Leistungsbeschreibung BBMK_final.pdf

Fachplanung und baulich-technische Umsetzung einer neuen Dauerausstellung

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 09.10.2026, 20:50 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.deutsche-evergabe.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Leistungsbeschreibung

Fachplanung und Umsetzungsbegleitung für die Neugestaltung einer zukunftsfähigen, modernen und erlebnisorientierten Dauerausstellung

  1. Auftraggebende Institution

Besucherbergwerk und Museum Kleinenbremen gGmbH, Rintelner Str. 396, 32457 Porta Westfalica

Das Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen ist ein besonderer Kultur-, Bildungs- und Erleb- nisort mit unmittelbarem Bezug zur regionalen Bergbaugeschichte und zur geologischen Entwicklung der Region.

Der Standort verbindet

• ein authentisches Besucher-Bergwerk und ein Museum in einem ehemaligen Verwaltungs- und Kauengebäude von 1938 • die Geschichte des Eisenerzbergbaus • Industriekultur- und Technikgeschichte • Erdgeschichte, Geologie und Paläontologie • Natur- und Landschaftsgeschichte • ein nationales Geotop (Kleinenbremen) • regionale Identität • touristische Nutzung • Bildungs- und Vermittlungsangebote

www.bergwerk-kleinenbremen.de

  1. Projektkontext und Ausgangssituation

Die auftraggebende Institution plant die grundlegende Neugestaltung eines Museums im ländlichen Raum, um die jährlichen Besucherzahlen von aktuell rund 20.000 auf rund 50.000 zu steigern. Ziel ist es, eine dauerhafte und nachhaltige Wirkung und damit die Zukunftsfähigkeit des Standortes zu festi- gen.

Parallel zu einer umfassenden energetischen Sanierung des Gebäudes soll eine grundlegende Neuge- staltung der Dauerausstellung erfolgen. Die baulichen Maßnahmen und die Ausstellungsgestaltung werden zeitgleich umgesetzt und sind daher eng miteinander zu koordinieren.

Das Projekt ist Bestandteil einer EFRE-Fördermaßnahme („Erlebnis.NRW“) mit klar definierten inhalt- lichen, touristischen und nachhaltigkeitsbezogenen Zielsetzungen. Von besonderer Bedeutung ist die inhaltliche und gestalterische Verbindung des Museums mit dem authentischen Erlebnisraum des Be- sucher-Bergwerks sowie mit den Themen und Zielsetzungen des Natur- und UNESCO-Geoparks TERRA.vita.

1

[Seite 2]

Die zukünftige Ausstellung soll sein:

• fachlich fundiert • emotional ansprechend • räumlich prägnant • zielgruppenorientiert • inklusiv und barrierefrei • nachhaltig • digital sinnvoll ergänzt • wirtschaftlich betreibbar und • langfristig weiterentwickelbar

Die Neueröffnung des Museums ist für Anfang 2029 geplant. Die Projektlaufzeit beträgt 25 Monate.

Erwartets Projektergebnis

Am Ende des Projektes soll eine realisierte, betriebsfähige, gestalterisch hochwertige neue Museums- ausstellung stehen, die:

• die Identität des Standortes stärkt und überregional sichtbar macht • Besucher-Bergwerk und Museum sinnvoll verbindet • Bergbau- und Erdgeschichte sowie Geologie und Paläontologie zusammenführt und erklärt, • die fachliche und räumliche Verknüpfung mit dem Natur- und UNESCO-Geopark TERRA.vita sicht- und erlebbar macht sowie inhaltlich verschränkt • unterschiedliche Zielgruppen anspricht • barrierefrei und inklusiv umgesetzt ist • digitale Medien sinnvoll einsetzt1 • nachhaltig und wirtschaftlich betrieben werden kann • den Standort langfristig touristisch stärkt

Geplanter Projektbeginn: 1.12.2026

Für die Ausstellung liegen bereits inhaltliche Konzepte und fachliche Vorgaben vor. Diese bilden die Grundlage der gestalterischen und technischen Planung und definieren

• die inhaltliche Struktur • die dramaturgische Abfolge • zentrale Erlebnisbausteine • funktionale Anforderungen

Diese Vorgaben sind Grundlage der Planung und Zielsetzung sowie planerisch auszuarbeiten bzw. für die Besuchenden zu optimieren. Eine grundlegende Neukonzeption ist nicht Gegenstand des Auf- trags. Das auftragnehmende Unternehmen entwickelt auf dieser Grundlage eine schlüssige Konzep- tion, die er dann

• räumlich • gestalterisch • technisch

1 Hinweis: Digitale Medien sind gezielt dort einzusetzen, wo sie einen didaktischen Mehrwert bieten. Originalobjekte und historische Bausubstanz sind gegenüber Rekonstruktionen nach Möglichkeit zu bevorzugen.

2

[Seite 3]

• betrieblich

in eine realisierbare Ausstellung überführt.

Anpassungen einzelner inhaltlicher, dramaturgischer und gestalterischer Elemente sind ausdrücklich möglich, soweit die im Förderantrag benannten zentralen Zielsetzungen und Erlebnisbausteine im Ergebnis erhalten bleiben.

Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Auftraggebenden sowie den Projektpartnern (insbesondere BBMK, TERRA.vita und dem Kreis Minden-Lübbecke). Die fachlichen Inhalte und Ver- mittlungskonzepte werden durch das Projektteam bereitgestellt und gemeinsam mit den Auftragneh- menden räumlich, gestalterisch und technisch ausgearbeitet.

  1. Projektziel

Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines integrierten, multisensorischen und barrierearmen Be- suchserlebnisses mit einer zeitgemäßen, attraktiven und besucherorientierten Ausstellung. Ein Be- such soll die Emotionen der Besuchenden wecken und diese mit allen Sinnen in die vor Ort authen- tisch erlebbare Historie des ehemaligen Verwaltungs- und Kauengebäudes eintauchen lassen. Eine Mischung aus Authentizität, Edutainment und Infotainment soll folgende Erlebnisräume dramatur- gisch verbinden

• Museum (Hauptgegenstand der Planung) • Untertagewelt (Bestand, inhaltlich einzubinden) • Steinbruch (Übertagebereich) • Informationszentrum TERRA.vita (v.a. Foyer)

Leitidee ist der „Weg der Bergleute“ als durchgängige Besuchendendramaturgie, die eine inhaltliche Schnittstelle zu TERRA.vita in der Geologie, Paläontologie und Natur vertieft und als Voraussetzung des Bergbaus darstellt.

Das auftragnehmende Unternehmen hat folgende Zielsetzungen umzusetzen:

Dramaturgie

• Entwicklung eines durchgängigen „roten Fadens“ und sinnvolle Besuchendenlenkung:

Erdgeschichte/Geologie/ Paläontologie → Steinbruch → Bergbau → Mensch → Zukunft/Nachhaltig- keit

Der rote Faden ist räumlich, gestalterisch und inhaltlich konsequent über sämtliche Bereiche ein- schließlich der Übergänge zwischen Informationszentrum, Museum, Steinbruch und Besucher-Berg- werk umzusetzen.

Erlebnisqualität

• Schaffung eines immersiven, multisensorischen Ausstellungserlebnisses

o Integration moderner und audiovisueller Medien o interaktive Exponate o haptische Elemente

3

[Seite 4]

o mediengestützte und analoge Informationsvermittlung o moderne, kreative Inszenierung bzw. Präsentation musealer Exponate

• Integration von:

o Original-Exponaten o Licht o Sound o Temperatur o Luftbewegung o haptischen Elementen

Interaktivität

• konsequente Umsetzung von interaktiven Hands-On-Elementen und interaktiven Exponaten • Übertragung nicht öffentlich zugänglicher Untertage-Erfahrungen in die Ausstellung • Medienkonzept, -planung und -produktion

Zielgruppenorientierung

• Verständliches, d.h. didaktisches Vermittlungskonzept für Inhalte

• mehrstufige Wissensvermittlung:

o Erwachsene: vertieft, sachlich o Kinder: spielerisch, visuell o Inklusiv, z.B. einfache Sprache, haptisch für Seh- oder auditiv für Hörbeeinträchtigte

• Hauptzielgruppe: adaptiv-pragmatische Mitte

Laut Besucherumfragen:

• Familien mit Kindern • Kultur- und Geschichtsinteressierte • Schulen- und Bildungseinrichtungen • Rad- und Wanderbegeisterte • Spezialisierte Fachpersonen für Natur, Geologie und Paläontologie • Menschen mit besonderen Hilfebedarfen (körperlichen, sensorischen oder kognitiven Voraus- setzungen)

Inklusion und Barrierefreiheit

Barrierefreiheit und Inklusion sind als integrale Bestandteile der Ausstellung zu verstehen und sollen umfassen: • physisch, sensorisch und kognitiv • einfache Sprache • barrierearme Interaktionen und Wegeführung • intuitive Bedienbarkeit (für alle Altersgruppen) • kein Verletzungsrisiko

4

[Seite 5]

Denkmalschutz und Authentizität

• sensibler Umgang mit Bestandsstrukturen (insb. Kauen) • reversible und materialgerechte Eingriffe • fachgerecht Umgang mit der Historie des Gebäudes • Absprachen mit Denkmalbehörden

Integration TERRA.vita

• Einbindung der Themen:

o Erdgeschichte o Geologie o Paläontologie o Nachhaltigkeit2 o Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

• Gestaltung des Informationszentrums TERRA.vita als „Tor Ost“ in NRW

Nachhaltigkeit

• ressourcenschonende Materialien • langlebige Konstruktionen bei unbeaufsichtigter Bedien- und Nutzbarkeit • langlebige, wartungsarme und einfach reparierbare Technik • flexible Präsentationssysteme

  1. Räumlicher Umfang

Die Planung umfasst insgesamt ca. 900 m² Ausstellungsfläche, verteilt auf Erdgeschoss und Oberge- schoss in folgende Bereiche:

Erdgeschoss:

Eingangsbereich / Foyer

Der Eingangsbereich bildet den ersten Kontakt der Besucherinnen und Besucher mit dem Museum und soll als attraktiver Aufenthalts-, Service- und Orientierungsbereich gestaltet werden. Die Planung umfasst insbesondere:

• Aufenthalts- und Servicebereich • offen gestalteter Museumsshop • Kassen- und Informationsbereich • Aufenthaltsqualität

2 Hinweis: Bei der Materialwahl sind nachhaltige, langlebige und ressourcenschonende Materialien zu bevorzugen. Nach Möglichkeit sollen tierische Materialien vermieden und durch gleichwertige pflanzliche oder synthetische Alternativen ersetzt werden, sofern keine konservatorischen oder funktionalen Gründe entgegenstehen.

5

[Seite 6]

• Einstieg in das Erlebnis

Informationszentrum TERRA.vita

Das Informationszentrum bildet die Schnittstelle zwischen Museum, Geopark und touristischer Infor- mation. Zu entwickeln ist ein eigenständiger, zugleich in die Gesamtgestaltung integrierter Bereich mit: • touristische Orientierung • Darstellung des Geoparks • Integration digitaler Informationssysteme • Wissensvermittlung

Flur / Helmausgabe

• Inszenierung des „Ankleidens“ (Helm, in Sonderführungen auch Ausrüstung) • Beginn der immersiven Dramaturgie für die Führungen • Self-Storage (im Stil der Bergmänner)

Treppenaufgang:

• Beginn der Dramaturgie der Ausstellung (Einstimmung) • Zielgruppengerechte Einstimmung auf 2 Ebenen o Oben: Erwachsene o Unten: Kinder

Obergeschoss:

Erlebnisraum

• Mediencontent einer immersiven Einführung für ca. 35 Personen • Stichwort „Reality Experience“, 4D-Kino oder VR-Installation • technisches Konzept und technische Planung (ggf. alternative Medien)

Kauen und Flur (Zeitreise)

Die historischen Kauen bilden einen der authentischsten Bereiche des Museums und sind sensibel in die Ausstellung einzubeziehen. Ziel ist eine atmosphärische Inszenierung des Arbeitsalltags der Berg- leute unter Wahrung der historischen Bausubstanz. Licht-, Ton- und Medienelemente sind zurückhal- tend und denkmalgerecht einzusetzen.

• Projektionen, Sound, Inszenierungslicht • authentische Darstellung und emotionale Inszenierung des Bergmannsalltags

Steinbruchraum

• helle, offene Inszenierung • Einbindung von Original-Exponaten

6

[Seite 7]

• Simulation von Umweltbedingungen (inkl. der Nachbildung der Steinbruchwand mit dem nati- onalen Geotop, Kleinenbremen) • Interaktive Natur- und Geologievermittlung durch interaktive Exponate

Übergang Stollen

• dramaturgischer Wechsel • räumliche Transformation (Nachempfinden der „Einfahrt“ ins Bergwerk)

Untertagewelt

• dunklere, immersive Inszenierung • Einbindung von Original-Exponaten • interaktive Vermittlung von Arbeitsprozessen

Historische Ausstellung

• Gestaltung im Kontrast zur sonstigen Ausstellung, jedoch als Einheitlichkeit in der Ausstel- lungsgestaltung erkennbar • Vermittlung von Erinnerungs- und Gedenkkultur sowie Historie (regionale Verortung, hist. Entwicklung des Bergbaus vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre, mit dem Schwerpunkt auf dem Nationalsozialismus)

Die erforderliche Besuchendenlenkung (Orientierungssystem) und die Gestaltung der Übergänge zwi- schen den Themenbereichen ist grundsätzlich mitzudenken.

Besondere Herausforderungen des Vorhabens

Das auftragnehmende Unternehmen hat in seinem Konzept insbesondere die folgenden projektspezi- fischen Herausforderungen zu berücksichtigen und in seinem Angebot darzulegen, wie es ihnen be- gegnet:

• Verbindlichkeit bei gleichzeitigem Gestaltungsspielraum: Das Projekt ist Teil einer EFRE- Förderung mit im Förderantrag festgelegten Erlebnisbausteinen. Diese sind im Ergebnis ver- bindlich umzusetzen. Innerhalb dieses Rahmens ist jedoch ein möglichst kreatives, überra- schendes und besucherorientiertes Ausstellungserlebnis mit inhaltlicher Tiefe umzusetzen. • Regionale Authentizität als Erzählprinzip: Bergbau- und Erdgeschichte sind am konkreten, au- thentischen Standort Kleinenbremen zu vermitteln – nicht als abstrakte, ortsunabhängige Ausstellung. • Denkmalschutz und Besucherführung: Sämtliche Installationen, Medien- und Interaktionsele- mente sind so zu planen, dass sie mit den denkmalschutzrechtlichen Anforderungen an das historische Verwaltungs- und Kauengebäude von 1938 vereinbar sind. Eingriffe müssen rever- sibel und materialgerecht erfolgen. • Verbindung von Authentizität und moderner Inszenierung: Das Original-Verwaltungs- und Kauengebäude mit seinen historischen Räumen ist mit einer zeitgemäßen, immersiven Aus- stellungsgestaltung zusammenzuführen, ohne die Authentizität des Ortes zu verlieren.

7

[Seite 8]

• Nahtlose Verknüpfung von BBMK und TERRA.vita: Die inhaltliche und räumliche Schnittstelle zwischen dem Museum und dem Informationszentrum TERRA.vita ist so zu gestalten, dass Be- suchende dies als ein zusammenhängendes Gesamterlebnis wahrnehmen. • Parallelität zur energetischen Sanierung: Die Ausstellungsplanung erfolgt zeitlich überschnei- dend zur baulichen Sanierung des Gebäudes. Eine enge, kontinuierliche Abstimmung mit der Objekt- und TGA-Planung ist erforderlich. • Komplementarität statt Konkurrenz von Steinbruch und Untertagewelt: Die musealen Insze- nierungen zu Steinbruch und Bergwerk sind so zu konzipieren, dass sie sich gegenseitig ergän- zen (Vor- und Nachbereitung des Untertage-Erlebnisses, Vertiefung von Zusammenhängen) und auch unabhängig voneinander verständlich und attraktiv sind. • Zielgruppen- und Inklusionsgerechtigkeit: Es sind Formate und Wegeführungen zu entwi- ckeln, die Erwachsene, Kinder sowie Menschen mit körperlichen, sensorischen oder kogniti- ven Beeinträchtigungen gleichermaßen ansprechen. • Vielfalt der Vermittlungsformen: Originalobjekte, Quellen und Dokumente sind zeitgemäß mit Inszenierungen, Hands-On-Elementen und Medienstationen zu einem stimmigen Gesamt- konzept zu verbinden.

  1. Leistungsumfang

Das auftragnehmende Unternehmen übernimmt die vollständige Fachplanung der Ausstellung ein- schließlich der Bauleitung bis zur Fertigstellung.

Der Leistungsumfang umfasst insbesondere folgende Leistungen:

5.1 Analysephase und Grundlagenermittlung

• Sichtung der vorhandenen Unterlagen • Analyse und Strukturierung der vorliegenden Projektskizze • Einarbeitung in die inhaltlichen Ausstellungsvorgaben • Abstimmung mit dem auftraggebenden Unternehmen (Projektziele, Zielgruppen, Besuchser- lebnis, Vermittlungsziele, funktionale/räumliche Anforderungen, Nachhaltigkeitsziele etc.) • Bestandsaufnahme vor Ort • Abstimmung mit den Architekten der Gebäudesanierung • Abstimmung technischer Schnittstellen • touristische Konzepte • Denkmalpflege • Auftaktworkshop

5.2 Vorplanung (Konzept)

• Übersetzung in ein umsetzbares Szenografie- und Raumkonzept • Ausarbeitung der Dramaturgie im Detail • Definition der Erlebnisstationen

5.3 Entwurfsplanung

Erarbeitung eines ganzheitlichen Ausstellungskonzeptes einschließlich

• Raumgestaltung

8

[Seite 9]

• Besucherführung (Entwicklung von Informations- und Orientierungselementen) • Dramaturgie • Medienkonzept • Beleuchtungskonzept • Ausstellungsgrafik • Farb- und Materialkonzept • Möblierung • Grafiksystem • Orientierungssystem • Medienstationen • Interaktionsangebote • inklusive Visualisierung sämtlicher Bereiche

in enger Abstimmung mit dem Projektteam.

Vorzulegen sind

• Grundrisse • Ansichten • 3D-Visualisierungen • Renderings • Materialvorschläge / Bemusterung • Medienskizzen • Musterlösungen für Ausstellungsmodule. Die Ausstellung ist idealerweise so gestaltet, dass Inhalte und Grafiken bzw. einzelne Ausstellungsbereiche ohne grundlegende Umbauten aktu- alisier- und austauschbar bleiben.

Es sind mindestens zwei Korrekturschleifen einzuplanen und im Angebotspreis zu berücksichtigen.

5.4 Ausführungsplanung

Erstellung sämtlicher Unterlagen für die Realisierung.

Hierzu gehören u.a.

• Detailplanung • Kostenplanung (Kostenrahmen ist durch Förderung vorgegeben) • Konstruktionszeichnungen • technische Spezifikationen • Material- und Konstruktionsplanung • Medienplanung • Beleuchtungsplanung • Ausführungsdetails • Schnittstellenplanung • Planung multisensorischer Systeme • Klimaeffekte • Sounddesign • Lichtsteuerung • Integration in Gebäude und Betrieb • Definition von Steuerungssystemen

9

[Seite 10]

Die eingesetzte Technik muss langlebig, energieeffizient, wartungsarm, ohne Aufsicht, intuitiv be- dienbar und möglichst ohne Spezialfirmen durch das Museum betreib- und nutzbar sein.

5.5 Vergabevorbereitung

Das auftragnehmende Unternehmen erstellt sämtliche Ausschreibungsunterlagen für die erforderli- chen Einzelgewerke.

Hierzu gehören insbesondere

• Installationen • Modellierungen • Ausstellungsmobiliar • (integrierte) Vitrinen und Präsentationselemente • Grafikproduktion • Medientechnik • Mediencontent • Beleuchtung • Sonderkonstruktionen • audiovisuelle Technik • Programmierung interaktiver Anwendungen • Beschilderung • Orientierungssystem • Montageleistungen • sonstige erforderliche Gewerke • vollständige Leistungsverzeichnisse • vollständige Leistungsbeschreibungen • Mengenermittlungen • Kostenschätzungen • Vergabevorschläge

5.6 Überwachung der Ausführung

Während der Ausführung übernimmt das auftragnehmende Unternehmen

• Bauleitung zur Ausstellung • Gestaltung • Qualitätskontrolle und -sicherung bis zur Fertigstellung • Terminüberwachung der Ausbaugewerke • Koordination der beteiligten Auftragnehmenden • Abstimmung mit den Architekturbüros • Abstimmung mit Gewerken • Begleitung von Abnahmen • Abstimmung mit Fachplanungsbüros • Teilnahme an Baubesprechungen • Dokumentation des Baufortschritts • Prüfung von Bemusterungen • Prüfung von Werkplanungen

10

[Seite 11]

• Freigaben nach Abstimmung mit den Auftraggebenden • Mitwirkung bei der Vergabe • Beantwortung von Bieterfragen • Wertung der Angebote • Angebotsauswertung • fachliche Bewertung • Vergabevorschläge

5.7 Objektbetreuung, Dokumentation und Inbetriebnahme

• Begleitung der Endmontage • Funktionsprüfungen • Abnahmeunterstützung • Mängelmanagement • Dokumentation • Schulung und Einweisung des BBMK-Personals • Übergabeunterlagen

Einige Monate vor der Eröffnung ist eine einwöchigen Test- und Optimierungsphase mit ausgewähl- ten Nutzergruppen vorzusehen. Erkenntnisse sind gemeinsam mit dem auftraggebenden Unterneh- men in die finale Umsetzung einzuarbeiten.

  1. Projektsteuerung

Die Gesamtprojektleitung verbleibt bei der auftraggebenden Institution.

Das auftragnehmende Unternehmen arbeitet eng mit der Projektleitung zusammen und unterstützt diese insbesondere bei

• Terminmanagement • Kostenkontrolle • Fortschrittsberichten • Risikoanalyse • Abstimmungen mit beteiligten Planern • Koordination der Ausstellungsausführung • regelmäßige Abstimmung • Berichtszuarbeit (insb. EFRE-relevant) • Dokumentation

  1. Kommunikation

Das auftragnehmende Unternehmen nimmt regelmäßig an Projektbesprechungen teil.

Vorgesehen sind insbesondere

• Jour fixe (mit dem Projektteam und den Beteiligten Projekt- und Kooperationspartner*innen) • Planungsworkshops • Abstimmungen mit Architekten • Abstimmungen mit Fachplanern • Abstimmungen mit Medientechnik • Abstimmungen mit Fachwissenschaftlern

11

[Seite 12]

Das auftragnehmende Unternehmen hat aktiv die Abstimmung sicherzustellen mit

• Objektplanung (Sanierung) • TGA-Planung • Kuratorischem Team/ Projektteam • TERRA.vita • ausführenden Firmen

  1. Gremienarbeit

Das Projekt wird durch einen projektbegleitenden Beirat sowie zwei politische Fachausschüsse be- gleitet.

Das auftragnehmende Unternehmen unterstützt die auftraggebende Institution durch

• Erstellung von Präsentationen • Visualisierungen • Erläuterungsberichten • Terminplänen • Kostenübersichten • Teilnahme an Sitzungen (bis zu 4x jährlich) • Vorstellung des jeweiligen Planungsstandes • fachliche Erläuterungen • Beantwortung von Rückfragen

  1. Besondere Anforderungen

Erwartet werden nachweisbare Erfahrungen insbesondere in

• Museumsplanung • Ausstellungsarchitektur • Science-Center • Technikmuseen • Besucherlenkung • interaktiven Ausstellungen • Mediengestaltung • Lichtplanung von Ausstellungs- und Inszenierungslicht • barrierefreiem Ausstellungsdesign • nachhaltiger Materialwahl • Denkmalschutz • moderner Exponat- bzw. Objektpräsentation und -inszenierung

Besonderer Wert wird gelegt auf

• gestalterische Qualität • hohe Aufenthaltsqualität • langlebige und nachhaltige Lösungen • geringe Wartungsanforderungen • modulare Erweiterbarkeit

12

[Seite 13]

• robuste Konstruktionen (ohne Aufsicht) • wirtschaftlichen Betrieb (unter Berücksichtigung der Investitions-, Betriebs-, Wartungs- und Ersatzkosten)

  1. Terminrahmen

Meilenstein Termin

Projektbeginn 1.12.2026

Analysephase Dezember 2026 – Februar 2027

Vorentwurf März – April 2027

Entwurfsplanung Mai – Juli 2027

Ausführungsplanung August – Oktober 2027

Ausschreibungen November – Dezember 2027

Umsetzung Januar 2028 – Oktober 2028

Abnahmen November – Dezember 2028

Fertigstellung Januar 2029

(Die Termine sind gemeinsam mit dem Bauzeitenplan der energetischen Sanierung fortzuschreiben. Die Fertigstellung der Sanierung sowie die Übergabe des Gebäudes ist zum 10.1.2028 geplant.)

  1. Anforderungen an die Bietenden

Nachzuweisen sind

• mindestens drei vergleichbare Museums- oder Ausstellungsgestaltungen innerhalb der letzten zehn Jahre • Erfahrung in der Planung interaktiver Ausstellungen • Erfahrung in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebenden • Erfahrung mit VgV/VOB-Vergaben • interdisziplinäres Planungsteam (Architektur, Szenografie, Grafik, Medientechnik) • Benennung einer festen Projektleitung und Stellvertretung

Besondere Anforderungen

• Förderkonformität (EFRE) • Nachweis touristischer Qualität • Berücksichtigung Wiederbesuchs-Anreize/ Mehrfachbesuche • Integration in regionale Tourismusstrategie

13

[Seite 14]

• Umsetzung und Berücksichtigung von Denkmalschutzvorgaben

Dem Angebot ist zusätzlich die ausgefüllte und unterschriebene Muster-Eigenerklärung des BMWK zu den EU einzureichen.

  1. Budgetrahmen

Für die Umsetzung der Ausstellungsvorhabens steht ein Budget in Höhe von rund 1 Mio. Euro netto zur Verfügung sowie für technische Gebäudeanpassungen Verkehrsflächen, Trockenbau und Haus- technik sowie Digitalisierung ein Budget in Höhe von 110.000 Euro netto.

Die Angebotspreise sind gestaffelt nach den in Ziffer 5 genannten Leistungsphasen (5.1–5.7) anzuge- ben. Die Preisangaben erfolgen jeweils netto, d. h. exklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Bitte benennen Sie den jeweiligen Angebotspreis für folgende Leistungsphasen einzeln:

Angebotspreis Leistungsphase Bezeichnung (netto)

LP 5.1 Analysephase und Grundlagenermittlung ___ €

LP 5.2 Vorplanung (Konzept) ___ €

LP 5.3 Entwurfsplanung ___ €

LP 5.4 Ausführungsplanung ___ €

LP 5.5 Vergabevorbereitung ___ €

LP 5.6 Überwachung der Ausführung ___ €

Objektbetreuung, Dokumentation und In- LP 5.7 ___ € betriebnahme

Gesamtpreis (netto) ___ €

Nebenkostenpauschale ___ €

Stundensatz Zusatz- und Nachtrags- ___ € leistungen

Bietergemeinschaften sind zugelassen.

Die Vergabe erfolgt als Dienstleistungsauftrag nach den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschrif- ten. Die Vergütung erfolgt auf Grundlage des eingereichten Angebots.

  1. Zuschlagskriterien

14

[Seite 15]

Kriterium Gewichtung

Qualität des Projektverständnisses und der Herangehensweise 25 %

Erfahrung und Referenzen des Projektteams 25 %

Qualität der vorgeschlagenen Methodik und Projektorganisation 25 %

Gestalterische Kompetenz anhand realisierter Referenzprojekte 15 %

Honorar 7 %

Nebenkostenpauschale 1 %

Stundensatz für Zusatz- und Nachtragsleistungen 2 %

  1. Anhänge:

• 01_EFRE-ProjektskizzeBBMK • 02_NeugestaltungBBMK Grundrisse • 03_Objekt-Exponate_BBMK • 04_HistorischePlaene_Bestand • Muster-Eigenerklaerung_BMWK_Sanktionen

  1. Zusätzliche Vereinbarungen

Die Vergabe erfolgt nach der ANBest-EU 03.06.2025 (und alle Vergabeordnungen auf die dort verwie- sen wird, in Ihrer zum Stichtag 02.12.2025 geltenden Fassung).

Nach Abschluss der Angebotswertung führt das BBMK als Auftraggeberin mit den nach der Wertung drei bestplatzierten Bewerbenden ein Aufklärungsgespräch gemäß § 15 Abs. 5 VgV. Das Gespräch dient ausschließlich der Klärung von Fragen zum eingereichten Angebot sowie zur Eignung des Be- werbenden. Eine inhaltliche Änderung, Ergänzung oder Nachbesserung des Angebots ist nicht Gegen- stand des Gesprächs. Das Ergebnis der bereits erfolgten schriftlichen Angebotswertung bleibt hiervon unberührt; eine erneute vergleichende Bewertung findet nicht statt.

Angebote sind ausschließlich in elektronischer Form über das Vergabeportal (www.deutsche- evergabe.de) einzureichen. Hinweise und Fragen zu den Vergabeunterlagen sind ausschließlich über die Nachrichtenfunktion des Vergabeportals einzureichen.

15

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung