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Bericht
ISEK
FÖRDERGEBIET „INNENSTADT“
HOMBERG (EFZE)
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ISEK für das Fördergebiet „Innenstadt“ in Homberg (Efze)
Programm Sozialer Zusammenhalt
Teil 1 - Bericht
Inhalt
ZUSAMMENFASSUNG 3
I EINLEITUNG 6
1.1 Aufgabe und Inhalt des ISEK .................................................................................. 6
1.2 Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ ........................................................... 6
1.3 Abgrenzung des Förder- und Untersuchungsgebiets ............................................... 7
1.4 Beteiligungskonzept und Beteiligungsergebnisse .................................................... 7
1.5 Ergebnisse vorangegangener Beteiligungen ............................................................ 9
II ANALYSE GESAMTSTADT 11
2.1 Lage im Raum und verkehrliche Anbindung .......................................................... 11
2.2 Demografische Entwicklung ................................................................................ 17
2.3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen .................................................................. 21
2.4 Nahversorgungs- und Einzelhandelsangebot ........................................................ 26
2.5 Soziale Infrastruktur ............................................................................................ 27
2.6 Freizeit, Kultur und Sport ..................................................................................... 28
2.7 Umwelt- und klimabezogene Aspekte .................................................................. 29
2.8 Zusammenfassende SWOT-Analyse Gesamtstadt ................................................ 30
III ANALYSE UNTERSUCHUNGSGEBIET 33
3.1 Stadtteilgeschichte und Denkmaltopografie......................................................... 33
3.2 Städtebau und Stadtbild ...................................................................................... 35
3.3 Nutzung und Funktion ......................................................................................... 42
3.4 Freiräume und Stadtplätze .................................................................................. 44
3.5 Verkehr und Mobilität .......................................................................................... 45
3.6 Soziale Infrastruktur und „Dritte Orte“ ................................................................. 49
3.7 Zusammenfassende SWOT-Analyse Untersuchungsgebiet ................................... 51
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IV LEITBILD, HANDLUNGSFELDER, ZIELE UND MAßNAHMEN 55
4.1 Leitbildentwicklung ............................................................................................. 55
4.2 Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen .............................................................. 56
V ZEIT- UND FINANZIERUNGSPLANUNG 61
5.1 Zeit- und Maßnahmenübersicht ........................................................................... 61
5.2 Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht ........................................................... 63
VI ORGANISATIONS- UND BETEILIGUNGSSTRUKTUR 65
VII ABBILDUNGSVERZEICHNIS 69
VIII QUELLEN 70
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ZUSAMMENFASSUNG
ISEK und Fördergebiet
Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Homberger Innenstadt bildet die fachliche Grundlage für die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ und die gezielte Entwicklung der Innenstadt in den kommenden rund zehn Jahren. Es bündelt die Ergebnisse einer umfassenden Bestandsanalyse, eines breit angelegten Beteiligungsprozesses sowie der Leitbild- und Maßnahmenentwicklung für das Fördergebiet „Innenstadt“.
Im Mittelpunkt steht die Homberger Innenstadt als zentrale Versorgungs-, Wohn- und Aufenthaltslage der Gesamtstadt. Das Fördergebiet umfasst die Kernbereiche mit Einkaufszentrum drehscheibe, Busbahnhof, Theodor-Heuss-Schule, Freiheit und Stadthalle. Das Untersuchungsgebiet bezieht zusätzlich angrenzende Wohnquartiere, Schul- und Sportstandorte sowie Teilbereiche der Altstadt ein, um städtebauliche, funktionale und soziale Zusammenhänge über die Grenzen des Fördergebiets hinaus berücksichtigen zu können.
Ausgangssituation
Die Homberger Innenstadt weist ausgeprägte städtebauliche und funktionale Qualitäten auf. Das historische Ensemble aus Untergasse, Stadtmauer, Wallgärten und Freiheit prägt das Stadtbild und stiftet Identität. Die Innenstadt fungiert als zentraler Versorgungs- und Dienstleistungsstandort mit guter Nahversorgung, vielfältigen Gesundheitsangeboten, sozialer Infrastruktur sowie Schulen und Kindertagesstätten. Sportpark Stellberg, Stadthalle, „Dritte Orte“ wie Machwerk und KOCHS sowie die Nähe zur freien Landschaft bieten wichtige Freizeit-, Kultur- und Bewegungsräume. Der Busbahnhof bildet den zentralen ÖPNV-Knotenpunkt mit Verbindungen in die Stadtteile und die Region.
Gleichzeitig zeigen sich im Fördergebiet deutliche Handlungsbedarfe. Im Gebäudebestand konzentrieren sich Sanierungsbedarfe und Leerstände insbesondere in der Untergasse und in der Freiheit. Die Überlagerung baulicher Mängel mit teil- und vollumfänglichen Leerständen beeinträchtigt Stadtbild und Funktionsfähigkeit und deutet auf einen Investitionsstau hin. In den Erdgeschosszonen historischer Versorgungsbereiche, vor allem in der Untergasse, ist die Versorgungsfunktion geschwächt, einzelne Straßenzüge werden als wenig belebt und wenig attraktiv wahrgenommen.
Im öffentlichen Raum prägen stark versiegelte Flächen und defizitäre Platzgestaltungen das Bild. Dies gilt insbesondere für Busbahnhof und Feuerwehrvorplatz, aber auch für St.-Nikolaus-Platz, Stadthallenvorplatz, Stellplatzflächen an der drehscheibe sowie Restflächen in der Freiheit. Es fehlen zwanglose, begrünte Aufenthalts- und Spielbereiche in fußläufiger Nähe, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Zugleich zeigt sich ein erheblicher Anpassungsbedarf an den Klimawandel (Hitzeinseln, fehlende Beschattung, begrenzte Entsiegelung).
Im Bereich Verkehr und Mobilität wird die Innenstadt stark durch den motorisierten Individualverkehr und ein hohes Verkehrsaufkommen auf Ziegenhainer Straße, Kasseler Straße und Wallstraße geprägt. Zu hohe Geschwindigkeiten, fehlende sichere Querungen, insbesondere im Umfeld des Busbahnhofs und entlang der Hauptachsen, sowie schadhafte und zu schmale Gehwege schränken die Barrierefreiheit ein und mindern die Aufenthaltsqualität. Die Radverkehrsinfrastruktur ist lückenhaft, öffentliche Fahrradabstellanlagen sind unzureichend, Carsharing-Angebote und Ladeinfrastruktur für E-Mobilität fehlen. 3
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Der Busbahnhof erfüllt zwar eine zentrale Funktion, weist jedoch deutliche Defizite hinsichtlich Gestaltung, Ausstattung, Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und Sicherheitsempfinden auf.
Die soziale Infrastruktur ist grundsätzlich gut ausgestattet, einzelne Einrichtungen, insbesondere die beiden Kindertagesstätten im Gebiet, sind jedoch deutlich sanierungsbedürftig. Innerhalb der Innenstadt fehlen jugendgerechte, zwanglose Treffpunkte. Der Busbahnhof wird von Jugendlichen eher als Angstraum wahrgenommen. Zugleich bestehen Potenziale, vorhandene „Dritte Orte“ stärker sichtbar zu machen und freiwerdende Gebäude, etwa den ehemaligen Feuerwehrstandort, für soziale, kulturelle und bildungsbezogene Angebote zu nutzen.
Leitbild und strategische Zielrichtung
Auf Basis der Bestandsanalyse und der Beteiligung wurde das Leitbild
„Homberg bewegt: belebt und vielfältig für Jung und Alt“
entwickelt. Es beschreibt die Homberger Innenstadt als lebenswerte und nutzungsgemischte Mitte mit hoher Aufenthaltsqualität, viel Grün, guter Versorgung sowie attraktiven und belebten Begegnungsorten für alle Generationen. In bester Lage verbindet sie fußläufig Wohnen, Arbeiten und Freizeit. „Bewegt“ steht sowohl für vielfältige Sport- und Bewegungsangebote als auch für eine dynamische Stadtentwicklung, die Raum für neue Ideen bietet. „Belebt“ betont die Bedeutung attraktiver, intensiv genutzter öffentlicher Räume. „Vielfältig“ verweist auf die Mischung unterschiedlicher Nutzungen, Wohnformen, Zielgruppen und Lebensstile. „Für Jung und Alt“ unterstreicht die Ausrichtung auf generationengerechte Treffpunkte und Angebote.
Handlungsfelder und zentrale Ziele
Aus dem Leitbild wurden sechs Handlungsfelder sowie zwei Querschnittsthemen abgeleitet, die die strategische Ausrichtung der Innenstadtentwicklung konkretisieren:
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Entwicklung des Gebäudebestands Innenstadtrelevante Gebäude und Einrichtungen, u. a. Stadthalle, Kindertagesstätten, ortsbildprägende Immobilien, sollen erhalten, saniert und, wenn möglich und sinnvoll, zu multifunktionalen Begegnungs-, Bildungs- und Kulturorten weiterentwickelt werden. Leerstände und mindergenutzte Flächen werden durch Nach- und Umnutzungen aktiviert, um die Innenstadt zu beleben und zusätzlichen, innenstadtnahen Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen zu schaffen. Ein Anreizprogramm soll private Investitionen in Sanierung und Umnutzung fördern.
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Herstellung und Gestaltung von Freiflächen Öffentliche Räume und Plätze sollen gestalterisch und funktional aufgewertet, verkehrsberuhigt und stärker begrünt werden, um Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Bewegungsangebote zu verbessern. Busbahnhof, Feuerwehrvorplatz, St.-Nikolaus- Platz, Untergasse, Ziegenhainer Straße und der Bereich um die Stadthalle bilden zentrale Schwerpunkte. Historische Strukturen wie Stadtmauer und Wallgärten sollen als identitätsstiftende Bewegungs- und Aufenthaltsräume besser erlebbar werden.
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Verkehr und Mobilität Ein integriertes Verkehrsentwicklungskonzept soll ruhenden Verkehr, Kfz-Verkehr, Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV stadtverträglich aufeinander abstimmen.
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Ziel ist eine fuß- und radverkehrsfreundliche, barrierearme und sichere Mobilität, eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs und die Entwicklung des Busbahnhofs zu einer multimodalen Mobilitätsstation mit verbesserter Aufenthaltsqualität, Radabstellanlagen und Ladeinfrastruktur.
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Soziales, Bildung, Kultur, Gesundheit, Freizeit und Sport Quartiersbezogene soziale, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote sollen vernetzt, bedarfsgerecht ausgebaut und durch ein Quartiersmanagement koordiniert werden. Besondere Bedeutung haben Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen, die Stärkung von Bildungs- und Teilhabechancen sowie ein wirksames Sauberkeits- und Müllmanagement. Ein Verfügungsfonds unterstützt niedrigschwellige Projekte und Eigeninitiativen.
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Lokale Ökonomie und Beschäftigung Die lokale Ökonomie im Fördergebiet soll durch gezielte Unterstützung von Betrieben, Neuansiedlungen und Qualifizierungsangeboten gestärkt werden. Niedrigschwellige Beschäftigungs- und Arbeitsförderangebote im Bereich einfacherer handwerklicher und gestalterischer Tätigkeiten tragen dazu bei, arbeitsmarktferne Personen zu aktivieren und gleichzeitig die Aufwertung des Quartiers zu unterstützen.
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Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung Eine kontinuierliche, leicht zugängliche Öffentlichkeitsarbeit soll Transparenz über Ziele, Projekte und Fortschritte schaffen und das Image der Innenstadt als lebendige, familienfreundliche Mitte stärken. Lokale Akteurinnen und Akteure werden strukturiert in Beteiligungsprozesse eingebunden. Zentrale Informationsmedien erhöhen die Sichtbarkeit von Angeboten und Entwicklungen.
Die beiden Querschnittsthemen „Kriminalprävention und Sicherheit“ sowie „Klimaschutz und -anpassung“ sind in allen Handlungsfeldern verankert. Sie zielen auf sichere, gut einsehbare und belebte öffentliche Räume, die Stärkung nachbarschaftlicher Netzwerke sowie auf energieeffiziente Gebäudesanierung, mehr Stadtgrün, Entsiegelung, wassersensible Gestaltung und klimafreundliche Mobilität.
Maßnahmenkonzept, Priorisierung und Umsetzung
Das Maßnahmenkonzept umfasst sowohl investive als auch nichtinvestive Projekte. Es reicht vom Umbau des ehemaligen Feuerwehrstützpunkts, der Modernisierung der Stadthalle und der Sanierung der Kindertagesstätten über die Umgestaltung von Busbahnhof, Wallstraße, St.- Nikolaus-Platz, Untergasse, Spiel- und Freiflächen bis hin zu einem Verkehrsentwicklungskonzept, dem Aufbau eines Quartiers- und Fördergebietsmanagements, der Einrichtung eines Verfügungsfonds und Maßnahmen zur Stärkung lokaler Ökonomie sowie zur Qualifizierung und Beschäftigung. Die Maßnahmen wurden nach ihrer Bedeutung für die Zielerreichung, der kommunalen Einflussmöglichkeit und der Verfügbarkeit weiterer Fördermittel priorisiert und in eine zeitliche Umsetzungsfolge eingeordnet.
Die Organisations- und Beteiligungsstruktur stellt sicher, dass Politik, Verwaltung und lokale Akteurinnen und Akteure den Umsetzungsprozess gemeinsam tragen. Stadtverordnetenversammlung, Steuerungsgruppe, Lenkungsgruppe sowie das Fördergebiets- und Quartiersmanagement übernehmen klar definierte Rollen in Steuerung, Koordination, Beteiligung und Kommunikation.
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Damit bildet das ISEK einen strategischen Fahrplan, um die Homberger Innenstadt im Sinne des Leitbildes „Homberg bewegt: belebt und vielfältig für Jung und Alt“ schrittweise als lebenswerte, nutzungsgemischte und generationengerechte Mitte weiterzuentwickeln.
I EINLEITUNG
1.1 Aufgabe und Inhalt des ISEK
Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (kurz ISEK) ist die fachliche Grundlage, um Mittel der Städtebauförderung von Bund und dem Land Hessen in Anspruch nehmen zu können. Es beschreibt die städtebaulichen Entwicklungsperspektiven für ein räumlich abgegrenztes Gebiet, im vorliegenden Fall für die Homberger Innenstadt, für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren. Damit fungiert das ISEK als strategischer Fahrplan für die funktionale, bauliche und gestalterische Aufwertung des Untersuchungsgebiets.
Im ISEK werden unter Berücksichtigung sozialer, städtebaulicher, kultureller, ökonomischer und ökologischer Aspekte die bestehenden Handlungsbedarfe im Gebiet systematisch herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein Leitbild und Ziele für die zukünftige Entwicklung der Homberger Innenstadt formuliert. Daran anschließend konkretisiert das ISEK die erforderlichen Schritte zur Zielerreichung in Form eines Maßnahmenkonzepts. Dieses umfasst sowohl investive als auch nichtinvestive Projekte und Programme, mit denen die definierten Entwicklungsziele umgesetzt werden sollen.
Die Erarbeitung des ISEK ist als kooperativer Prozess angelegt, an dem öffentliche, private und zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt sind. Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft, Verbänden, Vereinen und sozialen Einrichtungen waren im Laufe des Erarbeitungsprozesses ausdrücklich eingeladen, sich in die Analyse, Ideenfindung, und Projektentwicklung einzubringen. Zu diesem Zweck gab es einen breit angelegten Beteiligungsprozess mit Präsenzveranstaltungen und digitalen Formaten, der die Konzepterstellung kontinuierlich begleitete.
1.2 Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“
Das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ von Bund und Ländern unterstützt Städte und Gemeinden bei der Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Quartiere. Im Mittelpunkt stehen die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität, die Sicherung einer vielfältigen Nutzung im Quartier sowie die Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts und der Integration aller Bevölkerungsgruppen.
Hierzu werden investive Maßnahmen im Wohnumfeld, in der sozialen und freiräumlichen Infrastruktur sowie im öffentlichen Raum mit begleitenden, nicht baulichen Ansätzen verknüpft, die Beteiligung, Bildungschancen, Integration, Klimaschutz und Klimaanpassung fördern. Wesentliche Grundlage des Programms ist die aktive Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerschaft und lokaler Akteure.
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1.3 Abgrenzung des Förder- und Untersuchungsgebiets
Für das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ wurde in Homberg (Efze) ein räumlich klar umrissenes Fördergebiet festgelegt, das die zentralen Innenstadtbereiche mit dem Einkaufszentrum drehscheibe, dem Busbahnhof, der Theodor-Heuss-Schule, der Freiheit und der Stadthalle umfasst. Dieses Kerngebiet bildet den Schwerpunkt der künftigen investiven Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung. Ausschlaggebend für die Abgrenzung ist, dass sich in diesen zentralen Innenstadtbereichen städtebauliche und funktionale Defizite räumlich bündeln. Hier treten in besonderem Maße Sanierungsbedarfe und Leerstände auf, die Versorgungsfunktion ist punktuell bereits geschwächt und es bestehen erhebliche Qualifizierungsbedarfe in der Gestaltung der öffentlichen Räume und Platzflächen. Zudem fehlen attraktive und barrierearme Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum, die von unterschiedlichen Generationen gleichermaßen genutzt werden können.
Für die Erarbeitung des ISEK wurde darüber hinaus ein erweitertes Untersuchungsgebiet definiert, das über die Grenzen des Fördergebiets hinausgeht. Dieses umfasst neben der zentralen Innenstadt weitere angrenzende Bereiche, darunter die Untergasse in der Altstadt, der Sportpark mit Stellbergstadion, die Stellbergschule, die Erich-Kästner-Schule sowie ein zwischen Sportpark und Innenstadt liegendes Wohngebiet. Die Einbeziehung dieser Bereiche trägt dem Umstand Rechnung, dass städtebauliche Missstände, funktionale Schwächen der Versorgung und Defizite in der Freiraumversorgung nicht an der Grenze des Fördergebiets enden, sondern in engem räumlichem und nutzungsbezogenem Zusammenhang mit der Homberger Innenstadt stehen.
Durch diese erweiterte Gebietsabgrenzung können städtebauliche, funktionale und soziale Zusammenhänge im Umfeld der Homberger Innenstadt umfassend analysiert und integrierte Entwicklungsziele sowie Maßnahmen für das Gesamtquartier formuliert werden.
1.4 Beteiligungskonzept und Beteiligungsergebnisse
Beschreibung des Beteiligungsverfahrens
Das Beteiligungsverfahren zur Erarbeitung des ISEK für die Homberger Innenstadt wurde als mehrstufiger, zielgruppenspezifischer Prozess angelegt. Zentrale Bausteine waren ein öffentlicher Stadtspaziergang, Workshops mit Schlüsselgruppen wie Familien, Seniorinnen und Senioren sowie Schülerinnen und Schülern, ergänzende Schlüsselpersonengespräche, unter anderem mit ortskundigen Personen und Vertreterinnen und Vertretern örtlicher Bildungseinrichtungen und sozialer Angebote, sowie begleitende Online-Formate. Aufbauend auf der Bestandsanalyse gab es zudem Werkstätten zur Entwicklung eines Leitbildes sowie zur Findung von Projektansätzen. Ziel des Beteiligungsverfahrens war es, alltagsnahes Erfahrungswissen und unterschiedliche Perspektiven systematisch in die Analyse der Stärken und Schwächen, die Formulierung von Leitbild und Entwicklungszielen sowie die Konkretisierung des Maßnahmenkonzepts einzubeziehen und so die Akzeptanz und Umsetzungsorientierung des ISEK zu stärken.
Die Ergebnisse der einzelnen öffentlichen Präsenzveranstaltungen sowie der Onlinebeteiligung sind auf der Projektwebsite unter https://www.homberg-innenstadt.de einsehbar.
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Zentrale Ergebnisse im Überblick
Die Homberger Innenstadt verfügt aus Sicht der Beteiligten über ausgeprägte städtebauliche und funktionale Qualitäten. Besonders positiv hervorgehoben werden die Altstadtarchitektur mit ihrer Fachwerkbebauung, die historische Struktur der Freiheit als Wohnquartier für unterschiedliche Altersgruppen sowie der St. Nikolaus Platz als ruhiger, innenstadtnaher Wohn- und Aufenthaltsort. Als Stärken gelten zudem die gute Versorgungslage mit Nahversorgung, Gesundheitsangeboten und sozialer Infrastruktur, die zentrale Rolle der drehscheibe als Versorgungsstandort, der Sportpark als wichtiger Ort für Sport und Begegnung sowie Stadthalle und Sportflächen als bedeutende Freizeit und Aufenthaltsräume für unterschiedliche Zielgruppen.
Dem stehen vielfältige Defizite und Problemlagen gegenüber. Wiederholt benannt werden Sanierungsbedarfe und Leerstände im Gebäudebestand, insbesondere in der Freiheit und in Teilen der Untergasse. Im öffentlichen Raum werden fehlende Aufenthaltsqualitäten, Mangel an Stadtgrün, wenig zwanglose Treffpunkte und Defizite bei Spiel- und Freizeitangeboten kritisiert. Im Bereich Verkehr werden hohe Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs, problematische Querungsbeziehungen sowie eingeschränkte Barrierefreiheit hervorgehoben. Der Busbahnhof wird trotz seiner funktionalen Bedeutung sowohl gestalterisch als auch im Hinblick auf Aufenthaltsqualität und Sicherheit kritisch bewertet.
Die Wünsche und Entwicklungsvorstellungen der Beteiligten zielen auf eine integrierte Aufwertung von Gebäuden und öffentlichem Raum, eine Stärkung von Stadtgrün und Aufenthaltsqualität sowie eine Verbesserung der Angebote für verschiedene Zielgruppen. Genannt werden insbesondere die Sanierung und Belebung des Gebäudebestandes, die Umnutzung von Leerständen (zum Beispiel zu Wohnraum, Jugendherberge, Ferienwohnungen), die Aufwertung von Freiheit, Untergasse, Busbahnhof und dem St. Nikolaus Platz, der Ausbau von zwanglosen, generationsübergreifenden Spiel-, Begegnungs- und Aufenthaltsorten sowie die bessere Nutzung und Öffnung von Schul- und Sportflächen. Im Bereich Mobilität werden eine wirksamere Verkehrsberuhigung, sichere Querungen, bessere fußläufige und radverkehrsbezogene Verbindungen, eine zeitgemäß ausgestattete Mobilitätsstation am Busbahnhof und zugleich die Sicherung zielortnaher Parkangebote gewünscht. Insgesamt wird eine Weiterentwicklung der Innenstadt angestrebt, die bauliche, freiraumbezogene, soziale und verkehrliche Aspekte zusammenführt und die identitätsstiftenden Qualitäten des Ortes bewahrt.
Räumliche Schwerpunkte
Die Rückmeldungen aus den Beteiligungsverfahren bündeln sich auf einige räumliche Schwerpunkte innerhalb der Homberger Innenstadt. Hierzu zählen insbesondere die Untergasse mit ihren sozialen und gestalterischen Herausforderungen, die Ziegenhainer Straße mit dem Umfeld der drehscheibe sowie der Busbahnhof mit Wallstraße, Stadtzugang und Wallgärten. Weitere zentrale Fokusräume sind der Standort der alten Feuerwehr, der Sportpark, der Spielplatz Katterbach, die Stadthalle mit Vorplatz, die Freiheit mit dem St. Nikolaus Platz sowie ausgewählte Straßenräume wie die Freiheiter Straße. In diesen Bereichen verdichten sich zentrale Handlungsbedarfe.
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1.5 Ergebnisse vorangegangener Beteiligungen
Kleinstadt im Wandel – Von der Kleinstadt zur WANDELstadt
Im Vorfeld der Erarbeitung des ISEK wurden in Homberg (Efze) bereits mehrere Beteiligungs- und Stadtentwicklungsprozesse umgesetzt, die wichtige Impulse für die aktuelle Innenstadtentwicklung geliefert haben. Die in diesen Prozessen gewonnenen Erfahrungen und Beteiligungsergebnisse fließen in die Erarbeitung des ISEK für die Homberger Innenstadt ein.
Bestandteil dieses Prozesses war das Modellprojekt „Kleinstadt im Wandel – von der Kleinstadt zur WANDELstadt“, dass in den Jahren 2024 und 2025 im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (BBSR) durchgeführt wurde. Ziel des Projekts war es, gemeinsam mit der Bürgerschaft eine Wandelkultur in Homberg (Efze) zu entwickeln, die Transformation der Stadtentwicklung sichtbar zu machen und eine positive Dynamik in die Innenstadt zu tragen. Im Zentrum standen die Belebung der Altstadt, die Nutzung leerstehender Bestände, die Stärkung gemeinschaftlicher Nachbarschaften sowie das Erproben neuer Nutzungen und Formate im Bestand.
Konkret wurde die Stadtentwicklung durch drei zentrale Bausteine begleitet: Ein WANDELrat aus externen Fachexpertinnen und -experten, der die Stadt zu strategischen Fragen des Wandels berät, eine WANDELgalerie, die städtische Vorhaben im öffentlichen Raum reflektiert und zur Diskussion und Interaktion einlädt, und RAUMstipendien, die innovative Geschäfts- und Nutzungsideen in leerstehenden Ladenlokalen unterstützen. Homberg (Efze) wurde als eine von vier Kommunen in einem bundesweiten Wettbewerb ausgewählt, um exemplarisch neue Wege für die Entwicklung von Kleinstädten im Wandel zu erproben.
Post Corona-Projekt: WANDELpfad
Mit dem Projekt „WANDELpfad“, das in den Jahren 2020 bis 2023 durchgeführt wurde, war Homberg (Efze) eines von bundesweit 17 Pilotprojekten im Programm „Post-Corona-Stadt“ der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine resiliente, zukunftsfähige Stadtentwicklung in einer ländlich geprägten Kleinstadt gestaltet werden kann. Der WANDELpfad verknüpfte unterschiedliche Projekte und Orte in der Homberger Altstadt mit den zentralen Aktionsbereichen der Stadtentwicklung zu einem ganzheitlichen Ansatz. Ziel war es, ein nachhaltiges Angebot an städtischen Lebens- und Aktionsräumen zu entwickeln, Potenziale für neue Nutzungen im öffentlichen Raum und in der Stadtstruktur aufzuzeigen und lokale Akteure, Orte und Angebote stärker miteinander zu vernetzen.
Das Projekt wurde in Kooperation mit der Stadt Homberg (Efze) von einem breiten Netzwerk umgesetzt, darunter die Cittàslow-Initiative, das Homeberger-Netzwerk regionaler und nachhaltig agierender Unternehmen, das Klimaschutzmanagement der Stadt, die Teilnehmenden des „Summer of Pioneers“ sowie der MarktCampus als Kreativquartier und Reallabor des städtischen Strukturwandels. Der WANDELpfad machte laufende und geplante Wandelprozesse sichtbar, erprobte neue Formate der Nutzung des öffentlichen Raums, der Mobilität und der Innenstadtentwicklung und trug damit zur Etablierung einer Wandelkultur bei. Die Erfahrungen und Impulse des Projekts fließen in die Analyse, Zielentwicklung und Maßnahmenkonzeption des ISEK für die Homberger Innenstadt ein.
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Dorfentwicklung
Im Jahr 2020 wurde die Stadt Homberg (Efze) in das hessische Dorfentwicklungsprogramm als gesamtkommunaler Förderschwerpunkt aufgenommen. Zentrales Ziel ist die Weiterentwicklung der Stadtteile und ihrer Infrastruktur sowie deren Erhalt als lebenswerte Dörfer mit stabilen sozialen Gemeinschaften. Gleichzeitig soll die Identifikation der Bevölkerung sowohl mit den Stadtteilen als auch mit der Kernstadt gestärkt werden.
Die bisherigen Beteiligungsformate im Rahmen der Dorfentwicklung haben eine Reihe von Themen hervorgebracht, die für die Entwicklung der Homberger Innenstadt bedeutsam sind. Häufig wurden verkehrsbezogene Fragestellungen genannt, insbesondere zur Verkehrssicherheit und zur Organisation des ruhenden Verkehrs. Wiederkehrend thematisiert wurden zudem die zukünftige Nutzung des Feuerwehrstützpunkts, der Umgang mit dem ehemaligen Gartenlokal Windmühle sowie der Zustand des Außenbereichs der Stadthalle. Kritisch bewertet wurden außerdem der Busbahnhof mit dem Wunsch nach Verbesserungen sowie mehrere baufällige oder verfallende Gebäude im Stadtgebiet.
Die im Rahmen der Dorfentwicklung gewonnenen Anregungen bilden eine wichtige Grundlage für die Vertiefung der Bestandsanalyse und die Ableitung von Zielen und Maßnahmen im ISEK für die Homberger Innenstadt.
LOSLAND-Prozess
Neben der Dorfentwicklung stellt der LOSLAND-Prozess im Jahr 2022 einen weiteren wichtigen Baustein der vorlaufenden Bürgerbeteiligung in Homberg (Efze) dar, der ausgewählte Kommunen bei der Entwicklung passgenauer Beteiligungsformate unterstützt. In Homberg stand dabei die Frage im Mittelpunkt, wie der alte Feuerwehrstützpunkt zukünftig genutzt und gestaltet werden kann.
Der Prozess gliederte sich in eine Planungsphase mit einer eigens eingerichteten Steuerungsgruppe, einen per Los besetzten Zukunftsrat, ein öffentliches Zukunftsforum sowie eine Transferphase zur politischen Weiterbearbeitung der Ergebnisse. Der 13-köpfige Zukunftsrat unternahm einen Vor-Ort-Spaziergang zum Feuerwehrstützpunkt und erarbeitete Empfehlungen, die im Rahmen eines öffentlichen Zukunftsforums vorgestellt und diskutiert wurden.
Im Mittelpunkt der Empfehlungen standen Nutzungsansätze, die soziale, kulturelle und stadtentwicklungspolitische Ziele miteinander verbinden. Vorgeschlagen wurden unter anderem ein Kulturzentrum für verschiedene Generationen mit Elementen eines Feuerwehr- Mitmachmuseums, Räumen für Vereine und Treffpunkten für Kinder und Jugendliche, die Einrichtung eines Mehrgenerationenhauses sowie eine stärkere touristische Profilierung über das Thema Feuerwehr. Darüber hinaus wurde eine nachhaltige, flexible und langfristig anpassungsfähige Umgestaltung des Gebäudekomplexes angeregt, die künftigen Generationen unterschiedliche Nutzungen aus Wohnen, Gewerbe und Kultur ermöglicht. Die im LOSLAND- Prozess entwickelten Impulse fließen in die weiteren Überlegungen zur Umnutzung des Feuerwehrstützpunkts im Rahmen des ISEK ein.
Masterarbeiten zum Feuerwehrstützpunkt
Die im Jahr 2023 entstandenen Masterarbeiten von Architekturstudierenden der Universität Heidelberg entwickelten unterschiedliche Zukunftsbilder für den ehemaligen Feuerwehrstützpunkt als gemischt genutzten Schlüsselstandort zwischen Altstadt und Freiheit. 10
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Vorgeschlagen wurden unter anderem neue Wohnformen von Familien- und Mehrgenerationenwohnen über temporäres Wohnen bis zur Ferienwohnung im Turm, kulturelle und gemeinschaftliche Nutzungen wie Kunsthaus, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen, Café, Restaurant sowie Freizeit und Jugendangebote etwa mit Sport, Ton- und Fotostudio. Mehrere Konzepte profilieren den Standort zusätzlich als Innovations- und Kreativhub für Startups und neue Arbeitsformen. Querschnittlich verankert ist zudem ein hoher Anspruch an Klima- und Ressourcenschutz durch Begrünung, energieeffiziente Bauweisen und nachhaltige Mobilität.
II ANALYSE GESAMTSTADT
2.1 Lage im Raum und verkehrliche Anbindung
Lage im Raum
Abbildung 1: Lage im Raum, Quelle: Regionalplan Nordhessen 2009
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Homberg (Efze) ist eine Kleinstadt mit insgesamt 14.872 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 31.12.2025) und fungiert als Kreisstadt des nordhessischen Schwalm-Eder-Kreises. Namensgebend ist die Hohenburg auf dem Schlossberg nördlich der Kernstadt. Nach dem Regionalplan Nordhessen (2009) liegt Homberg im ländlichen Raum und nimmt zusammen mit der Stadt Borken die zentralörtliche Funktion eines Mittelzentrums ein. In Homberg (Efze) bildet der Ortsteil Homberg den zentralen Siedlungsschwerpunkt.
Die Stadt setzt sich aus der Kernstadt mit etwa 9.000 Einwohnern und 21 weiteren Stadtteilen mit rund 6.000 Einwohnern zusammen, die im Zuge der hessischen Gebietsreform 1971 eingegliedert wurden. Seit 2014 trägt Homberg die Zusatzbezeichnung „Reformationsstadt“ als Erinnerung an die historische Homberger Synode.
Abbildung 2: Entfernung Homberg zu nächstgelegenen Oberzentren, eigene Darstellung, basierend auf https://www.innovationsfoerderung-hessen.de/mm/Karte_Strukturraeume_Hessen.pdf
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Naturräumlich ist Homberg durch seine Lage am Rand des Knüllgebirges (Knüll) geprägt. Die Stadt wird von der Efze durchflossen, die aus dem Knüll kommend in die Schwalm mündet. Vom Oberzentrum Kassel liegt Homberg etwa 40 km und von Bad Hersfeld (Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums) rund 30 km entfernt.
Überörtliche Anbindung
Homberg (Efze) verfügt über keinen eigenen Bahnanschluss und ist über Buslinien an den Bahnhof in Wabern angebunden. Ausgehend vom Busbahnhof in der Kernstadt von Homberg (Efze) ist der Bahnhof in Wabern in 17 Fahrminuten erreichbar. Von dort bestehen Regionalexpress-Verbindungen nach Kassel sowie über Marburg und Gießen bis Frankfurt am Main. Die Regionalbahnlinie ergänzt das Angebot in Richtung Bad Wildungen und Schwalmstadt.
Die vorhandenen Buslinien gewährleisten Verbindungen unter anderem nach Bad Hersfeld, Bad Wildungen, Fritzlar und Schwalmstadt. Kontenpunkt im örtlichen Busliniennetz ist der Busbahnhof in Homberg (Efze).
Abbildung 3: Übersicht Verkehrliche Anbindung, Quelle: karte.openstreetmap.de
Ein Autobahnanschluss besteht über die B323, die direkt durch Homberg (Efze) führt und in der benachbarten Gemeinde Knüllwald an die A7 anschließt. Die A7 ist als eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Deutschlands von Homberg (Efze) aus in gut 5 Fahrminuten erreichbar.
In Homberg (Efze) existiert ein Carsharing-Angebot des Anbieters Regio.Mobil Deutschland GmbH. Im Stadtgebiet stehen acht Fahrzeuge an vier Stationen zur Verfügung.
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Abbildung 4: Übersicht Radverkehrsnetz, Quelle: opencyclemap.org
Das Radverkehrsnetz gewährleistet mit dem R 5 (Hessischer Radfernweg), R14 (Schwalm-Efze- Radweg), R 16 (Fulda-Efze-Weg) und R 17 (Efzetalweg) eine überörtliche Erreichbarkeit von Homberg (Efze) mit dem Fahrrad. Homberg (Efze) ist zudem an das Hessische Rad-Hauptnetz angeschlossen. Von touristischer Bedeutung sind insbesondere der ca. 30km (R14) lange Schwalm-Efze-Radweg, der durch das Rotkäppchenland führt und Homberg (Efze) mit der Konfirmationsstadt Schwalmstadt verbindet, sowie der ca. 50km lange R17 (Efzetal-Radweg), der von der Efze-Quelle aus am Fluss entlang bis nach Wabern führt. Auch von der lokalen Bevölkerung werden die touristischen Radwege für alltägliche Wege genutzt.
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Örtliche Anbindung
Abbildung 5: Übersicht ÖPNV, Quelle: karte.openstreetmap.de
Innerhalb des Stadtgebiets verkehren insgesamt neun Buslinien in Homberg (Efze), welche die ÖPNV-Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteilen sicherstellen. Das Busliniennetz ist radial aufgebaut, sodass die Kernstadt von Homberg (Efze) von den meisten umliegenden Stadtteilen aus umsteigefrei und schnell erreichbar ist, wenngleich die Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteilen hierdurch eingeschränkt ist (vgl. plan:mobil 2019: 31). Die Stadtteile Welferode, Caßdorf und Roppershain sind im örtlichen Busliniennetz nicht vertreten. Die Anbindung an diese Stadtteile erfolgt mittels AnrufSammelTaxi (AST).
Eine Ergänzung des Mobilitätsangebots besteht in Homberg (Efze) mittels eines ehrenamtlich organisierten Bürgerbusangebots. Hierbei handelt es sich um ein kostenfreies Angebot, bei dem Fahrgäste zu Hause abgeholt und zu individuellen Zielorten gebracht werden. Die Fahrten mit dem Bürgerbus werden per Anruf gebucht.
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Abbildung 6: Übersicht innerstädtisches Radverkehrsnetz, Quelle: Radverkehrskonzept Stadt Homberg (Efze), Seite 3, IKS Mobilitätsplanung
Das innerstädtische Fahrradwegenetz setzt sich aus den im vorigen Abschnitt genannten Rad- Hauptnetzen und touristischen Radwegen zusammen. Die verlaufen durch die Kernstadt, die mit Arbeitsstätten, Bildungseinrichtungen, Nahversorgung und Freizeitangeboten die meisten Zielorte für den Radverkehr beinhaltet.
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Nicht alle Stadtteile sind an dieses Fahrradwegenetz angeschlossen. Zudem existiert nicht immer ein separater Radweg, was außerorts teilweise zu problematischen Streckenabschnitten führt (vgl. IKS Mobilitätsplanung 2020: 43).
2.2 Demografische Entwicklung
Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung Hombergs (Efze) lag in den Jahren 2014 bis 2021 weitgehend stabil bei rund 14.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Seit 2022 ist jedoch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der vermutlich auf einen Zustrom an Geflüchteten aus der Ukraine zurückzuführen ist: Mit 14.712 Personen zum Jahresende 2023 liegt die Bevölkerungszahl rund 6 % über dem Niveau von 2014. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist dabei durchgehend negativ, da die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten jährlich deutlich übersteigt. Das Wachstum der letzten Jahre ist ausschließlich auf positive Wanderungssalden zurückzuführen. Während die Zu- und Fortzüge bis 2021 nahezu ausgeglichen waren, kam es 2022 und 2023 zu deutlichen Wanderungsgewinnen, die den Sterbeüberschuss kompensierten und insgesamt zu einem Bevölkerungszuwachs führten. Die positive Bevölkerungsentwicklung in Homberg (Efze) wird somit maßgeblich von Wanderungsbewegungen bestimmt.
Abbildung 7: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
Abbildung 8: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
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Abbildung 9: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
Die Zahl der in Homberg (Efze) lebenden Nichtdeutschen, also Personen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, hat sich von 2014 bis 2023 deutlich erhöht. 2014 lag sie noch bei 994 Personen, 2023 dagegen bereits bei 2.699. Damit hat sich die Zahl der nichtdeutschen Bevölkerung in diesem Zeitraum nahezu verdreifacht. Besonders stark war der Anstieg in den Jahren 2022 und 2023, während die Entwicklung zwischen 2017 und 2021 eher von einer leichten Stagnation geprägt war.
In Relation zur Gesamtbevölkerung stieg der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der Gesamtbevölkerung von rund 7% im Jahr 2014 auf rund 18% im Jahr 2023. Damit ist der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung in Homberg (Efze) doppelt so hoch wie der durchschnittliche Ausländeranteil im ländlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2023 (Laufende Raumbeobachtung des BBSR 2025).
Abbildung 10: Entwicklung der nichtdeutschen Bevölkerung im Zeitraum 2014 bis 2023 (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung)
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Bevölkerungsprognose
Die Bevölkerungsprognose für die Stadt Homberg (Efze) weist auf einen anhaltenden Rückgang der Einwohnerzahl hin. Damit dürfte der positive Trend, der sich seit 2022 abzeichnete, nicht fortgesetzt werden. Während die Bevölkerungszahl im Jahr 2000 noch bei rund 15.300 Personen lag (HA HessenAgentur 2024), fand bis 2023 ein Rückgang um 4,0 % auf 14.700 Einwohnerinnen und Einwohner statt. Für den Zeitraum 2023 bis 2035 wird ein weiterer Rückgang um 6,8 % erwartet, sodass die Einwohnerzahl bis 2035 voraussichtlich auf 13.700 sinkt. Insgesamt ergibt sich von 2000 bis 2035 ein Rückgang um 10,5 %. Damit liegt Homberg zwar unterhalb der prognostizierten Verluste des Schwalm-Eder-Kreises (–13,2 %), ist jedoch dennoch von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang betroffen.
| Homberg (Efze) | Schwalm-Eder- Kreis | |||
|---|---|---|---|---|
| 2000 – 2023 | -4,0% | Einwohner 2023 = 14.700 | -5,1% | |
| 2023 – 2035 | -6,8% | Einwohner 2035 = 13.700 | -8,6% | |
| 2000 – 2035 | -10,5% | Einwohner 2035 = 13.700 | -13,2% |
Abbildung 11: Bevölkerungsprognose der HA Hessen Agentur (HA Hessen Agentur 2024)
Entwicklung der Altersstruktur
Die Entwicklung der Altersstruktur in Homberg (Efze) zeigt für den Zeitraum 2014 bis 2023 deutliche Verschiebungen. Besonders auffällig ist der Anstieg in den jüngeren Altersgruppen: Die Zahl der Kleinkinder (0 bis unter 6 Jahre) wuchs um 15,1 %, die Gruppe der Kinder und Jugendlichen (6 bis unter 18 Jahre) um 17,0 % und die Starterhaushalte (18 bis unter 30 Jahre) um 11,9 %. Auch die Gruppe der Personen in der Familienphase (30 bis unter 50 Jahre) verzeichnete ein leichtes Plus von 3,2 %. Dagegen ist bei den 50- bis unter 65-Jährigen („Arrivierte und Neuorientierung“) ein Rückgang um 5,2 % zu beobachten. Die Gruppe der Senioren (65 bis unter 75 Jahre) stieg mit +25,2 % am stärksten an, während die Hochbetagten (75 Jahre und älter) mit –0,8 % weitgehend stabil blieben.
Abbildung 13 verdeutlicht, dass sich die Altersanteile in der Gesamtbevölkerung leicht verschoben haben: 2014 lag der Anteil der unter 50-Jährigen bei 55 %, 2023 beträgt er 56 %. Damit ist der Anteil der Jüngeren leicht gestiegen, während die über 50-Jährigen von 45 % auf 44 % zurückgingen.
Insgesamt zeigt sich, dass Homberg (Efze) einerseits durch Zuwächse bei Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und Starterhaushalten eine gewisse Verjüngungstendenz aufweist, andererseits aber die steigende Zahl der Senioren (65 bis unter 75 Jahre) die Notwendigkeit altersgerechter Strukturen und Angebote verstärkt.
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Abbildung 12: Laufende Raumbeobachtung des BBSR; eigene Darstellung
Abbildung 13: Laufende Raumbeobachtung des BBSR; eigene Darstellung
Auswirkungen auf den Wohnraumbedarf
Die demografische Entwicklung einer Stadt wirkt sich auf den örtlichen Wohnungsmarkt und die vor Ort bestehenden Wohnraumbedarfe aus. Um die zukünftigen Wohnraumbedarfe abschätzen zu können, hat die Stadt Homberg (Efze) im Jahr 2021 eine Wohnraumbedarfsanalyse durch das Büro CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH aus Hannover erarbeiten lassen. Bei dieser Analyse wurden Prognosedaten zur demografischen Entwicklung herangezogen und auf die Wohnraumbedarfe übertragen. Die nachfolgenden Aussagen entstammen der Wohnraumbedarfsanalyse und fassen die wesentlichen Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Homberg (Efze) zusammen.
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Demnach wird der in Homberg (Efze) zu erwartende Bevölkerungsrückgang mit Veränderungen in der Altersstruktur einhergehen, die sich in einer Zunahme der Personen, die sich in der Lebensphase von Bildung und Berufseinstieg befinden, sowie einer Zunahme von Ruheständlern und Hochbetagten äußern wird. Konkret betrifft dies die Altersgruppe der 18- bis unter 30- Jährigen sowie die Altersgruppen 60 bis unter 75 und 75 Jahre und älter (vgl. CIMA 2021: 34).
Entsprechend werden sich laut Studie auch die Wohnbedürfnisse verändern: Jüngere Menschen im Bildungs- und Berufseinstieg bevorzugen kleine, zentrale und kostengünstige Mietwohnungen, während ältere Menschen verstärkt kleinere, barrierefreie Wohnungen in integrierten Lagen nachfragen (vgl. ebd.: 36).
Trotz sinkender Bevölkerungszahl geht die Wohnraumbedarfsanalyse von einer stabilen Entwicklung der Haushaltszahlen aus, da ein Trend zu Einpersonenhaushalten weiterhin zu verzeichnen sein wird (vgl. ebd.: 37). Mittel- und langfristig wird der Wohnraumbedarf daher zunehmend vom Geschosswohnungsbau bestimmt werden (vgl. ebd.: 41).
In der Studie wird vor diesem Hintergrund die Empfehlung formuliert, den Fokus auf innerörtliche Entwicklungen und altersgerechten Wohnraum zu legen, Neubauprojekte verstärkt auf Wohnungen im Mehrfamilienhaussegment auszurichten und bestehende Eigenheimgebiete durch integrierte Geschosswohnungsbauten zu ergänzen. Neben dem altersgerechten Wohnen sollte weiterhin auch das Familienwohnen berücksichtigt werden, insbesondere in integrierten Lagen und mit unterschiedlichen Angebotsformen, die der Heterogenität von Familien gerecht werden. Angesichts sich wandelnder Lebensformen gewinnen zudem ein vielfältiger Wohnungsmix und neue Wohnformen an Bedeutung, etwa durch Clusterwohnungen, gemeinschaftliche Wohnprojekte oder Mehrgenerationenwohnen. Für deren Umsetzung wird empfohlen, lokale Akteure frühzeitig einzubinden und entsprechende Initiativen zu unterstützen (vgl. ebd.: 46f.).
2.3 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat in Homberg (Efze) in den vergangenen Jahren sowohl am Wohn- als auch am Arbeitsort kontinuierlich zugenommen. Zwischen 2013 und 2022 stieg sie am Wohnort um rund 16 % auf 5.702 Personen und am Arbeitsort um etwa 11 % auf 5.379 Personen. Dabei liegt die Zahl der Beschäftigten am Wohnort seit 2014 konstant über der am Arbeitsort, was auf eine tendenziell höhere Bedeutung Hombergs als Wohnstandort denn als Arbeitsort hinweist.
Strukturell ist ein deutlicher Wandel zu beobachten: Während der Anteil des produzierenden Gewerbes von 19,1 Prozent im Jahr 2011 auf 15,7 Prozent im Jahr 2023 zurückging, gewann das Segment Handel, Gastgewerbe und Verkehr leicht an Bedeutung. Besonders stark ausgeprägt ist der Anstieg der öffentlichen und privaten Dienstleistungen, die inzwischen fast die Hälfte aller Beschäftigten stellen. Gleichzeitig verlor der Bereich der Unternehmensdienstleistungen erheblich an Gewicht. Insgesamt zeigt sich damit eine Verschiebung hin zu einer stärker dienstleistungsorientierten Wirtschaftsstruktur.
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Abbildung 14: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
Prozentuale Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort nach Wirtschaftszweigen 2011
0,5% Produzierendes Gewerbe 19,1% Handel, Gastgewerbe 40,6% und Verkehr
22,8% Unternehmensdienstlei stungen 17,0% Öffentliche und private Dienstleistungen
Abbildung 14a: Berechnungen der HA HessenAgentur nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (2024); eigene Darstellung
Prozentuale Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort nach Wirtschaftszweigen 2023
0,5% Produzierendes Gewerbe 15,7% Handel, Gastgewerbe und Verkehr 47,5% 25,2% Unternehmensdienstlei stungen
Öffentliche und private Dienstleistungen 11,1%
Abbildung 14b: Berechnungen der HA HessenAgentur nach Daten der Bundesagentur für Arbeit (2024); eigene Darstellung 22
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Pendlerbewegungen
Die Pendlerströme verdeutlichen die starke Verflechtung Hombergs (Efze) mit dem Umland und regionalen Arbeitsmärkten. Im Jahr 2023 standen 3.637 Einpendlern 3.987 Auspendler gegenüber, was einen negativen Pendlersaldo von 350 Personen ergibt. Dieses Muster ist seit Jahren stabil: Die Zahl der Auspendler liegt kontinuierlich über der Zahl der Einpendler.
Die wichtigsten Einpendelgebiete sind gemäß Pendleratlas Deutschland die unmittelbar benachbarten Kommunen Frielendorf, Borken, Knüllwald, Wabern und Schwalmstadt. Hier zeigt sich die Bedeutung Hombergs als Arbeitsort für das nähere Umland, wobei die Einpendeldistanzen überwiegend im Bereich von acht bis elf Kilometern liegen. Demgegenüber richten sich die Auspendelbewegungen stärker auf größere Zentren wie Kassel und Baunatal. Besonders häufig pendeln Erwerbstätige aber auch nach Melsungen, Schwalmstadt und Knüllwald. Die Auspendeldistanzen sind dabei teils deutlich größer, insbesondere in Richtung Kassel (über 30 km). Während das unmittelbare Umland demnach Arbeitskräfte nach Homberg bringt, zieht es viele Homberger Erwerbstätige zu größeren Beschäftigungsschwerpunkten in der Region.
Abbildung 15: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen
Im Jahr 2014 lag die Arbeitslosenquote (Anteil der Arbeitslosen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) mit 9,4% auf einem vergleichsweise hohen Niveau. In den Folgejahren schwankte sie zunächst zwischen 9,2% und 5,8%. 2023 stieg die Arbeitslosenquote deutlich auf 8,5% an und lag damit fast wieder auf dem Niveau von 2014.
Mit 8,5 % weist Homberg (Efze) 2023 einen deutlich höheren Anteil an Arbeitslosen auf als der Schwalm-Eder-Kreis insgesamt (5,5%) sowie das Land Hessen (6,6%) (Bertelsmann Stiftung nach Bundesagentur für Arbeit).
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10,0
9,0
9,0 8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0
0,0
| 4 ,9 | 9 | 2 , | ||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| ,8 | 9 | 4 ,8 | 5 ,8 | |||||||||||||||
| 7 6 | ||||||||||||||||||
| 7 | 6 | |||||||||||||||||
| 3 ,6 | 8 | ,6 | 8 | ,6 | ||||||||||||||
| ,5 | ,5 |
0,0 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Arbeitslose an den Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten
Abbildung 16: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung
Gewerbegebiete
Industrie- und Gewerbeflächen sind in Homberg (Efze) südlich sowie südöstlich der Kernstadt verortet. Diese Flächen werden sowohl durch produzierende Betriebe und Logistikunternehmen als auch durch Behörden genutzt. Teile der Flächen sind noch mit Gebäudeeinheiten einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne bebaut, die im Zuge einer Konversion zu Gewerbeflächen umgenutzt wurden. Innerhalb dieses Gewerbegebiets („Homberg Süd“) sind noch freie Bauplätze in einer Größenordnung von insgesamt 10ha verfügbar.
Da Homberg (Efze) gem. Regionalplan Nordhessen als regionales Logistikzentrum festgelegt ist, existieren südwestlich der Kernstadt, im Kreuzungsbereich zwischen B323 und B254, viele flächenintensive Betriebe wie Speditionen, Transportunternehmen und Logistikzentren. Grund für die Festlegung ist die Lage der Stadt entlang von überörtlichen Verkehrsachsen. Mögliche Erweiterungsflächen sind laut Regionalplan vorhanden.
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Abbildung 15: Vorranggebiete Industrie und Gewerbe Bestand (dunkelgrau), Vorranggebiete Industrie und Gewerbe Planung (hellgrau) sowie Kennzeichnung als regionales Logistikzentrum (lila Dreieck)
Darüber hinaus ist durch einen interkommunalen Zusammenschluss der Stadt Homberg (Efze) mit der Stadt Schwarzenborn und der Gemeinde Knüllwald das interkommunale Gewerbegebiet Schwalm-Eder-Mitte entstanden, dass sich östlich des Gemeindegebiets innerhalb der Gemarkung Knüllwald befindet. Es schließt dort direkt an die A7 auf Höhe der Anschlussstelle Homberg (Efze) an. Alle Flächen des Gewerbegebiets sind bereits belegt oder reserviert, wenngleich das Gebiet noch nicht vollständig bebaut ist (vgl. Stadt Homberg, Gemeinde Knüllwald, Stadt Schwarzenborn 2025).
Bedeutende Arbeitgeber
Homberg (Efze) verfügt über einen stabilen öffentlichen Sektor und mehrere industrielle Betriebe mit eigenständiger Produktion. Auch die Logistik stellt einen Beschäftigungs- und Standortfaktor dar.
Zu den behördlichen Arbeitgebern zählt die Kreisverwaltung des Schwalm-Eder-Kreises mit Sitz in Homberg (Efze), die kreisweit mehr als 1.300 Mitarbeitende beschäftigt. Ebenfalls bedeutend ist das Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze) mit rund 180 Mitarbeitenden an drei Standorten.
Einen industriellen Schwerpunkt in Homberg (Efze) bildet die Fertigung von Industriearmaturen, die von der Firma ARI-Armaturen in Homberg-Holzhausen produziert werden. Am Zweigwerk in Homberg (Efze) sind rund 170 Mitarbeitende beschäftigt. 25
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Darüber hinaus ist mit der Firma AKH Antriebstechnik KATT Hessen ein Produzent von Sonder- Elektromotoren in Homberg (Efze) ansässig, der über 160 Mitarbeitende verfügt.
Schließlich ist Homberg (Efze) als regionales Logistikzentrum Standort mehrerer Dienstleister im Bereich Logistik.
Gründungskultur und neue Arbeitsformen
In Homberg (Efze) hat sich in den vergangenen Jahren ein innovatives Gründernetzwerk entwickelt, das durch neue Arbeitsformen unterstützt wird.
Das Gründernetzwerk „HOMEberger“ engagiert sich für die Förderung eines neuen Lebens und Arbeitens auf dem Land. Hierzu haben sich 24 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region zusammengeschlossen, die infolge von Digitalisierung und mobilen Arbeitens ihr unternehmerisches Handeln in den ländlichen Raum verlagert haben. Die HOMEberger unterstützen nachhaltige und innovative Ideen für den ländlichen Raum und vernetzen Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen. In diesem Kontext fand eine Kooperation mit der Stadt Homberg (Efze) beim „Summer of Pioneers 2021“ statt, der 20 Kreativen und Digitalarbeitenden aus Großstädten das Probewohnen und Coworking auf dem Land ermöglichte. Den sogenannten „Pioniere“ wurden kostengünstige und möblierte Wohnungen sowie ein Coworking Space zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug brachten die Pioniere ihr Wissen und ihre Netzwerke in der Stadt ein.
Einige Ansätze des „Summer of Pioneers“ haben sich in Homberg (Efze) verstetigt, darunter der Coworking Space, der unter dem Namen „FachWerkerei“ am Marktplatz entstanden ist und moderne Arbeitsplätze, Besprechungsräume und einen Veranstaltungssaal bietet. Die Einrichtung richtet sich an Selbstständige, Angestellte im Homeoffice sowie Kreative und Unternehmen, die zeitweise oder dauerhaft in Homberg arbeiten möchten.
2.4 Nahversorgungs- und Einzelhandelsangebot
Zentren- und Standortstruktur
Die Stadt Homberg (Efze) verfügt über ein Einzelhandelskonzept, das durch die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH erstellt und im Jahr 2022 fortgeschrieben wurde. Gemäß Einzelhandelskonzept konzentriert sich das Einzelhandels- und Nahversorgungsangebot der Stadt Homberg (Efze) nahezu vollständig auf die Kernstadt, in der sich rund 91% aller Betriebe befinden (vgl. GMA 2022: 24).
Der zentrale Versorgungsbereich, das „Hauptzentrum Innenstadt“, liegt in der Innenstadt im Bereich der Altstadt sowie entlang der Ziegenhainer Straße und der Kasseler Straße. Dieser Bereich übernimmt die zentrale Versorgungsfunktion für die gesamte Stadtbevölkerung (vgl. ebd.: 50).
Das Einkaufszentrum „drehscheibe“, welches sich im Kreuzungsbereich von Ziegenhainer Straße und Kasseler Straße befindet, besitzt eine deutliche Magnetwirkung. Nichtsdestotrotz weist der zentrale Versorgungsbereich eine Leerstandsquote von rund 14% auf, wobei die Leerstände sich insbesondere in der Altstadt (Untergasse und der Holzhäuser Straße) konzentrieren. Grund ist der Zuschnitt der Geschäftsflächen und die geringen Ladengrößen, die vielfach nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen (vgl. ebd.: 56f.).
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Damit hat die Eröffnung der „drehscheibe“ ein modernes und attraktives Einzelhandelsangebot geschaffen, gleichzeitig sind die Leerstände in der historischen Altstadt angestiegen.
Neben dem Hauptzentrum existiert mit dem Sonderstandort Osterbach ein Fachmarktstandort im Südosten der Kernstadt entlang der August-Vilmar-Straße. Hier befinden sich vorwiegend großflächige Einzelhandelsbetriebe mit nicht-zentrenrelevanten Sortimenten. Aufgrund der Distanz von etwa 1,5 km zum Hauptzentrum und der verkehrsgünstigen Lage ist dieser Standort vorrangig auf autofahrende Kundschaft ausgerichtet (vgl. ebd.: 59).
Entwicklung des Einzelhandelsbestands
Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Homberg (Efze) ist seit der letzten Erhebung im Jahr 2016 nahezu stabil geblieben und lediglich um 2% zurückgegangen. Im bundesweiten Vergleich ist dies eine positive Entwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des zunehmenden Wettbewerbs durch den Online-Handel, der mittelgroße und kleine Städte besonders getroffen hat und weiterhin betrifft. Homberg (Efze) profitiert hier von seinem ländlichen Umland. Zugleich ist ein Rückgang an Fachgeschäften bei gleichzeitiger Zunahme der Verkaufsfläche zu beobachten, was auf eine zunehmende Filialisierung des Angebots hinweist (vgl. GMA 2022: 24f.).
Insgesamt verfügt Homberg (Efze) über eine gute, in einzelnen Sortimenten sogar sehr gute Ausstattung sowohl für den kurzfristigen als auch für den mittel- und langfristigen Bedarf (vgl. ebd.: 38).
Zielsetzungen zur Einzelhandels- und Zentrenentwicklung
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen verfolgt die Stadt das Ziel, die Einzelhandelszentralität und -vielfalt des Mittelzentrums zu erhalten und zu stärken, das Hauptzentrum Innenstadt als Versorgungsschwerpunkt zu stabilisieren und attraktiver zu gestalten sowie die wohnortnahe Versorgung zu sichern und weiter auszubauen, um Einkaufsfahrten zu minimieren (vgl. GMA 2022: 40).
2.5 Soziale Infrastruktur
Kindertagesstätten und Bildungsangebote
Im Bereich der Kinderbetreuung stehen insgesamt elf Kindertagesstätten zur Verfügung, die von unterschiedlichen Trägern (städtisch, kirchlich und durch die Arbeiterwohlfahrt) betrieben werden. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot kontinuierlich erweitert und modernisiert. Zu den Maßnahmen zählen der Neubau von zwei Einrichtungen sowie die Sanierung und Erweiterung einer Kindertagesstätte. Darüber hinaus bestehen Planungen für eine Erweiterung des Betreuungsangebots und damit zusammenhängend räumlichen Vergrößerungen.
Das schulische Angebot ist in Homberg (Efze) breit gefächert. Alle Schul- und Sonderschulformen sind vor Ort vertreten. Neben drei Grundschulen und dem Gymnasium Theodor-Heuss-Schule bestehen weitere Bildungseinrichtungen, darunter Förder- und Berufsschulen sowie eine Montessorischule. Ergänzt wird das Spektrum durch Einrichtungen der Erwachsenenbildung.
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Die Stadt ist Sitz der Volkshochschule Schwalm-Eder, und mit der Altenpflegeschule der AWO in der Altstadt besteht zudem ein spezifisches Ausbildungsangebot im Pflegebereich.
Ärzteversorgung und Pflegeangebote
Die ärztliche Versorgung ist durch mehrere Haus- und Facharztpraxen sowie zahnärztliche Praxen gesichert. Wichtige Anlaufstellen sind das Ärztehaus am Obertor und das Gesundheitshaus Osterbach. Zudem stehen drei Apotheken zur Verfügung. Ein Akutkrankenhaus befindet sich nicht in Homberg (Efze) selbst. Die stationäre Regel- und Notfallversorgung erfolgt überwiegend über das Asklepios Klinikum in Schwalmstadt. Im Bereich der Pflege bietet die Stadt stationäre Einrichtungen an drei Standorten sowie mehrere mobile Dienste der Alten- und Krankenpflege.
2.6 Freizeit, Kultur und Sport
Sehenswürdigkeiten
Die Stadt Homberg (Efze) zeichnet sich durch ihren weitestgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern aus. Die historische Altstadt mit Marktplatz, Fachwerkbauten und den mittelalterlichen Schirnen bildet das städtebauliche Zentrum. Besonders hervorzuheben ist die evangelische Stadtkirche St. Marien, auch „Reformationskirche Hessens“ genannt, in der 1526 die Homberger Synode stattfand. Sie gilt als eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke Nordhessens. Ergänzt wird das historische Ensemble durch die noch weitgehend erhaltene Stadtbefestigungsanlage. Ein weiterer markanter Anziehungspunkt ist die Burgruine Hohenburg, deren parkartig gestalteter Schlossberg, der Aussichtsturm mit Panoramablick und der freigelegte Burgbrunnen touristische Attraktivität bieten. Zudem verläuft die Deutsche Märchenstraße durch Homberg und verbindet die Stadt mit einem überregionalen touristischen Themenweg.
Naturräume
Im Südosten der Stadt erstreckt sich der Naturpark Knüll, der das gleichnamige Mittelgebirge umfasst. Er bietet ein Netz von Fern- und Regionalwanderwegen, darunter auch zertifizierte Premiumwanderwege, und stellt damit ein wichtiges Naherholungsgebiet für Einheimische und Gäste dar.
Feste und Veranstaltungsstätten
Das kulturelle Leben in Homberg (Efze) wird durch zahlreiche Feste und Veranstaltungen geprägt, die überwiegend in der Altstadt stattfinden. Dazu zählen das Homberger Weinfest, der Clobesmarkt (Weihnachtsmarkt), der Herbst- und Ostermarkt, mehrere Nachtmärkte sowie die Konzertreihe „Marktplatz Open Air“. Hinzu kommen weitere Feste, die zu besonderen Anlässen veranstaltet werden, wie Feste rund um die Person Hans Staden, die Synode oder das Heimatfest. Neben dem Marktplatz und der Untergasse in der Altstadt stellt die Stadthalle Homberg eine zentrale Veranstaltungsstätte dar. Ihr Jugendstilsaal, erbaut zwischen 1909 und 1911, ist ein überregional bedeutendes Baudenkmal des späten Jugendstils und bietet Raum für Tagungen, Feiern, Theater, Konzerte und Lesungen.
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Sportstätten
Homberg (Efze) verfügt über mehrere Sportstätten: Die Efzewiesen in der Kernstadt bieten Freizeitflächen mit Skateanlage, Basketballfeld und Bolzplatz. Der Sportpark Stellberg verfügt über einen Kunstrasenplatz, ein Stadion und einen Tennisplatz. Ergänzend gibt es nördlich der Kernstadt ein Freibad, das derzeit saniert wird, sowie das Hallenbad im Stadtteil Hülsa.
2.7 Umwelt- und klimabezogene Aspekte
Integriertes Klimaschutzkonzept
Im Bereich Umwelt- und Klimaschutz verfolgt die Stadt Homberg (Efze) eine langfristig angelegte Strategie, die auf dem Integrierten Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2015 basiert. Ziel ist die Reduktion der CO₂-Emissionen durch eine Steigerung der Energieeffizienz, insbesondere im Gebäudebestand, sowie den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Stadt strebt eine 100%ige Stromversorgung aus eigenen erneuerbaren Quellen bis 2050 an und setzt auf interkommunale Kooperationen sowie eine nachhaltige, gemeindeübergreifende Stadtentwicklung (vgl. KEEA 2015: 15, 55).
Konkret sollen die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 22 % gegenüber dem Basisjahr 2013 gesenkt werden. Parallel dazu ist eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 7 % bis 2030 und um 15 % bis 2050 vorgesehen. Zentrale Handlungsfelder sind die energetische Sanierung des Gebäudebestands, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Förderung klimafreundlicher Mobilität und die Unterstützung von Unternehmen bei der Senkung ihres Energieverbrauchs. Begleitend legt die Stadt Wert auf Bewusstseinsbildung durch Öffentlichkeitsarbeit, Informationsangebote und Veranstaltungsformate (vgl. KEEA 2015: 55).
Homberg (Efze) ist zudem Teil des Netzwerks der Hessischen Klimaschutz-Kommunen und profitiert von der regionalen Klimaschutzmanagerin des Schwalm-Eder-Kreises.
Radverkehrskonzept Schwalm-Eder-Kreis
Im Bereich Mobilität bildet das Radverkehrskonzept Schwalm-Eder-Kreis aus dem Jahr 2024 einen wichtigen Baustein. Es sieht vor, den Radverkehrsanteil im Alltags- und Freizeitverkehr zu erhöhen und den Radverkehr als moderne und komfortable Mobilitätsform im ländlichen Raum zu etablieren (vgl. IKS 2024: 73). Dafür soll ein durchgängiges, sicheres und attraktives Radverkehrsnetz entstehen, das zudem eine bessere Verknüpfung innerhalb des Umweltverbunds ermöglicht. Für die Kernstadt Homberg (Efze) werden u. a. Empfehlungen zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur am Busbahnhof benannt, das abschließbare Radabstellanlagen, überdachte Anlehnbügel, Schließfächer für Gebäck und Reparaturangebote umfassen sollte (vgl. ebd.: 55).
Machbarkeitsstudie zur Verbesserung öffentlicher Mobilitätsangebote
Die Machbarkeitsstudie zur Verbesserung öffentlicher Mobilitätsangebote in Homberg (Efze) aus dem Jahr 2019 ergänzt diese Ansätze mit dem Ziel, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver und flexibler zu gestalten (vgl. plan:mobil 2019: 51). Vorgesehen sind ein Ausbau des ÖPNV- Hauptnetzes mit besseren Anschlüssen, die Stärkung bedarfsorientierter Verkehre wie dem Bürgerbusangebot sowie ein Ausbau der Infrastruktur (vgl. ebd.: 52). Dazu zählen u.a. der barrierefreie Umbau des Busbahnhofs in der Kernstadt inklusive einer besseren Verknüpfung des Busbahnhofs mit Radverkehr und weiteren Mobilitätsangeboten (vgl. ebd.: 63f.). 29
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2.8 Zusammenfassende SWOT-Analyse Gesamtstadt
Stärken
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Historische Altstadt als identitätsstiftendes Element und touristisches Potenzial: Städtebaulich und kulturell bedeutendes Ensemble mit hoher Identitätswirkung und touristischem Potenzial. |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Mittelzentrum mit Sitz wichtiger Behörden: Gute Ausstattung mit Waren und Dienstleistungen für kurzfristigen, mittel- und langfristigen Bedarf. Sitz wichtiger Behörden (Kreisverwaltung, Amt für Bodenmanagement). • Beschäftigungswachstum und wachsender Dienstleistungssektor: Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohn- und Arbeitsort. Stark dienstleistungsorientierte Wirtschaftsstruktur. • Verfügbarkeit von Gewerbeflächen: Vorhandene Entwicklungsreserven im Gewerbegebiet „Homberg Süd“ sowie günstige Lage an der A7. • Stabile Entwicklung der Zahl der Einzelhandelsbetriebe: Rückgang um lediglich 2% trotz Corona-Pandemie und Zunahme des Online-Handels. • Nachhaltige Stadtpolitik: Langfristige Klimaschutzstrategie, Beteiligung an regionalen Klimaschutzinitiativen, Förderung erneuerbarer Energien. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Breites Bildungs- und Betreuungsangebot: Alle Schulformen und ausreichend Kindertagesstätten vorhanden. • Zunehmende Verjüngungstendenz: Wachstum bei jungen Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene). |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Vielfältige Landschafts- und Naherholungsräume: Hochwertige Natur- und Erholungsräume für Bevölkerung und Tourismus durch Naturpark Knüll mit Fern- und Regionalwanderwegen vorhanden. • Gute Ausstattung mit Sport- und Freizeitflächen: Wohnortnahe Freizeit- und Bewegungsangebote in Form von Efzewiesen, Sportpark Stellberg sowie Frei- und Hallenbad vorhanden. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Nachhaltige Mobilitätsangebote: Bürgerbus, Carsharing, geplante Radinfrastruktur-Optimierungen, geplante ÖPNV- Optimierungen. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Engagierte Stadtgesellschaft: Bürgerbus und lokale Initiativen (z. B. HOMEberger, FachWerkerei) befördern bürgerschaftliches Engagement und soziale Vernetzung. |
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Schwächen
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Leerstände in der Altstadt: Kleinteilige, nicht marktkonforme Ladenflächen und Konkurrenzsituation zu Einkaufszentrum „drehscheibe“ mindern Attraktivität des Zentrums. • Zunahme an Sanierungsbedarfen: Verschlechterung des Stadtbildes |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Hohe Arbeitslosenquote: Mit 8,5 % über Kreis- und Landesdurchschnitt. Anzeichen struktureller Schwäche des Arbeitsmarkts. • Bevölkerungsrückgang langfristig prognostiziert: Demografischer Wandel mit Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung bis 2035. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Begrenzte Barrierefreiheit: Teilweise Defizite bei Wohnraum, ÖPNV und öffentlichen Freiräumen für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen. |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Temporäre Einschränkung von Freizeitangeboten: Eingeschränkte Verfügbarkeit des Freibads aufgrund laufender Sanierung. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Fehlender Bahnanschluss: Einschränkung der überregionalen Erreichbarkeit, besonders für Berufspendler und nicht motorisierte Bevölkerungsgruppen. • Ungleichgewicht zwischen Stadtteilen und Kernstadt: Starke Konzentration von Versorgung, Bildung und Arbeitsplätzen in der Kernstadt. Periphere Stadtteile teils nur über AST angebunden. • Mangelnde Radverkehrsanbindung einzelner Stadtteile: Fehlende durchgängige und sichere Radwegeverbindungen, insbesondere außerorts. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Soziale Herausforderungen durch steigende Diversität in Bezug auf Kulturen: Bedarf an Integrations- und Begegnungsangeboten wächst. |
Chancen
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Innenentwicklungspotenziale: Umnutzung von Leerständen, Nachverdichtung und barrierefreier Umbau in zentralen Lagen bieten Flächen für altersgerechtes und gemeinschaftliches Wohnen. • Nachfrage nach neuen Wohnformen: Chancen für innovative Wohnprojekte insbesondere für die Zielgruppe Senioren und junge Familien (Cluster-, Mehrgenerationen-, gemeinschaftliches Wohnen). |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Stärkung der Alt- und Innenstadt: Ziel der Einzelhandelsstrategie (Erhalt und Ausbau der Zentralität) eröffnet Handlungsspielräume zur Aufwertung und Aktivierung von Erdgeschosszonen. • Digitalisierung und neue Arbeitsformen: Coworking- Angebote („FachWerkerei“) und Gründernetzwerke fördern Kreativwirtschaft und binden junge Fachkräfte. |
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| • Klimaanpassung, Klimaschutz und Energiewende: Energetische Sanierung, nachhaltige Mobilität und Nutzung erneuerbarer Energien als Impuls für eine attraktive und zukunftsfähige Stadt. • Kooperationen und interkommunale Ansätze: Vernetzung mit Nachbarkommunen (z. B. im Gewerbegebiet Schwalm-Eder- Mitte) stärkt regionale Handlungsfähigkeit und reduziert Kosten bei gleichzeitigem Ausbau von Angeboten. | |
|---|---|
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Zuzug und Diversität: Wachsende kulturelle Vielfalt und der Anteil jüngerer Menschen können gemeinschaftliches Leben bereichern und neue Initiativen anstoßen. • Erhalt und Ausbau der medizinischen Infrastruktur: Als Reaktion auf den steigenden Pflege- und Versorgungsdruck |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Tourismus- und Freizeitpotenzial: Historische Altstadt, Hohenburg, Naturpark Knüll, Radwege und der Sportpark können stärker zur Stadtidentität und Imagebildung beitragen. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Stärkung des Radverkehrs: Umsetzung der geplanten Radinfrastruktur-Optimierungen und Schließung von Netzlücken zur Verbesserung der Alltags- und Freizeitmobilität. • Profilierung als klimafreundliche Mobilitätsstadt: Verknüpfung von ÖPNV, Radverkehr und Sharing-Angeboten zur Positionierung Hombergs (Efze) als Vorreiter einer nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Qualifizierung „Dritter Orte“: Nutzung bestehender und geplanter Treffpunkte als Orte für Beratung, Bildung, Integration und Begegnung zur Verbesserung des sozialen Zusammenhalts. |
Risiken
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Verfall der Gebäudesubstanz: Weitere Verschlechterung der Gebäudesubstanz • Verfestigung von Leerständen: Abwärtsspirale |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Verödung der Altstadt: Onlinehandel und Filialisierung gefährden identitätsstiftende Angebotsvielfalt der Altstadt. • Geringe Attraktivität als Arbeitsstandort und Fachkräftemangel: Abwanderung junger Fachkräfte |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Prognostizierter Bevölkerungsrückgang: Gefahr einer Verringerung der Tragfähigkeit sozialer und technischer Infrastrukturen. |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Klimawandelbedingte Belastungen: Steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse könnten Wohn- und Aufenthaltsqualität beeinträchtigen. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Unzureichende Mobilitätsangebote für Nichtmotorisierte: Fehlende Bahnverbindung und eingeschränkte Erreichbarkeit der Stadtteile können soziale Teilhabe beeinträchtigen. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Zunehmende soziale Spaltung: Unterschiedliche Lebenslagen und Herkunftsgruppen könnten ohne gezielte Integrations- und Beteiligungsangebote zu Konflikten im Zusammenleben führen. |
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III ANALYSE UNTERSUCHUNGSGEBIET
3.1 Stadtteilgeschichte und Denkmaltopografie
Entstehungsgeschichte
Die Ursprünge der Stadt Homberg und damit wesentlicher Teil des Untersuchungsgebiets reichen bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück, als die Stadt durch die Thüringer Landgrafen gegründet wurde. Bedeutsam für die Gründung war die strategisch günstige Lage der Siedlung, die sowohl durch den Schutz der Hohenburg als auch durch die Nähe zu einer wichtigen Handelsstraße namens „Durch die langen Hessen“ begünstigt wurde.
Bereits im 14. Jahrhundert wurde die Unterstadt, die sogenannte „Freiheit“, angelegt. Bis 1536 existierten die höher gelegene Altstadt und die Freiheit als zwei eigenständige Städte mit jeweils eigenen Mauerringen.
Homberg entwickelte sich im Spätmittelalter zu einer wohlhabenden Handelsstadt, insbesondere durch den Woll- und Tuchhandel. Die starke Befestigung der Stadt bot Schutz für Handel und Handwerk, sodass Homberg zu dieser Zeit zu den größten und reichsten Städten Hessens zählte.
Eine besondere historische Bedeutung erlangte Homberg als Reformationsstadt: Im Oktober 1526 fand in der Reformationskirche St. Marien die Homberger Synode statt, auf der unter Landgraf Philipp die Einführung der evangelischen Religionsausübung für die Landgrafschaft Hessen beschlossen wurde. Damit wurde Homberg zum Ausgangspunkt der Reformation in Hessen.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) erlitt die Stadt schwere Zerstörungen und konnte nach dem Wiederaufbau nicht mehr an ihre frühere Bedeutung anknüpfen.
Abbildung 16: Homberg (Efze) – Ansicht von Dillich, 1591
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Abbildung 17: Homberg (Efze) – Historische Stadtansicht von Matthäus Merian, 1655
Altstadt
Die Altstadt von Homberg (Efze) bildet das historische Zentrum der Stadt und zeichnet sich durch einen großen Bestand an alten Fachwerkhäusern aus. Die Altstadt war ursprünglich von einer eigenen Stadtmauer umgeben, von der heute noch Teile erhalten sind. Besonders entlang der Wallstraße, der südlichen Begrenzung der Altstadt, sind Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren Türmen sichtbar.
Historisch verfügte die Altstadt über vier Stadttore. Zwei der Stadttore, namentlich das Untere und Obere Freiheiter Tor, gewährleisteten eine Verbindung zur Freiheit.
Die erhaltenen Teile der Stadtmauer mit Stadttoren und Wallgärten sind wichtige Zeugnisse der Stadtgeschichte und prägen das Erscheinungsbild der Altstadt bis heute.
Freiheit
Die „Freiheit“ entstand im 14. Jahrhundert als eigenständige Stadt mit eigenem Mauerring. Fast zwei Jahrhunderte lang war die Freiheit mit eigenen Rechten ausgestattet und formal unabhängig von Homberg.
Entlang der Hospitalstraße in der Freiheit befanden sich mit dem Hospital und zwei Kirchen bedeutende Bauwerke. Die gotischen Wohngebäude des Hospitals, die im Jahr 1368 errichtet und 1751 erweitert wurden, sind bis heute erhalten und werden aktuell als Altersheim genutzt. Die zum Hospital gehörende Heilig-Geist-Kirche wurde im Jahr 1658 abgebrochen (vgl. Backes; Feldtkeller 1962: 259).
Im Herzen der Freiheit liegt der St. Nikolausplatz, der von der Anwohnerschaft als „Klowes Kirchhof“ bezeichnet wird. Hier befand sich einst die St. Nikolauskirche. Teile des Platzes wurden als Friedhof genutzt. Inzwischen ist der St. Nikolausplatz Mittelpunkt einer ruhigen Wohngegend mitten in der Stadt (vgl. nikolausplatz.de).
Der Platz markierte früher den Rand der Stadt, was bis heute an der hinter den Häusern verlaufenden Stadtmauer ersichtlich ist. Die Stadtmauer ist in Teilen substanzgeschwächt bzw. abgängig.
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Abbildung 18: Standort der Kirche auf dem St. Nikolausplatz (Quelle: nikolausplatz.de).
Denkmaltopografie
Im Untersuchungsgebiet sind große Teile des Gebiets als denkmalgeschützte Gesamtanlage unter Denkmalschutz gestellt. Hierzu zählt nicht nur der historische Altstadtkern, sondern weitere zusammenhängende Straßen- und Quartiersstrukturen, darunter wesentliche Abschnitte der Ziegenhainer Straße und der Kasseler Straße mit der straßenbegleitenden Bebauung sowie die Freiheit südlich der Altstadt. Damit besteht ein zusammenhängendes Gefüge aus denkmalgeschützten Ensembles, das bei künftigen Stadtentwicklungsmaßnahmen besondere Anforderungen an Gestaltung und den Umgang mit dem historischen Bestand stellt.
3.2 Städtebau und Stadtbild
Lage und Einbindung in das gesamtstädtische Gefüge
Das Untersuchungsgebiet liegt in der Kernstadt von Homberg (Efze) und umfasst den zentralen Innenstadtbereich. Es erstreckt sich von der Altstadt südwärts entlang der Ziegenhainer Straße sowie westwärts bis an den Siedlungsrand. Altstadt und innenstadtnahes Erweiterungsgebiet bilden den zentralen Versorgungsbereich der Gesamtstadt. Im Flächennutzungsplan sind hier Mischgebietsstrukturen ausgewiesen, ergänzt durch Sondergebiete für Fachmärkte, Lebensmittelmärkte und ein Einkaufszentrum entlang der Ziegenhainer und Kasseler Straße. Am westlichen Übergang zur freien Landschaft schließt ein zusammenhängender Sport-, Freizeit- und Erholungsbereich mit Sportplatz, Tennisanlagen, Park und Spielplatz an.
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Innerhalb des Untersuchungsraums befinden sich zudem zahlreiche Gemeinbedarfsnutzungen, darunter Schulen, Kindergärten, Altenzentrum, Feuerwehr, Stadthalle sowie kirchliche und verwaltungsnahe Einrichtungen, überwiegend in zentraler Lage entlang der Ziegenhainer Straße sowie in der Freiheit. Wohnnutzungen sind sowohl in der Altstadt mit gemischten Bauflächen als auch in der Freiheit und im Bereich zwischen Versorgungsstandort und Sportpark als Wohnbauflächen verankert. Die Einbindung in das städtische Verkehrsnetz erfolgt über die Hauptverkehrsachsen Ziegenhainer Straße, Kasseler Straße und Wallstraße. Mit dem Busbahnhof im Zentrum und einem radial aufgebauten Liniennetz liegt das Gebiet im ÖPNV- Knotenpunkt der Stadt.
Abbildung 19: Übersichtskarte Lage & Einbindung
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Siedlungs- und Baustruktur
Im Untersuchungsgebiet treffen sehr unterschiedliche Siedlungs- und Baustrukturen aufeinander. Altstadt und Freiheit bilden den historischen Kern mit kleinteiliger Parzellierung, mittelalterlicher Fachwerkarchitektur und hoher baulicher Dichte. Die Altstadt weist ein klar gegliedertes, rechteckiges Gassennetz mit geschlossener Blockrandbebauung und kaum Freiräumen auf, während die Freiheit lockerer bebaut ist, ein unregelmäßiges Straßennetz und mehr private Freiflächen besitzt. Punktuell verfügt die Freiheit über größere bauliche Einheiten, in denen Gemeinbedarfseinrichtungen wie Kindergarten, Feuerwehr, Altenheim und Behörden untergebracht sind.
Entlang der Ziegenhainer Straße erstreckt sich die Innenstadt. Hier prägt die gründerzeitliche Stadterweiterung das Bild mit großzügigeren Parzellen, freistehenden Villen, aufgelockerten Baukörperstellungen und einer mittleren baulichen Dichte.
Ebenfalls der Innenstadt zuzurechnen ist der Kreuzungsbereich von Ziegenhainer Straße und Kasseler Straße, an dem sich der stark autoorientierter Hauptversorgungsbereich befindet. Dieser umfasst großmaßstäbliche, zusammenhängende Grundstückseinheiten mit eingeschossigen Handelsbauten, hohem Anteil versiegelter Flächen und geringer Höhenentwicklung.
Südlich und westlich der Innenstadt schließen Wohngebiete an, die sich durch typische Parzellenzuschnitte für freistehende Stadtvillen, Einfamilien- und Reihenhäuser, ein gitterförmiges, MIV-geprägtes Straßennetz und großzügige private Freiflächen auszeichnen.
Am südöstlichen Rand des Untersuchungsgebiets, im Bereich der Konrad-Muth-Straße, befindet sich ein Gewerbestandort, der sich durch großmaßstäbliche Hallen- und Lagerstrukturen sowie ausgedehnte Hofflächen deutlich von der kleinteiligen Bebauung der umgebenden Wohnbebauung abhebt.
Bildungs- und Sportnutzungen konzentrieren sich im Westen der Kernstadt auf großflächigen Parzellen mit Kfz-orientierter Erschließung, eingeschossigen bis zweigeschossigen Funktionsbauten, hohen Abstandsflächen und sehr geringer baulicher Dichte sowie direktem Übergang in die freie Landschaft.
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Sport und Freizeit
Abbildung 20: Siedlungs- und Baustruktur; eigene Darstellung
Abbildung 21: Übersichtskarte Siedlungs- und Baustruktur; eigene Darstellung
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Sanierungsbedarfe und Leerstände
Die Erhebung von Sanierungsbedarfen und Leerständen erfolgte im Rahmen von Vorortbegehungen mit Außenansicht. Die Zuordnung beruht daher auf äußerlichen Merkmalen und kann vom tatsächlichen Zustand der Bausubstanz und von der realen Nutzungslage abweichen, da Sanierungsbedarfe und Leerstände von außen oftmals nicht eindeutig erkennbar sind. Nichtsdestotrotz bieten die Kartierungsergebnisse einen Orientierungswert.
Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 495 Hauptgebäude kartiert. Für die Bewertung der baulichen Situation wurden drei Intensitätsstufen angewandt:
• „gering“ (ästhetische Mängel ohne funktional relevante Schäden, geringe Auswirkungen auf das Stadtbild), • „mittel“ (sichtbare, moderat ausgeprägte Schäden, Nutzung eingeschränkt möglich, spürbare Auswirkungen auf das Stadtbild) und • „hoch“ (dringender Sanierungsbedarf, Nutzung stark eingeschränkt bis nicht nutzbar, erhebliche Auswirkungen auf das Stadtbild).
Die Sanierungsbedarfe unterschiedlicher Intensität bündeln sich deutlich in der zur Altstadt gehörenden Untergasse und im Bereich der Freiheit. Dort treten zugleich Häufungen von kompletten Leerständen auf. Teilleerstände finden sich ebenfalls in Altstadt und Freiheit sowie vereinzelt entlang der Ziegenhainer Straße. Außerhalb der Kernlagen zeigen sich einzelne Schwerpunkte an spezifischen Standorten, etwa am Stellbergstadions und im Bereich der Schulgebäude.
Ein hoher Sanierungsbedarf betrifft 20 Gebäude (4 %), vor allem in der Altstadt entlang der Untergasse sowie im Bereich der Freiheit mit Schwerpunkten in der Hospitalstraße und der Langen Straße. Punktuell sind zudem weitere Gebäude im Untersuchungsgebiet betroffen.
Einen mittleren Sanierungsbedarf weisen 39 Gebäude (7,9 %) auf, die sich besonders in der Freiheit konzentrieren, darunter Lange Straße, Hospitalstraße, Freiheiter Straße und Am Katterbach. Ergänzend treten Fälle im östlichen Abschnitt der Untergasse sowie vereinzelt entlang der Ziegenhainer Straße und an der Kasseler Straße auf.
Ein geringer Sanierungsbedarf findet sich bei 150 Gebäuden (30,2 %), die über das gesamte Untersuchungsgebiet verteilt sind, mit einem Schwerpunkt in der Untergasse.
Für 287 Gebäude (57,9 %) wurde kein Sanierungsbedarf festgestellt.
Zudem wurden 23 komplett leerstehende Gebäude (4,6 %) und 30 teilweise leerstehende Gebäude (6,1 %) erfasst. Die Leerstandsquote liegt damit bei rund 11%. Auffällig ist die räumliche Bündelung in den Kernlagen Altstadt und Freiheit, ergänzt um vereinzelte Fälle entlang der Ziegenhainer Straße.
Im Ergebnis liegt der Anteil an Gebäuden mit hohem bzw. mittlerem Sanierungsbedarf bei 11,5 %. Zusammen mit rund 30 % an Gebäuden, welche einen geringen Sanierungsbedarf aufweisen, deutet dies auf einen Investitionsstau hin. Das Leerstandsniveau ist als moderat bis erhöht einzustufen. In mehreren Straßenabschnitten überlagern sich zudem Leerstände mit mittleren und hohen Sanierungsbedarfen. Dort ist die Nachnutzung bereits erschwert und negative Effekte strahlen auf die Umgebung aus.
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Erste Anzeichen einer Abwärtsspirale wie eine abnehmende Nutzungsvielfalt, Wertminderung und Vandalismus sind in diesem Zusammenhang bereits erkennbar. Diese Faktoren wirken sich negativ auf das Stadtbild aus und hemmen die Investitionsbereitschaft weiter.
Abbildung 22: Übersichtskarte Sanierungsbedarf & Leerstand; eigene Darstellung
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Nachverdichtungspotenziale
Im Untersuchungsgebiet wurden eine Reihe von Flächen identifiziert, die mindergenutzt oder sogar ungenutzt sind. Diese Flächen könnten bebaut und mit einer für das Untersuchungsgebiet zuträglichen Nutzung belegt werden. Durch eine Nachverdichtung können Baulücken geschlossen und damit das städtebauliche Erscheinungsbild deutlich verbessert werden. Gleichwohl ist insbesondere in einem dicht bebauten Innenstadtraum wie dem Untersuchungsgebiet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bebauung und qualitätsvollen Freiräumen zu wahren.
Im Untersuchungsgebiet finden sich un- oder mindergenutzte Flächen vor allem im Bereich der Freiheit. Hier wurden entlang der Langen Straße Flächen als Potenzialflächen für eine mögliche Bebauung identifiziert. Durch einen Lückenschluss könnten sichtbare Verbesserungen im Stadtbild erzielt werden. Zwei weitere Potenzialflächen liegen im Westen des Untersuchungsgebiets im Umfeld der gewerblich geprägten Strukturen.
Abbildung 23: Übersichtskarte Nachverdichtungspotentiale; eigene Darstellung
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3.3 Nutzung und Funktion
Nutzungsmischung
Das Untersuchungsgebiet stellt sich als stark nutzungsgemischtes Quartier dar. Die Mischung aus Wohnen, Dienstleistungen, Einzelhandel, Gastronomie sowie öffentlichen und sozialen Einrichtungen erzeugt ein vielfältiges Funktionsgefüge und stützt die innerstädtische Versorgung. Auffällig ist die hohe Dichte an Einrichtungen aus den Bereichen Kultur, Soziales und Bildung, die über das Gebiet verteilt sind und zusätzliche Besucherfrequenzen erzeugen. Gemeinbedarfsnutzungen wie Verwaltungen und Behörden sind als zentrale Anlaufstellen am Busbahnhof verankert. Dienstleistungen, darunter Bürogebäude sowie Körperpflege- und Gesundheitsangebote, sind über das Gebiet verteilt und sorgen für eine breite Angebotsbasis. Produzierendes bzw. verarbeitendes Gewerbe ist in den Randlagen des Untersuchungsgebiets vorhanden, darunter ein flächenintensiver Gewerbestandort im Bereich der Konrad-Muth- Straße, der im Kontrast zur umgebenden Wohnbebauung steht.
Versorgung
Entlang der Ziegenhainer Straße und der Kasseler Straße ist die Mischnutzung besonders ausgeprägt. In diesen Bereichen ist eine Vielzahl an Einzelhandelseinrichtungen und Dienstleistungsangeboten verortet. Die Ziegenhainer Straße und die Kasseler Straße, inklusive der rückwärtigen Bereiche des Einkaufszentrums drehscheibe, fungieren somit als Versorgungsbereiche für die Gesamtstadt. Die Nahversorgung ist insgesamt gut über die vorhandenen Einzelhandelsangebote abgedeckt. Die Zahl gastronomischer Betriebe ist hingegen geringer, wodurch Frequenz und Aufenthaltsdauer nach Ladenschluss schwächer ausfallen dürften. Hier besteht ein Entwicklungspotenzial für mehr Aufenthaltsqualität und abendliche Belebung.
Die Untergasse weist als Teil der historischen Altstadt eine klassische Mischnutzung aus Einzelhandel und Dienstleistungen in Erdgeschosslagen und Wohnen in den darüber liegenden Geschossen auf. Aufgrund einer Reihe von Leerständen kann die Untergasse ihre ursprüngliche Versorgungsfunktion aber nur noch bedingt aufrechterhalten.
Wohnen
Die Wohnfunktion ist fast über das gesamte Untersuchungsgebiet hinweg präsent, wobei Schwerpunkte in gewissen Teilräumen bestehen. In der Freiheit und im südlichen Abschnitt des Untersuchungsgebiets dominiert das Wohnen. Dort prägen zusammenhängende Wohnnutzungen das Bild, durchsetzt von einzelnen Gemeinbedarfs- und Dienstleistungsangeboten. In der Untergasse ist Wohnraum vor allem in den Obergeschossen präsent, während die Erdgeschosse überwiegend von Einzelhandel und Dienstleistungen belegt sind. Ruhigere Wohnbereiche, in denen keine starke Durchmischung mit anderen Nutzungen vorhanden ist, befinden sich im südlichen Teil des Untersuchungsgebiets.
Im Sinne der „Stadt der kurzen Wege“ profitiert die Wohnnutzung im Quartier von der eng miteinander verzahnten Durchmischung unterschiedlicher Nutzungen, die eine fußläufige Erreichbarkeit von Versorgung und Dienstleistungen ermöglicht.
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Arbeiten
Das Untersuchungsgebiet ist als Arbeitsstandort klar dienstleistungsorientiert geprägt. Im Untersuchungsgebiet konzentrieren sich öffentliche und private Dienstleistungen, Handel sowie Büroarbeitsplätze. Produzierendes bzw. verarbeitendes Gewerbe tritt nur punktuell und überwiegend in Randlagen auf. Mit der Agentur für Arbeit, der Wohngeldbehörde und weiteren Gemeinbedarfseinrichtungen sind zentrale öffentliche Arbeitgeber präsent, die verlässlich Frequenz erzeugen und die Innenstadt als Anlaufstelle für Verwaltung und Sozialleistungen stärken.
Sport, Freizeit und Kultur
Im westlichen Bereich des Untersuchungsgebiets bündelt der Sportpark Stellberg die Funktionen Sport und Freizeit. Die Sportanlagen dienen als wohnortnaher Bewegungs- und Begegnungsraum. Eine Nutzung ist jedoch nur im Rahmen einer Vereinszugehörigkeit möglich, was die Nutzung für viele Personen einschränkt. In unmittelbarer Nähe ergänzt die Stellbergschule mit dem DFB-Platz, der auch außerhalb der Schulzeiten für das Fußballspiel frei genutzt werden kann, die sportliche Infrastruktur. Allerdings weist die Oberfläche des Platzes starke Beschädigungen auf, sodass der Platz nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Im übrigen Untersuchungsgebiet sind Sport- oder Freizeitangebote spärlich vorhanden.
Im Kulturbereich sorgen die Stadthalle an der Ziegenhainer Straße mit regelmäßigen Veranstaltungen sowie ein Nachtclub an der Kasseler Straße für punktuelle Angebote. Darüber hinaus wird das KOCHS in der Untergasse gelegentlich als Ausstellungsfläche lokaler Akteure genutzt. Insgesamt besteht jedoch Raum für eine breitere kulturelle und freizeitbezogene Aktivierung, um Aufenthaltsdauer und Lebensqualität zu erhöhen.
Abbildung 24: Übersichtskarte Nutzung; eigene Darstellung
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3.4 Freiräume und Stadtplätze
Defizite in der Freiraumgestaltung
Im Untersuchungsgebiet sind öffentliche Freiräume und Platzsituationen zwar grundsätzlich vorhanden, sie weisen jedoch vielfach funktionale und gestalterische Defizite auf und werden daher nur eingeschränkt als Aufenthaltsorte genutzt. Besonders vor dem Hintergrund der innerstädtischen Lage sowie der dichten historischen Bebauungsstruktur kommt qualitätsvollen öffentlichen Freiräumen eine hohe Bedeutung zu, da private Freiflächen insbesondere in Teilen der Altstadt und der Freiheit nur begrenzt vorhanden sind. Gleichzeitig zeigen sich im gesamten Quartier zahlreiche stark versiegelte Flächen, die im Hinblick auf Klimaanpassung, Hitzebelastung und mangelnde Aufenthaltsqualität kritisch zu bewerten sind. Beispielhaft treten diese Defizite am Busbahnhof, im Bereich des St.-Nikolaus-Platzes oder entlang der Wallstraße auf.
Verkehrsdominierte Räume und fehlende Aufenthaltsqualität
Darüber hinaus prägen die Verkehrsdominanz, überdimensionierte Straßenquerschnitte sowie fehlende oder nur wenig Begrünung sowie tlw. in die Jahre gekommene Möblierung vielerorts das Erscheinungsbild der öffentlichen Freiräume. Teilweise entstehen dadurch räumliche Barrieren innerhalb des Quartiers und wichtige Verbindungen werden geschwächt, wie etwa zwischen Altstadt und Freiheit im Bereich des Busbahnhofs. Letztendlich können die bestehenden Grün- und Aufenthaltsbereiche ihre Funktion aufgrund hoher Verkehrsbelastungen oder unzureichender Gestaltung nur eingeschränkt erfüllen, wie beispielsweise die Wallgärten entlang der Wallstraße.
Potenziale zur klimaangepassten Aufwertung
Neben den Defiziten wurden zugleich vielfältige Entwicklungspotenziale identifiziert. Zahlreiche Flächen bieten die Möglichkeit, durch Entsiegelung, Begrünung und klimaangepasste Umgestaltung die Aufenthaltsqualität deutlich zu verbessern und Hitzeinseln zu reduzieren. Insbesondere Verkehrs- und Stellplatzflächen, etwa am Busbahnhof, an größeren Parkplatzbereichen oder im Umfeld zentraler Straßenräume, könnten schrittweise zugunsten von Grün- und Aufenthaltsflächen umgestaltet werden. Ergänzend bestehen Potenziale zur Schaffung attraktiver zwangloser Begegnungs- und Aufenthaltsorte durch Nutzungserweiterungen, zusätzliche Sitzmöglichkeiten, Beschattung, neue Wegebeziehungen und eine bessere Ausstattung des öffentlichen Raums.
Kleinteilige Rest- und Potenzialflächen
Zudem konnten kleinere Rest- und Potenzialflächen identifiziert werden, die derzeit untergenutzt sind, jedoch Chancen für kleinteilige Aufenthalts-, Spiel- und Nutzungsangebote im direkten Wohnumfeld bieten. Beispielhaft zeigt sich dies in Bereichen der Freiheit oder entlang kleinerer Straßen- und Platzräume. Auch bislang nur eingeschränkt zugängliche Flächen, wie schulische Freiräume, könnten perspektivisch stärker in die Quartiersnutzung eingebunden werden. Insgesamt besteht damit ein erhebliches Potenzial, den öffentlichen Raum funktional, gestalterisch und klimatisch aufzuwerten und die Quartiersqualität nachhaltig zu stärken.
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Abbildung 25: Übersichtskarte Freiräume & Stadtplätze; eigene Darstellung
3.5 Verkehr und Mobilität
Fußverkehr
Der Fußverkehr im Untersuchungsgebiet ist stark durch die historischen Strukturen und kleinteiligen Wege geprägt. Insbesondere im Bereich der Stadtmauer bestehen qualitätsarme, aber grundsätzlich gut nutzbare Fußwege, die derzeit ihr Potenzial als attraktive Spazierwege nicht ausschöpfen. Entlang der Stadtmauer am Pulverturm sowie im Bereich der Gaststätte „Cassel“ existieren Wegeverbindungen, die relativ versteckt liegen und gestalterisch wie funktional nur unzureichend ausgebildet sind. Vergleichbare Defizite zeigen sich am durchgehenden Weg „Hinter der Mauer“ in der Freiheit. Die direkte Lage an der Stadtmauer eröffnet hier Potenziale, sowohl die historische Stadtbefestigung stärker erlebbar zu machen als auch attraktive Aufenthalts- und Wegeverbindungen zu schaffen, beispielsweise durch eine Qualifizierung des Oberflächenbelags und ergänzende Aufenthaltsangebote. In diesem Kontext erscheint auch eine neue, gestalterisch ansprechende Treppenanlage mit Zwischenpodesten am Hang zur Wallstraße als denkbare Option, um die Topografie besser zu überwinden und zugleich einen Aussichtspunkt mit Fernblick anzubieten.
In weiteren Bereichen des Untersuchungsgebiets ist der Fußverkehr durch unzureichende Querschnitte und Barrieren im Straßenraum eingeschränkt. In der Ludwig-Mohr-Straße sowie insbesondere im Wilhelm-Volckmar-Weg sind die Gehwege zu schmal dimensioniert, sodass die Nutzung mit Kinderwagen oder Rollstuhl nur eingeschränkt möglich ist. Im Wilhelm-Volckmar- Weg führt dies dazu, dass Fußgängerinnen und Fußgänger teilweise auf die Fahrbahn ausweichen müssen, was angesichts des Kfz-Verkehrs als sicherheitskritisch zu bewerten ist. 45
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Hinzu kommen gefährliche Querungsstellen, etwa an der Wallstraße im Bereich des Busbahnhofs sowie an der Ziegenhainer Straße. Beide Bereiche sind stark von Schülerinnen und Schülern frequentiert. Die Wallstraße wirkt aufgrund einer hohen verkehrlichen Belastung als Barriere für den Fußverkehr. An der Ziegenhainer Straße ist der vorhandene Zebrastreifen gegenüber der „drehscheibe“ in seiner Lage ungünstig, sodass die tatsächlichen Wegebeziehungen zwischen Schulen und Busbahnhof nicht optimal abgebildet werden.
Ein weiterer Problembereich betrifft den Zustand der Oberflächenbeläge. Vor allem in der Freiheit, u. a. in der Konrad-Muth-Straße und an verschiedenen Stellen in der Hospitalstraße im Umfeld des Altenheims, sind Straßen- und Gehwegoberflächen schadhaft. Die Schäden stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Glasfaserinfrastruktur. Die hieraus resultierenden Unebenheiten und Kanten wirken sich negativ auf die Barrierefreiheit aus und stellen insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen und die Bewohnerschaft der Altenheime eine erhebliche Einschränkung dar. Ergänzend besteht im südlichen Teilbereich der Ziegenhainer Straße Bedarf nach zusätzlichen Sitzgelegenheiten, um fußläufige Wege, insbesondere für ältere Menschen aus der nahegelegenen Pflegeeinrichtung, besser zu unterstützen.
Strukturell ist das Fußwegenetz im Umfeld des Busbahnhofs lückenhaft und teilweise nicht barrierefrei ausgebildet. Nördlich und südlich des Busbahnhofs fehlen gut wahrnehmbare, komfortable und barrierefreie Verbindungen zwischen Wallstraße und Freiheiter Straße. Die relativ langen Blockstrukturen wirken hier trennend und verstärken die Barrierewirkung zwischen Altstadt und der Freiheit. Perspektivisch eröffnet die Durchlässigkeit von Baublöcken und die Entwicklung eines dichteren, kleinteiligen Wegenetzes Potenziale, die fußläufige Erreichbarkeit zu verbessern und funktionale Verknüpfungen zwischen den Teilräumen zu stärken.
Radverkehr
Der Radverkehr ist im Untersuchungsgebiet grundsätzlich auf allen Straßen zugelassen, weist jedoch Defizite bei der Infrastrukturqualität und Verkehrssicherheit auf. Separate Radwege sind lediglich in kurzen Abschnitten entlang der Ziegenhainer Straße und der Wallstraße vorhanden. Angesichts der verkehrlichen Belastung und der Funktion dieser Straßen als Hauptverkehrsachsen besteht insbesondere auf der Ziegenhainer Straße, der Kasseler Straße und der Wallstraße ein Bedarf nach zusätzlichen, baulich oder zumindest markierungstechnisch getrennten Radverkehrsanlagen. Diese könnten das Sicherheitsgefühl von Radfahrenden stärken und Nutzungskonflikte mit dem motorisierten Verkehr reduzieren.
Auch im Bereich der Radabstellanlagen bestehen deutliche Defizite. Öffentliche Fahrradabstellmöglichkeiten sind nur in begrenztem Umfang vorhanden. Insbesondere an der Stadthalle (hohe Auslastung bei Veranstaltungen), in der Untergasse, an der Holzhäuser Straße (im Bereich des Bäckers), bei Altenheimen und Kindertagesstätten sowie an mehreren Punkten in der Freiheit (u. a. Hospitalstraße, St.-Nikolaus-Platz, Spielplatz „Am Katterbach“) wird ein Bedarf an zusätzlichen Abstellmöglichkeiten gesehen. Ergänzende Infrastrukturelemente wie Reparaturstationen könnten das Angebot sinnvoll abrunden. Am Busbahnhof fehlen sowohl gesicherte, wettergeschützte Fahrradabstellanlagen als auch Ladeinfrastruktur für E-Bikes. Damit bleibt das Potenzial, den Busbahnhof als multimodalen Verknüpfungspunkt zu stärken, bislang ungenutzt.
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Öffentlicher Personennahverkehr
Der Busbahnhof bildet den zentralen Mobilitätsknoten im Untersuchungsgebiet und ist für die Anbindung der Homberger Innenstadt von hoher Bedeutung. Trotz dieser Schlüsselrolle weist der Standort erhebliche Defizite auf. Die Aufenthaltsqualität ist durch eine unzureichende Ausstattung mit Wetterschutz, Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereichen eingeschränkt. Barrierefreie Zugänge und barrierearme Wegebeziehungen sind nur teilweise gegeben, wodurch insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen benachteiligt werden. Zudem wirkt die Wallstraße in Verbindung mit der Businfrastruktur als räumliche und verkehrliche Barriere zwischen Altstadt und der Freiheit.
Ergänzend besteht am Busbahnhof Optimierungspotenzial hinsichtlich der Beleuchtung, der Sauberkeit, der Verfügbarkeit von Toiletten, einer digitalen Fahrgastinformation sowie einer klaren Wegweisung zum Umfeld (Altstadt, Freiheit, Schulen). Begrünungsmaßnahmen könnten zusätzlich zur Verbesserung des Mikroklimas und der Aufenthaltsqualität beitragen. Die fehlende Ladeinfrastruktur für E-Bikes und E-Pkw schränkt die Rolle des Busbahnhofs als multimodaler Knoten und Umsteigepunkt zwischen den Verkehrsträgern ein.
Bei den weiteren Bushaltestellen bestehen Unterschiede in der Ausstattung. Die Haltestelle an der Stellbergschule ist unterausgestattet; es fehlen Überdachung, Sitzgelegenheiten und eine gut sichtbare Fahrgastinformation. Demgegenüber ist die Haltestelle an der Erich-Kästner- Schule mit einer Überdachung, Sitzgelegenheiten und Infotafeln ausgestattet, weist jedoch Potenziale zur Entsiegelung insbesondere im Bereich der Buswendeschleife auf. Insgesamt zeigt sich, dass die Qualität der Haltestellenausstattungen im Untersuchungsgebiet heterogen ist und punktuell deutlich hinter heutigen Standards zurückbleibt.
Motorisierter Verkehr
Der motorisierte Individualverkehr (MIV) prägt wesentliche Teile des Untersuchungsgebiets und führt in mehreren Bereichen zu Nutzungskonflikten mit dem Fuß- und Radverkehr. In der Untergasse, der Westheimer Straße, der Engelhard-Breul-Straße und der Ziegenhainer Straße werden von zu hohen Fahrgeschwindigkeiten berichtet. Dies verschärft Konflikte zwischen dem fließendem Kfz-Verkehr und dem Fußverkehr, beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität und reduziert die Verkehrssicherheit. In einigen Bereichen geht ein hohes Kfz-Verkehrsaufkommen zudem mit einer entsprechenden Lärmbelastung einher. Kasseler Straße, Wallstraße und Ziegenhainer Straße wirken aufgrund der hohen Verkehrsbelastung als Barrieren, die das Queren und die Vernetzung der Stadtquartiere erschweren.
Demgegenüber gibt es in der Freiheit (Freiheiter Straße, Hospitalstraße, Am Katterbach, Lange Straße, St.-Nikolaus-Platz) Bereiche mit vergleichsweise geringem Kfz-Verkehrsaufkommen und überwiegender Wohnnutzung, die Potenziale für eine stärkere Verkehrsberuhigung und eine stärkere Ausrichtung auf Aufenthaltsfunktionen und Nahmobilität aufweisen.
Gleichzeitig fehlen im Untersuchungsgebiet Carsharing-Angebote (z. B. Stationen des lokal bereits etablierten Anbieters Regiomobil) sowie eine ausreichende Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Im Untersuchungsgebiet selbst sind keine E-Ladesäulen vorhanden. Erst in der Altstadt steht eine entsprechende Säule zur Verfügung. Dies begrenzt die Möglichkeiten, den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe zu fördern und den Busbahnhof als attraktiven Umsteigepunkt mit Ladeangeboten zu etablieren.
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Ruhender Verkehr
Im Bereich des ruhenden Verkehrs wird aus der Beteiligung von einem Stellplatzdruck in einzelnen Teilbereichen des Untersuchungsgebiets berichtet. In der Altstadt ist das Langzeitparken eingeschränkt, bei Veranstaltungen sind die Stellplätze an der Ziegenhainer Straße stark ausgelastet und die Stellplätze an der Stadthalle werden als nicht ausreichend wahrgenommen. In der Freiheit, in der kostenlos geparkt werden kann, ist die Parksituation oftmals stark angespannt, sodass Anwohnende Schwierigkeiten haben, einen Stellplatz zu finden. Gleichzeitig zeigt sich, dass kostenpflichtige Parkplätze, beispielsweise am Busbahnhof, zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahmen nur gering ausgelastet waren. Daraus lässt sich ableiten, dass weniger ein genereller Mangel an Stellplätzen vorliegt, sondern vielmehr ein Verteilungs- und Akzeptanzproblem zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Angeboten besteht.
In der Untergasse und der Westheimer Straße führt das Parken im Straßenraum zu einer deutlichen Einschränkung der Flanier- und Aufenthaltsqualität. Geparkte Fahrzeuge verengen den Straßenraum und stehen teilweise im Widerspruch zur angestrebten Funktion als verkehrsberuhigter Bereich mit hoher Fußgängerorientierung. Vor dem Hintergrund der örtlichen Topografie und der Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen ist zugleich sicherzustellen, dass eine ausreichende Anzahl an Stellplätzen und zumutbare Wege zu den Wohn- und Nutzungsstandorten gewahrt bleiben.
Als grundsätzlicher Ansatz wird die Bündelung des ruhenden Verkehrs in Form einer zentralen Quartiersgarage in Nähe der Stadthalle auf einer geeigneten Brachfläche diskutiert. Eine solche Einrichtung könnte von Bewohnerschaft, Gewerbetreibenden und Besuchenden gemeinschaftlich genutzt werden. Im Gegenzug könnten im öffentlichen Straßenraum an sensiblen Stellen Stellplätze reduziert und Flächen für Fuß- und Radverkehr, Begrünung oder Aufenthalt umgenutzt werden. Auch für die Freiheit ist ein solcher Ansatz denkbar. Die konkrete Ausgestaltung muss jedoch sorgfältig mit den Erfordernissen der Erreichbarkeit, insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen, abgeglichen werden.
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Abbildung 26: Übersichtskarte Mobilität; eigene Darstellung
3.6 Soziale Infrastruktur und „Dritte Orte“
Kindertagesstätten
Im Untersuchungsgebiet sind zwei Kindertagesstätten verortet: die evangelische Kita Katterbach sowie der katholische Kindergarten Christus Epheta. Beide Standorte liegen zentral und sind gut fußläufig erreichbar, was die alltagsnahe Versorgung von Familien unterstützt. Die Kita Katterbach weist jedoch Sanierungsbedarf auf. Zudem wurden frühere Erweiterungsplanungen bislang nicht umgesetzt. Der katholische Kindergarten Christus Epheta ist ebenfalls sanierungsbedürftig. Um Betreuungsplätze und eine angemessene Angebotsqualität zu sichern, ist eine Sanierung beider Einrichtungen sowie ggf. eine Erweiterung der Kita Katterbach geplant.
Bildungsangebote
Die Theodor-Heuss-Schule ist ein Gymnasium und aufgrund der innerstädtischen Lage gut eingebunden. Die Erich-Kästner-Schule (Haupt- und Realschule) und die Stellbergschule (Grundschule) befinden sich im westlichen Bereich des Untersuchungsgebiets, sind aber weiterhin gut erreichbar. Ergänzend bestehen im Untersuchungsgebiet niedrigschwellige Bildungs- und Unterstützungsangebote in Form des Starthilfe Ausbildungsverbund in der Untergasse, der Jugendliche und junge Menschen mit Angeboten wie einer Lehrküche für Auszubildende und Beratungsleistungen beim Start in das Erwerbsleben unterstützt.
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Angebote für Jugendliche
Das Jugendzentrum am Davidsweg befindet sich außerhalb des Untersuchungsgebiets, wird aber genutzt und ist von der Ziegenhainer Straße ausgehend in rund zehn Gehminuten erreichbar. Innerhalb des Untersuchungsraums fehlen jugendgerechte, zwanglose Treffpunkte im Innen- und Außenraum. Der Busbahnhof wird zwar von Jugendlichen frequentiert, allerdings empfinden diese den Ort eher als Angstraum, denn als Aufenthaltsort. Grund sind laut Auskunft von Beteiligten eine vor Ort herrschende Drogenproblematik zusammen mit einer unzureichenden Beleuchtung und einer schlechten Ausstattung. Die genannten Faktoren hemmen eine regelmäßige Nutzung des Busbahnhofs als Aufenthaltsort für Jugendliche. Eine gute Außenbeleuchtung, überdachte Sitzgelegenheiten und zwanglose Angebote im Inneren eines Gebäudes könnte hier Abhilfe schaffen und einen generationenoffenen Treffpunkt in zentraler Lage schaffen.
Ärzteversorgung und Pflege
Die innerstädtische Gesundheitsversorgung ist grundsätzlich breit aufgestellt: Neben ärztlichen Leistungen sind Apotheken, therapeutische und präventive Angebote sowie psychosoziale Dienste im Gebiet präsent. In der Pflege liegen ambulante Dienste und zwei stationäre Altenpflegeeinrichtungen innenstadtnah. Die zentrale Lage ermöglicht Teilhabe am Alltagsgeschehen und kurze Wege, sofern die Erreichbarkeit barrierearm gewährleistet ist. Für die Angebotsqualität sind barrierefreie Zugänge, sichere Querungen und ausreichende Sitzmöglichkeiten entlang der Wegeketten besonders relevant.
Dritte Orte
Mit dem Machwerk als offene Werkstatt sowie außerschulischer Lern- und Kreativort sowie dem KOCHS als multifunktionaler Begegnungs- und Veranstaltungsort existieren zwei zentrale „Dritte Orte“ mit hoher Bedeutung für die lokale Bevölkerung. Nichtsdestotrotz besteht Potenzial, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit dieser Orte zu steigern, etwa durch eine stärkere Internetpräsenz und eine bessere Kommunikation aktueller Programme und Öffnungszeiten. Ähnliche, ergänzende Angebote könnten in den vorhandenen Leerständen etabliert und so eine Reaktivierung dieser Räume erzielt werden. Perspektivisch wird auch für das ab 2030 freiwerdende Feuerwehrgebäude ein tragfähiges Umnutzungskonzept benötigt, das öffentliche Funktionen wie eine Stadtbibliothek und Jugendräume beinhalten könnte.
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3.7 Zusammenfassende SWOT-Analyse Untersuchungsgebiet
Stärken
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Untergasse und Freiheit als identitätsstiftendes Ensemble: Untergasse und Freiheit mit dichtem Fachwerkbestand, Stadtmauer, Wallgärten und kleinteiliger Parzellierung als städtebaulich und kulturhistorisch wertvolles Ensemble mit hoher Identitätswirkung. • Hohe Nutzungsdichte und funktionale Mischung: Enge Verflechtungen von Wohnen, Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, Verwaltung, Bildung, Soziales und Kultur unterstützen die Stadt der kurzen Wege mit fußläufiger Erreichbarkeit vieler Alltagsziele. |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Zentraler Versorgungs- und Dienstleistungsstandort der Gesamtstadt: Ziegenhainer Straße und Kasseler Straße als zentraler Versorgungsbereich mit hoher Dichte an Einzelhandel, Dienstleistungen, Gesundheitsangeboten und Verwaltungsnutzungen. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Gute Ausstattung mit sozialer Infrastruktur und Gemeinbedarfsnutzungen: Schulen, Kindertagesstätten, Altenpflege, Stadthalle, Feuerwehrstandort, kirchliche Einrichtungen, Verwaltung und weitere Gemeinbedarfsnutzungen überwiegend fußläufig erreichbar. |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Sport- und Freizeitangebote im direkten Umfeld: Sportpark und DFB-Platz als bedeutender Bewegungs- und Freizeitstandort in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Zentraler ÖPNV-Knotenpunkt: Busbahnhof im Untersuchungsgebiet als Hauptknoten des örtlichen Busnetzes mit Anbindung der Innenstadt an Stadtteile und Region. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Vorhandene „Dritte Orte“ und kulturelle Anker: Machwerk, KOCHS und Stadthalle als profilierte Orte für Begegnung, Kultur, Bildung und Veranstaltungen. |
Schwächen
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Anzahl an Sanierungsbedarfen und Leerständen: Hoher Anteil sanierungsbedürftiger Gebäude (ca. 42 Prozent), rund 11 Prozent Leer- oder Teilleerstand. Überlagerung baulicher Mängel mit Leerstand beeinträchtigt Stadtbild und Funktionsfähigkeit. • Abgängige Stadtmauer: Sicherungs- und Sanierungsbedarf an historischer Stadtmauer in der Freiheit |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Geschwächte Versorgungsfunktion in der Untergasse: Leerstände und Nutzungslücken in Erdgeschosszonen schwächen die frühere Versorgungsfunktion und reduzieren die innerstädtische Frequenz. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Sanierungsbedürftige Kindertagesstätten: Beide Kitas im Untersuchungsgebiet mit baulichen Defiziten, räumliche Voraussetzungen entsprechen teilweise nicht dem perspektivischen Betreuungs- und Qualitätsbedarf. |
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| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Defizitäre Freiraum- und Platzgestaltung mit hoher Versiegelung: Busbahnhof, St.-Nikolaus-Platz, Freiheiter Straße sowie Stellplatz- und Restflächen stark versiegelt und gering gestaltet, geringe Aufenthaltsqualität, unzureichende Begrünung und Klimaanpassung insbesondere in dicht bebauten Bereichen von Untergasse und Freiheit. |
|---|---|
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Unzureichende Barrierefreiheit und mangelhafte Oberflächen: Schadhafte und zu schmale Gehwege, insbesondere in Freiheit und am Wilhelm-Volckmar-Weg, fehlende gesicherte Querungen an Wallstraße (Busbahnhof) und Ziegenhainer Straße. • Lückenhafte und qualitativ unzureichende Radverkehrsinfrastruktur: Radverkehrsanlagen entlang der Hauptachsen nur abschnittsweise, geringe Infrastrukturqualität und unzureichende Anzahl öffentlicher Fahrradabstellanlagen inklusive gesicherter und überdachter Angebote. • Verkehrsbelastung und Barrieren durch den motorisierten Verkehr: Hohe Belastungen und zu hohe Geschwindigkeiten in Untergasse, Ziegenhainer Straße und Wallstraße mindern Aufenthaltsqualität und erzeugen Barrieren zwischen Teilräumen wie Altstadt und Freiheit. • Ungünstige Verteilung und Wahrnehmung des ruhenden Verkehrs: Wahrgenommener Stellplatzmangel in Altstadt und im Umfeld der Stadthalle bei gleichzeitiger Unterauslastung kostenpflichtiger Stellplätze (zum Beispiel am Busbahnhof), Parken im Straßenraum beeinträchtigt insbesondere in der Untergasse die Flanier- und Aufenthaltsqualität. |
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Fehlende jugendgerechte, zwanglose Treffpunkte: Mangel an öffentlich zugänglichen, jugendgerechten Aufenthaltsorten. Busbahnhof wird zwar von Jugendlichen genutzt, wird jedoch aufgrund von Ausstattungs- und Beleuchtungsmangel eher als Angstraum, wahrgenommen. |
Chancen
Städtebauliche • Städtebauliche Aufwertung, Sanierung und Struktur, Nachverdichtung in Kernlagen: Sanierung von Gebäuden in Gebäudebestand und der Untergasse sowie Nutzung von Wohnen Nachverdichtungspotenzialen in der Freiheit, insbesondere entlang Hospitalstraße und Langer Straße, sowie von brach- oder mindergenutzten Flächen zur Schließung von Baulücken, zur Stärkung des Stadtbildes und zur Schaffung ergänzender Wohn- und Mischnutzungen. • Bündelung von Leerständen als Chance zur gemeinschaftlichen Entwicklung: Räumliche Konzentration von Leerständen als Potenzial für gemeinschaftliche Entwicklung, kooperative Nutzungskonzepte und koordinierte Ansiedlung ergänzender Angebote.
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| • Innenstadtnahe Wohnangebote für unterschiedliche Zielgruppen: Sanierung, Aktivierung von Leerständen, Nachverdichtung und Umnutzung als Chance zur Schaffung integrierter Wohnangebote insbesondere für Ältere, Studierende, Auszubildende und kleine Haushalte. • Sicherung und Aufwertung der Stadtmauer in der Freiheit: Sanierung Stadtmauer und Aufwertung als Freiraum- und Wegeelement | |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Reaktivierung und Neupositionierung der Untergasse: Schrittweise Aktivierung von Leerständen und Erprobung neuer Nutzungen jenseits des klassischen Einzelhandels wie Wohnen, Arbeiten, Kultur oder gemeinschaftliche Angebote zur Aufwertung der Erdgeschosszonen und Profilierung der Untergasse als verbindenden Innenstadtraum. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Umnutzung freiwerdender Bestandsgebäude, insbesondere des Feuerwehrstandorts: Perspektivischer Wegzug der Feuerwehr bis 2030 als Chance, Gebäude und Vorplatz mit Bildungs-, Kultur-, Gesundheits- und Jugendfunktionen zu belegen und eine qualitätsvolle Platzgestaltung im Verbund mit dem Busbahnhof zu entwickeln. • Stärkung der wohnortnahen medizinischen Versorgung: Sicherung und Weiterentwicklung der medizinischen Angebote in der Innenstadt als Chance zur Stärkung der zentralen Versorgungsfunktion und Erhöhung der Frequenz für innenstadtnahe Dienstleistungen. |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Qualifizierung von Freiräumen und Klimaanpassung: Umgestaltung von Busbahnhof, Feuerwehrvorplatz, St.- Nikolaus-Platz, Stadthallenvorplatz sowie Stellplatz- und Restflächen als Potenzial für Entsiegelung, Begrünung, Beschattung und wassersensible Gestaltung zur Reduktion von Hitzeinseln und Steigerung der Aufenthaltsqualität. • Verbesserung von Wegestrukturen: Weiterentwicklung der Wege entlang der historischen Stadtmauern im Bereich Wallgärten und Freiheit zur Schaffung attraktiver Spazierwege und zur besseren Erlebbarkeit der Stadtbefestigungen. • Aufwertung von Rest- und Spielflächen im Wohnumfeld: Qualifizierung kleiner Restflächen, insbesondere in der Freiheit, zu kleinteiligen Aufenthalts-, Spiel- und Begegnungsorten zur Erhöhung der Wohnumfeldqualität und Schaffung attraktiver, zwangloser Angebote für Familien und Kinder. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Stärkung vorhandener und Schaffung neuer fußläufiger Verbindungen: Engmaschigeres Fußwegenetz zwischen Freiheiter Straße und Untergasse sowie Aufwertung von Hang und Treppenanlage an der Wallstraße zur besseren Verknüpfung von Altstadt und Freiheit. • Weiterentwicklung des Busbahnhofs zum multimodalen und sozialen Knotenpunkt: Barrierefreier Umbau, bessere Ausstattung, ergänzende Nutzungen sowie Radabstell- und Ladeinfrastruktur zur Stärkung des Busbahnhofs als Mobilitätsdrehscheibe und Aufenthalts- und Begegnungsort. |
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| • Stärkung der Nahmobilität und Integration nachhaltiger Mobilitätsangebote: Verbesserung Radinfrastruktur, Erweiterung von Carsharing und Ladeinfrastruktur sowie verkehrsberuhigte Bereiche insbesondere in Freiheit und Untergasse zur Stärkung der Erreichbarkeit ohne Pkw. | |
|---|---|
| Soziales Miteinander und „Dritte Orte“ | • Profilierung und bessere Sichtbarkeit vorhandener „Dritter Orte“: Stärkere kommunikative Sichtbarkeit von Machwerk, KOCHS und weiteren Einrichtungen sowie Nutzung von Leerständen für zusätzliche Begegnungs-, Kultur- und Bildungsangebote zur Verdichtung der sozialen Infrastruktur und Profilierung des Quartiers als Ort des Miteinanders. |
Risiken
| Städtebauliche Struktur, Gebäudebestand und Wohnen | • Verfestigung von Leerständen und Investitionsstau: Zunahme von Sanierungsbedarfen und Leerständen insbesondere in Untergasse und Freiheit mit Risiko von Funktionsverlusten, negativem Image, sinkenden Immobilienwerten, abnehmender Nutzungsvielfalt und nachlassender Investitionsbereitschaft. • Verlust der Stadtmauer in der Freiheit: Weitere Substanzverluste und damit Verlust eines prägenden Elements des historischen Ensembles |
|---|---|
| Lokale Ökonomie, Versorgung und Stadtimage | • Weitere Schwächung der historischen Versorgungsbereiche: Verlagerung von Frequenzen auf autoorientierte Standorte und großflächigen Handel ohne Gegensteuerung mit Risiko eines weiteren Bedeutungsverlusts der Homberger Innenstadt als kleinteiliger, nutzungsgemischter Versorgungsstandort. |
| Soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Gemeinbedarf | • Verstärkung von Defiziten in der frühkindlichen Bildung und Betreuung: Ausbleibende Sanierung der Kitas und Verbesserung der räumlichen Voraussetzungen mit Risiko verfehlter Qualitätsstandards und sinkender Attraktivität der Innenstadt als Wohnstandort für Familien. |
| Öffentlicher Raum, Freiflächen, Grün und Wohnumfeld | • Fortbestehen der defizitären Freiraum- und Platzgestaltung: Nichtqualifizierung stark versiegelter und gestalterisch unzureichender Plätze und Stellflächen in Untergasse und Freiheit mit Risiko weiterer Aufenthaltsqualitätsverluste, verschärfter Hitzebelastungen und sinkender Attraktivität als Wohn- und Aufenthaltsraum. |
| Verkehr, Mobilität und Erreichbarkeit | • Verfestigung der Dominanz des Kfz-Verkehrs: Hohe Verkehrsbelastung, fehlende sichere Querungen und unzureichende Aufenthaltsangebote mit Risiko dauerhafter Nutzungskonflikte und geringer Nutzung durch Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende. • Nichtnutzung von Mobilitäts- und Klimaschutzpotenzialen: Ausbleibende Stärkung von ÖPNV, Radverkehr, Carsharing, E- Ladeinfrastruktur und Entsiegelung mit Risiko dauerhaft hoher Pkw-Abhängigkeit sowie Lärm- und Emissionsbelastungen. |
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Soziales Miteinander • Verschärfung sozialräumlicher Problemlagen: Ausbleibende und „Dritte Orte“ Aufwertung jugendgerechter Angebote, problematischer Aufenthaltsorte wie Busbahnhof und gestalterisch vernachlässigter Bereiche mit Risiko eines verfestigten negativen Images und zunehmender sozialer Spannungen.
IV LEITBILD, HANDLUNGSFELDER, ZIELE UND
MAßNAHMEN
4.1 Leitbildentwicklung
Erarbeitungsprozess
Der Erarbeitungsprozess des Leitbildes für die Homberger Innenstadt basierte auf einer systematischen Auswertung der Beteiligungsergebnisse, die im Rahmen einer Leitbildwerkstatt (Zukunftssession) mit den Teilnehmenden gespiegelt wurden. Auf Grundlage der dort von den Beteiligten entwickelten Leitbildansätze wurde im Anschluss ein gemeinsames, zusammenführendes Leitbild formuliert, das die unterschiedlichen Perspektiven und Anregungen bündelt und einen besonderen Fokus auf Nutzungsmischung und kurze Wege, Aufenthaltsqualität und Generationengerechtigkeit sowie Bewegung legt.
Leitbild
Homberg bewegt: belebt und vielfältig für Jung und Alt Die Homberger Innenstadt ist eine lebenswerte und nutzungsgemischte Mitte mit hoher Aufenthaltsqualität, viel Grün, guter Versorgung und attraktiven sowie belebten Begegnungsorten für alle Generationen. In bester Lage verbindet sie fußläufig Wohnen, Arbeiten und Freizeit. „Bewegt“ meint dabei vielfältige Sport- und Bewegungsangebote und eine Innenstadt, die Raum für neue Ideen bietet.
„Bewegt“ beschreibt die Homberger Innenstadt als Stadtraum, in dem Bewegung im Alltag selbstverständlich ist. Gemeint ist sowohl körperliche Bewegung durch Sport- und Spielangebote sowie fuß- und radläufige Mobilität, als auch eine dynamische, sich wandelnde Stadtentwicklung, die offen für Veränderungen und neue Nutzungen ist.
„Für Jung und Alt“ bedeutet, dass gezielt Treffpunkte mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden, die den Austausch und das Miteinander verschiedener Generationen fördern. Es geht also um Orte, an denen Jung und Alt gleichermaßen willkommen sind.
„Belebt“ steht für attraktive öffentliche Räume mit viel Grün, die Menschen zum Aufenthalt einladen. Es entsteht eine lebendige Atmosphäre, weil diese Räume intensiv genutzt werden, Begegnungen fördern und so den öffentlichen Raum mit Leben füllen.
„Vielfältig“ bezieht sich auf die Nutzungsmischung und die soziale Struktur der Innenstadt. Unterschiedliche Wohnformen, Arbeitsorte, Bildungs- und Freizeitangebote sowie verschiedene Altersgruppen und Lebensstile sind in der kompakten Mitte eng beieinander vertreten und schaffen ein breites Spektrum an Angeboten und Begegnungsmöglichkeiten.
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4.2 Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen
Auf Grundlage der Analyseerkenntnisse und dem erarbeiteten Leitbild wurden sechs Handlungsfelder sowie zwei Querschnittsthemen mit jeweils spezifischen Zielen für die Homberger Innenstadt herausgearbeitet. Hierauf aufbauend sind Maßnahmen formuliert worden, die entweder über das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ oder über weitere Förderprogramme beziehungsweise private Mittel finanziert werden können. In ihrer Gesamtheit dienen sie einer nachhaltigen sozialen Stadtentwicklung.
Die einzelnen Maßnahmen werden in diesem Kapitel zunächst nur namentlich benannt. Eine vertiefte Darstellung erfolgt im Rahmen der ISEK Teil 2 in Form der Projektblätter.
Handlungsfeld 1: Entwicklung des Gebäudebestands
Ziele:
• Innenstadtrelevante Gebäude und Einrichtungen (u.a. Stadthalle, Kitas, ortsbildprägende Immobilien) erhalten, sanieren und zu multifunktionalen Begegnungs-, Bildungs- und Kulturorten für Jung und Alt weiterentwickeln.
• Leerstände und untergenutzte Flächen durch qualitätsvolle Nach- und Umnutzungen aktivieren und damit zur Belebung der Innenstadt beitragen.
• Zusätzlichen, innenstadtnahen Wohnraum in unterschiedlichen Wohnformen (z.B. Mehrgenerationenhaus, neue Mietwohnungen, Wohnquartier an der Mauer) für verschiedene Ziel- und Altersgruppen schaffen und den Wohnstandort Innenstadt stärken.
• Eine nutzungsgemischte Struktur von Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung und Freizeit in der kompakten Mitte fördern, um kurze Wege und ein lebendiges Stadtquartier zu sichern.
• Gebäude und angrenzende Freiräume gestalterisch und funktional aufwerten, Grünanteile erhöhen sowie Barrierefreiheit und energetische Qualität verbessern.
• Durch ein Anreizprogramm private Investitionen in Sanierung, Modernisierung und Umnutzung des Bestands auslösen und so die gesamtstädtische Entwicklung unterstützen und das Stadtbild verbessern.
Maßnahmen:
- Umbau ehem. Feuerwehrstützpunkt
- Modernisierung Stadthalle
- Sanierung Kita Katterbach
- Sanierung Katholische Kindertagesstätte Christus Epheta
- Umbau Untergasse 16 & 16a
- Mikroquartier „Zaubergarten“
- Erweiterung Frauenhaus
- Mehrgenerationenwohnprojekt mit Quartierstreff
- Sanierung ortsbildprägender Gebäude
- Anreizprogramm
- Multifunktionsgebäude Sportpark
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Handlungsfeld 2: Herstellung und Gestaltung von Freiflächen
Ziele:
• Öffentliche Räume und Plätze gestalterisch und funktional aufwerten, um eine hohe Aufenthaltsqualität und eine lebendige, begrünte Innenstadt für Jung und Alt zu schaffen.
• Die Zugänge zur Altstadt durch klare Gestaltung, Wegweisung und Beleuchtung stärken und so Orientierung, Sicherheitsempfinden und Adressbildung verbessern.
• Straßen- und Platzräume in zentralen Bereichen verkehrsberuhigen und neuordnen, um familienfreundliche Spiel- und Aufenthaltsräume zu schaffen und das Wohnumfeld aufzuwerten.
• Anteil qualitätsvoller Grün- und Freiflächen in der Innenstadt erhöhen, indem Flächen entsiegelt, begrünt und mit Bäumen sowie klimaangepassten Gestaltungsmaßnahmen aufgewertet werden, um Klimaanpassung, Verschattung und Aufenthaltsqualität zu verbessern.
• Historische Stadtstrukturen durch Sanierung, begleitende Wege und Aufenthaltsbereiche erlebbar machen und als identitätsstiftende, attraktive Spazier- und Bewegungsräume in das Freiraumsystem der Innenstadt integrieren.
• Niedrigschwellige, wohnortnahe Spiel- und Bewegungsangebote für verschiedene Altersgruppen schaffen und stärken (u.a. Mikrospielplätze, Spielplatz Katterbach, Freifläche Theodor-Heuss-Schule, Sportpark), um Bewegung im Alltag zu fördern und familienfreundliche Quartiere zu unterstützen.
Maßnahmen:
- Umgestaltung Wallstraße inkl. ZOB, Wallgärten und Vorplatz Feuerwehr
- Entwicklung Freiheit
- Modernisierung Spielplatz Katterbach
- Umgestaltung St.-Nikolausplatz
- Aufwertung Untergasse
- Aufwertung Ziegenhainer Straße
- Entwicklung Spiel- und Freiflächen Sportpark
- Entwicklung Freifläche Theodor-Heuss-Schule
- Umgestaltung Umfeld/Vorplatz Stadthalle
- Aufwertung Engelhard-Breul-Straße
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Handlungsfeld 3: Verkehr und Mobilität
Ziele:
• Entwicklung eines integrierten Verkehrsentwicklungskonzepts, das ruhenden Verkehr, Kfz-Verkehr, Rad- und Fußverkehr sowie ÖPNV koordiniert betrachtet und auf eine stadtverträgliche, innenstadtgerechte Mobilität ausgerichtet ist.
• Neuordnung des ruhenden Verkehrs, um Wohnumfelder zu entlasten, Flächen für Aufenthalt und Stadtgrün zu gewinnen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
• Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote, einschließlich der Einrichtung einer Mobilitätsstation am Busbahnhof, zur besseren Verknüpfung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie zur Erweiterung geteilter Mobilitätsangebote.
• Verbesserung der Erreichbarkeit und Verkehrssicherheit in der Homberger Innenstadt durch den Ausbau einer fuß- und radverkehrsfreundlichen Infrastruktur, die Reduzierung verkehrlicher Belastungen in sensiblen Bereichen sowie die Förderung barrierearmer Wegebeziehungen.
Maßnahmen:
- Verkehrsentwicklungskonzept
- Ausbau Barrierefreies/-armes Fuß- und Radwegenetz
- Optimierung des ruhenden Verkehrs
- Verbesserung der Mobilität
Handlungsfeld 4: Soziales, Bildung, Kultur, Gesundheit, Freizeit und Sport
Ziele:
• Soziale, Bildungs-, Kultur-, Freizeit- und Sportangebote im Quartier durch das Quartiersmanagement besser vernetzen und koordinieren, um Synergien zu nutzen und zentrale Anlaufstellen für unterschiedliche Zielgruppen zu sichern.
• Die Angebotsstruktur für Kinder, Jugendliche, Familien und Seniorinnen und Senioren bedarfsgerecht ausbauen, um Freizeit-, Bildungs- und Unterstützungsangebote zu verbessern und die Attraktivität der Innenstadt als Wohnstandort zu erhöhen.
• Bildungs-, Inklusions- und interkulturelle Teilhabeangebote stärken, um insbesondere die Erreichbarkeit von Migranten zu verbessern, Bildungs- und Erziehungs- partnerschaften auszubauen, niedrigschwellige Bildungs- und Beratungsangebote zu etablieren und den Austausch zwischen untersch. Bevölkerungsgruppen zu fördern.
• Ein wirksames Sauberkeits- und Müllmanagement im öffentlichen Raum etablieren, um die Infrastruktur zu verbessern, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und ein gepflegtes Erscheinungsbild der Innenstadt zu sichern.
• Einen quartiersbezogenen Verfügungsfonds einrichten und verstetigen, um niedrigschwellige Projekte, Veranstaltungen und Kleinmaßnahmen zu unterstützen, Eigeninitiative zu fördern und flexibel auf Bedarfe im Fördergebiet reagieren zu können.
Maßnahmen:
- Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements
- Aufbau von Kooperationen / Vernetzung von Einrichtungen
- Ausbau Angebotsstruktur
- Sauberkeits- und Müllmanagement
- Verfügungsfonds 58
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Handlungsfeld 5: Lokale Ökonomie und Beschäftigung
Ziele:
• Die lokale Ökonomie im Fördergebiet stärken, u.a. durch Anreizprogramme, Programme zur Förderung der lokalen Ökonomie und weitere unterstützende Instrumente, um bestehende Betriebe zu sichern, Neuansiedlungen zu erleichtern, Leerständen entgegenzuwirken und innerstädtische Angebotsstrukturen zu stabilisieren.
• Qualifizierungs- und Schulungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen (z.B. Erwerbslose, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, Beschäftigte im Dienstleistungs- und Handelssektor) ausbauen, um Beschäftigungschancen zu verbessern und die Fach- und Servicequalität am Standort zu erhöhen.
• Niedrigschwellige Beschäftigungs- und Arbeitsförderangebote im Bereich einfacher gestalterischer und handwerklicher Tätigkeiten (z.B. Garten- und Landschaftsbau sowie Handwerksarbeiten) aufbauen und verstetigen, um insbesondere arbeitsmarktferne Personen schrittweise an Erwerbstätigkeit heranzuführen, soziale Teilhabe zu stärken und zugleich einen Beitrag zur Aufwertung des Quartiers zu leisten.
Maßnahmen:
- Förderung lokale Ökonomie
- Ausbau Qualifizierungs- und Schulungsangebote
- Maßnahmen der Arbeitsförderung
Handlungsfeld 6: Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung
Ziele:
• Kontinuierliche, leicht zugängliche Öffentlichkeitsarbeit etablieren, um die Bevölkerung transparent über Planungen, Projekte und Fortschritte im Fördergebiet zu informieren.
• Das Image der Homberger Innenstadt als lebendige, nutzungsgemischte und familienfreundliche Mitte stärken und positiv nach innen wie nach außen kommunizieren.
• Lokale Akteurinnen und Akteure (u.a. Eigentümerschaft, Gewerbetreibende, Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen) aktivieren und in Beteiligungs- und Mitwirkungsprozesse einbinden, um gemeinschaftliches Engagement für die Innenstadtentwicklung zu fördern.
• Zentrale, gut sichtbare Informationsmedien (u.a. digitale Werbestelen an wichtigen Standorten) einsetzen, um über Veranstaltungen, Angebote und städtebauliche Entwicklungen zu informieren und die Wahrnehmbarkeit der Innenstadt zu erhöhen.
Maßnahmen:
- Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung
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Querschnittsthema Kriminalprävention und Sicherheit
Ziele:
• Öffentliche Räume, Wege und Plätze im Innenstadtbereich so gestalten und weiterentwickeln, dass sie den Prinzipien der kriminalpräventiven Umweltgestaltung entsprechen, Angsträume abbauen und das subjektive Sicherheitsgefühl stärken.
• Die Präsenz und Ansprechbarkeit von Ordnungs- und Sicherheitsakteuren sowie von sozialen Trägern im Fördergebiet erhöhen, um niedrigschwellige Ansprechpartner vor Ort zu bieten und Konfliktlagen frühzeitig zu erkennen.
• Stadtgesellschaftliche Initiativen und nachbarschaftliche Netzwerke unterstützen, die durch Präsenz, Aufmerksamkeit und Kommunikation zu einem sicheren, respektvollen Miteinander im Quartier beitragen.
Querschnittsthema Klimaschutz und -anpassung
Ziele:
• Klimaschutzaspekte bei der Sanierung und Entwicklung des Gebäudebestands systematisch berücksichtigen, insbesondere durch Steigerung der Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien und Einsatz ressourcenschonender Baustoffe.
• Den Anteil an Grünflächen, Stadtbäumen und entsiegelten Flächen in der Innenstadt erhöhen, um Hitzeinseln zu reduzieren, das Stadtklima zu verbessern und Aufenthaltsqualität zu steigern.
• Maßnahmen einer integrierten Regenwasserbewirtschaftung (u.a. Entsiegelung, Versickerung, Rückhalt) im öffentlichen Raum und auf privaten Flächen fördern, um die Innenstadt besser an Starkregenereignisse und Extremwetter anzupassen.
• Klimafreundliche Mobilität (Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV) stärken, um verkehrsbedingte Emissionen in der Innenstadt zu senken und eine nachhaltige, stadtverträgliche Erreichbarkeit zu sichern.
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V ZEIT- UND FINANZIERUNGSPLANUNG
5.1 Zeit- und Maßnahmenübersicht
Die in Kapitel 9 formulierten Einzelmaßnahmen haben nicht alle die gleiche Bedeutung für die Erreichung der Entwicklungsziele. Zudem sind die zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen begrenzt. Daher ist eine Priorisierung der Maßnahmen als Grundlage des Umsetzungskonzeptes erforderlich.
Darüber hinaus wird den Projekten eine zeitliche Reihenfolge zugeordnet, um den Einstieg des Quartiers- und Fördergebietsmanagements in den Umsetzungsprozess zu strukturieren. Einordnungskriterien sind die Beiträge der Maßnahmen zur Zielerreichung, die kommunalen Möglichkeiten zur Beeinflussung der Maßnahmenumsetzung und die Fördermittelverfügbarkeit aus anderen Programmen.
- Hohe Priorität
• hoher Beitrag zur Entwicklung des Fördergebietes zu einem wirtschaftlich, städtebaulich und touristisch attraktiven lebendigen Zentrum, oder • Umsetzung allein in kommunaler Verantwortung möglich, oder • keine Fördermittel aus anderen Programmen verfügbar
- Mittlere Priorität
• mittlerer Beitrag zur Entwicklung des Fördergebietes zu einem wirtschaftlich, städtebaulich und touristisch attraktiven lebendigen Zentrum, oder • Umsetzung nur im Zusammenwirken von Kommune und Privaten möglich, oder • Fördermittel aus anderen Programmen sind für die Maßnahmenumsetzung verfügbar; der mögliche Förderanteil des Programms „Lebendige Zentren“ ist eingeschränkt
- Nachrangige Priorität
• geringer Beitrag zur Entwicklung des Fördergebietes zu einem wirtschaftlich, städtebaulich und touristisch attraktiven lebendigen Zentrum, oder • Umsetzung in erster Linie durch private Bauherren, oder • Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ nur in geringem Umfang oder nicht einsatzbar
Die Umsetzung sollte sich zunächst auf Projekte mit hoher Priorität beziehen. Bei günstigen Gelegenheiten, oder wenn sich zeigt, dass die Projekte mit hoher Priorität nicht kurzfristig umsetzbar sind, können Projekte mittlerer Priorität vorgezogen werden. Projekte nachrangiger Priorität sollten umgesetzt werden, wenn sich günstige Gelegenheiten ergeben, oder wenn eine Verbindung mit Projekten höherer Priorität möglich ist. Projekte mit nachrangiger Priorität sollten nicht in der Startphase der Umsetzung begonnen werden. Zum Beginn des Prozesses ist es erforderlich, mit leicht umsetzbaren oder bereits planerisch fortgeschrittenen Projekten, die eine möglichst große Öffentlichkeitswirksamkeit erzielen, vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner im Fördergebiet ein sichtbares Signal zu setzen und nach Möglichkeit einen Motivationsschub auszulösen. Die Einordnung der Maßnahmen, sortiert nach Handlungsfeldern, in die unterschiedlichen Prioritäten und die zeitliche Einordnung wird in der nachfolgenden Grafik dargestellt.
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Abbildung 27: Zeit- und Maßnahmenübersicht; eigene Darstellung
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5.2 Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht
Die folgende Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht stellt einen Überblick über alle im ISEK enthaltenen Maßnahmen und deren Kosten dar. Die einzelnen Maßnahmen wurden den Kostengruppen nach der RiLiSE für die Städtebauförderung zugeordnet und Prioritätsstufen vergeben. Die Gesamtausgaben für die jeweiligen Maßnahmen wurden darüber hinaus in geschätzte förderfähige Ausgaben im Programm „Sozialer Zusammenhalt“, mögliche förderfähige Ausgaben in anderen Programmen und Finanzierungsanteile durch private Dritte untergliedert. Den Gesamtkosten der Hochbaumaßnahmen wurde sich über die Ermittlung der Bruttogrundflächen und die Ableitung entsprechender Kostenkennwerte aus dem BKI- Handbuch für die Sanierung, Modernisierung oder den Umbau genährt. Bei den Freiraummaßnahmen wurden ebenfalls Flächen- und entsprechende Kostenansätze angenommen. Die Ausgaben für die restlichen Maßnahmen wurden nach ihrem Aufwand geschätzt. Die aufgeführten Kosten können dementsprechend nur einen groben Kostenrahmen bilden und müssen im Rahmen der Realisierung von einzelnen Maßnahmen jeweils detaillierter ermittelt werden. Im Ergebnis weist die Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht Gesamtausgaben in Höhe von ca. 46 Mio. € aus. Im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ werden Gesamtausgaben in Höhe von ca. 22,5 Mio. € dargestellt.
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Abbildung 28: Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht
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VI ORGANISATIONS- UND BETEILIGUNGSSTRUKTUR
Politik
Stadtverordnetenversammlung
| Stadtverwaltung | |
|---|---|
| Fachbereich Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Tourismus | Fachbereich Kinder / Jugend / 3S |
Steuerungsgremium
Steuerungsgruppe
VertreterInnen der Fraktionen, Bürgermeister, Bauamtsleiter, ProjektleiterInnen der Fachbereiche
Beratungsgremium Koordinator im Quartier Öffentlichkeit
Lenkungsgruppe mit Fördergebiets- und VertreterInnen aus Quartiersmanagement Projektbezogene Beteiligung, z.B. • Fraktionen Planung / Soziales • Fördergebiet • Thematische Arbeitsgruppen • Eigentümerschaft • Workshops • Gewerbetreibenden • Projektbezogene • Bildungseinrichtungen Beteiligung • Ausländerbeirat • Behindertenbeirat • Seniorenbeirat • lokalen Initiativen
Schwalm-Eder-Kreis
| Fachinstitutionen | |
|---|---|
| Soziale Träger AWO, VIVA-Stiftung, Starthilfe Ausbildungsverbund, Kirchen | Bildung und Betreuung EKS, THS, Stellbergschule, Kitas |
Abbildung 29: Organisations- und Beteiligungsstruktur; eigene Darstellung 65
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Die Organisations- und Beteiligungsstruktur für die Erarbeitung des ISEK und die anschließende Programmumsetzung in der Homberger Innenstadt basiert auf einer klaren Aufgabenverteilung zwischen Politik, Stadtverwaltung und den Akteurinnen und Akteuren im Fördergebiet. Die in der Grafik dargestellte Struktur sichert sowohl strategische Steuerung als auch kontinuierliche Beteiligung.
Organisationsstruktur innerhalb der Stadt
Die Organisationsstruktur zur Erarbeitung und Umsetzung des ISEK in der Homberger Innenstadt basiert auf einem abgestimmten Zusammenwirken von Politik und Verwaltung.
Oberstes politisches Gremium ist die Stadtverordnetenversammlung. Sie beschließt das ISEK, legt die strategischen Leitlinien für die Entwicklung der Homberger Innenstadt fest und entscheidet über die jährlichen Umsetzungs- und Finanzierungsprioritäten im Rahmen der Städtebauförderung.
Auf Ebene der Stadtverwaltung sind insbesondere der Fachbereich „Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung, Tourismus“ sowie der Fachbereich „Kinder / Jugend / 3S“ für die ISEK- Umsetzung verantwortlich. Sie übernehmen die fachliche Steuerung in ihren jeweiligen Themenfeldern und bereiten Beschlüsse vor.
Unterhalb der politischen Ebene und der Fachbereiche ist eine Steuerungsgruppe als zentrales Koordinierungsgremium eingerichtet, in der Politik und Verwaltung gemeinsam vertreten sind. Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen, der Bürgermeister, die Bauamtsleitung sowie Projektleiterinnen und Projektleiter der beteiligten Fachbereiche an. Die Steuerungsgruppe koordiniert die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit, priorisiert Maßnahmen, bereitet politische Entscheidungen vor und überwacht den Fortschritt der ISEK- Umsetzung. Die Aufgaben der Steuerungsgruppe bestehen insbesondere in der Abstimmung zum Gesamtprozess, zu Analyseergebnissen, Maßnahmen und Beteiligungskonzeption, in der Vorbereitung politischer Entscheidungen sowie in der Wahrnehmung einer Multiplikatorenfunktion in Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft.
Organisationsstruktur im Fördergebiet
Auf Ebene des Quartiers übernimmt das Fördergebiets- und Quartiersmanagement die Rolle der zentralen Koordinations- und Anlaufstelle. Es ist mit je einer Mitarbeitendenstelle für Planung und für Soziales besetzt und damit sowohl im städtebaulichen als auch im sozialräumlichen Bereich verankert.
Zu den Kernaufgaben des Fördergebiets- und Quartiersmanagements gehören:
• Steuerung des Gesamtprozesses im Rahmen der Umsetzung der Städtebauförderungsmaßnahme • Begleitung, Steuerung und Umsetzung konkreter Einzelmaßnahmen • Finanzierungsplanung und Mittelbewirtschaftung • Förderanträge und Zwischenabrechnungen • Steuerung und Moderation von Begleitstrukturen und Beteiligungsprozessen • Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation • Aktivierung und Beteiligung • die Vorbereitung und Abwicklung von Maßnahmen des Verfügungsfonds
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Das Fördergebiets- und Quartiersmanagement arbeitet dazu eng mit der Steuerungsgruppe, den beteiligten Fachbereichen sowie den Gremien und Einrichtungen im Fördergebiet zusammen.
Strukturen der Beteiligung und Vernetzung
Die kontinuierliche Einbindung der lokalen Akteurslandschaft erfolgt insbesondere über die Lenkungsgruppe als Beratungs- und Beteiligungsgremium. In ihr sind u.a. vertreten:
• Fraktionen, • Akteurinnen und Akteure aus dem Fördergebiet, • Eigentümerschaft, • Gewerbetreibende, • Bildungseinrichtungen, • Ausländer- bzw. Integrationsbeirat, • Behindertenbeirat, • Seniorenbeirat, • lokale Initiativen und Vereine.
Die Lenkungsgruppe dient zur frühzeitigen Beratung von Projektideen, der Rückmeldung zu Planungen und Maßnahmen sowie der Vernetzung der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure im Quartier. Sie tagt regelmäßig und steht in engem Austausch mit dem Fördergebiets- und Quartiersmanagement.
Ergänzend werden projekt- und themenbezogene Beteiligungsformate für die Öffentlichkeit eingesetzt, beispielsweise thematische Arbeitsgruppen, Workshops oder Beteiligungsformate. Diese Formate werden durch das Fördergebiets- und Quartiersmanagement vorbereitet, moderiert und dokumentiert.
Zur fachlichen Vernetzung mit übergeordneten Trägern und Institutionen werden Fachinstitutionen systematisch einbezogen. Dazu zählen insbesondere:
• soziale Träger (z.B. AWO, VIVA-Stiftung, StartHilfe Ausbildungsverbund, Kirchen), • Einrichtungen im Bereich Bildung und Betreuung (z.B. EKS, THS, Stellbergschule, Kindertagesstätten), • der Schwalm-Eder-Kreis mit seinen zuständigen Fachbereichen (u.a. Jugend, Soziales, Schule).
Mit diesen Institutionen findet, je nach Thema, eine punktuelle oder regelmäßige Zusammenarbeit statt.
Verfügungsfonds
Zur Unterstützung kleinteiliger, quartiersbezogener Projekte wird ein Verfügungsfonds eingerichtet. Er dient der Finanzierung niedrigschwelliger Maßnahmen, die unmittelbar zur Belebung der Innenstadt, zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Aufwertung des öffentlichen Raums beitragen. Im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ werden die Mittel des Verfügungsfonds vollständig aus Städtebaufördermitteln finanziert.
Im Rahmen der Beteiligungsprozesse wurden bereits zahlreiche Ideen für den Einsatz des Verfügungsfonds gesammelt. Sie lassen sich in verschiedene Themenbereiche gliedern:
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• Begrünung und Klima: z.B. Gemeinschaftsaktionen zum Pflanzen und Pflegen von Grün („Gemeinschaftsaktion GRÜN“), die Förderung von Straßenbäumen und Baumpatenschaften (u.a. in der Untergasse), die „Reaktivierung“ der Wallgärten als gemeinschaftlich genutzter Garten der Erinnerung in Kooperation mit Schulen und Anwohnerinnen und Anwohnern, zusätzliche Bepflanzungen, Gemeinschaftsgärten mit anschließenden Kochaktionen sowie die Förderung von Fassadenbegrünungen.
• Aktionen, Feste und Nachbarschaft: z.B. Kinderflohmärkte (etwa in der Hospitalstraße), Nachbarschaftsstraßenfeste, gemeinschaftliche Aufräumaktionen, Filmabende im Quartier oder die Einrichtung sogenannter „Schnuddel-Bänke“ als niedrigschwellige Begegnungsorte.
• Sport und Bewegung: z.B. ein Aktivpfad mit einfachen Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum.
• Mobilität und Sicherheit: z.B. eine Mitfahrbank sowie Markierungen/Piktogramme für Radwege auf Straßen.
Viele der genannten Vorschläge eignen sich besonders für Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Eine Verknüpfung mit schulischen Projekten ist ausdrücklich gewünscht. Damit trägt der Verfügungsfonds dazu bei, Eigeninitiative und Verantwortung vor Ort zu stärken und Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere Kinder und Jugendliche, aktiv in die Entwicklung der Homberger Innenstadt einzubeziehen.
Die organisatorische Abwicklung des Verfügungsfonds (Antragsberatung, Prüfung, Abrechnung) übernimmt das Fördergebiets- und Quartiersmanagement. Über die Bewilligung der Anträge entscheidet ein paritätisch besetztes Gremium, z.B. die Steuerungs- oder Lenkungsgruppe oder ein eigens eingerichteter Vergaberat, sodass die Bewohnerschaft und lokale Akteurinnen und Akteure unmittelbar an der Umsetzung des ISEK beteiligt sind.
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VII ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Lage im Raum, Quelle: Regionalplan Nordhessen 2009 ....................................... 11 Abbildung 2: Entfernung Homberg zu nächstgelegenen Oberzentren, eigene Darstellung, basierend auf https://www.innovationsfoerderung- hessen.de/mm/Karte_Strukturraeume_Hessen.pdf ................................................................ 12 Abbildung 3: Übersicht Verkehrliche Anbindung, Quelle: karte.openstreetmap.de ................... 13 Abbildung 4: Übersicht Radverkehrsnetz, Quelle: opencyclemap.org ...................................... 14 Abbildung 5: Übersicht ÖPNV, Quelle: karte.openstreetmap.de ............................................... 15 Abbildung 6: Übersicht innerstädtisches Radverkehrsnetz, Quelle: Radverkehrskonzept ............ Stadt Homberg (Efze), Seite 3, IKS Mobilitätsplanung .............................................................. 16 Abbildung 7: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung ................................... 17 Abbildung 8: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung ................................... 17 Abbildung 9: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung ................................... 18 Abbildung 10: Entwicklung der nichtdeutschen Bevölkerung im Zeitraum 2014 bis 2023 ............. (Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung) ......................................... 18 Abbildung 11: Bevölkerungsprognose der HA Hessen Agentur (HA Hessen Agentur 2024) ........ 19 Abbildung 12: Laufende Raumbeobachtung des BBSR; eigene Darstellung .............................. 20 Abbildung 13: Laufende Raumbeobachtung des BBSR; eigene Darstellung .............................. 20 Abbildung 14: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung ................................. 22 Abbildung 14a: Berechnungen der HA HessenAgentur nach Daten der Bundesagentur für .......... Arbeit (2024); eigene Darstellung ........................................................................................... 22 Abbildung 14b: Berechnungen der HA HessenAgentur nach Daten der Bundesagentur für .......... Arbeit (2024); eigene Darstellung ........................................................................................... 22 Abbildung 15: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung……………………………..23 Abbildung 16: Hessisches Statistisches Landesamt; eigene Darstellung……………………………..24 Abbildung 17: Vorranggebiete Industrie und Gewerbe Bestand (dunkelgrau), ............................. Vorranggebiete Industrie und Gewerbe Planung (hellgrau) sowie Kennzeichnung ....................... als regionales Logistikzentrum (lila Dreieck) ........................................................................... 25 Abbildung 18: Homberg (Efze) – Ansicht von Dillich, 1591 ........................................................ 33 Abbildung 19: Homberg (Efze) – Historische Stadtansicht von Matthäus Merian, 1655 .............. 34 Abbildung 20: Standort der Kirche auf dem St. Nikolausplatz. (Quelle: nikolausplatz.de) .......... 35 Abbildung 21: Übersichtskarte Lage & Einbindung, eigene Darstellung .................................... 36 Abbildung 22:Übersicht Siedlungs- und Baustruktur; eigene Darstellung ................................. 38 Abbildung 23: Übersichtskarte Siedlungs- und Baustruktur; eigene Darstellung ....................... 38 Abbildung 24: Übersichtskarte Sanierungsbedarf & Leerstand; eigene Darstellung .................. 40 Abbildung 25: Übersichtskarte Nachverdichtungspotentiale; eigene Darstellung ..................... 41 Abbildung 26: Übersichtskarte Nutzung; eigene Darstellung ................................................... 43 Abbildung 27: Übersichtskarte Freiräume & Stadtplätze; eigene Darstellung ............................ 45 Abbildung 28: Übersichtskarte Mobilität; eigene Darstellung ................................................... 49 Abbildung 29: Zeit- und Maßnahmenübersicht; eigene Darstellung ......................................... 62 Abbildung 30: Finanzierungs- und Maßnahmenübersicht ........................................................ 64 Abbildung 31: Organisations- und Beteiligungsstruktur; eigene Darstellung ............................. 65
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VIII QUELLEN
Backes, Magnus; Feldtkeller, Hans: Kunstwanderungen in Hessen. Stuttgart 1962.
Bertelsmann Stiftung: Wegweiser Kommune. URL: https://www.wegweiser-kommune.de.
CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH: Wohnraumbedarfsanalyse. Stadt Homberg (Efze). Hannover. Hannover 2021.
GMA – Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH: Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Homberg (Efze). Köln 2022.
HA HessenAgentur: Gemeindedatenblatt: Homberg (Efze), Krst. (634009). Stand Oktober 2024. URL: https://www.hessen-gemeindelexikon.de/gemeindelexikon_PDF/634009.pdf.
Hessisches Statistisches Landesamt: Hessische Gemeindestatistik: Ausgewählte Strukturdaten aus Bevölkerung und Wirtschaft. Wiesbaden, 2015 bis 2024.
IKS Mobilitätsplanung: Schwalm-Eder-Kreis. Radverkehrskonzept. Bericht. Kassel 2024.
IKS Mobilitätsplanung: Stadt Homberg (Efze). Radverkehrskonzept. Schlussbericht. Kassel 2020. URL: https://www.homberg-efze.de/bilder/wirtschaft-stadtentwicklung/klimaschutz- nachhaltigkeit/konzepte/radverkehrskonzept-homberg-efze.pdf?cid=ded.
KEEA Klima und Energieeffizienz Agentur: Integriertes Klimaschutzkonzept für die Kreisstadt Homberg (Efze). Endbericht. Kassel 2015.
Laufende Raumbeobachtung des BBSR: INKAR, Ausgabe 07/2025. Hrsg.: Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bonn 2025. URL: https://www.inkar.de/.
nikolausplatz.de: Das Herz der Freiheit - Kloweskirchhof (St. Nikolausplatz). URL: http://www.nikolausplatz.de/freiheit/start.htm.
plan:mobil: Stadt Homberg (Efze). Machbarkeitsstudie zur Verbesserung öffentlicher Mobilitätangebote. Kassel 2019. URL: https://www.homberg-efze.de/bilder/wirtschaft- stadtentwicklung/klimaschutz-nachhaltigkeit/konzepte/machbarkeitsstudie-oepnv- homberg.pdf?cid=ddy.
Regionalplan Nordhessen 2009. URL: https://rp-kassel.hessen.de/sites/rp- kassel.hessen.de/files/2022-06/regionalplan_nordhessen_2009_0.pdf.
Stadt Homberg, Gemeinde Knüllwald, Stadt Schwarzenborn: Gewerbegebiet Schwalm-Eder- Mitte. URL: https://www.industriepark-a7.de/index.html.
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