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Anlage 1
Qualitätsstandard bei der Beschaffung und Verwendung
von Forstpflanzen in der Landesforst MV
Bei der Beschaffung und -übernahme von Forstpflanzen ist das morphologische Erscheinungsbild, die Frische und die Gesundheit der Pflanzen zu prüfen. Die Pflanzenübernahme ist zu protokollieren. Der Transport und der Pflanzeneinschlag soll so zu erfolgen, dass eine Schädigung von Wurzel und Pflanze vermieden wird. Dies beinhaltet:
Pflanzenbeschaffung
Pflanzenhabitus stufiger Aufbau ausgewogenes Verhältnis zwischen Pflanzenhöhe, Wurzelhals und Wurzelvolumen
Spross- Wurzelverhältnis Kleinpflanzen 2:1 Großpflanzen maximal 4:1
H/D-Verhältnis (Sprosslänge/Wurzelhalsdurchmesser) bei Laubholz: 10% der Sprosslänge in mm plus 3-4 mm. bei Nadelholz: 10% der Sprosslänge in mm plus 1,5 – 2,5 mm
Beispiel: 80 cm Sprosslänge entspricht 8 + 3mm = mind. 11 mm Wurzelhalsdurchmesser
Pflanzenfrische gesundes, frisches Erscheinungsbild vitaler Gesamteindruck feuchtes Wurzelwerk Spross mit funktionalem, weißem Kambium Spross ohne Anzeichen von Nadel- bzw. Blattabfall
Pflanzengesundheit sämtliche Pflanzenorgane frei von Krankheiten, Pilzen, Insekten, Schädlingen, Fäulnis keine gravierenden Frostschäden ausgewogene Nährstoffversorgung (keine Nadelvergilbungen oder überlange Triebe) keine Schäden durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Reife in der Vegetationsperiode vollständig verholzt in Frühjahr noch nicht angetrieben (mit Ausnahme Douglasie) Sprossmerkmale
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gerade und wipfelschäftig zwieselfrei und ohne starke Krümmungen keine Quetschungen und unvernarbte Verletzungen
Knospen Knospen frisch, gesund und geschlossen (Ausnahme Knospenschwellung bei Douglasie) hohe artspezifische Anzahl Seitenknospen
Wurzelwerk artspezifisch hoher Feinwurzelanteil und ausreichende Verzweigung (den artspezifisch geringen Feinwurzelanteil bei Roteiche, Stiel- und Traubeneiche beachten) keine Wurzeldeformationen intakte, saftführende Feinwurzeln
Pflanzenübernahme aktenkundige Übernahme der gelieferten Pflanzen mit Protokoll (siehe Aktenschrank) Mindestens 90 % der Pflanzen je Sortiment müssen dem Qualitätsstandard entsprechen. Archivierung der Unterlagen für mindestens 5 Jahre
Pflanzentransport abgestimmte Logistik um lange Fahrtzeiten zu vermeiden Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung und Zugluft schützen kein Transport mit nach außen liegenden Wurzeln Abdeckung der Pflanzen mit Planen oder Spezialverpackungen zur Vermeidung von Überhitzung immergrüne Nadelhölzer mit Luftschächten aus sperrigem Gut (Reisig, Stroh etc.) versehen Transport der Pflanzen auf der Fläche in dafür geeigneten Behältnissen (Pflanztaschen o.ä.)
Pflanzeneinschlag Pflanzeneinschlag unverzüglich nach Lieferung Einschlagsort mit guter Wegeanbindung, nah am Pflanzort, schattig, windgeschützt, Humusdecke entfernen Pflanzenbunde öffnen Wurzeln vor dem Einschlag wässern sorgfältige Wurzelabdeckung mit Mineralboden bis zum Wurzelhals Hohlräume vermeiden (Erde antreten) Schutz vor Mäusen und Wildverbiss (bei längerer Verweildauer der Pflanzen im Einschlag)
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Pflanzung Pflanzverfahren der Baumart und Pflanzen- /Wurzelgröße anpassen Pflanzenpartien vor der Pflanzung mindestens 6 Stunden wässern Erdabspülungen möglichst vermeiden Wurzelschnitt möglichst vermeiden (nur einzelne überlange Seitenwurzeln) Einbringung der Wurzel in den Mineralboden Stauchung der Wurzel vermeiden vollständige Bedeckung des Wurzelhalses mit Mineralboden festes Andrücken oder Antreten der Pflanze
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