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Entwicklung und Prüfung eines Beobachtungsinstruments für Sprache und Mathematik bei Kita-Kindern

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 29.09.2026, 12:10 (Europe/Berlin)

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Vergabeverfahren Nr. 01/2026/23.4

„Entwicklung, Pilotierung, Validierung und Reliabilitätsprüfung

eines Beobachtungsinstruments der sprachlichen und

mathematischen Entwicklung“

Anlage 12: Leistungsbeschreibung

(Stand: 16.09.2026)

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Inhaltsverzeichnis

1 AUSGANGSLAGE _____________________________________________________________________ 2

2 ZIELSETZUNG ________________________________________________________________________ 3

3 ARBEITSPAKET 1: ENTWICKLUNG DER SPRACHLICHEN ASPEKTE DES BEOBACHTUNGSINSTRUMENTES ________________________________________________________ 4

3.1 ZIELSETZUNG _________________________________________________________________________ 4 3.2 LEISTUNGSUMFANG ___________________________________________________________________ 5 3.2.1 ANALYSE UND BESTANDSAUFNAHME ___________________________________________________ 5 3.2.2 ENTWICKLUNG VON ITEMS ZUR SPRACHLICHEN ENTWICKLUNG _____________________________ 5 3.2.3 ENTWICKLUNG DES TEIL-BEOBACHTUNGSINSTRUMENTS ZUR SPRACHLICHEN ENTWICKLUNG ___ 6

4 ARBEITSPAKET 2: ENTWICKLUNG DER MATHEMATISCHEN ASPEKTE DES BEOBACHTUNGSINSTRUMENTES ________________________________________________________ 6

4.1 ZIELSETZUNG _________________________________________________________________________ 6 4.2 LEISTUNGSUMFANG ___________________________________________________________________ 7 4.2.1 ANALYSE UND BESTANDSAUFNAHME ___________________________________________________ 7 4.2.2 ENTWICKLUNG VON ITEMS ZUR MATHEMATISCHEN ENTWICKLUNG _________________________ 8 4.2.3 ENTWICKLUNG DES TEIL-BEOBACHTUNGSINSTRUMENTS ZUR MATHEMATISCHEN ENTWICKLUNG 9

5 ARBEITSPAKET 3: ERSTELLEN EINER HANDREICHUNG ZUM BEOBACHTUNGSINSTRUMENT ________________________________________________________ 10

6 ARBEITSPAKET 4: PILOTIERUNG, VALIDIERUNG UND RELIABILITÄTSPRÜFUNG DES ENTWICKELTEN BEOBACHTUNGSINSTRUMENTES _____________________________________ 10

6.1 PILOTIERUNG _______________________________________________________________________ 10 6.2 VALIDIERUNG UND RELIABILITÄTSPRÜFUNG _____________________________________________ 11

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1 Ausgangslage

Im Land Brandenburg existieren seit 2013 die „Meilensteine der Sprachentwicklung“, die im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS, im Folgenden auch „Auftraggeber“) entwickelt wurden. Ziel dabei war es, ein Be- obachtungsinstrument für die sprachliche Entwicklung von Kindern zur Verfügung zu stel- len, das die Umsetzung der damaligen „Grundsätze elementarer Bildung in Kindertages- einrichtungen im Land Brandenburg“ und die Aufgabe der regelmäßigen Entwicklungsbe- obachtung gemäß § 3 Absatz 2 Nummer 4 des Kindertagesstättengesetzes Brandenburg (KitaG) unterstützt.

Die „Meilensteine der Sprachentwicklung“ haben sich seither in der Kindertagespflege und den Kindertagesstätten des Landes Brandenburg etabliert und finden breite Anwen- dung. Sie dienen dabei auch als Grundlage für das Verfahren zur verpflichtenden Sprach- standsfeststellung und kompensatorischen Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung (KSJE).

Auf Bundesebene wurde das Gesetz zur Verbesserung der Startchancen von Kindern und zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung (SCQEG) entworfen1, das ab dem 01.01.2027 das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Verbesserung der Teil- habe in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege (KiQuTG) ablösen soll. Nach ak- tuellem Stand sieht der Entwurf des SCQEG bei allen Vierjährigen in Kindertagesbetreu- ung eine standardisierte Erhebung des Sprach- und Entwicklungsstands vor, die auch ma- thematische Kompetenzen einschließt. Auf Grundlage der kontinuierlichen Beobachtung der Kinder sowie der Feststellung des Sprach- und Entwicklungsstands sind entspre- chende Fördermaßnahmen (alltagsintegrierte Bildung und/ oder zusätzliche Unterstüt- zungsangebote) anzuschließen.

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) stellt fest, dass ein „großer Bedarf an einer Validierung und Verschlankung der Instrumente zur Er- fassung und Dokumentation der pädagogischen Arbeit und Qualität sowie der kindlichen Entwicklungsstände“ besteht und empfiehlt, insbesondere für Sprache und Mathematik „basale Kompetenzen (…) auf Basis der Erhebung des Entwicklungsstands alltagsintegriert und ergänzend [zu] fördern; die pädagogischen Anschlussprozesse hierbei verbindlich [zu] klären und [zu] priorisieren“ (SWK, 2026: 23 ff.)2.

1 Vgl. https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/291856/b9644e6243369de2cd3ff3e08c1cb856/referentenentwurf-data.pdf

2 Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) (2026): Datengestützte Entwicklung und Steuerung in Schulen und frühkindlicher Bildung. Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. Zusammenfassung. https://doi.org/10.25656/01:3503

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Im Jahr 2024 wurde der „Bildungsplan - Erweiterte Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“ (Bildungsplan) als amtli- che Empfehlung (gemäß § 85 Absatz 2 Nummer 1 SGB VIII) veröffentlicht. Der Bildungs- plan übersetzt die wissenschaftlich nachweisliche Wirksamkeit alltagsintegrierter Bil- dungsprozesse für die frühe Kompetenzentwicklung von Kindern in praxisnahe Hand- lungsleitlinien für Fachkräfte. Die grundlegenden Fähigkeiten sowohl im sprachlichen als auch im mathematischen Bereich werden in der frühen Kindheit erworben.

2 Zielsetzung

Vor diesem Hintergrund soll ein Beobachtungsinstrument der sprachlichen und mathe- matischen Entwicklung von Kindern entwickelt, pilotiert, validiert und auf Reliabilität ge- prüft werden, das sich aus dem Bildungsplan Brandenburg ableitet. Die Items zur Kom- petenzerfassung von Kindern am Ende der Kita-Zeit (3. Drittel des letzten Kita-Jahres) wer- den als „Individuelle Lernstandsanalyse am Übergang Kita-Schule (ILeA 0)“ konzipiert und an das bereits vorhandene Beobachtungsinstrument für die „Individuelle Lernstandsana- lyse in den ersten 6 Wochen nach dem Schuleintritt (ILeA plus)“ anschlussfähig ausgestal- tet .3 Ziel ist ein integriertes, strukturell harmonisiertes Beobachtungssystem, das die sprachliche und mathematische Entwicklung in vergleichbarer und anschlussfähiger Struktur erfasst.

Der Auftraggeber erwartet ein standardisiertes, wissenschaftlich fundiertes, schlankes und praxisorientiertes Beobachtungsinstrument. Für den Auftraggeber ist ein einheitli- cher konzeptioneller Ansatz von zentraler Bedeutung, um den Qualifizierungsbedarf in der Praxis gering zu halten sowie die Nutzung durch die pädagogischen Fachkräfte mit der einheitlichen Struktur von ILeA 0 zu vereinfachen.

Das Beobachtungsinstrument ist im Sinne einer inklusiven Kindertagesbetreuung zu kon- zipieren. Es muss unterschiedliche Entwicklungsverläufe abbilden können und auch bei Kindern mit Beeinträchtigungen oder besonderem Unterstützungsbedarf anwendbar sein.

Das Instrument ist entwicklungsorientiert und ressourcenbezogen auszugestalten. Es darf keine implizite Normierung oder stigmatisierende Wirkung entfalten, sondern soll pädagogische Handlungsorientierung geben und individuelle Unterstützungsbedarfe sichtbar machen.

3 Die Items für die Beobachtung zum 6. Geburtstag bzw. für den Zeitpunkt kurz vor dem Schulübergang wurden bereits entwickelt, so dass dies nicht Teil dieses Auftrags ist. Die Pilotierung, Validierung und Reliabilitätsprüfung sind jedoch auch für diese bereits entwickelten Items zum 6. Geburtstag durchzuführen. Zu beachten bleibt, dass sich die aktuelle Anzahl der für den 6. Geburtstag entwickelten Items aufgrund der andauernden Entwicklungsphase noch reduzieren kann, um sich zahlenmäßig mehr an die Protokollbögen der vorherigen Beobach- tungszeitpunkte anzunähern.

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Bei der Item-Entwicklung ist sicherzustellen, dass:

• individuelle Lern- und Entwicklungsbedingungen berücksichtigt werden, • Fördermaßnahmen anschlussfähig dokumentiert werden können, • eine Weitergabe relevanter Unterstützungsinformationen im Übergang zur Schule strukturiert möglich ist, • eine Anschlussfähigkeit zu ILeA plus gewährleistet ist.

Für die Überführung des Instrumentes in eine geplante App und die dazu erforderlichen Absprachen mit den Entwicklern der App (organisiert durch das MBJS) muss die Auftrag- nehmerin/der Auftragnehmer Ressourcen einplanen.

Das Instrument fügt sich strukturell und technisch in die Logik der dreistufigen Skala von ILeA 0 ein4.

3 Arbeitspaket 1: Entwicklung der sprachlichen Aspekte des

Beobachtungsinstrumentes

3.1 Zielsetzung

Zielsetzung ist eine alltagsnahe Erfassung sprachlicher Kompetenzen, um damit Entwick- lungsverläufe differenziert beobachten, Risiken frühzeitig erkennen und gezielte Unter- stützungsangebote planen zu können.

Das Instrument soll:

• die sprachlichen Kompetenzen von Kindern im Alter vom 2. bis zum 6. Geburtstag jährlich zum Geburtstag und im 3. Drittel des letzten Kita-Jahres erfassen, • zentrale Entwicklungsverläufe der im Brandenburger Bildungsplan sowie unter 3.2.2 zusammengefassten Kompetenzbereiche abbilden, • frühzeitig Hinweise auf Förderbedarfe geben und eine gezielte alltagsintegrierte Förderung unterstützen, • in Struktur, Logik, Altersstufung und Auswertung mit dem Beobachtungsteil der mathematischen Entwicklung kompatibel sein, • von pädagogischen Fachkräften in Angeboten der Kindertagesbetreuung mit ho- her Zuverlässigkeit und geringem Zeitaufwand angewendet werden können, • für eine digitale Anwendung in einer App geeignet sein.

Es soll ein evidenzbasiertes, praxisorientiertes, validiertes und auf Reliabilität geprüftes Beobachtungsinstrument entstehen, das ab dem 2. Geburtstag jährlich angewendet wird und einen altersgerechten Beobachtungsbogen mit den wichtigsten Meilensteinen der

4 Stufe 1: „wurde in der Kita noch nicht beobachtet“, Stufe 2: „kann das Kind mit Unterstützung“, Stufe 3: „kann das Kind“.

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sprachlichen Entwicklung enthält. Der Bogen soll von pädagogischen Fachkräften leicht handhabbar in maximal 20 Minuten ausgefüllt und ausgewertet werden können. Die Aus- wertung erfolgt durch ein Ampelsystem, das eine schnelle, visuelle Rückmeldung über den Entwicklungsstand des Kindes in den jeweiligen Sprachebenen gibt. Die Items sind klar formuliert und enthalten keine Doppelbewertungen. Das Instrument fügt sich struk- turell und technisch in die Logik von ILeA 0 ein. Hierzu soll basierend auf bereits vorlie- genden wissenschaftlichen Erkenntnissen anhand von Recherche geprüft und empfohlen werden, ob eine Skala mit zwei oder drei Antwortmöglichkeiten etabliert werden soll.

3.2 Leistungsumfang

3.2.1 Analyse und Bestandsaufnahme

• Sichtung und Bewertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu frühkindli- cher sprachlicher Bildung und sprachlichen Kompetenzen (funktionelle und laut- sprachliche Kompetenzen sowie Literalität), • Analyse der sprachlichen Bildungsbereiche im Bildungsplan Brandenburg im Hin- blick auf entwicklungsbezogene Progressionen im Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt, • Ableitung zentraler sprachlicher Entwicklungsdimensionen und Kompetenzstufen von Kindern in den Altersstufen 24, 36, 48 und 60 Monate.

3.2.2 Entwicklung von Items zur sprachlichen Entwicklung

Entwicklung altersbezogener, entwicklungslogisch aufeinander aufbauender Items für vier Beobachtungszeitpunkte (24, 36, 48 und 60 Monate) in folgenden Kompetenzberei- chen:

• Phonetik-Phonologie • Lexikon-Semantik • Morphologie-Syntax • Kommunikation-Pragmatik • Literalität

Dabei ist Folgendes sicherzustellen:

• altersbezogene Formulierung der Items für die jeweiligen Beobachtungszeit- punkte, • klare, präzise und einfache Item-Formulierungen, die jeweils nur eine Fähigkeit ab- fragen (keine Doppel-Items), • Berücksichtigung von interkulturellen und mehrsprachigen Aspekten, • alle Items müssen klar, digital abbildbar und mit eindeutiger Antwortmöglichkeit formuliert sein.

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3.2.3 Entwicklung des Teil-Beobachtungsinstruments zur sprachlichen Entwicklung

• Erstellung von vier analog und digital benutzerfreundlichen und intuitiven Be- obachtungsbögen für 24, 36, 48 und 60 Monate, die die wichtigsten Meilensteine in den sprachlichen Kompetenzbereichen der jeweiligen Altersstufe abbilden, • Begrenzung der Anzahl der Items auf zwei pro Kompetenzbereich, die die verschie- denen Ebenen des jeweiligen Kompetenzbereiches erfassen, • Wissenschaftliche Prüfung und Empfehlung für eine Skala mit zwei oder drei Ant- wortmöglichkeiten, • Das Beobachtungsinstrument soll Transparenz gegenüber den Sorgeberechtigten ermöglichen und als Grundlage für Entwicklungsgespräche dienen können, • Einbeziehen der Sorgeberechtigten in die Beobachtung, • Entwicklung eines Ampelsystems zur Auswertung, das die pädagogischen Fach- kräfte durch eine intuitive und schnelle Orientierung in ihrer Arbeit unterstützt und Kindern eine frühzeitige Förderung ermöglicht: o Grün: sprachliche Entwicklung unauffällig, Fortsetzung alltagsintegrierter Bildung o Gelb: leichte Auffälligkeiten, regelmäßige Beobachtung, gezielte Anregung im Bereich der Sprachebenen, die auffällig erscheinen o Rot: deutliche Auffälligkeiten, weiterführende Diagnostik thematisieren, all- tagsintegrierte Sprachförderung

Das Arbeitspaket 1 ist zeitlich rechtzeitig fertigzustellen, so dass die Umsetzung der Ar- beitspakete 3 und 4 innerhalb der Vertragslaufzeit erfolgen kann. Das Ergebnis ist dem Auftraggeber zu präsentieren, bevor die Arbeitspakete 3 und 4 durchgeführt werden.

4 Arbeitspaket 2: Entwicklung der mathematischen Aspekte

des Beobachtungsinstrumentes

4.1 Zielsetzung

Zielsetzung ist eine alltagsnahe Erfassung mathematischer Kompetenzen, um damit Ent- wicklungsverläufe differenziert beobachten, Risiken frühzeitig erkennen und gezielte Un- terstützungsangebote planen zu können.

Das Instrument soll:

• die mathematischen Kompetenzen von Kindern im Alter vom 3. bis zum 6. Ge- burtstag jährlich zum Geburtstag und im 3. Drittel des letzten Kita-Jahres erfassen, • zentrale Entwicklungsverläufe der im Brandenburger Bildungsplan zusammenge- fassten mathematischen Bildungsbereiche abbilden,

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• frühzeitig Hinweise auf Förderbedarfe geben und eine gezielte alltagsintegrierte Förderung unterstützen, • in Struktur, Logik, Altersstufung und Auswertung mit dem Beobachtungteil der sprachlichen Entwicklung (vgl. Arbeitspaket 1) kompatibel sein, • von pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen mit hoher Zuverläs- sigkeit und geringem Zeitaufwand angewendet werden können, • für eine digitale Anwendung in einer Kita-App geeignet sein.

Es soll ein evidenzbasiertes, praxisorientiertes, validiertes und auf Reliabilität geprüftes Beobachtungsinstrument entstehen, das ab dem 3. Geburtstag jährlich bis zum Schulein- tritt angewendet wird und altersgerechte Beobachtungsbögen mit den wichtigsten Mei- lensteinen der mathematischen Entwicklung enthält.

Das Instrument soll von pädagogischen Fachkräften leicht handhabbar sein und in maxi- mal 20 Minuten ausgefüllt und ausgewertet werden können. Die Auswertung erfolgt durch ein Ampelsystem, das eine schnelle, visuelle Rückmeldung über den Entwicklungs- stand des Kindes in den jeweiligen Kompetenzbereichen ermöglicht.

Die Items sind klar formuliert, eindeutig und enthalten keine Doppelbewertungen.

Das Beobachtungsinstrument ist so zu konzipieren, dass es an mathematische Vorläufer- fähigkeiten anknüpft, die bereits im Alter von zwei bis drei Jahren im Alltag angebahnt werden.

Basierend auf den vorliegenden Verfahren erscheint eine inhaltliche Schwerpunktsetzung auf dem Bereich „Zahlen und Operationen“ sinnvoll, da dieser als entscheidender Prädik- tor für spätere mathematische Lernprozesse gilt. Die weiteren mathematischen Bildungs- bereiche dienen der Ergänzung und Unterstützung der Entwicklung grundlegender nu- merischer Kompetenzen.

Das Instrument fügt sich strukturell und technisch in die Logik der dreistufigen Skala von ILeA 0 ein5.

4.2 Leistungsumfang

4.2.1 Analyse und Bestandsaufnahme

• Sichtung und Bewertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur zu frühkindli- cher mathematischer Bildung und mathematischen Kompetenzen (u. a. Zahlen- verständnis, Mengen, Raumvorstellung, Messen, Mustererkennung),

5 Stufe 1: „wurde in der Kita noch nicht beobachtet“, Stufe 2: „kann das Kind mit Unterstützung“, Stufe 3: „kann das Kind“.

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• Analyse des Bildungsbereiches Mathematik im Bildungsplan Brandenburg im Hin- blick auf entwicklungsbezogene Progressionen im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt, • Ableitung zentraler mathematischer Entwicklungsdimensionen und Kompetenz- stufen für eine standardisierte Beobachtung von Kindern in den Altersstufen 36, 48 und 60 Monate.

4.2.2 Entwicklung von Items zur mathematischen Entwicklung

Entwicklung altersbezogener, entwicklungslogisch aufeinander aufbauender Items für drei Beobachtungszeitpunkte (36, 48, 60 Monate) in folgenden Kompetenzbereichen:

• Zahlen und Operationen: Entwicklung von Items zur Erfassung der Fähigkeit, Men- gen zu schätzen, Ziffern zu erkennen und zu ordnen sowie erste Rechenoperatio- nen zu verstehen, • Raum und Form: Entwicklung von Items zur Erfassung des Verständnisses von Raum, Formen und deren Beziehungen sowie der Fähigkeit zur Orientierung im Raum, • Größen und Messen: Entwicklung von Items zur Erfassung von Fähigkeiten, Län- gen, Gewichte und Flächen zu vergleichen und zu messen sowie erste Erfahrungen mit Messen zu dokumentieren, • Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit: Entwicklung von Items zur Erfassung der Fähigkeiten, Daten zu sammeln, Häufigkeiten zu bestimmen und Wahrschein- lichkeiten im Kontext alltäglicher Spiele (z.B. Würfeln) zu erkennen, • Muster und Strukturen: Entwicklung von Items zur Erfassung der Fähigkeit, Muster und Strukturen zu erkennen und fortzusetzen, die über Einzelsituationen hinaus- gehen.

Dabei ist Folgendes sicherzustellen:

• altersbezogene Formulierung der Items der Meilensteine für drei Beobachtungs- zeitpunkte (36, 48, 60 Monate), • Entwicklung von insgesamt ca. 10 Items pro Altersstufe, • Eine fachlich begründete Schwerpunktsetzung kann insbesondere im Bereich Zah- len und Operationen sinnvoll sein, wobei die konkrete Ausgestaltung dem Auftrag- nehmer obliegt, • die Progression in diesem Bereich ist besonders fein abgestuft (z. B. von Mengen- wahrnehmung über Zählen, Zuordnen, Vergleichen bis zu einfachen Rechenhand- lungen), • alle mathematischen Bildungsbereiche sind entsprechend ihrer Bedeutung für die Entwicklung mathematischer Kompetenzen zu berücksichtigen,

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• klare, präzise und einfache Item-Formulierungen, die jeweils nur eine Fähigkeit ab- fragen (keine Doppel-Items), • alle Items müssen klar, digital abbildbar und mit eindeutiger Antwortmöglichkeit formuliert sein.

Das Beobachtungsinstrument ist so zu konzipieren, dass es sowohl die Breite der im Bil- dungsplan definierten mathematischen Bildungsbereiche abbildet als auch eine ausrei- chende inhaltliche Tiefe und Aussagekraft gewährleistet, um darauf aufbauend gezielte Unterstützungs- und Fördermaßnahmen für die Kinder ableiten zu können.

4.2.3 Entwicklung des Teil-Beobachtungsinstruments zur mathematischen Ent- wicklung

• Erstellung von benutzerfreundlichen und intuitiv nutzbaren Beobachtungsbögen (analog und digital) für 36, 48 und 60 Monate, die die wichtigsten Meilensteine in den mathematischen Kompetenzbereichen der jeweiligen Altersstufe abbilden, • Die Anzahl der Items pro Kompetenzbereich ist so zu gestalten, dass sowohl eine angemessene Breite der mathematischen Bildungsbereiche als auch eine ausrei- chende inhaltliche Tiefe gewährleistet ist, • wissenschaftliche Prüfung und Empfehlung für eine Skala mit zwei oder drei Ant- wortmöglichkeiten, • Das Beobachtungsinstrument soll Transparenz gegenüber den Sorgeberechtigten ermöglichen und als Grundlage für Entwicklungsgespräche dienen können, • Einbeziehen der Sorgeberechtigten in die Beobachtung, • Entwicklung eines Ampelsystems zur Auswertung, das durch eine intuitive und schnelle Orientierung die pädagogischen Fachkräfte in ihrer Arbeit unterstützt und Kindern eine frühzeitige Förderung ermöglicht: o Grün: mathematische Entwicklung unauffällig, Fortsetzung alltagsintegrier- ter Bildung o Gelb: leichte Auffälligkeiten, regelmäßige Beobachtung, gezielte Anregung in jenen Bereichen, die auffällig erscheinen o Rot: deutliche Auffälligkeiten, weiterführende Diagnostik thematisieren, all- tagsintegrierte mathematische Förderung

Das Arbeitspaket 2 ist zeitlich rechtzeitig fertigzustellen, so dass die Umsetzung der Ar- beitspakete 3 und 4 innerhalb der Vertragslaufzeit erfolgen kann. Das Ergebnis ist dem Auftraggeber zu präsentieren, bevor die Arbeitspakete 3 und 4 durchgeführt werden.

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5 Arbeitspaket 3: Erstellen einer Handreichung zum Beobach-

tungsinstrument

Zur Nutzung des Beobachtungsinstrumentes für die sprachliche und mathematische Kompetenzentwicklung von Kindern bis zum Schuleintritt sollen Handlungsempfehlun- gen entwickelt werden. Zum Auftrag gehört dabei die Erstellung einer übersichtlichen Handreichung, die

• das Beobachtungsverfahren beschreibt, • zusammenfassende Informationen zu den sprachlichen und mathematischen Kompetenzbereichen gibt, • Nutzungshinweise und eine Auswertungsanleitung enthalten, die einer schnellen Interpretation der Ergebnisse und der sicheren Anwendung des Ampelsystems dient, • für Phänomene der Wahrnehmungsverzerrung und Beobachtungsfehler sensibili- siert, • den Umgang mit vom Schuleintritt zurückgestellten Kindern beschreibt.

Das Arbeitspaket 3 ist zeitlich rechtzeitig fertigzustellen, so dass die Handreichung im Rah- men des Arbeitspaketes 4 erprobt, evaluiert und ggf. überarbeitet werden kann. Das Er- gebnis ist dem Auftraggeber zu präsentieren, bevor das Arbeitspaket 4 durchgeführt wird.

6 Arbeitspaket 4: Pilotierung, Validierung und Reliabilitätsprü-

fung des entwickelten Beobachtungsinstrumentes

6.1 Pilotierung

Bevor das entworfene Beobachtungsinstrument in die Pilotierungsphase geht, stimmt der Auftragnehmer/die Auftragnehmerin die Entwürfe mit dem Auftraggeber ab.

Zur Überprüfung der Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität des entworfenen Beobach- tungsinstrumentes für die sprachliche und mathematische Entwicklung (inklusive ILeA 0) soll eine Pilotierung der Erstfassung mit jeweils ca. 125 Kindern (altersmäßig gleichmäßig auf die entwickelten Beobachtungsbögen aufgeteilt) erfolgen. Die Auswahl und Rekrutie- rung der je Bereich (Sprache und Mathematik) teilnehmenden Einrichtungen und Kinder erfolgt durch den Auftraggeber. Die Einholung und Dokumentation der für die Teilnahme der Kinder erforderlichen Einverständniserklärungen der Eltern bzw. Personensorgebe- rechtigten obliegt dem Auftragnehmer/der Auftragnehmerin. Zum Leistungsumfang des Auftragnehmers/der Auftragnehmerin gehört konkret:

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• Durchführung von Qualifizierungen für pädagogische Fachkräfte der beteiligten Einrichtungen zur standardisierten Anwendung des Beobachtungsinstrumentes inkl. Erprobung, Evaluierung und ggf. Überarbeitung der Handreichung, • systematische Erfassung der Beobachtungsdaten gemäß den Vorgaben des Instru- ments unter Wahrung des Datenschutzes und der Anonymität der Kinder, • quantitative und qualitative Auswertung der Beobachtungsdaten zur Bewertung der Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität des Instruments, • Erstellung eines umfassenden Berichts mit Empfehlungen zur Anpassung des Be- obachtungsinstrumentes.

Im Ergebnis soll anhand der Beobachtungsergebnisse und Rückmeldungen der beteilig- ten pädagogischen Fachkräfte bewertet werden, ob der jeweilige Beobachtungsbogen verständlich ist, ohne Schwierigkeiten nutzbar erscheint, in der Praxis auf Akzeptanz stößt und Beobachtung und Dokumentation in 20 Minuten möglich sind.

Die Ergebnisse werden dem Auftraggeber, ggf. den an der Pilotierung teilnehmenden Ein- richtungen, entsprechend präsentiert.

6.2 Validierung und Reliabilitätsprüfung

Zum Auftrag gehören neben der Pilotierung ebenfalls die repräsentative Validierung und Reliabilitätsprüfung des entwickelten Instruments (inklusive ILeA 0). Die Validierung soll sicherstellen, dass das Beobachtungsinstrument die sprachlichen und mathematischen Kompetenzen zuverlässig erfasst. Dabei wird geprüft, ob die Beobachtung der intendier- ten Aspekte kindlicher Entwicklung mit Ergebnissen bereits breit erprobter und anerkann- ter Testverfahren korreliert. Die Reliabilitätsprüfung soll die Zuverlässigkeit und Mess- genauigkeit in der Praxis sicherstellen. Dabei soll untersucht werden, inwieweit das In- strument bei der Beobachtung derselben Kinder durch unterschiedliche Fachkräfte kon- sistente Ergebnisse liefert.

Die Stichprobengröße soll für Validierung und Reliabilitätsprüfung des Beobachtungsin- strumentes mit seinen beiden Teilbereichen mindestens so groß sein, dass sie die statis- tische Aussagekraft sicherstellt. Dem Auftraggeber Auftragnehmer obliegt dabei die Ak- quise der teilnehmenden Einrichtungen inkl. des Einholens aller notwendigen Einver- ständniserklärungen der Personensorgeberechtigten der teilnehmenden Kinder. Dabei werden möglichst Kindertageseinrichtungen aus allen Landkreisen und kreisfreien Städ- ten Brandenburgs sowie aus unterschiedlichen Trägerschaften beteiligt, um eine reprä- sentative Vielfalt abzubilden.

In der Durchführung sind folgende Aspekte von zentraler Bedeutung:

• Einhaltung wissenschaftlicher Standards der Testvalidierung/Reliabilitätsprüfung, • Sicherstellung der Repräsentativität der Stichprobe,

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• Briefing der pädagogischen Fachkräfte, • transparente Kommunikation und regelmäßige Abstimmung mit dem Auftragge- ber, • datenschutzkonforme Erhebung und Verarbeitung der Daten.

Den Abschluss der Validierung und Reliabilitätsprüfung bildet ein ausführlicher Bericht, der das jeweilige methodische Vorgehen beschreibt, die Ergebnisse sowie deren Interpre- tation umfasst und eine Abschlusspräsentation gegenüber dem Auftraggeber beinhaltet.

Die im Rahmen der einzelnen Arbeitspakete vorgesehenen Abstimmungen mit dem Auf- traggeber sind im Zeitplan entsprechend zu berücksichtigen. Der Abschlussbericht, die finale Fassung des Beobachtungsinstrumentes sowie die Handreichung sind dem Auftrag- geber bis spätestens 31.10.2030 jeweils im Word- und PDF-Format zu übermitteln. Die Handreichung ist zusätzlich druckfertig im Layout entsprechend den Corporate-Design- Vorgaben des Landes Brandenburg, welche durch den Auftraggeber bei Vertragsbeginn zur Verfügung gestellt werden, vorzulegen. Die Abschlusspräsentation muss bis spätes- tens 15.11.2030 erfolgen.

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