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Anlage 1 von 4 Ausschreibung „Neugestaltung Dauerausstellung“ Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen & Natur- und Geopark TERRA.vita
EFRE-Projektskizze „Erlebnis.NRW“ 2025
Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen & Natur- und Geopark TERRA.vita [Auszug]
Ausgangslage und Problemstellung
Das Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen (BBMK) in Porta Westfalica ist eines der Highlights im Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita. Das authentisch erhaltene Eisenerzbergwerk mit denkmalgeschütztem Kauen- und Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1938 in der ehemaligen Eisenerzgrube Wohlverwahrt-Kleinenbremen ist das einzige Bergbaumuseum seiner Art in Westfalen. In der angrenzenden Grube Wohlverwahrt-Nammen wird als letzter aktiver Eisenerzförderstätte Deutschlands noch heute abgebaut. Hier werden 190 Jahre Bergbaugeschichte lebendig und 300 Millionen Jahre Erdgeschichte sichtbar.
Der Natur- und UNESCO Geopark erstreckt sich auf rund 1.560 km² über den nördlichen Teutoburger Wald, das Wiehengebirge und die Ankumer Höhen. Er ist einer der ältesten Naturparke in Deutschland und als erster auch als Geopark ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er einer von nur acht deutschen und insgesamt 228 globalen Geoparks, die seit November 2015 die Auszeichnung als UNESCO Global Geopark tragen dürfen. Der Name TERRA.vita steht für den „Lebenslauf der Erde“.
Das Projekt besteht aus vier Erlebnisbausteinen:
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Die Untertagewelt, in die man im Rahmen von Führungen mit zum Teil noch aktiven sowie ehemaligen Bergleu- ten eintaucht: Eine historische Elektro-Schmalspurbahn, die früher die Bergleute beförderte, bringt Besucher*innen unter Tage. Von beachtlichen Backsteinbauten, die zur Zeit des Nationalsozialismus von polnischen Zwangsarbei- tern errichtet werden mussten, um die Rüstungsindustrie in die vor Luftangriffen sichere Untertagewelt zu verlagern, über einzigartige riesige selbsttragende Abbaufelder, die in mühsamer Arbeit von den Bergleuten zur Erzförderung in das Gestein gesprengt wurden, bis zur „Blauen Lagune“, einem illuminierten unterirdischen See, der sich nach dem Ende der Erzförderung gebildet hat, bieten die Führungen viele Highlights, die von den Gästen sehr gelobt werden.
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Die Übertagewelt im ehemaligen Steinbruch: Die Aufschlussgegebenheiten der Gesteinsabfolge im ehe- maligen Steinbruch mit dem Status eines Nationalen Geotops sind deutschlandweit einzigartig und geben einen intensiven Einblick in die Erdgeschichte. Dazu gehört der 158 Millionen Jahre alte Korallenoolith, der durch die Deutsche Stratigraphische Kommission als national gültige Gesteinsformation anerkannt wurde. Dieser Aufschluss ist einzigartig und in den Geowissenschaften von nationaler Bedeutung. Durch die spezielle Bodenzusammensetzung und die durch das Bergwerk verursachten klimatischen Verhältnisse finden sich im Steinbruch seltene Pilz- und Pflan- zenarten und natürliche Orchideenvorkommen; außerdem ist der Steinbruch ein bedeutendes Fledermaus-Biotop. Dieser Bereich allein ein ist ein Highlight des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita, wird bisher aber weder angemessen inszeniert noch in das Gesamtbesuchserlebnis vor Ort eingebunden.
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Der Museumsbereich im ehemaligen Kauen- und Verwaltungsgebäude, der aktuell aus zwei Dauerausstel- lungen zu den Themen Bergbau und Erdgeschichte besteht: Diese sind nicht mehr zeitgemäß und entsprechen in Teilbereichen auch nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand. Heutige Gästeanforderungen werden hier nicht mehr erfüllt. Das authentisch erhaltene Gebäude bietet dabei die einzigartige Möglichkeit, in der Zeit zurückzu- reisen und Bergbau in seiner ursprünglichen Form zu erleben, zumal das denkmalgeschützte Gebäude gerade umfassend energetisch saniert wird. Die Ausstellung muss dafür aber neu, interaktiv, inklusiv und modern aufgestellt werden. Gästebefragungen aus den Jahren 2021 und 2023 sowie die Auswertung von über 800 Online-Bewert- ungen belegen einerseits den Erneuerungsbedarf, andererseits aber auch das Potenzial des BBMK: Besucher*innen loben die Authentizität des historischen, weitgehend im Original erhaltenen Standorts und das Untertageerlebnis als faszinierende Attraktion. Auch die museumspädagogischen Angebote werden positiv bewertet. Doch bezogen auf das Gesamterlebnis überwiegen die Kritikpunkte: Die Museumsausstellung ist nicht mehr zeitgemäß; es fehlen
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interaktive Exponate, digitale Angebote, erlebbare Geschichten und eine durchgehende Inszenierung des gesam- ten Ensembles; vermisst werden der rote Faden von der Entstehung der abgebauten Gesteinsschichten über den Tagebau (Steinbruch) bis zur Einfahrt unter Tage und die korrespondierende Darstellung im Museum. Das BBMK ist so bei konstant ca. 20.000 Besucher*innen pro Jahr bisher eher ein Geheimtipp. Gäste besuchen fast ausschließlich die Untertageführung.
- Das Informationszentrum oder auch „Tor Ost” von TERRA.vita: Neben dem Kreis Minden-Lübbecke bilden Flächen des Kreises Gütersloh, die Kreisfreie Stadt Bielefeld (Destination Teutoburger Wald) und auch des Tecklen- burger Lands (Kreis Steinfurt) das TERRA.vita Gebiet in Nordrhein-Westfalen (NRW) - 1/3 des Gesamtgebiets liegt in NRW, seinen Sitz hat der Natur- und UNESCO Geopark aber in Osnabrück. Im NRW-Gebiet ist TERRA.vita bislang deutlich unterrepräsentiert und in der Öffentlichkeit bei weitem weniger wahrnehmbar als in Niedersachsen. Dass mit dem Besuch des BBMK auch gleichzeitig das einmalige Gebiet des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita betreten wird, ist für Gäste aktuell noch nicht erkennbar. Es fehlt an der Sichtbarkeit der herausragenden Bedeutung des Parkgebiets sowie der Darstellung der weiteren sehenswerten Points of Interest in unmittelbarer Umgebung, die einen Anreiz für eine längere Verweildauer in der Region geben können. Als neues (östliches) Informationszentrum soll ein Welcome-Point in dieser geologisch herausragenden Landschaft entstehen, der auch zu den weiteren Attraktionen in NRW einlädt, die Präsenz und Bekanntheit von TERRA.vita stärkt und neue Besuche der Region auslöst. Das BBMK ist dafür aus geografischer sowie aus ideeller Sicht der ideale Koopera- tionspartner. Das „Tor Ost“ wird die Partnerschaft zwischen BBMK und TERRA.vita sichtbar machen. Ergänzend zur Begrüßung und thematischen Einführung im Eingangsbereich des BBMK soll außerhalb der Öffnungszeiten eine digitale Info-Stele Informationen zum Angebot vor Ort und weiteren Angeboten in der Reisedestination Teutobur- ger Wald und im Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita liefern. Hier kann auf eine individuell programmierte Variante der bereits im Teutoburger Wald genutzten Stelen zurückgegriffen werden.
Fazit: Zur tatsächlichen Erschließung des vorhandenen, erheblichen Potenzials braucht es einen „roten Faden“ und ein schlüssiges Gesamterlebnis in Zusammenarbeit von BBMK und TERRA.vita mit den damit verbundenen Syn- ergieeffekten. Vervollständigt mit einer entsprechenden Vermarktung entsteht so ein touristischer Leuchtturm in der Region, der Gäste ganzjährig und wetterunabhängig in den Teutoburger Wald und in den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita zieht.
Darstellung der Innovation
Ein Besuch im BBMK soll die Emotionen der Besucher*innen wecken und diese mit allen Sinnen in die vor Ort authentisch erlebbare Bergbauhistorie eintauchen lassen. Die angestrebte Mischung aus Authentizität, Edutainment und Infotainment wird ein Alleinstellungsmerkmal: Im Gegensatz zu anderen Bergbaumuseen muss am Standort Kleinenbremen das Erlebnis Bergbau nicht künstlich nachgebildet werden. Die historische Industrieanlage inmitten einer geschützten Naturlandschaft ist bereits allein eine Attraktion. Im Zentrum stehen die Geschichte des Erzberg- baus in der Region sowie die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen. Dabei ist man sich der Verpflichtung gegenüber Natur und Umwelt bewusst und will dieses hochwertige Naturerlebnis in das nachhaltige Angebot inte- grieren. Die in NRW einzigartigen ganzjährig zu besichtigenden Untertageverbauungen aus der Zeit des National- sozialismus sind als Teil der Erinnerungskultur ein wichtiger Bestandteil der deutschen und der (Bergbau-)Geschichte Kleinenbremens. Die nationalsozialistisch geprägte Vergangenheit wird das BBMK insbesondere im Rahmen der außerschulischen Bildung thematisieren, um einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Demokratie zu leisten. Die Vernetzung mit TERRA.vita als Experte auf dem Gebiet Bildung für nachhaltige Entwicklung (ausgezeichnet im UNESCO-Programm BNE 2030) wird das Angebot und die Wissensvermittlung auf ein neues Level heben.
Unterstützt durch eine Förderung aus dem „Erlebnis.NRW“ Aufruf soll die Ausstellung zukunftsorientiert, touristisch hochwertig, barrierefrei, digital und wahrnehmbar für alle Sinne gestaltet werden; Museum und Außengelände wer- den auch ohne die Untertageeinfahrt zum touristischen Ziel. Die bereits heute von den Gästen geschätzten Erleb- nisse werden um ein Informationszentrum für den NRW-Teil des Natur- und UNESCO Geoparks ergänzt und Gäste begeben sich ganzjährig und wetterunabhängig auf ein ineinandergreifendes Besuchserlebnis aus Museumsaus- stellung, der besonderen Naturwelt im Steinbruch und den Führungen in die einzigartige Untertagewelt.
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Durch die Verknüpfung mit Aktivthemen (Rad, Wandern) sowie dem Ausbau des Informations- und Serviceange- bots wird ein zusätzlicher Beitrag zur Steigerung der touristischen Wertschöpfung geschaffen. Im Ergebnis entsteht eine nachhaltige touristische Attraktion, die überregional vermarktbar ist, neue Reiseanlässe in die Region schafft und die touristische Strahlkraft der Stadt Porta Westfalica, des Mühlenkreises Minden-Lübbecke, der Destination Teutoburger Wald und des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita dauerhaft spürbar steigert. Gleichzeitig wird in diesem Projekt das Problem der bisher nur rudimentären institutionellen und gänzlich fehlenden personellen Posi- tionierung des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita im NRW-Teil des Parks gelöst - mit nachhaltig positiven Effekten für die gesamte Destination Teutoburger Wald.
Die Ausstellung im Museum soll Gästen dabei die Möglichkeiten zum Ausprobieren und Anfassen bieten - was unter Tage besichtigt, aber aus Sicherheitsgründen nicht selbst getestet werden kann, wird im Museum machbar, auch die einzigartige Natur, die im Steinbruch zu entdecken ist, aber durch Eingriffe gestört würde, wird im Museum begreif- bar. Personengruppen, die nicht unter Tage einfahren können oder wollen, werden dadurch mit einbezogen. Die Art der Wissensvermittlung wird ebenfalls Teilhabefaktor: Altersgerechte und zielgruppengerechte Wissensvermittlung auf zwei Ebenen (oben im Sichtbereich für Erwachsene gradliniger, umfassender und unten im Sichtbereich von Kindern spielerischer, bildhafter), eine einfache Sprache und die inklusionsgerechte Gestaltung interaktiver Erleb- niselemente machen die Themen vor Ort mehr Menschen zugänglich.
Mit der entsprechenden Modernisierung der ca. 870 m² Ausstellungsfläche, der Einbindung des Steinbruchs und der Weiterentwicklung des Führungsangebots unter Tage entsteht so ein einmaliges Gesamterlebnis, bei dem die verschiedenen Bausteine kumulativ oder auch alternativ erlebt werden können. Hierdurch wird ein Anreiz zum Wie- derholungsbesuch geschaffen.
Das Thema Nachhaltigkeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Planungen, nicht nur beim Einsatz der Materialien, sondern auch beim Angebot selbst. Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen: Steigende Durchschnitts- temperaturen, zunehmende Trockenheit und häufigere Extremwetterereignisse stellen touristische Ziele vor neue Herausforderungen. Resilienz und Zukunftsfähigkeit der Tourismusbranche im Klimawandel machen entsprechende Angebote, die wetterunabhängig besucht werden können, für eine Destination unabdingbar. Sowohl das BBMK als auch TERRA.vita haben dies erkannt: Maßnahmen in der Klimaanpassung werden als elementar angesehen, um langfristig nachhaltig bestehen zu können - entsprechend sind beide Einrichtungen schon jetzt Partnerbetriebe des Kreises Minden-Lübbecke im Zertifizierungsprozess zur Nachhaltigen Touristischen Destination (EFRE-Projekt Modellregion Nachhaltiger Tourismus, Teutoburger Wald). Darüber hinaus steht Nachhaltigkeit auch bei der Ver- mittlung von Wissen und Information im Fokus. Naturparke als Kompetenzzentren der Nachhaltigkeit spielen hier eine wesentliche Rolle. Das von TERRA.vita angewendete Past-Present-Future-Konzept bei der Informations- und Wissensvermittlung wird adaptiert auf die lokalen Anforderungen und Kernthemen am Standort des BBMK. Nach diesem Prinzip soll aus der Vergangenheit gelernt werden, um Prozesse in der Gegenwart zu verstehen und für die Zukunft das eigene Verhalten folgenüberlegt und reflektiert anzupassen. Dadurch soll im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein Selbsterkenntnis-Effekt bei den Besuchenden erzeugt werden. Die Vermittlung der geologischen und ökologischen Inhalte soll vor dem Hintergrund der 17 Ziele für Nachhaltigkeit der UN-Agen- da 2030 erfolgen, welchen sich der Natur- und Geopark als UNESCO-zertifizierte Region verschrieben hat. Ziel ist es, vor Ort die Erlebnisbausteine für Besucher*innen zu einem einzigartigen und spannenden vielseitigen Erlebnis entlang des „Wegs der Bergleute“ zu verbinden, die Vielfalt der diversen Aspekte aus Geologie, Ökologie, Historie und zukunftsrelevanten Erkenntnissen adressatengerecht darzustellen und so das BBMK zur der Infor- mationsstelle des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita im Nordrhein-Westfälischen Teil von TERRA.vita zu machen.
- Der „Weg der Bergleute“ a) In einem modern gestalteten und vergrößerten Eingangsbereich im Erdgeschoss des Museumsgebäudes werden Gäste auf das Besuchserlebnis eingestimmt. Dieser Bereich ist kostenfrei während der Öffnungszeiten zugäng- lich. Neben dem Kassenbereich, angenehmen Sitz- und Serviceangeboten (Aufbewahrungs- und Abstell- bereiche, Verleihgeräte etc.) befindet sich im Erdgeschoss das Informationszentrum zum NRW-Teil von TERRA. vita, welches neben den weiteren touristischen Highlights im Natur- und Geopark auch die Besonderheiten als Naturparkregion darstellt. Zudem ist hier die Helmausgabe für die Führungen geplant - künftig sollen sich
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Gäste in einer nachempfundenen Bergmannskaue mit Montur, Helm und Lampe ankleiden und über dieselben Flure wie die Kumpel damals Richtung Grube aufbrechen, um mit der historischen Bergbaubahn unter Tage zu den Abbaufeldern zu fahren. Dieser Bereich steht kostenfrei allen Besucher*innen während der Öffnungszeiten zur Verfügung.
b) Der Ausstellungsbereich konzentriert sich auf das barrierefrei zugängliche Obergeschoss. Beginnend mit einer Virtual Reality Experience erleben die Besucher*innen die Geschichte der Grube von der Entstehung des Eisen- erzes im erdgeschichtlichen Zusammenhang - dem Kernthema von TERRA.vita und Lebensader des BBMK - bis zum seinem Abbau im letzten Jahrhundert mit allen Sinnen: Einbindung von Temperatur, Wind und der berg- bautypischen Feuchtigkeit. Dabei kann auf die Erfahrungen von TERRA.vita zurückgegriffen werden: Neben der Entwicklung von VR-Brillen, mit denen man durch die Erdgeschichte reisen kann, wurde in einem kürzlich durchgeführten Projekt im Museum am Schölerberg (Osnabrück) eine interaktive 180 Grad Leinwand mit eige- nem Film zum gleichen Thema gestaltet und dadurch für Groß und Klein ein beeindruckendes Museumserlebnis geschaffen.
c) So eingestimmt erreichen die Gäste den Bereich der original erhaltenen Kauen und des oberen Flurs – für bis zu 150 Bergleute begann hier früher gleichzeitig die Schicht. Mithilfe von Projektionen und Soundeffekten reist man in der Zeit zurück und erlebt das Bergmannsdasein spürbar - die Ängste in der Jugendkaue vor der allerersten Einfahrt, die Gemeinschaft beim Aufbruch in die Grube oder das unvergleichliche „Kumpel“-Gefühl, das durch einen gemeinsamen gefahrvollen Berufsalltag entsteht.
d) Es schließen sich zwei große Räume mit den inhaltlichen Säulen Natur, Geologie und Bergbau an: Zuerst be- tritt man den (nachgebildeten) Steinbruch und früheren Tagebaubereich unter einem hohen, strahlend blauen Himmel. Hier gibt es Erlebnis- und Mitmachinseln, an denen unter Einbindung von unterschiedlichen Lichtver- hältnissen, Temperatur und Feuchtigkeit die natürlichen Gegebenheiten an verschiedenen Stellen im Steinbruch nachempfunden werden können. So werden die besondere Natur und Geologie des Standorts begreifbar, ohne dass das Ökosystem des Steinbruchs gestört wird. TERRA.vita ist durch die fachliche Expertise insbesondere im Kernthema Erdgeschichte, als Naturpark aber ebenso in Ökologie und nachhaltigem Tourismus und als Träger der BNE-Auszeichnung für diesen Bereich der ideale Partner. Das Gesamtprojekt um und im BBMK profitiert durch die Kooperation mit TERRA.vita von der jahrelangen Erfahrung in der Entwicklung von erlebbaren, natur- verträglichen Produkten und Inszenierungen auf den genannten Gebieten. Durch ein Stollenmundloch in der nachgebildeten Steinbruchwand erreicht man den zweiten Teil, der die Untertagewelt verkörpert. Im Kontrast zum vorherigen Raum ist es hier dunkler, feuchter und kälter - wie unter Tage. Die Arbeit der Bergleute kann an Hands-On Stationen selbst getestet werden: Mit dem Presslufthammer die Sprengung vorbereiten oder das ab- gebaute Erz verladen - Arbeiten, die bei der Untertageführung eindrucksvoll geschildert werden und Methoden, die in der Grube angewendet wurden, lassen sich hier ausprobieren und die Gäste tief in die Welt des Bergbaus eintauchen.
e) Ein weiterer Ausstellungsraum ist unabhängig vom „Weg der Bergleute“ über das Treppenhaus erreichbar. Getrennt von den Inhalten Natur, Geologie und Bergbau werden hier die NS-Vergangenheit des Bergwerks und die Zwangsarbeit polnischer Kriegsgefangener unter Tage thematisiert. Die Gestaltung des Raumes wird einen Kontrast zur Erlebnisausstellung darstellen und zum Nachdenken und Erinnern auffordern. Der oben beschrie- bene Past-Present-Future-Ansatz wird hier weiter konsequent verfolgt – die Vergangenheit zu verstehen, hilft den Gästen aktuelle Entwicklungen nachzuvollziehen, Gefahren für das friedliche Miteinander zu erkennen und frühere Fehler in der Zukunft zu verhindern. Auch hier ergänzt sich die Zusammenarbeit mit TERRA.vita hervorra- gend, da Werte von BBMK und TERRA.vita wie Gleichbehandlung, Menschenwürde und Förderung von Vielfalt sich in vielen Bereichen überschneiden und Demokratiebildung von beiden Partnern gleichermaßen als wesent- liches Element des Gelingens nachhaltigen Zusammenlebens gesehen wird.
f) Im unabhängig der Öffnungszeiten ganzjährig frei zugänglichen Außenbereich (Steinbruch) entstehen inhaltlich passend und ergänzend zur Ausstellung Entdeckerstationen. Sie machen auf die Naturhighlights aufmerksam und präsentieren Elemente, die in der Ausstellung bereits angefasst und erlebt werden konnten, noch einmal real in der Natur. Die Kernkompetenzen von TERRA.vita kommen hier zum Tragen. Von einer Aussichtsplattform aus
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werden die Gesteinsschichten der Tagebauwand anschaulich erklärt. Eine barrierearme Gestaltung des Außen- bereichs ist dabei als Ziel definiert. Zur Abrundung führt ein Bergbau-Abenteuerspielplatz das Thema fort und bietet Kindern und Eltern in Verbindung mit entsprechenden Sitzgelegenheiten einen attraktiven Aufenthalt. Ein kurzer (ca. 1 km) Rundweg um den Steinbruch soll kindgerecht dazu einladen, die Natur um das BBMK kennen- zulernen – es geht hierbei z.B. vorbei an Farnen durch einen Lianen-Wald.
Museum und Außenbereich bieten vor und nach den Untertageführungen einen erlebnisreichen Mehrwert und sind auch ohne die Untertageeinfahrt allein ein attraktiver Besuchsanlass. Durch eine neue Erlebnisqualität, mehrspra- chig verfügbare digitale Angebote, Barrierefreiheit und die unterschiedlichen ineinandergreifenden Themen werden die Verweildauer der Gäste verlängert, weitere Zielgruppen angesprochen und Mehrfachbesuche attraktiv. Eine qualitativ hochwertige Wissensvermittlung in der Ausstellung bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Unter- tageführungen. Die Touren bekommen ein breiteres Spektrum als bisher und richten sich nach den Bedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen, sodass es passende Angebote für interessierte Ausflügler, für Spezialisten, Unter- tagetouren für Kinder und Jugendliche sowie spezifische Touren zum Thema Geologie und der Vergangenheit der Grube zur Zeit des Nationalsozialismus geben wird. Die Bergwerksführer müssen dazu weiter geschult und neue Teammitglieder gewonnen werden. Das Wissen der ehemaligen Bergleute und jetzigen Bergwerksführer gilt es un- bedingt zu erhalten und in Zukunft in die Inszenierung im Museum zu integrieren; schon jetzt macht genau das die Führungen so einzigartig.
- Das Informationszentrum Ost des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita
Neben der großen Expertise, die TERRA.vita in die Weiterentwicklung des BBMK zu einem touristischen Highlight einbringt, wird im BBMK auch das Informationszentrum oder „Tor Ost“ für den Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita im NRW-Gebiet entstehen. Die Gestaltung wird sich dabei aus Gründen der Wiedererkennung und Zeichen der regionalen Zusammengehörigkeit am Museum am Schölerberg orientieren. Das Museum wurde unter Mitwirken von TERRA.vita in den letzten Jahren umfangreich umgebaut. Auch hier ist im Empfangsbereich ein großes Informationszentrum zum Natur- und UNESCO Geopark entstanden, das einen ersten Einblick in die erdgeschicht- lichen Themen und eine Übersicht über die weiteren Highlight-Points im Naturparkgebiet gibt. Die gesammelten Erfahrungen sollen auf das BBMK übertragen und die Expertise aus Niedersachsen für OWL und NRW genutzt werden. Als Pendant ist auch ein „Tor West“ in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) in den langfristigen Planungen von TERRA. vita denkbar.
Der große, während der Öffnungszeiten kostenfrei zugängliche Eingangs- und Empfangsbereich im Erdgeschoss eignet sich von seinen Räumlichkeiten ideal. Neben der Einstimmung auf die Inhalte der Ausstellung wird hier ein um- fassendes Informationszentrum entstehen - mit Informationen zum Park und all seinen Angeboten, wobei der Fokus auf NRW und OWL liegen wird und damit eine Einladung zu weiteren Besuchen in die Region auch für ortsunkundi- ge Besucher*innen und Touristen aussprechen soll. Es stehen drei Themen im Fokus, die hier präsentiert und inszeniert werden:
a) Informationen zu weiteren Angeboten im Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita in NRW: Eine über 10 m lange aus Holz gestaltete Informationswand wird neben optisch einladenden, analogen Infor- mationen eine große digitale, interaktive Karte beherbergen (die Konturen des Parks sind dabei aus dem Holz ausgeschnitten und mit Touch-Displays hinterlegt). Es können Inhalte zu den entsprechenden Highlights aufgeru- fen werden - Kurzfilme geben attraktive Informationen und laden zu weiteren Besuchen in die Region ein.
b) Funktionen und Aufgaben eines Natur- und Geoparks: Auf eine weitere Wand wird ein Kurzfilm zur kind- bzw. familiengerechten Vermittlung in Form eines Wissensfilmes ähnlich bekannter Lach- und Sachgeschichten aus dem Kinderfernsehen projiziert. Was macht ein Natur- und Geopark? Wofür gibt es diesen? Warum sind Natur und Geologie (vor Ort) schützenswert? Wie können die spannenden Zusammenhänge erlebt werden, ohne die Natur zu schädigen? - Dabei kann, um lokale Besonderheiten ergänzt, auf verfügbare Inhalte TERRA.vitas zurückgegriffen werden.
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c) Die geologischen Besonderheiten vor Ort: Die im und um das BBMK präsentierte Geologie prägt nicht nur die Einzigartigkeit der TERRA.vita-Region, sondern ist auch das verbindende Element zum Bergbau vor Ort. Hier fin- det der Brückenschlag zur Präsentation im Außenbereich des BBMK (Steinbruch) statt. In der Mitte des großen Raums soll ein Eye-Catcher interaktiv die Elemente Geologie und Bergbau verbinden, spielerisch informieren und auf die weitere Ausstellung einstimmen und neugierig machen.
Ziel ist es, die Themen vor Ort zu verbinden, Inhalte aber auch getrennt voneinander erleben zu können und das BBMK zu einem der wichtigsten Spots des Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita zu machen, um von hier aus die gesamte (touristische) Präsenz TERRA.vitas in NRW grundsätzlich voranzubringen. Neben dem wichtigen not- wendigen Informationszentrum in NRW als Institution ist eine personelle Präsenz vor Ort im BBMK sowohl für die Entwicklung der Themen vor Ort als auch für die gesamte Weiterentwicklung des Parks über alle Partner-Kommunen und die gesamte Parkfläche in NRW hinweg wichtig. Eine niederschwellige wissenschaftliche, didaktisch hochwer- tige Vermittlung und Verzahnung der Inhalte vor Ort ist dabei ebenso wichtig wie die Erhöhung der regionalen und überregionalen Wahrnehmung des Parks zur Beförderung der Strahlkraft des BBMK und der gesamten Region.
Geleistete Vorarbeiten
Als Gesellschafter der Besucherbergwerk- und Museum Kleinenbremen gGmbH sehen die Stadt Porta Westfalica (1/6) und der Kreis Minden-Lübbecke (5/6) trotz schwieriger Haushaltslagen, welch wirtschaftlich wichtiger Beitrag für den Tourismus durch die identitätsstiftende Einrichtung geleistet werden kann. Die politischen Gremien beider Gesellschafter haben den Grundsatzbeschluss gefasst, die finanzielle Grundausstattung zu erhöhen und die Wei- terentwicklung gemeinsam mit dem in Niedersachsen ansässigen Natur- und Geopark TERRA.vita zu begleiten.
Im Vorlauf der Projektskizze wurden umfangreiche konzeptionelle Planungen angestoßen: Ingenieurbüros und Ausstellungsplaner wurden zu Rate gezogen und ein Gutachten zu den touristischen Potenzialen des BBMK erstellt, es erfolgten mehrere umfangreiche Gästebefragungen sowie eine Auswertung der Onlinebewertungen, außerdem wurde ein Arbeitskreis mit Partnern aus Kultur, Naturschutz und Tourismus gebildet. Auf dieser Grundlage fand ein mehrstufiger Prozess statt, der die inhaltliche Neugestaltung des BBMK vom Wunsch des Gastes ausgehend denkt und die Schaffung einer nachhaltigen Erlebniswelt sowie eine deutliche Steigerung der touristischen Wertschöpfung zum Ziel hat.
Mit TERRA.vita konnte ein Partner gewonnen werden, durch den die Weiterentwicklung des BBMK in vielen Berei- chen einfacher funktionieren wird - es kann auf einen riesigen Pool an Erfahrungen in unterschiedlichsten Bereichen zurückgegriffen werden. Dabei ergänzen sich die Werte und Vorstellungen der Einrichtungen hervorragend. Es ist mit Synergieeffekten zu rechnen, von denen die gesamte Region profitieren wird.
Mit seinen weiteren Kooperationspartnern hat das BBMK ausgewiesene Experten auf den jeweiligen Wissens- gebieten an seiner Seite: Im Bereich des Naturschutzes und der Weiterentwicklung vor Ort mit TERRA.vita als Projektpartner hat die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke ihre Unterstützung zugesagt. Zur angemessenen Darstellung der erinnerungskulturellen Inhalte ist eine Kooperation mit der Gedenkstätte Stalag 325 (VI K) Senne und der KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica fixiert. Die Zwangsarbeit polnischer Gefangener in Deutschland ist gemeinsam mit kooperierenden polnischen Museen ein Forschungsthema des BBMK. Angestrebt wird außerdem eine enge Verzahnung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die LWL-Kultur- stiftung unterstützt aktuell die wissenschaftliche Erforschung der Außenlager des Hamburger KZ Neuengamme auf dem heutigen Stadtgebiet Porta Westfalicas und ist als Trägerin des Kaiser-Wilhelm-Denkmals Porta Westfalica und des Preußenmuseums Minden ein wichtiger Partner, auch für die zukünftige touristische Vermarktung. Als Mitglied bei ERIH e.V. hat das BBMK Zugang zu einem Netzwerk europäischer Partnern der Industriegeschichte. Weiter zuträglich ist das Past-Present-Future-Konzept des UNESCO-Geoparks TERRA.vita, welches mit der vorhandenen Expertise den Demokratiebildungsansatz hervorragend unterstützt. Die Stadt Porta Westfalica ist Partnerin des Teu- toburger Wald Tourismus, außerdem Vollmitglied des Zweckverbands Touristikzentrum Westliches Weserbergland (TWW) und darüber eingebunden in die Destination Weserbergland. Im Rahmen dieser interkommunalen, teilweise bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit stehen erfahrene Partner an der Seite, wenn es darum geht, die ver- schiedenen Möglichkeiten des Gesamtraumes gemeinsam zu erschließen, zu bündeln, aufeinander abzustimmen,
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ggf. weiter zu entwickeln und zu vermarkten, so dass die Tourist*innen in der Region schlüssige nachhaltige Gesamt- konzepte vorfinden. Der sich aktuell gründende Förderverein „Glückauf Kleinenbremen e. V.“ unterstützt das BBMK durch die Förderung der Heimatkunde und Heimatpflege, insbesondere der Wahrung der örtlichen Bergmanns- tradition sowie der Erhaltung und Weiterentwicklung des BBMK. Viele wichtige Vertreter in der Region sind Teil des neuen Vereins, unter anderem sind der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke (Vorsitzender) und der Bürgermeister der benachbarten niedersächsischen Stadt Bückeburg im Vorstand des Vereins aktiv.
Neben der touristischen Aufwertung mit Hilfe des Förderaufrufs „Erlebnis.NRW“ ist ergänzend die energetische Sa- nierung des Museumsgebäudes geplant. Als Liegenschaft des Kreises Minden-Lübbecke wurde über das EFRE-Pro- gramm „Energieeffiziente öffentliche Gebäude“ ein Förderantrag für das Museumsgebäude des BBMK gestellt und Ende 2024 mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 8 Mio. Euro (6,4 Mio. Euro Förderung) bewilligt. Ab April 2025 werden umfangreiche Maßnahmen begonnen, um das historische und denkmalgeschützte Gebäude energetisch nachhaltig zu sanieren, ohne jedoch das wertvolle historische Erscheinungsbild innen wie außen zu beeinträchtigen. Dies wird die Qualität der Einrichtung zusätzlich anheben, den inhaltlichen Kontext aufrechterhalten, konservieren und die Betriebskosten nachhaltig reduzieren. Die angestrebte touristische Förderung über das EFRE-Programm „Erlebnis.NRW“ würde sich mit den Maßnahmen der energetischen Sanierung perfekt ergänzen - ein historisches, nachhaltig aufgestelltes und klimaresilientes Museumsgebäude mit einer digitalen erlebnisreichen und zukunftsge- richteten Ausstellung.
Zielsetzung, Lösungsansatz, technische und/oder wissenschaftliche Aufgabenstellung
Rolle und Umfeld des BBMK im Teutoburger Wald
Als Eingangstor zur Destination Teutoburger Wald hat die Stadt Porta Westfalica eine Knotenpunktfunktion für die touristische Vernetzung zwischen Wiehen- und Wesergebirge, zwischen Weserbergland und norddeutscher Tief- ebene sowie zwischen Niedersachsen und NRW. Gelegen am Weserradweg, Deutschlands beliebtestem Fernrad- weg, ist die Stadt außerdem ein beliebter Einstiegs- bzw. Zielpunkt für Wanderungen auf dem Qualitätswanderweg Weserberglandweg (Hann. Münden - Porta Westfalica) bzw. dem überregionalen Wittekindsweg (Porta West- falica – Osnabrück). Die hohe Lagegunst sowie die sehr gute Erreichbarkeit mit Bahn und Pkw bieten ideale Bedin- gungen als Ausgangspunkt für weitere Entdeckertouren in die Region. Mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal besteht ein Wahrzeichen von außerordentlicher historischer Bedeutung und überregionaler Strahlkraft in unmittelbarer Nähe zum BBMK. Mit seinem LWL-Besucherzentrum zieht der Standort jährlich mehr als 200.000 Besucher*innen an. Das Wasserstraßenkreuz Minden mit Schacht- und Weserschleuse sowie der Mindener Fahrgastschifffahrt stellt einen weiteren überregionalen Besuchsmagneten in Nähe dar. Minden bietet außerdem viele Übernachtungsmöglichkei- ten unterschiedlicher Preisklassen. Im benachbarten Bückeburg (Niedersachsen) liegt mit dem Schloss des Fürsten zu Schaumburg-Lippe ein großer touristischer Anlaufpunkt in weniger als 4 km Entfernung. Auf dem Gelände des Schlosses finden jährlich verschiedene Großveranstaltungen statt, die von Zehntausenden besucht werden. Auch die angrenzende Stadt Rinteln zieht in den Sommermonaten durch die Lage am Weserradweg und die historische Altstadt viele Besucher an. Nicht weit entfernt liegt außerdem die Kurstadt Bad Oeynhausen, die zu den übernach- tungsstärksten Kommunen im Teutoburger Wald gehört. Attraktive inhaltliche Verknüpfungen bieten sich außerdem mit den LWL-Industriemuseen Glashütte Gernheim (Petershagen) und Ziegelei Lage, dem LWL-Preußenmuseum Minden, dem LWL-Freilichtmuseum Detmold oder dem natour.NAH.zentrum Schillat-Höhle in Hessisch Oldendorf an.
Rolle und Umfeld des BBMK im Natur- und UNSECO Geopark TERRA.vita
Das BBMK ist für den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita bereits jetzt eines der bedeutendsten geotouris- tischen Highlights im rund 1.560 km² großen Gebiet, es mangelt einzig an der Präsentation. Das BBMK eignet sich sowohl durch die Lage am Ostende des Parks als auch durch die geologischen Besonderheiten vor Ort und die übereinstimmenden Werte der Einrichtungen besonders als Informationszentrum. Als zukünftiges „Tor Ost“ wird ein Pendant zum ehemaligen Ibbenbürener Kohlenrevier als westlichem Eingang in das Geopark-Gebiet geschaffen und das Einzugsgebiet weit in die Mitte Deutschlands und nach Osten über die Region Hannover hinaus erweitert. Die Geologie und Bergbaugeschichte des BBMK sind national bedeutend und in Fachkreisen bekannt und
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geschätzt, was u.a. durch die Auszeichnung des Korallenooliths im Tagebau als Nationales Geotop dargelegt wird, aber der Öffentlichkeit noch nicht hinreichend bekannt ist. Inhaltlich ergänzen sich Themen und Ausrichtung, sodass Synergien entstehen, die zu weitreichenden touristischen Effekten führen. Bei der Wissensvermittlung und den Wer- ten herrscht Konsens zwischen BBMK und TERRA.vita, sodass Inhalte nach dem Past-Present-Future Ansatz verständ- lich, adressatengerecht und nachhaltig vermittelt werden sollen. Mit der seiner Historie, dem einzigartigen Ensemble und der ebenso schützenswerten Natur vor Ort sowie der damit verbundenen Verantwortung sieht sich das BBMK genauso den Zielen für Nachhaltigkeit der UN-Agenda verpflichtet wie die UNESCO-zertifizierte Einrichtung TERRA.vita. Durch die neue Ausstellung und Ausrichtung sowie durch den TERRA.vita-Infopunkt wird das BBMK so überregional an Bedeutung gewinnen und weiträumig Menschen in die Region ziehen.
Bedeutung des Natur- und UNESCO Geopark Parks TERRA.vita im Teutoburger Wald
TERRA.vita setzt sich bereits seit 1962 als Naturpark und seit 2001 als einer der weltweit ersten Geoparks für die in der Region lebenden Menschen, die nachhaltige Entwicklung der Region, einen sanften Tourismus, den Schutz der Natur und des geologischen Erbes sowie für die Bildung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein. TERRA.vita ist im Teutoburger Wald in den Bereichen Tourismus und Bildung nicht nur ein bedeutender Netz- werkpartner, sondern stellt selbst wichtige Netzwerke für Akteure in diesen Themengebieten dar. Seit der Ernennung als UNESCO Global Geopark im Jahr 2015 erreicht TERRA.vita eine zunehmende internationale Wahrnehmung. Diese wirkt sich positiv auf die regionale Wertschöpfung aus und zieht Menschen aus einem überregionalen Gebiet auch in die Destination Teutoburger Wald. Der bisher im Schatten der niedersächsischen Seite stehende nord- rhein-westfälische Teil des Parks wird durch das Informationszentrum am BBMK deutlich aufgewertet werden. Die institutionelle und personelle Präsenz wird die Wahrnehmung und Sichtbarkeit von TERRA.vita im Teutoburger Wald merklich erhöhen. Dabei wird das BBMK durch die neue Ausstellung und den TERRA.vita-Infopunkt auch zu einem Repräsentanten einer UNESCO-Stätte, was neben der grundsätzlichen Weiterentwicklung und Stärkung der High- lights auf NRW-Seite des Parks im Rahmen des Projekts eine erhöhte langfristige Strahlkraft für die gesamte Region Teutoburger Wald zur Folge haben wird.
Vermarktungspotenzial, Wettbewerbssituation, Territoriales Strategiekonzept des Teutoburger Wald Tourismus
Eine professionalisierte Vermarktung des BBMK wird zu Synergie-Effekten in der Region führen. Das „Dreieck“ aus Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Wasserstraßenkreuz und BBMK würde Reiseanlässe mit einer Qualität schaffen, die Übernachtungsgäste sowohl als Einzel- als auch als Gruppenreisende anzieht und auch zu längeren Aufenthalten in der Region führt. Eine gemeinsame Vermarktung unter Einbindung der lokalen Hotellerie ist gesetztes Ziel und bietet das Potenzial des Einsatzes eines saisonalen Shuttlebusses. So könnte das nachhaltige den Klimafolgen angepasste regionale Angebot weiter ausgebaut werden - mit der Flexibilität bei jedem Wetter für jeden Gast.
Das Einzugsgebiet für Tagesgäste (Radius von 60 min Fahrtzeit) zeigt ein Potenzial von rund 3,5 Mio. Menschen (Bielefeld, Hannover, Osnabrück, Paderborn); legt man für ein besonders attraktives Angebot eine Fahrtzeit von 90 min zugrunde, erreicht man ca. 7,5 Mio. Menschen (Dortmund, Hamm, Münster, Braunschweig, Salzgitter, Wolfs- burg). Ein großer Pluspunkt ist die gute Anbindung mit dem ÖPNV. Der Bahnhof Porta Westfalica liegt an der Regio- nalstrecke Bielefeld – Hannover und wird von der Regionalbahn aus Köln über Düsseldorf und das Ruhrgebiet, der Regionalbahn aus Rheine über Osnabrück und der Regionalbahn aus Brauschweig über Hannover ohne Umsteigen direkt angefahren. Bereits heute existiert eine direkte Busverbindung vom Bahnhof in Porta Westfalica in den Ortsteil Kleinenbremen, wo auch das BBMK liegt.
Im Ruhrgebiet hat das Thema Industriegeschichte und Kultur zwar eine große Bedeutung, doch gibt es dort kaum authentische Untertage-Erlebnisse. Das Bergbaumuseum Bochum bietet einen Stollen-Nachbau, ebenso das LWL Industriemuseum Zeche Zollern (hier allerdings über Tage). Das Trainingsbergwerk Recklinghausen bietet Führungen an, hat aber kein Bergbaumuseum vor Ort. Ein ähnliches Angebot wie das BBMK mit Museum und Untertageerlebnis hat lediglich das Sauerländer Besucherbergwerk in Ramsbeck, das allerdings bereits 140 km entfernt liegt. Eben- falls 140 km entfernt liegt das Weltkulturerbe Rammelsberg bei Goslar. Beide zeigen jedoch einen völlig anderen Bergbau als Kleinenbremen. Das BBMK hat damit ein Alleinstellungsmerkmal und einen besonderen Stellenwert
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in der Destination Teutoburger Wald. Dieses würde als Informationszentrum des Natur- und UNESCO Geoparks TERRA.vita weiter steigen. Die Zusammenarbeit wäre einzigartig in der Region und würde eine touristische Ost-West Achse über das Wiehengebierge bilden. Parkbesucher würden automatisch auf das BBMK aufmerksam werden und umgekehrt. Insbesondere das BBMK würde unmittelbar vom Marketing TERRA.vitas profitieren – direkt in Osna- brück und im Osnabrücker Land, wo TERRA.vita omnipräsent ist, aber auch überregional. Es würden sich zusätzliche positive Effekte für die Reiseregion Teutoburger Wald ergeben – über die institutionelle und personelle Vertretung von TERRA.vita in NRW, das Marketing beim BBMK und bei TERRA.vita, aber auch über die internationale Bekannt- heit des Parks.
Als Erlebnisort für alle Altersgruppen, Familien und Naturinteressierte spielt das BBMK gezielt auf das Vermark- tungskonzept der Reisedestination Teutoburger Wald ein. Die im Territorialen Strategiekonzept der Destination Teutoburger Wald (TSK) hervorgehobenen wichtigen Kernthemen Natur, Aktiv und Kultur werden besonders an- gesprochen. Naturerlebnisse zu inszenieren und für den Naturraum zu sensibilisieren ist Kernkompetenz von TERRA. vita. Das BBMK hat einen hohen Identitätscharakter vor Ort. Gemeinsam entsteht eine große Nutzungsstiftung nach innen. Die zukünftige Ausstellung soll durch innovative Produktgestaltung weit möglichst auch Blinden und Gehörlo- sen, kognitiv beeinträchtigten Personen sowie Gästen mit Mobilitätseinschränkungen als Erlebnisort zugänglich sein. Ziel ist eine möglichst durchgehend barrierearmes Erlebnis. Durch die angestoßenen (Vermarktungs-)Kooperatio- nen wird die regionale Zusammenarbeit zwischen den touristischen Akteuren weiter forciert und es entsteht eine Synergie mit TERRA.vita und der Destination Teutoburger Wald. Als ein ganzjährig und bei jedem Wetter gleicher- maßen (unter Tage sind es, egal ob Winter oder Sommer, immer um die 10°C) erlebbarer Ort wird darüber hinaus das im TSK bemängelte Schlechtwetterangebot in der Region erheblich verbessert. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die attraktive Neugestaltung des musealen Innenraumes, in dem klimaresilient auch die Themen des Außengeländes aufgegriffen werden, die sonst nicht ganzjährig begreifbar wären.
Touristische Wertschöpfung
In Anbetracht des räumlichen Vernetzungspotenzials, des Einzugsgebiets sowie der touristischen Alleinstellung kam eine im Jahr 2021 durchgeführte Potenzialanalyse zu dem Ergebnis, dass mit den entsprechenden Aufwertungen sowie einer strukturierten überregionalen Vermarktung, bereits ohne das darüber hinaus gesteigerte Potenzial mit TERRA.vita als Projektpartner, eine Steigerung der Besuchszahlen auf 50.000 Besucherinnen pro Jahr realistisch ist (analog zum Sauerländer Besucherbergwerk mit 53.000 Besucherinnen pro Jahr). Mehr Gäste führen zu mehr finanziellem Spielraum für das BBMK, was wiederum mehr neue und innovative Angebote ermöglicht - ein sich verstärkender Kreislauf. Im Anschluss an dieses Projekt ist auch die Einrichtung eines kleinen Shops mit nachhalti- gen, regionalen sowie BBMK-gebrandeten Produkten geplant. Das wäre nicht nur eine wichtige Einnahmequelle, sondern auch eine wichtige Maßnahme zur Markenstärkung. Shop-Erlöse können einen wesentlichen Betrag zu den Einnahmen des BBMK leisten. Ausgehend von der erwähnten Steigerung der Besucher und einem Shop-Umsatz von durchschnittlich nur 2,00 € pro Gast (das natour.NAH.zentrum Schillat-Höhle in Hessisch Oldendorf verzeichnete nach der Modernisierung einen vergleichbaren Zuwachs) ergibt sich eine Umsatzsteigerung von rd. 400.000 € pro Jahr. Ein Return of Invest der beantragten Förderung ergibt sich entsprechend nach rd. sieben Jahren. Zusätzlich wer- den weitere Einnahmen durch neue Veranstaltungsformate angestrebt (in der Vergangenheit gab es bereits ganz besondere Veranstaltungen am BBMK, z.B. den Weihnachtsmarkt unter Tage). Es wird eine Aufgabe der im Projekt beantragten Personalstelle sein, Formate zu entwickeln, die sowohl die Reichweite des BBMK erhöhen als auch neue Einnahmepotenziale bieten.
Mit dem Bergbau-Abenteuer-Spielplatz und einer unmittelbar angrenzenden Sitzgelegenheit wird eine angenehme Aufenthaltsmöglichkeit wird in Verbindung mit den Erlebnisstationen und dem Rundweg eine kostenfreie, rund um die Uhr zugängliche Ergänzung geschaffen, welche unabhängig vom Museums einen attraktiven Besuchsanlass darstellt, dieses aber perfekt ergänzt und zu Wiederholungsbesuchen einlädt. Unabhängig vom Projektantrag soll zusätzlich eine Außengastronomie entstehen: Ein umgebauter und im Bergbau-Look gestalteter, recycelter Übersee- Container soll einen kleinen Kiosk und zwei eigene Automaten beinhalten. Eine kleine Terrasse davor bietet Sitzge- legenheiten, regionale Getränke und einfache Angebote runden in Verbindung mit den Automaten zuverlässig den Aufenthalt für Gäste ab. Hierbei wird auf eigenes saisonales Personal und Kooperationen mit dem Heimatverein,
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örtlichen Betrieben und der Regionalmarke „Landschätze“ gesetzt. Das BBMK liegt an verschiedenen Wanderrouten sowie der Westfälischen Mühlenstraße, die quasi die DNA des Mühlenkreises Minden-Lübbecke bildet, und der Mühlenroute, einer der Top-Radrouten im Teutoburger Wald. Potenzielle Gäste und Nutznießer sind also nicht nur klassische Museumsbesucher*innen. Insgesamt soll der in seiner Attraktivität gesteigerte Außenbereich als Aushän- geschild und Marketingbestandteil für weitere Besuche sorgen.
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