Kostenloses Live-Webinar: VergabeHero in Aktion erleben.

UKD_Standard_KG480.pdf

Errichtung einer Kälteentnahmegruppe mit Rohrleitungen, Pumpen und Wärmetauscher

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 06.10.2026, 09:56 (Europe/Berlin)

Herkunft: www.evergabe.de

Tabellen, Layout und Zeichen können bei der Extraktion abweichen. Maßgeblich ist die Originaldatei.

Originaldatei öffnen

[Seite 1]

Universitätsklinikum

„Carl Gustav Carus“ Dresden

GB Bau und Technik

Technischer UKD-Standard

Teil GLT

KG 480 Gebäude- und

Anlagenautomation

Stand: 06.2021

[Seite 2]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Inhalt

INHALT.................................................................................................................................................... 2

1 VORBEMERKUNGEN ..................................................................................................................... 3

2 KG 480 – GEBÄUDE- UND ANLAGENAUTOMATION ................................................................. 4

2.1 AUTOMATIONS-SYSTEM ............................................................................................................... 4 2.2 GEBÄUDEMANAGEMENTSYSTEM–GLT-ZENTRALE ....................................................................... 9 2.2.1 BACnet ............................................................................................................................................. 9 2.2.2 LON (Local Operating Network) .................................................................................................... 10 2.3 FELD-/PROZESSEBENE............................................................................................................. 14 2.3.1 Allgemeine Anforderungen an die schalttechnischen Anlagen ..................................................... 14 2.3.2 Prozess- und Feldgeräte ................................................................................................................ 15 2.4 UKDSPEZIFISCHEANWENDUNGSFESTLEGUNGEN ...................................................................... 16 2.4.1 Generelle Festlegungen ................................................................................................................. 16 2.4.2 Kostengruppenspezifische Festlegungen ....................................................................................... 17 2.5 FESTLEGUNGEN ZURADRESS-STRUKTUR UNDBESCHRIFTUNG .................................................... 22 2.5.1 Festlegung zur Device-Kennzeichnung .......................................................................................... 22 2.5.2 Festlegung zur Projektierung des cov ............................................................................................ 23

3 ANHANG ........................................................................................................................................ 24

2

[Seite 3]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

1 Vorbemerkungen

Allgemeine Beschreibung Dokumentaufbau und -funktion:

Dieses Dokument ist dem Gesamtdokument „Technischer UKD-Standard“, welches die Standardvorgaben des Universitätsklinikums „Carl Gustav Carus“ Dresden (UKD) für alle DIN 276- Kostengruppen beinhaltet, untergeordnet.

In den nachgeordneten Einzeldokumenten zu den jeweiligen Kostengruppen wird in zahlreichen Kapiteln für die Erschließung des jeweiligen Abschnittes und das Gesamtverständnis mittels Hyperlinks auf andere Textabschnitte desselben Dokuments sowie auf andere Einzeldokumente (auch anderer DIN 276-Kostengruppen) bzw. auf zu beachtende Anlagen verwiesen.

Zur besseren Übersicht wird empfohlen, den Navigationsbereich „Lesezeichen“ zu aktivieren, welcher einen Überblick über die Kapitelanordnung des Dokuments bietet.

Sie zeigen die Lesezeichen auf der linken Bildschirmseite an, indem Sie im Register „Ansicht“, im Kästchen „Fenster“ den Haken unter „Leisten“ bei „Lesezeichen“ durch Anklicken setzen.

Nach Öffnen der Dokumente –internen- Links, gelangt man zu einer anderen Textstelle. Mithilfe der eingeblendeten Lesezeichen ist es möglich, zum Absprungkapitel zurück zu gelangen und das Lesen ab dieser Stelle wieder aufzunehmen.

Für alle DIN 276-Kostengruppen sind außerdem stets folgende mitgeltende Anlagen zu beachten:

  • Raumbücher nach RL Bau,
  • die CAFM-Richtlinie des UKD,
  • derUKD-Standard WPP, Vollprobentest,
  • dasUKD-Medienzählkonzept
  • die UKD-Beschriftungsrichtlinie sowie
  • dieUKD-Fabrikatsvorgaben.

3

[Seite 4]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

2 KG 480 – Gebäude- und Anlagenautomation

2.1 Automations-System

Das Automationssystem zum Steuern, Regeln und Überwachen der gebäudetechnischen Anlagen ist modular aufgebaut und durch die BACnet-Kommunikation mit der GLT vernetzt.

Folgende Fabrikate sind im UKD zugelassen:

  • Sauter

  • GFR

Weitere Fabrikate sind aufgrund der im UKD vorhandenen und sehr komplexen Anlagenstruktur nicht

zugelassen, um das Gesamtsystem beherrschbar und ausfallsicher zu betreiben.

Das Automations-System ist als digitales System mit GLT - Funktionen und BACnet -Protokoll zu

planen. Die Automationsstationen sind über BACnet auf die Bedienstation anzubinden. BACnet -

Gateway´s sind nicht zugelassen. In der BACnet-Ebene ist auf Redundanz zu verzichten.

Das Automations-System verfügt über Automationsstationen, welche Daten untereinander sowie mit

dem Leit- und Bediensystem über BACnet austauschen müssen und autark arbeiten.

Die Automationsstationen (AS) werden im Bereich der Technikzentralen installiert. Die Zuordnung der

Automations-Systemstationen sowie der Informationsschwerpunkte (ISP) erfolgt anlagennah.

In jeder Technikzentrale, im Schaltschrank, ist ein Netzwerkanschluss als Doppeldose zu realisieren.

Über diesen Netzwerkanschluss wird die Verbindung zur Leitzentrale aufgebaut.

Die Automationsstationen sind auf das Netzwerk über BACnet/IP aufzuschalten.

Inbetriebnahme des Automations-Systems (in Anlehnung an die DIN EN ISO 16484-2:2004-10) mit

folgenden Funktionen:

 Lieferung einer Anlagen-/Regelbeschreibung vor Baubeginn an das UKD, Abt. GLT

 Protokollierung der Automations-Systemstationen mit allen angeschlossenen

Informationspunkten, Funktionstest mit Protokollausdruck über die Leitzentrale

 Protokollierung der Fühler, Geber und Stellglieder.

 Eingabe der Softwareprogramme mit Funktionstest.

 Erstellen eines Protokolls der Funktionsprüfung.

 Parametrierung der Regler sowie Dokumentation

 Inbetriebnahme der Regelkreise

4

[Seite 5]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

 Inbetriebnahme der kompletten Schalt- und Steueranlage

 Prüfen der Steuerprogramme

Für die Dauer der Inbetriebnahme sind ein entsprechendes Bediengerät sowie ein Drucker

einschließlich des benötigten Papiers zur Dokumentation der Funktionsprüfung bereitzustellen. Für die

Dokumentation der Regelkreise sind die entsprechenden Trendkurven mit den notwendigen

Informationspunkten darzustellen. Dies gilt ebenfalls für die Abnahmeprüfung.

Technische Vorbemerkungen und Qualitätsanforderung für das Automations-System

Alle Geräte, Funktionsbaugruppen und Installationen sind für Dauerbetrieb auszuführen.

Alle Geräte und Anlagenteile sind mit einer dauerhaften Bezeichnung auszuführen. Die Ausführung ist

genehmigungspflichtig. Die Kennzeichnungen und Bezeichnungen für den Bereich Schaltanlagen sind

entsprechend den gültigen Vorschriften für Betriebsmittelkennzeichnung auszuführen. Bezeichnet

werden müssen auch alle zum Lieferumfang gehörigen Abzweigdosen, Steckdosen, Schalter und

Leuchten etc.

Die Schaltschrankeinspeisungen sind mit der Versorgungsquelle (Größe der Absicherung,

Kabelquerschnitt, Bezeichnungsort der Absicherung) zu bezeichnen.

Für gleichartige Bauteile und Geräte ist das gleiche Fabrikat, bei gleichen Nenndaten der gleiche Typ

zu realisieren.

Die Automationsebene besteht im Wesentlichen aus den Automationsstationen mit den Steuer- und

Regelfunktionen sowie den Steuer- und Leistungsschaltschränken zum Anschluss der Prozess-

/Feldebene.

Automations-Systems

Die Automations-Stationen sollen die gebäudetechnischen Anlagen steuern, regeln, überwachen und

optimieren. Das Automations-System hat diese Funktion auf der Basis der VDI 3814 und DIN EN ISO

16484-2-10 durchzuführen. Es sind im Wesentlichen folgende Merkmale als Mindestanforderungen zu

erfüllen:

 Erfassung analoger Messwerte  Ausgabe von Stellbefehlen  Anlagenfunktionsbeschreibung (Regelziele und Prioritäten)  Ausführung von Regel- und Steuerungsaufgaben (P/PI/PID -Regelkreise), Kaskaden, Segmenten  Automatische Erfassung und Protokollierung aller Ereignisse  Erfassung und Überwachung von Grenzwerten und derer Verletzung  Bearbeitung von Optimierungs- und Energiemanagementstrategien  Betriebszeitberechnung zur vorbeugenden Wartung  Schalten von Antrieben und Anlagenkomponenten  Selbstüberwachung des Automatisierungssystems (watch dog)

5

[Seite 6]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

 Steuern von Stellgliedern (3Pkt und stetig)  Messen, Regeln, Steuern, Überwachen und Berechnen mittels realer und virtueller Infor- mationspunkte  Zeitrichtiges Steuern und Erfassen von Ereignissen

Automations-Unterstation

Neben den beschriebenen Merkmalen des Automations-Systems müssen folgende Anforderungen

von der Automationsunterstation erfüllt werden:

 Selbstüberwachung  Stand alone fähig  netzwerkfähig  direkte Kommunikation mit anderen Unterstationen gleichen Fabrikats  örtliche Bedienung und Anzeige über ein Handbediengerät  leicht zugänglich  Datum, Uhrzeitfunktion als Echtzeitsystem  Kennlinienverarbeitung  Verarbeitung von übergreifenden Strategien wie, Enthalpie Restwärmeausnutzung, Wiederanlauf nach Netzausfall, Melden, Messen, Zählen, Schalten, Stellen, Regeln, Steuern

Die Anwenderprogrammierung ist neben der Speicherung der Automationsstation zusätzlich un-

verlierbar auf einem weiteren Datenträger zu speichern.

Im Wesentlichen müssen folgende Programme realisiert werden können:

 Anlagensteuerprogramme, Anfahr- Abfahr-Programme  Reaktionsprogramme für Störfälle wie Frost, Keilriemen, Grenzwertverletzungen, Max/Min- Überwachungen, Überlastschutz etc.  Umschaltprogramme für redundante Antriebe bzw. Anlagen.  Folgesteuerprogramme für Wärme- bzw. Kälteerzeuger  Netzausfall und Netzwiederkehrprogramme  Energiemanagementprogramme wie Enthalpie Restwärme, Optimierung, Intervall  Historik-, Trendprogramme  Regelungs-, Wartungs-, Überwachungsprogramme  Allgemeine Steuerprogramme

Verarbeitungsfunktionen

Sämtliche Verarbeitungsfunktionen gemäß VDI 3814 sind zu realisieren.

Alle DDC-Geräte sind so auszubilden, dass keine äußeren elektrischen Störungen oder elektro- magnetischen Einrichtungen die Funktionen stören.

Im Folgenden sind spezielle Anforderungen zusammengefasst, die durch das Automations-System zu

erfüllen sind.

 Peer to Peer - Kommunikation unter den Automations-Stationen über BACnet/IP (ein Ersatz durch Kommunikation über zentralen Rechner, Gateway oder Leitzentrale ist nicht gestattet).  systemübergreifender gemeinsamer Adressierungsschlüssel, mindestens 16-stellig  dezentrale und zentrale Zeitprogramme  separates Störmeldefenster einschl. Störstatistik  analoge Messwerterfassung, mind. 12 Bit

6

[Seite 7]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Erforderliche Funktionsgruppen für Automationsebene

Erf.Konformitätsklasse Erforderliche Funktionsgruppen bei BACnet

7 tcejbO -reporP seit noitacilppA

Funktionen in der 1 2 3 4 5 6 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Leitebene

-tsedniM galhcsrov kcolC SWHH SWCP .i.E .R.E i.VOC R.VOC eliF Ni.ER ioV .T.V .C.D .M.T

I. Grundfunktionen

1Melden X X X X X X X X

2Messen X X X X

3Zählen X X X X

4Schalten X X X X X X

5Stellen X X X X

II. Verarbeitungsfunktionen

1Anwahl

2Anzeige

3Manuelle Befehlsgabe

4Klartexte

5Protokollierung

6Zeitabhängige Befehlsgabe X X X X X X

7Ereignisabhängige X X X X Befehlsgabe

8Grenzwertüberwachung X X X X

9Betriebszeiterfassung X X

10 Tendenzregistrierung

11 Zugriffsberechtigung

III. Erweiterte Verarbeitungsfunktionen

1Graphische Darstellungen

2Sprechverbindungen

3Störungsstatistik

4Zyklische Langzeitspeicherung

5Ereignisabhängige Langzeitspeicherung

[Seite 8]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

6EnergiemanagementXXX
7Instandhaltungsmanagement
IV. Weitere wichtige Funktionen
1ProgrammierenXXX
2AS-Programme Laden Up/Down-LoadXXX
3KonfigurierenXX
4ParametrierenXX
5Auswerten und Archivieren
6Protokollerst. (Maske, die aktualisiert wird))
7Bilderstellung und Dynamisierung
8Beh. v. Alarmen u. St. einschl. QuittierungXXXXXXXX
9Editieren von Texten
V. Kommunikation mit Fremdsystemen
1Leitrechner BMAXXXXXXXX
2Leitrechner SLTXXXXXXXX

Anmerkung:

  • die mit X gekennzeichneten Zeilen sind unbedingt auszufüllen

  • die Konformitätsklassen und Funktionsgruppen sind nach ANSI/ASHRAE 135-1995 zu verstehen

  • die mit X gekennzeichneten Funktionen müssen die Interoperabilität mit Fremdsystemen über BACnet ermöglichen

8

[Seite 9]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

2.2 Gebäudemanagementsystem – GLT-Zentrale

2.2.1 BACnet

Das im Universitätsklinikum Dresden zur Ausführung kommende Gebäudemanagementsystem dient

der zentralen Überwachung, Steuerung und Optimierung aller gebäudetechnischen Anlagen.

Für alle im Objekt verwendeten Einzelsteuerungen (Aufzug, Hebeanlagen, usw.) sind mindestens

Betriebs- und Störmeldungen auf die GLT aufzuschalten.

Die Aufschaltung aller gebäudetechnischen Anlagen auf das Bacnet-Gebäudemanagement-System

der Gebäudeleittechnik erfolgt aufgrund der Komplexität des GLT-Systems ausschließlich durch die

Anlagenerrichter Fa. SAUTER bzw. Fa. GfR, die über die detaillierte Systemkenntnis, erforderliche

Programmiergeräte und Software verfügen.

Die folgende Beschreibung der BACnet-spezifischen Dienste, Funktionen und Leistungsmerkmale

definiert die Minimalanforderungen, welche zur Sicherstellung der Interoperabilität zu erbringen sind.

Diese Minimalanforderungen basieren auf dem ISO-Standard (ISO 16484-5) und lassen auf der Basis

dieser, DIN Erweiterungen zu. Herstellerspezifisch erweiterte Funktionen und Dienste sind nicht

zulässig.

Für die Kommunikation wird ein BBMD („BACnet Broadcast Management Devices“) eingesetzt,

welcher von der Leitzentrale als Master gefahren wird. Die Eintragung der Adressen in den Controllern

muss von der Leitzentrale ohne Einschränkungen möglich sein.

Für jedes Gerät, in welches BACnet-spezifische Leistungen integriert sind, ist im Rahmen des

Angebotes ein detailliertes PICS („BACnet Protocol Implementation Conformance Statement“) in Form

des Beispiels im Anhang A der DIN EN ISO 16484-5 beizufügen. In den beizufügenden Listen sollen

die Standardobjekttypen sowie die über den Standard hinausgehenden Leistungsmerkmale

angegeben werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Angaben in der PICS-Liste bei der

Angebotsbewertung berücksichtigt werden.

Automations-System BACnet B-BC

Die Automationsstationen sind als BACnet- B-BC („BACnet-Building-Controller) mit den

nachfolgenden Objekt Typen zu realisieren.

Wird ein Device, welches am Uniklinikum Dresden noch nicht als BACnet-Automationsstation

vorhanden ist, angeboten, ist durch einen Kompatibilitäts- sowie Interoperabilitätstest der Nachweis

über die Aufschaltfähigkeit zu erbringen. Ist dieser Test negativ kann das Device nicht eingesetzt

werden.

Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass alle Informationen auf dem GLT-System verfügbar zu

machen sind (sichtbar und teilweise veränderbar).

9

[Seite 10]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Datenpunktgenerierung AS

Generieren der Informationsschwerpunkte auf beliebiger Leitwarte einschließlich Detailprojektierung.

Die AS-System-Adressen sind direkt aus dem Automationssystem oder aus den AS auszulesen und

auf die GLT-Leitwarte einzuspielen.

2.2.2 LON (Local Operating Network)

Bei Einsatz eines LON muss das direkte Zusammenwirken (Interoperation) von Geräten

unterschiedlicher Gewerke und Hersteller möglich sein. Es ist eine zukunftssichere und jederzeit

erweiterbare Konzeption zu gewährleisten, für die ein breit gefächertes Angebot von Komponenten für

alle gebäudetechnischen Anlagen verfügbar ist.

Für das Netzwerk und die Komponenten ist LonWorks zwingend vorgeschrieben, das nachfolgend

beschriebene Anforderungen erfüllen muss.

Dem UKD ist durch eine schematische Zeichnung nachzuweisen, dass die Planung den

Anforderungen entspricht. Das Schema muss den Aufbau des Netzwerks und die Verbindung der

Automationsstationen mit der GLT-Zentrale und den Regel- und Steuereinrichtungen für die Energie-

und Medienversorgung klar darstellen (Netzwerktopologie).

Die Abgabe des Schemas ist für die Beurteilung des Automatisierungssystems absolut notwendig. Die

Bestätigung durch das UKD ist zwingend.

Für Labortechnische Anlagen oder Einzelraumregelungen kann ein LON Netzwerk mit

Standardnetzwerkvariablen verwendet werden. Diese sind entsprechend LONMARK auszuführen. Auf

alle Informationen im LON-Netzwerk muss über BACnet zugreifbar sein.

Für die Überwachung von Kühlschränken, Tiefkühlschränken, Stickstoffkühlern und Brutschränken ist

eine Aufschaltung auf ein LON – Netzwerk nicht zulässig.

Die Anbindung von sicherheitsrelevanten Laboranlagen muss ebenfalls konventionell erfolgen.

Zur Bildung von integrierten Raumlösungen muss der Austausch von Nachrichten zwischen Knoten

unterschiedlicher Hersteller direkt ohne zentrale Funktionen oder zusätzliche Anpassungsmaßnahmen

möglich sein. Dies betrifft im Bereich der Einzelräume vor allem Verknüpfungen zwischen der

Komfortregelung sowie Beleuchtungs- und Sonnenschutzeinrichtungen und gemeinsame Nutzung von

Bedienmodulen und Sensoren. Für die Kommunikation sind Netzwerkvariablen zu verwenden, die mit

einem LNS-basierenden („LON Network Services“) Softwaretool verknüpft werden.

Um eine möglichst reibungslose Verknüpfung zu gewährleisten, sind Standard

Netzwerkvariablentypen (SNVT) nach LonMark(r)-Standard zu verwenden. Die eingesetzten

Anwendungen müssen den Anwendungsprofilen nach dem LonMark(r)-Standard entsprechen.

10

[Seite 11]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Für Erweiterungen und Nutzungsänderungen müssen sich die Verknüpfungen mit Hilfe des

Konfigurationstools jederzeit ändern lassen.

Bezüglich Netzwerk und Datenaustausch sind folgende Richtlinien und Standards einzuhalten:

  • Spezifikation des LonTalk Protokolls

(Systemneutrale Datenübertragung für gesamtheitliche Gebäudeautomation - FieldNet, Teil

2: Protokolle, Annex

D LonTalk(r) (EN 13154-2) und LonTalk(r) Protocol

Specification Ver. 3.0, Document Nr. 19550, Echelon

Corp v. 1994)

  • Interoperability-Richtlinien der LonMark(r)

Association (LonMark(r) Interoperability Guidelines

Vers. 3.0, LonMark(r) Interoperability Association,

4015 Miranda Avenue, Palo Alto, CA 94304)

  • Die aktuellen LonMark(r) Anwendungsprofile und Standard-Netzwerkvariablentypen (LonMark

Interoperability Association, 4015 Miranda Avenue, Palo Alto, CA 94304)

Netzwerkaufbau

Das Netzwerk besteht aus Teilnetzen, die sich über das gesamte Objekt erstrecken und alle

Komponenten, wie Regler, Sensoren und Aktoren miteinander verbindet. Die Kommunikation über das

gesamte Netzwerk erfolgt einheitlich durch das LonTalk-Protokoll. Die Teilnetze sind durch geeignete

Komponenten, wie z.B. Router miteinander gekoppelt.

Um überflüssige Datenübertragung zu vermeiden, müssen die Koppelglieder in der Lage sein, den

Netzwerkverkehr zwischen den Teilnetzen auf das absolut notwendige Maß einzuschränken. Das

heißt, es dürfen nur Nachrichten weitergeleitet werden, wenn diese für Teilnehmer auf anderen

Teilnetzen bestimmt sind.

Die Netzwerkstruktur muss linienförmige und sternförmige Verkabelung und Kombinationen dieser

Formen zulassen. Damit ist als Transceivertyp FTT10A/LPT-10 festgelegt.

Es müssen Koppelglieder für Powerline, Funk und Glasfaser zur Verfügung stehen.

Die Einbindung des LON Netzwerkes erfolgt in das BACnet-Netzwerk. Die Bedienung, Ansteuerung,

Parametrierung usw. erfolgen über das BACnet-Netzwerk. Die Aufschaltung auf die GLT-Zentrale ist

sicherzustellen. Die Bedienung erfolgt über Anlagengrafiken.

11

[Seite 12]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Netzwerkkomponenten (Knoten)

Alle Knoten sind eigenständig funktionsfähige Einheiten mit eigenem Prozessorsystem incl. Speicher

und Software. Sie beinhalten das Anwendungsprogramm und die Definitionen des

Übertragungsprotokolls. Zur effektiven Funktion enthalten sie separate CPUs für die Kommunikation

und Netzwerkfunktionen sowie die Abarbeitung des Anwendungsprogrammes.

Anwendungsprogramme und Konfigurationsdaten müssen dauerhaft im Knoten gespeichert werden.

Nach einem Netzausfall muss die Anwendung mit den vorherigen Einstellungen selbständig wieder in

Betrieb gehen.

Beim Ausfall der Kommunikation müssen die Knoten selbständig funktionsfähig bleiben. Es darf sich

lediglich eine eingeschränkte Funktionalität aufgrund fehlender externer Informationen von anderen

Knoten ergeben.

Während des Betriebs muss der Zugriff auf einzelne Knoten für Überwachung, Handeingriffe und

Parametrierung ohne Betriebsunterbrechung jederzeit möglich sein.

Adressierung

Die Identifikation der Knoten geschieht durch eine eindeutige nicht wiederkehrende

Identifikationsnummer. Während des Betriebs muss jederzeit ohne Betriebsunterbrechung die

Identifikation eines Knotens durch Aussenden der Identifikationsnummer bei Betätigen eines

Servicetasters möglich sein.

Zusätzlich zu der Identifikationsnummer muss eine logische Adressierung nach Netzwerkbereich und

fortlaufender Knotennummer möglich sein.

Der Datenaustausch mit anderen Knoten muss nach den folgenden Adressierungsverfahren möglich

sein:

  • Nachricht an einen Einzelknoten

  • Nachricht an eine definierte Gruppe von Knoten

  • Nachricht an alle Knoten

Für die Nachrichtenübermittlung an Gruppen müssen, unabhängig vom Netzwerkaufbau, mindestens

255 Gruppen möglich sein. Die Konfiguration der Gruppen muss durch Software, nicht durch

Hardwareeinstellungen erfolgen.

Vor allem für Sicherheitsbereiche muss auch eine Authentifizierung von Nachrichten möglich sein.

Nachrichtenduplikate müssen selbständig erkannt werden und dürfen nicht zu Störungen führen.

12

[Seite 13]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Erforderliche Funktionsgruppen für Leitebene

Erf. Konformitätsklasse Erforderliche Funktionsgruppen bei BACnet

13 tcejbO -r-eilpppoArP noitac

Funktionen in der Leitebene 1 2 3 4 5 6 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

-tsedniM alhcsrov kcolC SWHH SWCP .i.E .R.E i.VOC R.VOC eliF Ni.ER ioV .T.V .C.D .M.T

I. Grundfunktionen

1Melden X X X X X X X X

2Messen X X X X

3Zählen X X X X

4Schalten X X X X X X

5Stellen X X X X

II. Verarbeitungsfunktionen

1Anwahl X X

2Anzeige X X

3Manuelle Befehlsgabe X X

4Klartexte X X X X X X X X X

5Protokollierung X X X X X X X X X

6Zeitabhängige Befehlsgabe X X X X X X X

7Ereignisabhängige Befehlsgabe X X X

8Grenzwertüberwachung X X X

9Betriebszeiterfassung X X

10Tendenzregistrierung X X

11Zugriffsberechtigung X X

III. Erweiterte Verarbeitungsfunktionen

1Graphische Darstellungen X X X

2Sprechverbindungen (X)

3Störungsstatistik X X X X X X X

4Zyklische Langzeitspeicherung X X X X X

5Ereignisabhängige Langzeitspeicherung X X X X X X X

6Energiemanagement X X X X

7Instandhaltungsmanagement X

[Seite 14]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

IV. Weitere wichtige Funktionen
1ProgrammierenX
2AS-Programme Laden Up/Down-Load
3Konfigurieren
4Parametrieren
5Auswerten und Archivieren
6Protokollerst. (Maske, die aktualisiert wird)
7Bilderstellung und DynamisierungXX
8Beh. v. Alarmen u. St. einschl. Quittie- rungXXXXXX
9Editieren von Texten
V. Kommunikation mit Fremdsystemen
1Leitrechner BMAXXXXXXXX
2Leitrechner SLTXXXXXXXX

Anmerkung:

  • die mit X gekennzeichneten Zeilen sind unbedingt auszufüllen
  • die Konformitätsklassen und Funktionsgruppen sind nach ANSI/ASHRAE 135-1995 zu verstehen
  • die mit X gekennzeichneten Funktionen müssen die Interoperabilität mit Fremdsystemen über BACnet ermöglichen die Aktualisierung bzw. dynamische Anzeige bei IV.7. und 8 muss jedoch über BACnet durchführbar sein

2.3 Feld- / Prozessebene

Im Zuge der Anlagenplanung und –errichtung ist zwingend darauf zu achten, dass die Anlagenbezeichnung nach UKD-Beschriftungsrichtlinie konsequent und einheitlich von der Beschriftung vor Ort über die Datenpunktbezeichnung bis zur GLT-Visualisierung sowie in allen Anlagendokumenten (Plänen und Schemata) verwendet wird.

Die Anlagenfunktionsbeschreibung (Regelziel und Prioritäten) ist vor Baubeginn dem UKD Abteilung Gebäudetechnik des GB Bau und Technik zu liefern.

2.3.1 Allgemeine Anforderungen an die schalttechnischen Anlagen

Netzanschluss

a) Drehstrom 400 V, 50 Hz

b) Einphasen-Wechselstrom 230 V, 50 Hz

Steuerspannung 230 V, 50 Hz

Spannungsart, Steuerung 230 V, 50 Hz

Spannungsart, Betriebs-, Lampenspannung 24 V, 50 Hz bzw. 24 VDC

14

[Seite 15]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Die Anschlussvorschriften der örtlichen EVU und der UKD sind zu beachten. Die bestehenden

gültigen VDE-Bestimmungen sind für alle elektrischen Anlagen bindend.

Die Leistungs- und Steuerschaltschränke sind ohne Schmelzsicherungen aufzubauen.

Ausführung der Schalttafeln

Es dürfen nur genormte oder listenmäßige Bauteile verwendet werden. Die Ersatzbeschaffung dieser

Teile muss für mindestens 10 Jahre gesichert sein.

Als Abgangsklemmen sind Reihenklemmen auf Tragschienen nach VDE 0660-520 in

kriechstromfester Ausführung nach VDE 0303-11 zu verwenden. In die Reihenklemmen darf auf jeder

Seite nur max. ein Draht eingeklemmt werden. Es ist eine Nulleiterklemme pro Kabel in der laufenden

Klemmleiste vorzusehen.

Die Automations-Klemmleiste wird mit Prüftrennklemmen ausgeführt. Diese Klemmen sind für Leiter-

querschnitte von 0,6 bis 0,8 mm automationsseitig vorzusehen. Trennmöglichkeiten durch Messer-

kontakt oder Prüfstecker.

Jeder Schaltschrank muss einen Endschalter an der Tür erhalten, welcher die Öffnung der Tür auf der

Gebäudeleittechnik signalisiert und dokumentiert.

Im Schaltschrank ist eine Ausbaureserve von 30% freizuhalten.

Die Meldeleuchten (vorwiegend Einspeisefeld) sind als Single-Chip-LED (Betriebsspannung 24 VDC)

auszurüsten.

Handrevidierte Schaltplanseiten sind auf gelbem Papier im ISP abzuheften.

2.3.2 Prozess- und Feldgeräte

Prozess und Feldgeräte dürfen nur unter Einhaltung der vom Hersteller angegebenen Bedingungen

eingebaut und verwendet werden (z.B. Fühlereinbau).

Bei Leitungslängen > 50m ist ein Nullabgleich von Messungen durchzuführen und in der

Inbetriebnahmeliste zu protokollieren.

Reparaturschalter

Sämtliche Ventilatoren und Sockelpumpen mit offener Antriebswelle zwischen Motor und Pumpe

müssen in unmittelbarer Nähe des Motors einen Reparaturschalter erhalten. Die Abschaltung erfolgt

hauptstromseitig mit zusätzlichem Meldekontakt. Die Baugruppen sind spannungsfrei zu schalten.

Die Betätigung des Reparaturschalters erfolgt als Störmeldung mit Verriegelung.

15

[Seite 16]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Bei Betätigung des Reparaturschalters erfolgt die Abschaltung der Anlage, auch im Handbetrieb

entsprechend dem Automatikbetrieb, das heißt, dass z.B. bei Abschaltung des Zuluftventilators der

Abluftventilator mit abgeschaltet wird.

Notbedienebene (prozessorunabhängige Handbedienebene)

Die Notbedienebene dient z.B. bei Ausfall der Automationsstation zur Aufrechterhaltung der

Anlagenfunktionen. Folgende Anforderungen sind bei dem Aufbau der Notbedienebene zu

berücksichtigen bzw. zu erfüllen:

 Sämtliche Sicherheitsfunktionen sind nach der Notbedienebene aufzubauen, d.h. es erfolgt

keine Umgehung der hardwareseitigen Sicherheitsfunktionen.

 Die Regelkreise (Temperatur, Feuchte, Druck etc.) bleiben weiterhin in Betrieb, solange diese

durch die Automationsstation aufrechterhalten werden kann. Ist dies nicht möglich, so erfolgt

die Ansteuerung der Aktoren über Leitgeräte bzw. Handeingriff an den Aktoren.

 Die Regelkreise werden über das Einschalten der Anlagen bzw. Anlagenteile in Betrieb

genommen. Bei abgeschalteten Anlagenteilen verbleiben die entsprechenden Regelkreise

außer Betrieb.

 Die Notsteuerebene ist mittels Schaltern und Sollwertgebern, gegebenenfalls integriert mit

Koppelrelais, im Schaltschrank auszuführen.

 Der Schaltzustand der Notbedienebene ist zu überwachen und auf das

Gebäudemanagementsystem aufzuschalten. Abweichungen vom Normalbetrieb

(Notfallbedienebene auf „Hand“ gestellt) sind als Störmeldungen auf dem

Gebäudemanagementsystem zu realisieren.

2.4 UKD Spezifische Anwendungsfestlegungen

2.4.1 Generelle Festlegungen

 Externe Geräte oder Maschinen sind über ISP aufzuschalten (z.B. Kältemaschine).

 Der Einsatz von Feuchtefühlern /Leckagesensoren ist nach den örtlichen Gegebenheiten in

Abstimmung mit den fachlich Verantwortlichen der Abteilung BuT-A1-Gebäudetechnik des GB

Bau und Technik festzulegen.

 Hardware-Störungen sind als „normaly closed“ (Öffner) auszuführen.

 Anlagen (bspw. Aufzüge) sind per Befehl und/oder Zeitschaltuhr freizugeben, nicht zu sperren

 Datenpunkte sind von den jeweiligen Gewerken auf Notwendigkeit und korrekte Bezeichnung

zu prüfen.

 Nicht abgestimmte Datenpunkte werden nicht aufgelegt.

16

[Seite 17]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Es gilt dasUKD-Medienzählkonzept.

Mod-Bus

Alle Elektro-Zähler sind mit Mod-Busschnittstelle auszuführen und über Automationsstationen

aufzuschalten. Zählwerte sind zu visualisieren.

M-Bus

Alle anderen Zähler sind mit M-Busschnittstelle auszuführen, welche auf die Automationsstationen

aufgeschaltet werden. Alle Zählwerte sind auf die Zentrale Leittechnik aufzuschalten und mittels

Anlagenbilder darzustellen.

2.4.2 Kostengruppenspezifische Festlegungen

Die Regelungs- und Steuerungsstrategien sowie die GA-Funktionslisten sind dem

Werkstandard Gebäudeautomation

zu entnehmen.

Grundlage für die GLT-Visualisierung sind die

GLT-Schemen.

Bei Fragen ist prinzipiell Rücksprache mit dem Gewerk GLT im Fachbereich ELT/GLT der Abteilung

Gebäudetechnik (GB Bau und Technik) des Universitätsklinikums zu halten.

KG 430 - Einzelraumregelung

Für labortechnische Anlagen oder Einzelraumregelungen kann ein LON Netzwerk mit Standardnetz-

werkvariablen verwendet werden. Diese sind entsprechend LONMARK auszuführen. Auf alle

Informationen im LON-Netzwerk muss über BACnet zugreifbar sein.

 KG 430 - Meldung zum Filterwechsel

Die Meldungen zu anstehenden Filterwechseln in der Raumlufttechnik sind generell mit einer

Zeitverzögerung zu versehen/ programmieren und nur als Wartungsmeldung auf das Leitsystem

aufzuschalten.

 KG 430 – Zu- und Abschaltung von OP-RLT-Anlagen

Die Zuschaltung der OP-RLT-Anlagen erfolgt am UKD durch Präsenzmelder. Die räumliche

Anordnung und die zugehörige Programmierung sind mit der UKD-Abteilung BuT-A1 abzustimmen.

17

[Seite 18]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

 KG 430 – Laborlüftungssysteme

Das Laborraum- Management- System für die Labore muss aus autonomen, modularen,

programmier- und parametrierbaren sowie kommunikationsfähigen Regel- und Steuergeräten

bestehen. Die verwendeten Netzwerkvariablen, Datenstrukturen und Mechanismen müssen sich in

das Gebäudeautomationssystem integrieren lassen. Neben der Regelung, Steuerung, Überwachung

und Optimierung aller Raumfunktionen wie Radiatorheizung, Klimatisierung, Sonnenschutz müssen

Zutrittskontrolle und Sicherheitstechnik möglich sein (Raummanagement). Die Integration des

Laborlüftungssystems (jeder Raum einzeln) muss im Raum auf LonMark-Ebene erfolgen. Das System

muss integrativer Bestandteil der Regelung und Steuerung der Primäranlage von Heizung und Lüftung

sein, daher ist eine dafür geeignete Kommunikationsmöglichkeit unbedingt erforderlich. Über die LON-

Bus-Schnittstelle mit LonMark- Protokoll ist die Einbindung in ein gemeinsames Kommunikationsnetz

mit der gleichen sowie der übergeordneten Hierarchieebenen herzustellen. Eine

Aufwärtskompatibilität mit höheren Hierarchieebenen, wie Automations- und Managementsystemen

(mit BACnet- Protokoll) ist zwingend erforderlich.

Über die Schnittstellen erfolgt:

 die Einzel-, Gruppen- und Zonensteuerung der Abzüge sowie Laborräume,

 die individuelle Bedienung mit einem mobilen PC mit der Inbetriebnahme- und Service-

Software,

 die individuelle Anpassung an geänderte Abzugs- und Raumkonditionen,

 Zugriff auf jeden wesentlichen Informationspunkt der angeschlossenen Regel- und

Steuergeräte,

 örtliche Bedienung über Raumsteuergeräte mit individuellen Einstiegsmöglichkeiten,

 Fernbedienung und –anzeige über LonMark auf LON- Bus,

 automatische Erfassung der Raumnutzung über Raumbediengerät oder über Präsenzmelder,

 Absenkung oder Anhebung der Luftmengen bzw. der Raumtemperatur für verschiedene

Raumbetriebszustände,

 individuelle Sollwertschiebung,

 individuelle Zuweisung durch Zeitschaltprogramme,

 kommunikationsfähig zu anderen Reglern (peer to peer), zu übergeordneten Bedien- und

Programmiersystemen sowie zu Leitsystemen, u.a. für die Nutzung von Energiemanagement-

Funktionen.

Die Bedienung der Laborraum- und Temperaturregelung muss manuell im Raum und über die

Gebäudeleittechnik (GLT) möglich sein. Für die Einhaltung des Luftwechsels und der Überströmungen

entsprechend den Normen, z. B. DIN 1946, Teil 7, sind je Labor alle konstanten und variablen

Abluftvolumenströme zu erfassen und zur Berechnung des Raumzu- und -abluftvolumenstromes

(Raumluftbilanz) auszuwerten. Die Volumenströme der Dauerabsaugungen werden in die

Raumluftbilanz einbezogen. Die Summe der Volumenströme der schaltbaren Festverbraucher muss

18

[Seite 19]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

getrennt werden können. Ebenfalls müssen eine konstante und/oder eine verhältnismäßige Differenz

zwischen Gesamtzu- und Abluft definiert werden können.

Folgende Absaugungen sind je Labor in der Bilanzierung zu berücksichtigen (Anzahl beliebig

variabel):

 Dauerabgesaugte Einheiten (z.B. Schrankabsaugungen)

 Schaltbare konstante Verbraucher (z.B. Punkt- und Gelenkabsaugungen, Essen)

 Vollvariable Verbraucher (z.B. Abzüge) bis zu 17 Abzüge pro Raumregler

Im Raumluftregelkreis müssen folgende Regelstrategien möglich sein:

 variable Zu- und Abluftregelungen, der Raumabluftregler fährt dabei entgegengesetzt den

Laborabzügen bis zu einem Minimalwert zu. Werden weitere Abzüge geöffnet, erhöht sich die

Zuluft.

 Der Luftwechsel im Laborraum muss zur Temperaturregelung angehoben werden können,

 Berücksichtigung von Gleichzeitigkeitsfaktoren zur oberen Begrenzung des

Gesamtvolumenstromes.

Das System muss selbstständig ein Überschreiten des festgelegten Gleichzeitigkeitsfaktors erkennen

und die Abzüge auf die zulässigen Volumenströme drosseln. Durch eine optische und akustische

Alarmierung an den betreffenden Abzügen muss ein Überschreiten der Gleichzeitigkeit angezeigt

werden.

Bei Ausfall oder entsprechend der dimensionierten Raumabluft müssen zum Erreichen des

Mindestabluftvolumenstroms die Volumenströme der Abzüge einbezogen werden können.

Es muss die Möglichkeit bestehen Regler, die sich an der Bus- Kommunikation aufgrund eines

Fehlverhaltens nicht beteiligen, per GLT zu lokalisieren.

Die Abzüge werden in Abhängigkeit der Eintrittsgeschwindigkeit oder nach der Schiebefensterstellung

geregelt.

Der Volumenstrom im Abzug muss zwischen den eingestellten Vmin- und Vmax- werten stetig

geregelt werden. Außerdem soll es auch möglich sein, den Abzug konstant, 2- bzw. 3- stufig zu

regeln. Weiterhin muss es möglich sein, abhängig und unabhängig von der Fensterposition, einen

abgesenkten und erhöhten Volumenstrom für bestimmte Betriebssituationen manuell über das

Bediengerät oder über die GLT einzustellen. Wahlweise muss der Abzug auch abhängig von der

Lufteintrittsgeschwindigkeit geregelt werden können. Hierbei muss auch ein erhöhter und abgesenkter

Betrieb möglich sein. Wird im Abzug der Sollvolumenstrom nach der vorgesehenen Einstellzeit nicht

erreicht, muss ein Alarm optisch und akustisch am betreffenden Abzug ausgegeben werden. Bei den

Abzugsreglern müssen alle mit der Abluft in Berührung stehenden Bauteile aus Kunststoff (PP) sein.

Die Antriebs- und Sensoreinheit muss mit einem schnelllaufenden Stellantrieb ausgerüstet sein, die

den Volumenstrom im Abzug schnell einstellt.

19

[Seite 20]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

Die Regel- und Steuergeräte müssen alle Baugruppen enthalten, die für eine betriebsfertige sichere

Funktionsweise erforderlich sind.

Diese sind unter anderem:

 Speicher für Betriebssystem, fertig programmierte Standard- Applikationen und Default-

Parameter,

 Zentraleinheit, die eine systeminterne Zykluszeit von max. 500 ms gewährleistet,

 Schnittstellenkommunikation für Bedien- und Beobachtungseinheiten.

Die Inbetriebnahme und die Parametrierung müssen durch eine Inbetriebnahme- und Service-

Software mit grafischer Benutzerführung und selbsterklärenden Funktionen zentral möglich sein. Die

Einsatzmöglichkeiten der Regel- und Steuergeräte sind durch fertig programmierte Standard-

Applikationen definiert, die aus einer Applikationsbibliothek mit Hilfe des Service- Tools geladen

werden können. Die Parameter können während der Inbetriebnahme oder im Servicefall jederzeit

angepasst werden. Ausgangsseitig wird für die Klappenansteuerung ein aktives lineares Normsignal

eingesetzt. Die Bedienung der Raumfunktionen aller dezentral installierten Regelgeräte muss sowohl

über LON kompatible Bedienungseinheiten als auch über Digitalkontakt von beliebiger Stelle im Raum

aus möglich sein. Die Bedienung der dezentral installierten Regelgeräte für den Laborabzug muss

über den I2C- Bus sowie per Digitalkontakt von beliebiger Stelle im Raum möglich sein. Einbauort und

Funktionsbaugruppen der Geräte sind mit den in den Stromlaufplänen und Anlagenschemata

angegebenen Bezeichnungen gut lesbar und dauerhaft zu kennzeichnen. Der Montageort, Typ und

die Neuron-ID der eingebauten Geräte ist zu dokumentieren. Die Montage des Reglers muss

wahlweise auf Wand inklusive Klemmenabdeckungen, DIN- Hutschiene oder direkt auf der

Montageplatte von Wand- oder Standschaltschränken erfolgen können. Der Austausch defekter

Komponenten muss ohne Beeinträchtigung anderer Systemkomponenten möglich sein. Alle

Anschlüsse an den Systemkomponenten sind so auszuführen, dass sie leicht gelöst werden können.

Die LON- Busleitung ist in 2-Drahttechnik auszuführen. Hierbei sind die Anschluss- und

Leitungslängen zu beachten. Der Busanschluss für das Servicetool am Gerät ist als Stecker

auszuführen. Die Systemkomponenten müssen für folgende Umgebungsbedingungen ausgelegt sein:

Betriebstemperatur 0 … 50 °C Luftfeuchtigkeit < 85 % r.F. (nicht kondensierend). Sie sind so

auszuführen, dass unter normalen Betriebsbedingungen elektrische und elektromagnetische Einflüsse

von außen die Arbeitsweise nicht stören. Entsprechende Gehäuse müssen ausreichenden Schutz

gegen Berührung und Eindringen von Schmutz gewährleisten.

 KG 434 - Umluftkühlgeräte

Eine Dopplung mehrerer unabhängiger Regler (bspw. Freigabe ULK über GLT sowie Wandtableau

vor Ort vom Hersteller) ist nicht zulässig.

20

[Seite 21]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

 KG 445 - EIB/KNX zur Beleuchtungs- und Verdunklungssteuerung

Bei Einsatz des EIB ist dieser mittels Schnittstelle auf die Gebäudeleittechnik aufzuschalten. Eine

Bedienung ist sicherzustellen (Ändern von Zeitprogrammen, Schalten von Gruppen, Schalten von

einzelnen Aktoren). Die Bedienung hat über Anlagengrafiken zu erfolgen. Eine Anbindung über eine

OPC Schnittstelle ist nicht zugelassen.

 KG 460 - Aufzugsanlagen

In Aufzugsschachtgruben ist grundsätzlich ein Leckagesensor zu installieren.

 KG 474 - Meldungen der Kühltechnik

Kühl- und Gefrierschränke sind mit Temperaturfühlern auszurüsten.

Stickstoffkühler, Inkubatoren und andere Geräte sind über einen potentialfreien Kontakt auf die

Automationsstation aufzuschalten.

Der Anschluss hat über eine Geräteanschlussdose in den betreffenden Räumen zu erfolgen. Die

Geräte sind einzeln zu erfassen.

Für die Überwachung von Kühlschränken, Tiefkühlschränken, Stickstoffkühlern und Brutschränken ist

eine Aufschaltung auf ein LON – Netzwerk nicht zulässig.

Geräte der KG 474 Kühltechnik werden nur nach abgestimmter und genehmigter Alarmhilfe

entsprechend dem

Formblatt Alarmhilfe aufgeschaltet.

 KG 474 – Labore / Gasflaschenschränke

Pro Laborraum / Gasflaschenschrank ist mindestens eine Geräteanschlussdose mit einer

Anschlussleitung von 4x2x0,8 vorzusehen, welche auf die Automationsstationen aufgeschaltet

werden. Die Meldungen der Labore sind auf die AS aufzuschalten. Sind pro Raum mehr Meldungen

erforderlich, so sind diese zu berücksichtigen.

Die Aufschaltung von Gasflaschenschränken auf die Gebäudeleittechnik erfolgt nur, wenn durch die

Diensthabenden der Leitzentrale Handlungsbedarf besteht.

Die Anbindung von sicherheitsrelevanten Laboranlagen muss konventionell erfolgen.

FND

Der Einsatz des FND ist nicht zugelassen.

CAN

Der Einsatz des CAN ist hausintern zugelassen.

21

[Seite 22]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

DALI

Bei Einsatz des Dalis ist dieser mittels Schnittstelle auf die Gebäudeleittechnik aufzuschalten. Eine

Bedienung ist sicherzustellen (Schalten von Gruppen, Schalten von einzelnen Aktoren, Vorgabe von

Dimmwerten usw.). Die Bedienung hat über Anlagengrafiken zu erfolgen. Eine Anbindung über eine

OPC Schnittstelle ist nicht zugelassen.

2.5 Festlegungen zur Adress-Struktur und Beschriftung

Detaillierte Festlegungen zur Adress-Struktur und Beschriftung enthält die UKD-Beschriftungsrichtlinie, die zwingend zu beachten ist.

2.5.1 Festlegung zur Device-Kennzeichnung

Um die nachfolgenden Parameter zu definieren, sind folgende Angaben notwendig:

  • Haus
  • Etage
  • ISP
  • AS-Nr.
  • Netzwerkdosennummer (wo Gerät an das UKD IT Netz angeschlossen wird)
  • Beschreibung, was auf Device aufgeschaltet wird.
  • Raum, in dem sich das Device befindet.
  1. Object-Name Haus_Device-Instance_Etage_ISP H040_1104001_1UG_ISP1

  2. Description Langtext Haus 40 1UG HAST

  3. Device Instance 1104001

  4. ISP 1

  5. IP Adresse 11.28.40.1

  6. Subnet Maske 255.255.0.0

  7. Standard Gateway 11.28.255.254

  • Nach der Bereinigung erfolgt ein 1:1-Test inkl. Protokollierung. Es erfolgt eine Datenpunktkontrolle auf der Leitwarte und im Automationssystem.
  • Programmänderungen / Programmdownloads müssen zeitnah (min. 1 Woche vor Beginn der Arbeiten) beim Gewerk GLT der Abteilung Gebäudetechnik im GB Bau und Technik angemeldet werden. Das Gewerk GLT koordiniert einen entsprechenden Termin (auch mit Fa. SAUTER).
  • Programmänderungen müssen dem Gewerk GLT detailliert mitgeteilt werden. Hierzu zählen revidierte Regelschemen inkl. Hausadressierungskennzeichnung der Objekte, Änderung / Löschung von Objekten, Anbindungsadressen, Hausadressen, Properties etc..

22

[Seite 23]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

2.5.2 Festlegung zur Projektierung des cov

Nachfolgende cov sind in allen Analog Objekten (ai, ao, av) zu implementieren:

-Temperatur in °C: 0,5 -Temperatur in °K: 0,5 -Druck in bar: 0,1 -Druck in pa: 10 (Wertebereich bis 250), 50 (Wertebereich 250 bis 1000), 100 (Wertebereich über 1000) -Ventilstellungen in %: 5 -Feuchte in %: 5 (Wertebereich bis 100), 1 (Wertebereich bis 20) -Energiezähler in m³: 1 -Energiezähler in V: 1 -Energiezähler in A: 1 -Energiezähler in Wh: 1 -Energiezähler in kWh: 1 -Energiezähler in MWh: 1 -Energiezähler in W: 1 -Energiezähler in kW: 1 -Energiezähler in MW: 1 -Energiezähler in m³/h: 1 -Timer in min: 1 -Timer in h: 1 -Timer in s: 60

Abweichungen sind gegenüber dem Gewerk GLT der Abteilung Gebäudetechnik des GB Bau und Technik anzuzeigen.

23

[Seite 24]

Technischer UKD-Standard Stand: Teil GLT – KG 480 06.2021

3 Anhang

Änderungshistorie

VersionDatumBearbeiterÄnderungenBemerkungen
03.202003.2020ErlerErstellung eines eigenen Dokuments „Technischer Standard der KG 480“
06.202130.06.2021Erler, WolfFortschreibungVerweis auf Werkstandard zu Regelungs- und Steuerungsstrategien, GA- Funktionslisten etc. Verweis auf GLT-Schemen Verweis auf Beschriftungsrichtlinie zu Adressstruktur und Beschriftung Aktualisierungen

24

Alle Unterlagen dieser Ausschreibung