Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

LB Alte Schanze LOS2 Anlagentechnik.pdf

Ertüchtigung der Gasfassung und Errichtung einer Schwachgasfackel auf der Deponie Alte Schanze

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 02.10.2026, 13:49 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.vergabe-westfalen.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Deponie Alte Schanze

LOS 2

Anlagentechnik

Ausführungsplanung /

Leistungsbeschreibung

Auftraggeber:

A.V.E. Eigenbetrieb des Kreises Paderborn

Alte Schanze 40

33106 Paderborn

Stand: 16.09.2026

[Seite 2]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 1 von 59

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeine Erläuterungen 4

1.1. Veranlassung und Zielstellung 4

1.2. Geltende Vorschriften 4

1.3. Förderung 5

1.4. Planungsgrundlage 5

1.5. Genehmigungsstand 6

  1. Angaben zum Standort / Standortspezifika 8

2.1. Lage und Stammdaten des Deponiestandortes 8

2.2. Verkehrstechnische Anbindung 9

2.3. Bauliche Anlagen Bestand 10

2.4. Gasfassung Bestand 10

2.5. Anlagentechnik Bestand 10

2.6. Leitungsbestand und Leitungsauskunft 11

2.7. Baugrundverhältnisse 11

  1. Kurzbeschreibung des Bauvorhabens (LOS1 und LOS2) 12

3.1. Allgemeines 12

3.2. Schnittstellen 14

  1. Schwachgasentsorgung (LOS2) 16

4.1. Allgemeines 16

4.2. Kurzbeschreibung der Anlagentechnik 16

4.3. Technische Parameter 21

4.4. Immissionsschutzrechtliche Anforderungen 22

4.5. Sicherheitstechnik / Explosionsschutz 23

4.6. Gerätekategorie 23

4.7. Sicherheitsgasanalyse 23

4.8. Raumluftüberwachung 25

4.9. Ausblasebetrieb 25

[Seite 3]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 2 von 59

4.10. Explosionsschutzdokument 26

4.11. Weitere explosionsschutztechnische Anforderungen 26

4.12. Betriebliche Mess-, Steuer- und Regelungstechnik 27

4.13. Prozessleitsystem 27

4.14. Störmeldung / Vor- und Hauptalarme 29

4.15. Fernwirktechnik 30

4.16. Blitzschutz / Potenzialausgleich 30

4.17. Eingangsleitungen / Messstrecken 31

4.18. Zugang / Ausgang / Schließsystem 32

4.19. Beleuchtung und Elektroinstallationen 32

4.20. Lüftungstechnik und Beheizung 32

4.21. Brandschutz- / örtliche Erste-Hilfe-Einrichtung 33

4.22. Elektrotechnische Komponenten / Geräteanordnung 33

4.23. Anforderungen an Rohrleitungstechnik und Armaturen 35

4.24. Messstutzen 36

4.25. Standsicherheit und Tragwerksplanung 37

4.26. Anlagenerrichtung 37

4.27. Einbindung der medientechnischen Anschlüsse und Erdungssystem 37

4.28. Sicherheitstechnische Prüfung / Sachverständigentätigkeit 38

4.29. Inbetriebnahme und Probebetrieb 39

4.30. Kondensatleitung GVS 40

4.31. Dokumentation 40

4.32. Dichtigkeitsprüfung 41

  1. Allgemeine Technische Anforderungen 42

5.1. Allgemeine technische Bedingungen 42

5.2. Zusätzliche allgemeine technische Bedingungen 42

  1. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 44

6.1. Hinweise zum Arbeitsschutz bei der Bauausführung 44

6.2. Baustellenordnung 45

6.3. Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) 45

  1. Qualitätssicherungsplan 46

[Seite 4]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 3 von 59

  1. Bauablauf / Rahmenterminplan 49

  2. Hinweise zur Baustelle 50

9.1. Allgemeine Angaben 50

9.2. Baustellenverhältnisse 50

9.3. Sanitäreinrichtungen, Strom- und Wasseranschluss 50

9.4. Entsorgung 51

  1. Verzeichnisse 52

10.1. Literaturverzeichnis 52

10.2. Tabellenverzeichnis 56

10.3. Abbildungsverzeichnis 56

10.4. Anlagenverzeichnis 56

10.5. Abkürzungsverzeichnis 57

[Seite 5]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 4 von 59

1. Allgemeine Erläuterungen

1.1. Veranlassung und Zielstellung

Die vorliegende Leistungsbeschreibung basiert auf den Ergebnissen der durch die DEPO Consult

GmbH am 22.12.2023 erstellten Potentialstudie sowie der Genehmigungsplanung vom 23.01.2025, in

denen der Nachweis erbracht wurde, dass zur Optimierung der Deponiegasfassung sowie zur Sicher-

stellung einer effizienten energetischen Nutzung des weiterhin anfallenden Deponiegases am Stand-

ort der Deponie „Alte Schanze“, Alte Schanze 40 in 33106 Paderborn, umfangreiche Ertüchtigungen

an der bestehenden Gasfassungs- und Gasbehandlungstechnik erforderlich sind.

Ziel der geplanten Maßnahmen ist die nachhaltige Steigerung des Erfassungsgrades des im Deponie-

körper entstehenden Deponiegases und damit die signifikante Reduzierung klimarelevanter Emissio-

nen. Diese Zielstellung entspricht den Anforderungen und definierten Vorgaben der Bundesregierung

im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).

Die Potentialstudie identifizierte als geeignete Ergänzung der vorhandenen Anlagentechnik den Ein-

satz einer Schwachgasfackelanlage mit einem behandelbaren Mindestmethangehalt von 12 Vol.-%

CH₄, die im Parallelbetrieb zum bestehenden BHKW betrieben werden kann. Durch diese Kombina-

tion kann ein gesicherter Entgasungs- und Behandlungsbetrieb für den Zeitraum 2027 bis 2044 ge-

währleistet werden.

Die neue Anlagentechnik ermöglicht eine umweltgerechte und betriebssichere Behandlung der im fort-

schreitenden Entgasungsprozess zunehmend niedrigen Methangehalte im abgesaugten Deponie-

mischgas. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme soll über eine Wärmeauskopplung in das be-

stehende Nahwärmenetz eingespeist werden, um die energetische Nutzung des Deponiegases weiter

zu optimieren.

Mit der Umsetzung der geplanten Betriebsstrategie wird eine nachhaltige Verbesserung der Deponie-

gasfassung erreicht, die sowohl die energetische Nutzung des Deponiegases sicherstellt als auch die

Reduzierung von Treibhausgasemissionen gemäß den Vorgaben der NKI unterstützt.

Die vorliegende Leistungsbeschreibung behandelt ausschließlich das LOS 2 - Anlagentechnik. Das

LOS 1 - Tiefbau wird separat beschrieben und ist nicht Bestandteil dieses Dokuments.

1.2. Geltende Vorschriften

Im Rahmen der Baumaßnahme zur Ertüchtigung der Gasfassung auf der Deponie sind die relevanten

Gesetze (Bundes- und Landesgesetze), Verordnungen, Satzungen, Erlässe, Vorschriften und Richtli-

nien (technische Regelwerke, DIN-Normen) in ihrer jeweils gültigen Fassung zu beachten, zu berück-

sichtigen und anzuwenden. Hierzu zählen insbesondere:

[Seite 6]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 5 von 59

• Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

• Deponieverordnung (DepV)

• Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

• Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

• Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

• DGUV Regel 101-004 „kontaminierte Bereiche, DGUV Regel 114-004 „Deponien“, DGUV

Regel 114-005 „Deponien“, DGUV Regel 113-001 „Explosionsschutzregeln (EX-RL)“,

DGUV Regel 100-500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“, TRGS 727 „Vermeiden von Zünd-

gefahren in Folge elektrostatischer Aufladung“

• Technische Vorschriften, die den gegenwärtigen Stand der Technik dokumentieren:

DIN, VDI, VDE, DVGW

• Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS), für Gefahrstoffe (TRGS) und für

Arbeitsstätten (ASR)

• Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

• EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230

1.3. Förderung

Das Vorhaben zur gastechnischen Ertüchtigung der Deponie „Alte Schanze" wird im Rahmen einer

öffentlichen Förderung bezuschusst. Sämtliche Leistungen sind daher unter Beachtung der Regelun-

gen des Zuwendungsbescheides einschließlich der zugehörigen Nebenbestimmungen zu erbringen.

Der Auftragnehmer hat insbesondere die Einhaltung des Bewilligungszeitraums, die prüffähige und

positionsbezogene Rechnungsstellung entsprechend der Gliederung dieses Leistungsverzeichnisses

sowie die vollständige Dokumentation der erbrachten Leistungen sicherzustellen.

1.4. Planungsgrundlage

Für das Vorhaben auf der Deponie Alte Schanze dienen folgende Unterlagen als Grundlage:

• Durchführung von Ortsbesichtigungen / Standortbegehungen

• Bestandslageplan Deponie Alte Schanze (dwg & pdf); 16.02.2023

• Bestandszeichnungen / Ausführungszeichnungen / R&I Fließschema

o Anschlussschacht zum Anschluss der Transportleitung an die Ringleitung

[Seite 7]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 6 von 59

o Ausführungszeichnung Kondensatschacht

o Ausführungszeichnung Gassammelstationen

• Kommunalrichtlinie vom 01. November 2024

• Hinweisblatt für strategische Förderschwerpunkte vom 10. Oktober 2024

• IPCC-Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories

• Szenarienanalyse zum Rückbau der Haumülldeponie aus Oktober 2014 mit Anhängen und

jahresbezogenen Abfallmengen – IWA (2014)

• Gasdatenauswertung 1995-2021

• Rohgasanalysen 1995-2021

• Wasserstände Gasbrunnen 2006-2018

• Setzungsmessungen, Lage- und Höhenverzeichnis 1999-2022, Rasterübersicht der Set-

zungspunkte

• FID-Berichte 2012 -2021

• Aktuelle Vorschriften, Richtlinien, diverse Gesetze und Verordnungen, die den derzeitigen

Stand der Technik / anerkannte Regeln der Technik widerspiegeln

• Potenzialstudie vom 23.12.2022 erstellt durch DEPO Consult

• Genehmigungsplanung vom 23.01.2025 erstellt durch DEPO Consult

• Plangenehmigung vom 23.06.2025

1.5. Genehmigungsstand

Für den Antrag der des A.V.E. Eigenbetriebs des Kreises Paderborn auf Erteilung einer Plangenehmi-

gung für die Ertüchtigung der Gaserfassung und Gasbehandlungsanlage der Deponie, wurde am

23.06.2025 eine Plangenehmigung erteilt (Anhang I).

Die zuständige Behörde für die Belange der Ertüchtigung der Gasfassung auf der Deponie Alte

Schanze ist:

Bezirksregierung Detmold

Leopoldstr. 15

32756 Detmold

Die Baumaßnahme erfolgt in Abstimmung mit der o.g. Behörde.

[Seite 8]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 7 von 59

An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass der Nachweis der Standsicherheit inkl. Vorlage

von Konstruktionszeichnungen etc. rechtzeitig vor Baubeginn vom AN zu erbringen ist und der Baube-

ginn sowie die beabsichtige Aufnahme des Betriebes fristgerecht anzuzeigen sind.

[Seite 9]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 8 von 59

2. Angaben zum Standort / Standortspezifika

2.1. Lage und Stammdaten des Deponiestandortes

Der Standort der Deponie Alte Schanze befindet sich im Bundesland Nordrhein-Westfalen im Kreis

Paderborn. Der Bereich rund um den Vorhabenstandort ist vorwiegend durch eine landwirtschaftliche

Nutzung geprägt. In der nachfolgenden Abbildung 1, ist die Lage der Deponie im Luftbild dargestellt.

Abbildung 1: Übersicht der Deponie Alte Schanze (GOOGLE EARTH, 2026)

Der Standort der Deponie Alte Schanze ist in folgenden Planunterlagen dargestellt.

● Topografische Karten

▪ M 1 : 25.000 Anlage 1.1

▪ M 1 : 10.000 Anlage 1.2

● Übersichtslageplan - Bestand

▪ Gasfassungssystem Anlage 2.1

▪ Bereich Leitungsverlegung Anlage 2.2

▪ Bereich Anlagentechnik Anlage 2.3

▪ Legende der Pläne Anlage 2.4

Nachfolgend werden die relevanten Daten der Deponie Alte Schanze zusammengefasst:

[Seite 10]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 9 von 59

Stammdaten

• Deponiebetreiber: A.V.E. Paderborn

• Deponietyp: Haldendeponie

• Basisabdichtung: Multibarrierensystem aus:

Ca. 3 m Geschiebemergelschicht

3 St. Tonschichten á 25 cm

KDB (2,5 mm) mit Schutzgeotextil

• Oberflächenabdichtung: temporäre OFA

• Deponieklasse: 2

• Zeitraum der Abfallablagerung: 1979 – 2013

• Gesamtablagerungsmenge rd. 5.200.000 m³

• Gesamtfläche: rd. 32 ha

Lagedaten

• Bundesland: Nordrhein-Westfalen

• Kreis: Paderborn

• Gemarkung Salzkotten, Elsen

• Flur: 2,13

• Flurstücke 2/180, 2/199, 2/200, 2/201, 13/108

• Deponiemittelpunkt:

• Rechtswert 476 638.545

• Hochwert 572 7909.698

• Höhe über NN 154m

2.2. Verkehrstechnische Anbindung

Die Deponie „Alte Schanze“ liegt zwischen den Paderbornern Stadtteilen Elsen und Wewer und kann

über die Bundesstraße 1 (Salzkottener Straße) und weiter über die Nebenstraße Alte Schanze er-

reicht werden.

[Seite 11]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 10 von 59

Die Fläche der Deponie erstreckt sich über ca. 150 Hektar inkl. Erschließungs- und Freiflächen. Das

Gelände wird hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wirtschaftsweg begrenzt

(siehe Anlage 1).

2.3. Bauliche Anlagen Bestand

Die Deponie Alte Schanze verfügt über folgende bauliche Anlagen, die unverändert bleiben.

• Deponiekörper

• Sickerwasseraufbereitungsanlage und Sickerwasserspeicher

• befestigte und unbefestigte Fahrwege/-straßen

• 400m Tunnel zur Deponie-Sickerwasserfassung

• Infrastruktureinrichtungen wie Abfallannahme mit Waage, Verwaltungs- und Betriebsge-

bäude, Umschlagplatz und Umschlaghallen

2.4. Gasfassung Bestand

Das gesamte Gasfassungssystem besteht in seiner derzeitigen Ausführung aus den folgenden Be-

standteilen:

• 71 vertikale Deponiegasbrunnen zur Deponiegasfassung im Abfallkörper

• rd. 9.900 m Gasabsaugleitungen verbinden die Gasbrunnen bzw. Gasbrunnenköpfe mit

dem Gassammelbalken in den Gassammelstationen

• 6 Gassammelstationen mit Gassammelbalken (GSS)

• Gasverbindungsleitung für das Zusammenführen des Deponiegases aus den GSS 1-5 und

der GSS 6 inkl. Anschluss an die Deponiegasbehandlungsanlage

• 5 Kondensatsammelschächte mit pumpengestützter Ausschleusung des anfallenden Kon-

densates

• Deponiesickerwasserfassungs- und behandlungssystem

2.5. Anlagentechnik Bestand

Für die Entsorgung bzw. Verwertung des abgesaugten Deponiegases am Standort der Deponie „Alte

Schanze“ kommt seit 1994 eine Hochtemperaturfackel zum Einsatz, welche seit 1998 durch ein Block-

heizkraftwerk ergänzt wird.

[Seite 12]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 11 von 59

Im Jahre 2017 sind die beiden v.g. Anlagentechniken in ihrer Leistung verringert und als Kompaktan-

lage neu aufgestellt worden.

Die Spezifikationen des Blockheizkraftwerk sind folgende:

• Hersteller der Aggregate: MAN

• Typ: E 2676LE212

• Behandelbarer Methangehalt: 25-60 Vol.-% (autotherm, Tandemmischer)

• Feuerungswärmeleistung: 432 kW th

• Elektrische Leistung: 167 kW el

• Deponiegas, max: 86 Nm³/h

Für den Fall einer Störung, Wartung oder Ausfall der Stromerzeugungsaggregate steht eine Hochtem-

peraturfackel mit folgenden Spezifikationen bereit:

• Hersteller der Aggregate: Göbel

• Typ: HTC 0,5

• Feuerungswärmeleistung: 0,5 MW th

• Durchfluss, max: 150 m³/h

• Verbrennungstemperatur: 1000 °C

• Verweilzeit: 0,3 Sek.

2.6. Leitungsbestand und Leitungsauskunft

Derzeit liegt ausschließlich der Verlauf der Gasabsaugleitungen auf dem Gelände vor. Der vollstän-

dige Bestand an Leitungen und Medien ist vor Beginn der Bauarbeiten vor Ort zu überprüfen. Hierzu

sind rechtzeitig Leitungsauskünfte einzuholen und gegebenenfalls Schachterlaubnisscheine zu bean-

tragen. Falls erforderlich, sind ergänzend Suchschürfe durchzuführen, um die genaue Lage und Tiefe

der Leitungen zweifelsfrei zu klären.

2.7. Baugrundverhältnisse

Für den Bereich der neuen Deponiegasanlage ist derzeit ein Baugrundgutachten in Bearbeitung.

[Seite 13]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 12 von 59

3. Kurzbeschreibung des Bauvorhabens (LOS1 und

LOS2)

3.1. Allgemeines

Die gesamte Maßnahme kann in 13 zentrale Teilabschnitte untergliedert werden:

  1. Instandsetzung Gassammelstationen (LOS 1)

Die Gassammelstationen auf der Deponie müssen instandgesetzt werden. Hierzu zählen die Ertüchti-

gungen der Edelstahlwellschläuche die von außen an die Gassammelstationen 1-5 anschließen und

die Messstutzen auf den Messstrecken sowie die Zwischenbauklappen in allen Gassammelstationen

1-6.

  1. Rückbau Bestandsfackel (LOS 1)

Der Rückbau der Bestandsfackel inkl. Fundament ist für die Verlegung der Gasverbindungsleitung mit

auszuführen.

  1. Ertüchtigung Gasabsaugleitungen (LOS 1)

Auf der Deponie Alte Schanze müssen Gasabsaugleitungen (GAL) ertüchtigt werden. Im Vorfeld der

Baumaßnahme wurden bereits 41 Gasbrunnen (GB) durch Kamerabefahrung erkundet. Da jedoch

nicht alle Leitungsabschnitte vollständig zugänglich waren, wurden dabei nur rd. 1.750m von insge-

samt rd. 6.140m Leitungen dieser Gasbrunnen erfasst. Insgesamt werden deshalb voraussichtlich 39

St. Streckenkondensatabscheider eingebaut und an 16 Stellen Gasbsaugleitungen stückweise ertüch-

tigt. Die restlichen, im Vorfeld nicht untersuchten 30 Gasbrunnen sollen in dieser Maßnahme ebenfalls

nochmal untersucht werden. Es wird angenommen, dass auf diesen Strecken keine Mängel zu finden

sind.

  1. Neubau Verbindungsschacht (LOS 1)

Um die Gasverbindungsleitung in Gut- und Schlechtgas aufzuteilen, ist ein Verbindungsschacht zu er-

stellen in dem eine regelbare Verbindung zwischen der bestehenden Gastransportleitung (Gutgas)

und der neu zu verlegenden Gasverbindungsleitung (Schlechtgas) hergestellt wird.

  1. Verlegen Gasverbindungsleitung (LOS 1)

[Seite 14]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 13 von 59

Damit das vorhandene Blockheizkraftwerk weiterhin betrieben und nicht verwendbares Deponiegas

umweltgerecht verbrannt werden kann, ist die Gasverbindungsleitung in einen Gutgas- und einen

Schlechtgasstrang aufzuteilen. Hierfür muss eine neue Gasverbindungsleitung für das Schlechtgas

von dem neuen Verbindungsschacht bis zur Aufstellfläche der neuen Schwachgasfackelanlage verlegt

werden.

  1. Anpassungen Kondensatschacht (LOS 1)

Die neue Gasverbindungsleitung ist durch den bestehenden Kondensatschacht zu führen. Der beste-

hende Zyklonabscheider ist auszubauen und Gut- und Schlechtgasstrang sind mit zwei neuen Prallab-

scheidern auszustatten.

  1. Straßenquerungen (LOS 1)

Um die Gasverbindungsleitung zur neuen Fackelanlage zu verlegen sind zwei asphaltierte Straßen zu

queren. Die Straßen werden beide in offener Bauweise gekreuzt.

  1. Füllstandsüberwachung (LOS 1)

Für den Kondensatschacht ist die Bestands-Füllstandsüberwachung auszubauen und an den neuen

Vorlagebheälter im Kondensatschacht wieder anzuschließen.

  1. Gründung Anlagentechnik (LOS 1)

Die Gründung der Anlagentechnik wird auf neu zu erstellenden Streifenfundamenten auf einem Schot-

terpolster erfolgen.

  1. Verlegung Elektroanschluss (LOS 1)

Für den Elektroanschluss der neuen Anlagentechnik ist ein neues Elektrokabel von dem geplanten,

neuen Trafohaus im Nahbereich des Standortes der neuen Fackel zu verlegen.

  1. Verlegung Wärmeauskopplungsleitung (LOS 1)

Für die Wärmeauskopplung der neuen Anlagentechnik sind zwei neue Wärmeauskopplungsleitungen

von der bestehenden Nahwärmeleitung im Nahbereich des Standortes der neuen Fackel zu verlegen.

[Seite 15]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 14 von 59

  1. Schwachgasfackel mit Wärmeauskopplung (LOS 2)

Zur Gasverwertung soll eine Schwachgasfackel mit Wärmeauskopplung im Nahbereich der bestehen-

den Anlage errichtet werden. Diese wird aus einer Gasverdichterstation (GVS),einem Fackelkamin

und einer Wärmeauskopplung mit folgenden Kerndaten bestehen:

• min. Methangehalt: 12 Vol.-%

• Feuerungswärmeleistung: 50-500 kW

• Deponiegasvolumenstrom: 40-200 m³/h

  1. Kondensatleitung (LOS 2)

Der Demister der Anlagentechnik wird eine extra Kondensatleitung erhalten, die zurück in die GVL

führen wird.

Zur Veranschaulichung der gesamten Maßnahme dienen folgende Planunterlagen:

• Maßnahmenplan Anlage 3

3.2. Schnittstellen

Im Folgenden werden die Schnittstellen zum Deponiebestand aufgeführt, welche während der Bau-

maßnahme auftreten (vgl. Anlage 4)

• Schnittstelle 1 –Deponiegas

Rohrleitungsanschluss der Deponiegasanschlussleitung zum geplanten Anlagencontainer

• Schnittstelle 2 –Elektroanschluss

Anbindung der E-Versorgung im Schaltraum des GVS-Containers

• Schnittstelle 3– Blitzschutz / Erdung

Anbindung der neuen Anlagentechnik an das Erdungssystem

• Schnittstelle 4 – Wärmeauskopplung

[Seite 16]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 15 von 59

Anbindung der neuen Anlagentechnik an das bestehende Nahwärmesystem

• Schnittstelle 5 – Kondensatleitung

Der Demister der Anlagentechnik wird eine extra Kondensatleitung erhalten, die zurück in die

GVL führen wird.

[Seite 17]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 16 von 59

4. Schwachgasentsorgung (LOS2)

4.1. Allgemeines

Die neu zu errichtende Schwachgasfackelanlage besteht insbesondere aus den folgenden wesentli-

chen Komponenten:

• 20-Fuß-Container mit Schalt- und Maschinenraum

• Gasverdichter

• Gasanalyse

• Kondensatabscheider

• Luftgebläse

• E-Versorgung

• Anlagensteuerung mit Mess-, Steuer-, Regelungs-, Prozessleit- und Sicherheitstechnik

• Brennraum

• Wärmeübertrager

• Fackelkamin

• Abgas-Wärmeübertrager inkl. Heißgasgebläse,

• Abgaskamin,

• Anschluss an das Nahwärmenetz

Die nachfolgend beschriebenen Ausführungen bzgl. der Schwachgasfackelanlage sind als grundle-

gende Erläuterungen zu verstehen und geben Mindestanforderungen bei der Auslegung, Installation

und beim Betrieb der Anlage an. Die genaue Aufschlüsselung erfolgt im Leistungsverzeichnis. Der

Bieter/AN kann im Rahmen der vg. Mindestanforderungen die Komponenten der Anlagentechnik in

abgeänderter Form ausführen. Dies betrifft insbesondere auch die Anordnung von Anlagenkomponen-

ten.

Abweichungen die eine Änderung des Genehmigungsstands erforderlich machen, wie z.B. Abwei-

chungen von den immissionsschutzrechtlichen Vorgaben, sind nicht zulässig.

4.2. Kurzbeschreibung der Anlagentechnik

[Seite 18]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 17 von 59

Mit einem an das Gasfassungssystem anzuschließenden und in der Anlage untergebrachten Deponie-

gasverdichter wird das anfallende Deponiegas durch Erzeugung eines Unterdrucks aktiv aus dem De-

poniekörper abgesaugt. In der druckseitig angeschlossenen Schwachgasfackel wird das zu entsor-

gende Deponiegas mit einem Mindestmethangehalt von 12,0 Vol.-% bei hohen Temperaturen von ≥

1.000°C und bei einer definierten Verweilzeit von ≥ 0,3 s kontrolliert und umweltgerecht verbrannt

bzw. abgefackelt.

Der Gasverdichter wird saug- und druckseitig mit ATEX-zugelassenen Flammendurchschlagsicherun-

gen versehen. Zur Schnellabschaltung der Gasversorgung dienen elektrische oder pneumatische

Schnellschlussarmaturen.

Auf der Saugseite des Gasverdichters ist ein Demister anzuordnen, welcher der Ausschleusung des

restlichen, in den Gasleitungen anfallenden, Kondensatwassers dient.

Für den Startprozess im Schwachgasmodus sind zwei redundant geschaltete Propangasflaschen

(11kg-Flasche) mit Druckregler und -anzeige in einer belüfteten Einhausung, unter Beachtung und An-

wendung der Maßgaben der TRGS 510, vorzusehen.

Zur Reduzierung von Wärmeverlusten, d.h. zur Aufrechterhaltung einer autothermen Verbrennung auch

bei Schwachgasbedingungen, ist die Brennkammer, als auch der Fackelkamin, mit einer keramischen

Auskleidung zur Reduzierung von Wärmeverlusten zu versehen.

Um für die Verbrennung des Deponiegases bei variierenden Methangehalten eine stets optimale Ver-

brennungsluftzuführung zu gewährleisten, ist die Anlage zudem mit einem regelbaren Verbrennungs-

luftgebläse auszurüsten.

Unterhalb der Fackelkaminmündung sind zwei Abgasmessstellen DN80, um 90° versetzt gem.

DIN EN 15259, vorzusehen, deren Stutzen mit Blindflanschen verschlossen werden. Nach der Norm

muss die Messstrecke mindestens fünf hydraulische Durchmesser vor der Messung und zwei hydrauli-

sche Durchmesser danach liegen, wobei eine Gesamtstrecke von mindestens fünf hydraulischen

Durchmessern bis zum Ende des Kanals erforderlich ist.

Einen weiteren Abgang erhält der Fackelkamin für die Auskopplung heißen Abgases. Das heiße Ab-

gas wird mittels eines neben dem Fußteil des Fackelkörpers anzuordnendes Heißgasgebläse über

Heißgasleitungen über einen Abgas-Wärmeübertrager gefördert. Druckseitig wird das abgekühlte Ab-

gas über einen Abgaskamin, mit einer Bauhöhe gleich dem des Fackelkamins, in die freie Atmosphäre

abgeführt. Optional ist eine Rückleitung des Abgases in den Fackelkamin möglich.

Die Fackelanlage ist mit einer Einrichtung zur Wärmeauskopplung auszuführen, die dazu dienen soll

die fehlende Wärmeleistung des Bestands-BHKW auszugleichen. Die im Abgas der Schwachgasfackel

enthaltene Wärme ist über einen im Abgasweg angeordneten Abgas-/Wasser-Wärmetauscher auf ei-

nen geschlossenen Zwischenwärmekreis zu übertragen. Der Zwischenwärmekreis führt das erwärmte

Heizmedium vom Abgas-/Wasser-Wärmetauscher zum Wasser-/Wasser-Übergabewärmetauscher am

[Seite 19]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 18 von 59

Anschlusspunkt des Nahwärmenetzes und ist als vollständig geschlossenes, druckhaltendes System

auszuführen.

Der Abgas-/Wasser-Wärmetauscher ist auf die Abgasparameter der Schwachgasfackel (Abgasvolu-

menstrom, Eintrittstemperatur, Zusammensetzung) auszulegen. Abgasseitig sind korrosionsbeständige

Werkstoffe (mindestens Edelstahl 1.4571 oder gleichwertig) einzusetzen, die für die im Schwachgasab-

gas zu erwartenden Bestandteile geeignet sind. Der Wärmetauscher ist reinigungs- und revisionsfähig

auszuführen (Revisionsöffnungen bzw. ziehbares Rohrbündel) und abgasseitig mit Kondensatablauf zu

versehen. Die Abgasaustrittstemperatur ist so zu führen, dass ein dauerhaftes Unterschreiten des Säu-

retaupunktes vermieden wird; erforderlichenfalls ist die ausgekoppelte Leistung über die Regelung zu

begrenzen.

Der Zwischenwärmekreis ist frostsicher auszuführen. Als Wärmeträger ist ein entkalziuminisiertes Was-

ser mit Frostschutz bis mindestens –25 °C und mit Korrosionsinhibitoren vorzusehen. Sämtliche Anla-

genteile, Armaturen, Dichtungen, Pumpen und Wärmetauscher sind für den gewählten Wärmeträger

geeignet auszuwählen. Die Korrektur von Wärmeleistung, Volumenstrom und Druckverlust infolge des

Glykolanteils ist in der Auslegung zu berücksichtigen. Frostschutzgrad, Inhibitorgehalt und pH-Wert sind

bei der Inbetriebnahme zu messen und im Abnahmeprotokoll zu dokumentieren.

Ergänzend sind im Freien bzw. in frostgefährdeten Bereichen verlegte Leitungsabschnitte, Armaturen,

Messstellen und der Übergabewärmetauscher mit einer selbstregelnden, thermostatisch gesteuerten

elektrischen Begleitheizung unter der Dämmung auszurüsten. Die Begleitheizung ist an die Elektrover-

sorgung der Fackelanlage anzuschließen, abzusichern und mit Störmeldung auf die übergeordnete Leit-

technik aufzuschalten.

Das erdverlegte Wärmeauskopplungsrohr aus LOS1 zwischen Fackelanlage und Übergabestelle wird

als vorgedämmtes Kunststoffmantelrohr (Vor- und Rücklauf) mit frostfreier Überdeckung verlegt; Muffen

und Übergänge auf die oberirdische Verrohrung sind wasser- und dampfdicht auszuführen.

Zur Entkopplung von Wärmeanfall und Wärmeabnahme sowie zur Regelung einer gleichmäßigen Über-

gabetemperatur an das Nahwärmenetz ist im Zwischenwärmekreis ein Pufferspeicher bzw. eine hyd-

raulische Weiche vorzusehen. Der Nutzinhalt ist vom AN auf die Auskopplungsleistung und das Last-

profil des Nahwärmenetzes auszulegen. Der Speicher ist für den Wärmeträger und die Druckstufe des

Zwischenwärmekreises geeignet auszuwählen, mit mehreren über die Bauhöhe verteilten Temperatur-

fühlern, Entlüftung, Entleerung sowie vollständiger, witterungs- und UV-beständiger Dämmung auszu-

führen.

Die Übergabe an das Nahwärmenetz erfolgt über einen Wasser-/Wasser-Wärmetauscher (Plattenwär-

metauscher) zur hydraulischen Systemtrennung zwischen Zwischenwärmekreis und Nahwärmenetz.

Der Übergabewärmetauscher ist am Anschlusspunkt an das Nahwärmenetz aufzustellen, anzuschlie-

ßen, vollständig zu dämmen und frostsicher auszuführen; die Dämmung ist witterungs- und UV-

beständig mit Blechummantelung auszuführen.

[Seite 20]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 19 von 59

Die Auslegung erfolgt auf folgende Parameter (Werte gemäß Anlage/Datenblatt, vom Auftraggeber vor-

zugeben):

• Vorlauftemperatur Nahwärmenetz: 90 °C

• Rücklauftemperatur Nahwärmenetz: ≈ 70 °C

• Vorlauftemperatur Zwischenwärmekreis Nach Auslegung des AN

• Rücklauftemperatur Zwischenwärmekreis: Nach Auslegung des AN

• Auslegungsleistung der Wärmeauskopplung: 90-125 kW

• Druckstufe / zulässiger Betriebsdruck: 2,0-2,5 bar (mindestens PN 16)

Der Übergabewärmetauscher ist beidseitig absperrbar, entleerbar und entlüftbar auszuführen sowie mit

Sicherheitseinrichtungen, Schmutzfänger und geeichtem Wärmemengenzähler (MID-konform, mit Im-

puls-/Busausgang) auszurüsten. Für die Reinigung bzw. den Plattentausch ist ausreichend Freiraum

vorzusehen.

Der Zwischenwärmekreis ist mit einer vollständigen Druckhaltung sowie mit allen erforderlichen Sicher-

heits- und Überwachungseinrichtungen nach DIN EN 12828 auszurüsten. Zum Lieferumfang gehören

mindestens:

• Membran-Druckausdehnungsgefäß zum Druckausgleich, ausgelegt auf Anlageninhalt, Tem-

peraturspreizung und Wärmeträger, mit Kappenventil und Entleerung

• Sicherheitsventil mit Abblaseleitung und Auffangbehälter

• Manometer und Thermometer in Vor- und Rücklauf, jeweils vor und nach den Wärmetau-

schern

• elektronische Drucküberwachung mit Minimal- und Maximaldruckwächter; Druckabfall (Le-

ckage) und Drucküberschreitung führen zu Störmeldung und Notabschaltung der Wärmeaus-

kopplung

• Wassermangelsicherung bzw. Strömungswächter zum Schutz des Abgas-/Wasser-Wärme-

tauschers vor Trockenlauf und lokaler Überhitzung

• Temperaturüberwachung mit Sicherheitstemperaturbegrenzer (STB) im Vorlauf des Abgas-

/Wasser-Wärmetauschers

• automatische Schnellentlüfter an den Hochpunkten, Entleerungen an den Tiefpunkten sowie

eine Befüll- und Nachspeiseeinrichtung für das Wasser-Glykol-Gemisch mit Systemtrennung

• Schmutzfänger vor den zwei Umwälzpumpen und Wärmetauschern

[Seite 21]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 20 von 59

Beim Ansprechen einer Sicherheitseinrichtung ist die Wärmeauskopplung selbsttätig abzuschalten (No-

tabschaltung) und die Anlage in den sicheren Zustand zu überführen. Der Fackelbetrieb muss hiervon

unbeeinflusst bleiben und über Notkühlung bzw. Abgasbypass uneingeschränkt weiterlaufen können.

Zur Umwälzung des Wärmeträgers im Zwischenwärmekreis zwischen Abgas-/Wasser-Wärmetauscher

und Übergabewärmetauscher sind zwei Umwälzpumpen zu liefern, zu montieren und betriebsfertig an-

zuschließen. Eine soll vor dem Pufferspeicher und eine hinter dem Pufferspeicher installiert werden. Die

Pumpen sind als trockenlaufsichere Kreiselpumpe mit drehzahlgeregeltem Hocheffizienzmotor (Effizi-

enzklasse IE5, integrierter Frequenzumrichter) auszuführen und für die auftretenden Betriebstempera-

turen, den Wärmeträger sowie die Druckstufe des Zwischenwärmekreises geeignet zu wählen. Die

Pumpen sind absperrbar einzubinden, mit Rückflussverhinderer auszurüsten und über die Fackelsteu-

erung anzusteuern; Betriebs- und Störmeldungen sind auf die Leittechnik aufzuschalten.

Die Regelung der Wärmeauskopplung ist in die Fackelsteuerung zu integrieren. Die Übergabetempera-

tur an das Nahwärmenetz ist über Pufferspeicher bzw. hydraulische Weiche, die drehzahlgeregelte Um-

wälzpumpe und ein Regelventil auf den geforderten Sollwert zu regeln.

Der sichere Fackelbetrieb hat Vorrang: Bei Störung, Stillstand oder unzureichender Wärmeabnahme

des Nahwärmenetzes muss die Fackel uneingeschränkt weiterbetrieben werden können (Notkühlung

bzw. Abgasbypass). Alle Betriebs-, Mess- und Störmeldungen der Wärmeauskopplung – insbesondere

Druck, Temperaturen, Volumenstrom, Wärmemenge, Pumpenstatus, Begleitheizung und Ansprechen

der Sicherheitseinrichtungen – sind auf die übergeordnete Leittechnik aufzuschalten und dort zu archi-

vieren.

Die Steuerung der gesamten Schwachgasfackelanlage erfolgt vollautomatisch über einer in einem

Schaltschrank innerhalb des Containers installierten speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) und

weiterer steuer- und regelungstechnischer Bauteile wie Frequenz- und Messumformer, Schaltrelais

usw., welche mit den zu installierenden Mess- und Regelelementen schalt-, steuerungs- und elektro-

technisch zu verbinden sind. Auf einem im Schaltraum montierten Display mit Berührungsfunktion

können Steuerbefehle eingegeben und Regelparameter verändert werden.

Die Steuerung und Regelung der Wärmeauskopplung ist vollständig in die SPS der Fackelanlage zu

integrieren; eine eigenständige Steuerung ist nicht vorgesehen. Sämtliche Mess-, Steuer- und Re-

gelelemente des Zwischenwärmekreises sind schalt-, steuerungs- und elektrotechnisch an die SPS

anzubinden und auf dem Touch-Display zu visualisieren.

Mindestens folgende Messgrößen sind zu erfassen und aufzuzeichnen:

• Abgastemperatur vor und nach dem Abgas-/Wasser-Wärmetauscher

• Vor- und Rücklauftemperatur des Zwischenwärmekreises am Abgas-/Wasser-Wärmetauscher

sowie am Wasser-/Wasser-Übergabewärmetauscher

[Seite 22]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 21 von 59

• Vor- und Rücklauftemperatur netzseitig am Übergabewärmetauscher

• Volumenstrom im Zwischenwärmekreis einschließlich Wärmemengenerfassung

• Anlagendruck im Zwischenwärmekreis mit Minimal- und Maximaldruckwächter

• Betriebs-, Stör- und Drehzahlrückmeldung der Umwälzpumpe

Eine Störung der Wärmeauskopplung darf nicht zur Abschaltung der Fackel führen.

Die Analyse des Deponiegases auf die Hauptparameter CH , CO und O erfolgt innerhalb der Gas- 4 2 2

verdichterstation vor dem Eintritt in den Gasverdichter („saugseitig“) mittels Messgasentnahmeleitung

und einer in einem Schaltschrank untergebrachten Deponiegasanalyseeinheit. Die Gasanalysenwerte

sind kontinuierlich anzuzeigen und in der Prozessleittechnik (PLS) aufzuzeichnen. Die Sicherheits-

gasanalyse besteht aus einem CH -und einem CO Messeinschub sowie zwei redundant geschalteten 4 2

O -Messeinschüben mit Grenzwertschaltung. 2

Das Zusammenwirken der o.g. Komponenten ist im Detaillageplan in Anlage 6.1 und 6.2 bzw. im R&I-

Fließschema in Anlage 7 nachzuvollziehen.

4.3. Technische Parameter

Auf Grundlage der für den Standort der Deponie erstellten Potentialanalyse i.V. mit den bei der zu-

ständigen Behörde angezeigten Anlagenparametern ergeben sich für die Auslegung der Anlagentech-

nik folgende technische Leistungsparameter bzw. folgende Dimensionierungen:

Auslegungsparameter Schwachgasfackel:

• thermische Verbrennungsleistung: 50-500 kW th

• thermischer Regelbereich: rd. 1:10

• Mindestmethangehalt DG: rd. 12,0 Vol.-%

• Brennraumtemperatur: ≥ 1.000 °C

• Kaminbauhöhe: ≥ 6,00 m ü. GOK

Auslegungsparameter Gasförderaggregat / Gasverdichterstation:

• Gasförderaggregat: Drehkolben- oder Seitenkanalverdichter

• Deponiegasvolumenstrom: 40 - 200 m³/h (Gesamtabsaugmenge)

• max. Druckdifferenz: ≤ 250 mbar

[Seite 23]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 22 von 59

Die konstruktive Auslegung der Schwachgasfackelanlage, wie insbesondere Fackeldurchmesser und

Stärke der Isolierung, ist durch den Hersteller für den geplanten Einsatzzweck und Leistungsbereich

abschließend festzulegen. Gleiches trifft auf die Dimensionierung des Abgaswärmeübertragers bzw.

der Heizkreislaufpumpe zu.

Die Bau- / Ableithöhe des Fackelkamins beträgt 6,0 m üGOK. Eine Prinzipdarstellung der Anlagenan-

ordnung ist in Anlage 5 enthalten.

Die detaillierte Auslegung von Rohrleitungen und Bauteilen unter Berücksichtigung des geplanten

Leistungsbereiches der Anlage und unter Berücksichtigung und Anwendung der in den nachfolgenden

Kapiteln enthaltenen technischen Anforderungen und Spezifizierungen obliegt dem Auftragnehmer.

Durch Wahl geeigneter sicherheitstechnischer Armaturen in den Rohrleitungen der Wärmeauskopp-

lung ist zu gewährleisten, dass bei Ausfall der Wärmeauskopplung (d.h. Abgasgebläse, Heizkreislauf-

pumpe) die Deponiegasentsorgung über die Schwachgasfackelanlage weiterhin sichergestellt ist.

4.4. Immissionsschutzrechtliche Anforderungen

Allgemeines

Bei der Deponiegasverbrennung in der Schwachgasfackelanlage sind die allgemeinen Anforderungen

zur Emissionsbegrenzung der TA-Luft (2021) sowie der TA-Lärm (1998) einzuhalten.

Luftreinhaltung

Die Anlage ist derart auszulegen, zu errichten und zu betreiben, dass unabhängig von der Auslastung

(d.h. unabhängig von der Feuerungswärmeleistung und dem Methangehalt im Deponiegas) bei der

Verbrennung des am Standort der Deponie anfallenden Deponiegases nach Stand der Technik fol-

gende Emissionsgrenzwerte stets eingehalten werden:

Parameter Einheit Emissionsgrenzwert

• Benzol / Vinylchlorid mg/m³ 1

• Fluor inkl. seiner gasförmigen Verbindungen, mg/m³ 3

angegeben als Fluorwasserstoff

• gasförmige anorganische Chlorverbindungen, mg/m³ 30

angegeben als Chlorwasserstoff

• Kohlenmonoxid mg/m³ 100

• Schwefeloxide (Schwefeldioxid und -trioxid), mg/m³ 350

[Seite 24]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 23 von 59

angegeben als Schwefeldioxid

• Stickstoffoxide (Stickstoffmonoxid und -dioxid), mg/m³ 350

angegeben als Stickstoffdioxid

Die Ausleitung der Abgase in die freie Atmosphäre soll in 6,0 m üGOK erfolgen.

Lärmschutz

Durch den Anlagenhersteller ist sicherzustellen, dass die Vorgaben gemäß TA Lärm (1998) eingehal-

ten werden. Die Anlage ist nach dem Stand der Schallminderungstechnik auszulegen.

Der Schallleistungspegel der zum Einsatz kommenden Schwachgasbehandlungsanlage darf maximal

100 dB(A) betragen.

Zur Sicherstellung des Grenzwertes der auf dem Betriebsgelände der Deponie zu errichtenden Anlage

ist der Innenraum des Containers mit einer Schallschutzisolation (Dicke mind. 60 mm) und Loch-

blechabdeckung auszukleiden.

Zudem sind Lüftungskanäle, Gebläse und sonstige lärmverursachende Geräte außerhalb des Contai-

ners mit Schalldämmung auszuführen bzw. in Schallschutzhauben o.dgl. unterzubringen.

4.5. Sicherheitstechnik / Explosionsschutz

4.6. Gerätekategorie

Es muss gewährleistet werden, dass es innerhalb der Rohrleitungen der Anlage bereits aufgrund ver-

fahrenstechnischer Vorkehrungen nicht zu einer Ausbildung von explosiven Gemischen kommen kann.

Alternativ sind sämtliche in den deponiegasführenden Rohrleitungen verbauten Vorrichtungen (z.B. Ab-

sperrklappen mit elektr. Antrieb) in Gerätekategorie 3 gemäß ATEX-Richtlinie 2014/34/EU auszuführen.

Die Anlagenkonzeption, insbesondere bezüglich der den Explosionsschutz betreffenden Belange, ist

mit einem gem. §29a BImSchG anerkannten Sachverständigen abzustimmen.

4.7. Sicherheitsgasanalyse

Die innerhalb der Gasverdichterstation einzusetzende Gasanalyse soll die Methan-, Kohlendioxid- und

Sauerstoffgehalte kontinuierlich messen, anzeigen und bzgl. des Parameters Sauerstoff überwachen.

Sämtliche Messwerte sind zudem in der Prozessleittechnik kontinuierlich aufzuzeichnen.

[Seite 25]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 24 von 59

Der Sauerstoffmesswert wird zur sicherheitstechnischen Anlagenüberwachung benötigt. Aus diesem

Grund ist die Sauerstoffanalyse redundant auszuführen, d.h. dass in der Sicherheitsgasanalyse zwei

Sauerstoffanalysen vorzusehen sind. Um zu vermeiden, dass es zum Transport explosiver Gasgemi-

sche innerhalb der Rohrleitungen kommt, wird bei Überschreitung eines festgelegten Sauerstoffgehal-

tes die gesamte Anlage abgeschaltet und automatisch in einen sicheren Zustand gefahren.

Durch den Auftragnehmer sind in der Sicherheitsgasanalyse folgende Schwellenwerte einzustellen:

•  3 Vol.-% O : Voralarm → Warnanzeige auf dem Prozessleitsystem 2

•  6 Vol.-% O : Hauptalarm → Abschaltung Anlage und Absendung einer Störmeldung 2

Die Analysegeräte für die Bestimmung des saugseitigen CH - und O -Gehaltes müssen eine 4 2

MEWAGG-Zulassung o.glw. besitzen. Des Weiteren sind für die Ausführung der in einem geschlosse-

nen Gasanalysenschrank unterzubringenden Gasanalyseeinheit folgende Vorgaben bzw. Komponen-

ten zu berücksichtigen bzw. mit vorzusehen:

• Querlüftung

• Schaltschrankheizung

• Raumluftüberwachung (falls keine Zwangslüftung mit Luftstromüberwachung)

• Deflagrationssicherung

• Messgaspumpe, Feinfilter, Messgasentnahme- und Messgasrückführungsleitung

• Durchflusskontrolle Messgas

• 2 x O -Analysator (paramagnetisch) im Messbereich von 0 bis max. 21 Vol.-% 2

• CH - und CO -Analysator (infrarot) im Messbereich von 0 bis max. 80 Vol.-% 4 2

• Anzeige und Quittiermöglichkeit von Störungsmeldung auf Frontplatte

• Kalibriervorrichtung mit hardwaremäßiger Verbindung zur Schaltanlage

• Zertifizierung „Funktionsgeprüftes Gaswarngerät gemäß BG RCI“ (Projektgruppe MEWAGG)

oder glw.

• Einbindung in Not-Aus-Kette inkl. Ansteuerung Zwangsbelüftung sowie Blinkleuchte und Hupe

Der Kalibriervorgang wird im Rahmen von Wartungen / Befahrungen durchgeführt. Kalibriergase wer-

den durch die Wartungsfirma im Rahmen von Wartungstätigkeiten bereitgestellt.

[Seite 26]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 25 von 59

Die Kalibrierschaltung der Gasanalyse ist so auszuführen, dass während des Kalibriervorgangs der

sicherheitsrelevanten Analysen durch Überschreitung der Alarmwerte die Gesamtanlage nicht auf Stö-

rung geht. Die Kalibrierschaltung ist zeitlich einstellbar zu begrenzen.

Nach dem Durchlaufen der Analyseeinheit wird das Messgas in die Deponiegasleitung zurückgeführt.

Geeignete Druckminderer und Anschlussschläuche für den betriebsfertigen Einsatz der Prüfgasfla-

schen sind durch den Anlagenhersteller mitzuliefern.

4.8. Raumluftüberwachung

Im Maschinenraum werden Fernmessköpfe mit Prüfvorsatz (min. 1 St. über dem Gasverdichteraggre-

gat und 1 St. im Bereich der Analyseeinheit) angebracht.

Die CH -Raumluftüberwachung ist insbesondere wie folgt zu konzipieren: 4

• ex-geschützte Fernmessköpfe mit Prüfvorsatz

• zwei einstellbare Alarmschwellen (z.B. 20% UEG / 40% UEG)

• separate Quittiermöglichkeit an Auswerteeinheit

• Einbindung in Not-Aus-Kette, Ansteuerung ex-geschützte Zwangsbelüftung bzw. Blinkleuchte

und Hupe

• Zertifizierung „Funktionsgeprüftes Gaswarngerät gemäß BG RCI“ (Projektgruppe MEWAGG) o.

gleichwertig

Die Verschaltung mit der Raumluftüberwachung (d.h. Auswerteeinheit der Raumluftmesssonden)

muss außerhalb des Containers erfolgen.

Sollte ein Gasalarm anstehen, muss dies durch außen am Container angebrachte optische / akusti-

sche Alarmierungen signalisiert werden.

Analog zur Sicherheitsgasanalyse ist die Kalibrierschaltung der Raumluftüberwachung, welche im

Rahmen der Überprüfung der Fernmessköpfe aktiviert wird, so auszuführen, dass durch den Kalibrier-

vorgang keine Störung der Gesamtanlage hervorgerufen wird. Die hierfür notwendige Kalibrierschal-

tung muss zeitlich begrenzt sein, so dass eine automatische Aufhebung der Sperrung von Alarm-

grenzwerten erfolgt.

4.9. Ausblasebetrieb

Der Ausblasebetrieb dient der Entlüftung der saugseitigen Deponiegasleitung vor dem Anfahren der

Schwachgasfackelanlage bei Vorliegen eines explosiven Gasgemisches durch „kaltes Ausblasen“

[Seite 27]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 26 von 59

über den Fackelkamin. Die Auslösung erfolgt ausschließlich über hardwaremäßige Verbindungen in

der Schaltanlage. Während des Ausblasevorganges ist der Start der Fackelanlage nicht möglich. Die-

ser Betriebsvorgang ist nur bei einer Brennraumtemperatur < 200°C zulässig und mittels entsprechen-

der einstellbarer Sollwertvorgaben in der SPS (z.B. 30 Minuten) zeitlich zu begrenzen.

4.10. Explosionsschutzdokument

Durch den AN ist für die zu errichtende Schwachgasfackelanlage inkl. Nebeneinrichtungen ein Explo-

sionsschutzdokument zu erstellen.

Bei der Erstellung der Unterlage sind u.a. folgende Gesetze, Verordnungen und Richtlinien etc. zu be-

rücksichtigen:

• § 3 u. § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

• § 6 Abs. 9 u. § 11 sowie Anhang I Nr. 1 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)

• § 9 u. Anhang 2 Abschnitt 3 Nr. 5.1 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

• § 3 DGUV Vorschrift 1

• TRGS 721

• DGUV Information 213-106

Das Dokument soll Aussagen zu Tätigkeiten im Normalbetrieb sowie im Reparatur- und Wartungsbe-

trieb, einschl. der Ermittlung möglicher Maßnahmen zum Arbeitsschutz enthalten.

4.11. Weitere explosionsschutztechnische Anforderungen

Im Folgenden werden weitere aus sicherheits- und explosionsschutztechnischen Gründen erforderli-

che technische Einrichtungen benannt, welche in die Anlagenkonfiguration zu integrieren bzw. bei der

Auslegung zu berücksichtigen sind:

• Saug- und druckseitige Deflagrationssicherungen (vor / hinter dem Gasverdichter)

• Not-Aus-Schalter an Außenwand im Zugangsbereich Maschinenraum des Anlagencontainers,

innerhalb des Maschinen- und Schaltraums, jeweils mit Einbindung in die Not-Aus-Kette sowie

im Bereich Schwachgasfackel

• Druckstoßfeste Ausführung der Rohrleitungen, Flansche etc.

• Handabsperrklappe für Deponiegaszufuhr an Außenflansch des Anlagencontainers

[Seite 28]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 27 von 59

Die vorgenannten Komponenten sind ebenfalls im Zuge der Erstellung von Werkszeichnungen, R&I-

Schemata etc. mit zu berücksichtigen.

Bei Gasalarm bzw. Auslösen der Raumluftüberwachung sind sämtliche nicht ex-geschützte Verbrau-

cher stromlos zu schalten.

4.12. Betriebliche Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Für die Regelung, Steuerung, Signalverarbeitung und Datenaufzeichnung ist die Deponiegasverdich-

ter- und Schwachgasfackelanlage mit einer entsprechenden Steuerung und Prozessleittechnik auszu-

statten.

Alle für den Betrieb der Anlagenkomponenten benötigten elektrotechnischen Bauteile (z.B. SPS, Aus-

werteeinheit der Raumluftüberwachung, Sicherungen, Relais, Messumformer, Trennschaltverstärker,

Frequenzumformer, Regelung des Zuluftgebläses etc.) sind in Schaltschränken zu installieren und be-

triebsfertig an die jeweiligen Komponenten anzuschließen.

Weiterhin gehört zu den Mess- und Regeleinrichtungen eine für den Anwendungsfall geeignete Durch-

flussmessung, welche für den angegebenen Leistungsbereich ausgelegt ist. Die Durchflussmessung

dient als Regelgröße (Sollwertvorgabe) für die Volumenstromeinstellung der Verdichteranlage.

Für den Fall des Ausfalls der Durchflussmessung muss über eine manuelle Regelmöglichkeit der Ver-

dichter bzw. die Gesamtanlage weiterhin betrieben werden können. Diese Sollwertvorgabe soll dann

direkt über die Frequenz des Verdichters erfolgen. Alle mit der Durchflussmessung verbundenen Re-

gelungseinrichtungen und Klappen etc. müssen dann entsprechend ebenfalls manuell einstellbar sein.

Für die Schwachgasfackelanlage ist im Weiteren ein Prozessleitsystem (PLS) zu installieren, in dem

alle Funktionalitäten, Messdaten und Sollwertvorgaben der Anlage über ein Kontroll- und Schaltsche-

mata (Software-Visualisierung auf einem Panel-PC) dargestellt werden.

Alle wesentlichen Steuer- und Regelparameter müssen hier eingestellt werden können. Zusätzlich

wird die Möglichkeit von Start / Stop / Reset über das PLS vorgesehen.

Wichtige Betriebsmesswerte (z.B. Gasanalysenwerte, Brennraumtemperatur, Saug- und Förderdruck,

Durchflussmenge, elektr. Energiebedarf etc.) sind mittels eines Datenaufzeichnungssystems kontinu-

ierlich registrierend abzuspeichern und müssen für die Auswertung des Anlagenbetriebes zur Verfü-

gung gestellt werden können.

4.13. Prozessleitsystem

Das Prozessleitsystem (PLS) übernimmt die Anzeige, Auswertung, Protokollierung und Archivierung

der Betriebsdaten der gesamten Anlage. Durch die Visualisierung der einzelnen Prozessabläufe an

[Seite 29]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 28 von 59

einem Panel-PC inkl. Display mit Berührungsfunktion ist es möglich, einen schnellen Überblick über

den Anlagenzustand zu erhalten, Störmeldungen zu quittieren und notwendige Steuerbefehle vor Ort

einzugeben.

Die Darstellung / Anzeige folgender wesentlicher Parameter erfolgt als Momentanwert auf einem oder

mehreren Übersichtsschemata auf dem PLS:

• Gasanalyseparameter 2 x O , CH , CO 2 4 2

• Brennraumtemperatur

• Deponiegasvolumenstrom / Leistung Deponiegasverdichter (prozentual oder als Frequenz)

• Saug- und Förderdruck

• Gastemperatur, saug- und druckseitig

• Volumenstrom / Leistung Verbrennungsluftgebläse

• Druck Propan / Füllstand Propan (berechnet)

• Strombedarf / -verbrauch

• Betriebsstunden Verdichter

• Abgasgebläseleistung

• Temperatur vor und nach Abgaswärmeübertrager

• Temperaturen des Heizkreislaufmediums

• Leistung Heizkreislaufpumpe

• Wärmemenge

Im Übersichtsschema des PLS sind die Klappenstellungen und der Betriebszustand wesentlicher Ar-

maturen sowie der Gesamtanlage („Startprozedur“, „in/außer Betrieb“, „Kaltes Ausblasen“) mit darge-

stellt. Der Verlauf der o.g. Werte über einen einstellbaren Zeitraum kann in einer Diagrammansicht

nachvollzogen werden. Zudem werden alle Daten auf dem Prozessrechner gesammelt und in regelmä-

ßigen Abständen in einem „elektronischen Tagebuch“ mind. 5 Jahre gespeichert, von dem sie dann in

regelmäßigen Abständen abgerufen werden können.

Alle Daten sollen auf dem Prozessleitrechner mindestens als „Stundenmittelwerte“ bzw. „Stundensum-

menwerte“ registriert, gesammelt und als CSV- oder MS Excel-kompatible Datei derart gespeichert wer-

den, dass die Daten über das DFÜ-System abrufbar sind.

Im Folgenden werden die wesentlichen Steuerfunktionen des Prozessleitsystems aufgeführt:

[Seite 30]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 29 von 59

• Automatische und manuelle Startfunktionen / Anlagenstart mit Propanvorerhitzung

• Anlagenstart im Betriebsmodus „kaltes Ausblasen“ mit zeitl. Begrenzung

• Einstellen von Sollwertvorgaben, u.a. Leistung Deponiegasverdichter, Leistung weiterer Ge-

bläse

• Einstellbare Regelung der Anlage: Deponiegasmenge / Feuerungswärmeleistung

4.14. Störmeldung / Vor- und Hauptalarme

Stör-, Warn- sowie Vor- und Hauptalarmmeldungen werden in der Störungsliste im PLS angezeigt bzw.

registriert, mithilfe derer Rückschlüsse auf Ursachen von Störungen gezogen werden können.

Der Anlagenzustand bei Störungs- bzw. Haupt-Alarmmeldung ist wie folgt definiert:

• Schnellschlussventile sind stromlos geschlossen. Inbetriebsetzung einer optischen und akusti-

schen Signalhupe bei Hauptalarm Not-Aus-Kette

• zusätzliche Inbetriebsetzung des Ex-Lüfters bei einer gastechnischen Störung bzw. Alarmmel-

dung

Bei Auslösen der vorgenannten Hauptalarme sowie bei Ausfall der Energieversorgung für die Anlagen-

und Steuertechnik muss mit Hilfe der SPS die Gesamtanlage in einen sicheren Betriebszustand gefah-

ren werden, indem insbesondere die elektrischen Sicherheitsschnellschlussarmaturen selbsttätig in

eine geschlossene Stellung gebracht werden.

Zudem wird mithilfe eines einzurichtenden Störmeldesystems eine Nachricht (SMS, E-Mail) an einen zu

vereinbarenden Teilnehmer abgesetzt. Letzteres geschieht über die Komponenten der Fernwirktechnik.

Einhergehend mit den folgenden Störungen bzw. Alarmmeldungen erfolgt eine vollautomatische Ab-

schaltung der Schwachgasfackelanlage:

• externes Signal „Aus“

• Grenzwertüberschreitung des

o Hauptalarms der Raumluftüberwachung

o Hauptalarms des Gasanalysesystems

• Störung / Unterbrechung der Stromversorgung

• Über- / Unterschreitung des max. / min. Saug- und Förderdrucks

• Gastemperaturüberwachung bzw. Temperaturüberwachung der Deflagrationssicherungen

• Überschreitung der max. zul. Zeitspanne für den Betriebsmodus „kaltes Ausblasen“

[Seite 31]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 30 von 59

Folgende Stör- bzw. Warnmeldungen werden in der Störungsliste aufgeführt, führen jedoch nicht zu

einer Abschaltung der Anlage:

• Voralarm Raumluftüberwachung

Die Möglichkeit der Quittierung der Alarm- / Störmeldungen über das PLS ist mit vorzusehen.

Zur Aufrechterhaltung der Alarmierungsfunktion ist insbes. für die Fernwirktechnik eine unterbre-

chungsfreie Stromversorgung (USV) gem. EN 62040 inkl. Batterie mit min. 7 Ah einzusetzen.

4.15. Fernwirktechnik

Das Leitsystem der Schwachgasfackelanlage ist mit einem Fernüberwachungs- und Fernsteuerungs-

system inkl. Zugriff auf die Schaltschemata und Datenprotokollierung auszustatten.

Dazu ist auf dem Prozessleitrechner die Ferneinwahlsoftware „TeamViewer“ und „AnyDesk“ (o.

vglb.) als Hostversion zu installieren. Durch die Datenfernübertragung sollen jederzeit die Prozessab-

läufe abgefragt und beeinflusst sowie die protokollierten Daten abgerufen werden können. Des Weite-

ren muss ein Download der aufgezeichneten Daten durch den AG aus der Ferne zu ermöglichen.

Hierfür ist die Ferneinwahl der Leitrechner mit einem 5G-Router einschl. Außenantenne auszustatten

und einzurichten. Eine geeignete SIM-Karte zur Datenübertragung wird durch den AG zur Verfügung

gestellt.

4.16. Blitzschutz / Potenzialausgleich

Äußerer Blitzschutz

Die Ausführung der Blitzschutzanlage für die Schwachgasfackelanlage muss mit Ableitungen inkl.

Verbindung zum Erdungssystem gemäß DIN EN 62 305 (VDE 0185) erfolgen.

Die Auslegung eines für die Anlagentechnik ausreichenden Erdungssystems ist herstellerspezifisch

und entsprechend durch den jeweiligen Anlagenhersteller im Rahmen der Errichtung der Gründung /

Fundamentierung der Anlage mit zu berücksichtigen.

Der ausreichende Blitzschutz der gesamten Anlage ist mittels eines Prüfprotokolls nachzuweisen.

[Seite 32]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 31 von 59

Innerer Blitzschutz

Ein ausreichender Blitzschutz und Potenzialausgleich für die installierten technischen Anlagen inner-

halb und außerhalb der Schwachgasfackelanlage einschl. aller erforderlichen Nebeneinrichtungen ist

durch den Auftragnehmer zu gewährleisten.

4.17. Eingangsleitungen / Messstrecken

Ausgehend von der Schnittstelle S1 ist eine Eingangsleitung mit außenliegenden Anschlussstutzen

und Handabsperrklappen und innenliegender Messstrecke zu liefern und zu montieren. Bei der Ver-

wendung unterschiedlicher Materialien sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die eine Kontaktkor-

rosion verhindern.

Für die Abstützung der neuen Eingangsleitung inkl. Messstrecke ist ein geeignetes Profilstahlgerüst

zu liefern und zu montieren. Die zuvor genannte Leitung ist an zu montierende Traversen mit Rohrlei-

tungsschellen zu befestigen. Das Gerüst ist auf dem Boden zu verankern.

Ausgehend von der o.g. neuen Zwischenbauklappe für DN80 ist die Messstrecke mit folgenden Eigen-

schaften zu liefern und an die Eingangsleitungen zu montieren:

• Montage der Messstrecke (inkl. Eingangsleitung) in einem Gefälle von min. 1% in Richtung der

ankommenden Deponiegasleitung

• Messstrecke in den Eingangsleitung mit folgenden Eigenschaften:

• Baulänge ca. 0,50 m

• 1 St. 1“-Stutzen mit 1“-Kugelhahn für die Montage der Anemometereinführungen; nach oben

ausgerichtet

• 1 St. 1“ Stutzen mit Kugelhahn und Schnellschlusskupplung zur Gasmessung; nach oben

ausgerichtet

• Beidseitiger Flansch für DN50 zur Anbindung an die Zwischenbauklappe mit Schneckenradge-

triebe sowie zur Anbindung an die Eingangsleitung

Zudem ist die Eingangsleitung mit Flansch DN80 auszurüsten (1x innerhalb der GVS; 1x außerhalb

der GVS). Dies dient dazu, die Messstrecke z.B. für eine Kamerabefahrung leicht demontieren und

wiedermontieren zu können.

Die Eingangsleitung ist durch die Außenwand der GVS wetterfest und dicht zu führen.

Alle für die betriebsfertige Montage der o.g. Elemente erforderlichen Passstücke, Kleinteile, Ver-

schraubungen, Dichtungen etc. sind mit einzukalkulieren.

[Seite 33]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 32 von 59

4.18. Zugang / Ausgang / Schließsystem

Der Zugang / Ausgang des Containers muss von innen jederzeit ohne Hilfsmittel leicht zu öffnen sein

(z.B. Panikschloss).

Die Ausführung des Schließsystems erfolgt als Zylinderschloss. Das Schließsystem wird vom AG be-

reitgestellt.

4.19. Beleuchtung und Elektroinstallationen

Folgende Installationen sind mindestens vorzusehen:

Maschinenraum:

• 1 St. LED-Langleuchte, Lichtstrom min. 1.500 lm, Schutzklasse IP 54

• 1 St. Notleuchte, ex-geschützt, bei CH -Raumluftalarm erfolgt automatisches Ein- 4

schalten (nur Maschinenraum)

• 1 St. Schalter 10 A, 230 V AC mit je 1 Steckdose 2-polig und Schutzkontakt 16 A, 230

V, IP65

• 1 St. Not-Aus-Schalter; zus. 1 St. Not-Aus-Schalter im Bereich Schwachgasfackel

• 1 St. LED-Scheinwerfer (Insektenfreundliche Ausführung), Lichtstrom ≥ 2.500 lm,

breitstrahlend, IP66, Zeitgesteuert mit Taster im Außenbereich

Schaltraum:

• 1 St. LED-Langleuchte, Lichtstrom min. 1.500 lm, Schutzklasse IP 54

• 1 St. Notleuchte, ex-geschützt, bei CH -Raumluftalarm erfolgt automatisches Ein- 4

schalten (nur Maschinenraum)

• 1 St. Schalter 10 A, 230 V AC mit je 1 Steckdose 2-polig und Schutzkontakt 16 A, 230

V, IP65

• 1 St. Not-Aus-Schalter; zus. 1 St. Not-Aus-Schalter im Bereich Schwachgasfackel

• 1 St. LED-Scheinwerfer (Insektenfreundliche Ausführung), Lichtstrom ≥ 2.500 lm,

breitstrahlend, IP66, Zeitgesteuert mit Taster im Außenbereich

4.20. Lüftungstechnik und Beheizung

Folgende Installationen sind mindestens vorzusehen:

[Seite 34]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 33 von 59

Maschinenraum:

Be- und Entlüftung:

o 1 St. Axialventilator, ex-geschützt, strömungsüberwacht, geeignet für 10-fachen Luft-

wechsel pro Stunde im Maschinenraum

o 2 St. gegenüberliegend angeordnete Querlüftungsfenster mit Verschlussklappe, Wet-

terschutzgitter

Heizkörper:

o Rippenrohrheizkörper, ex-geschützt, Leistung min. 2 kWel mit Thermostatregelung,

für Beheizung im Bedarfsfall

Schaltraum:

Be- und Entlüftung:

o 1 St. Axialventilator, ex-geschützt, strömungsüberwacht, geeignet für 10-fachen Luft-

wechsel pro Stunde im Maschinenraum

o 2 St. gegenüberliegend angeordnete Querlüftungsfenster mit Verschlussklappe, Wet-

terschutzgitter

Heizkörper:

o Rippenrohrheizkörper, ex-geschützt, Leistung min. 2 kWel mit Thermostatregelung,

für Beheizung im Bedarfsfall

4.21. Brandschutz- / örtliche Erste-Hilfe-Einrichtung

Die folgenden Einrichtungen sind mit Haltevorrichtungen vorzusehen.

Maschinenraum:

• 1 St. 6 kg Pulverlöscher (Brandklasse ABC) gem. DIN EN 3-7

Schaltraum:

• 1 St. 6 kg Schaumlöscher (Brandklasse AB) gem. DIN EN 3-7

• 1 St. Betriebsverbandskasten gem. DIN EN 13157

4.22. Elektrotechnische Komponenten / Geräteanordnung

[Seite 35]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 34 von 59

Allgemeines:

Der Hersteller der Anlagentechnik hat die elektrischen Verbraucher, Geräte u. Bauteile im Bereich der

Schwachgasfackelanlage betriebsfertig zu verkabeln. Dazu gehören auch das Verlegen und Anschlie-

ßen aller Steuer-, Signal- und Elektrokabel sowie der Heiz- und Lüftungstechnik.

Sämtliche Kabel- und Leitungsdurchführungen sind gasdicht auszuführen. Die Trennwand zwischen

beiden Räumen ist als dichte Trennung herzustellen, sodass ein Übertritt von Schwachgas bzw. ex-

plosionsfähiger Atmosphäre aus dem Maschinenraum in den Schaltraum sicher ausgeschlossen ist.

Der durch den Betrieb der Gesamtanlage anfallende Stromverbrauch ist aufzuzeichnen. Hierfür sind

geeignete Elektrizitätszähler im Schaltraum der Anlage mit vorzusehen. Die Verbrauchs- / Messwerte

sind im Prozessleitsystem der Anlage zu integrieren / darzustellen.

Die elektrische Steuerung muss den neuesten VDE- und DVGW-Vorschriften entsprechen sowie

Kennzeichen, Schutzklasse, Hersteller und Typennummer aufweisen. Das gilt insbesondere für Kom-

ponenten, die in ex-gefährdeten Bereichen eingesetzt werden.

Die allgemeinen anerkannten Regeln der Technik bei der Errichtung und Unterhaltung der elektri-

schen Anlagen sind zu beachten. Dazu gehören insbesondere die gültigen DIN-Normen und DIN-

VDE-Normen.

Sicherheitstechnische Anforderungen:

Für Ex-Anlagen gelten die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die Gefahrstoffverordnung (Ge-

fStoffV), die TRBS 2152 T2 / TRGS 722, die DGUV Regel 114-004, die DGUV Regel 113-001 (EX-RL)

inkl. der daraus resultierenden Normen DIN-DVGW und DIN-VDE.

Für sicherheitsrelevante elektronische Bauteile (z.B. in Not-Aus-Kette eingebundene Relais) sowie

jene im (Nah-)Bereich von Ex-Zonen ist drahtbruchsichere Relaistechnik (z.B. Ex-i-Relais) zu verwen-

den.

Vor Funktionsprüfungen und Inbetriebnahme der Schwachgasbehandlungsanlage sind dem AG Be-

scheinigungen zu übergeben, die ausweisen, dass die Installationen gemäß den gültigen Vorschriften,

wie DIN-DVGW, die Schutzmaßnahmen nach DGUV Regel 113-001 (BGR 104) usw. erfolgt sind.

Die elektrotechnischen Anlagen / Installationen sind Bestandteil der sicherheitstechnischen Prüfung

vor Inbetriebnahme der Anlagentechnik durch einen gem. § 29a BImSchG zugelassenen Sachver-

ständigen.

[Seite 36]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 35 von 59

Geräteanordnung Schaltanlage (Schaltschrank):

Die Anordnung sämtlicher Einbaugeräte der Steuerungstechnik muss eine ungehinderte Bedienung

und Wartung der Anlage ermöglichen. Spannungsführende Anlagenteile müssen mit Abdeckungen

gegen unbeabsichtigtes Berühren geschützt werden. Schaltanlagen und Bedienelemente müssen ge-

mäß DIN VDE 0100-410 einen vollständigen Berührungsschutz besitzen.

Hardwareanforderungen:

Es sind nur Hardwareprodukte anerkannter Hersteller mit mind. 3 entsprechende Referenzen auf dem

deutsche Markt für die Einbindung in die Prozessleittechnik vorzusehen. Die Geräte sollen über eine

hohe Betriebsbereitschaft verfügen. Die elektrotechnischen Komponenten müssen dabei die Anforde-

rungen gemäß Industriestandard erfüllen und für einen ganzjährigen, ganztätigen Dauerbetrieb geeig-

net sein.

Bezeichnung und Kennzeichnung:

Alle Betriebsmittel sind eindeutig, dauerhaft und gut lesbar zu kennzeichnen und zu beschriften,

gleichlautend am Gerät, Einbauort und in den Unterlagen.

Die sicherheitsrelevanten Kennzeichnungen von Komponenten und Bauteilen haben nach DIN EN

ISO 7010 zu erfolgen.

4.23. Anforderungen an Rohrleitungstechnik und Armaturen

Allgemeine Ausführungsvorschriften:

Deponiegas- bzw. deponiegaskondensatführende Leitungen sind entsprechend der geltenden DVGW-

Vorschriften für das Medium Deponiegas / Deponiegaskondensat auszulegen. Sämtliche in den Depo-

niegas- / Deponiegaskondensatleitungen zu verbauenden Armaturen müssen entsprechende DVGW-

Zulassungen besitzen. Rohrleitungen und Flanschverbindungen sind mindestens für die Druckstufe

PN10 auszulegen.

Die Gasrohrleitungen und Verbindungen innerhalb des Maschinenraums sind in Edelstahl 1.4571

(o.glw.) auszuführen.

Gasanalysen- und Gaswarngeräte, welche in die Sicherheits- bzw. Not-Aus-Kette einzubinden sind,

müssen auf der Liste funktionsgeprüfter Gaswarngeräte der BG RCI (Projektgruppe MEWAGG) o.

gleichwertig verzeichnet sein. Alternativ sind dem AG Gleichwertigkeitsnachweise vorzulegen.

[Seite 37]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 36 von 59

An Leitungstiefpunkten sind jeweils Ablassventile (Ablassstutzen mit Kugelhahn und Blindstopfen)

zum Ablassen von Kondensat vorzusehen.

Alle Betriebsmittel sind eindeutig, dauerhaft und gut lesbar zu kennzeichnen und zu beschriften,

gleichlautend am Gerät, Einbauort und in den Unterlagen.

Rohrleitungsdurchführungen:

Kabel-, Rohr- und sonstige Leitungsdurchführungen von Außen- und Innenwänden bzw. durch die

Dachkonstruktion sind gasdicht auszuführen.

Kennzeichnung und Beschilderung:

Alle zu installierenden nicht isolierten Rohrleitungen sind entsprechend dem Durchflussstoff und der

Durchflussrichtung gemäß DIN 2403 farblich zu kennzeichnen.

Zu installierende isolierte Rohrleitungen sind mit Farbringen bzw. Bändern in Abständen von max. 2 m

nach dem Durchflussstoff und der Durchflussrichtung zu kennzeichnen.

Isolierungen Leitungen:

Für die Auslegung und Ausführung von Leitungsisolationen und Begleitheizung sind die einschlägigen

Richtlinien einzuhalten. So gelten unter anderem die VDI-Richtlinie 2055, die DIN 4102, DIN 4140,

DIN 18421 und AGI-Arbeitsblatt Q 103.

Im Bereich von Flanschen, Armaturen und sonstigen Teilen, die für Inspektionszwecke erreichbar sein

müssen, muss die Isolierung abnehmbar, z.B. als Kassette mit Schnappverschlüssen, ausgeführt

sein.

4.24. Messstutzen

Deponiegasleitungen:

Saug- und druckseitig sind innerhalb der Schwachgasfackelanlage jeweils mindestens ein Messstut-

zen mit 1“ Gewinde, Kugelhahn und Anemometereinführung sowie ein Messstutzen mit 1“ Gewinde,

Kugelhahn und Schnellschlusskupplung zur manuellen Kontrolle der Gasgeschwindigkeit bzw. Gas-

konzentration vorzusehen.

[Seite 38]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 37 von 59

Fackelkamin:

Am Abgaskamin der Schwachgasfackelanlage sind 2 St. um 90° versetzte Abgasmessstellen DN80

entsprechend DIN EN 15259 vorzusehen, deren Stutzen mit Blindflanschen zu verschließen sind.

4.25. Standsicherheit und Tragwerksplanung

Für die tatsächlichen Angaben der konstruktiven Ausführung und Abmessungen der Schwachgasfa-

ckelanlage sind vom AN vor Beginn der Bauausführung geprüfte statische Unterlagen / Nachweise

vom AN zwingend vorzulegen.

Dazu gehört der Standsicherheitsnachweis für den Container. Dieser ist durch einen in Nordrhein-

Westfalen anerkannten Prüfingenieur zu prüfen und vom AN vor der Aufstellung der Anlagentechnik

vorzulegen.

4.26. Anlagenerrichtung

Die Anlage wird auf die Baustelle geliefert und auf die in LOS1 neu erstellten Gründungselemente mit

Ausgleichsblechen errichtet.

Hierbei sind die Angaben gem. stat. Berechnungen / Tragwerksplanung, insbesondere im Hinblick auf

die Verankerung in den Gründungselementen zu berücksichtigen bzw. einzuhalten.

Für die Kranaufstellung stehen ausreichende Flächen zur Verfügung. Es wird dringend empfohlen die

Flächen vor Angebotsabgabe durch den AN im Rahmen eines Vor-Ort-Termins in Augenschein zu

nehmen.

4.27. Einbindung der medientechnischen Anschlüsse und Erdungssystem

Herstellen Deponiegasanschluss

Die Herstellung des deponiegasseitigen Anschlusses der Deponiegasleitung erfolgt über ein DN80

Anschlussstück mit Flansch knapp über dem Erdreich im Nahbereich der Anlagentechnik, das inn

LOS1 verlegt wird. An dieses wird ein Edelstahlwellschlauch DN80 angeschlossen. Der ESWS führt

dann an den Container der Anlagentechnik und schließt an die äußere Zwischenbauklappe DN80 an.

[Seite 39]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 38 von 59

Elektroanschluss

Das in LOS1 ausgeschriebene E-Kabel wird bis in den Nahbereich der Anlagentechnik geführt und ist

in LOS2 mit der Anlagentechnik zu verbinden.

Zudem ist die Aufzeichnung der durch die Schwachgasfackel inkl. Nebeneinrichtungen aufgenomme-

nen bzw. verbrauchten elektrische Energie / Wirkleistung, durch Installation einer geeigneten Zählein-

richtung zu gewährleisten.

Blitzschutz / Erdung

Anbindung der neuen Anlagentechnik gem. DIN EN 62 305 an das bestehende bzw. an das im Rah-

men der Erweiterung der Gründungselemente hergestellte Erdungssystem (Anschlussfahnen). Sämtli-

che für die Herstellung der Blitzschutzinstallation erforderlichen Leitungen, Klein- und Verbindungs-

teile und Materialien (Kreuzverbinder, Korrosionsschutzbinden o.dgl.), sind mit einzukalkulieren.

Anbindung Wärmeauskopplung

In LOS1 werden die Leitungen der Wärmeübertragung im Erdbereich zwischen Bestandsleitung und

Anlagentechnik verlegt. LOS2 schließt diese Leitungen an die Anlagentechnik bzw. an die bestehende

Nahwärmeleitung an.

Schnittstelle an der bestehenden Nahwärmeleitung bilden die untere, bestehende Zwischenbauklappe

am Vorlauf der bestehenden Wärmeauskopplung und ein vom AN frei zu bestimmender obere Punkt,

an dem die Leitung aufzutrennen ist und das Zwischenstück dieser beiden Stellen zu demontieren ist.

In den Vorlauf an der bestehenden Nahwärmeleitung ist dann eine By-Pass-Leitung mit 3 Zwischen-

bauklappen vorzusehen (vgl. Anlage 6.1 und 6.2).

Die Rohrleitungen sind zu isolieren. Im Bereich von Flanschen, Armaturen u. dgl., die für Inspektions-

zwecke erreichbar sein müssen, ist die Isolierung abnehmbar (z.B. Kassette mit Schnappverschlüs-

sen) auszuführen. Die von LOS1 übergebenen Wärmeleitungen, die 50cm über GOK hinaus kragen

sollen, sind im LOS2 mit zu isolieren.

4.28. Sicherheitstechnische Prüfung / Sachverständigentätigkeit

Die sicherheitstechnische Prüfung hat vor der ersten Inbetriebnahme gemäß § 15 BetrSichV zu erfol-

gen. Dazu hat ein im Land Nordrhein-Westfalen gemäß § 29a BImSchG anerkannter Sachverständi-

ger den Leistungsumfang für die Errichtung der Schwachgasfackelanlage sicherheitstechnisch abzu-

nehmen.

Der AN hat den Sachverständigen auszuwählen, zu beauftragen und zu vergüten.

[Seite 40]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 39 von 59

Dem Sachverständigen ist min. 2 Wochen vor Durchführung der Prüfung das Explosionsschutzdoku-

ment vorzulegen.

Die Prüfung der Schwachgasbehandlungsanlage hat nach der Bauausführung gemäß DGUV Regel

114-004 (Prüfung vor Erstinbetriebnahme) inkl. Prüfung der elektr. Anlage, explosionsgeschützte An-

lagenteile nach § 14 BetrSichV zu erfolgen.

Der o.g. Sachverständige ist von Beginn an in das Vorhaben einzubeziehen, um die Anlagenkonzep-

tion, insbesondere hinsichtlich der explosionsschutztechnischen Komponenten, zu beurteilen.

4.29. Inbetriebnahme und Probebetrieb

Durchführen eines mindestens 2-wöchigen Probebetriebes der Anlagentechnik nach Errichtung und

vollständigem medientechnischem Anschluss nach Maßgabe der öBÜ/AG inkl.:

• Überprüfen der Bedienfunktionen

• Einregulierung,

• Kalibrierung,

• Optimierung der Anlagentechnik und der elektr. Steuerung

• Durchführung der sicherheitstechnischen Prüfung

• Test des störungsfreien Dauerbetriebs unter den vorgesehenen Deponieentgasungsbedingun-

gen

• Einweisung des Betriebspersonals des AG und dessen beauftragter Dritter

Während des Probebetriebes sind die geforderten Auslegungs-, Leistungs- und Verbrennungspara-

meter einzuhalten und nachzuweisen, ebenso das Temperaturregime der Wärmeauskopplung des

BHKWs und des VL/RL-Heizwasserkreislaufes bzw. der Wirkungsgrad der Wärmeauskopplung. Der

Nachweis erfolgt im Rahmen des Probebetriebsberichtes u. a. durch geeignete Gangliniendarstellun-

gen, Auszüge der Datenaufzeichnung etc.

Durch den AN ist zu gewährleisten, dass der Probebetrieb entsprechend durch einen fachkundigen

Mitarbeiter des AN betreut wird.

Nach erfolgreichem und störungsfreiem 2-wöchigem Dauerbetrieb der Anlagentechnik sind die Anla-

gen vom AN betriebsbereit zu übergeben. Der erfolgreiche Probebetrieb ist Voraussetzung für die Ab-

nahme.

Ein erfolgreicher Dauerbetrieb ist erfüllt, wenn keine Unterbrechungen der Deponiegasbehandlung als

auch der Wärmeauskopplung > 24 h während des Probebetriebes auftreten. Andernfalls beginnt der

Probebetrieb zu Lasten des AN von Neuem.

[Seite 41]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 40 von 59

Innerhalb des Probebetriebes, spätestens an dessen Ende, muss die ausführliche und aktenkundige

Ein- bzw. Unterweisung (inkl. Inhalte der Gefährdungsbeurteilung) des Betriebspersonals des AG

bzw. dessen beauftragte Dritte durch den AN vor Ort erfolgen.

Zum Leistungsumfang gehört die Übergabe des Probebetriebsberichtes an die öBÜ/AG zur Bestäti-

gung und für die Anlagendokumentation.

4.30. Kondensatleitung GVS

Für die sichere Ableitung des im Demister der Anlagentechnik anfallenden Kondensats wird eine Kon-

densatleitung aus Edelstahl mit einem Nennmaß von 1" hergestellt und aus dem Container herausge-

führt und an die GVL angeschlossen. Die Leitung wird entsprechend den örtlichen Gegebenheiten so

verlegt, dass ein dauerhaftes Gefälle gewährleistet ist und das Kondensat ohne Rückstau abgeführt

werden kann.

Die Kondensatleitung wird außerhalb der Station an die bestehende Gasverbindungsleitung ange-

schlossen, sodass eine kontrollierte und betriebssichere Entwässerung des Demisters gewährleistet

ist.

4.31. Dokumentation

Für die Schwachgasfackelanlage sind Dokumentationsunterlagen in Form eines Betriebshandbuches

mit mindestens folgendem Inhalt zu erstellen und bis zur Abnahme dem AG vorzulegen:

• Inhaltsverzeichnis

• Anlagenbeschreibung / Bedienanleitung

• Explosionsschutzdokument / Gefährdungsbeurteilung

• Konformitätsbescheinigung / Herstellererklärung gem. RL 2006/42/EG

• Ausführungsunterlagen:

o Maschinenaufstellplan, Werkzeichnungen

o Fließbilder / R&I-Schema nach DIN EN ISO 10628

o Rohrleitungs-, Schaltpläne u.dgl.

o Standsicherheitsnachweis Container, stat. Berechnungen

• Protokolle über

o Probebetrieb

[Seite 42]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 41 von 59

o Inbetriebnahme

o Dichtigkeitsprüfung

o Blitzschutz- und Potentialausgleichsmessung

o Sicherheitstechnische Prüfung

• Stück- und Ersatzteillisten mit Herstellerangaben inkl. Produktbeschreibungen und Zertifikate

(DVGW etc.) der einzelnen Bauteile

• Güteprotokolle der eingesetzten Baustoffe, Bauteile, Armaturen inkl. Zertifikate (DVGW etc.),

Werks- / Werksprüfzeugnisse

• Wartungs- und Störungsbeseitigungsanleitung, Wartungsfristenplan

• Fotodokumentation (Baufortschritt, Fotos des Baufortschrittes aus Werkshalle)

4.32. Dichtigkeitsprüfung

Für die neu verlegten Deponiegasleitungen ist eine Dichtigkeitsprüfung durchzuführen.

Die Prüfungen erfolgen in Anlehnung an das DVGW-Arbeitsblatt G 469 vor Ort. Entsprechende Steck-

scheiben (DN50) sind für die Druckprobe vorzuhalten / einzusetzen.

Dichtheitsprüfung mittels Druckschreiber nach Druckmessverfahren B3 mit Luft:

• Prüfdruck: 2 bar

• Prüfdauer: 0,5 h

[Seite 43]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 42 von 59

5. Allgemeine Technische Anforderungen

5.1. Allgemeine technische Bedingungen

Der AN muss folgende Zulassungen und Qualifikationen besitzen:

• Elektrofachkraft für einzusetzende Elektriker nach DIN VDE 0105-100

5.2. Zusätzliche allgemeine technische Bedingungen

Informationspflicht und Haftung des Auftragnehmers:

• Der Bieter hat sich vor Angebotsabgabe über die besonderen örtlichen und baulichen Bedin-

gungen, Verhältnisse und Anforderungen für die Ausführung der Leistung auf dem Baustellen-

gelände der Deponie zu informieren. Dies zielt insbesondere auf die Befahrbarkeit und Platz-

verhältnisse ab.

• Bedenken gegen die vorgesehene Ausführungsart und die beschriebene Bau- und Anlagen-

konstruktionen sowie über die vorgesehenen Bauleistungen sind vor Angebotsabgabe zu erhe-

ben. Nach Angebotsabgabe erhobene Bedenken werden nicht akzeptiert.

• Bauunfälle mit Personen- und / oder Sachschäden sind dem AG, der Bauoberleitung bzw. ört-

lichen Bauüberwachung umgehend zu melden.

Technische Anforderungen:

• Die verbauten Materialien bei der Baumaßnahme müssen für den Deponiegaseinsatz (Feucht-

gaseinsatz mit Anwesenheit von Deponiegaskondensat) geeignet sein sowie entsprechende

DVGW-Zulassungen (oder gleichwertig) besitzen.

• Die Anforderungen der SKZ/TÜV-LGA Güterichtlinie (Juni 2017) sind bei der Herstellung der

Gasrohrleitungen etc. zu beachten

• Die Installation der Blitzschutzanlage für die Schwachgasfackelanlage hat von VDE-qualifiz.

Fachkräften zu erfolgen

• Blitzschutz- und Potentialausgleichsmessungen sind durch VDE-qualifiz. Fachkräfte durchzu-

führen

• Erdverlegte Leitungen sind stets mit Trassenwarnband min. 20 cm oberhalb des Rohrscheitels

zu verlegen

Ausführungszeichnungen:

[Seite 44]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 43 von 59

• Der AN hat mind. 4 Wochen vor Errichtung Schwachgasbehandlungsanlage Werkzeichnungen

u. dgl. in digitaler Ausfertigung dem AG und seinen Beauftragten zur Genehmigung vorzulegen.

Erst nach Freigabe dieser Unterlagen durch den AG darf mit den Arbeiten begonnen werden.

• Der AN hat hierzu alle erforderliche Maße (Abmessungen, Anschlussmaße, Baulängen etc.)

zur ordnungsgemäßen Fertigung / Herstellung der Deponiegasanschlussleitung, der Gassam-

melbalken und Messstrecken etc. eigenverantwortlich vor Ort einzeln zu bestimmen und aufzu-

nehmen.

Eine Freigabe der o.g. vorzulegenden Unterlagen entbindet den AN nicht von der Richtigkeit

der vor Ort aufgenommenen Maße.

Abnahme:

• Bei der Beseitigung von zur Abnahme nicht festgestellten Abweichungen oder Mängeln sind die

geltenden Vorschriften einzuhalten.

Bescheinigungen:

• Vor Abnahme der Leistungen ist dem AG eine entsprechende Bescheinigung (Errichtererklä-

rungen) zu übergeben, die ausweist, dass die Installationen gem. den gültigen Vorschriften, wie

beispielsweise DIN, DVGW, VDE etc. erfolgt sind.

[Seite 45]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 44 von 59

6. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

6.1. Hinweise zum Arbeitsschutz bei der Bauausführung

Bei der Ausführung aller Arbeiten sind die jeweils eingesetzten Beschäftigten / Fachkräfte entspre-

chend der geltenden Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien, Sicherheitsregeln und Merkblätter, so-

weit sie auf den Anlagen- und Elektrobau bzw. auf die Montage gasführender Leitungen zutreffen, zu

unterweisen.

Die Beschäftigten sind über die in Frage kommenden Unfallverhütungsvorschriften und über beson-

dere Gefahren der bei der Baumaßnahme zum Einsatz kommenden Bauverfahren und -bedingungen

zu unterrichten und aktenkundig zu unterweisen.

Die Arbeiten zur Errichtung der Schwachgasfackelanlage mit Wärmeauskopplung erfolgen außerhalb

des Deponiekörpers.

Für die Baumaßnahme sind dementsprechend in zutreffender Weise die allgemein geltenden gesetzli-

chen Vorschriften und Richtlinien DGUV Regel 114-005 („Deponien“) sowie die DGUV Regel 113-001

(„Explosionsschutz-Regeln“) bindend einzuhalten.

Bei den Installationsarbeiten zur Herstellung des gastechnischen Anschlusses der Schwachgasfackel-

anlage muss mit dem Austreten von Deponiegas, welches als wesentliche Bestandteile Methan und

Kohlendioxid enthält, gerechnet werden. Als Spurenstoffe können Schwefelwasserstoff und organi-

sche Verbindungen aus der Reihe der leichtflüchtigen aromatischen Kohlenwasserstoffe und leicht-

flüchtige Chlorkohlenwasserstoffe auftreten. Deponiegas ist übelriechend, gesundheitsgefährdend und

bildet bei Zutritt von Luftsauerstoff explosive Gasgemische.

Bei den Bauarbeiten sind alle Erschwernisse durch Arbeiten mit giftigen Gasen sowie alle Vorkehrun-

gen einzukalkulieren, die eine Gefährdung der Belegschaft absolut ausschließen und außerdem die

Einhaltung der aktuellen Vorschriften der Berufsgenossenschaften garantieren. Bei den Montagear-

beiten sind z.B. eine Bewetterungsanlage, Gasmess- und Gaswarngeräte, Atemschutzgeräte, explosi-

onsgeschützte Maschinen und Geräte vorzuhalten.

Vom Deponiegas können Gefahren für die Beschäftigten ausgehen, so dass eine Reihe von Verhal-

tensregeln eingehalten werden müssen:

• Die für Arbeiten an Deponiestandorten notwendigen Körperschutzausrüstungen müssen je-

derzeit verfügbar sein.

• Das Rauchen, die Einnahme von Speisen und Getränken im Baufeld ist untersagt.

• Alleinarbeiten sind untersagt.

• Die Atemluft vor Ort ist durch kontinuierlich anzeigende Messgeräte zu überwachen. Ge-

messen werden Methan (UEG), Sauerstoff, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid. Bei

[Seite 46]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 45 von 59

Überschreitung vorgegebener Grenzkonzentrationen tritt eine Warneinrichtung in Kraft.

• Bei auffälligen Beobachtungen, wie Gas- oder Flüssigkeitsaustritte o.ä. sind die Arbeiten zu

unterbrechen. Der AG bzw. die Bauoberleitung und örtliche Bauüberwachung sind umge-

hend zu informieren.

• Ein Alarm- und Havarieplan ist vor Baubeginn zu erstellen und auf der Baustelle vorzuhal-

ten.

• Vor Beginn der Bauarbeiten ist das Personal aktenkundig über die Tätigkeiten, Schutzmaß-

nahmen, Verhaltensregeln im Baubetrieb und im Gefahrfall einschl. Erste Hilfe zu unterwei-

sen.

• Während der gesamten Bauzeit muss ständig ein örtlicher Bauleiter des AN auf der Bau-

stelle anwesend sein.

• Die Baustellenordnung ist zu beachten.

6.2. Baustellenordnung

Durch den AN ist eine Baustellenordnung inkl. Alarm- und Havarieplan zu erarbeiten, in der die As-

pekte des Arbeitsschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie Maßgaben der DGUV

Regel 101-004 „Kontaminierte Bereiche“ bzw. DGUV Regel 114-004 „Deponien“ berücksichtigt wer-

den.

Erforderlichenfalls ist die Baustellenordnung zu aktualisieren und fortzuschreiben inkl. zusätzliche Un-

terweisung. Die Baustellenordnung ist dem AG bzw. der Bauoberleitung min. 2 Wochen vor der Auf-

nahme von Tätigkeiten vor Ort vorzulegen.

6.3. Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo)

Zum Zeitpunkt der Baumaßnahme ist ein Zusammenwirken von mehreren Gewerken gegeben, so

dass entsprechend §3 der Baustellenverordnung (BaustellV) ein Sicherheits- und Gesundheitsschutz-

koordinator (SiGeKo) erforderlich ist.

Entsprechend §2 Abs. 3 BauStellV wird durch den vom AG bestellten SiGeKo ein SiGe-Plan einge-

reicht.

Durch den AN ist eine Baustellenordnung zu erarbeiten, in der die Aspekte des Arbeitsschutzes, der

Sicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie die Arbeiten in kontaminierten Bereichen entspre-

chend der DGUV 101-004 berücksichtigt werden.

[Seite 47]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 46 von 59

7. Qualitätssicherungsplan

Für die Baumaßnahme wurde ein Qualitätssicherungsplan (QSP) erstellt, welcher im Folgenden dar- gestellt wird:

Tabelle 1: Qualitätssicherungsplan

technische Anfor-Verant-KriteriumDokumenta-
derungenwortlichtion
Sicherheitsanforderung
DGUV Regel 114- 004Auftrag- nehmersicherheitstech- nische Regel- werke, Arbeits- schutz- u. Un- fallverhütungs- bestimmungenBautagesbe- richte
Fachzulassung
DVGW-ZulassungAuftrag- nehmergültige Zulas- sung gem. DVGW- Arbeitsblatt GW 301, G3-pe, W3-peVorlage mit Angebotsab- gabe
TB Sicherheitsfach- kraftAuftrag- nehmergültige Be- scheinigung für zu benennen- den Fachbau- leiterVorlage mit Angebotsab- gabe
PEHD- SchweißzeugnisseAuftrag- nehmergültige Be- scheinigung für eingesetzte SchweißerVorlage mit Baubeginn
Materialprüfung
PE100 / PE-el Rohre, FormstückeAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungnach DIN 8074 / 8075, Kenn- werte E-Modul Kurzzeit 800 N/mm², Langzeit 100N/mm², mittlere Wand- temp. 40 (50) °C, PE-el: Oberflä-Liefernach- weis, Werk- zeugnis

[Seite 48]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 47 von 59

chenwidder- stand < 109 Ohm
Edelstahlwell- schläucheAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungDN 65 PN16, Beständigkeit gegenüber De- poniegas, DIN- und DVGW- PrüfungLiefernach- weis, DVGW-Prüf- Nr.
SchotterEigen- überwa- chungKörnungsliniePrüfbericht
StahlbetonEigen- überwa- chungGem. DIN EN 206-1 / DIN 1045-2Prüfbericht
Gasabsperrklap- pen, ArmaturenAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungDN 65 PN 16, gasdichte Aus- führung, Be- ständigkeit ge- genüber Depo- niegas u. Depo- niegaskonden- sat, DVGW- PrüfungLiefernach- weis, DVGW-Prüf- Nr.
SchutzvliesAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungBAM- Zulassung für den Einsatz als Schutzvlies auf Deponien, >/= GRK 3, Mate- rial: PP oder PE, mecha- nisch verfestigt, Flächenge- wicht: >/= 200 g/m²Liefernach- weis, Daten- blatt
Funktionsprüfung
PE100-GasrohreAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungÜberwachung Einbau saubere Rohre (innen)Abnahme- protokoll
Nivellement für RohrleitungenAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachunggefällegerechte VerlegungAbnahme- protokoll

[Seite 49]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 48 von 59

Schweißnahtplan für erdverlegte GasleitungenAuftrag- nehmer, Eigenüber- wachungAufnahme Lage Schweißnähte im offenen RohrgrabenAnlagendo- kumentation
RohrverlegeplanAuftrag- nehmerVermessung Lage erdver- legte Gasrohr- leitungen und Höhe OK RohrAnlagendo- kumentation
Systemprüfung
sicherheitstechni- sche ÜberprüfungAuftrag- nehmerKontrollmes- sungen Atem- luft, Überprü- fung Explosi- onsschutzMessproto- koll

Die hierin enthaltenen Vorgaben sind Vertragsbestandteil und sind bindend einzuhalten.

[Seite 50]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 49 von 59

8. Bauablauf / Rahmenterminplan

Für die Umsetzung der Maßnahmen des LOS 2 (Errichtung Schwachgasfackelanlage mit Wärmeaus-

kopplung) ist folgender zeitlicher Ablauf vorgesehen:

• Baubeginn 12/2026

• Vorlage der geprüften statischen Unterlagen 02/2027

• Beginn Probebetrieb inkl. sicherheitstechn. Prüfung 01/2028

• Fertigstellung der Gesamtleistung 31.03.2028

Die vorgenannten Termine sind im Rahmen eines detaillierten Bauablaufplans, welcher vor Baubeginn

durch den AN vorzulegen ist, mit aufzunehmen.

[Seite 51]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 50 von 59

9. Hinweise zur Baustelle

9.1. Allgemeine Angaben

Bauherr: A.V.E. Eigenbetrieb des Kreises Paderborn

Alte Schanze 40

33106 Paderborn

Baustelle: Deponie Alte Schanze

Lage der Baustelle: südlich des Deponiekörper

Zufahrt zur Baustelle: über die Straße Alte Schanze und betriebseigene Straßen

9.2. Baustellenverhältnisse

Die örtlichen Verhältnisse, Platzverhältnisse sollten vor Angebotsabgabe durch Ortsbesichtigung er-

kundet werden. Dies ist mit dem Auftraggeber (AG) abzustimmen. Spätere Einwände werden nicht ak-

zeptiert.

Der Besichtigungstermin ist abzustimmen mit:

Herr: Rummel, Christoph

E-Mail: C.Rummel@ave-kreis-paderborn.de

Tel.: 05251 / 1812-19

Besonders zu beachten ist, dass Schäden jeglicher Art zu vermeiden sind. Die Kosten für die Behe-

bung eines evtl. entstehenden Schadens gehen zu Lasten des Auftragsnehmens (AN).

Für die Baustelleneinrichtung und Lagerflächen etc. stehen auf dem Deponiegelände Flächen zur Ver-

fügung (vgl. Anlage 8), welche in Abstimmung mit dem AG und der örtlichen Bauleitung in Eigenver-

antwortung des AN zu erkunden sind. Derzeit werden diese Flächen als Baustelleneinrichtungsfläche

für eine andere Maßnahme genutzt und es ist nicht sichergestellt, ob die ganze Fläche ab dem Bau-

beginn zur Verfügung steht.

Genutzte Flächen (z.B. Lagerfläche) sowie befahrene Flächen sind in den ursprünglichen Zustand zu

versetzen, dies ist einzukalkulieren.

9.3. Sanitäreinrichtungen, Strom- und Wasseranschluss

[Seite 52]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 51 von 59

Die Baustrom-, Wasserver- und Entsorgung ist vom Bieter vor Angebotsabgabe selbständig mit dem

AG abzuklären. Die Strom- und Wasserkosten werden vom AG übernommen.

Sanitäreinrichtungen sind für die Mitarbeiter des AN durch den AN bereitzustellen und für ggf. zum

Einsatz kommenden Nachunternehmen mit zur Verfügung zu stellen.

9.4. Entsorgung

Voraussichtlich werden keine Entsorgung in diesem LOS2 nötig sein. Falls gegen den Erwartungen

doch Abfall auftritt ist wie folgt vorzugehen:

Die Verladung und der Abtransport der anfallenden Boden- und Abfallmaterialien haben durch den AN

zu erfolgen. Der Auftragnehmer hat das Material zu separieren, zwischenzulagern und zu dem rd.

2.000m entfernten Entsorgungsort auf der Deponie abzutransportieren. Die Entsorgung selbst wird für

den AN kostenfrei vom AG übernommen.

Eine Zwischenlagerung hat auf der Baustelle in Abstimmung mit dem Auftraggeber zu erfolgen. Der

Auftragnehmer ist verpflichtet, die Entsorgungsflächen sauber zu halten.

[Seite 53]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 52 von 59

10. Verzeichnisse

10.1. Literaturverzeichnis

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV);

Verordnung über Arbeitsstätten;

vom 12.08.2004 (geändert am 27.06.2020)

ASR A1.3;

Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.3) – Sicherheits- und Gesundheitsschutzkenn-

zeichnung;

ASR A1.3; Ausgabe: Februar 2013

BauO NRW

Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen;

Ausgabedatum 21.07.2018 (geändert am 22.09.2021)

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV);

Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln; in

der Fassung vom 03.02.2015 (geändert am 16.07.2011)

Deponieverordnung (DepV);

Verordnung über Deponien und Langzeitlager;

in der Fassung vom 27.04.2009 (geändert am 09.07.2021)

DGUV 101-004;

Kontaminierte Bereiche;

Ausgabedatum: April 1997 i.d.F. Februar 2006

DGUV 113-001;

Explosionsschutz-Regeln – Sammlung technischer Regeln für das Vermeiden der Gefahren

durch explosionsfähige Atmosphäre mit Beispielsammlung zur Einteilung explosionsgefährde-

ter Bereiche in Zonen;

Ausgabedatum: Juli 2020 (EX-RL)

DGUV 114-004;

Deponien;

Ausgabedatum: Februar 2001 (BGR 127)

[Seite 54]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 53 von 59

DGUV 114-005;

Deponien;

Ausgabedatum: Februar 2001 (GUV-R 127)

DGUV 100-500 [BGR 500; Kap. 2.31 (BGV D2 / VBG 50 / UVV 21)];

Betreiben von Arbeitsmitteln – Arbeiten an Gasleitungen;

DGUV Regel 100-500 [BGR 500; Kap. 2.31]; Ausgabe 04/2008

DGUV 100-500 [BGR 500; Kap. 2.33 (BGV B6 / VBG 61)];

Betreiben von Arbeitsmitteln – Betreiben von Anlagen für den Umgang mit Gasen;

DGUV Regel 100-500 [BGR 500; Kap. 2.33]; Ausgabe 04/2008

DIN 1045-2;

Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 2: Beton Festlegung, Eigenschaften,

Herstellung und Konformität – Anwendungsregeln zu DIN EN 206-1;

DIN 1045-2, 2022-07

DIN 2403;

Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff;

DIN 2403; 2018-10

DIN 3384;

Gasschlauchleitungen aus nichtrostendem Stahl – Sicherheitstechnische Anforderungen, Prü-

fung, Kennzeichnung; DIN 3384, 2007-08

DIN 4034-2;

Schächte aus Beton-, Stahlfaserbeton- und Stahlbetonfertigteilen – Teil 2: Schächte für Brun-

nen- und Sickeranlagen

DIN 4034-2, 2013-05

DIN 4102;

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen;

DIN 4102, (jeweiliges Ausgabedatum der anzuwendenden Teile der DIN 4102)

DIN 4140;

Dämmarbeiten an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der technischen Ge-

bäudeausrüstung – Ausführung von Wärme- und Kältedämmungen;

DIN 4140, 2023-05

[Seite 55]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 54 von 59

DIN 4844-2;

Graphische Symbole - Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen - Teil 2: Registrierte Sicher-

heitszeichen;

DIN 4844-2, 2021-11

DIN 8074;

Rohre aus Polyethylen (PE) – PE 80, PE 100, – Maße;

DIN 8074, 2011-12

DIN 8075;

Rohre aus Polyethylen (PE) – PE 80, PE 100 – Allgemeine Güteanforderungen, Prüfungen;

DIN 8075, 2018-08

DIN 18014;

Erdungsanlagen für Gebäude - Planung, Ausführung und Dokumentation;

DIN 18014; 2023-06

DIN 18421;

Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)- Dämm und Brand-

schutzarbeiten an technischen Anlagen;

DIN 18421, 2016-09

DIN EN 1045-2;

Beton – Teil 1: Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität;

DIN EN 206-1; 2008-08

DIN EN 1092-1;

Flansche und ihre Verbindungen - Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und

Zubehörteile, nach PN bezeichnet;

DIN EN 1092-1; Ausgabe 2018-12

DIN EN 62 305 (VDE 0185 – 305);

Anforderungen an betrieblichen Blitzschutz;

DIN EN 62 305 (VDE 0185 – 305), 2011-10

DIN EN 62395-2

Elektrische Widerstands-Begleitheizungen für industrielle und gewerbliche Zwecke - Teil 2:

Anwendungsleitfaden für Systemauslegung, Installation und Wartung;

Ausgabe 2014-12

[Seite 56]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 55 von 59

DIN EN ISO 7010;

Graphische Symbole - Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen - Registrierte Sicherheitszei-

chen;

DIN EN ISO 7010, 2012-10

DIN VDE 0100-410;

Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4.41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen

elektrischen Schlag;

DIN VDE 0100-410; 2018-10

DIN VDE 0100-540;

Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5.54: Auswahl und Errichtung elektrischer Be-

triebsmittel – Erdungsanlagen und Schutzleiter

DIN VDE 0100-540; 2012-06

DVGW-Arbeitsblatt G 472;

Gasleitungen aus Kunststoffrohren bis 16bar Betriebsdruck

– Errichtung;

DVGW G 472; 03/2020

DVGW-Arbeitsblatt G 469;

Druckprüfverfahren für Leitungen und Anlagen der Gasversorgung;

DVGW G 469; 06/2010

DVS 2202;

Fehler an Schweißverbindungen aus thermoplastischen Kunststoffen - Merkmale, Beschrei-

bung, Bewertung

DVS 2202; 07/2006

GDA-E 2-18;

Geotechnische Belange der Deponieentgasung;

GDA-E 2-18; 03/2017

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV);

Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen; in der Fassung vom 26.11.2010 (zuletzt geändert

am 29.03.2017)

Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

[Seite 57]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 56 von 59

Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirt-

schaftung von Abfällen;

Ausgabedatum 24.02.2012 (geändert am 09.12.2020)

SKZ/TÜV – LGA Güterichtlinie (2017);

SKZ/TÜV – LGA Güterichtlinie; Rohre, Schächte und Bauteile auf Deponien; Juni 2017

TRBS 2152 Teil 2 / TRGS 722

Technische Regeln für Betriebssicherheit/ Gefahrstoffe – Vermeidung oder Einschränkung ge-

fährlicher explosionsfähiger Atmosphäre;

TRBS 2152 Teil 2 / TRGS 722; Ausgabe: März 2012

TRGS 727

Technische Regeln für Gefahrstoffe – Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer

Aufladungen

TRGS 727; Ausgabe: Juli 2016

VDI 2055

Wärme- und Kälteschutz von betriebstechnischen Anlagen in der Industrie und in der Techni-

schen Gebäudeausrüstung;

VDI 2055; (jeweiliges Ausgabedatum der anzuwendenden Teile der VDI 2055)

10.2. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Qualitätssicherungsplan .......................................................................................46

10.3. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht der Deponie Alte Schanze (GOOGLE EARTH, 2026) ........................... 8

10.4. Anlagenverzeichnis

AnlageBezeichnung / Änderungsinhalt
1.1Topografische Karte
1.2Topografische Karte

[Seite 58]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 57 von 59

2.1 Übersichtslageplan Bestand - Gasfassungssystem

2.2Lageplan Bestand - Bereich Leitungsverlegung
2.3Lageplan Bestand - Bereich Anlagentechnik
2.4Lageplan Bestand - Legende
3Maßnahmenplan
4Schnittstellenplan
5Aufstellplan
6.1SGFA mit Wärmeauskoppl. mit Rohrl. und Kabel
6.2Anbindung Fernwärme
7R&I
8Baustelleneinrichtung
Anhang
IPlangenehmigung

10.5. Abkürzungsverzeichnis

AG → Auftraggeber

AN → Auftragnehmer

BGR → Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

BV → Bauvorhaben

DA → Außendurchmesser

DIN → Deutsche Institut für Normung e.V.

DGUV → Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.

DN → Nenndurchmesser (diameter nominal)

DVGW → Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.

[Seite 59]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 58 von 59

DVS → Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V.

el. → elektrisch leitfähig

ESWS → Edelstahlwellschlauch

F → Fläche

GAL → Gasabsaugleitung

GAV → Gasabsaugversuch

GB → Gasbrunnen

GOK → Geländeoberkante

GRS → Gasregelstation

GVL → Gasverbindungsleitung

NKI → Nationalen Klimaschutzinitiative

OFA → Oberflächenabdichtung

OK → Oberkante

PE → Polyethylen

PEHD → Polyethylen high density

PN → Nenndruck (pressure nominal)

PVC → Polyvinylchlorid

QSP → Qualitätssicherungsprogramm

SDR → Standard Dimension Ratio

SiGeKo→ Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator

SKA → Streckenkondensatabscheider

tOFA → temporäre Oberflächenabdeckung

TOC → gesamter organisch gebundener Kohlenstoff

TRBS → Technische Regeln für Betriebssicherheit

TRGS → Technische Regeln für Gefahrstoffe

TP → Tiefpunkt

UK → Unterkante

VDE → Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

[Seite 60]

Deponie Alte Schanze Leistungsbe- schreibung LOS 2 Anlagentechnik

Seite 59 von 59

VDI → Deutscher Ingenieure e.V.

VOB → Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

Chem. Verbindungen

CH → Methan 4

CO → Kohlenmonoxid

CO → Kohlendioxid 2

NH → Ammoniak 3

O → Sauerstoff 2

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung