Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

Anlage-10-Kita-Konzept.pdf

Erstellung eines abfallpädagogischen Konzepts

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 08.10.2026, 09:07 (Europe/Berlin)

Herkunft: vergabe.had.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Die kleinen Abfalldetektive

Vorschulprogramm des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Rheingau-Taunus-Kreis

  1. Ausgangssituation und Zielsetzung

Der bewusste Umgang mit Abfällen und natürlichen Ressourcen beginnt bereits im Kindesalter. Kinder entwickeln früh Verhaltensweisen und Routinen, die sie langfristig begleiten. Die frühzeitige Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Abfällen ist daher ein wichtiger Bestandteil der Umweltbildung.

Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Rheingau-Taunus-Kreis (EAW) bietet mit dem Vorschulprogramm „Die kleinen Abfalldetektive“ ein speziell auf Kinder im letzten Kindergartenjahr zugeschnittenes Bildungsangebot an.

Ziel des Programms ist es, den Kindern auf spielerische und verständliche Weise die Grundlagen der Abfalltrennung im Rheingau-Taunus-Kreis zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen dabei die vier Abfalltonnen und die Frage:

„Was gehört in welche Tonne?“

Die Kinder sollen nicht nur Wissen über die richtige Abfalltrennung erwerben, sondern durch eigenes Ausprobieren Sicherheit im Umgang mit Abfällen entwickeln. Das Programm verbindet daher eine kindgerechte Geschichte, praktische Übungen, gemeinsames Lernen und eine abschließende spielerische Prüfung.

Die Kinder werden dabei zu „kleinen Abfalldetektiven“, die gemeinsam mit dem MÜMO den Abfällen auf die Spur gehen.

  1. Zielgruppe

Das Programm richtet sich an:

• Vorschulkinder im letzten Kindergartenjahr

• Kindertagesstätten im Rheingau-Taunus-Kreis

Die Durchführung erfolgt direkt in der jeweiligen Kindertagesstätte durch einen Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin des EAW.

Das Programm ist grundsätzlich für eine gesamte Vorschulgruppe geeignet. Die konkrete Gruppengröße wird im Vorfeld mit der Kindertagesstätte abgestimmt.

  1. Pädagogische Zielsetzung

Die „kleinen Abfalldetektive“ sollen die Kinder altersgerecht an das Thema Abfall und Abfalltrennung heranführen.

Dabei verfolgt das Programm insbesondere folgende Ziele:

Wissen vermitteln

Die Kinder lernen die vier Abfalltonnen die es im Rheingau-Taunus-Kreises gibt kennen und erfahren, welche Abfälle jeweils hineingehören.

[Seite 2]

Handlungskompetenz entwickeln

Die Kinder wenden das Erlernte unmittelbar an, indem sie verschiedene Abfälle selbstständig den richtigen Abfalltonnen zuordnen.

Bewusstsein schaffen

Die Kinder erkennen, dass Abfälle nicht einfach „Müll“ sind, sondern unterschiedlich behandelt, verwertet oder entsorgt werden.

Selbstständigkeit fördern

Die Kinder treffen eigene Entscheidungen und überprüfen diese anschließend gemeinsam mit dem EAW-Mitarbeiter.

Umweltbewusstsein stärken

Die Kinder werden für einen verantwortungsvollen Umgang mit Abfällen und Ressourcen sensibilisiert.

Nachhaltiges Verhalten fördern

Die richtige Abfalltrennung soll als einfache und selbstverständliche Alltagshandlung vermittelt werden.

  1. Grundidee des Programms

Das Programm nutzt die kindliche Neugier und die spielerische Auseinandersetzung mit einer Geschichte.

Zentrale Figur des Programms ist das MÜMO. Es begleitet die Kinder durch die Geschichte und erlebt dabei verschiedene Situationen rund um das Thema Abfall.

Über die Geschichte werden die vier Abfalltonnen und deren unterschiedliche Inhalte eingeführt. Die Kinder lernen dabei nicht durch reine Wissensvermittlung, sondern anhand konkreter und kindgerechter Beispiele.

Anschließend werden die Kinder selbst aktiv:

Geschichte → Entdecken → Ausprobieren → Überprüfen → Lernen → Prüfung → Abfalldetektiv

Das Programm ist damit bewusst als Kombination aus Geschichte, Gespräch, praktischer Übung und spielerischer Lernkontrolle aufgebaut.

  1. Inhaltliche Schwerpunkte

Im Mittelpunkt stehen die vier Abfalltonnen des Rheingau-Taunus-Kreises.

Die Kinder lernen:

• welche Abfalltonnen es gibt,

• welche Farben bzw. Erkennungsmerkmale die Tonnen haben,

[Seite 3]

• welche Abfälle in die jeweilige Tonne gehören,

• welche Abfälle nicht hineingehören,

• warum eine richtige Trennung wichtig ist.

Die Vermittlung erfolgt anhand von Gegenständen aus dem täglichen Leben der Kinder.

Dabei werden möglichst Gegenstände verwendet, die den Kindern aus ihrem eigenen Alltag bekannt sind, beispielsweise aus:

• Frühstück und Pausenbrot,

• Kindergarten,

• Kinderzimmer,

• Haushalt,

• Freizeit.

Die konkrete Auswahl der Übungsabfälle wird durch den EAW vorbereitet und an die jeweils geltenden Entsorgungsregelungen angepasst.

  1. Ablauf des Programms

Die Gesamtdauer beträgt ca. 60 Minuten.

6.1 Begrüßung und Vorstellungsrunde

ca. 5 Minuten

Zu Beginn stellt sich der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin des EAW den Kindern vor.

Gemeinsam wird zunächst besprochen:

• Wer ist der EAW?

• Was macht der EAW?

• Was ist Abfall?

• Was passiert mit Abfällen?

• Welche Abfalltonnen kennen die Kinder bereits?

Die Kinder werden aktiv in das Gespräch einbezogen und können von ihren eigenen Erfahrungen berichten.

Ziel ist es, einen einfachen Einstieg in das Thema zu schaffen und vorhandenes Wissen der Kinder aufzugreifen.

6.2 Die Geschichte vom MÜMO

ca. 10–15 Minuten

Im Mittelpunkt des ersten Programmteils steht die Geschichte vom MÜMO.

[Seite 4]

Der EAW-Mitarbeiter liest den Kindern eine kurze, altersgerechte Geschichte vor. Dabei erlebt das MÜMO verschiedene Situationen rund um das Thema Abfall.

Im Verlauf der Geschichte werden die verschiedenen Abfälle und ihre jeweiligen Abfalltonnen vorgestellt.

Die Geschichte dient damit gleichzeitig als kindgerechte Einführung in die Abfalltrennung.

  1. Die Abfalldetektive werden aktiv

7.1 Das MÜMO hat Abfall mitgebracht

ca. 15 Minuten

Nach der Geschichte beginnt der praktische Teil.

Das MÜMO hat verschiedene Abfälle mitgebracht. Die Kinder sollen nun selbst herausfinden, welcher Gegenstand in welche Abfalltonne gehört.

Hierzu werden die vier Abfalltonnen aufgestellt.

Die Kinder dürfen die mitgebrachten Gegenstände selbstständig den entsprechenden Tonnen zuordnen. Dabei wird bewusst zunächst nicht sofort korrigiert.

Die Kinder sollen eigene Entscheidungen treffen und ihre Entscheidung gegebenenfalls begründen.

Beispielsweise:

„Warum glaubst du, dass dieser Gegenstand in diese Tonne gehört?“

Dadurch wird nicht nur die richtige Zuordnung, sondern auch das Verständnis für die Abfalltrennung gefördert.

  1. Die Detektiv-Analyse

8.1 Was haben wir herausgefunden?

ca. 10 Minuten

Nachdem alle Gegenstände verteilt wurden, folgt die gemeinsame „Detektiv-Analyse“.

Gemeinsam mit den Kindern wird kontrolliert:

Was wurde richtig sortiert?

und

Wo hat sich vielleicht ein Fehler eingeschlichen?

Falsch zugeordnete Gegenstände werden gemeinsam betrachtet und erneut richtig eingeordnet.

Dabei steht nicht die Fehlerbewertung einzelner Kinder im Mittelpunkt. Fehler werden als Lernmöglichkeit genutzt.

[Seite 5]

Der EAW-Mitarbeiter erklärt die richtige Zuordnung altersgerecht und beantwortet die Fragen der Kinder.

Durch die gemeinsame Kontrolle erleben die Kinder unmittelbar, dass auch ein „Detektiv“ nicht immer sofort die richtige Lösung kennen muss – wichtig ist, dass er genau hinschaut und dazulernt.

  1. Fragenrunde

9.1 Was wollten die Abfalldetektive schon immer wissen?

ca. 5 Minuten

Nach der praktischen Übung erhalten die Kinder Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen.

Mögliche Fragen können beispielsweise sein:

• Was passiert mit dem Abfall?

• Warum gibt es verschiedene Tonnen?

• Was passiert, wenn etwas in der falschen Tonne landet?

• Was passiert mit einer vollen Tonne?

• Was wird aus dem gesammelten Abfall?

• Warum darf man manche Sachen nicht in eine bestimmte Tonne werfen?

Die Fragen der Kinder stehen dabei im Mittelpunkt.

Der EAW-Mitarbeiter beantwortet die Fragen altersgerecht und greift dabei möglichst konkrete Beispiele aus dem Alltag der Kinder auf.

  1. Die Abfalldetektiv-Prüfung

10.1 Jetzt wird es ernst!

Zum Abschluss des Programms findet die „Abfalldetektiv-Prüfung“ statt.

Jedes Kind erhält einzeln einen vorbereiteten Gegenstand.

Die Aufgabe lautet:

„Du bist jetzt ein echter Abfalldetektiv. Zeig uns, in welche Tonne dieser Gegenstand gehört.“

Das Kind ordnet den Gegenstand selbstständig der richtigen Abfalltonne zu.

Die Prüfung dient nicht der Leistungsbewertung im schulischen Sinne. Sie stellt vielmehr einen spielerischen Abschluss dar und gibt jedem Kind die Möglichkeit, das zuvor Gelernte selbstständig anzuwenden.

Die erfolgreiche Zuordnung wird entsprechend gewürdigt.

[Seite 6]

  1. Auszeichnung zum kleinen Abfalldetektiv

Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Kinder:

Eine persönliche Urkunde

Die Urkunde bestätigt die Teilnahme am Programm „Die kleinen Abfalldetektive“.

Eine EAW-Brotdose

Als kleines nachhaltiges Erinnerungsgeschenk erhalten die Kinder eine EAW-Brotdose.

Die Brotdose soll gleichzeitig einen Bezug zum Alltag der Kinder herstellen und das Thema Abfallvermeidung aufgreifen.

Damit wird das Programm über den Besuch des EAW hinaus in den Alltag der Kinder verlängert.

  1. Zeitlicher Ablauf

Programmpunkt Zeit

Begrüßung und Vorstellungsrunde ca. 5 Min.

Geschichte vom MÜMO ca. 10–15 Min.

Praktische Abfalltrennung ca. 15 Min.

Gemeinsame Detektiv-Analyse ca. 10 Min.

Fragenrunde ca. 5 Min.

Abfalldetektiv-Prüfung und Abschluss ca. 10 Min.

Gesamtdauer ca. 60 Min.

Die Zeitangaben dienen als Orientierung. Je nach Gruppengröße, Aufmerksamkeitsspanne und Fragen der Kinder kann der zeitliche Ablauf flexibel angepasst werden.

  1. Rolle des EAW

Der EAW übernimmt bei dem Programm nicht ausschließlich die Funktion eines Informationsvermittlers.

Der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin des EAW ist gleichzeitig:

• Ansprechpartner,

• Umweltpädagoge,

• Geschichtenerzähler,

• Moderator,

• Lernbegleiter und

[Seite 7]

• Ansprechpartner für Fragen rund um Abfall und Abfalltrennung.

Durch den persönlichen Besuch in den Kindertagesstätten entsteht ein unmittelbarer Kontakt zwischen den Kindern und dem EAW.

Der EAW wird dadurch für die Kinder als kompetenter und gleichzeitig nahbarer Ansprechpartner rund um das Thema Abfall erlebbar.

  1. Pädagogischer Ansatz

Das Programm orientiert sich an den besonderen Bedürfnissen von Kindern im Vorschulalter.

Im Vordergrund stehen:

Lernen durch Erleben

Die Kinder hören nicht nur Informationen, sondern wenden das Erlernte unmittelbar selbst an.

Lernen durch Bewegung und Handlung

Das Zuordnen und Einwerfen der Abfälle macht die Abfalltrennung praktisch erlebbar.

Lernen durch Wiederholung

Die Abfallarten werden zunächst in der Geschichte vorgestellt, anschließend praktisch sortiert und zum Abschluss in der Prüfung erneut angewendet.

Lernen durch eigene Entscheidungen

Die Kinder entscheiden selbstständig, welcher Abfall in welche Tonne gehört.

Lernen ohne Leistungsdruck

Fehler werden nicht negativ bewertet, sondern gemeinsam besprochen und korrigiert.

  1. Nachhaltigkeit des Programms

Das Programm soll nicht mit dem Ende des Besuchs abgeschlossen sein.

Die Kinder nehmen die neu gewonnenen Kenntnisse in ihren Alltag mit und können diese auch zu Hause anwenden.

Die Urkunde und die EAW-Brotdose dienen dabei als sichtbare Erinnerung an den Besuch des EAW.

Darüber hinaus bietet sich eine Einbindung der pädagogischen Fachkräfte an. Die Kindertagesstätten können die Thematik nach dem Besuch beispielsweise durch eigene Sortierspiele, Bastelangebote oder Gespräche weiter vertiefen.

Damit kann aus einem etwa einstündigen Besuch ein nachhaltiger Bildungsimpuls für den Alltag der Kinder entstehen.

[Seite 8]

  1. Anforderungen an die Durchführung

Für die Durchführung des Programms stellt der EAW die erforderlichen Materialien zur Verfügung.

Hierzu gehören insbesondere:

• vier Vorsortiergefäße in den entsprechenden Farben

• vorbereitete Abfallgegenstände,

• Geschichte „Das MÜMO“,

• ergänzende Anschauungsmaterialien,

• Urkunden,

• EAW-Brotdosen.

Die Durchführung erfolgt grundsätzlich durch einen geschulten Mitarbeiter bzw. eine geschulte Mitarbeiterin des EAW.

Die Kindertagesstätte stellt geeignete Räumlichkeiten sowie die erforderliche pädagogische Begleitung durch das Betreuungspersonal zur Verfügung.

  1. Qualitätssicherung und Weiterentwicklung

Das Programm wird regelmäßig auf Grundlage der Erfahrungen aus den durchgeführten Veranstaltungen weiterentwickelt.

Dabei können insbesondere folgende Aspekte berücksichtigt werden:

• Fragen und Interessen der Kinder,

• häufige Fehler bei der Abfallzuordnung,

• Rückmeldungen der pädagogischen Fachkräfte,

• Verständlichkeit der Geschichte,

• Eignung der eingesetzten Gegenstände,

• Dauer der einzelnen Programmpunkte.

Die Erfahrungen aus den Kindertagesstätten können genutzt werden, um das Programm kontinuierlich an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen.

[Seite 9]

  1. Zusammenfassung

Mit dem Programm „Die kleinen Abfalldetektive“ bietet der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Rheingau-Taunus-Kreis ein niedrigschwelliges und praxisorientiertes Umweltbildungsangebot für Vorschulkinder an.

Innerhalb von rund 60 Minuten lernen die Kinder die vier Abfalltonnen kennen, erfahren anhand der Geschichte des MÜMO, welcher Abfall wohin gehört, und wenden ihr Wissen anschließend selbstständig an.

Der Ablauf

Begrüßung → MÜMO-Geschichte → Abfall sortieren → Detektiv-Analyse → Fragenrunde → Prüfung → Urkunde und EAW-Brotdose

verbindet Wissensvermittlung mit spielerischem Lernen und eigener praktischer Erfahrung.

Die Kinder sollen am Ende nicht nur wissen, welcher Abfall in welche Tonne gehört, sondern vor allem die Erfahrung gemacht haben:

„Ich kann Abfall richtig trennen – ich bin ein kleiner Abfalldetektiv!“

Das Programm leistet damit einen wichtigen Beitrag zur frühzeitigen Umweltbildung und zur Entwicklung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Abfällen und Ressourcen im Rheingau- Taunus-Kreis.

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung