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A4.3_Luftbildauswertung Phase A.pdf

Ersatzneubau der Brücke Lände mit Behelfsbrücke

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 07.10.2026, 08:49 (Europe/Berlin)

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Besel-KMB

Die Experten für

Kampfmittelbeseitigung

30.07.2024

Kampfmittelvorerkundung

Kampfmittelbewertung durch Luftbild- u. Archivauswertung laut Baufachliche Richtlinien Kampfmittelräumung (BFR KMR) der Phase A


Projekt: Erneuerung eines Bestandsbauwerks Brücke über die Amper Auf der Lände 82256 Fürstenfeldbruck

Auftraggeber: Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck Sachgebiet 44 - Tiefbau Hauptstraße 31 82256 Fürstenfeldbruck

Untersuchungszweck: Kampfmittelvorerkundung

Bezug: Beauftragung vom 24.07.2024

Bericht Nr.: 001

Projekt-Nr.: 24-269


Diese Kampfmittelvorerkundung umfasst inklusive Deckblatt 22 Seiten

Aufgrund bestehender Lizenzbestimmungen ist eine Weitergabe an Dritte und dessen Veröffentlichung sowie Vervielfältigung jedweder Art nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung und Einholung weiterer Nutzungsrechte gestattet.

Besel-KMB e.K. Telefon: + 49 (0) 8841 67245-15 E-Mail: info@besel-kmb.de Schwaigangerstr. 12 Fax: + 49 (0) 8841 67245-14 Internet: www.besel-kmb.de 82441 Ohlstadt Mobil: + 49 (0) 152 54515534

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1 Inhaltsverzeichnis

1 Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................... 2 2 Zusammenfassung .............................................................................................................. 3 3 Beauftragung ...................................................................................................................... 4 3.1 Aufgabenstellung laut Auftraggeber ........................................................................... 4 4 Auswertungsgrundlagen .................................................................................................... 5 4.1 Verfügbare Archivalien und Dokumente ..................................................................... 5 4.2 Luftaufnahmen ............................................................................................................ 6 4.3 Digitales Geländemodell .............................................................................................. 6 4.4 Bewertung der Auswertungsgrundlage ....................................................................... 7 5 Ergebnisse der Auswertung ............................................................................................... 8 5.1 Luftangriffe .................................................................................................................. 8 5.2 Unterlagen, Fachliteratur und sonstige Quellen ......................................................... 9 5.2.1 Fürstenfeldbruck, Luftangriffe und Einmarschberichte ....................................... 9

5.2.2 Einmarschbericht Maisach ................................................................................... 9

5.2.3 Einmarschbericht in Emmering .......................................................................... 10

5.2.4 Fliegerhorst Fürstenfledbruck ............................................................................ 10

6 Betrachtung ...................................................................................................................... 14 6.1 Geographische Lage ................................................................................................... 14 6.2 Visuelle Interpretation der in Tabelle 1 aufgeführten Luftaufnahmen..................... 14 6.3 Luftaufnahmen .......................................................................................................... 15 6.4 Verursachungsszenarien ............................................................................................ 18 7 Fazit .................................................................................................................................. 19 8 Verweise ........................................................................................................................... 20 9 Konzept der Luftbildauswertung ...................................................................................... 20 9.1 Zweck der Luftbildauswertung .................................................................................. 20 9.2 Kampfmittelbelastung ............................................................................................... 20 10 Rechtsgrundlagen ............................................................................................................. 21 11 Verfahrensablauf Länder .................................................................................................. 21 11.1 Bayern ........................................................................................................................ 21 12 Kampfmittelfreigabe durch Luftbildauswertung ............................................................. 22

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2 Zusammenfassung

Die vorliegende Begutachtung für den Untersuchungsbereich Auf der Lände in 82256 Fürstenfeldbruck, wurde im Zuge der Kampfmittelvorerkundung als Luftbild- und Archivauswertung erstellt.

Es betrachtet eine mögliche Belastung durch Kampfmittel bis Ende des Zweiten Weltkrieges. Auf dessen Grundlagen kann eine Bewertung erfolgen, ob eine kampfmitteltechnische Erkundung der Flächen notwendig ist. Die Analysen beinhalteten die Auswertungen der benötigten Luftbilder im Untersuchungsbereich sowie historische Dokumente, Berichte und firmeneigene Aufzeichnungen.

Es wird keine Berücksichtigung auf bereits stattgefundene Kampfmittelberäumungen oder Verfüllungen nach 1945 genommen.

Für den vorgegebenen Untersuchungsbereich (Abbildung 1, S.4) konnte keine potenzielle Kampfmittelbelastung ermittelt werden.

Gemäß der Kategorie 1 der BFR KMR besteht kein weiterer Handlungsbedarf.

Kategorie 1 Der Kampfmittelverdacht hat sich nicht bestätigt. Außer einer Dokumentation besteht kein weiterer Handlungsbedarf.1

Tabelle 1: Kategorein nach BFR KMR (2018)

KategorieErläuterung
1Der Kampfmittelverdacht hat sich nicht bestätigt. Außer einer Dokumentation besteht kein weiterer Handlungsbedarf.
2Auf der Fläche werden Kampfmittelbelastungen vermutet oder wurden festgestellt. Für die Gefährdungsabschätzung sind weitere Daten erforderlich. Es besteht weiterer Erkundungsbedarf.
3Die festgestellte Kampfmittelbelastung stellt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefährdung dar. Sie ist zu dokumentieren. Bei Nutzungsänderungen und Infrastrukturmaßnahmen ist eine Neubewertung durchzuführen. Daraus kann sich ein neuer Handlungsbedarf ergeben.
4Die festgestellte Kampfmittelbelastung stellt eine Gefährdung dar, die eine Beseitigung erfordert.
5Die Kampfmittelbelastung wurde vollständig geräumt.

1 (Bundesministerium des Inneren, et al., 2018) S.46 Seite 3 / 22

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3 Beauftragung

Besel-KMB wurde durch die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck vertreten durch Herrn Georg Vihbeck für diese Kampfmittelvorerkundung des Untersuchungsgebiets laut BFR KMR der Phase A2 am 24.07.2024 beauftragt. 3.1 Aufgabenstellung laut Auftraggeber

Fürstenfeldb ruck Auswertebereich

Untersuchungsbereich SchöngeisingerStr.

Amper

Amper

r

e

p

Amper m

A

Abbildung 1: Lage des Untersuchungsgebietes (weiß) + 50m Sicherheitspuffer (blau) und hinterlegtem, aktuellen Luftbild (Maps©Bing/Microsoft Corporatio).

Zur Überprüfung eventueller Kampfmittelbelastungen, werden folgende Verursachungsszenarien nach BFR KMR A-2.1.4 untersucht:

  • Luftangriffe, Bodenkämpfe, Munitionsvernichtung, Militärischer Regelbetrieb und Munitionsproduktion und -lagerung3.

2 (Bundesministerium des Inneren, et al., 2018) S.131 3 ebd. S.151-182 Seite 4 / 22

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4 Auswertungsgrundlagen

4.1 Verfügbare Archivalien und Dokumente

Zur Ermittlung von Kampfhandlungen wurde eine Vorauswahl an einschlägiger allgemeiner und regionaler Literatur vorgenommen und anschließend auf Ereignisse untersucht, die das Auswertegebiet direkt betreffen oder in der näheren Umgebung stattgefunden haben könnten. Folgende Dokumente und Literatur standen zur Auswertung zur Verfügung:

  1. Joachim Brückner (1987): Kriegsende in Bayern 1945, Der Wehrkreis VII und die Kämpfe zwischen Donau

und Alpen.

  1. Bauer (1987): Fliegeralarm. Luftangriffe auf München 1940-1945.

  2. Freeman (1990): The Mighty Eight War Diary.

  3. M.Wind / H.Günther (1998), Kriegstagebuch vom 30 Oktober 1943 bis 6. Mai 1945, 17. SS-Panzer-

Grenadier-Division „Götz von Berlichingen“.

  1. Werner Girbig, 1000 Tage über Deutschland, Die 8. Amerikanische Luftflotte im 2. Weltkrieg.

  2. Hans-Günter Richardi, Bomber über München, Der Luftkrieg von 1939 bis 1945.

  3. Hartmut Jung, Fürstenfeldbruck, Chronik eines Fliegerhorstes (1935-1994)

  4. Militärhistorische Schriftreihe Heft 30, Die Wehrkreise XVII und XVIII 1938-1945.

  5. Cord von Hobe, Einsatz der Panzerkampf-Gruppe XIII (von Hobe) 06.04.1945 – 05.05.1945.

  6. Thomas Albrich / Amo Gisinger, Im Bombenkrieg, Tirol und Vorarlberg 1943-1945.

  7. Helmut Veeh, Die Kriegsfurie über Franken 1945 und das Ende in den Alpen.

  8. Irmtraud Permooser, Der Luftkrieg über München 1942-1945.

  9. Ferdinand Kramer u. Ellen Latzin, Fürstenfeldbruck in der NS-Zeit, Eine Kleinstadt bei München in den

Jahren 1933 bis 1945

  1. Thomas Albricht, Luftkrieg über der Alpenfestung 1943-1945, Der Gau Tirol-Vorarlberg und die

Operationszone Alpenvorland.

  1. Hans Willbold, Der Luftkrieg zwischen Donau und Bodensee.

  2. Richard Bauer, Fliegeralarm, Luftangriffe auf München 1940-1945

  3. Pfister (2005): Das Ende des zweiten Weltkriegs im Erzbistum München und Freising. Bd. 8. Teil I und II.

  4. Report of Operations, The Seventh United States Army, in France and Germany 1944-1945, Volume II.

  5. Reinhold Friedrich, Spuren des Nationalsozialismus im bayrischen Oberland.

  6. Enemy Branch, The Bombers`s Beadeker, Guide tot he Economic Importance of German Towns and Citis)

2nd (1944) Edition, Part I and II.

  1. Harald G. Dill / Karlheiz Hetz, Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel Bd. 1 bis 3.
  • umfangreiche Bestände an Text- und Bilddokumenten verschiedener nationaler und internationaler Archive sowie eine eigene, ständig aktualisierte Bibliothek mit über 100 Titeln.

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4.2 Luftaufnahmen

Die Bestände folgender Archive werden für das vorliegende Auswertegebiet „Fürstenfeldbruck“ als ausschlaggebend erachtet und herangezogen:

  • U.S. National Archives and Records Administration (NARA, College Park MD, US-amerikanisches

Nationalarchiv)

  • U.S. Air Force Historical Research Agency (AFHRA, Maxwell AL, Archiv der US-amerikanischen

Luftstreitkräfte)

  • The National Archives (TNA, Kew, britisches Nationalarchiv)

  • Bundesarchiv der BRD (BArch)

Für den Auswertebereich „Auf der Lände“, wurden die in Tabelle 2 aufgelisteten Luftbildserien ausgewertet. Die Aufnahmen liegen als digitale Scans in einer Auflösung von 1.200 dpi vor, um alle Bilddetails erfassen zu können.

Tabelle 2: Auflistung der verwendeten Luftbilder

Pos.FlugnummerBildnummerFlugdatumMaßstabMengeQuelle
160-0393305309.05.19441:150001Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH
232-0988307710.04.19451:120001Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH
334-3980301725.04.19451:100001Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH
434-3988310025.04.19451:100001Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH
52-3738408002.09.19471:150001Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH

4.3 Digitales Geländemodell

Ergänzend zu den schriftlichen Quellen und Luftbildern wurde für die bewaldeten Bereiche neben dem Auswertungsgebietes ein digitales Geländemodell ausgewertet (DGM 1; Quelle: LANDESAMT FÜR DIGITALISIERUNG, BREITBAND UND VERMESSUNG BAYERN), das aus aktuellen flugzeuggestützten Laserscanning-Daten erzeugt wurde.

Erfahrungsgemäß bleibt die Geländebeschaffenheit eines Waldes bei geringem Einfluss durch den Menschen über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert. Unter der Voraussetzung, dass der zu untersuchende Waldbereich seit dem Zweiten Weltkrieg ununterbrochen besteht, können anhand eines DGMs Hohlformen wie zum Beispiel Bombentrichter beziehungsweise Vollformen wie Bunkeranlagen noch heute nachgewiesen werden.

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4.4 Bewertung der Auswertungsgrundlage

Der vorliegende Bericht liegt in dem Bereich der Phase A - Historische Erkundung und Bewertung.

Tabelle 3: Phasenbild der Kampfmittelräumung

Phase AHistorische Erkundung der möglichen Kampfmittelbelastung und Bewertung
Phase BTechnische Erkundung der möglichen bzw. festgestellten Kampfmittelbelastung und Gefährdungsabschätzung
Phase C1Räumkonzept, Ausschreibung und Vergabe der Leistung
Phase C2Räumung, Abnahme und Dokumentation

Eine vollständige Phase A enthält wiederum die folgenden Bausteine:

  • Standortbeschreibung und Ermittlung der Kostenwirkungsfaktoren
  • Archivrecherche
  • Luftbildauswertung
  • Geländebegehung
  • Zeitzeugenbefragung
  • Darstellung der Verursachungsszenarien
  • Ermittlung und Darstellung durchgeführter Kampfmittelräumungen

Dieser Bericht liefert einen ersten, orientierenden Überblick und beschränkt sich auf den Bereich der Luftbildauswertung und Archivrecherche für den Zeitraum des Zweiten Weltkrieges.

Für den Auswertebereich in Fürstenfeldbruck stehen regionale und überregionale Fachliteratur sowie online recherchierte Informationen zur Verfügung.

Es liegen Luftbildserien ab XXXXXX bis nach Kriegsende vor. Die Situation nach der Einnahme durch die amerikanischen Truppen wird ab dem XXXXX durch eine Befliegung dokumentiert.

Das Digitale Geländemodel (DGM) ermöglicht im bewaldeten Teil des Auswertungsgebietes die Überprüfung der heutigen Bodenoberfläche.

Diese Grundlagen liefern detaillierte Informationen zum Luft- und Bodenkrieg in der Gegend, somit kann eine belastbare Risikobewertung erfolgen.

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5 Ergebnisse der Auswertung

5.1 Luftangriffe

Die Auswertung der bestehenden Unterlagen führte zu dem Ergebnis, dass das Untersuchungsgebiet im Zweiten Weltkrieg nicht von strategischen und taktischen4 Luftangriffen betroffen war.

Tabelle 4: chronologische Auflistung der Luftangriffe im Umfeld von Fürstenfeldbruck

Zusammenstellung der Luftangriffe (Bombenabwürfe)
PosDatumOrt / ZielFlugzeugArtSchädenTote
1Herbst 1944FürstenfeldbruckBomberNotabwurf von zwei SprengbombenEinschlag hinter der Jahnhalle. Keine Schäden0
207.01.1945EmmeringInformation liegt nur durch den Kriegsberichterstatter Pfarrer Benno Ruhland vor.Gebäudeschäden KirchenschädenNB
307.03.1945MaisachVermutlich 6 x P-51 JagdflugzeugeSprengbombenFliegerhorst FürstenfeldbruckNB
(Angriffe auf Flugplätze in
West-Deutschland)
422.02.1944Olching21 x B17 Bomber der 15. USSAF168 x 500 lbs. Sprengbomben 252 x 100 lbs. BrandbombenZerstörung von 23 Gebäuden und Beschädigung von 35 Gebäuden22
509.04.1945Fürstenfeldbruck139 x B-17 Bomber der 8. USSAF334,3 t SprengbombenFliegerhorst FürstenfeldbruckNB
625.04.1945HaspelmoorJagdflugzeugeBordwaffenbeschuss SprengbombenGebäudeschäden Bhf. Haspelmoor Bahnanlagen>2
729.04.1945MaisachJagdflugzeugeBordwaffenbeschussNBNB
829.04.1945Hattenhofen Mammendorf12x P-47 JagdflugzeugeBordwaffenbeschuss Sprengbomben16 Wirtschaftsgeb. 3 Wohnhäuser3

NB = Nicht bekannt

Bemerkung: Aufgenommen wurden nur Ereignisse, soweit sie mit Sicherheit festgestellt werden konnten. Die Auflistungen haben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Angaben zur Bombenlast: Die aufgeführte Menge an Sprengbomben ist die bekannte Bombenlast, die mitgeführt wurde. Es stellt nicht die tatsächliche abgeworfene Abwurfmenge dar.

4 taktische Angriffe wurden im Radius von 1 km um das Auswertegebiet einbezogen. Seite 8 / 22

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5.2 Unterlagen, Fachliteratur und sonstige Quellen

5.2.1 Fürstenfeldbruck, Luftangriffe und Einmarschberichte

Pfarrei Fürstenfeldbruck Berichterstatter: Stadtpfarrer Dr. Martin Mayr Datum 26. Juli 1945

Die Stadt Fürstenfeldbruck blieb sowohl in den Jahren der schweren Bombenangriffe wie auch am Tag des Einmarsches der Amerikaner, Gott sei tausendmal Dank, völlig verschont. Durch die Anwesenheit der Fliegerhorstbesatzung bis zum letzten Tag, durch die Verlegung einer Berliner SS-Einheit (Stab Himmlers) in die Polizei schule (früher Kloster Fürstenfeld) war die Gefahr eine denkbar ernste. Die SS "setzte sich 2 Tage zuvor ab". Der Wachsamkeit und Unerschrockenheit einiger hiesiger Bürger ist es gelungen, viermal je ein anderes Sprengkommando zu überreden bzw. zu hindern, die Amperbrücke am Hauptplatz zu sprengen, nachdem sie bereits geladen war. Die Kirchen der Stadt und alle einzelnen Kapellen sind unversehrt. Die Klosterkirche erhielt am 28. April durch Sprengung der Eisenbahnbrücke (durch die Deutschen) einige Fensterschäden.

Der Einmarsch der Amerikaner und die Übergabe der Stadt erfolgte am Sonntag, 29. April, etwa 4 Uhr Nachmittag. Alles ging reibungslos vor sich trotz größter vorausgehender Krisen und der Vorbereitungen zur Verteidigung durch General Höne (Fliegerhorst). Die Stadt Fürstenfeldbruck wurde, wie gesagt, sowohl von Luftangriffen und Bombenschäden (mit Ausnahme des Fliegerhorstes) wie von jeder Feindhandlung bei der Übergabe verschont.5

5.2.2 Einmarschbericht Maisach

Pfarrei Maisach Berichterstatter: Pfarrer Joseph Geoffroy Datum: 29. Juli 1945

Trotz des naheliegenden Flugplatzes Fürstenfeldbruck hatte Maisach selbst keine größeren Schäden zu verzeichnen. Am Sonntag, den 29. April 1945, war Kampfgefahr. Bordwaffenbeschuss. Nachmittags (ca. 15.30 Uhr) kamen die ersten amerikanischen Panzerautos durchgefahren. Es erfolgte nunmehr die Übergabe und Besetzung von Maisach. Kurz vorher waren noch von Puch her Granaten in die Reschstraße gefallen, welche an den dortigen Häusern kleinere Schäden verursachten.6

5 (Pfister, 2005) 6 (Pfister, 2005) Seite 9 / 22

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5.2.3 Einmarschbericht in Emmering

Pfarrei Emmering Berichterstatter: Pfarrer Benno Ruhland Datum: 01. August 1945

Der Einmarsch der Amerikaner am Sonntag, den 29. April 1945 nachmittags, hat sich in verhältnismäßiger Ruhe vollzogen. Es wurde den Bahndamm entlang zwar einiger Widerstand geleistet, so daß es zu Maschinengewehrfeuer kam. Detonationen von Brückensprengungen erfüllten die Luft, doch wurden derlei Zerstörungen in Emmering durch das Dazwischentreten beherzter Männer der Gemeinde verhindert.7

5.2.4 Fliegerhorst Fürstenfledbruck

Klassifizierung: Fliegerhorst mit einer Startbahn, Silberplatz

Örtliche Lage: 3,3 km nordnordostwärts der Amperbrücke in Fürstenfeldbruck und 1,5 km südostwärts des Bahnhofs von Maisach.

Am 01. Oktober 1935 begannen die Bauarbeiten mit Planierungsarbeiten, Straßenbau und der Verlegung des Reichsbahnanschlußgleises vom Bahnhof Maisach aus. Im März 1936 begannen dann die Hochbauarbeiten an den Unterkünften und den Funktionsbauten. Bereits am 03. Oktober 1936 fand das Richtfest für den neuen Fliegerhorst statt. Am 01. April 1937 bezogen als Erste die Fliegerhorstkommandantur und die unterstellte Fliegerhorstkompanie die Unterkünfte. Während des Zweiten Weltkrieges waren auch immer wieder kurzfristig Einsatzverbände auf dem Platz stationiert.

Ab Frühjahr 1944 wurde das Rollfeld vergrößert und der Bau einer Start- und Landebahn aus Beton begonnen. Diese wurde Anfang 1945 nochmals um rund 500 m nach Westen verlängert, denn das "Silberprogramm" sah für Fürstenfeldbruck die Verlängerung der Startbahn auf die Standardlänge von 1.700 m vor.

Am 09. April 1945 wurde auch Fürstenfeldbruck im Rahmen der amerikanischen Angriffe auf die süddeutschen „Strahler-Plätze“ bombardiert. Zu einer Stationierung eines "Strahler"- Verbandes ist es nicht mehr gekommen, nur die Bodenteile der II./KG 54 waren im April 1945 im Fliegerhorst.

Am 29. April 1945 erreichten Einheiten der 3'd US Infantry Division den Raum Fürs- tenfeldbruck. Schon bald darauf errichtete die US Army zwischen dem Fliegerhorst und Emmering ein Lager für internierte Wehrmachtsangehörige und belastete Personen. Insgesamt waren zwischen Mai und Juli 1945 rund 40.000 Personen in diesem etwa 40 Hektar großen Lager untergebracht

7 (Pfister, 2005) Seite 10 / 22

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Auswertebedingungen
Luftbildverfügbarkeit✓ gut  eingeschränkt  nicht gegebenAnmerkungen:
Qualität✓ überwiegend gut  überwiegend schlechtAnmerkungen:
Bodensicht✓ gut  eingeschränkt  nicht gegebenAnmerkungen:
Informationsdefizite ja ✓ nicht ableitbarAnmerkungen:
Umgebung bis Kriegsende 1945
Nutzung des AuswertegebietesVerbindungsbrücke über die Amper
Nutzung der UmgebungBebauung von Fürstenfeldbruck Wasserkraftwerk FFB
Potentielle, taktische ZieleFliegerhorst Fürstenfeldbruck
Militärische Nutzung Truppenübungsplatz  Standortübungsplatz  Fliegerhorst  Rüstungsindustrie ✓ Nicht ableitbarAnmerkungen:
Luftangriffe
Bombardierung✓ Bombentrichter  Brandbomben  Trümmerflächen  vermutete (weitere Oberflächenstörungen oder Bodenverfärbungen)  Angriffschronik  keine HinweiseAnmerkungen: Bekannte Bombardierung des Fliegerhorstes FFB am 09.04.1945 befindet sich außerhalb des Auswertebereiches.
Bordwaffenbeschuss Hinweis aus Literatur ✓ keine HinweiseAnmerkungen:

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Bodenkämpfe
Artilleriebeschuss, PAK (PAK= Panzerabwehrkanone) sichtbar  ja ✓ neinAnmerkungen:
beschädigte Infrastruktur bzw. Vegetation sichtbar  nicht sichtbar ✓ neinAnmerkungen:
weitere Hinweise✓ Angriffschronik  keine HinweiseAnmerkungen:
Stellungen und Anlagen
Flakstellung (FLAK =Flugabwehrkanone) ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Stellungssysteme ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Deckungslöcher jaAnmerkungen:
✓ nicht vorhanden
Panzergraben / Sperren ja ✓ nicht vorhanden jaAnmerkungen:Anmerkungen:
✓ nicht vorhanden
weitere Anlagen / Stellungen ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Allgemeine kampfmittelverdächtige Oberflächenstrukturen
Entwässerungsgraben ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Löschteich / Weiher ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Stausee, Staubecken ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:
Gewässer✓ ja  nicht vorhandenAnmerkungen: Amper
weitere Formen die auf Rückschlüsse durch Kriegshandlungen schließen ja ✓ nicht vorhandenAnmerkungen:

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Digitales Geländemodel (DGM)
bewaldetes Gebiet im Untersuchungsbereich ja ✓ neinAnmerkungen:
bewaldetes Gebiet in der näheren Umgebung✓ Ja  neinAnmerkungen: Rothschaiger Forst Amperleite Emmeringer Leite Münchener Berg
Zusammenfassung Bombentrichter  Gräben / Stellungen  symmetrische Bodenveränderung  Gruben / Deponie ✓ nicht vorhanden  mögliche archäologische AuffälligkeitenAnmerkungen:
Ergebnis
Hinweise ermittelt ✓ nicht ermitteltAnmerkungen: Nach Auswertung der vorliegenden Luftbilder fällt das Untersuchungsgebiet in Anlehnung an die BFR KMR (2018) in die Kategorie 1.
Handlungsbedarf ja ✓ neinDer Kampfmittelverdacht hat sich nicht bestätigt. Außer einer Dokumentation besteht kein weiterer Handlungsbedarf.

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6 Betrachtung

6.1 Geographische Lage

Fürstenfeldbruck ist eine Große Kreisstadt und die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Fürstenfeldbruck liegt circa 25 Kilometer westlich von München und circa 40 Kilometer südöstlich von Augsburg im westlichen Oberbayern an der Grenze zum Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt wird von der Amper durchflossen. 6.2 Visuelle Interpretation der in Tabelle 1 aufgeführten Luftaufnahmen

Der Auswertebereich war zur Zeit des zweiten Weltkriegs bereits mit der Verbindungsbrücke über die Amper zwischen der Schöngeisinger Str. und der Lände verbunden. Umschlossen wird die Lände (Bedeutung: Stelle, Platz zum Anlegen von Schiffen, Booten) von der Amper die das südlich fast angrenzende Wasserkraftwerk FFB (Inbetriebnahme 1919/20) speist. Ab 1925 wurde auf der Lände eine neue Turnhalle mit Laufbahn errichtet. Ab 1924 bis 1945 befand sich die Polizeischule (Offiziersausbildung) in dem ca. 600 m südlich entfernten Klosters Fürstenfeld.

Der Auswertebereich war nicht direkt von Bombardierungen betroffen. Die schwersten Angriffe fanden am 09. April 1945 auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck statt. Der Einmarsch der Amerikaner am 29. April 1945 erfolgte friedlich ohne nennenswerte Zwischenfälle. Informationen über eine geplante Brückensprengung Auf der Lände sind nicht bekannt.

Die Bodensicht ist für die Luftbildauswertung größtenteils uneingeschränkt, partiell führt Vegetation zu Beeinträchtigung. Aufgrund der unterschiedlichen Aufnahmezeitpunkte der Überflugbilder, können durch Schattenfall bedingte mögliche Erkenntnislücken minimiert werden. Ergänzend erfolgte für die bewaldeten Areale die Auswertung eines Digitalen Geländemodels.

Analog zu dem ausgewerteten Nachkriegsluftbild sind keine weiteren Hinweise auf Kriegsschäden durch Abwehrkämpfe im Auswertebereich ersichtlich.

Im Untersuchungsbereich „Auf der Lände in Fürstenfeldbruck“, konnte keine potentielle Kampfmittel-belastung ermittelt werden.

Gemäß Baufachlicher Richtlinien Kampfmittelräumung besteht kein weiterer Handlungs- bedarf nach Kategorie 1.

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6.3 Luftaufnahmen

Fürstenfeldbruck 09. 05.1944 Auswertebereich

Untersuchungsbereich

Schönge isingerStr.

Am

per

Amper

Amper

Bildfehler

Abbildung 2: L uftbild Pos.1, Tab.2; Erste Kriegsluftsicht ohne nennenswerte Kriegsschäden im Auswertebereich. Bild: Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH / Bildfehler bestehen

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Fürstenfeldbruck 10.04.1945

offener Dachstuhl

SchöngeisingerStr .

Amper

Amper

Amper

Abbildung 3: Luftbild Pos.2, Tab.2; Kriegsluftsicht ohne weitere Schäden im Auswertebereich. Der offene Dachstuhl zeigt keine Zerstörung durch Spreng- oder Brandmittel auf. Bild: Luf tbilddatenbank Dr. Carls GmbH

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Fürstenfeldbruck 25.04.1945

Amper

Amper

Bildfehler

Ampe r

Abbildung 4: Luftbild Pos.3, Tab.2; Letzte Kriegsluftsicht ohne nennenswerte Veränderungen im Auswertebereich. Bild: Luftbildda tenbank Dr. Carls GmbH

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6.4 Verursachungsszenarien

Verschiedene Vorgänge und Handlungen können zu einer Kampfmittelbelastung geführt haben. Die Baufachlichen Richtlinien Kampfmitträumung unterscheidet ohne Anspruch auf Vollständigkeit 5 Hauptgruppen als regelmäßige Ursachen:

Verursachungsszenarien
Luftangriffe Bombardierung  Bordwaffenbeschuss ✓ nicht bekanntAnmerkungen:
Bombardierungen liegen
außerhalb des
Auswertebereiches
Bodenkämpfe Blindgegangene MunitionAnmerkungen: Genannter Artilleriebeschuss liegt außerhalb des UntersuchungsbereichesAnmerkungen:
 In Stellungen zurückgelasseneGenannter Artilleriebeschuss
oder verschüttete Munitionliegt außerhalb des
 MinenfelderUntersuchungsbereiches
 Sprengfallen
Verminte Infrastruktur
 bekannt
✓ nicht bekannt
Munitionsvernichtung Munitionsvernichtung durch Sprengmunition  Munitionsbeseitigung durch Ablagerung  Munitionsbeseitigung durch Versenkung ✓ nicht bekanntAnmerkungen:
Militärischer Regelbetrieb TruppenübungsplatzAnmerkungen:
 Standortübungsplatz
 Fliegerhorst
 Rüstungsbetrieb
✓ nicht bekannt
Munitionsproduktion / -lagerung Industrielle Standorte derAnmerkungen:
Munitionsproduktion
 Munitionsanstalten
✓ nicht bekannt

Erläuterung für „nicht bekannt“: Weder bestehende Luftbilder noch Archivrecherche begründen einen einwandfreien Verdacht.

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7 Fazit

Für den Untersuchungsbereich „Auf der Lände“ in Fürstenfeldbruck, konnte nach Auswertung der vorliegenden Luftbildserien und Unterlagen keine potenzielle Kampfmittelbelastung ermittelt werden.

Gemäß Baufachlicher Richtlinien Kampfmittelräumung besteht kein weiterer Handlungsbedarf nach Kategorie 1.

Kategorie 1: Der Kampfmittelverdacht hat sich nicht bestätigt. Außer einer Dokumentation besteht kein weiterer Handlungsbedarf.

Ohlstadt, den 30.07.2024


Andreas Besel Geschäftsführer und Inhaber §7 SprengG, fachkundig nach §20 SpregG.

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8 Verweise

Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und Bundesministerium der Verteitigung. 2018. Baufachliche Richtlinien Kampfmittelräumung (BFR KMR). [Online] September 2018. www.bfr-kmr.de/dokumente/BFR_KMR_Stand_September_2018.pdf. Pfister, Peter. 2005. Das Ende des Zweiten Weltkriegs im Erzbistsum München und Freising. Regensburg : Schnell und Steiner GmbH, 2005. Zapf, Jürgen. 2010. Flugplätze der Luftwaffe 1934 - 1945 und was davon übrig ist. Zweibrücken : VDM Heinz Nickel, 2010.

9 Konzept der Luftbildauswertung

9.1 Zweck der Luftbildauswertung

Luftbilder sind eine wichtige Informationsquelle für die Historisch-genetische Rekonstruktion der Kampfmittelbelastung (vgl. A-2.1.3, Punkt 4 „Luftbilder“). Ihre Auswertung ist optionaler Bestandteil der Phase A.

Eine Luftbildauswertung ist i. d. R. ein Bestandteil einer Historisch-genetischen Rekonstruktion der Kampfmittelbelastung (HgR-KM). Im originären Sinne umfasst sie lediglich eine luftbildgestützte Situationsbeschreibung für den betrachteten Zeitraum und keine Gefährdungsabschätzung oder weiterführende Handlungsempfehlung.8 9.2 Kampfmittelbelastung

Relevanz der Kampfmittelbelastung durch Abwurfmunition und Bodenkämpfen aus heutiger Sicht:

  • Kampfmittelbelastungen aus Abwurfmunition und untergeordnet auch Bordwaffenmunition sind hinsichtlich des Gefährdungspotenzials als hoch einzuschätzen. Die großflächigen Trefferbereiche liegen fast immer in bebauten und intensiv genutzten Gebieten. Selbstdetonationsfähige Zünder oder die Möglichkeit der Detonation bei mechanischer Energiezufuhr (z. B. Tiefbauarbeiten) sind zu berücksichtigen. Die großen Explosivstoffmengen sind im Fall einer Detonation geeignet, auch großflächige Zerstörungen anzurichten. Diese Gründe belegen, dass eine fachlich fundierte und lückenlose Bestimmung der Kampfmittelbelastung durch die Rekonstruktion aller Angriffe mit Hilfe von Archivalien- und Luftbildauswertungen notwendig ist.9

  • Kampfmittelbelastungen aus Bodenkämpfen können regional bedeutend sein. Gebiete mit schweren Kampfhandlungen sind bekannt. Allerdings ist davon auszugehen, dass eine große Zahl der mehr kleinräumig, lokal ausgebildeten Kampfgebiete und die damit verbundenen Kampfmittelbelastungen heute nicht mehr bekannt sind. Dies schmälert allerdings nicht die Relevanz der Kampfmittelbelastung aus Bodenkämpfen.10

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10 Rechtsgrundlagen

Eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Kampfmittelbeseitigung, in der die Zuständigkeiten, die Finanzierung, die Haftung oder die materiellen Anforderungen an die Kampfmittelräumung geregelt werden, gibt es nicht. Stattdessen sind die Rechtsquellen auf verschiedene Bundes- und Landesgesetze verstreut. Die grundsätzliche Verteilung der Aufgaben und der Kosten lässt sich aus dem Grundgesetz (GG) ableiten. Die Aufgaben, Zuständigkeiten und die Organisation der Kampfmittelbeseitigungsdienste der Länder sowie andere Detailfragen sind in den jeweiligen Landesgesetzen geregelt.11

11 Verfahrensablauf Länder

11.1 Bayern

Die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit durch Kampfmittel bestimmt sich in Bayern nach den allgemeinen Regeln des Sicherheits- und Polizeirechts. Es handelt sich in der Regel um örtliche Gefahren, für die die Gemeinden als örtliche Sicherheitsbehörden zuständig sind. Soweit ein Handeln der Sicherheitsbehörden nicht rechtzeitig möglich ist, ergreift die Polizei die erforderlichen Maßnahmen.

Die Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern „Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel“ vom 15.04.2010 enthält hierzu einschlägige Hinweise, Informationen und Verhaltensregeln.

Kampfmittelfunde werden stets als unmittelbar zu beseitigende Gefahr angesehen, bei der die Polizei zu verständigen ist. Diese ergreift die erforderlichen Maßnahmen. Bei sog. „alten“ Kampfmitteln wird den für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen der vom Staatsministerium des Innern vorgehaltene Kampfmittelbeseitigungsdienst als tatsächliche freiwillige Leistung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bei „neuen“ Kampfmitteln wird das Bayerische Landeskriminalamt tätig.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat keine eigene sicherheitsrechtliche Zuständigkeit und keine hoheitlichen Rechte. Aufgabe und Ausstattung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind auf die zur Abwehr konkreter Gefahren unmittelbar erforderlichen kampfmittelbezogenen Maßnahmen beschränkt (identifizieren, ggf. unschädlich machen, abtransportieren und vernichten).

Regelmäßig nicht zu den Aufgaben des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gehört es, einem Kampfmittelverdacht nachzugehen oder die Kampfmittelbelastung bzw. -freiheit von Grundstücken zu beurteilen oder zu bescheinigen. Für die Beseitigung konkreter Gefahren, die von Kampfmitteln auf ihren Grundstücken ausgehen, sind grundsätzlich die Grundstückseigentümer als Zustandsstörer verantwortlich. Sie haben ggf. auch vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen und Fachfirmen zu beauftragen, etwa im Zusammenhang mit möglichen Gefährdungen bei Bodeneingriffen. Bei Baumaßnahmen sind die Bauherren und

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die bauausführenden Firmen entsprechend gefordert. Für die Entsorgung der von Fachfirmen geborgenen Kampfmittel durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst werden keine Kosten erhoben.12

12 Kampfmittelfreigabe durch Luftbildauswertung

Die durchgeführte Luftbildauswertung hat die Zusammenstellung von luftsichtigen Kriegsschäden und möglichen Belastungen infolge von Kriegseinwirkungen während des Zweiten Weltkriegs zum Ziel. Allein auf der Grundlage einer Luftbildauswertung kann jedoch keine absolute Kampfmittelfreiheit bescheinigt werden. Die Interpretation bezieht sich nur auf die niedergeschriebenen Archivalien und die zu Verfügung stehenden Luftbilder. Eine Kampfmittelfreigabe mit oder ohne Einschränkung kann erst nach erfolgter Erkundung des Untersuchungsbereich durch unterschiedlichste Messmethoden bescheinigt werden. Sollten im Zuge der Baumaßnahme Munitions- oder Waffenteile zum Vorschein treten, sind die Arbeiten einzustellen und die Polizei ist zu benachrichtigen. Je nach vorgefundener Situation kann eine Neubewertung der Untersuchungsfläche erfolgen. Ggf. sind weitere Erkundungen vor Ort nötig.

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