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5 DARSTELLUNG, WERTUNG UND ZEITLICHE EINORDNUNG DES BESTANDES
Im Folgenden wird der Bestand des Bearbeitungsgebiets beschrieben. Die Bestandsaufnahme erfolgte zwischen August 2024 und Mai 2025 unter Einbeziehung unterschiedlicher Tages- und Jahreszeiten, um ein möglichst umfassendes Bild der örtlichen Gegebenheiten zu erhalten.174 Eine Fotodokumentation erfasst sowohl die Raumeindrücke und Hauptelemente (vgl. S. 173) als auch Materialien und Ausstattungen (vgl. S. 217). Eine Wertung aus denkmalpflegerischer Sicht wird in eckigen Klammern mit einem Plus [+] für eine positive und einem Minus [—] für eine negative Wertung ausgesprochen.
5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
Das Projektgebiet umfasst bzw. tangiert folgende Gebäude auf dem Gelände des SKDF: Haus A, B, C, H, K, N, R, U und W, wovon sechs denkmalgeschützt sind, vgl. Abb. 7.175
Abb. 7: Gebäudebestand des Friedrichstädter Krankenhauses mit Bearbeitungsgrenze in Blau und denkmalgeschützten Gebäuden in Rot Verfasser LA, 2025.
Das zweigeschossige Haus A-Mitte geht auf ein barockes Gartenpalais von 1729 zurück, das durch den Architekten Johann Christoph Naumann176 errichtet wurde. Mit seinen Seitenbauten bildet es einen ca. 200 m langen,
174 Als problematisch stellte sich heraus, dass es, abgesehen von einer Diplomarbeit von 1999, keine aktuelle Betrachtung des Gesamtensembles gibt und das BA nur einen Teilbereich dessen abdeckt. Raumbezüge konnten daher nicht vollständig untersucht werden. 175 Auszüge aus dem Zukunftskonzept des SKDF hinsichtlich Sanierung und Neubau von Gebäuden, vgl. S. 478. 176 Weitere Informationen zuNaumann, vgl. S. 460.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 57 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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geschlossenen Baukörper südlich der Friedrichstraße und ist vollständig denkmalgeschützt. Es erfuhr unter Heinrich von Brühl177 (1736–1740, Architekt Johann Christoph Knöffel178) eine erste wesentliche Erweiterung des Ehrenhofs und wurde 1774 unter Marcolini179 durch Schade180 und Kuntsch181 erneut baulich verändert. Aus jener Zeit stammt ein Großteil des umfangreichen bauplastischen Schmucks und der bis heute erhaltene Ehrenhof mit einfacher Lisenenarchitektur und glatten Fenstergewänden.182 [+] Der Ehrenhof wird von drei Seiten durch das Gebäude A umschlossen und besitzt seit 1937 eine zur Friedrichstraße geöffnete Front. [+] Heute befinden sich im Erdgeschoss unter anderem die Patientenaufnahme, das Institut für Klinische Chemie und Labormedizin sowie mehrere medizinische Praxen. 1835 erfolgte der Umbau der Orangerie (Haus A-Ost) zu herrschaftlichen Wohnungen. Seit 1849 dient das Gebäude dem Krankenhausbetrieb und erhielt vor 1931 eine Terrasse entlang fast der gesamten Südseite, vgl. S. 207. Am Vorplatz des Mitteleingangs zur ehemaligen Orangerie herrscht heute reger Lieferbetrieb für den Krankenhausalltag. Im Gebäudeflügel Haus A-West ist seit 2011 eine Patienten- und Mitarbeiterbibliothek eingerichtet. In der oberen Etage sind Verwaltungsbereiche, das Finanz- und Rechnungswesen, die Krankenhaushygiene sowie weitere fachärztliche Abteilungen untergebracht. Das Gebäude A steht nach wie vor in engem Bezug zum Gartenraum. [+] Lediglich im Bereich der Hauptzufahrt im Nordwesten korrespondiert Architektur und Freifläche in sehr geringem Maße. [—] Am Haus A-West befindet sich an der Hauptzufahrt ein zwischen 1945 und 1966 angebautes Pförtnerhäuschen. Es wurde in jüngerer Vergangenheit saniert und ist in der Denkmalkarte nicht als denkmalgeschützt ausgewiesen.183 Jenes bietet mit einem Vordach den Fußgängern ein Passieren und Orientieren im Trockenen. Die Schrankensteuerung des Pförtners trägt maßgeblich zu einer Reduzierung des Fahrverkehrs im Krankenhausgelände bei. [+] Im Pförtnerhäuschen läuft eine Vielzahl an Medienkanälen zusammen.184
Haus B wurde im Jahr 2002 als L-förmiger Neubau mit 4 Etagen und einem Satteldach errichtet und beherbergt seitdem Einrichtungen der Psychiatrie sowie der Physiotherapie. Der Eingang befindet sich im Süden und das Gebäude
177 Weitere Informationen zu BRÜHL, vgl. S. 458. 178 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 179 Weitere Informationen zu MARCOLINI, vgl. S. 459. 180 Weitere Informationen zuSCHADE, vgl. S. 461. 181 Weitere Informationen zuKUNTSCH, vgl. S. 461. 182 GURLITT 1903, S. 575. 183 Denkmalkarte Sachsen: https://denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de/Gast/Denkmalkarte_Sachsen. aspx?Hinweis=false, Zugriff 9.08.2025. 184 Laut Aussage von Herrn Zische, SKDF, 23.09.2025. Der Medienplan gibt an dieser Stelle offenbar nicht die tatsächliche Fülle an Medienkanälen wieder, vgl. 1.2 Bestandsplan mit Medienlage. Aktuell besteht noch eine Zweckbindungsfrist für das Pförtnerhäuschen.
58 1 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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greift, abgesehen von der Orientierung an der West-Allee [+], keine direkten Bezüge zum Mittelparterre auf.
Haus C wurde bis 2007 als fünfgeschossiger Neubau mit Flachdach errichtet, (vgl. Abb. 21, S. 181). Es überschneidet sich mit einer ehemaligen Lindenallee, welche nach Süden zum Neptunbrunnen führte. [—] Der Vorplatz von Haus C (vgl. Abb. 23, S. 183) deutet mit drei kugelförmigen Linden (Tilia) in Teilen die ehemals westlichste Alleereihe an (vgl. Karte 7, S. 431). [+] das Gebäude beherbergt ein interdisziplinäres operatives Zentrum mit OP-Bereich, zentraler Notaufnahme sowie Intensiv- und Bettenstationen. Das Dach verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz in 25 m Höhe und ist teilweise als Gründach ausgestaltet.
Haus G ist ein zweigeschossiges, denkmalgeschütztes Gebäude aus der Zeit zwischen 1846 und 1866, welches durch einen Neubau 1998 ergänzt wurde. Es beherbergt unter anderem die Kliniken für Strahlentherapie, Onkologie, Gynäkologie sowie Kinder- und Jugendmedizin. Nach schweren Hochwasserschäden im Jahr 2002 erfolgte 2003 die vollständige Wiederherstellung. Es steht über einen Verbindungsgang mit Haus W in Verbindung. Der nach Osten orientierte Eingangsbereich geht in eine bogenförmige Vorfahrt über (vgl. Abb. 14, S. 175). Diese bindet an einen quer und leicht schräg verlaufenden Betonplattenweg an das Mittelparterre an und führt zum Haus R. Für eine ausreichend breite Vorfahrt an Haus G wurden zwei Linden der Allee weggelassen. [—] Eine Pflanzinsel mit drei Linden (Tilia) sorgt jedoch für ein durchgängiges Erscheinungsbild der Lindenallee. [+]
Haus H ist ein 1996 errichteter viergeschossiger Neubau mit Flachdach, welcher über oberirdische Verbindungsgänge an HausR und HausK angebunden ist. Dadurch ist jeglicher Bezug vom nördlichen ehemaligen Orangerieparterre zum Rosengarten verloren gegangen (vgl. Abb. 4, S. 15). [—] Der nach Süden ausgerichtete Eingangsbereich greift kaum Bezüge zum Gartendenkmal auf (vgl. Abb. 31, S. 191). [—] Dazu zählt der fehlende Bezug zum angrenzenden Wegenetz, eine asymmetrische Ausgestaltung des Vorplatzes und eine Fehlpflanzung (Spitzahorn, Acer platanoides Nr. 507) in der ehemaligen Lindenallee. Das Gebäude beherbergt die Augenklinik, die HNO-Klinik, OP- Bereiche sowie Einrichtungen der Intensiv- und Notfallmedizin, Gefäßchirurgie und der Klinik für Dermatologie und Allergologie.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 59 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Haus K wurde 2011 als fünfgeschossiger Neubau errichtet, nachdem der Vorgängerbau im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt (vgl. Luftbild 4, S. 411) und wiederhergestellt worden war. Ursprünglich diente der 1901 auf zwei Etagen erhöhte Vorgängerbau als eins von zwei Isolierhäusern. Es beherbergt heute die Klinik für Augen- und HNO-Heilkunde, die Klinik für Dermatologie und Allergologie sowie das Hautkrebszentrum (vgl. Abb. 49, S. 209).
HausN ist ein denkmalgeschützter Altbau, der zwischen 1872 und 1878 als Chirurgische Klinik von Architekt und Stadtbaudirektor Theodor Friedrich errichtet wurde. Das dreigeschossige Gebäude befindet sich auf der wichtigen Mittelachse des Klinikparks und erhielt vor 1926 einen nördlichen Vorbau (vgl. Abb. 25, S. 185). [—] Seit 2018 dient es dem nachgeordneten Operieren sowie der Unterbringung von Bettenstationen der Neuro- und Allgemeinchirurgie. Des Weiteren befindet sich darin ein Beckerladen mit Cafébetrieb, welcher auf der Südseite des Gebäudes Außensitzplätze mit Blick auf den Neptunbrunnen bietet. [+] Durch einen Torbogen gelangen Nutzer auf der Mittelachse durch das Gebäude bis zum Neptunbrunnen. [+]
HausR ist ein denkmalgeschützter Altbau aus dem Jahr 1922/1923 mit drei Geschossen (vgl. Abb. 42, S. 203). Ursprünglich als größte Hals-Nasen-Ohrenklinik Deutschlands errichtet, wird das Gebäude nach einem Umbau im Jahr 2012 heute von der Klinik für Radiologie und der Klinik für Neurologie genutzt. Das Gebäude besitzt vier nach Westen orientierte Eingänge mit rechteckigen Vorplätzen. Der Haupteingang mit dem größten Vorplatz (Anlieferfläche) schließt an den nördlichen, leicht quer durch den Mittelpark verlaufenden Plattenweg an. Durch die Anlieferfläche wird eine wiederhergestellte Lindenreihe auf einer Länge von 33 m unterbrochen. [—]
Haus U ist ein denkmalgeschützter, neobarocker Altbau aus dem Jahr 1892, der ursprünglich als pathologisches Institut mit angeschlossenem Hörsaal diente. Zudem befand sich in dem dreigeschossigem Gebäude eine Krankenhauskapelle – heute der „Raum der Stille“ zum Abschied nehmen. Auch heute noch befindet sich in dem historistischen Bau das Institut für Pathologie und darüber hinaus die sog. Schmorlsche185 Sammlung. Die Gestaltung der nach Osten gerichteten Zugänge ist weitgehend originalgetreu erhalten geblieben (vgl. Abb. 12, S. 173). [+]
185 Weitere Informationen zu Schmorl, vgl. S. 463
60 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Das denkmalgeschützte Haus W wurde zwischen 1912 und 1937 erbaut. Es besitzt vier Etagen und ist mit dem Haus G baulich verbunden. Die Eingänge befinden sich auf der östlichen und nördlichen Fassade, wo auch ein Geldautomat in der Fassade integriert ist. An der Ostfassade wirken ein Kellerzugang mit Betontreppe und Geländer sowie technische Einbauten ästhetisch störend. [—]
Von den unterirdischen Bauwerken, den teils begehbaren Kollektorgängen und der Rohrpost, ist das BA insbesondere im südlichen Bereich betroffen (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2). [—]
Die zwei halbrunden Wasserbecken mit einer Gesamtwasserfläche von etwa 306 m² und einer Tiefe von ca. 80 cm bilden ein zentrales gestalterisches Element und befinden sich als Spiegelfläche der Fassade südlich des ehemaligen Palais/Haus A-Mitte, vgl. S. 247. [+] Sie sind wertvoller Originalbestand aus der Zeit Marcolinis und entstanden zwischen 1779 und 1815. [+] Sie messen jeweils ca. 20 m in der Länge, 9,7 m in der Breite und beinhalten insgesamt vier bepflanzte Inseln mit einem Durchmesser zwischen 4 und 5 m. Die westlichen Inseln sind kleiner und von einem ca. 60 cm hohen Betonring eingefasst, während die östlichen, etwa 1 m größeren Inseln mit einem ca. 85 cm hohen Ring eingefasst sind. Die Becken selbst sind mit Teichfolie ausgekleidet (vgl. Abb. 78, S. 227). [—] Im westlichen Becken sind zusätzlich Metallabschlüsse unterhalb des Beckenrands sowie an den Inselrändern verbaut. Auffällig sind die flach unter der Folie verlaufenden Wurzelstränge, die auf eine langjährige Gewöhnung der Gehölze an eine konstante Wasserzufuhr hindeuten und zunehmend zu strukturellen Schäden an der Beckenabdichtung führen. [—] Die Bäume, drei originale Echte Sumpfzypressen (Taxodium distichum) und ein Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) aus den 1970er Jahren, stehen im Gegensatz zu um 1900 nicht direkt im Wasser, weil die Betonringe heute über dem (höhenanpassbaren) Wasserspiegel liegen. Seit 1992 sorgt ein Bewässerungssystem mit auf den Inseln verlegten Schläuchen für eine gezielte Versorgung der Vegetation, die jedoch nicht vollumfänglich auszureichen scheint. [—] Die Ursprünge der zwei halbrunden Brunnenbecken lassen sich bis um 1800 zurückverfolgen (vgl. Karte 49, S. 239). Die heutigen Inseln wurden um 1890 ergänzt, um vier geschenkte Echte Sumpfzypressen an repräsentativer Stelle in den Park zu integrieren – eine Maßnahme, die in der Folge wiederholt zu Dichtigkeitsproblemen an den Brunnenbecken führte. [—] Die letzte umfassende
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 61 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Sanierung wurde 1992186 vorgenommen, wobei die Folienauskleidung zuletzt 2018 erneuert wurde. Die Undichtheit der Becken, erweist sich heute als essenziell für das Überleben der standortprägenden Inselgehölze, die auf eine kontinuierliche und reichhaltige Feuchtigkeitsversorgung angewiesen sind. Weitere gestalterische Elemente sind zwei Maskenspeier in Form von Sandsteinreliefs jeweils mittig an der Südseite der Becken, die vermutlich aus der Zeit Marcolinis stammen (vgl. Abb. 58, S. 217). [+] In der Mitte jedes Beckens befindet sich ein Springstrahl von bis zu ca. 3 m Höhe. Damit ist dieser etwa doppelt so hoch wie jener um 1900. [+] Die verstärkte Wasserbewegung ist jedoch zuträglich für eine beständige Umwälzung des flachen Wassers, welches in den Sommermonaten stark zu Veralgung neigt. [—] Die Anlage war ursprünglich mit Fischbesatz ausgestattet. Dieser ist heute jedoch nicht mehr vorhanden, was den Nährstoffeintrag reduziert. [+] Die westlichste Insel beherbergte bis 2025 ein Entenhäuschen mit einer Holzrampe für Wasservögel. [—] Am nördlichen Beckenrand erfolgte eine Aufbetonierung des profilierten Sandsteinrandes (vgl. Abb. 77, S. 227). [—] Ein niedriges Metallgeländer, eine Nachbildung von 1992, orientiert sich eng an dem historischen Vorbild von ca. 1910. Es kombiniert einfache Rundprofile mit breiteren profilierten Pfosten und rundem Abschluss (vgl. Abb. 76, S. 227). [+]
Die Hauptzufahrt des Friedrichstädter Krankenhauses befindet sich im Nordwesten des Grundstücks an der Friedrichstraße. An dieser Stelle lässt sich bereits ab 1729 eine Einfahrt belegen, sodass die Funktion seit ca. 300 Jahren beibehalten wurde. [+] Die täglichen Zufahrten werden durch einen Pförtner mit einem Schrankensystem auf Anlieger begrenzt (vgl. Abb. 12, S. 173). [+] Weil Anlieferfahrzeuge vorrangig die südlichen Einfahrten nutzen, beschränkt sich das Nutzerspektrum der Hauptzufahrt überwiegend auf Rettungsfahrzeuge, Taxis, Krankentransporte, Patienten, Personal und Besucher des Krankenhauses. [+] Dennoch entsteht im Alltag nicht selten ein Rückstau, welcher bis auf die Friedrichstraße reicht. Eine zwischenzeitlich vom LfD erteilte denkmalschutzrechtliche Genehmigung auf Erweiterung der Einfahrt auf drei Spuren ist 2020 erloschen.187 Bedarf an einer Erweiterung besteht unverändert. Seitens des SKDF wird derzeit angedacht und geprüft, ob die Umsetzbarkeit einer dritten Fahrspur, welche Fahrradfahrern und Rettungswagen vorbehalten sein soll, realisierbar ist.
186 Von Springbrunnen-Anlagenbau Grundmann aus Dresden. Heute übernimmt die Betreuung der Wasserbecken das SKDF selbst. 187 MÜLLER, 5.09.2025. GENEHMIGT WURDE DIE VERBREITERUNG DER EINFAHRT UND VERSCHIEBUNG DER SANDSTEINMAUER UM EINEN METER NACH WESTEN. (AMT FÜR KULTUR UND DENKMALPFLEGE DRESDEN, ABTEILUNG DENKMALSCHUTZ/ DENKMALPFLEGE, FRAU EGGERT, 01.04.2014.)
62 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.1 Gebäude, Mauern und Treppen
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Nach aktuellem Kenntnisstand stellt die Hauptzufahrt eine der größten Schwachstellen beim Hochwasserschutz der Gesamtanlage dar. [—] Zur Problemlösung sind temporär aufstellbare Hochwasserschutzwände im Gespräch. [+]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 63
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5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
Die heutige Raumstruktur greift die Hauptelemente der barocken Parkanlage auf und ist bis heute von einer barock geprägten Raumabfolge gekennzeichnet (vgl. Abb. 4, S. 15) [+]; die einzelnen Teilräume haben sich jedoch vor allem durch eine funktionale Überformung seit Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich im Erscheinungsbild geändert. [—] Während in der ursprünglichen Gestaltung eine enge Verzahnung von Architektur und Gartenraum im Vordergrund stand, liegt der gestalterische Schwerpunkt nunmehr auf der Betonung bzw. lediglich der Anbindung einzelner Baukörper und möglichst pflegeleichten Strukturen. [—] Die ehemals zusammenhängenden Gartenräume gliedern sich heute in weitgehend abgeschlossene [—], überwiegend symmetrisch angelegte Teilbereiche wie den Mittelpark, den Rosengarten, das Orangerieparterre, die Hauptzufahrt und den Ehrenhof. Die Symmetrieachsen folgen dabei dem Grundraster welches der gesamten Friedrichstadt zugrunde liegt. [+] Der Ehrenhof fungiert als repräsentativer Auftakt der Raumabfolge und wird durch seinen streng symmetrischen Aufbau geprägt. Er hat seit der Barockzeit seine willkommenheißende Geste als Ort des Ankommens und Orientierens nicht verloren und hebt sich von der Straßenflucht der Friedrichstraße ab. [+] Er strahlt eine würdige Ästhetik aus und ist seit 1937 zur Straßenseite geöffnet, wodurch er für den Betrachter besser in seiner Gesamtheit zur Geltung kommt. [+] Die barocke Grundform und ist nach wie vor raumdominierend und die Überprägungen von 1937 respektieren trotz integrierter Neuinterpretationen die (neo-)barocke Gesamtausstrahlung, vgl. S. 215. [+]
Der Mittelpark erstreckt sich als ebenes Parterre mit halbrunden Wasserbecken und einer leichten topografischen Erhebung zum südlich angrenzenden Straßenraum. Insbesondere das Haus N, das zwischen 1872 und 1878 errichtet wurde, unterbricht die zentrale Blick- und Wegeachse zwischen dem Palais und dem Neptunbrunnen, wodurch der ehemals durchgehende Raumfluss gestört ist, vgl. S. 185. [—] Ein dichter Gehölzsaum bildet die seitliche Begrenzung des Mittelparks, flankiert von einer dreireihigen Lindenallee im Westen sowie einer Lindenreihe im Osten. [+ Der Gehölzsaum schirmt den Mittelpark vom relativ stark befahrenen Straßenraum ab und stärkt damit die Erholungsfunktion des Parks.] Zwischen der Saumpflanzung befinden sich auf ebener Rasenfläche locker gesetzte Einzelgehölze, darunter botanische Raritäten mit besonderen Wuchsformen und raumgreifende Eibenbestände. Die Höhenstaffelung von Nord nach Süd erinnert in Teilen an die historischen Gestaltungsmotive aus der
64 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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Zeit von Brühl und Marcolini. Es ist eine Staffelung von niedrigen, floral intensiv ausgestattetem Bereich am Palais und am nördlichen Teil der Mittelachse, über Wiesenflächen mit einer lockeren Bepflanzung aus Laub- und Nadelgehölzen bis hin zu einem dichten Laubbaumbestand im Süden des Parterres ablesbar. [+] Eine prägnante Ausnahme in der Höhenstaffelung und räumlichen Dichte bilden die Inselgehölze in den halbrunden Wasserbecken. [—] Sichtbeziehungen zur Gartenfassade des ehemaligen Palais (Haus A-Mitte) bestehen heute fast ausschließlich entlang der Mittelachse (vgl. Abb. 38, S. 199). Aus dem übrigen Mittelparterre sind diese weitgehend verloren gegangen. [—] Die dichte Bepflanzung entlang der flankierenden Straßen verhindert zudem eine visuelle Anbindung des Straßenraums an den Mittelpark (vgl. Abb. 188, S. 312). Insbesondere die zwei mittigen Sandsteinskulpturen sind durch die Eibenbestände visuell weitgehend abgeschnitten, (vgl. Abb. 35, S. 195). [—] Das Mittelparterre stahlt durch die weitgehend aufrechterhaltene Symmetrie ein Traditionsbewusstsein aus, zitiert in weiten Teilen die Wegeverläufe des 18. Jahrhunderts (vgl. Karte 18, S. 441) und weist nach wie vor die barocke Raumstruktur auf. [+] Lediglich im südlichen Teil wurde das Parterre zu Gunsten des Straßenraums stark in seiner barocken Symmetrie beschnitten. [—] Eine noch deutlichere Asymmetrie beschreibt der südöstlich des Rosengartens befindliche Straßenverlauf. [—] Weil große Teile des Rosengartens nie Bestandteil der barocken Anlage waren, wurden an dieser Stelle in einer Gestaltung von 1938 weniger barocke Bezüge bedient als vielmehr die Inszenierung von Haus P priorisiert, welches einen nach Norden verlängerten grünen Innenhof erhalten hatte. Dadurch hat das Gesamtgrundstück an seiner übergeordneten Symmetrie und dem Gefühl von zusammengehörenden Gartenräumen eingebüßt. [—]
Der Rosengarten ist durch eine leichte Böschung zur südlichen Straße hin geprägt und wird im Wesentlichen durch einen Querweg mit Resten einer historischen Lindenallee an das Mittelparterre angebunden (vgl. Abb. 31, S. 191). [+] Von der östlichen Lindenreihe des Mittelparterres besteht eine Sichtbeziehung zur Bronzefigur „Sich Kämmende“ (vgl. Abb. 33, S. 193). [+] Der Rosengarten entspringt einer Gestaltung von 1937, welche eine landschaftliche Komposition von ca. 1875 überprägte (vgl. Karte 18, S. 441). Die einstige barocke Grundstruktur ist lediglich in Ansätzen an der nördlichen Flanke des Rosengartens ablesbar. Durch den symmetrischen Ansatz der Gestaltung fügt sich der Rosengarten harmonisch in das Gesamtensemble ein und bietet ein weitgehend repräsentatives Erscheinungsbild. [+]
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 65 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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Das ehemalige Orangerieparterre besitzt eine nahezu ebene Topografie und steigt am barrierefrei gestalteten Haupteingang zur um 1937 erbauten Terrasse, welche entlang der gesamten ehemaligen Orangeriefassade verläuft, leicht an (vgl. Abb. 46, S. 207). [+] Eine kleine, aber steile Erhebung zeichnet sich am Götterbaum (Ailanthus altissima) ab (vgl. Abb. 317, S. 378). Dort befand sich wahrscheinlich einst eine kleine Ruinenstaffage einer landschaftlichen Gestaltung von um 1875 und im 20. Jahrhundert ein Bunker, welcher heute verfüllt ist, vgl. Historie S. 35. [+ Die Bodenmodellierung ist ein wertvoller Hinweisgeber auf die ursprünglichen Strukturen.]
Die barocke Mittelachse des ehemaligen Orangerieparterres ist nach zwischenzeitlichen Überprägungen in weiten Teilen wieder nachvollziehbar; sie verläuft vom Mitteleingang über den Winzerbrunnen bis in das südliche, bereits sanierte Parterre. [+] Durch den Neubau Haus H ist die ehemalige Verbindung zum Rosengarten nicht mehr vorhanden (außerhalb BA). [—] Insgesamt ist der einst durchgängige Gartenraum heute durch zusätzliche Gebäude stark unterteilt und zergliedert. Insbesondere Haus R (Bau 1923/24) unterbricht die historischen Bezüge zwischen Mittelpark und Orangerieparterre und Haus H trennt das Orangerieparterre und den Rosengarten vollständig. Dadurch wurden zahlreiche Sichtbeziehungen gekappt, was die räumliche Kohärenz der Gesamtanlage erheblich beeinträchtigt. [—]
66 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.2 Raumstruktur, Bodenmodellierung und Sichtbeziehungen
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5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
Das Wegesystem des Bearbeitungsgebiets ist das Ergebnis einer historisch gewachsenen Struktur, die seit Jahrzehnten vielfältigen funktionalen und infrastrukturellen Anforderungen unterworfen ist. Die barocke Grundstruktur ist bis heute deutlich ablesbar. [+] Die verkehrstechnische Erschließung des Krankenhausgeländes ist von zentraler Bedeutung, insbesondere zur Sicherung einer schnellen medizinischen Versorgung. Die Haupterschließung des Grundstücks erfolgt über vier größere von insgesamt 10 Zufahrten: Die Hauptzufahrt liegt an der Friedrichstraße, während die südliche Zufahrt eine Wirtschaftszufahrt darstellt. An der Seminarstraße befindet sich eine beschrankte Ausfahrt zur Entlastung der Hauptzufahrt an der Friedrichstraße. Eine weitere, während der Bearbeitungszeit durchgehend geschlossene Zufahrt befindet sich an der Dinterstraße/Wachsbleichstraße. Ein aktuelles Verkehrskonzept liegt nicht vor.188
Das Wegenetz greift in weiten Teilen die barocken Wegebeziehungen auf. [+] Das südliche Rondell ist eine Gestaltung von 1938, welches sich aufgrund seiner klaren geometrischen Grundform harmonisch in das Parterre einfügt (vgl. Abb. 36, S. 197). [+] Der südliche Abschluss des Parterres wurde um 1875 durch eine in Bogenform verlaufende Straße überprägt, welche auf den zusätzlichen Gebäudebedarf reagierte (ehemalige Barackenhäuser B, vgl. Abb. 25, S. 185).
[—] Die Gebäude sind heute nicht mehr vorhanden, und dem bogenförmigen Straßenverlauf kommt kein besonderer gartenkünstlerischer Wert zu. In Anbetracht der Straßenführung südlich des Rosengartens ergibt sich ein inhomogener südlicher Abschluss der Gartenräume und keine klare Wegeführung nach barockem Vorbild.
Der innerbetriebliche Verkehr wird zusätzlich über ein Netz unterirdischer Gänge (Kollektoren) für Transport und Personal ergänzt. [+] Ein dichter Bestand an Versorgungsleitungen sowie eine Rohrpostanlage verlaufen vorrangig im südlichen Bereich des Mittelparks, u. a. unter dem Querweg. [+] Nördlich von Haus N, südlich von Haus A und insbesondere unter den Straßenflächen zwischen Mittelpark und Haus C sind die Medien besonders konzentriert, vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2. Ein unterirdisch nicht begehbarer Kollektor verläuft durch das Mittelparterre nach Osten, unter der Bronzestatue „Sich Kämmende“ quer durch den Rosengarten. Dort kreuzt sich der Kollektor mit zahlreichen Medien eines in Nord-Süd-Ausrichtung verlegten Technikkollektors. Dieser führt weiter nach Norden und kreuzt jene östlich des
188 MÜLLER 5.09.2025.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 67 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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Orangeriehaupteingangs liegende Rasenfläche, die einen gut ins Denkmal integrierten Lüftungsschacht aufweist. An der Stelle zweigt ein nicht begehbarer Kollektor nach Osten ab, welcher direkt unter den Jungbäumen Nr. 27 und Nr. 622 verläuft. Zukünftige Wartungs- und Sanierungsarbeiten an dem Kollektor stehen im Konflikt mit einem langfristig intakt zu haltenden Wurzelraum der Gehölze. [—] Deutlich mehr Bodenvolumen nimmt ein begehbarer Kollektor ein, welcher Haus S mit Haus R unterirdisch entlang der östlichen Lindenreihe verbindet. Dort zweigt auf Höhe des Querwegs ein begehbarer Kollektor ab, welcher sich überwiegend unterhalb des Querweges befindet, aber den Wurzelraum der Holländischen Linde (Tilia x vulgare) Nr. 383 ausspart. Unter der westlichen Allee verlaufen weitere Medienlagen zur Versorgung sämtlicher westlich im BA gelegenen Gebäude, ebenso wie unter dem Querweg südlich des Palais.
[+ Auch wenn durch die Kollektoren der Wurzelraum begrenzt wird, ist die Verwendung von Kollektorgängen aus gartendenkmalpflegerischer Sicht als sinnvoll zu betrachten, weil so u. a. die hohe Medienlast des Krankenhausbetriebs optisch nicht ins Gewicht fällt.]
Infrastrukturmaßnahmen führten im Laufe der Zeit zu einer zunehmenden Versiegelung großer Flächen, vor allem in Anlieferzonen und auf Fahrstraßen, wodurch das gesunde Wachstum des Baumbestands – insbesondere in den Alleen – seit mehreren Jahrzehnten merklich beeinträchtigt wird (vgl. Abb. 22, S. 183 sowie Abb. 43, S. 203). [—] Mit dem funktionalen Wandel des Parks gingen zahlreiche bauliche Maßnahmen einher, insbesondere seit den 1990er Jahren. Der ursprünglich parkartige Charakter wurde durch die schrittweise Umwidmung kleinerer historischer Wegebeziehungen zu Fahrstraßen reduziert. [—] Überwiegend wurden die Straßen asphaltiert, wodurch sich der landschaftliche Charakter des Parks heute vorrangig auf das Mittelparterre und den Rosengarten beschränkt (weitgehend Wassergebundene Wegedecke erhalten). [—] Die fußläufige Erschließung ist im Gesamten vorhanden, sodass alle Bereiche für sämtliche Nutzergruppen grundsätzlich zugänglich sind. Dennoch zeigt sich, dass die westliche Allee über keinen separaten Gehweg verfügt, weshalb Fußgänger verstärkt die parallel verlaufenden Wege im Mittelpark nutzen. Demzufolge wird der Mittelpark nicht nur zum Schlendern, Verweilen und entspannten Spazieren genutzt, sondern dient auch als direkte Wegeverbindung für Fußgänger zwischen den Krankenhausstationen. Die Hauptwege für Fußgänger verlaufen durch den Mittelpark, den Rosengarten sowie südlich der ehemaligen Orangerie. Trotz ihrer durchgängigen Achsen weisen die Wege abschnittsweise
68 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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unterschiedliche Materialien auf, sodass sie gestalterisch keine Einheit bilden (vgl. S. 231 bis S. 251). [—] Insbesondere der Asphalt auf den Querwegen mindert den Parkcharakter erheblich. [—] Am Übergang von Haus A-Mitte zum Mittelparterre wurde ein Zebrastreifen eingerichtet, welcher den Fußgängern Vorrang gewährt. [+] An nicht explizit für Fußgänger ausgewiesenen Bereichen bestehen teils unklare Wege- und Flächenaufteilungen. [—] Das betrifft insbesondere den Bereich zwischen Haus A und der Hauptzufahrt und einen fehlenden Fußgängerweg entlang der westlichen Lindenallee. [—] In der Draufsicht ist auffällig, dass der nördliche Querweg als Verbindungsweg zwischen Haus G und Haus R vom rechtwinkligen Grundraster abweicht und leicht schräg verläuft. [—] Vor Ort ist der schräge Verlauf weniger intensiv wahrnehmbar und ermöglicht einen fließenden Übergang von den Eingängen der denkmalgeschützten Gebäude in den Park. [+]
Der südliche Vorplatz von Haus A, der ursprünglich als architektonisch betonte Freifläche angelegt war (vgl. Karte 4, S. 427), fungiert heute als innerbetriebliche Durchfahrtsstraße in Ost-West-Richtung. [—] Im gesamten Gelände ist ein erheblicher Mangel an Stellplätzen zu verzeichnen, was neben dem intensiven internen Fahrverkehr zu einer zunehmenden Beanspruchung der gartenhistorischen Flächen geführt hat. [—] Im BA befinden sich entlang der West-Allee PKW-Stellplätze für Schrägparker (vgl. Abb. 22, S. 183) sowie insgesamt elf vereinzelte Parknischen am Haus A und Haus R (vgl. Abb. 22, S. 183). [—] Ein aktualisiertes Parkraumkonzept liegt derzeit nicht vor. [—] Gestalterisch sehr uneinheitlich stellen sich die Wege- und Straßenbeläge sowie Bordausbildungen dar, die in Farbgebung, Textur und Verlegeart oftmals nicht mit dem denkmalpflegerischen Anspruch des Parks vereinbar sind (vgl. Materialkatalog ab S. 217). [—] Verlegt wurden u.a. folgende Materialien: • Wertvolle Sandsteingroßplatten im Rechteckformat (ca. 110 cm x 105 cm) [+], historisch nachweisbar ab 1836189 und heute stellenweise verworfen [—] Die Sandsteingroßplatten befinden sich im nördlichen Teil auf der Hauptachse des Mittelparterres und stellen in Kombination mit wassergebundener Wegedecke eine bewährte versickerungsfähige Bauweise mit befestigtem Laufstreifen dar. Die Bauweise ermöglichst zudem eine ganzjährige Nutzung (Winterdienst) und wird den ästhetischen Ansprüchen der Anlage gerecht. [+] • Wassergebundene Wegedecke in rötlicher Farbgebung befindet sich auf den überwiegenden Parkwegen des Mittelparterres
189 Eine Karte von um 1830-1835 lässt vermuten, dass derartige Wegebefestigungen auf mehreren Hauptwegen bestanden (Mittelachse des Mittelparterres, Querachse nördlich des heutigen Rosengartens, u-förmig um den südlichen Teil von Haus A und östlich des Orangerieparterres (vgl. Karte 11, S. 435).
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 69 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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[— Der rötliche Farbton entspricht nicht dem Originalbefund von um 1900, wo ein gelb-beiger Farbton zum Einsatz kam
- Die Wassergebundene Wegedecke ist ein wichtiges Charakteristikum für Parkanlagen und daher ein sehr bedeutsamer Bestandteil.] An der wassergebundenen Wegedecke sind erhebliche Schadbilder erkennbar, welche vermutlich auf eine hoch frequentierte Nutzung, auf eine unzureichende Drainagefunktion im BA und auf eine lückenhafte Pflege der jährlich pflegebedürftigen Deckschicht zurückführen lassen. Sie entbehrt durchgehend einer ausreichenden Mittelüberhöhung und zeigt an vielen Stellen eine freigelegte Tragschicht. [—] Aufgrund einer unzureichenden Drainage und Abflusshemmnissen durch die historischen Wegeborde, befinden sich die Parkwege in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Die historische Bauweise mit in Sand gesetzten Borden trägt zum Abfluss von Oberflächenwasser in die Vegetationsbereiche bei, stellt sich für einen zügigen Abfluss von Oberflächenwasser (insbesondere bei Starkregenereignissen) in die Vegetationsflächen jedoch als nicht ausreichend dar. [—] Die wassergebundenen Parkwege mit dem durch sie erzeugten Laufgefühl und ihrer Ästhetik sind wichtige Merkmale des Mittelparks, welchen ihn vom infrastrukturell stark überprägten Straßenraum abheben. [+] • Polygonalplatten aus Schiefer südlich der Wasserbecken [+] (wassergebunden verlegt, großformatig, mit massiven Wurzelhebungen und teilweise Lockerungen; von ca. 1937) [—] • Graues Granitpflaster in diversen Formaten – von Mosaikpflaster bis Großsteinpflaster –, meist mit gebrochener Oberfläche, in Reihenverband oder Sächsischer Passe [+] ; u. a auch im südlichen Teil des Mittelparks entlang der Hauptachse (vermutl. von um 1970) [—] und im Bereich der ehemaligen Streifenbeete zwischen Haus A und den Wasserbecken in Form einer Pflasterrinne (vgl. Abb. 45, S. 205) • Asphalt mit überwiegend dunkelgrauer Farbgebung [—] (Ob sich das historische Granitpflaster noch unter der Asphaltdecke befindet (nachweisbar u. a. südlich des Hauptparterres vgl. Abb. 334, S. 395), ist bisher ungeklärt.) • Betonplatten im Maß 30×30cm und 40×40cm, mit teils großem Fugenbild (z.B. am nördlichen Querweg (vermutl. von um 1970), als schmaler Weg unmittelbar entlang der Fassade von Haus N zur Anbindung an Haus C (von
- und als kurze Wegeverbindung von Haus R zum Mittelpark)[—] • Rechteckpflaster aus Beton im Halbverband in verschiedenen Farbvarianten (gelblich, grau, rötlich) [—]
70 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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• Geschliffene rechteckige hellgraue Granitplatten, u. a. am Vorplatz von Haus C (Reihenverband, 60 x 40 cm) [+ die Materialität ist denkmalgerecht und die Verarbeitung verweist dennoch auf eine neuere Gestaltung] • Mosaikpflaster aus Seifenstein im südlichen Abschnitt des Mittelwegs (vermutl. von um 1970) [+] • Graues Doppel-T-Verbundpflaster, Beton [—] • Quadratisches „Ökopflaster“ mit breiten offenen Fugen, u. a. auf Parkplätzen und an Fahrradstellflächen [—] • Granitgroßplatten in Grau bis Gelb (v.a. im Bereich des Ehrenhofs) [+] • Basaltgroßsteinpflaster (u. a. in der Hauptzufahrt) [+] • Traufplatten aus Sandstein [+] oder Beton [—] • Quadratische Sandsteinplatten auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie (Haus A-Ost) [+] Auch die Borde zeigen ein heterogenes Bild: Neben Natursteinborden wie Rotem Buntsandstein, vgl. Abb. 8 [+] (von um 1936/1937 und bereichsweise überwachsen und gebrochen, (vgl. Abb. 101, S. 239)) oder Granitgroßsteinen [+] finden sich zahlreiche Ausführungen in Stahl [+], Granit [+] und Beton [—] (unterschiedlicher Profilierungen und Stärken [—]).
Abb. 8: Bestand Wegebord Wassergebundener Wegedecke im Mittelparterre
Verfasser LA, September 2025. Eine sich nicht noch einmal im BA wiederholende Sandsteineinfassung befindet sich im Ehrenhof. [+] Es handelt sich um eine teilweise verworfene im neobarocken Stil historisierend angelegte profilierte Einfassung von einer Umgestaltung von 1937, welche eine abgesenkte Rasenfläche umfasst (vgl. Abb. 74, S. 225). [—] Insgesamt ist festzustellen, dass der hohe Grad an Materialdiversität, die gestalterisch geringe Sensibilität bei Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit sowie die zunehmende funktionale Überlagerung durch Verkehr, Versorgung und Flächennutzung zu einer erheblichen Belastung des gartenhistorischen
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 71 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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Bestands geführt haben. Die kontinuierliche Reduzierung von Gartenflächen zugunsten funktionaler Infrastrukturen steht im deutlichen Spannungsverhältnis zum denkmalpflegerischen Erhaltungsziel, sodass bereits selbst die wichtigsten raumbildenden Elemente, wie die Lindenalleen, erheblich beeinträchtigt sind. [—]
72 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.3 Wege, Platzflächen und Infrastruktur
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5.4 Wasserhaushalt und -anlagen
Der Grundwasserflurabstand (GWFA) schwankt zwischen 6-10 m unter der Geländeoberkante, also zwischen 104,0 und 104,5 m ü. Normalhöhennull.169 Der geringste GWFA wurde am 4.04.2006 mit 6,08 m am Grundwasseraufschluss Nr. 6806 an Haus H, Südwestecke, P21, gemessen.170 Der natürliche Bodenaufbau hat weniger günstige Versickerungseigenschaften. Er besteht aus einem quartären Grundwasserleiter mit 2-3 m bindiger Deckschicht.171 Der Bestand weist im Bereich der Parkfläche nur wenige Abflussschächte auf (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 2), sodass das Oberflächenwasser weitestgehend versickern muss. Das ist hinsichtlich der Grundwasserneubildung, Wasserspeicherung im Boden und möglichst geringen Belastungen für die Kanalisation sinnvoll. Allerdings blockiert der Wegebord (Buntsandstein und Beton) auf Wegen mit Wassergebundener Wegedecke weitgehend den Abfluss des Wassers von Wege- und Platzflächen in die Vegetationsstrukturen, sodass sich Staunässe bildet und zu Schäden an der Wegedecke führt. [—] Einerseits weil insbesondere die Wassergebundene Wegedecke nicht ausreichend schnell abtrocknet, andererseits weil sich Gehölzwurzeln an den häufiger feuchten Bereichen besonders stark ausbilden und Schäden verursachen.
Das Bearbeitungsgebiet verfügt über mehrere Brunnen (vgl. Bestandsplan mit Medien Nr. 1.2). Die zwei halbrunden Wasserbecken und der Winzerbrunnen werden aktuell von einem Tiefenbrunnen mit Druckverstärker gespeist, der sich östlich von Haus A-Mitte befindet (vgl. Abb. 173, S. 261). Die Brunnenabdeckplatten aus Beton wirken massiv und sehr funktional. [—] Das Wasser wird nach Gebrauch vollständig als Mischwasser in die Kanalisation eingeleitet — es existiert kein Wasserkreislauf. [—] Die zwei Wasserbassins südlich von Haus A-Mitte weisen eine besonders in den Sommermonaten schlechte Wasserqualität auf, was sich an Algenwachstum äußert. [—] Die derzeitigen Gegenmaßnahmen mit chemischen Mitteln können langfristig den Sandstein der Wasserbassins angreifen. [—] In den Wintermonaten erfolgt eine Entleerung der Becken. Die Betreuung übernimmt das SKDF selbst. Sämtliche angrenzende Gebäude nutzen das Mischwassersystem, sodass Regenwasser und Brauchwasser nicht getrennt, sondern gesammelt in die Kanalisation geleitet werden. Worüber der Delphinbrunnen im Ehrenhof gespeist wird, ist aus den vorliegenden Medienplänen nicht ersichtlich. Der Brunnen führt in den warmen Monaten Wasser, welches als „kein Trinkwasser“ ausgewiesen ist.
169 www.themenstadtplan.dresden.de, Abfrage 9.09.2024. 170 Ebd. 171 Ebd.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 73 5.4 Wasserhaushalt und -anlagen
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Das BA befindet sich im überschwemmungsgefährdeten Gebiet der Elbe und Weißeritz. Bei einem HQ100 (Elbepegel 924 cm) ist das Gebiet noch nicht von Hochwasser betroffen. Die nördlich angrenzende Friedrichstraße wäre ab einem Elbepegel ab 950 cm überflutet, das Marcolinipalais ab einem Elbepegel von 965 cm.169 An der zentral aufgestellten Prunkvase befindet sich eine Hochwassermarke vom Elbehochwasser am 17.08.2002 und dem der Weißeritz am 13.08.2002.
169 www.themenstadtplan.dresden.de, Abfrage 9.09.2024.
74 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.4 Wasserhaushalt und -anlagen
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5.5 Gehölze
Der gesamte Vegetationsbestand unterliegt dem Schutz des Gartendenkmals und stammt aus den Zeitphasen 2-4, vgl. Anlagegenetischer Plan 3.1. Aus der Phase Brühls scheinen im Bearbeitungsgebiet keine Gehölze mehr erhalten zu sein. Deren Standorte, wie in den Alleen, wurden vermutlich teilweise bis heute beibehalten. [+] Die Flanken des Mittelparks werden durch Großbaumgehölzreihen (westlich dreireihige Allee, östlich einreihig) geprägt. [+] Ein weitgehend dichter Gehölzsaum aus Strauch- und Baumpflanzungen rahmt den Gartenraum und grenzt ihn vom Straßenraum ab (vgl. Abb. 117, S. 245). [+] Im Zentrum des Parterres dominieren offene Rasenspiegel mit Solitär- und Gruppenpflanzungen, welche weitgehend einer axialen Symmetrie entlang der Hauptachse zwischen Palais und Neptunbrunnen folgen (vgl. Abb. 40, S. 201). [+] Der Mittelpark ist von einer Artenvielfalt der Gehölze geprägt welche von diversen Koniferen mit teils malerischem Wuchs und hohem Wiedererkennungswert, vgl. S. 243, über klassische Parkgehölze wie u. a. eine raumgreifende Rot-Buche (Fagus sylvatica), bis hin zu Obstgehölzen, wie Apfel- (Malus spec.) und Birnenbäume (Prunus spec.) reicht. [+] Blütensträucher wie u. a. Rhododendren konzentrieren sich vorrangig im nördlichen Bereich unweit der halbrunden Wasserbecken (vgl. Abb. 256, S. 330). [+] Die alten Eibenbestände (Taxus) stammen vermutlich von den Umgestaltungen von um 1870, waren möglicherweise ehemals als Formschnittgehölze (Taxuskegel)170 angelegt und sind durch vernachlässigten Rückschnitt stark raumgreifend geworden. Dadurch behindern sie wichtige Sichtbeziehungen, u. a. zur historischen Skulpturenausstattung des Park und zum Palais (vgl. Abb. 35, S. 195). [—] Die Eiben kommen weitgehend gut mit den aktuellen klimatischen Veränderungen zurecht, tragen zur Beschattung sowie zum Verdunstungsschutz bei und zählen zu den wichtigen Vogelnährgehölzen. [+] Der über Jahrzehnte ausgebliebene Rückschnitt verursacht jedoch zunehmend statische Probleme, sodass die Eiben teilweise auseinanderzubrechen drohen. [—] Mit provisorischen Stützen wurden zahlreiche annähernd waagrecht verlaufende Großäste bereits abgestützt. Dadurch konnten die teils malerischen Wuchsformen der attraktiven Stammverläufe gefördert werden. [+]
Südlich des Rondells schließt sich eine dichte Gehölzgruppe an, welche u. a. eine auffällige Aneinanderreihung von Hainbuchen (Carpinus betulus) aufweist, deren Entstehung bisher nicht geklärt ist. Unweit davon befindet sich ein Götterbaum (Ailanthus altissima) Nr. 400, welcher als invasive Art171 umfangreichen Aufwuchs verursacht. Südlich des Götterbaum erfolgten kürzlich 170 Möglicherweise waren nicht alle Buchsgehölze als Formschnittgehölze zu Kegeln herangezogen. 171 Weitere Informationen zum invasiven Verhalten des Götterbaums, rechtlicher Rahmen und Leitfaden zum Umgang, vgl. S. 472f.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 75 5.5 Gehölze
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Neupflanzungen, welche im Konflikt mit dem historischen Alleeverlauf der ehemaligen östlichen Lindenallee stehen.
Aus dem Gartendenkmal wurden in der Vergangenheit Gehölze entnommen/ sind abgegangen, ohne dass eine notwendige Ersatzpflanzung erfolgte, vgl. auf Bestandsplan u. a. nördlich von der Europäischen Eibe (Taxus baccata Nr. 365). [—] Doch es wurden auch eng mit der Denkmalpflege abgestimmte Nachpflanzungen vorgenommen, wie an der östlichen Lindenreihe entlang Haus R. [+] Die Bestrebungen resilientere Gehölze als Ersatz für nicht mehr standortgeeignete ursprüngliche Arten zu verwenden, wie u. a. bei der Pflanzung des Zürgelbaums (Celtis spec. Nr. 391), geht vorrangig auf Abstimmungen des SKDF mit dem Umweltamt zurück und wurde weitgehend nicht mit der zuständigen Denkmalbehörde abgestimmt.
Zu den besonderen Gehölzen im BA zählen u. a. die drei Echten Sumpfzypressen (Taxodium distichum var distichum), weitere Infos vgl. S. 470, und zwei Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides), vgl. weitere Infos ebenda, mit ihren Sonderstandorten in den Wasserbecken südlich von Haus A (zweiter Urweltmammutbaum nördlich von Haus N). Die Ausbildung der arttypischen Luftwurzeln der Echten Sumpfzypresse ist in ganz Dresden einmalig, weil sämtliche andere Echte Sumpfzypressen dafür zu trocken stehen. [+] Die Inselgehölze sorgen maßgeblich für eine Beschattung der Wasserbecken und reduzieren damit das Algenwachstum. [+] Für die vier Inselgehölze liegt ein aktuelles Baumsachverständigengutachten mit Eingehender Untersuchung vor, vgl. S. 57 ff. Die drei Echten Sumpfzypressen wurden sehr wahrscheinlich um 1890 gepflanzt (vgl. Abb. 231, S. 311), sind somit etwa 135 Jahren alt und demzufolge Originalbestand. [+] Trotz ihres hohen Alters zeigen die Bäume vergleichsweise geringe Stammdurchmesser und Wuchshöhen, was auf suboptimale Standortbedingungen schließen lässt. Insbesondere die stark eingeschränkten Wurzelräume – ein sogenannter „Blumentopfeffekt“ – beeinflussen die Vitalität deutlich negativ. [—] So zeigen die Bäume Nr. 319 und Nr. 320 eine schmale Kronenform sowie deutliche Anzeichen einer Wachstumsdepression infolge zwischenzeitlicher baulicher Anpassungen und damit verbundener Eingriffe in den Wurzelraum sowie Wassermangel, vgl. S. 247. [—] Baum Nr. 358, ebenfalls eine Sumpfzypresse, weist im Vergleich zu den übrigen Exemplaren eine breitere Krone und bislang eine nur gering beeinträchtigte Vitalität auf. Bemerkenswert sind hier die deutlich reduzierte Ausbildung von Kniewurzeln sowie eine auffallend höhere Pflanzhöhe. Die Luftbilder lassen jedoch keine Nachpflanzung
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erkennen, sodass davon auszugehen ist, dass es sich um ein Originalgehölz handelt.172 Wie die geringere Ausbildung der Wurzelknie und die höhere Stammbasis zu erklären sind, ist aktuell noch nicht abschließend ergründet.
Abb. 9: Zusammenfassung Bewertung Erhaltungsfähigkeit nach biologischen Aspekten UNGER 2025, Baumsachverständigengutachten, S.21. Auch der benachbarte Urweltmammutbaum (Nr. 357) wächst unter stark beengten Verhältnissen im oberen Wurzelbereich [—], zeigt jedoch bislang keine gravierenden Vitalitätsverluste. [+] Es ist davon auszugehen, dass er unter den Wasserbecken ein ausgeprägtes Wurzelsystem gebildet hat. Gepflanzt wurde dieses heute höchste Inselgehölz zwischen 1953 und 1973, vgl. Schattenwurf im Luftbildausschnitt von Abb. 10 als Ersatz für eine Sumpfzypresse. Warum an dieser Stelle nicht denkmalgerecht nachgepflanzt wurde [—], sondern ein erwartbar deutlich höher wachsendes Gehölz verwendet wurde, ist bisher nur vermutbar: Einerseits war der erst in den 1950er Jahren wiederentdeckte Urweltmammutbaum eine begehrte Rarität, welche prestigeträchtige Anlagen nicht missen wollten. Andererseits sehen sich die Winterknospen von Sumpfzypresse und Urweltmammutbaum äußerst ähnlich, sodass es möglicherweise zu einer unbeabsichtigten Fehlpflanzung kam.
172 Ein aktuelles Gehölzgutachten kommt zu der Vermutung, dass Baum 258 ebenfalls eine Nachpflanzung ist und erst ca. 60 Jahre alt ist,vgl. Unger 2025, S.16.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 77 5.5 Gehölze
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Abb. 10: Starke Unterschiede in der Länge des Schattenwurfs belegen eine Neupflanzung des östlichsten Inselgehölzes vor 1973 Ausschnitt aus Luftbild von 1973 (vgl. Luftbild 7, S. 415) Für alle Inselgehölze gilt, dass die bestehenden Mauerelemente inzwischen aktiv in das statische System der Bäume integriert sind, wodurch eine stabilisierende Einheit entstanden ist.173 Folglich sind die Gehölze auf die Inselringe angewiesen. Nicht bekannt ist die Beschaffenheit des anstehenden Bodens und die Art des Wurzelsystems der Gehölze. Grundsätzlich ist bekannt, dass die Echte Sumpfzypresse auch in anaeroben Bodenschichten wurzeln kann. [—] Die Inselgehölze gehen auf keinen Gesamtentwurf zurück und wurden als spätere Zutat von um 1890 in eine bereits bestehende Gestaltung von um 1875 integriert. Sie verändern die Raumwirkung des ehemals flach und lichtdurchflutet gestalteten Vorplatz des Palais als Großbäume erheblich. Ihre Aufstellung in deutlich zu kleinen Pflanzinseln ist nicht artgeeignet und führte an zwei Gehölzen bereits zu erheblichen Vitaltiätseinbußen. Ihre Kombination mit den Wasseranlagen führt zu erfahrungsgemäß immer wiederkehrenden Konflikten mit den erhaltenswerten Wasserbecken, welche ab den 1930er Jahren belegbar sind. Die Wahl des Standorts und der Baumarten stellt eine große Herausforderung dar, welche den Erhalt der Originalsubstanz der Wasserbecken aus Marcolinischer Zeit erheblich erschwert. Bisherige Beckensanierungen verursachten jeweils Einbußen in der Gehölzvitalität. Aufgrund der teilweise stark geminderten Vitalität und dem artbedingt sehr unterschiedlichen Wuchsverhalten, verstärkt sich zunehmend eine Asymmetrie an einem der repräsentativsten Teilbereiche der Anlage (vgl. Abb. 122, S. 247). Durch den raumgreifenden Habitus der Gehölze werden
173 Vgl. UNGER 2025, S.18.
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Sichtbeziehungen von den Seitenwegen zum Palais in der Vegetationsperiode (Gehölze sind laubabwerfend) eingeschränkt (vgl. Abb. 256, S. 330). [+] Zugleich tragen die vier Gehölze mit ihren Sonderstandorten maßgeblich zu einem hohen Wiedererkennungswert der Anlage bei und sind als Unikate zu bewerten. Ihre Pflanzhistorie unterstreicht des Weiteren eine enge Beziehung zwischen Krankenhausgeschichte und Parkgestaltung, weil sie sinnbildlich dafür stehen, wie sich die Dankbarkeit eines zufriedenen Patienten über die hohe Kompetenz des Krankenhauses in der Parkgestaltung wiederspiegelt. Die jeweils an die Mittelachse angrenzenden Echten Sumpfzypressen schränken bisher nicht die Sicht entlang der Mittelachse ein. Aufgrund des ausreichenden Abstands zur Mittelachse und der eingeschränkten Vitalität ist auch zukünftig keine erhebliche Einbuße der Sicht zu erwarten, zumal die Echten Sumpfzypressen ein blickdurchlässiges Nadelwerk aufweisen (vgl. Abb. 38, S. 199).
Nördlich der Wasserbecken sind beidseits der Straße eine Vielzahl von Pflanzkübeln, teils mit Koniferen, aufgestellt. Insbesondere die Materialität und ganzjährige Bepflanzung der Waschbetonkübel erzeugt ein uneinheitliches und nicht repräsentatives Bild in unmittelbarer Nähe zu Haus A. [—] Sie wurden nach 1990 aufgestellt und bewirken in Anbetracht der räumlichen Beengtheit eine effektive Trennung von Parkweg und Straßenraum und stellen einen Anprallschutz dar. [+]
Die Symmetrie der Großgehölze ist im Mittelparterre nicht mehr vollständig erhalten geblieben. [—] Das äußert sich u. a. an einem nicht vorhandenen Pendant der folgenden Gehölze: • Abendländischer Lebensbaum Nr. 360 (Thuja occidentalis) • Esskastanie Nr. 323 (Castanea sativa) • Ross-Kastanie Nr. 325 (Aesculus hippocastanum) • Rot-Buche Nr. 341 (Fagus sylvatica) • Holländische Linde Nr. 342 (Tilia x vulgaris) • Winter-Linde Nr. 582 (Tilia cordata)
Auf dem Vorplatz westlich von Haus A ergänzen vier junge Magnoliensträucher eine zentral stehende Zierkirsche Nr. 13 (Prunus serrulata Kanzan), welche vor 1973 gepflanzt wurde. Dadurch ergibt sich ein weitgehend symmetrisches und repräsentatives Vegetationsbild mit auffälligem Blühaspekt unmittelbar am
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Haus A, welches die Fassade des Rokokobaus auch langfristig nicht vollständig verdecken wird. [+] Die ehemals bis mindestens 1997 raumtrennende Wirkung eines langgestreckten Flachbaus übernimmt heute eine Schnitthecke westlich des Vorplatzes (vgl. Abb. 16, S. 177). [+]
Die sich westlich daran anschließende Einfahrt weist einen sehr geringen Vegetationsbestand auf (vgl. Abb. 13, S. 173). Lediglich zwei Großgehölze auf kleinen Raseninseln [—] befinden sich auf der weitgehend gepflasterten Platzfläche und stammen vermutlich von 1937. Eine Ahornblättrige Platane (Platanus x hispanica Nr. 6) unweit der historischen Grundstücksmauer ist ca. 30 Jahre alt und führt das ursprüngliche Pflanzenbild fort. [+] Eine von Natursteinmauern flankierte Rampe zu Haus U wird beidseitig von je einem Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) gesäumt (vgl. Abb. 12, S. 173). [+]
Diese Buchsbäume zitieren das Pflanzenbild des Ehrenhofs, welcher ebenfalls zwei symmetrisch aufgestellte Buchsgehölze aufweist (vgl. Abb. 54, S. 215). [+] Diese stammen von einer Umgestaltung von 1938 mit ehemals vier gleichartigen Gehölzen, welche als niedrige Halbkugeln in Form geschnitten waren (vgl. Abb. 218, S. 297). Die zwei südlichen Exemplare sind ohne Ersatz entfallen, nachdem auch Versuche mit Rhododentdrenpflanzungen an dieser Stelle scheiterten (vermutlich aufgrund überwiegender Beschattung). [—] Dadurch kommt dem Delphinbrunnen eine freie Sicht auf ihn zu Gute. [+]
Zugunsten eines zusätzlichen Gebäudes (Haus R) ging im letzten Jahrhundert eine der markantesten Gehölzsymmetrien des Mittelparks mit ehemals beidseitig vierreihigen Lindenalleen verloren (vgl. Karte 11, S. 435). [—] Zwischen 1961 und 1973 war die östliche Allee entlang der Gebäudefassade von Haus R gänzlich entfernt worden. [—] Heute existiert in diesem Bereich lediglich eine Reihe [—] aus mittelalten bis jungen Lindengehölzen. Deren älteste Gehölze wurden zwischen 1973 und 1978 gepflanzt. Nördlich und südlich dieses fassadenbegleitenden Abschnitts sind bis heute noch acht Altgehölze der ursprünglich vierreihigen Lindenallee mit insgesamt ehemals ca. 92 Gehölzen erhalten geblieben und sehr wichtige Zeugen der historischen Standorte der Alleereihen. [+] Der historische Pflanzabstand von ca. 6,5 m wurde bei Nachpflanzungen auf ca. 8,3 m Abstand vergrößert. Die ungefähren historischen Standorte sind in der Anlagegenetischen Karte (Plan 3.2) als Verluste des Gartendenkmals ausgewiesen.
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Westlich hingegen existiert heute eine dreireihige Allee mit alten, mittelalten und jungen Lindenbäumen. Der historische Pflanzabstand wurde in dieser Allee weitgehend beibehalten. [+] Auffallend ist, dass es sich bei fast allen historischen Linden um Holländische Linden (Tilia x vulgaris) handelt, welche ein Hybrid aus Sommer- und Winterlinde sind, jüngere Nachpflanzungen erfolgten überwiegend als Winter-Linden. Sowohl die westliche Allee als auch die östliche Lindenreihe weisen erhebliche Vitalitätseinschränkungen auf. [—] Altgehölze wurden teilweise massiv im Großastbereich eingekürzt und der gesamte Bestand leidet unter der großflächigen Versieglung, Überhitzung und häufiger Trockenheit. [—] Über die Bodenbeschaffenheit, Nährstoffversorgung und ob die Gehölze in Einzelgruben oder mit durchgehender Pflanzgrube gepflanzt wurden, liegen aktuell keine Informationen vor. Der Gehölzsaum wird von immergrünen Buchsbäumen (Buxus spec.), welche zwischen Kleinstäuchern und stattlichen Bäumen variieren, sowie hoch aufgewachsenen Eiben (Taxus) dominiert. Dadurch ist keine klare Unterscheidung von Alleegroßbaum und Strauchunterpflanzung mehr vorhanden, wie es ursprünglich beabsichtigt war (vgl. Abb. 230, S. 309). Die Saumbepflanzung umfasst sehr wenige Blühsträucher und wirkt dadurch relativ eintönig und weniger schmückend. [—] Vorrangig konnten sich Eiben und Buchsbäume trotz hohem Wurzeldruck, Beschattung und Nährstoffkonkurrenz etablieren, wenngleich der Buchsbaum seit einigen Jahren erhebliche Vitalitätseinbußen aufweist. Der vorhandene Gehölzsaum hat in Anbetracht der widrigen Standortbedingungen voraussichtlich deutlich günstigere Zukunftsprognosen als mögliche Neupflanzungen. Dementsprechend ist er als eingewachsener Gehölzbestand erhaltenswert und wichtig für die Aufrechterhaltung einer prägenden Raumkante. [+] Bisherige Beobachtungen der betrauten Gärtner ergaben, dass Azaleen ungeeignet für die aktuellen Standortbedingungen sind und häufig zu Pilzbefall neigen. Auch das Pflanzen von Farnen (Polypodiopsida) und Zypressengewächsen (Cupressaceae) führte kaum bis nicht zum Erfolg. Größere Feldversuche mit ergänzenden Pflanzenarten fanden bisher nicht statt. Bei kleineren Pflanzlücken wurden neben der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) auch kleinblättrige Stechpalmen erfolgreich eingebracht. Durch ihre stacheligen Blätter sind sie zugleich eine wirksame Barriere gegen die Entstehung von Trampelpfaden. Des Weiteren haben sich die Japanische Mahonie (Berberis japonica) und der Mittelmeer- Feuerdorn (Pyracantha coccinea) als anpassungsfähig herausgestellt.174 [+] Insgesamt stellt sich der Gehölzsaum jedoch als artenarm dar und weist folglich
174 SCHMIDT, 29.09.2025.
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keine hohe Resilienz gegenüber größeren Ausfällen auf, wie der aktuelle Zustand der Buchsgehölze deutlich aufzeigt.[—]
Das ehemalige Orangerieparterre wird ebenfalls von Rasenflächen mit Solitären geprägt und wurde ausschließlich mit Laubgehölzen bepflanzt. Teilweise wurden diese symmetrisch gepflanzt, wie die Magnolien (Magnolia spec.). Die Symmetrieachse verläuft dabei vom Mitteleingang mit dem vorgelagerten Winzerbrunnen nach Süden. Abgesehen vom nördlichen Abschluss wird der gesamte Saum von überwiegend mehrstämmigen Fliederbäumen gebildet, sodass sich ein einheitliches und repräsentatives Bild ergibt (vgl. Abb. 50, S. 211). [+] Der Haupteingang wird von Gewöhnlichen Trompetenbäumen (Catalpa bignonioideus) hervorgehoben, welche mit ihren auffälligen Blättern, Früchten und Blüten eine imposante Inszenierung darstellen. [+] Nicht zuletzt, weil Gehölz Nr. 26 ein besonders altes Exemplar mit malerischem Wuchs ist (vgl. Abb. 51, S. 211). Der Baum stammt vermutlich von einer Gestaltung von um 1830/1835,(vgl. Karte 11, S. 435). Wahrscheinlich standen zwei Catalpen symmetrisch vor dem Orangeriehaupteingang. Eine mutmaßliche Nachpflanzung von Gehölz Nr. 24 erfolgte jedoch asymmetrisch, wahrscheinlich um Einschränkungen des Wurzelbereichs durch den Technikkollektor zu vermeiden. [—] Der einst dichte Gehölzsaum südlich des Winzerbrunnens wird heute von lediglich einem Scharlachdorn (Crataegus coccinea "Ellwangeriana", Nr. 25) gebildet, wodurch der Brunnen von der Querstraße aus an Wahrnehmbarkeit gewinnt. Nördlich des Winzerbrunnens existieren weniger Gehölze als um 1940, sodass von der Hauptansichtsseite freie Sicht besteht. [+]
Auf der Fläche westlich des Rosengartens ist der einstige Umfang der östlichen Allee kaum noch ablesbar (vgl. Karte 7, S. 431). [—] Eine quer verlaufende Allee nördlich der Fläche zeichnet sich jedoch noch mit mehreren Altgehölzen ab. Südlich davon schließt sich eine freie Rasenfläche an, auf welcher sich eine Mischung aus Laubgehölzen und einigen wenigen Nadelgehözen nach Süden hin zunehmend verdichten. Dort befindet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Blühsträucher unweit beeindruckend großer Altgehölze wie der Stiel-Eiche Nr. 528 (Quercus robur), welche vermutlich noch aus der Zeitphase Marcolinis stammt. [+] Die östliche und westliche Flanke werden u. a. durch denkmalgerecht gesetzte Neupflanzungen gebildet. [+] Sämtliche Gehölze auf dieser Fläche weisen artbedingt eine relativ gute Windresistenz auf, sodass sie die kurzzeitig auftretenden Winde in der Einflugschneise des Rettungshubschraubers mit besserer Vitalität gut verkraften könnten. Der zunehmende Totholzanteil der Altgehölze führt jedoch bereits zu zahlreichen
82 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.5 Gehölze
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Astbrüchen der Altgehölze, u. a. durch die Windlast bei Stürmen. [—] Ähnliche Auswirkungen von Starkwinden sind zuletzt im Juni 2025 an der Holländischen Linde Nr. 342 (Tilia x vulgaris) aufgetreten. [—] Vermutlich aufgrund unterirdischer Einbauten ist der Urweltmammutbaum Nr. 586 (Metasequoia glyptostroboides) bereits in seiner Vitalität beeinträchtigt. [—] Westlich des besagten Urweltmammutbaums befindet sich eine Fortsetzung der westlichen Lindenallee mit Junggehölzen. Die vorliegenden Quellen belegen an dieser Stelle keine Allee, vielmehr ein Boskett, vgl. Überlagerung mit Plan von zwischen 1800 und 1815. Eine zweireihige Allee befand sich weiter westlich auf dem von Haus C überprägten Bereich. Aufgrund der raumteilenden Wirkung von Haus N übernimmt die nach Süden verlängerte Allee eine wichtige Leitfunktion zum Höhepunkt des Krankenhausparks ‒ dem Neptunbrunnen. [+] Diese Orientierungshilfe besteht zwischen Haus N und Haus S nicht, sodass sich eine Asymmetrie gebildet hat (außerhalb BA). [—] Die historisch korrekten Pflanzstandorte der drei kugelförmig geschnittenen Winter-Linden (Tilia cordata) Nr. 599 - 601 auf dem Vorplatz von Haus C markieren den äußersten Abschluss der westlichen Lindenallee. [+] Weil sie auf dem stark architektonisch geprägten und weitgehend versiegelten Vorplatz stehen, wurden sie mit je einer quadratischen Baumscheibenabdeckung ausgestattet. Es ist nicht bekannt, ob diese drei Gehölze und/oder die restlichen Alleegehölze in einer gemeinsamen Pflanzgrube stehen, oder separat gepflanzt wurden.
Zu den einheimischen Gehölzarten im BA zählen: (vgl. auch Gehölzliste S. 161) • Spitz-Ahorn (Acer platanoides) • Hainbuche (Carpinus betulus) • Gemeine Haselnuss (Corylus avellana) • Kornelkirsche (Cornus mas) • Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) • Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) • Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) • Rot-Buche (Fagus sylvatica) • Gemeiner Efeu (Hedera helix) • Europäischer Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) • Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) • Europäische Wild-Birne (Prunus pyraster) • Stiel-Eiche (Quercus robur) • Europäische Eibe (Taxus baccata) • Winter-Linde (Tilia cordata) • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 83 5.5 Gehölze
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• Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Die wertvollen Gehölzarten des BA (hinsichtlich Denkmalwert, Seltenheit, Zierwert, Exotik oder botanische Besonderheit) sind: • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) Nr. 319, 320 und 358 • Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides) • Ovalblättiger Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata')175 • Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) • Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) • Japanische Blütenkirsche 'Kanzan' (Prunus serrulata 'Kanzan') • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) Aufgrund ihrer Historie und Funktion im Gartendenkmal gehören zu den besonders wertvollen Gehölzen des Weiteren: (vgl. in Gehölzliste unter Spalte „Bewertung“ S. 161ff) • Altgehölze der Lindenalleen, vorrangig Holländische Linden (Tilia x vulgaris) • eine alte Rot-Buche (Fagus sylvatica) Nr. 341
Raritäten im botanischen Sinne sind im BA nicht vorhanden. Besondere Wuchsformen, wie bei der Zwergmoos-Zypresse (Chamaecyparis pisifera 'Pulmosa') Nr. 385 sind durch ihren hohen Wiedererkennungswert identitätsstiftend und in der Gehölzliste in der Spalte „Anmerkung“ ausgewiesen.
Folgende Gehölzarten des BA weisen aktuell starke Vitalitätseinbußen auf: • Gemeiner Buchsbaum (Buxus sempervirens) • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum) • Linden (Tilia spec.) • Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides, nördlich von Haus N)
Folgende Gehölze stellen sich unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten als Fehlpflanzungen dar: • Götterbaum (Ailanthus altissima) Nr. 400 – stark invasiv (weitere Hinweise vgl. S. 472) • Chinesische Wild-Birne (Prunus pyraster) Nr. 407a (umpflanzbar, da Jungbaum) – Standortkonflikt mit Verlauf der ehemaligen Lindenallee • Spitzahorn (Acer platanoides) Nr. 507 – Standortkonflikt mit Verlauf der ehemaligen Lindenallee
175 Der Ovalblättige Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Bullata')ist deutlich resilienter als Buxus sempervirens und wird im BA kaum vom Buchsbaumszünstler befallen.
84 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.5 Gehölze
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Unter den Gehölzen gelten keine Arten als „streng geschützt“ nach deutschem Recht (BNatSchG/BArtSchV; inkl. EU-Bezüge aus FFH-Richtlinie Anhang IV und Vogelschutzrichtlinie).
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 85 5.5 Gehölze
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5.6 Schmuckpflanzungen
Kunstfertig angelegte Wechselflorbeete (zwei mal jährlich Florwechsel) befinden sich im nördlichen Teil entlang der Mittelachse und greifen die seit der Barockzeit intensive Inszenierung des Palais auf (vgl. Abb. 39, S. 199). [+] Die Pflanzung ist mit winterharten Gehölzen kombiniert, sodass sich jeweils am Beginn und Ende sowie an der Kreuzung Hochstammrosen (Rosa spec.) und Wandelröschen (Lantana camara) als Stämmchen in sich verbreiternden Beeten befinden. Die Höhenstaf- felung erzeugt angenehme Abwechslung und wirkt unterschwellig als Orientie- rungshilfe, indem Kreuzungspunkte markiert werden. [+] Geophyten existieren in den Beeten nicht, auch keine Mulchschicht oder Tropfbewässerung. [—] Die ein- stige einprägsame Inszenierung mit geschnittenen Fliederbäumchen (Syringa spec.) bestand bis in die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs und wurde spätes- tens 1961 von den bis heute streifenförmigen Wechselflorbeeten abgelöst (vgl. Abb. 189, S. 321). Seither hat die Mittelachse in diesem Bereich an Wiedererken- nungswert eingebüßt [—], wenngleich die Wechselflorpflanzung nach wie vor eine auffällige und viel geschätzte Augenweide ist. [+] Ergänzt wurde die Wechselflorpflanzung u. a. durch vielblütige Stämmchen von Wandelröschen (Lantana camara), deren Pflanzbild sich an der ehemaligen Orangerie wiederholt und damit eine gestalterische Einheit unterstützt (vgl. Abb. 49, S. 209).[+] Zwischen den halbrunden Wasserbecken und dem Palais sind vier ehemalige streifenförmige Beete (die meiste Zeit mit Rosen bepflanzt, vgl. Abb. 278, S. 345) durch eine Reihe aus Pflanzkübeln ersetzt worden (vgl. Abb. 125, S. 249). [—] Da- durch gewann der Straßenraum zwischen Palais und Parterre an Breite, die Raum- wirkung büßte jedoch erheblich an Schmuckwirkung ein. [—] Ähnlich verhält es sich mit einem 1999 auf dem westliche Vorplatz angelegten Streifenbeet, welches möglicherweise als Ersatz für den Wegfall der vier Streifenbeete den Raum auf- wertete, heute jedoch nicht mehr existiert (vgl. Abb. 302, S. 367). [—] Insbesonde- re seit den 1990er Jahren hat die Aufstellung von einer Vielzahl von Pflanzgefäßen zugenommen. [—] Diese mit einjährigen Stauden bepflanzten Gefäße befinden sich vor allem an der Südfassade von Haus A-Mitte, aber auch beidseits der Ein- gänge von Haus G und Haus R. Auf der langgestreckten Terrasse vor der ehemali- gen Orangerie befinden sich Pelagonien unterschiedlicher Farbigkeit in Betonkü- beln. [+] Die Prunkvase nördlich des Rondells wird mit einer üppigen Hortensienpflanzung (Hydrangea spec.) denkmalgerecht untermalt (vgl. Abb. 37, S. 197). [+]
86 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.6 Schmuckpflanzungen
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5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
Die ebenen Rasenspiegel der Parkanlage tragen seit der Barockzeit eine lange Tradition und sind ein in allen Teilen der Anlage wiederkehrendes Gestaltungselement. [+] Lediglich im bis 1937 vollständig gepflasterten Ehrenhof (vgl. Abb. 211, S. 291) ist der Rasenspiegel eine Zutat des 20. Jahrhunderts, der ein angemessenes Erscheinungsbild unterstützt. [+] Aktuell ist dieser Rasenspiegel vermoost und leicht abgesunken [—], aber noch als weitgehend geschlossene Vegetationsfläche vorhanden. Die Rasenflächen werden je nach witterungsbedingtem Wachstum aller 3-4 Wochen gemäht.176 Im Mittelparterre sind die kraut- und moosreichen Rasenspiegel aufgrund von Lichtmangel insbesondere unter den breitkronigen Eibenbeständen unterbrochen. [—] Inbesondere in halbschattigen Adressenbereichen zeigt sich jedoch ein umfangreiches Artenspektrum mit zahlreichen Moosen und folgenden dominierenden krautigen Arten: [+] • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) • Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) • Echtes Labkraut (Galium verum) • Storchschnabel (Geranium spec.) • Klee (Trifolium spec.) • Spitzwegerich (Plantago lanceolata) • Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans) • Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) Aufgrund der langen Bodenkontinuität erlangte die Artenzusammensetzung der Wiesen einen hohen Wert, welche mit einer Aussaat nicht wiederherstellbar wäre. [+]
Die krautige Vegetation auf den Bauminseln in den Wasserbecken profitiert vom feuchten Kleinklima und der Tropfbewässerung sowie dem Sprühnebel des Springstrahls. Die krautige Vegetation besteht an dieser Stelle u. a. aus Gundermann (Glechoma hederacea), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Labkraut (Galium sp.) und Wurmfarn (Dryopteris filix-mas). Vereinzelt sind unter den schattenspendenden Eibengruppen kleinere Bestände aus Gemeinem Efeu (Hedera helix) vorhanden. [+] Wertvolle Geophytenbestände werden im nördlichen Bereich des Mittelparterres durch Bestände aus gelb blühenden Wilden Tulpen (Tulipa sylvestris) und im Orangerieparterre (außerhalb BA) durch den Nickenden Milchstern (Ornithogalum nutans) gebildet. [+] Aufgrund unzureichend abgestimmter Mahdtermine kommen diese Bestände jedoch selten zur Blüte.177 [—] 176 SCHMIDT, 29.09.2025. 177 SCHWARZ,12.09.2025.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 87 5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
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Nennenswerte Geophytenbestände aus Krokussen befinden sich des Weiteren unter der Krone von Bergahorn Nr. 324 (Acer pseudoplatanus) und südwestlich des Winzerbrunnens. [+] In überschaubaren Beständen existieren Krokusse auch auf den zwei Bauminseln in der Hauptzufahrt. [+] Pflanzversuche von Maiglöck- chen (Convallaria majalis) im Gehölzsaum des Mittelparterres sind überwiegend nicht geglückt.178 Im restlichen Bearbeitungsgebiet befinden sich keine nennens- werten Geophytenbestände, sodass wichtige Blühaspekte im Frühjahr- und Herbst fehlen. [—]
178 SCHMIDT, 29.09.2025.
88 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.7 Rasen- und Wiesenflächen, Bodendecker und Krautschicht
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5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
Von hoher künstlerischer und bildhauerischer Qualität zeugen zwei Torpfeiler am Ehrenhof aus profiliertem Sandstein mit darauf befindlichem Figurenschmuck mit allerhand Kriegstrophäen und -ausrüstung (vgl. Abb. 65, S. 221). [+] Sie stammen aus der Zeit Brühls und gehen vermutlich auf den Entwurf von Gottfried Knöffel179 zurück. Sie wurden 1937 und 1999 restauriert und waren ursprünglich Bestandteil des nördlichen Hofabschlusses mit einer übermannshohen Mauer und drei Türen (vgl. Abb. 199, S. 279). Die unter Marcolini an die Torpfeiler hinzugefügten zwei männlichen Hermen sind seit 1937 nicht mehr im Ehrenhof vorhanden [—], sodass die Torpfeiler mit ihrer Profilierung und den großen glatten Flächen besonders ausdrucksstark, aber auch leer wirken. Die zwei männlichen Hermen erhielten mit ihrem aktuellen Aufstellungsort nördlich der ehemaligen Orangerie keine adäquate Platzierung180 und der Ehrenhof büßte an wertvoller und prägnanter bildkünstlerischer Ausstattung ein, vgl. S. 225. [—] Entlang der Straßenfassade befinden sich seitlich des Ehrenhofs je zwei Sandsteinlöwen zwischen welchen sich eine Metallkette an einer Pollerreihe aufspannt. Die ca. 70 cm hohen Löwenskulpturen haben je eine Vordertatze auf einem Sandsteinpoller und wurden von Johann Baptista Dorsch181 und dessen Schüler Anton Demmler im Stil des Klassizismus gefertigt (vgl. Abb. 55, S. 215). [+] Das bedeutungsschwere Motiv des Löwen182, vgl. S. 470, wiederholt sich im Fassadenschmuck von Haus A auf der Nordseite sowie am Gewand der weiblichen Hermen und im Marcoliniwappen an der Nordfassade der ehemaligen Orangerie. Vor dem verglasten Haupteingang befindet sich der sog. Delphinbrunnen, welcher von Marcolini im Ehrenhof aufgestellt wurde (vgl. Abb. 66, S. 221). [+] Der Wandbrunnen umfasst ein künstlerisch wertvolles barockes Hochrelief, welches vermutlich aus der Zeit Knöffels stammt und möglicherweise zuvor seinen Platz in der Orangerie hatte. [+] Das Hochrelief stellt zwei Putten mit einem Delphin dar, durch dessen Maul der Wandbrunnen mit Wasser gespeist wird. Der ursprüngliche Aufsatz mit der Darstellung einer Muschel183 und seitlichen Volutenornamenten wurde 1937 durch ein bis heute erhaltenes Wappen der Stadt Dresden und zwei Meerestiere ersetzt, wodurch Originalbestand verloren ging und sich die Wirkung des Brunnens veränderte.
179 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 180 Die nördliche Orangeriefassade war ursprünglich ohne skulpturale Ausschmückung gestaltet und die heute geringe Fußwegbreite bietet keine ausreichend langen Sichtachsen frontal auf die Hermen. 181 Weitere Informationen zu DORSCH, vgl. S. 461. 182 Weitere Informationen zum Motiv des Löwen, vgl. S. 470. 183 Weitere Informationen zum Motiv der Muschel, vgl. S. 469.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 89 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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[—] Das Brunnenbecken selbst ist offenbar eine Nachbildung von 1937 mit leicht veränderter Profilierung und daher kein Originalbestand aus Marcolinis Zeit. [—] An der Fassade über dem Brunnen befand sich bis 1936 ein Marcolinisches Wappen, erschaffen von Dorsch, welches heute nicht mehr an dieser Stelle existiert. [—] Am westlichen Vorplatz von Haus A wird die Fassade von zwei weiblichen Hermen (Kopien) in gebauschtem Gewand geziert. [—] Auch wenn sie den Raum künst- lerisch deutlich aufwerten, wirken sie an der Fassade vorgesetzt, statt integriert, weil mit der schlichten Fassadenprofilierung keine derartige Schmuckausstattung vorgesehen wurde. [—] Das Gewand wird von einer Schnalle mit einem kleinen Löwenkopf gehalten und zitiert das Löwenmotiv des vermutlich ursprünglichen Aufstellungsortes ‒ dem Ehrenhof.184 Mit ihren Händen halten sie je eine 2020 nachgebildete Sandsteinvase auf ihrem Kopf. Sie stammen ursprünglich aus der Zeit Marcolinis und spielen mit dem Vasenschmuck auf Marcolinis Direktorenpos- ten in der Meißner Porzellanmanufaktur an. Die Südseite von Haus A-Mitte weist zwei seit mindestens 1898 ungefüllte wand- gebundene Ädikulen185 auf. [—] Welche Kunstausstattung dort ursprünglich Auf- stellung fand, ist nicht bekannt. [—] Für eine Aufstellung der weiblichen Hermen sind diese Figurennischen allerdings ungeeignet, weil die Hermen mit ihrem koni- schen Pfeilerschaft für eine Aufstellung an einem Pilaster oder einem Pfeiler kon- zipiert sind. An der Südfassade ist heute lediglich ein Marcolinisches Wappen er- halten geblieben (vgl. Abb. 75, S. 225) [+] und die einstigen ornamentalen Bleiglasfenster sind durch einfache Glasscheiben ersetzt, sodass das Gebäude für einen Rokokobau verhältnismäßig nüchtern wirkt (vgl. Abb. 38, S. 199). [—] Zentral im Mittelpark befinden sich zwei Sandsteinskulpturen auf rechteckigen pro- filierten Sandsteinsockeln, die nach 1774 vom Bildhauer ThaddäusIgnatius Wisko- tschill186 (1753–1795) ausgeführt wurden, vgl. S. 219. [+] Sie sind Teil eines ur- sprünglich umfangreicheren Skulpturenprogramms, das auf den sächsischen Premierminister Camillo Graf von Marcolini zurückgeht, vgl. S. 467. Während sich vier weitere Figuren seit 1854 im Bürgerpark Dresden befinden, verblieben die Darstellungen von Themistokles und Tomyris im heutigen Krankenhausparks. [+] Die Werke gelten als bedeutende Zeugnisse der sächsischen Bildhauerkunst im Übergang vom Spätbarock zum Frühklassizismus. Ursprünglich an einem anderen Ort im Park aufgestellt, befinden sich die Skulpturen seit etwa 1875 an ihrem heu- tigen Standort. Die Hauptansichtsseite ist jeweils nach Norden ausgerichtet. His- torische Pläne und Fotografien belegen, dass die Figuren einst (von ca. 1875-
184 Möglicherweise waren die weiblichen Hermen in Fassadennischen oder vor Pilastern des Innenhofs aufgestellt, als der nachträglich eingebaute Korridor noch nicht bestand (vgl. Abb. 192, S. 273). 185 Eine wandgebundene Ädikula ist eine Figurennische mit architektonischer Fassung, hier mit einer profilierten Umrahmung und einem betonten Scheitelstein im halbrunden oberen Abschluss. 186 Weitere Informationen zu WISKOTSCHILL, vgl. S. 463.
90 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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- in eine runde Platzaufweitung eingebunden waren, die durch das damali- ge Wegenetz erschlossen wurde und eine unmittelbare Betrachtung der bild- hauerischen Details ermöglichte (vgl. Karte 18, S. 441). Im Zuge der Umgestaltun- gen von um 1937 verblieben die Skulpturen an ihrem Standort, waren seither allerdings von Rasen umgeben. Heute werden sie dicht von hochgewachsenen Eiben umstanden, wodurch Sichtbeziehungen stark eingeschränkt sind. [—] Ein Herantreten ist nur unter Verlassen der Wege möglich und die Verschattung lässt wenige Details aus der Ferne erkennen. [—] Hinzu kommt eine zunehmende Ver- moosung, insbesondere an der Figur der Tomyris, die auf die beschattete und feuchte Standortsituation zurückzuführen ist. [—] Im Jahr 2020 wurden beide Skulpturen umfassend restauriert und tragen keine Steinlasur, anders als die Prunkvase am Rondell im Mittelpark. Westlich des Rosengartens befindet sich eine lebensgroße Bronzefigur von Wil- helm Landgraf (vgl. Abb. 61, S. 219).187 Sie stammt aus dem Jahr 1959 und erhielt die ursprüngliche Bezeichnung „Frau ‒ sich Kämmende“ und wird mittlerweile nur noch „Sich Kämmende“ und seltener die „Die Haarbinderin“ genannt. Bei Landgrafs „Sich Kämmende“ handelt es sich um eine intime, stille Alltagsdarstel- lung – typisch für seine Arbeiten in dieser Zeit, die menschliche Gestik und ruhige Momentaufnahmen in Bronze umsetzten. Die Figur wurde zwischen 1975 und 1994 im Friedrichstädter Krankenhauspark aufgestellt und greift annähernd ei- nen Skulpturenstandort der Brühlschen Zeit auf, vgl. Überlagerung Plan 2.2. [+] Ebenso wie im Barock ist die heutige Figur mit ihrer Hauptansichtsseite nach Nordwesten ausgerichtet. [+] Eine diagonal verlaufende Wegeanbindung, wie es sie ursprünglich gab, ist heute nicht vorhanden. Vielmehr steht die Figur auf einer quadratischen Grundplatte aus Bronze, welche mit einer auffallend gro- ßen Mutter auf einem schlichten, scharrierten Sandsteinsockel (61 x 32 x 32 cm) befestigt ist. Dieser wiederum fußt auf einer deutlich größeren quadratischen Be- tonbodenplatte (97 x 97 cm). Sockel und Bodenplatte sind entsprechend des Grundrasters des Parks ausgerichtet und nicht an die Eindrehung der Figur ange- passt. [—] Im nördlichen Bereich des Rondells befindet sich heute eine Prunkvase (Sockel- vase oder auch Henkelvase), bei der es sich um eine im Jahr 1999 angefertigte Kopie eines stark verwitterten Originals von ca. 1740 handelt (vgl. Abb. 63, S. 219). Abermals restauriert wurde sie 2020 und trägt heute eine helle Steinlasur. Die originale Kunstausstattung, wies erhebliche Schäden auf und wurde im Ein- gangsbereich von Haus A aufgestellt. Die Vase wurde ursprünglich für eine Ni- sche innerhalb einer Heckenwand des Brühlschen Parks entworfen, die das his- torische Parterre räumlich fasste (vgl. S. 91). Es ist anzunehmen, dass der heutige
187 Weitere Informationen zu LANDGRAF, vgl. S. 462.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 91 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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Standort dem Entwurf von um 1870 folgt und die Vase bereits im 19. Jahrhundert dort aufgestellt war. Zwischenzeitlich wurde ihr Platz möglicherweise von einer Büste des Oberarztes Walther eingenommen. An ihrem heutigen Standort be- fand sich bis zur Neuaufstellung lediglich vegetabiler Schmuck (vgl. Abb. 286, S. 353 und Abb. 305, S. 369). Der heutige Standort entspricht der einstigen Zielschei- be im Spielparterre Brühls. [+] Eine weitere, stilistisch verwandte Prunkvase aus der Zeit um 1740 ist heute am Palaisteich im Großen Garten Dresden aufgestellt. Sie war sehr wahrscheinlich ein Pendant im spiegelbildlich angelegten Brühl- schen Garten. Wo genau sich die Vasen im Brühlschen Garten befanden, ließ sich bisher nicht erörtern. [—] Besonders bemerkenswert sind die Reliefdarstellun- gen auf den Schmuckvasen, die Motive aus Ovids „Metamorphosen“ aufgrei- fen.
Des Weiteren sind nördlich von Haus Q acht kleinere Schmuckvasen als Beton- abgüsse mit Putten- und Ornamentdekor deponiert. Die Originale waren eben- falls Teil des Marcolinischen Ausstattungsprogramms. Eine Federzeichnung von 1774 legt nahe, dass diese Schmuckvasen ursprünglich an der Straßenseite des Marcolinipalais aufgestellt waren (vgl. Abb. 191, S. 271). Dort befanden sie sich auf den ursprünglichen Zwerchgiebeln188 der heutigen Gebäude Haus A-Ost und A-West.
Der sogenannte Winzerbrunnen (auch Küfer-189 oder Kellermeisterbrunnen ge- nannt) befindet sich südlich des Haupteingangs der ehemaligen Orangerie und ist mit seiner Hauptansichtsseite nach Norden ausgerichtet (vgl. Abb. 80, S. 229). Der Brunnen stellt eine humorvoll-ikonografische Szene des Weingenusses dar und verleiht dem Park eine erzählerische, fast anekdotische Note, die sich von der Strenge des teils noch erhaltenen barocken und frühklassizistischen Skulptu- renprogramms deutlich abhebt. Dargestellt ist ein betrunkener Winzer – mit cha- rakteristisch übergroßer Nase –, der, auf einem Weinfass sitzend, im Rausch den Spund herauszieht, sodass der gesamte Wein ausläuft. Der kleine Brunnen ent- stand sehr wahrscheinlich im 18. Jahrhundert und ist der Legende nach vom Kel- lermeister des Grafen Marcolini inspiriert. [+] Weder Entstehungsjahr noch Künst- ler sind eindeutig belegt. [—] Sollte der Brunnen, wie von Fachleuten häufig vermutet, von Thaddäus Ignatius Wiskotschill190 sein, so müsste er zwischen 1774 und 1795 entstanden sein.191 Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass er bereits in
188 Ein Zwerchgiebel ist ein quer zum Hauptdach stehender Giebel, der aus der Dachfläche herausragt. 189 „Küfer“ ist eine Berufsbezeichnung für einen Handwerker, der Fässer aus Holz herstellt und repariert. Weitere Bezeichnungen sind „Böttcher“ oder „Fassbinder“. 190 Weitere Informationen zu WISKOTSCHILL, vgl. S. 463. 191 Wiskottschill arbeitete ab 1774 für Marcolini und starb 1795.
92 5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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der Phase Brühls geschaffen wurde, sodass er möglicherweise Johann Christian Knöffel192 zugeschrieben werden kann.193 Erstmals nachweisbar ist ein Brunnen an dieser Stelle in einer Karte von 1830/1835, (vgl. Karte 11, S. 435). Demnach wurde der Brunnen nicht vor 1827 an dieser Stelle platziert und hatte womöglich ursprünglich einen anderen Standort, sofern er eher geschaffen worden ist. In den Jahren 1982 bis 1985 sowie erneut 1994 fanden Sanierungsmaßnahmen statt. Seit ca. 1941 besitzt der Brunnen nicht mehr sein ursprünglich kunstvoll gestaltetes Metallgeländer [—], dessen Veranke- rung noch im Brunnenrand ablesbar ist. Auf der Südseite ist der Brunnen nicht mehr vegetabil abgegrenzt, wie das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Fall war (vgl. Abb. 315, S. 379). [+] In unmittelbarer Nähe des Brunnens, am Wegesrand vor der Zufahrt zur Orange- rie, zeugen Reste von Steinsockeln, vermutlich von einer früheren Ausstattung mit Pflanzschalen oder Steinvasen, die den Weg einst zusätzlich akzentuierten. [+] Details lässt die vorliegende Quellenlage offen (vgl. Abb. 313, S. 377). [—] Vor Haus U befindet sich eine Sandsteinbüste von Christian Georg Schmorl194 (1861-1932). Die auf einem Granitsockel mit Inschrift aufgestellte Büste des Pa- thologen ist mit ihrer Ansichtsseite nach Norden ausgerichtet (vgl. Abb. 64, S. 221). Rückseitig der Büste befindet sich eine Rampe, an deren Anlauf sich zwei aufwendig ornamentierte Sandsteinpoller, wahrscheinlich aus dem Rokoko, befin- den (vgl. Abb. 59, S. 217). [+] Sie sind mit einem Muschelschalenmotiv195 verziert, jenes Motiv, welches ehemals auch den Delphinbrunnen krönte (vgl. Abb. 206, S. 285). Auf dem Vorplatz von Haus C befindet sich ein kleines Wasserspiel ‒ der sog. Ku- gelbrunnen.[+] Es handelt sich um drei unterschiedlich große Steinkugeln, über welche Wasser fließt (vgl. Abb. 81, S. 229). Geschaffen wurde das Wasserspiel um 2007 im Zuge des Baus von Haus C von der Künstlerin Landy A196. Der Stand- ort greift keinen historischen Skulpturenstandort auf, auch wenn sich ein Pen- dant des Standortes der Bronzefigur „Sich Kämmende“ unweit des Kugelbrun- nens befunden hat, vgl. Überlagerung der Phasen 1-4. [—]
192 Weitere Informationen zu KNÖFFEL, vgl. S. 460. 193 Merkmale von Skulpturenschmuck des Sächsischen Barock und Sächsischen Rokoko – mit Schwerpunkt auf stilistischen und motivischen Unterschieden, vgl. S. 468. 194 Weitere Informationen zu SCHMORL, vgl. S. 463. 195 Weitere Informationen zur Bedeutung des Muschelschalenmotivs, vgl. S. 469. 196 Über die Künstlerin Lady A. Liegen keine weiteren Informationen vor.
5 Darstellung, Wertung und zeitliche Einordnung des Bestandes 93 5.8 Denkmale, Steinsetzungen und Skulpturen
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5.9 Ausstattung
Das Ausstattungsprogramm des Krankenhausparks ist nicht einheitlich und ein Resultat zahlreicher Anpassungen an die hohen Erfordernisse, die der Krankenhausbetrieb mit sich bringt. [—] Nicht konsequent wurde dabei ausreichend Rücksicht auf das Gartendenkmal genommen, sodass u. a. einige Lüftungsbauten und Schachtdeckel sehr präsent ins Auge fallen, wie beispielsweise im Rosengarten (vgl. Abb. 30, S. 191). [—] Positive Beispiele lassen sich u. a. an einem Lüftungsschacht im ehemaligen Orangerieparterre belegen, der sich mit seiner Materialität harmonisch einfügt (vgl. Abb. 48, S. 209). Eine funktionale Ästhetik haben die metallfarbenen Geländer an der Hauptzufahrt (vgl. Abb. 12, S. 173) und vor der Fassade von Haus R. Sie stammen aus der Zeit von nach 1990 und wurden aus Verkehrssicherheitsgründen integriert. Sie fügen sich nicht adäquat in das Gartendenkmal ein. [—] Schwarz lackierte Metallgeländer mit starken Rundprofilen befinden sich seitlich der gepflasterten Rampe zu Haus U. Das Geländer ist eine Neuinterpretation in enger Anlehnung an den Zustand von um 1899. [+] Die runden Pfostenkronen mit Profilierung finden sich bis heute am Treppenaufgang von Haus U wieder, ebenso an den halbrunden Wasserbecken und bis vor 1941 auch am Winzerbrunnen. Die kunstvoll als „S“ geschwungenen Anläufe der Geländer an der Rampe von Haus U sind eine neuere Zutat von vor 1992 (vgl. Abb. 59, S. 217). Ursprünglich war der Geländerabschluss in Schneckenform gestaltet, wie es am Treppengeländer von Haus U noch nachvollziehbar ist. Diese Volute fand auch am Geländer des Winzerbrunnen Anwendung. An den halbrunden Wasserbecken traten derartige kunstvolle Geländerabschlüsse nicht auf und folgen bis heute einer sehr schlichten Formensprache (vgl. Abb. 76, S. 227). An den noch erhaltenen/wiederhergestellten historischen Geländern lässt sich untereinander eine gestalterische Bezugnahme der im Detail unterschiedlich ausgeformten Geländer erkennen. [+] Bei Geländern aus der Phase nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die charakteristischen Merkmale nicht weitergeführt, wie ein Handlauf entlang einer Rampe südlich von Haus A-Mitte bis heute zeigt. [—] Die Terrasse entlang der ehemaligen Orangeriefassade ist heute, im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht mehr von einem Geländer gesäumt. Lediglich ein Zugang ins Kellergeschoss ist mit einem verzinkten Geländer versehen, welches die schlichte Ästhetik des Stabmattengeländers mit Flachstahlprofilen weiterführt (vgl. Abb. 142, S. 253). [+] In besonders repräsentativen Teilbereichen wurde bei der Sanierung von Geländern in jüngerer Zeit, wie im Ehrenhof im Jahr 1999, Wert auf ein hohes Maß an Qualität und Ästhetik gelegt. [+] Die Neuschöpfungen wurden in
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historisierender Formensprache des Neobarocks ausgewählt und integrieren sich harmonisch in das Raumbild. [+] Ebenso verhält es sich im Ehrenhof mit acht schwarzen Wandleuchten (vgl. Abb. 164, S. 259), zwei je dreistufigen hinzugefügten Treppen an der Stirnseite des Korridors sowie zwei Orientierungstafeln aus Messing an der Innenhoffassade. Eine weitere Orientierungstafel mit einem Übersichtsplan befindet sich südlich des Pförtnerhäuschens an der Hauptzufahrt und stammt aus einem seit 1999 angewandten Ausstattungskatalog mit türkisfarbenen Metallkonstruktionen. Türkise Wegweiser ohne Plandarstellung befinden sich im Norden und Süden der östlichen Lindenreihe sowie an der Kreuzung zum südlichen Querweg. Das farbliche Hervorstechen der Tafeln hilft Orientierungssuchenden beim Auffinden der Wegweiser. Für das Gartendenkmal ist die Farbwahl jedoch nicht adäquat getroffen (vgl. Abb. 158, S. 257). [—] Größere Wegweiser mit metallfarbener Oberfläche befinden sich an der Holländischen Linde (Tilia x vulgaris) Nr. 289 und östlich vom nördlichen Anfang des Mittelwegs im Wechselflorbeet sowie in der Vegetationsinsel östlich von Haus A-Mitte (vgl. Abb. 172, S. 261). Im Bearbeitungsgebiet befindet sich des Weiteren eine kleine Informationstafel auf einem hüfthohen Schrägpult seitlich des Mitteleingang von Haus N. Es informiert über die historischen Hintergründe des Neptunbrunnens und weist den Weg durch das Gebäude zur Brunnenanlage (vgl. Abb. 133, S. 251). [+] An besonders wertvollen Gehölzen sind teilweise weiße Beschriftungsschildchen aus Metall angebracht, welche den deutschen und lateinischen Pflanzennamen wiedergeben. [+] Ähnlich verhält es sich mit Beschriftungsschildchen im Wechselflorbeet entlang der Mittelachse [+], welche mit zahlreichen laminierten Etiketten Auskunft über die Staudennamen geben. [—]
Bei den im Folgenden beschriebenen Ausstattungselementen sind im BA unterschiedliche Modelle vertreten. Diese sind im Bestandsplan mit „L“ für Leuchte, „B“ für Bank und „A“ für Abfalleimer mit entsprechend angefügter Modellnummer ausgewiesen: Im Bearbeitungsgebiet wurde bisher kein durchgehendes Beleuchtungskonzept umgesetzt. [—] Im Mittelparterre befinden sich relativ auffällige, türkisfarbene Mastleuchten (vgl. Bestandsplan L1 sowie Abb. 158, S. 257) aus den 1990er Jahren. [—] Diese greifen u. a. annähernd die seit 1911 bestehenden Leuchtenstandorte entlang der Mittelachse auf, mit dem Unterschied, dass sie heute westlich, statt wie ursprünglich östlich der Mittelachse platziert sind. Als Straßenleuchtenmodelle wirken sie insbesondere aufgrund ihrer Farbgebung im Wechselflor fehlplatziert (vgl. Abb. 38, S. 199). [—] Die Westflanke des Parterres weist teilweise aus der DDR stammende Rundleuchten (L3, vgl. Abb. 165, S. 259) aber auch Modelle neueren Datums als
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silbergraue Mastleuchte mit Schirm (L2, vgl. Abb. 159, S. 257) und Pollerleuchten (L4, vgl. Abb. 156, S. 257) auf. Die halbkugelförmigen Leuchten von 1937 sind im BA nicht mehr erhalten (vgl. Abb. 268, S. 339). An der Gebäuden sind verschiedenartige Wandleuchten angebracht (L5 WL). Die historischen Wandleuchten an den südlichen Ecken der von Haus A-Mitte sind nicht erhalten geblieben (vgl. Abb. 231, S. 311). Weitere nicht noch einmal im BA vorkommende Leuchten sind im Bestandsplan mit L5 ausgewiesen. Die Vielfalt der Leuchtenmodelle wirkt eklektisch. [—] Die Skulpturenausstattung und/oder die Schmuckfassaden werden, abgesehen vom Delphinbrunnen, aktuell nicht illuminiert. In einem funktional gestalteten Betonschacht im Rasenspiegel des Ehrenhofs ist ein Bodenstrahler integriert (BL). [—] Eine weitere Bodenleuchte strahlt einen Wegweiser im Norden der westlichen Allee an.
Bänke sind im Park als Ort des Verweilens zahlreich aufgestellt und bieten sowohl schattige, als auch sonnige Sitzplätze. [+] Aufgestellt sind die Bänke des Mittelparks in rechteckigen Nischen mit ein bis vier Bänken in Reihe (vgl. Abb. 117, S. 245). [+] Die Ausstattung an Bänken ist uneinheitlich und weist eine große Spannbreite auf. [—] Im Gartenparterre befinden sich historisierende Gussgestelle mit Astknotenornamentik (B1, vgl. Abb. 148, S. 255)[+] , bis hin zu sehr funktional wirkenden konischen Betonsockeln (B2; Bestand von um 1937, vgl. Abb. 150, S. 255) [—] und schlicht gehaltene Metallkonstruktionen (B3, vgl. Abb. 149, S. 255). [—] Einige Modelle existieren mit einem leicht geschwungenem Metallgestell mit historisierendem Anklang, welche mit Holzlattung inklusive Rückenlehne ausgestattet sind (B4, vgl. Abb. 151, S. 255). [+] Einzelmodelle mit einfacher Metallkonstruktion und Kunststofflattung, wie auf der Terrasse an der ehemaligen Orangerie und mit Holzlattung vor Haus G sind im Bestandsplan mit B5 ausgewiesen. [—] Die einstigen überlangen Bänke von einer Parkgestaltung von 1937 nicht nicht mehr vorhanden. [+] Sie befanden sich südlich der halbrunden Wasserbecken197 und werden heute durch je vier Einzelbänke in Reihe ersetzt. Insgesamt zeichnet sich an den Sitzmöbeln Verschleiß ab. [—]
Im BA befinden sich zahlreiche Abfallbehälter, welche überwiegend den Bankstandorten zugeordnet sind. [+] Ein in Waschbeton (A1, vgl. Abb. 140, S. 253) ausgeführtes Modell aus DDR-Zeiten dominiert [—], lediglich im südlichen Bereich wurden die Waschbetonabfalleimer durch holzverkleidete Modelle (A2, vgl. Abb. 135, S. 251) [+] ersetzt. Beide Modelle sind oben offen gestaltet, sodass eine
197 Die langgestreckten Bänke befanden sich ursprünglich außerdem im Rosengarten und im Innenhof von HausP.
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Verteilung des Inhalts auf umliegende Flächen (durch Tiere und Wind) nicht selten zu beobachten ist. Einzelmodelle von Abfalleimern aus Metall (A3) befinden sich am Eingang von Haus C und auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie. [—] Vor den meisten Gebäudeeingängen befinden sich Pflanzkübel mit teilweise mehrjährigen Gehölzen bis hin zu Wechselflorbepflanzung (vgl. Abb. 132, S. 251). [+] Abgesehen von den Kübeln auf der Terrasse der ehemaligen Orangerie (vgl. Abb. 126, S. 249) und auf dem Vorplatz von Haus C (vgl. Abb. 127, S. 249) sind die Kübel äußerst vielgestaltig und in ihrer Materialität uneinheitlich. [—] [—] Die Materialien der Betonausstattung (Abfalleimer, Bänke, Leuchte, Pflanzkübel) sind für ein Gartendenkmal vorliegender Bedeutung nicht angemessen.
Auch die Ausstattung mit Fahrradständern ist inhomogen und reicht von einfachen Vorderradhaltern an Haus W, über halbkreisförmig geschwungene, anthrazitfarbene Fahrradanlehnbügel an Haus C (Model Galeb, Fa. Union Freiraum Mobiliar) bis hin zu eben solchen mit geschwungener Überdachung (vgl. Abb. 174, S. 261) an Haus R und an der südöstlichen Seite von Haus A-Ost. [—] Als Durchfahrtsbeschränkungen und Abstandshalter zu Gebäudeeingängen sind im BA zahlreiche verschiedenartige Poller verbaut, welche von einfachen Sandsteinquadern, über zierliche Modelle in anthrazit bis hin zu breiten metallfarbenen Pollern reichen. Des Weiteren sind verhältnismäßig unauffällig Medienpoller in das Gartendenkmal integriert (vgl. Abb. 175, S. 261 und Abb. 181, S. 263). [—]
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5.10 Nutzung Das Bearbeitungsgebiet hat für die Gesundheitsvorsorge und Genesung, speziell als Krankenhauspark, eine hohe Bedeutung. Der Park ist sozialer Begegnungsort und bietet bei Hitze wohltuende Schattenplätze zum Verweilen. Er wird zum Spa- zierengehen, Erholen, Beobachten, für Kommunikation und zum Überbrücken von Wartezeiten genutzt. Von zahlreichen Patientenzimmern bietet der Park ei- nen grünen, erholsamen Ausblick. [+] Das Mittelparterre und der Ehrenhof sind fast ausschließlich Fußgängern vorbe- halten, welche die zahlenmäßig größte Nutzergruppe darstellen. [+] Auf den an- grenzenden Straßenflächen haben jedoch überwiegend PKWs Vorrang [—], ver- einzelt wird der Straßenraum von Radfahrern genutzt. Die Fußgänger verhalten sich augenscheinlich so, dass sie Wiesen- und Rasenflächen des Gartendenk- mals weitgehend respektieren und im Normalfall nicht betreten.
Die Nutzergruppen umfassen: • Das Personal des Krankenhauses, welches den Park in Pausenzeiten zur Erholung, aber auch als direkte Wegeverbindung zwischen den angrenzenden Gebäuden nutzt, weil entlang der westlichen Allee kein Fußweg existiert. Aufgrund des Schichtbetriebs werden diese Wege zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit zurückgelegt (vorrangig in Bereichskleidung). • Vulnerable Gruppen wie ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen (u. a. Patienten des SKDF, Bewohner des Altenpflegeheims „St. Michael“, Bewohner des Mehrgenerationenhauses „Riesa efau“. Weniger komplizierte Patiententransporte (z. B. im Rollstuhl; nicht auf Transportliegen, wofür die begehbaren Kollektoren genutzt werden) erfolgen häufig in Begleitung eines Krankenpflegers durch den Park. • Junge Generationen (u. a. Schüler der 48. Grundschule, Kleinkinder der Kindertagesstätte „Kinderhaus Friedrichstraße 46“ und Kinder des medizinischen Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (KID)) • Versorgungstransporte (Medikamente, Wäsche, Abfall, Labor, Reinigung etc.) fahren mehrmals täglich die medizinischen Einrichtungen in den an das BA angrenzenden Gebäuden an und sind dafür auf die versiegelten Vorplätze wie an Haus R angewiesen. • Besucher von Patienten und während der Behandlungen wartende Angehörige. Ebenso Taxifahrer, welche nicht selten den kürzesten „Weg“ durch den Gehölzsaum vom Parkplatz in den Mittelpark nutzen. • Fußgänger und Radfahrer nutzen den Krankenhauspark auch als grüne Abkürzung und direkte Wegeverbindung vom Westen der Friedrichstadt zum Bahnhof Mitte und in die Altstadt sowie entgegengesetzt.
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Im BA kann auf einem hohen Engagement und Interesse der Nutzer aufgebaut werden, welche ihre Wertschätzung für die Anlage u. a. bei der Sanierung des Neptunbrunnens bewiesen haben und nach wie vor u. a. im Verein der Freunde des Städtischen Klinikums Dresden e. V. tätig sind. Der Verein arbeitet ehrenamtlich und akquiriert projektbezogen Gelder, zuletzt für die Restaurierung der Statuen Tomyris und Themistokles sowie der Sandsteinlöwen am Ehrenhof. Aktuell ist ein kleiner Trimm-Dich-Pfad zwischen Haus R und K in Planung. [+] Der kurzzeitig verweilende Besucher erfährt jedoch wenig über die Bedeutung der Parkanlage. [—] Im Festsaal von Haus A finden ein bis zwei Mal monatlich öffentliche Konzerte statt, welche über das SKDF organisiert werden.198 Besucher der Konzerte werden auf ihrem Weg zum Festsaal beiläufig durch aufgehängte Abbildungen des Parks auf dessen Historie aufmerksam gemacht und nutzen häufig den Park für einen kleinen Rundgang. Sonderführungen fanden bisher ca. zwei Mal im Rahmen des Tags des offenen Denkmals und zum Tag der offenen Tür statt, wobei vorrangig das Napoleonzimmer im Fokus stand. Der Park wurde zum Brunnentag ca. drei Mal durch Sonderführungen thematisiert. Auf Anfrage werden Führungen durch das ehemalige Palais und den Park von der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des SKDF, Frau Hunger, angeboten und im Schnitt ca. 15 bis 20 Mal jährlich durchgeführt.199 Die Führungen sind bis auf den Besuch des Napoleonszimmers kostenfrei. Weitere Sonderführungen zur Gartenhistorie bietet u. a. der Verein Wissensvermittlung der Denkmalpflege e.V.200 mit Brunnenführungen in der Dresdner Friedrichstadt an.201 Die Sozialen Medien werden vorrangig über Facebook und Instagram bedient, wobei Inhalte zum Park eine Seltenheit darstellen. Dort veröffentlichte historische Abbildungen trafen jedoch auf deutlich positive Resonanz. [+] In der Patientenzeitung Städtischen Klinikums sind Artikel über den Park seltene Ausnahmen, weil die Themen vorrangig medizinische Aspekte beleuchten.202 [—]
Die Wasserbecken sind aktuell nicht mit Fischen besetzt. Sie werden mit ihren Inseln jedoch von einem Entenpärchen genutzt. Ein Hinweiszettel am Geländer weist die Besucher darauf hin, die Enten nicht zu füttern, weil die Wasserqualität sonst erheblich leidet und die Sandsteinbecken durch den Kot der Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden. [+]
198 Vgl. Konzertkalender des Städtischen Klinikums Dresden: https://www.klinikum-dresden.de/patienten-besucher/kunst-im-klinikum/ konzerte, Zugriff 13.10.2025. 199 HUNGER, 6.10.2025. 200 Vgl. Homepage WvD: https://denkmal-wissen.de/. 201 Brunnenführung des Vereins Wissensvermittllung in der Denkmalpflege, 2016: https://www.denkmal-wissen.de/Fuehrungen,-Exkursionen,- Vortraege/x_Brunnenfuehrung-Mai/index.php/, Zugriff: 13.10.2025. 202 HUNGER, 6.10.2025.
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5.11 Analyse und Bewertung der Klimafolgen im Bestand
Die Grundwasserneubildung erfolgt im BA versickerungsdominiert, weshalb versickerungsfähige Oberflächen von besonders hoher Priorität sind. Unter anderem infolge der Austrocknung der oberen Wegedecke ist deren Wasserdurchlässigkeit in Hitzeperioden erheblich eingeschränkt, sodass eine ausreichende Versickerung nicht mehr gewährleistet ist.
Die Folgen der unzureichenden Abflussmöglichkeiten werden besonders bei Starkregenereignissen203 deutlich, wenn sich am tiefsten Punkt des BA im Südosten unweit von Kornelkirsche (Cornus mas, Nr. 401) großflächig das Oberflächenwasser anstaut. Das BA ist auf Starkregenereignisse als unzureichend vorbereitet einzuschätzen, wie sich letztmalig im August 2024 mit dem Einlaufen von Wasser in Kellergeschosse der angrenzenden Gebäude zeigte. [—] Laut Prognose sind im BA kleinflächig Wassertiefen von 0,5-1 m und großflächig 0,3-0,5 m zu erwarten.204 Bereits stark versiegelte Flächen weisen teilweise ein für die Vegetation ungünstiges Gefälle auf, wodurch Niederschlagswasser – wie beispielsweise im von großformatigen Granitplatten dominierten Ehrenhof – nach Norden in die Kanalisation abgeleitet wird, anstatt den angrenzenden Vegetationsflächen zuzuführen (vgl. Abb. 54, S. 215).
Vergangene Trockenperioden reduzierten bereits erheblich die Vitalität der Vegetation, was langfristig verstärkt zu einer Minderung der Aufenthalts- und Erholungsfunktion des Grünraums sowie der Verkehrssicherheit führen wird. [—] Die prognostizierte Klimaentwicklung für Dresden ist im Anhang auf Seite 474 dargestellt. Entsprechend ist ein durchdachtes Regenwassermanagement hinsichtlich Regenwassersammlung, -Speicherung und -Verwendung essentiell, um unter den aktuellen und zukünftigen klimatischen Bedingungen das Gartendenkmal zu erhalten. Der wertvolle Gehölzbestand205 im BA erhielt in den letzten Jahrzehnten keine ausreichende Pflege, um eine Resilienz gegenüber den klimatischen Veränderungen aufbauen zu können. Es besteht aktuell kein Bepflanzungskonzept sowie kein ausführlicher Pflegeplan. [—] Baumsicherungen wurden mit teils provisorischen Stützen vorgenommen. [—] Die Bestandsgehölze weisen erhebliche Trockenschäden auf, sodass teilweise eine Gefährdung der Verkehrssicherheit besteht (u. a. Großastabwurf an Lindenaltgehölzen in westlicher Allee). [—]
203 Sechsstündiger Modellregen mit einer Niederschlagssumme von 180 mm. 204 Prognose der Wassertiefen bei Starkregen, 2023: www.themenstadtplan.dresden.de, Abruf 27.08.2024. 205 Der Gehölzbestand des BA ist in vielfacher Hinsicht als wertvoll einzustufen. Weitere Informationen zum stadtklimatischen Beitrag des BA, vgl. S. 473.
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Auf dem stark frequentierten Krankenhausgelände wurde dem bisher mit teils erheblichen Großasteinkürzungen begegnet. Durch die Maßnahme wurde die Verkehrssicherheit kurzfristig gewährleistet. Gleichzeitig führte sie jedoch zu einer weiteren Einschränkung der Gehölzvitalität, wodurch langfristig erneut Risiken für die Verkehrssicherheit zu erwarten sind. [—] Weitere Stressauswirkungen zeigen sich u. a. an Grünastabwürfen, Schädlingsbefall, kahlen Kronen und artuntypischen kleinen Blattausbildungen und erheblichen Astbrüchen bei Starkwinden. [—] Von Schädlingsbefall besonders betroffen ist der Buchsbaumbestand (Buxus, ca. 60 Gehölze), welcher trotz mehrmals jährlicher Eindämmungsmaßnahmen gegen den Buchsbaumzünstler (Cydalima perspectalis) eine teils deutlich geminderte Vitalität aufweist. [—] Gegen den Buchsbaumzünster wird seit einigen Jahren mit regelmäßigen Kontrollen und dem Einsatz von Bacillus thuringiensis (Bt)206 sowie dem Spritzen von Neemöl vorgegangen. Die Anwendung erfolgt in der Regel ein Mal jährlich sobald sich im April/Mai erste Raupen zeigen und wird partiell bis zu 3 Mal pro Jahr wiederholt. [+]
Zu den im BA vorhandenen Gehölzarten mit hoher Widerstandsfähig gegenüber Hitze, Trockenheit und urbanem Stress zählen: • Ahornblättrige Platane (Platanus × hispanica) • Amerikanische Gleditschie (Gleditsia triacanthos) • Chinesische Wild-Birne (Prunus pyraster) • Echte Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia) • Europäische Eibe (Taxus baccata) • Japanische Blütenkirsche ‚Kanzan‘ (Prunus serrulata ‚Kanzan‘) • Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis) • Shantung-Ahorn (Acer mono) • Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) • Spitz-Ahorn (Acer platanoides) • Stiel-Eiche (Quercus robur) • Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) • Wachholder (Juniperus sabina) • Zürgelbaum / Celtis (Celtis spec.)
206 Biologisches Mittel zur Bekämpfung des Buchsbaumzünslers, bei dem die Raupen das Bakterium fressen und dadurch absterben.
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Folgende Gehölzgattungen des BA weisen artspezifisch ein Flachwurzelsystem (vgl. Spalte artspezifisches Wurzelsystem im Gehölzkataster, S. 161ff) auf und sind daher in Hitzeperioden besonders gefährdet:
• Ahorn (Acer)
• Apfel (Malus)
• Blau-Stechfichte (Pinus pungens)
• Flieder (Syringa)
• Fichte (Picea)
• Götterbaum (Ailanthus)
• Hartriegel (Cornus)
• Hasel (Corylus)
• Kirsche / Pflaume / Mandel / Pfirsich (Prunus)
• Lebensbaum / Thuja (Thuja)
• Magnolie (Magnolia)
• Perückenstrauch (Cotinus)
• Platane (Platanus)
• Scheinzypresse (Chamaecyparis / Chamaezyparis)
• Trompetenbaum (Catalpa)
• Weide (Salix)
• Zitrus (Citrus)
• Zypresse (Cupressus)
Zu den Gehölzen mit Herzwurzelsystem (vgl. Spalte artspezifisches Wurzelsystem im Gehölzkataster, S. 161ff) zählen:
• Buchsbaum (Buxus)
• Felsenbirne (Amelanchier)
• Hainbuche (Carpinus)
• Linde (Tilia)
• Olive (Olea)
• Rotbuche (Fagus)
• Rosskastanie (Aesculus)
• Stechpalme (Ilex)
• Urweltmammutbaum (Metasequoia)
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• Eibe (Taxus)
Im Mittelparterre weisen die kraut- und moosreichen Rasenspiegel in Dürreperioden teils erhebliche Trockenheitsschäden auf. Trockenheitschäden bis teilweise Ausfälle des Rasens sind ebenso südlich der ehemaligen Orangerie zu verzeichnen, wo sich der parallel zum Gebäude verlaufende Kollektor in den Sommermonaten durch verdorrten Rasen abzeichnet. [—] Daran schließt sich eine rechteckige Fläche mit Blütenpflanzen an. Auf der westlichen Freifläche des ehemaligen Orangerieparterres besteht eine ähnlich gestaltete große kreisrunde Fläche, ebenfalls ohne Rasennarbe mit einer sich versamenden Blühpflanzenmischung als Bienenweide, u. a. mit Kornblume (Centaurea cyanus) und Zottiger Wicke (Vicia villosa). [+] Diese Bereiche stellen sich allerdings aufgrund von Trockenheit nur im Frühsommer als attraktiv dar. [—] Auch westlich des Rosengartens bleiben in den Sommermonaten die Trockenheitsschäden im Rasenbild nicht aus. [—] Der Rasen ist in diesem Bereich deutlich verkrauteter und weist entsprechend eine höhere Artenvielfalt und mehr Blühaspekte auf. [+] Trockenheitsschäden fallen weniger intensiv aus und konzentrieren sich vor allem in Bereichen von Schachtanlagen und Kollektoren. [—]
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5.12 Analyse und Bewertung der Barrierefreiheit
An Haus W befinden sich relativ klein gehaltene Eingangstüren, welche nicht nicht barrierefrei erreichbar und passierbar sind. Über Haus G ist jedoch eine barrierefreie Erschließung gewährleistet. Ebenso steht an jedem Gebäude im BA mindestens ein barrierefreier Zugang zur Verfügung. [+] Die Pflasterfläche im Bereich der Hauptzufahrt und angrenzend an Haus W erschwert jedoch das Passieren u. a. für Nutzer von Rollstühlen und Rollatoren. [—] Die Wegebeläge weisen keine durchgehende Barrierefreiheit und stellenweise Gefahrenpotential
durch Stolperkanten auf. [—] Dazu zählt u. a. der nördliche Querweg. Dessen
Wegebelag aus breitfugig verlegten Betonplatten (vermutlich aus den 1970er
Jahren) birgt mit seinen teils verworfenen Platten Gefahrenpotential und ist nicht
barrierefrei nutzbar (vgl. Abb. 99, S. 237). [—]
Zwischen südlicher Querallee und dem Vorplatz von Haus C fehlt ein fußgängerfreundlicher Übergang (Fußgänger zählen zur größten Nutzergruppe). [—]
Der Zugang zum Krankenhausgelände erfolgt für Fußgänger hauptsächlich über die nördliche Hauptzufahrt oder alternativ über einen verglasten Vorbau im Ehrenhof, welcher eine barrierefreie Erschließung gewährleistet. [+ Die aufrechterhaltene Funktion des Ehrenhofs als Hauptzugang ist aus denkmalpflegerischer Sicht wertvoll und an dieser Stelle mit der notwendigen Barrierefreiheit sinnvoll kombiniert.]
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