digitales Bildarchiv des Bundesarchivs • DDR-BILDARCHIV • (DDB) Deutsche Digitale Bibliothek • (DDK) Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg • (DF) Deutsche Fotothek • Dr. Carls Luftbilddatenbank • (IFL) Leibnitz-Institut für Länderkunde • (LAV NRW) Landesarchiv NRW - Luftbilddatenbank • (LFD Sa) Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung: LfD Sa: Tuschezeichnung, M14 la Bl. 4, 22. LfD Sa: Lithografie, Stadtpläne Friedrichstadt, 1504/1969; M73 d, Bl. 3. LfD Sa: Kolorierte Lithografie, Stadtplan, LfD Sa: M 20 CV Bl 17. LfD Sa: Kolorierte Tuschezeichnung,Kursächsisches Oberbauamt, M23 E Bl. 6. LfD Sa: Kolorierte Tuschezeichnung, Kursächsisches Oberbauamt, MM C Bl. 23. • (LFD Sa) Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Bildarchiv • (SLUB) Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek: SLUB: hrsg. von der Königl. Polizei Direction zu Dresden. Bearb. und gez. von Behrisch. Gest. v. Julius Keyl, Blochmann 1866. • (HStA DD) Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden: HStA DD: 10047 Amt Dresden Nr. 1906: Acta Judicilia Den zwischen Herrn Peter Friedrich Freyherrn von Hohenthal Churfürstl. Sächß. Hoff ind Justitien-Rath und denen Reichsgräflich Brühlischen Erben über die in Friedrichstadt gelegene Brühlische Menagerie samt Zubehör geschlossenen KaufContract auch deßen Confirmation samt was dem mehr anhängig, ingleichen Die fernere Verkaufung der zum Garthen gehörigen Grundstücke betr. Anno 1773. HstA DD: 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 1402, Brief Nr. 46, 17.07.1748.
10 Verzeichnisse 155 10.6 Zeitschriften, Zeitungsartikel, Sonstiges
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HstA DD: 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 14, 02/04, 04.03.1754. HstA DD: 10026 Geheimes Kabinett, Loc. 14, 02/04,Juli und August 1754. HstA DD: 10026 Geheimes Kabinett, Lec. 1402/07, November 1756. HstA DD: 10026 Geheimes Kabinett, Lec. 1402/11, fol. 65, November 1756. HStA DD: 12884 Karten und Risse, Rissschrank IX, Fach 4, Nr. 46. HstA DD: 12884 Karten und Risse, 0000271. • SKDF BAUARCHIV: Bestands- und Planungsunterlagen Freianlagen- Flächen am haus A, Fischteiche, Unterlagen von herrn Bartels, Ordner 6, 1992. Ausführungsplanung Planungsbüro Dr. Rank, Dresden, 1992. Baumbesichtigung durch Gartenbauingeneeur Rudolf Schröder, 17.02.1992. • SKDF Kulturmanagement: Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sabine Hunger. • (StA DD) Stadtarchiv Dresden: StA DD: Akte 2.1.2, Sig. B, Nr. 343: Unterhaltung der Gartenanlagen des Stadtkrankenhaus Friedrichstadt betreffend, ab 1887. StA DD: Akte 2.1.2, Sig. B XII 121. StA DD: Akte 106, Sig. 2.3.24: Anlegung von Spielplätzen in Krankenanstalten, 1908. STA DD: Ratsarchiv b XII 123, S. 33, o. J., vor 1846. StA DD: Akte 212-BXII 121. StA DD: 4.1.12-39, Baupläne medizinischer Einrichtungen der Stadt Dresden zwischen 1945 und 1950. • Städtische Galerie Dresden • (DD TU) TU-Dresden Archiv der Technischen Universität Dresden • (DD SPA) Amt für Stadtplanung und Mobilität Dresden, Bildstelle. • Sammlung des Vereins Freunde des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt, Frau Hunger.
10.9 Mündliche und schriftliche Auskünfte • SKDF, Kulturmanagement, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sabine Hunger, 17.07.2025. • SKDF, Gärtnerin Franziska Schmidt, 24.06.2025. • LfD, Sachbearbeiterin Gartendenkmalpflege, Henrike Schwarz, 12.09.2025.
156 10 Verzeichnisse 10.9 Mündliche und schriftliche Auskünfte