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IntegriertesHandlungskonzeptWesterfildeBodelschwing2014 (1).pdf

Energetische Quartierskonzepte und Sanierungsmanagement für zwei Dortmunder Klimaquartiere

Extrahierter Dokumenttext · Stand: 26.09.2026, 10:13 (Europe/Berlin)

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Stadterneuerung Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh

Integriertes Handlungskonzept

Interdisziplinäres Bearbeitungsteam:

u r b a n o Urban Research & Consultancy Planungsgruppe Stadtbüro

Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Amt für Wohnungswesen Ordnungsamt Büro Dezernat 5 Amt für Angelegenheiten des Oberbürgermeisters und des Rates Jugendamt Wirtschaftsförderung

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Bericht auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für beiderlei Geschlecht.

Düsseldorf & Dortmund | Oktober 2014

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Inhalt

Kurzfassung | Seite 5

  1. Einleitung | Seite 11

  2. Das Untersuchungsgebiet: Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh | Seite 12

2.1 Gebietscharakteristik und -abgrenzung | Seite 12

2.2 Bewohner- und Sozialstruktur | Seite 15

2.3 Lokaler Wohnungsmarkt | Seite 22

2.4 Freiraum und Wohnumfeld | Seite 33

2.5 Infrastruktur und Versorgung | Seite 38

2.6 Lokale Ökonomie | Seite 44

2.7 Verkehr & Mobilität | Seite 47

2.8 Die Sicht der Bewohner: Ergebnisse der Befragung | Seite 52

  1. Relevante Planungen, Konzepte und Akteure | Seite 61

3.1 Das Gebiet im Kontext gesamtstädtischer Planungen und Konzepte | Seite 61

3.2 Lokale Projekte und Initiativen | Seite 63

3.3 Lokale Akteursstrukturen | Seite 66

  1. Zusammenfassender Stadtteil-Check | Seite 68

4.1 Stärken und Potenziale des Stadtteils | Seite 68

4.2 Schwächen und Risiken der Stadtteilentwicklung | Seite 69

  1. Integrierte Stadtteilentwicklung Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh | Seite 72

5.1 Leitlinien und Handlungsfelder | Seite 72

5.2 Kurzfrist-Perspektive: Starterprojekte | Seite 77

5.3 Langfrist-Perspektive: Handlungsfelder und Projekte für eine nachhaltige Stadtteilerneuerung | Seite 79

  1. Partizipation und Prozessgestaltung | Seite 84

  2. Stadtteilmarketing: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit | Seite 87

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 3

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Inhalt

  1. Begleitendes Monitoring | Seite 90

  2. Förder- und Finanzierungsinstrumente | Seite 93

  3. Anhang | Seite 97

10.1 Abbildungsverzeichnis | Seite 97

10.2 Quellenverzeichnis | Seite 100

10.3 Bildnachweis | Seite 101

Impressum | Seite 102

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 4

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Kurzfassung

Kurzfassung

Das Untersuchungsgebiet „Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh“ liegt im Nordwesten der Das Untersuchungsgebiet: Westerfilde und Bodelschwingh Stadt Dortmund, circa 7 km [Luftlinie] von der Innenstadt entfernt. Es gehört zum Stadtbezirk Dortmund-Mengede und umfasst eine Fläche von 636,3 ha. In dem so abgegrenzten Unter- suchungsgebiet lebten am 31. Dezember 2013 13.644 Einwohner. Es handelt sich um einen kompakten Siedlungsbereich, der im Süden und Westen in großräumige Landschaftsräume eingebettet ist. Entstanden ist er um die ehemalige Zeche Westhausen, die von 1873 bis in die 1980er Jahre hier ein wichtiger Arbeitgeber war. Das Siedlungsbild ist geprägt durch

u Bergarbeitersiedlungen aus den 1920 und 1930er Jahren im Nordosten,

u vorwiegend zweigeschossige Zeilenbauten aus den 1950er und 1960er Jahren im Westen sowie

u Geschosswohnungsbauten aus den 1960er und 1970er Jahren im Ortskern und im Nord- osten des Untersuchungsgebietes.

Im Teilgebiet Westerfilde wird seit mehreren Jahren festgestellt, dass die Wohnqualität in Teilbereichen Besorgnis erregend abnimmt. Ursächlich hierfür ist insbesondere das Verhalten einzelner Vermieter, deren Aufgabenwahrnehmung als unzulänglich, teilweise auch fahrlässig zu bewerten ist. In zunehmendem Ausmaß geht damit auch ein Verlust an Lebensqualität für die Gesamtbevölkerung einher.

Auf der Grundlage des „Aktionsplans Soziale Stadt“ wurde ein Aktionsraumbeauftragter eingesetzt, der gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Westerfildes erste Maßnahmen wie einen Bürgergarten, eine Bürgerwohnung, ein Frauenfrühstück etc. realisiert hat. Es hat sich im weiteren Verlauf aber gezeigt, dass diese Sofortmaßnahmen alleine nicht ausreichen wer- den, um eine umfassende und nachhaltige Stabilisierung des Stadtteils zu erreichen. Deshalb beauftragte der Rat der Stadt Dortmund durch einen Beschluss vom 15. November 2012 die Verwaltung, ein Integriertes Handlungskonzept für Westerfilde und Bodelschwingh zu erar- beiten.

Im Rahmen der Erstellung dieses Integrierten Handlungskonzeptes wurden die aktuelle Si- tuation und die Entwicklungen im so abgegrenzten Untersuchungsgebiet im Hinblick auf die folgenden Themen analysiert und beschrieben:

u Bewohner- und Sozialstruktur [Kap. 2.2]:

Hier ist eine Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung durch die seit dem Jahr 2010 Themen und Befunde der wieder kontinuierliche Zunahme der Wohnbevölkerung erkennbar. Im Vergleich zur Ge- Gebietsanalyse samtstadt liegt ein erhöhter Anteil an Kindern und Jugendlichen sowie älteren Menschen vor. Es besteht im Vergleich zur Gesamtstadt ein unterdurchschnittlicher Anteil an Lang- zeitarbeitslosen. Im Langzeittrend ist ein Rückgang der Arbeitslosenquote erkennbar, der jedoch aktuell, insbesondere in Westerfilde, wieder ansteigt. Es zeigt sich eine deutliche Zunahme des Ausländeranteils seit dem Jahr 2005 – damit zugleich ein wachsender Be- darf an gesellschaftlichen Integrationsleistungen und -funktionen, die den Stadtteil in seiner aktuellen Verfassung und Ausstattung überfordern. Dadurch entstehen auch wach- sende kulturelle Brüche und Sprachbarrieren im alltäglichen Zusammenleben. Ein paral- leler Anstieg von Beziehern staatlicher Transferzahlungen, damit auch rückläufige lokale Kaufkraft, Mobilität und soziale Teilhabechancen und ein im Vergleich zur Gesamtstadt erhöhter Anteil von Alleinerziehenden mit geringem Einkommen, aber hohem Unterstüt- zungsbedarf, stellen zusätzliche Herausforderungen in diesem Handlungsfeld dar.

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Kurzfassung

u Lokaler Wohnungsmarkt [Kap. 2.3]:

Gute Größenstrukturen und Zuschnitte von Wohnungen, wie auch moderate Mietniveaus in großen Teilen des Bestandes, stellen ebenso wichtige Stärken des Gebietes dar wie rückläufige Leerstandsquoten, die eine Verbesserung der Einnahmesituation und damit der Investitionspotenziale auf Seiten der Vermieter bewirken. Zugleich zeigt sich aber ein hohes Maß an Desinvestition und Modernisierungsrückstau – verbunden mit hohen Wohnnebenkosten durch fehlende energetische Sanierung – in großen Teilen des Woh- nungsbestandes. Zusätzliche Herausforderungen stellen Eigentümerwechsel hin zu Ei- gentümern ohne Interesse an einer langfristigen Bestandsentwicklung dar. Eine hohe Fluktuation in Teilen des Wohnungsbestandes hat eine zusätzliche destabilisierende Wir- kung auf einzelne Hausgemeinschaften und das Stadtteilleben insgesamt. Dabei ist fest- zuhalten, dass die Situation und der Handlungsbedarf räumlich sehr variiert. Es ist Kon- sens, dass die Entwicklung der Wohnungsbestände mit das wichtigste Thema für eine po- sitive Trendwende der Stadtteilentwicklung ist. Besondere Relevanz haben hierbei die Bündelung und der abgestimmte Einsatz aller zur Verfügung stehenden Instrumente und Einflussmöglichkeiten. Der Aufbau von Netzwerkstrukturen (Fachgespräch Wohnungs- wirtschaft), private Investitionen sowie finanzielle Unterstützung durch Städtebau- oder Wohnraumförderung gehören dabei ebenso zum Handwerkszeug, wie der Einsatz von hoheitlichen Instrumenten. So wird die Prüfung der planungs- und sanierungsrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten Bestandteil der förmlichen Gebietsfestlegung sein, die für Frühjahr 2015 vorgesehen ist.

u Freiraum und Wohnumfeld [Kap. 2.4]:

Das Untersuchungsgebiet verfügt quantitativ über ein gutes Angebot an wohnungsbe- zogenen Freiflächen und Spielplätzen. In qualitativer Hinsicht zeigen sich allerdings zahl- reiche Mängel und Defizite: Eine geringe Attraktivität, Nutzbarkeit und fehlende Aneig- nungsmöglichkeiten von Teilen der wohnungsbezogenen Freiräume und Spielplätze durch Desinvestition, Verwahrlosung und teilweise auch Vermüllung haben negative Auswir- kungen, auch auf das Außenimage des Untersuchungsgebietes. Dies gilt auch für die ge- ringe Attraktivität und Nutzbarkeit großer Teile des öffentlichen Raums [Eingangsbereiche, Marktplatz, zentrale Straßenzüge, ÖPNV-Haltestellen, Verbindungen in den umliegenden Grünraum]. Zusätzliche Belastungen und Einschränkungen von Nutzbarkeit und Attrak- tivität des öffentlichen Raums entstehen durch Vandalismus und Nutzungskonflikte.

u Infrastruktur und Versorgung [Kap. 2.5]:

Das Untersuchungsgebiet zeigt eine gute Versorgung mit Schulen und Betreuungsein- richtungen für Kinder und mit ergänzenden Angeboten [Jugendfreizeitstätte, Begegnungs- stätte, Bürgerwohnung, Kirchengemeinden etc.]. Zugleich ist aber eine unzureichende Ausstattung mit Räumen und Orten für Veranstaltungen, Aktivitäten, Begegnung und so- ziales Leben unterschiedlicher Gruppen als Defizit für Lebensqualität und Zukunftsper- spektiven im Untersuchungsgebiet festzustellen.

u Lokale Ökonomie [Kap. 2.6]:

Die unterdurchschnittliche Kaufkraft bei großen Teilen der Stadtteilbevölkerung hat ne- gative Folgen für Entwicklungschancen und -perspektiven der lokalen Ökonomie und der Versorgung mit Gütern des mittelfristigen und spezialisierten Bedarfs. Daraus – wie auch aus den allgemeinen Entwicklungstendenzen im Einzelhandel und in der Gastronomie – resultiert ein tendenzieller Funktionsverlust des Ortskerns, verbunden mit einer steigenden Anzahl von Leerständen im Bereich der Ladenlokale. Derzeit verfügt das Gebiet noch über ein als ausreichend und zugleich preiswert eingeschätztes Nahversorgungsangebot. 6

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Kurzfassung

u Verkehr und Mobilität [Kap. 2.7]:

ÖPNV- und Verkehrsanbindung des Gebietes sind sehr gut. Im Hinblick auf Zustand, Funk- tionalität und Gestaltqualität von Straßen, Bürgersteigen, ÖPNV-Haltestellen etc. zeigt sich Handlungsbedarf, insbesondere bezogen auf Barrieren für mobilitätseingeschränkte Bewohner, die es nach und nach abzubauen gilt.

Als Ergebnis der Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzeptes für das Untersuchungs- Leitlinien für die integrierte gebiet lassen sich die folgenden Leitlinien [Kap. 5.1] für eine integrierte und nachhaltige Stadtteilerneuerung Stadtteilentwicklung in Westerfilde und Bodelschwingh benennen, denen jeweils Maßnah- men zu Ihrer Realisierung zugeordnet werden:

u Den Wohnungsbestand sichern, entwickeln und zukunftsfähig machen!

In diesem Handlungsfeld geht es um eine schlüssige und konsequente Anwendung von Instrumenten, z. B. der Wohnungsaufsicht oder des kommunalen Vorkaufsrechts. Darüber hinaus müssen die Eigentümer aktiviert und selbst in die Pflicht genommen werden, not- wendige Investitionen und Maßnahmen zur Sicherung, Aufwertung und nachhaltigen Entwicklung ihrer Bestände zu ergreifen. Bei der Gruppe der kleinteiligen Einzeleigentü- mer kann dies über Instrumente wie ein Fassadenprogramm und eine Modernisierungs- und Finanzierungsberatung erfolgen. Bei den Eigentümern größerer Bestandseinheiten sind vorwiegend andere Instrumente notwendig – beispielsweise Beratungsleistungen zur nachhaltigen Bestandsentwicklung und zu verfügbaren Förderangeboten. Dabei sollen neben der Verankerung von Bewirtschaftungsstrategien, die im Sinne einer nachhaltigen Bestands- und auch Stadtteilentwicklung sind, auch Ziele wie eine energetische Erneue- rung zur Senkung von Wohnnebenkosten und die Schaffung von mehr barrierefreien oder -armen Wohnungen verfolgt werden. Parallel und mit diesen Aktivitäten vernetzt soll auch eine nutzerorientierte Aufwertung der wohnungsbezogenen Freiräume erreicht werden.

u Den öffentlichen Raum aufwerten und in seiner Nutzbarkeit verbessern!

Die „Modernisierung“ des öffentlichen Raums – immer parallel eine Steigerung von At- traktivität wie auch Nutzbarkeit verfolgend – ist eine wichtige Aufgabe im Kontext einer nachhaltigen Erneuerung und Entwicklung des Untersuchungsgebietes. Dabei geht es um eine Aufwertung und Gestaltung der Eingangsbereiche in das Untersuchungsgebiet ebenso wie seiner wichtigsten Achsen und Plätze –dies auch als ein Beitrag zur Stand- ortaufwertung und als Beitrag zur Förderung der lokalen Ökonomie. Gleichermaßen wich- tig ist eine Verbesserung der Nutzbarkeit und Gestaltqualität von Grünflächen, Spielplät- zen und Wegebeziehungen in die umliegenden Freiräume. Neben diesen eher baulich ori- entierten Maßnahmen geht es in diesem Handlungsfeld auch darum, durch Maßnahmen, die eher einen Managementcharakter haben, eine verbesserte Pflege öffentlicher Räume zu organisieren und sicherzustellen und in Einzelfällen auch auf eine Ordnung und Kon- trolle der Belastungen durch konfliktträchtige Nutzungen des Wohnumfeldes hinzuarbei- ten.

u Das Gemeinwesen stärken und Inklusion fördern | Wir-Gefühl aufbauen!

Zusätzliche Unterstützungsangebote für Alleinerziehende, mehr Bildungsangebote für die Gebietsbewohner und dezentrale Angebote für Jugendliche in temporär dafür umgenutz- ten Wohnungen sind denkbare Maßnahmen für die nächsten Jahre. Ebenso wichtig ist die Förderung von Alltagshilfen für ältere Stadtteilbewohner und andere mobilitätsein- geschränkte Bewohner, eine Förderung und Stärkung des Vereinslebens und der infor-

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Kurzfassung

mellen Sport- und Freizeitangebote. Es besteht im Untersuchungsgebiet eine hohe Be- reitschaft, sich zu engagieren und aktiv zu werden – teilweise auch „aus Not“ geboren – aus der zunehmenden Sorge um die Entwicklung des eigenen Lebensumfeldes. Diese Ansätze gilt es im Sinne von mehr Eigenverantwortung und Bürgerengagement und einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ engagiert und systematisch zu fördern, zu stärken und zu entwik- keln. Dabei kommt einer Stärkung des lokalen Vereinslebens und einzelner Hausgemein- schaften als „Keimzellen“ eines wachsenden bürgerschaftlichen Engagements eine be- sondere Bedeutung zu. Auch das Ziel, vor allem die Jugendlichen einzubinden und sie als Motoren einer neuen lokalen Kultur von Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Mitwirkungsbereitschaft zu nutzen und zu stärken, wird in diesem Zusammenhang hand- lungsleitend sein.

u Die lokale Ökonomie stärken und zukunftsfähig machen!

Die Förderung der lokalen Ökonomie muss sich um Erhalt und Entwicklung des vorhan- denen Waren- und Dienstleistungsangebotes bemühen, um die Versorgung der Bewohner sicherzustellen. Dadurch soll zugleich eine Erhöhung der Attraktivität des Gebietes zur Verbesserung seines Images und zur Förderung von Ansiedlung und Zuzug aus allen Schichten der Gesellschaft erreicht werden. Weiterhin sollen im Kontext dieser Aktivitäten neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten zur Förderung der Kaufkraft im Gebiet und zur Schaffung von lokalen Gelegenheiten zur Integration von Arbeitslosen und auch jugendlichen Berufsanfängern in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geschaffen werden.

u Adressbildung: Das Image des Untersuchungsgebietes nach innen und nach außen ver- bessern!

Im Zuge des anstehenden integrierten Erneuerungsprozesses soll bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen immer der Aspekt der Imagearbeit mitgedacht werden. Eine solche Aufwertung des Images – sowohl nach innen wie nach außen – kann allerdings immer nur in dem Maß aktiv und erfolgreich werden, wie Verbesserungen und neue Stärken rea- lisiert werden, die dann aktiv nach innen und außen vermarktet werden können und auch sollten. Ebenso müssen vorhandene Stärken betont und kommuniziert werden. In diesem Kontext sind auch neue Veranstaltungsformate – wie etwa Veranstaltungen zum inklusi- ven Westerfilde oder ein internationales Straßenfest – denkbar.

Kernelement des Integrierten Handlungskonzeptes ist ein Maßnahmenpaket [Kap. 5.3], des- sen integrierte und vernetzte Umsetzung in den nächsten Jahren einen wirkungsvollen Impuls setzen kann, um eine wirklich nachhaltige Erneuerung und Entwicklung des Untersuchungs- gebietes zu erreichen. Diese Maßnahmen und ihre Umsetzung werden einen kontinuierlichen Entwicklungs- und Erneuerungsprozess gestalten, in den gezielt und strategisch ausgerichtet laufend weitere Maßnahmen und Projekte angelagert integriert werden können, die aus an- deren Ressourcen als denen der gebietsbezogenen Stadterneuerung finanziert werden. Dabei deckt das im Rahmen dieses Integrierten Handlungskonzeptes entwickelte integrierte Maß- nahmenpaket die auf der folgenden Seite im Überblick abgebildeten Entwicklungsschwer- punkte ab.

Durch die Anwendung unterschiedlicher Beteiligungsformate [Akteursrunden, Bewohnerbe- Partizipation und fragung, Bürgerdialog] ist vor Ort eine inhaltlich breite Diskussion erfolgt. Diese frühzeitige Prozessgestaltung und umfangreiche Beteiligung stellt das Integrierte Handlungskonzept auf eine solide Basis und sichert die für die Umsetzung notwendige Unterstützung und Akzeptanz. Der Beteili- gungsaspekt wird auch bei der Umsetzung der Maßnahmen eine wesentliche Rolle spielen.

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Kurzfassung

Wohnen und Wohnumfeld Abb 1: Projekte der integrierten u Freiflächen- und Fassadenprogramm Großwohnanlagen Stadtteilerneuerung nach Entwicklungsschwerpunkten u Hof- und Fassadenprogramm Altbaubestände u Quartiershausmeister [Koop. JobCenter/WoG/Stadt] u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Gestaltung wohnungsnaher öffentlicher Freiräume

Öffentlicher Raum

u Neugestaltung Marktplatz u Spielleitplanung/ Freizeitflächenplanung u Öffentlicher Straßenraum u Kunstrasenplatz Germania Westerfilde/Rot-Weiß Bodelschwingh u Spiel- und Freizeitflächen im öffentlichen Raum u Gestaltungselemente Rahmer Wald [Freizeitqualitäten] u Anbindung der Grünbereiche u Ausbau Wegeverbindung östl. Bahnlinie

Gemeinwesen und Zusammenleben

u Quartiersmanagement ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Stadtteilfonds nach § 17 StBFR u Umbau KESS / [Aus]bau Bürgerzentrum u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u GS Westhausen; Anbau für Offenen Ganztag u Bürgerbeteiligung

Nachrichtlich –anderer Förderzugang: u Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche u Familientreff

lokale Ökonomie

u Verfügungsfonds nach § 14 StBFR u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Entwicklung untergenutzter Flächen und Gebäude [z.B. Tankstelle, Zechengebäude]

Adressbildung

u Presse- und Öffentlichkeitsarbeit u Stadtteilmarketing

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Kurzfassung

Dabei soll die Gremienstruktur gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden und auf den bereits bestehenden Strukturen [Aktionsplan Soziale Stadt/Aktionsraumbeauf- tragter, Bezirksvertretung Mengede, Projekt „Inklusiver Sozialraum“, Fachgespräch Woh- nungswirtschaft Westerfilde/Bodelschwingh, Arbeitskreis AG §78 KHG – Ortsgruppe Westerfilde, Mieterbeirat Westerfilde, Städtischer Lenkungskreis Westerfilde/Bodelschwingh] aufbauen bzw. an sie anknüpfen.

Zu Beginn der Umsetzung des Stadterneuerungsprogramms ab 2015 wird es eine wesentliche Aufgabe sein, die vorhandene Gremienstruktur zu überprüfen und vorhandene Lücken zu schließen. Dabei soll die Struktur möglichst effizient sein, Parallelstrukturen vermieden und der Arbeitsaufwand, insbesondere für ehrenamtlich tätige Akteure, in einem leistbaren Rah- men gehalten werden.

Da die Maßnahmen vor Ort aus unterschiedlichen öffentlichen und privaten Mitteln finanziert werden sollen, ist eine zeitliche, organisatorische und inhaltliche Abstimmung auf kommu- naler Ebene unerlässlich.

Die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes für Westerfilde/Bodelschwingh soll möglichst frühzeitig durch ein Marketing- und Kommunikationskonzept und eine darauf ba- sierende Öffentlichkeitsarbeit begleitet. und in ihrer Wirkung und Nachhaltigkeit unterstützt werden [Kap. 7].

Im Hinblick auf das geplante Monitoring sowie die Evaluation [Kap. 8], das die Umsetzung dieses Integrierten Handlungskonzeptes begleiten soll, wird auch ein Verfahren zurückge- griffen, das Verlauf der letzten Jahre im Stadtumbaugebiet Rheinische Straße [Unionviertel] entwickelt wurde. Dieses Verfahren wird – mit den notwendigen lokalspezifischen Anpas- sungen und Konkretisierungen versehen – auch im zukünftigen Programmgebiet Wester- filde/Bodelschwingh zur Anwendung kommen. Es setzt sich zusammen aus

u Grundlagenarbeit,

u projektbezogenem Monitoring sowie einer

u periodischen Programmevaluation.

Für den weiteren Prozess ist es zunächst erforderlich, die begonnenen Sofortmaßnahmen fortzuführen. Hierzu zählen unter anderem die Arbeit des Aktionsraumbeauftragten und der langjährig Aktiven vor Ort, des vorläufigen Quartiersmanagements, der Arbeit der Quartiers- hausmeister, des Inklusionsprozesses und des Fachgesprächs Wohnungswirtschaft. Perspek- tivisch ist es erforderlich, Stadtteil- bzw. Quartiersgremien zu etablieren.

Im Laufe des Jahres 2015 sollen folgende Starterprojekte beginnen: Ein leistungsstarkes Quar- tiersmanagement, die Einrichtung eines Stadtteilfonds’ zur Förderung und Stärkung des bür- gerschaftlichen Engagements sowie das Angebot eines Hof- und Fassadenprogramms. Letzteres soll, ergänzend zum Fachgespräch Wohnungswirtschaft, die privaten Investitionen der Eigentümer unterstützen.

Weitere Projekte werden ab 2016 sukzessive umgesetzt und bei Bedarf ergänzt. Die förmliche Gebietsfestsetzung ist für das 1. Halbjahr 2015 geplant. Die Prüfung der planungs- und sa- nierungsrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten wird Bestandteil der förmlichen Gebietsfestlegung sein.

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Einleitung

1. Einleitung

In Dortmund-Westerfilde wird seit mehreren Jahren festgestellt, dass die Wohnqualitaẗ in Eine Besorgnis erregende Teilbereichen Besorgnis erregend abnimmt. Ursac̈ hlich hierfur̈ ist insbesondere das Verhalten Abnahme von Wohn- und einzelner Vermieter, deren Aufgabenwahrnehmung als unzulan̈ glich, teilweise auch fahrlas̈ sig Lebensqualität im Stadtteil zu bewerten ist. In zunehmendem Ausmaß geht damit auch ein Verlust an Lebensqualitaẗ fur̈ die Gesamtbevol̈kerung einher.

Im Jahr 2008 wurde daher von der Verwaltung in drei Teilbereichen des statistischen Unter- bezirks Westerfilde eine kleinraü mige Quartiersanalyse durchgefuḧ rt. Dabei sind erhebliche Probleme –unter anderem im Immobilienbereich, in der sozialen Struktur und in der Lebens- situation der Bewohnerschaft –festgestellt worden: hohe Leerstandsquote, Modernisierungs- stau, Bevol̈kerungsruc̈ kgang und eine unausgewogene Bevol̈kerungsstruktur mit deutlichen Phänomenen sozialer Benachteiligung.

Auf der Grundlage des „Aktionsplans Soziale Stadt“ wurde ein Aktionsraumbeauftragter „Aktionsplan Soziale Stadt“ eingesetzt, der gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Westerfildes erste Maßnahmen wie als Grundlage für einen Bur̈ gergarten, eine Bur̈ gerwohnung, ein Frauenfruḧ stuc̈ k etc. realisiert hat. Auch eine erste Maßnahmen Vernetzung mit vorhandenen lokalen Strukturen, wie Mieterverein, Mieterbeirat, lokale Ver- eine und Kirchengemeinden etc., konnte erreicht werden. Darüber hinaus hat die Stadt Dort- mund mit Eigenmitteln ein vorläufiges Quartiersmanagement eingesetzt, das die Aktivierung und Vernetzung lokalen Engagements weiter vorantreiben und damit zu einer inhaltlichen Konkretisierung und Differenzierung des Integrierten Handlungskonzeptes beitragen soll.

Gespräche vor Ort und eine Beobachtung der aktuellen Entwicklungstendenzen in Westerfilde Großer Nutzen, aber zeigen, dass diese bereits eingeleiteten Sofortmaßnahmen in Teilbereichen wichtige Verbes- zugleich begrenzte Reich- weite der Sofortmaßnahmen serungen in der Lebenssituation einzelner Bewohnergruppen erreichen können. Darüber hin- aus wird im Stadtteil das für die Bewohnerschaft und andere für die Gebietsentwicklung relevante Akteure wichtige Gefühl vermittelt, mit den wachsenden Problemen nicht alleine gelassen zu werden. Ebenso deutlich zeigt sich aber auch, dass diese Sofortmaßnahmen al- leine nicht ausreichen werden, um eine umfassende und nachhaltige Stabilisierung des Stadt- teils zu erreichen.

Deshalb beauftragte der Rat der Stadt Dortmund durch einen Beschluss vom 15. November Notwendigkeit eines 2012 die Verwaltung, ein Integriertes Handlungskonzept für Westerfilde und Bodelschwingh langfristig angelegten Inte- grierten Handlungskonzeptes zu erarbeiten. In der Phase der Erarbeitung sollte ein möglichst hohes Maß an lokaler Betei- ligung und Mitsprache angestrebt werden, um Konsens über Richtung und konkrete Maß- nahmen zu erreichen. Nur ein solches langfristig angelegtes Integriertes Handlungskonzept ermöglicht die ganzheitliche Betrachtung ökonomischer, ökologischer, sozialer und städte- baulicher Aspekte des Stadtteils. Mit diesem Planungs- und Steuerungsinstrument kann dort eine positive Entwicklung initiiert und dadurch eine Stabilisierung und Aufwertung erreicht werden.

Damit ist es auch eine wichtige Funktion des Integrierten Handlungskonzeptes, allen vor Ort Lokales Engagement mit ohnehin stattfindenden Aktivitäten und Bemühungen eine gemeinsame Richtung zu geben gemeinsamer Richtung ver- sehen und Ressourcen bündeln und alle vor Ort eingesetzten – personellen und finanziellen – Ressourcen im Sinne der Schaf- fung von Synergien strategisch miteinander zu vernetzen. Darüber hinaus dient dieses Kon- zept auch als fundierte Basis für die Akquisition von zusätzlichen Ressourcen, die für eine nachhaltige Stadtteilentwicklung in Westerfilde/Bodelschwingh dringend notwendig sind.

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Das Untersuchungsgebiet

2. Das Untersuchungsgebiet:

Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh

2.1 Gebietscharakteristik und -abgrenzung

Das Untersuchungsgebiet „Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh“ liegt im Nordwesten der Stadt Dortmund, circa 7 km [Luftlinie] von der Innenstadt entfernt. Es gehört zum Stadtbezirk Dortmund-Mengede und umfasst eine Fläche von 636,3 ha. In dem so abge- grenzten Untersuchungsgebiet lebten am 31. Dezember 2013 13.644 Einwohner.

Es handelt sich um einen kompakten Siedlungsbereich, der im Süden und Westen in groß- räumige Landschaftsräume eingebettet ist. Entstanden ist er um die ehemalige Zeche West- Karte 1: hausen, die von 1873 bis in die 1980er Jahre hier ein wichtiger Arbeitgeber war. Das Untersuchungsgebiet

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 12

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Das Untersuchungsgebiet

Das Siedlungsbild ist geprägt durch Siedlungs- und Bebauungs- typen im Untersuchungsgebiet u Bergarbeitersiedlungen aus den 1920 und 1930er Jahren im Nordosten,

u vorwiegend zweigeschossige Zeilenbauten aus den 1950er und 1960er Jahren im Wes- ten sowie

u Geschosswohnungsbauten aus den 1960er und 1970er Jahren im Ortskern und im Nordosten des Untersuchungsgebietes.

Ausgangspunkt für erste Interventionen und vertiefende Untersuchungen war zunächst der statistische Unterbezirk Westerfilde, weil dort die Wohnqualität in Teilbereichen Be- sorgnis erregend abnahm. Ursächlich hierfür war insbesondere das Verhalten einzelner Vermieter, deren Aufgabenwahrnehmung als unzulan̈ glich, teilweise auch fahrlas̈ sig zu be- werten ist. In zunehmendem Ausmaß ging damit auch ein Verlust an Lebensqualität für die Gesamtbevol̈kerung und eine zunehmende Destabilisierung des Gemeinwesens einher.

Im Jahr 2008 wurde daher von der Verwaltung in drei Teilbereichen des statistischen Un- Vertiefende Untersuchungen in terbezirks Westerfilde 1 [W1], Westerfilde 2 [W2] und Westerfilde 3 [W3] eine Quartiers- drei ausgewählten Quartieren analyse durchgeführt. Diese drei Quartiere wurden zum Zeitpunkt der Startuntersuchung folgendermaßen beschrieben: u Das Quartier Westerfilde 1umfasste 148 Gebaü de mit insgesamt 967 Wohnungen [WE]. Davon unterlagen zu diesem Zeitpunkt rund 424 WE einer Mietpreis- und Belegungs- bindung. Mehr als ein Drittel der Wohnungen befand sich im Eigentum einer Bochumer Immobilienfirma. Der verbleibende Bestand verteilte sich auf eine gewinnorientierte Fondsgesellschaft –so genannte Private-Equity –[22 %], ein Dortmunder Familienun- ternehmen [15 %] und eine Vielzahl privater Eigentümerinnen und Eigentümer. Zum Stichtag 31.12.2007 lebten dort 1.893 Menschen. u Das Quartier Westerfilde 2umfasste 32 Gebaü de mit insgesamt 548 Wohnungen [WE]. Davon unterlagen zu diesem Zeitpunkt rund 412 WE einer Mietpreis- und Belegungs- bindungen. Knapp 72 % der Wohnungen befanden sich hier im Eigentum einer Private- Equity Gesellschaft. Ansonsten verteilte sich dieser Wohnungsbestand auf ein Dorstener

Karte 2: Lage & Abgrenzung der ver- tiefend untersuchten Quartiere

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 13

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Das Untersuchungsgebiet

Wohnungsunternehmen [20 %] und eine Vielzahl privater Eigentümerinnen und Ei- gentümer. Zum 31.12.2007 lebten dort 1.108 Menschen. u Das Quartier Westerfilde 3 umfasste 58 Gebaü de mit insgesamt 365 Wohnungen [WE]. Davon unterlagen zu diesem Zeitpunkt rund 102 WE einer Mietpreis- und Belegungs- bindung. Knapp 77 % der Wohnungen befanden sich im Eigentum einer Private-Equity Gesellschaft. Auch hier verteilte sich der verbleibende Wohnungsbestand auf eine Viel- zahl privater Eigentümerinnen und Eigentümer. Zum 31.12.2007 lebten dort 768 Men- schen.

Im Zuge dieser ersten vertiefenden Untersuchungen wurden erhebliche Probleme –unter Ergebnisse der ersten anderem im Immobilienbereich und in der sozialen Struktur und Lebenssituation der Be- vertiefenden Untersuchungen wohnerschaft –festgestellt. Die Einleitung erster Sofortmaßnahmen und die spätere Ent- scheidung, ein Integriertes Handlungskonzept für dieses Gebiet zu erarbeiten, resultierte insbesondere aus den folgenden im Rahmen der Untersuchung festgestellten Problemen: u eine hohe Leerstandsquote in Teilen des Wohnungsbestandes, verbunden mit einer hohen Fluktuationsrate; u ein Instandsetzungs- und Modernisierungsstau in großen Teilen des Wohnungsbestan- des, verbunden mit dem Auftreten von Akteuren des Wohnungsmarktes, die Teilbe- stände offensichtlich aufkauften, um damit kurzfristige Renditen zu erwirtschaften, ohne dabei ein Interesse an einer langfristigen Entwicklung der Wohnungsbestände zu verfolgen; u ein Bevol̈kerungsruc̈ kgang im Untersuchungsgebiet, der sehr eng gekoppelt an die Ver- kaufsaktivitäten im Bereich des Wohnungsbestandes und die damit verbundenen wech- selnden Bewirtschaftungsstrategien einzelner Eigentümer erschien; u eine unausgewogene und zunehmend instabile Bevölkerungsstruktur mit deutlichen Phänomenen sozialer Benachteiligung.

Im weiteren Analyse- und Planungsprozess wurde deutlich, dass die nach Vorliegen der ersten Untersuchungsergebnisse ergriffenen Sofortmaßnahmen zwar eine positive Wirkung zeigten, dennoch aber nicht in der Lage sein würden, das Gebiet langfristig zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund wurde dann die Entscheidung getroffen, ein langfristig orientiertes und integriert angelegtes Handlungskonzept zu entwickeln.

Im Zuge der Erarbeitung dieses Integrierten Handlungskonzeptes wurde das Untersu- Eine Ausweitung des Untersu- chungsgebiet aufgeweitet um den statistischen Unterbezirk Bodelschwingh. Damit war chungsgebietes im weiteren Analyse- und Planungsprozess zunächst noch nicht die Absicht verbunden, dieses neu zugeschnittene Untersuchungsge- biet zu einem späteren Zeitpunkt auch förmlich in diesen Grenzen als Gebiet für Maßnah- men der gebietsbezogenen Stadterneuerung festzulegen. Die Arbeiten an der Entwick- lung eines Integrierten Handlungskonzeptes legten aber eine solche Aufweitung –zunächst als Untersuchungsgebiet –neben bestehenden infrastrukturellen und funktionalen Bezie- hungen aus zwei Gründen nahe: u Zum einen haben die weiteren Untersuchungen ergeben, dass es auch im statistischen Unterbezirk Bodelschwingh Wohnungsbestände gibt, die als gefährdet angesehen wer- den müssen und die ggf. Interventionen notwendig machen. u Zum anderen war damit auch das Ziel verbunden, in die Entwicklung eines Integrierten Handlungskonzeptes auch solche Teilräume aufzunehmen, die Potenziale für eine nach- haltige Entwicklung des Untersuchungsgebietes aufweisen könnten.

Vor diesem Hintergrund wurden die beiden statistischen Unterbezirke Westerfilde und Bo- delschwingh gemeinsam als Bezugsraum für die Entwicklung des Integrierten Handlungs- konzeptes gewählt. Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 14

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Bewohner- & Sozialstruktur

2.2 Bewohner- und Sozialstruktur

Im Untersuchungsgebiet waren zum Stichtag 31. Dezember 2013 insgesamt 13.644 Ein- Seit 2010 erstmals wieder ein wohner gemeldet. Wie die folgende Abbildung zeigt, bedeutet dies für das Untersuchungs- Anstieg der Wohnbevölkerung im Untersuchungsgebiet gebiet nach einer langen Zeit kontinuierlichen und teilweise drastischen Bevölkerungs- verlustes, der insbesondere durch die Einwohnerentwicklung im statistischen Unterbezirk Westerfilde so hoch ausfiel, seit dem Jahr 2010 erstmals wieder einen Anstieg der Wohn- bevölkerung.

Abb. 2: Entwicklung der Einwohner- zahlen seit dem Jahr 2000

Auch in der Phase seit 2010 wird die Bevölkerungsentwicklung im Untersuchungsgebiet – Erhebliche Schwankungen der nun im positiven Sinne –wieder vor allem durch starke Veränderungen im Teilgebiet Wes- Bevölkerungsentwicklung in einzelnen Wohnquartieren terfilde geprägt. Die folgende Abbildung zeigt, dass diese Entwicklungen in Westerfilde maßgeblich von starken Schwankungen in einzelnen Wohnquartieren beeinflusst und ge- prägt waren. Die im Rahmen der erwähnten differenzierten Quartiersanalyse durchgeführ- ten Untersuchungen zeigen, dass es insbesondere im Quartier 3 [58 Gebäude mit insge-

Abb. 3: Die Einwohnerentwicklung seit 2000 nach Quartieren

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 15

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Bewohner- & Sozialstruktur

samt 365 Wohneinheiten an den Straßen Westerfilder Straße, Kiepeweg, Zum Luftschacht, Mosselde und Dortusstraße] durch Eigentumsveränderungen und dadurch ausgelöste Ver- änderungen im Belegungsverhalten zu extremen Schwankungen im Hinblick auf die dortige Einwohnerzahl gekommen ist.

Wie die folgende Abbildung zeigt, ergeben sich bei einer Betrachtung der Einwohnerzahlen Ein erhöhter Anteil an nach Altersstruktur keine gravierenden Abweichungen im Vergleich zum gesamten Stadt- Kindern und Jugendlichen sowie älteren Bewohnern bezirk Mengede oder der Gesamtstadt Dortmund. Es zeigt sich lediglich, dass im Vergleich zu diesen beiden Bezugsebenen in Westerfilde der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 - 18 Jahren mit 20 % höher ausfällt.

Abb. 4: Altersstruktur der Einwohner im Jahr 2011

Dies bestätigt auch der kombinierte Wert für die beiden Teilräume Westerfilde und Bodel- schwingh im Jahr 2012, der in unten stehender Graphik dargestellt ist. Auch für diese Ge- samtebene des Untersuchungsgebietes zeigt sich, im Vergleich zu den Werten der Gesamtstadt, ein höherer Anteil von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Abb. 5: Die Altersstruktur der Bevölkerung im Unter- suchungsgebiet im Jahr 2012

Wesentlich signifikantere Abweichungen der Bevölkerungsentwicklung von der Ebene des Signifikante Abweichungen im Stadtbezirks und der Gesamtstadt zeigen sich – insbesondere für das Teilgebiet Wester- Hinblick auf den Ausländeranteil filde – bei der Entwicklung des Ausländeranteils, wie die folgende Abbildung verdeutlicht.

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Abb. 6: Entwicklung des Ausländeranteils seit 2000

Während die Entwicklung dieses Wertes auf allen anderen räumlichen Bezugsebenen zwi- schen den Jahren 2000 und 2012 nur von moderaten Schwankungen geprägt war, zeigt sich in Westerfilde ein fast durchgängiger Anstieg des Ausländeranteils seit dem Jahr 2005, der seit dem Jahr 2010 noch einmal deutlich an Intensität zugenommen hat und im Jahr 2013 einen Wert von 18,8% der Bevölkerung in Westerfilde erreicht.

Die Aufschlüsselung dieses Wertes in der folgenden Graphik, die von den gemeldeten 57 Ein großer Anteil von Nationen nur die abbildet, die einen Anteil an den ausländischen Bewohnern von 0,5 % Bewohnern aus Osteuropa und mehr aufweisen, zeigt am Beispiel des Jahres 2013, dass rund ein Fünftel dieser Aus- länder die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, die damit im Kreis der ausländischen Stadtteilbewohner in Westerfilde zu einer prägenden Bevölkerungsgruppe wird. Daneben gibt es noch starke ethnische Gruppen aus Osteuropa, insbesondere aus Polen [16,2 %], Jugoslawien (Rest) [8,0 %] und Serbien [7,8 %]. Diese Werte erklären sich teilweise durch die hohe Anzahl von Menschen in befristeten Arbeitsverhältnissenn, die in einzelnen Wohn- blöcken im Untersuchungsgebiet untergebracht sind. So beschäftigt zum Beispiel eine große in Dortmund ansässige Firma aktuell vorrangig Menschen in befristeten Arbeitsver-

Abb. 7: Ausländische Bewohner in Westerfilde [im Jahr 2012] nach Staatsangehörigkeit

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Bewohner- & Sozialstruktur

hältnissen aus Litauen [6,9 % der Bevölkerung in Westerfilde], die jeweils nur für einen Zeitraum von 6 Monaten einen Arbeitsvertrag und damit ein Aufenthaltsrecht erhalten. Während dieses Zeitraums sind sie melderechtlich und damit auch in der Bevölkerungs- statistik erfasst.

Während also der Anteil ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger an der Wohnbevöl- Moderaterer Anstieg kerung in Westerfilde in den letzten Jahren deutlich –und auch überproportional zur Ebene des Migrantenanteils an der Wohnbevölkerung in Westerfilde des Stadtbezirks und der Gesamtstadt –gestiegen ist, zeigt sich im Hinblick auf die Ent- wicklung des Migrantenanteils an der Wohnbevölkerung ein moderateres Bild: Dieser Anteil liegt zwar in Westerfilde deutlich höher als auf allen anderen räumlichen Betrachtungs- ebenen [Bodelschwingh, Stadtbezirk Mengede, Gesamtstadt], er ist aber dort im Zeitraum von 2008 bis 2010 relativ konstant knapp unter 40% geblieben, zum Ende des betrachteten Zeitraums ist er von 39,4% [2011] über 40,7% [2012] auf 41,8% [2013] gestiegen.

Abb. 8: Entwicklung des Migrantenanteils an der Wohnbevölkerung seit 2008

Für diesen Wert gilt allerdings wieder, dass er zwischen unterschiedlichen Teilräumen und Quartieren in Westerfilde erhebliche Unterschiede in seiner kleinräumigen Ausprägung Abb. 9: Migrationshintergrundstatus im Jahr 2012 nach Quartieren

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Bewohner- & Sozialstruktur

zeigt. Wie die folgende Abbildung illustriert, ergeben sich zwischen den drei vertiefend be- trachteten Quartieren deutliche Abweichungen sowohl im Hinblick auf den Anteil der Be- wohner mit Migrationshintergrund als auch die Zusammensetzung dieses Anteils nach Herkunftsländern. Auch hier sicherlich zu großen Teilen wieder bestimmt von einzelnen für den Arbeitsmarkt angeworbenen Gruppen [z.B. Menschen mit befristeten Arbeitsverhält- nissen], ist der auffälligste Wert in Quartier 1 zu beobachten, wo Bewohner aus Polen 50% der dort lebenden Menschen mit Migrationshintergrund stellen.

Außerdem ist hier zum Verständnis dieser Entwicklungen anzumerken, dass es in diesen Änderungen der Eigentums- Teilbeständen im betrachteten Zeitraum zu Verkäufen und damit verbundenen Verände- verhältnisse als Auslöser für Schwankungen rungen im Hinblick auf Investitions- und Bewirtschaftungsstrategien für Teilbestände des lokalen Wohnungsmarktes gekommen ist, die ebenfalls als Ursache für solche kleinräumi- gen Veränderungsprozesse in der Bewohnerstruktur in Frage kommen.

Betrachtet man in dieser räumlichen Differenzierung für das gleiche Jahr den Anteil von Ausländern und von Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam, zeigt sich ein ähn- liches Bild: In allen drei Quartieren ist der Anteil der Deutschen an der Wohnbevölkerung geringer als im Durchschnitt des Stadtbezirks Mengede. In Quartier 1 ist innerhalb dieser Verteilung aber vor allem der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund deutlich er- höht, während in Quartier 3 vor allem der Anteil der Ausländer die Verteilung bestimmt.

Abb. 10: Ausländer- und Migrantenanteil im Jahr 2012 nach Quartieren

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Hinblick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2005 ist zunächst wieder Deutlich erhöhte und festzustellen, dass der Wert im Gebiet Westerfilde erneut deutlich über dem aller Vergleichs- aktuell wieder steigende Arbeitslosigkeit in Westerfilde ebenen liegt. Im Langzeittrend ist ein Rückgang der Arbeitslosenrate von 16,8% im Jahr 2005 auf 14,5% im Jahr 2011 festzustellen. Dennoch fällt auf, dass in Westerfilde – ent- gegen dem Trend auf allen anderen Vergleichsebenen – die Arbeitslosigkeit seit 2010 wie- der eine steigende Tendenz aufweist, während diese Entwicklung in den Vergleichsräumen erst 2011 eingesetzt hat. Solche Werte sollten im Fall Westerfilde ebenfalls immer im Kon- text der Entwicklung des Wohnungsbestandes und der durch die Eigentümer gehandhabten Bewirtschaftungsstrategien gesehen werden. Veränderungen in dieser Hinsicht wirken sich in Westerfilde sehr rasch auf die Entwicklung und Struktur von Zu- und Fortzügen und auf die Entwicklung von Indikatoren der sozialen Benachteiligung aus.

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Bewohner- & Sozialstruktur

Abb. 11: Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit 2005

In Westerfilde hat sich seit 2009 der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen arbeitslos ge- Ein positives Bild im Hinblick meldeten im Vergleich zu den anderen betrachteten Räumen deutlich negativer entwickelt. auf die Langzeitarbeitslosigkeit Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist insgesamt deutlich stärker angestiegen. In 2013 waren in Westerfilde 52,2 % der Arbeitslosen als Langzeitarbeitslose geführt.

Abb. 12: Die Entwicklung der Lang- zeitarbeitslosigkeit seit 2005

Entwicklung der Leistungsempfängerquote nach SGB II

Für die Einschätzung der sozialen Lage im Untersuchungsgebiet ist sicherlich die folgende Abbildung eine ebenso wichtige Informationsgrundlage, die für den Zeitraum von 2005 bis 2013 die Entwicklung der Leistungsempfängerquote nach SGB II zeigt. Auch hier ein Besorgnis erregendes Bild, vergleichbar der Relation und Tendenz bei anderen o.g. sozialen Indikatoren: Erneut liegt Westerfilde deutlich über allen anderen räumlichen Betrachtungs- ebenen –der entsprechende Wert zeigt hier seit dem Jahr 2005 einen nahezu ununterbro- chenen und verglichen mit den anderen Ebenen überproportionalen Anstieg.

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Bewohner- & Sozialstruktur

Abb. 13: Entwicklung der Leistungs- empfängerquote nach SGB II

Insgesamt zeigt sich damit für das Untersuchungsgebiet – und hier im Hinblick auf die Ein deutliches Maß an meisten Indikatoren für den Teilraum Westerfilde – ein deutliches Maß an sozialer Benach- sozialer Benachteiligung, das Handlungsbedarf erzeugt teiligung.

Ein wichtiges Arbeitsfeld bei der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes wird auch darin liegen, wirkungsvoll und entschlossen neueren Tendenzen entgegen zu wirken, die dazu führen, dass das Untersuchungsgebiet in zunehmendem Maße zu einem Aktions- raum für neonazistische Propaganda zu werden droht.

In diesem Zusammenhang sind auch die Ergebnisse der letzten Kommunalwahl relevant und sehr ernst zu nehmen, bei denen rechtsextreme Parteien hier deutliche Zuwächse ver- zeichnen konnten.

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Lokaler Wohnungsmarkt

2.3 Lokaler Wohnungsmarkt

Einleitung

Das Untersuchungsgebiet war in der Vergangenheit von mehreren Veräußerungstransak- Zahlreiche Eigentümerwechsel tionen betroffen, die bereits im Jahr 2002 mit Teilverkäufen der Viterra AG begannen, die in den vergangenen Jahren bis dahin der dominierende Wohnungsanbieter war. Zu den Käufern der Wohnungsbe- stände zählten neben Private Equity Investoren auch deutsche mittelständische Unterneh- men aus der regionalen Umgebung. Einige Wohnungsbestände wurden bereits mehrfach weiter veräußert.

Vor allem im Kernbereich des Untersuchungsgebietes hatte dies in erheblichem Maße de- stabilisierenden Einfluss auf die Siedlungsentwicklung. In der jüngeren Vergangenheit zeichnet sich jedoch eine Besserung ab: Neue Eigentümer haben durch andere Bewirt- schaftungsstrategien eine erste Trendwende eingeleitet, die für die weitere Zukunft eine positive Entwicklung ermöglichen könnte.

Quartiersanalyse

Die unten stehende Karte zeigt in einem Überblick die Struktur der Eigentumsverhältnisse. Sie ist geprägt durch Gesellschaften und Akteure, die jeweils unterschiedliche Investitions- und Bewirtschaftungsstrategien verfolgen.

Karte 3: Eigentümerstruktur im Untersuchungsgebiet

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Lokaler Wohnungsmarkt

Zum Start der Arbeit am Integrierten Handlungskonzept konnte auf die Ergebnisse der Verschiedende Quartiers- analysen als Arbeitsgrundlage Quartiersanalyse [März 2009] sowie der Evaluation [März 2012] des Amtes für Wohnungs- wesen zurückgegriffen werden. Zur Illustration des unmittelbaren und gravierenden Ein- flusses der jeweiligen Bewirtschaftungsstrategien einzelner Eigentümer auf die Entwick- lung der Leerstandsquoten sind in der unten stehenden Abbildung 13 die Veränderungen in der Belegung der einzelnen Teilbestände bis zur Vergleichsuntersuchung mit Werten aus dem Jahr 2011 wiedergegeben.

Abb. 14: Entwicklung der Leerstands- quoten in den Quartieren zwischen 2008 und 2011

Dabei ergibt sich das folgende Bild: Trendwende zu einem Rückgang der Leerstands- u Die Leerstandsquote im Untersuchungsgebiet Westerfilde 1 war in der Zwischenzeit quoten in allen Quartieren deutlich gesunken [Rückgang von 12,1% auf 3,5%].

u Der Leerstand im Untersuchungsgebiet Westerfilde 2 war zunächst geringfügig, dann deutlich zurückgegangen und lag noch immer auf einem hohen Niveau [Rückgang von 21,2% auf 14,1%].

u Der Leerstand im Untersuchungsgebiet Westerfilde 3 hatte sich in der Zwischenzeit zunächst weiter erhöht. Bereits bei der Bewohnerbefragung zur Quartiersanalyse im Jahr 2008 hatten auf die Frage, ob zukünftig ein Wegzug aus dem Quartier geplant sei, 53 % der Befragten angegeben, demnächst wegziehen zu wollen. Mit dem Anstieg des Leerstands hatte sich dieser damals erkennbare Trend dann später bestätigt [Anstieg von 20,8% auf 26%]. Zwischen 2009 und 2011 hat sich der Leerstand aufgrund der Belegungsstrategie des damaligen Eigentümers dann drastisch reduziert [Rückgang von 26% auf 9%].

Im Rahmen der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes vorgenommene ergän- zende Auswertungen zeigen, dass mittlerweile in allen Quartieren die Leerstandsquoten rückläufig sind. Dies kann aber nicht automatisch als Indikator für eine gestiegene Attrak- tivität dieser Bestände gewertet werden. Vielfach ist dies lediglich Folge eines veränderten Belegungsverhaltens [etwa temporäre Belegung mit Menschen in befristeten Arbeitsver- hältnissen], damit Zeichen einer kurzfristigen Renditemaximierung, mit der keine positive Bestandsentwicklung einhergehen muss. In Ergänzung zu diesen Befunden zeigt die näch- ste Abbildung – wiederum differenziert nach den 3 untersuchten Quartieren und in Re- lation zum Gesamtwert für den Stadtbezirk Mengede gesetzt – die Wohndauer der Mieter.

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Lokaler Wohnungsmarkt

Abb. 15: Durchschnittliche Wohndauer in den untersuchten Quartieren

Dabei zeigt sich, dass die durchschnittliche Wohndauer in den Beständen aller drei Quar- tiere sich auf vergleichsweise sehr niedrigen Werten bewegt. Eine Wohndauer von 20 Jah- ren und länger wird lediglich im Bereich Grollmannsweg / Gesenhofstraße [Quartier 1] erreicht, das damit das Niveau der Gesamtbezirks Mengede erreicht. Am problematischsten ist wiederum Quartier 3, wo die Wohndauer zumeist nur 1 bis 2 Jahre oder weniger be- trägt.

Die Einschätzung der lokalen Akteure: Potenziale, Probleme und Handlungsnotwendigkeiten

Bezogen auf Struktur und Qualität des vorhandenen Wohnungsbestandes wurde im Som- Ergebnisse einer Beteiligung mer 2013 eine Beteiligungsveranstaltung für die örtlichen Akteure durchgeführt. Die Hin- der lokalen Akteuren weise und Anregungen sind nachfolgend aufgeführt. Sie bieten wichtige Anhaltspunkte und sollen im weiteren Prozess berücksichtigt werden:

u Die Wohnungsgrößen und -zuschnitte sind insbesondere in den Beständen aus den 1960er und 1970er Jahre gut.

u Es fehlen allerdings in Westerfilde barrierefreie Wohnungen. Diese sollten nicht nur in einzelnen Gebäuden, sondern dezentral im gesamten Siedlungsbereich vorhanden sein.

u Es besteht weiterhin ein ungedeckter Bedarf an seniorengerechten Wohnungen. Viele ältere Bewohner, deren Verbleib für eine Stabilisierung des Gemeinwesens wichtig wäre, würden gerne bleiben, müssen aber im Alter häufig in andere Stadtteile umziehen, wenn sie eine seniorengerechte Wohnung benötigen.

u Im verdichteten Geschosswohnungsbau sollte eine [temporäre] Umnutzung von Woh- nungen/Räumen dazu beitragen, Defizite im Bereich der sozialen Infrastruktur abzu- bauen, beispielsweise durch dezentrale Angebote für die wichtige Zielgruppe der Jugendlichen. In der Vergangenheit hat es hierfür positive Beispiele gegeben, in denen die Räumlichkeiten von den Eigentümern kostenfrei zur Verfügung gestellt und die darin geschaffenen Angebote von den Falken/Pfadfindern betreut wurden. Auch die Bürgerwohnung wird derzeit kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Lokaler Wohnungsmarkt

Bezogen auf das Belegungsverhalten der Eigentümer und Anforderungen an neue Koope- Belegungsverhalten und rationsmodelle mit Eigentümern haben die Beteiligungsveranstaltungen die folgenden Ein- Kooperationsbereitschaft schätzungen und Anregungen ergeben:

u Die meisten Sozialbindungen laufen in den nächsten Jahren aus. Auf die Belegung konnte die Stadt in den letzten Jahren nur sehr begrenzt Einfluss nehmen. Fehlentwick- lungen, die aus einseitigen Belegungsstrategien resultieren, sind durch das Vermie- tungsgeschäft der privaten Eigentümer verursacht worden.

u Die Wohnungsbelegung einzelner Eigentümer ist auch heute noch rein auf den kurzfri- stigen Abbau von Leerständen ausgerichtet. Dies belastet die Hausgemeinschaften, aber auch die Nachbarschaftsbeziehungen im Quartier.

u Der temporäre Zuzug von Menschen in befristeten Arbeitsverhältnissenn, die als Ar- beitskräfte in lokalen Unternehmen eingesetzt werden, führt zum Teil zu Überbelegun- gen in den Wohnungen, aber auch zu Belastungen des Zusammenlebens [mangelnde Identifikation mit dem Wohnumfeld, Lärmbelästigungen etc.]. Solche Sonderwohnfor- men, wie beispielsweise die saisonale Unterbringung von Montagearbeitern, sollten unterbunden werden. Hinweis: Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Überbelegungen im Sinne des § 9 Wohnungsaufsichtsgesetz NRW.

u In einigen Wohnungen scheinen nicht gemeldete Personen zusätzliche zu den offiziellen Mietern zu wohnen. Solche Fälle von Überbelegung und häufigen Bewohnerwechseln verursachen Verunsicherung bei vielen Mietern. Es entsteht eine große Anonymität, da eine Zuordnung der Personen zur Hausgemeinschaft kaum noch möglich ist. Man weiß nicht mehr, wer im Haus wirklich wohnt, wer dort nur zu Besuch ist und wer sich dort gar nicht aufhalten sollte. Das löst bei vielen Hausbewohnern Unwohlsein und manch- mal auch Angstgefühle aus.

u Weiterhin wird berichtet, es sei Teil einer neuen, von einzelnen Vermietern gehandhab- ten Vermietungspraxis, mehrere kleine Wohnungen zu einer großen zusammenzulegen. Dort würden dann verstärkt Großfamilien mit sechs und mehr Kindern einziehen. Dies allerdings, ohne dass bei der Gestaltung des unmittelbaren Wohnumfeldes die Interes- sen dieser Kinder und Jugendlichen berücksichtigt worden seien. Spiel- und Aufent- haltsplätze seien dafür nicht in ausreichendem Maß vorhanden oder zu schlecht ausgestattet.

u Daher sollten mit den Eigentümern abgestimmte Strategien für ein Belegungsmana- gement entwickelt und vereinbart werden.

u Darüber hinaus sollten die Eigentümer beim Aufbau eines Quartiersmanagements ein- gebunden und an der Installierung möglicherweise auch finanziell beteiligt werden, damit eine derartige Einrichtung auch langfristig [über zeitlich begrenzte Förderperi- oden hinweg] abgesichert wäre.

Bezogen auf Instandsetzungs- und Modernisierungsstrategien für Wohnungsbestände im Instandsetzungs- und Untersuchungsgebiet haben die Beteiligungsveranstaltungen zu folgenden Einschätzungen Modernisierungsstrategien und Empfehlungen geführt:

u Die Wohnungsbestände sind in Teilbereichen der Siedlung sehr unterschiedlich zu be- werten: Einige Fassaden und / oder Fenster sind erst kürzlich erneuert worden. In an- deren Bereichen besteht ein deutlicher Erneuerungsbedarf an der Außenhaut der Gebäude.

u Die Eigentümer sind für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen in die Pflicht zu neh- men. Hierzu sollten von der Stadt die zur Verfügung stehenden Instrumente im Rahmen des Sanierungsrechts genutzt werden. Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 25

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Lokaler Wohnungsmarkt

u Bei der Förderung von gebäudebezogenen Maßnahmen sollte auf eine Unterscheidung von Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen geachtet werden. In Teilberei- chen gibt es grobe Instandhaltungsmängel, so dass der Außenputz ‚buchstäblich’ von den Wänden fällt.

u Für einzelne Gebäudetypen kann möglicherweise auf eine grundsätzliche Ertüchtigung der Fassaden verzichtet werden. Eine deutliche optische Aufwertung lässt sich mögli- cherweise schon durch eine Säuberung der Fassade, eine Erneuerung der Balkonbrüs- tungen oder durch einen einfachen Anstrich erreichen.

u Es sollte allerdings geprüft werden, ob nicht in vielen Fällen eine energetische Ertüch- tigung der Wohngebäude vordringlich ist, da im aktuellen Zustand der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten für die Mieter erheblich sind.

u Für Teilbereiche der Siedlung sollten auch Strategien, die Maßnahmen eines Teilrück- baus beinhalten, nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Möglicherweise bietet es sich in Teilen des Bestandes an, einzelne Geschosse zurückzubauen und das städte- bauliche Erscheinungsbild mit Maßnahmen zur Dachbegrünung zu verbessern.

Aktuelle Situation

Der Mietwohnungsbestand im Untersuchungsgebiet ist geprägt durch den sozialen Woh- Ergebnisse aktueller Gespräche nungsbau der 50er bis 70er-Jahre. Es verfügen nur noch 506 Wohnungen über Mietpreis- mit großen Bestandshaltern und Belegungsbindungen. Das Mietniveau liegt immer noch unter der derzeitigen Bewil- ligungsmiete geförderter Mietwohnungen und ist somit als günstig zu bezeichnen. Insofern nimmt der Wohnungsbestand in Westerfilde/Bodelschwingh eine wichtige Rolle für die Wohnraumversorgung in Dortmund ein.

Mit einer gesamtstädtischen Leerstandsquote von 2 % ist der Wohnungsmarkt ausgewo- gen, zeigt aber deutliche Anspannungstendenzen im Bereich bezahlbarer Wohnungen. Die Tatsache, dass rund die Hälfte der Dortmunder Bevölkerung die Voraussetzungen für einen Wohnberechtigungsschein erfüllt, verdeutlicht die Notwendigkeit eines ausreichenden be- zahlbaren Wohnraumangebotes.

Die Modernisierung des Wohnraumbestandes in Westerfilde entwickelt sich positiv, muss aber intensiv fortgeführt werden. Dass an diesem Wohnstandort selbst Großsiedlungsbau der 70er-Jahre eine Zukunftsperspektive hat, zeigt ein umfassend modernisierter Bestand im nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes, der vollvermietet ist.

Ebenfalls positiv ist die Vielfalt der verschiedenen Wohnungstypen herauszustellen. Hier kann grundsätzlich nahezu jede Nachfragegruppe mit Wohnraum versorgt werden.

Barrierefreier Wohnraum ist nur begrenzt vorhanden. In den mehrgeschossigen Gebäuden mit Aufzug besteht grundsätzlich das Potenzial, entsprechenden barrierefreien Wohnraum schaffen zu können. Bedarf besteht ebenfalls an großen Wohnungen für Familien ab 5 Per- sonen.

Es ist festzuhalten, dass der Wohnungsbestand im Untersuchungsgebiet insgesamt eine gute Zukunftsperspektive hat, wenn die qualitative Weiterentwicklung der Quartiere fort- geführt wird.

Im Rahmen der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes Westerfilde/Bodel- schwingh wurde Kontakt zu allen großen und größeren Bestandshaltern aufgenommen.

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Lokaler Wohnungsmarkt

In Gesprächen wurde die Einschätzung der Wohnungsunternehmen erfragt sowie Bewirt- schaftungsstrategien, Investitionsabsichten und weitere Handlungsbedarfe erörtert. In der Gesamtschau des Untersuchungsgebietes zeigt sich ein differenziertes Bild der Situation, für die einzelnen Wohnungsunternehmen besteht sehr unterschiedlicher Handlungsbedarf.

Bereiche Göllenkamp/Elberskamp und Werkloh/Ammerbaumweg

Karte 4: Wohnungsbestand im Gebiet Göllenkamp/Elberskamp

Hier sind in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen in den Bestand vorgenommen worden. Daraus resultieren ein sehr guter zeitgemäßer Zustand der Wohnungen sowie ein gepflegtes Wohnumfeld. Nach Aussage der Eigentümer gibt es aktuell keine Bewirtschaf- tungsprobleme.

Bild 1 & 2: Wohnungsbestand Werkloh und Ammerbaumweg

Bereich Westerfilder Straße/Mastbruch

Auch in diesem Bereich hat der Eigentümer in den letzten Jahren in großen Teilen die Woh- nungen und Fassaden umfassend saniert. Vor allem in den modernisierten Wohnungen be- steht eine gute Vermietungssituation. Entwicklungspotenziale werden noch in den

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Lokaler Wohnungsmarkt

Karte 5: Eigentümerstruktur im Gebiet Westerfilder Straße/Mastbruch

Freiflächen gesehen. Diese sind gepflegt und nutzbar, könnten aber in ihrer Gestaltungs- qualität noch optimiert werden. In seinen Beständen stellt der Eigentümer kostenfrei eine Wohnung zur Verfügung. Diese wird durch den Verein „Bürgerwohnung e. V.“ genutzt für niederschwellige Bildungs- und Beratungsangebote, die überwiegend ehrenamtlich gelei- stet werden.

Bild 3 & 4: Wohnungsbestand Westerfilder Straße/Mastbruch

Bereich Gerlachweg/Kiepeweg/Speckestraße

In diesem Bereich ist es 2013 zu einem Eigentümerwechsel gekommen. Die neue Eigentü- merin sowie die eingesetzte Hausverwaltung zeigen sich kooperations- und handlungsbe- reit und sind vor Ort erreichbar. Auch anliegende Eigentümer nehmen positive Ver- änderungen seit dem Eigentumswechsel wahr. Insgesamt besteht in den Beständen er- heblicher Sanierungsbedarf. Erste Instandhaltungsmaßnahmen sind erfolgt [z. B. Austausch der Fenster] bzw. geplant [z. B. Maßnahmen an der Fassade sowie im Wohnumfeld]. Die Eigentümerin stellt kostenfrei eine Wohnung für quartiersbezogene Jugendarbeit durch „Die Falken“ zur Verfügung.

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Lokaler Wohnungsmarkt

Karte 6: Eigentümerstruktur im Gebiet Gerlachweg/Kiepeweg/ Speckestraße

Konfliktsituationen innerhalb der Mieterschaft wurde in einem ersten Schritt durch den zeitlich befristeten Einsatz eines Sicherheitsdienstes begegnet, wodurch sich die Situation insgesamt beruhigt hat. In einem zweiten Schritt ist nun der Einsatz eines Sozialarbeiters geplant, der zusammen mit dem von der Stadt eingesetzten Quartiersmanagement Aktio- nen und Projekte zur Förderung der Nachbarschaften und des sozialen Miteinanders un- terstützen soll.

Bild 5 & 6: Wohnungsbestand Speckestraße

Bereich Im Odemsloh/Rohdesdiek

Der Voreigentümer hatte in diesem Bereich eine optische Aufwertung vorgenommen, je- doch kann hier lediglich von einem „Verkaufsanstrich“ gesprochen werden.

Nach der ersten Bestandsaufnahme plant die neue Eigentümerin nun Investitionen zur In- standhaltung und Modernisierung sowie neue Belegungs- und Bewirtschaftungsstrategien. Auch hier verfügt insbesondere das Wohnumfeld noch über Entwicklungspotenzial.

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Lokaler Wohnungsmarkt

Karte 7: Eigentümerstruktur im Gebiet Im Odemsloh/Rohdesdiek

Bild 7 & 8: Wohnungsbestand Im Odemsloh/Rohdesdiek

Bereich Gesenhofstraße/Im Odemsloh

Karte 8: Eigentümerstruktur im Gebiet Gesenhofstraße/Im Odemsloh

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Lokaler Wohnungsmarkt

Der Bestand befindet sich in einem guten Zustand, zudem sind umfassende Sanierungen der Wohnungen bereits in großen Teilen erfolgt. Die Vermietungssituation wird als gut be- schrieben. Potenzial bieten auch hier die Freiflächen. In den letzten Jahren ist es vermehrt zu Vandalismus und Fremdnutzung gekommen, so dass der Eigentümer von einer weiteren Aufwertung oder Umgestaltung zunächst Abstand genommen hat.

Bild 9 & 10: Wohnungsbestand Im Odemsloh

Weitere Bereiche des Untersuchungsgebietes

Darüber hinaus gibt es Bestände im Untersuchungsgebiet, die als unauffällig zu bewerten sind. Eine detailliertere Untersuchung war in diesen Bereichen nicht möglich, da der Bedarf hierfür seitens der Eigentümer bislang nicht gesehen wird.

Ein Bestand im Untersuchungsgebiet ist als auffällig zu beschreiben, hier läuft zurzeit ein Verfahren der Wohnungsaufsicht.

Die Entwicklung der Wohnungsbestände ist mit das wichtigste Thema für eine positive Trendwende der Stadtteilentwicklung. Besondere Relevanz haben hierbei die Bündelung und der abgestimmte Einsatz aller zur Verfügung stehenden Instrumente und Einflussmög- lichkeiten. Der Aufbau von Netzwerkstrukturen, private Investitionen sowie finanzielle Un- terstützung durch Städtebau- oder Wohnraumförderung gehören dabei ebenso zum Handwerkszeug, wie der Einsatz von hoheitlichen Instrumenten. So wird die Prüfung der planungs- und sanierungsrechtlichen Eingriffsmöglichkeiten Bestandteil der förmlichen Gebietsfestlegung sein, die für Frühjahr 2015 vorgesehen ist.

Fachgespräch Wohnungswirtschaft Westerfilde/Bodel- schwingh

Wie oben stehende Analyse zeigt, ist der Handlungsbedarf im Untersuchungsgebiet räum- Strukturierter Dialog mit den lich sehr unterschiedlich, betrifft demnach die Eigentümer auch in unterschiedlichem Maße. Akteuren des Wohnungsmarkts Unstrittig ist jedoch unter den großen Bestandshaltern, dass alle von der negativen Ent- wicklung der letzten Jahre mehr oder weniger betroffen sind und es sich um Problemlagen handelt, die sich nur gemeinsam und kooperativ lösen lassen.

Auf Initiative der Stadt Dortmund wurde aus diesem Grund das „Fachgespräch Wohnungs- wirtschaft Westerfilde/Bodelschwingh“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, eine verbindliche und langfristige Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wohnungsunternehmen zu erreichen, den Austausch untereinander zu fördern und konsensfähige Strategien und Maßnahmen zu entwickeln.

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Lokaler Wohnungsmarkt

Unter dem Motto „Ein Wir für Westerfilde/Bodelschwingh“ wurde am 04.09.2014 im Rah- men der 3. Sitzung des Fachgesprächs eine Kooperationsvereinbarung von der Mehrheit der großen Bestandshalter unterzeichnet. Kooperationspartner sind 8 der 14 Wohnungs- unternehmen, das entspricht rund 75 % der örtlichen Wohneinheiten. Folgende Wohnungs- unternehmen haben das Ziel, sich gemeinsam für eine bessere Zukunft von Westerfilde/ Bodelschwingh einzusetzen:

u CORESTATE Captial Advisors GmbH

u Deutsche Annington Immobilienservice GmbH

u Die Eiche GmbH / Springorum Hausverwaltung

u DOGEWO 21

u Familie Leue

u LEG Wohnen NRW GmbH

u Spar- und Bauverein e.G.

u Vivawest Wohnen GmbH.

Der Prozess ist offen für weitere kooperations- und handlungsbereite Eigentümer. „Wir begrüßen die Unterzeichnung dieser Kooperationsvereinbarung sehr. Wir sehen sie nicht als Zieleinlauf sondern als Startschuss“ – betonte Oberbürgermeister Sierau im Rahmen der Unterzeichnung. Er machte gleichzeitig deutlich, dass eine nachhaltig positive Ent- wicklung des Stadtteils eine herausfordernde Aufgabe ist, für deren Bewältigung es Durch- haltevermögen und möglichst viele Partner braucht. Der Zusammenschluss der Wohnungs- unternehmen ist in diesem Prozess ein wesentlicher Meilenstein.

Kooperationsfelder zwischen Wohnungsunternehmen und Stadt können gebäudebezogene Maßnahmen wie bspw. energetische Optimierung oder der Abbau von Barrieren sein. Ebenso wie die Neugestaltung der öffentlichen und privaten Freiflächen oder die Verbes- serung von Sauberkeit, Sicherheit und Image. Auch ein Farbkonzept zur Fassadengestaltung oder Aktivitäten zur Stabilisierung der sozialen Strukturen und Nachbarschaften sind denk- bar.

Kurzfristig wollen die Eigentümer die Themen „Image und Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „Verbesserung der Versorgungssituation“, insbesondere in Hinblick auf ältere Bewohne- rinnen und Bewohner, angehen. Darüber hinaus stehen Themen wie Parken/Parkraumkon- zept und die Pflege der (öffentlichen) Grünanlagen auf der Agenda.

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Freiraum & Wohnumfeld

2.4 Freiraum und Wohnumfeld

Bezogen auf die Ausstattung mit Freiflächen für unterschiedliche Nutzungen und Nutzer- Quantitativ gute Versorgung gruppen ist zunächst festzuhalten, dass hier in quantitativer Hinsicht eine gute Situation mit erheblichen funktionalen und gestalterischen Mängeln vorzufinden ist: Das Untersuchungsgebiet verfügt über ein Netz von wohnungsbezogenen Freiflächen und Spielplätzen, öffentlichen Spielplätzen, einen gemeinschaftlich angelegten Bürgergarten und ist eingebettet in einen Naturraum mit Wald und Freiflächen in nicht allzu großer Entfernung.

Karte 9: Spiel- und Sportplätze im Untersuchungsgebiet

Handlungsbedarf resultiert im Hinblick auf Freiraum und Wohnumfeld also –vergleichbar den Anforderungen an eine Wohnungsbestandspolitik – aus gravierenden qualitativen Mängeln, die nicht nur Lebensqualität und Image der Siedlung beeinträchtigen, sondern auch die Nutzbarkeit ihrer Außenräume erheblich einschränken.

Wohnungsbezogene Freiflächen

Differenzierte Kritik & Anregun- Bezogen auf wohnungsnahe und wohnungsbezogene Freiflächenergab der im Zuge der gen als Ergebnis der Beteiligung Erarbeitung dieses Integrierten Handlungskonzeptes organisierte Beteiligungsprozess die folgenden Einschätzungen und Anregungen teilnehmender lokaler Akteure:

u Die Siedlungsbereiche verfügen über ein großes Potenzial an Grün- und Freiflächen. Allerdings kann dieses Potenzial erst nach einer Verbesserung der Gestalt- und Nut- zungsqualität für eine nachhaltige Stadtteilentwicklung genutzt werden. Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 33

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Freiraum & Wohnumfeld

u Spielplätze auf den privaten Freiflächen sind oftmals nicht mehr vorhanden oder be- Vielfältige Nutzungskonflikte finden sich in einem sehr schlechten Zustand. Gleichzeitig fehlen Treffpunkte und Kom- im öffentlichen Raum munikationsbereiche für unterschiedliche Gruppen im Umfeld der Wohnungsbestände.

u In Teilbereichen bestehen heute durch dichten Bewuchs, unzureichende Beleuchtung und eine schlechte Wegeführung vielfach Angsträume.

u Die Pflege der privaten Flächen ist in Teilbereichen ein großes Ärgernis. Müll und Unrat beeinträchtigen das äußere Erscheinungsbild und auch die regelmäßige Schneeräu- mung funktioniert offensichtlich nicht durchgängig.

Bild 11 & 12: Vermüllung als wachsendes Problem in einem ohnehin verunsicherten Gemeinwesen

u Im Wohnumfeld entstehen darüber hinaus häufig Nutzungskonflikte: Spielende Kinder oder sich aufhaltende Personengruppen stören das Ruhebedürfnis von anderen An- wohnern.

u Die Haltung von Haustieren, hier vor allem von Hunden, führt ebenfalls zu Unverträg- lichkeiten und Nutzungskonflikten. Hier wären – so die Anregung – gesonderte Hun- dewiesen erforderlich, um zu einer Konfliktminderung beizutragen.

u In Teilbereichen der Siedlung wird ein großer Parkdruck bemängelt –eine Beobachtung, die im Rahmen der bisherigen Erhebungen noch nicht verifiziert werden konnte.

u Im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung des Wohnumfeldes wird der Wunsch nach ganzheitlichen Konzepten geäußert, die den verschiedenen Funktionen [Wegeführung, Aufenthalt, Grüngestaltung, Entsorgungsstandorte und ruhender Verkehr] durch diffe- renzierte Gestaltungen und Funktionszuweisungen gerecht werden.

Bild 13 & 14: In die Jahre gekommene und vernachlässigte woh- nungsbezogene Freiflächen

Öffentlicher Raum

Auch zum Zustand des öffentlichen Raumes insgesamtund den dort erkennbaren Hand- Handlungsbedarf im Hinblick lungsnotwendigkeiten äußerten die Teilnehmenden der drei durchgeführten thematischen auf Gestaltung und Nutzbar- Beteiligungsveranstaltungen präzise und differenzierte Einschätzungen und Handlungsem- keit des öffentlichen Raums pfehlungen:

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Freiraum & Wohnumfeld

u Das Erscheinungsbild von Teilen der Westerfilder Straße und des Marktplatzes als Zen- Erscheinungsbild & Nutzbarkeit trum von Westerfilde wird als schlecht empfunden. Die Westerfilder Straße wurde in von Westerfilder Straße und Marktplatz aufwerten Teilen hochwertig neu und auch barrierefrei gestaltet. In anderen Teilen stehen solche Maßnahmen noch aus. Der Marktplatz ist heute vorrangig Parkplatz und hat keine Auf- enthaltsqualität. Er bedarf aus Sicht der lokalen Akteure dringend einer umfassenden Umgestaltung, für die schon in den späten 1980er Jahren entsprechende Umbaupläne erarbeitet wurden, die aber nie zur Umsetzung kamen.

u Der öffentliche Raum ist überdies häufig in einem schlechten Pflegezustand. Müll und Unrat beeinträchtigen vielfach sein äußeres Erscheinungsbild und auch die Schneeräu- mung erfolgt nach Angaben der Teilnehmenden nur unzureichend. Hinzu kommen Van- dalismus und Nutzungskonflikte, die sich aus dem engen Zusammenleben unter- schiedlicher Kulturen in einem relativ instabilen Gemeinwesen [z.B. Menschen mit be- fristeten Arbeitsverhältnissen, Übergangsmieter etc.] zwangsläufig ergeben.

Bild 15 & 16: Der öffentliche Raum als Ärgernis und Image schädigender Standortfaktor

u Diese Defizite und Missstände beeinträchtigen nicht nur Lebensqualität und Lebens- Aufwertung der gefühl der Bewohnerschaft in Westerfilde, sie tragen auch ihren Teil zu dem negativen Eingangsbereiche Image des Untersuchungsgebietes bei. Dies gilt aus Sicht lokaler Akteure auch für den Ortseingang mit der Tankstelle an der Westerfilder Straße, für den aus diesen Gründen ebenfalls eine städtebauliche Aufwertung empfohlen wird –ggf. unterstützt durch die Entwicklung einer alternativen und für diesen Standort eher angemessenen Nutzung für das ehemalige Tankstellengelände.

u Insgesamt wird für das Untersuchungsgebiet ein Fehlen von grundlegenden Gestalt-, Nutzungs- und Aufenthaltsqualitäten für Fußgänger beklagt. Hier sollte – so die Em- pfehlung der lokalen Akteure – im Rahmen eines Integrierten Handlungskonzeptes durch einen differenzierten Ansatz, der die Interessen unterschiedlicher Nutzergruppen berücksichtigt und zwischen ihnen vermittelt, Abhilfe geschaffen werden.

u In diesen Kontext wird auch das immer wieder offenkundig werdende mangelnde Si- cherheitsempfinden der Bevölkerung in Westerfilde gestellt, das nicht durch erhöhte Werte in der Kriminalitätsstatistik erklärt werden kann. Vielfach scheint es sich um rein

Bild 17 & 18: Eingangsbereiche aufwerten

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Freiraum & Wohnumfeld

subjektive Empfindungen zu handeln. Daraus resultiert die Einschätzung, eine Steige- Erhöhte Nutzungsintensitäten rung der Attraktivität des öffentlichen Raums und eine daraus resultierende intensivere schaffen –auch zum Abbau von Gefühlen der Unsicherheit Nutzung könnte zu einer stärkeren sozialen Kontrolle beitragen und damit helfen, sol- che Tendenzen eines mangelnden Sicherheitsempfindens bei Teilen der Bewohnerschaft abzubauen.

u Diese Defizite gehen – für einen solchen Planungsfall durchaus nicht unüblich – mit Mangelnde Barrierefreiheit einer fehlenden Barrierefreiheit des öffentlichen Raums einher. In der Tatsache, dass als umfassendes Problem sich diese fehlende Barrierefreiheit oder -armut auch im Bereich der Ladenlokale, der sozialen Einrichtungen und des Wohnungsbestandes fortsetzt, wird nicht nur ein Defizit gesehen, das zu fehlender Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Untersuchungsge- bietes beiträgt. Diese umfassende fehlende Barrierefreiheit wird in ihren Auswirkungen als ein weiterer Faktor eingestuft, der zur Destabilisierung des lokalen Gemeinwesens beiträgt –weil sie dazu führt, dass „alteingesessene“ Bewohner, die für eine Stabili- sierung des Gemeinwesens wichtig wären, das Untersuchungsgebiet vielfach gegen ihren Willen verlassen müssen, wenn sie in ein Alter kommen, in dem sie auf solche Barrierearmut oder -freiheit angewiesen sind.

u Im Hinblick auf die Entwicklung von Strategien zur Reduzierung dieser Probleme im Kinder und Jugendliche als Rahmen eines Integrierten Handlungskonzeptes resultiert aus dem Beteiligungsprozess Multiplikatoren für verant- wortungsvolleres Handeln die Empfehlung, auch pädagogische Konzepte mit Kindern und Jugendlichen in solche Strategien zu integrieren, um diese Zielgruppe als Multiplikatoren für ein generell an- deres Bewusstsein im Stadtteil im Hinblick auf die Themen „Sauberkeit im öffentlichen Raum“, „Umgang mit Haushaltsabfällen“ oder „Nutzung der umgebenden Frei- und Landschaftsräume“ zu sensibilisieren.

Bild 19 & 20: Beispiele für bereits aufge- wertete städtische Spielplätze

Umgebender Landschaftsraum

Die Einbettung in einen leicht erreichbaren attraktiven Landschaftsraum mit Wald und na- Die Qualität des umgebenden turnahen Erholungsgebieten kann durchaus als eine der Stärken des Standortes Westerfilde Landschaftsraums als Standort- faktor nutzen und stärken gesehen werden, die im Rahmen einer integrierten Erneuerungsstrategie Berücksichtigung finden sollte.

Im Kontext der Erstellung dieses Integrierten Handlungskonzeptes wirkt es sicherlich sehr befremdlich, ist aber im Hinblick auf den hier diskutierten Standortfaktor gleichermaßen überzeugend, wenn auf der Internetpräsenz „www.metropoleruhr.de“ ein am Rande von Westerfilde gelegenes Ausflugslokal mit folgendem Text beworben wird: „Zweifelsohne ist Tante Amanda, im ländlichen Idyll von Westerfilde gelegen [Hervorhebung d.d. Verf.], eines der beliebtesten Ausflugslokale im Osten der Metropole Ruhr. Das Anwesen vereint Minigolfanlage, Kinderspielplatz, Biergarten und das denkmalgeschützte, 233 Jahre alte

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Freiraum & Wohnumfeld

Fachwerkhaus [zzgl. eines modernen Anbaus], in dem sich seit 20 Jahren gutbürgerliche Küche genießen lässt. Im Biergarten mit seinen Außentheken können die Erwachsenen bei kühlen Getränken und heißen Speisen die Seele baumeln lassen. Bei Kindern kommt keine Langeweile auf. Auf dem riesigen Spielplatz, der vom Biergarten aus gut einsehbar ist, können sie sich nach Herzenslust austoben und herumtollen“.

Bild 21 & 22: Auch das ist Westerfilde: Schloss Westhusen und das legendäre „Tante Amanda“

In dieser Hinsicht resultiert aus dem Beteiligungsprozess die Empfehlung, auch die Wege aus der Siedlung in diese umliegenden Naturräume gezielt zu stärken und funktional wie auch gestalterisch aufzuwerten, um so ihre Nutzung zu fördern und diese Stärke einer Ein- bettung Westerfildes in einen attraktiven Landschaftsraum im Bewusstsein und auch im Verhalten der Bewohner deutlich stärker zu verankern als bisher.

Bild 23 & 24: Die Wegebeziehungen in den Naturraum aufwerten

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Infrastruktur & Versorgung

2.5 Infrastruktur und Versorgung

Im Bereich der Versorgung mit Einrichtungen und Angeboten der sozialen Infrastruktur Vielfältige Angebote im sozia- findet sich im Untersuchungsgebiet ein umfassendes und breit gefächertes Angebot, das len Bereich mit hohen Quali- täts- & Innovationsstandards vielfach durch sehr hohe Qualitäts- und Innovationsstandards geprägt ist. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass im Rahmen erster Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung des Stadtteils und seines Gemeinwesens bereits verschiedene neue Projekte ins Leben ge- rufen wurden, etwa im Rahmen des Aktionsplans „Soziale Stadt Dortmund“ oder des Pro- jektes „Inklusive Schulentwicklung“ [zu Einzelheiten vgl. Kap. 3.1].

In einer nach Zielgruppen und inhaltlicher Ausrichtung differenzierten Betrachtung ergibt Karte 10: sich folgendes Bild im Hinblick auf die Ausstattung des Untersuchungsgebietes Westerfilde/ Soziale Infrastruktureinrichtun- Bodelschwingh mit infrastrukturellen Einrichtungen und Angeboten: gen im Untersuchungsgebiet

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Infrastruktur & Versorgung

Kinderbetreuung

Im Untersuchungsgebiet befinden sich insgesamt 5 Kinderbetreuungseinrichtungen. Da- Insgesamt fünf Einrichtungen runter sind für die Stadtteilentwicklung die beiden FABIDO Kindertageseinrichtungen, die für Kinderbetreuung im Gebiet sichin der Speckestraße 15 und 17 befinden, von besonderer Bedeutung, weil sie im Ver- bund ein Familienzentrum mit den entsprechenden Angeboten bieten:

u Die Kindertageseinrichtung Speckestraße 15befindet sich im Zentrum von Westerfilde, neben der Westhausen Grundschule. In dieser Einrichtung betreuen, bilden und erziehen aktuell 17 pädagogische Fachkräfte 100 Kinder im Alter von 0-6 Jahren in insgesamt 5 Gruppen mit unterschiedlichen Betreuungszeiten, mit und ohne Verpflegung. Schwer- punkte dieser Einrichtung liegen unter anderem auf interkultureller Arbeit mit den dort betreuten Kindern aus aktuell 12 Nationen und auf einer alltagsintegrierten sprachli- chen Bildung im frühkindlichen Alter, insbesondere für Kinder mit Mehrsprachigkeit.

u Die Kindertageseinrichtung Speckestraße 17 liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu der o.g. Einrichtung und zur Westhausen Grundschule. Dort werden aktuell 90 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren betreut.

Bild 25 & 26: Die beiden Kindertageseinrich- tungen in der Speckestr. 15 & 17

Schulische Versorgung

Im Bereich der schulischen Versorgung gibt es eine gleichermaßen gute Ausstattung: Ein sehr gutes und differenziertes Schulangebot u Zunächst finden sich hier 2 Grundschulen –die Westhausen Grundschuleim Verbund mit den beiden o.g. Kindertageseinrichtungen im Zentrum Westerfildes und die Bodel- schwingh-Grundschule.

u Ein ganz neuartiges Bildungsangebot stellt der Zusammenschluss der Hauptschule We- sterfilde mit der Nikolaus-Kopernikus-Realschule dar, die seit dem Schuljahr 2012 / 2013 als erste Dortmunder Sekundarschulekooperieren.

Bild 27: Dortmunds 1. Sekundarschule im „Schulzentrum Westerfilde“

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Infrastruktur & Versorgung

Damit wird ein Kernelement des vom nordrhein-westfälischen Landtag im Oktober 2011 beschlossenen neuen Schulgesetzes umgesetzt, das die Sekundarschule als neue Schulform der Sekundarstufe I einführte. Sie ist nun neben den anderen bereits bestehenden Schul- formen der Sekundarstufe I und II [Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamt- schule] im Schulgesetz verankert. Ziel ist, durch längeres gemeinsames Lernen die Chancen- gerechtigkeit zu vergrößern und mehr Schülerinnen und Schüler zu besseren Abschlüssen zu führen. Die Sekundarschule versteht sich als eine „Schule für Alle“. Sie steht allen Grundschulabgängern offen und fördert die Kinder entsprechend ihren Leistungen, Be- dürfnissen und Interessen, so dass alle Abschlüsse der Sekundarstufe I möglich sind. Wer die erforderlichen Leistungen erbringt, hat anschließend die Möglichkeit, auf eine gymna- siale Oberstufe überzugehen und dort das Abitur zu erwerben.

Bild 28 & 29: Eröffnung und 1. Halbjahresbi- lanz der neuen Sekundarschule

u Ein weiteres wichtiges Angebot schulischer Bildung im Einzugsbereich des Untersu- chungsgebietes ist das so genannte „Schulzentrum Nette“, wo drei Schulen im Verbund miteinander arbeiten: u die Hauptschule Dortmund-Nette; u die Albert-Schweitzer-Realschuleund u das Heinrich-Heine Gymnasium.

Jugendfreizeitstätte KESS

Weiterhin befindet sich in Westerfilde eine Jugendfreizeitstätte –die JFS KESS. Diese Ein- Neu erstarktes Angebot für Kinder und Jugendliche richtung war für mehr als drei Jahre nur sehr eingeschränkt in der Lage, ein angemessenes Angebot für die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils zu machen, da die Öffnungszeiten – bedingt durch fehlende personelle Ressourcen –auf drei Tage in der Woche reduziert wer- den mussten. Im Januar 2012 hat die JFS KESS dann wieder personelle Verstärkung in Per- son einer neuen stellvertretenden Leiterin erhalten und konnte anschließend ihre Öffnungs- zeiten wieder auf 5 Tage in der Woche erweitern.

Bild 30 & 31: Wenig Raum und Angebote für Jugendliche

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Infrastruktur & Versorgung

Das KESS bietet in der Zeit von 15 bis 18 Uhr Angebote für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, anschließend [von 18 bis 21 Uhr] ein Angebot, das sich an Jugendliche ab 13 Jahre richtet. Beide Angebote werden gut angenommen –das KESS hat durchschnittlich 60 Be- sucher je Tag. Seine Attraktivität leider allerdings an der fehlenden Barrierefreiheit ebenso wie an den beengten Raumverhältnissen.

Im Kontext der umfassenden Analyse finden sich immer wieder Hinweise, dass dieses An- Zahlreiche und ernst zu gebot für die zahlreichen Jugendlichen des Stadtteils nicht ausreicht und dass dieses Zen- nehmende Defizite bei Angeboten für Jugendliche trum – wie wohl in den meisten vergleichbaren Fällen – nicht von allen Gruppen der Jugendlichen in Westerfilde akzeptiert und genutzt werde. Insgesamt werden auf diesen Bereich der sozialen Infrastruktur von den lokalen Akteuren die folgenden Defizite benannt: u die fehlende Barrierefreiheit dieses einzigen Jugendzentrums; u fehlende weitere Angebote, wie sie in der Vergangenheit beispielsweise durch die temporäre Nutzung von zu diesem Zweck angemieteten oder überlassenen Woh- nungen realisiert werden konnten; u fehlende Angebote im Wochenendbereich; u fehlende Angebote für Mädchen im Teenager-Alter.

Bild 32 & 33: „Ersatzräume“ für Kinder und Jugendliche

AWO-Begegnungsstätte

Die AWO betreibt in Westerfilde eine Begegnungsstätte, die ebenfalls in der Speckestraße Eine Begegnungsstätte als Ort und Ausgangspunkt zahl- [Nr. 19], also in unmittelbarer Nachbarschaft zum Familienzentrum, angesiedelt ist. In reicher Aktivitäten & Initiativen dieser Einrichtung wird ein vielfältiges Angebot für unterschiedlichste Gruppen realisiert, darunter auch Angebote für Senioren, für Kinder und für Migranten.

Im Rahmen der Aktivitäten des Aktionsplans „Soziale Stadt Dortmund“ und der Einrichtung eines Aktionsraums ist die AWO-Begegnungsstätte ein wichtiger Partner. So wurde hier im Rahmen dieser Initiative ein „Interkulturelles Frauenfrühstück“ eingerichtet.

Und auch die „Zukunftswerkstatt Inklusives Westerfilde“ ist hier aktiv: Sie hat u.a. rund um die AWO-Begegnungsstätte am 12. Oktober 2013 einen öffentlichen Aktionstag „In- klusives Westerfilde“ organisiert.

Bürgerwohnung

Die „Bürgerwohnung Westerfilde“ existiert seit dem Februar 2011. Es handelt sich dabei Eine Bürgerwohnung um eine 75qm-Wohnung große Wohnung mit zwei Zimmern, einer Küche, einem WC und als Ort für vielfältige niedrigschwellige Angebote einem zur Wohnung gehörigen Rasenstück im Innenhof. Die Schaffung einer solchen Bür-

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Infrastruktur & Versorgung

gerwohnung in Westerfilde wurde dadurch ermöglicht, dass der Vermieter der Stadt Dort- mund diese Wohnung für eine nominale Miete von 1 Euro je Monat zur Verfügung gestellt hat und dass die Finanzierung der Nebenkosten über den „Aktionsplan Soziale Stadt“ ge- sichert werden konnte.

Dadurch wurde es möglich, hier ein mittlerweile sehr gut angenommenes niedrigschwel- liges und vielfältiges Angebot in den Bereichen Bildung, Beratung und Begegnung zu schaf- fen, den Aktionsraumbeauftragten für Westerfilde, den Verein „Bildung für Westerfilde e.V.“ in Kooperation mit zahlreichen weiteren Trägern und Akteuren realisiert wird:

u Die Angebote im Vormittagsbereich richten sich vor allem an Erwachsene – beispiels- Unterschiedliche Angebots- weise mit Deutschkursen für Migrantinnen, Computerkursen für erwachsene Einsteiger/ schwerpunkte im Tagesverlauf innen und Brückenkursen in Englisch und Mathematik für Menschen, die sich auf den zweiten Bildungsweg vorbereiten.

u Die Angebote im Nachmittagsbereich richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die hier von der ersten Klasse bis zum Abitur Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe erhalten können.

u Im Nachmittagsbereich gibt es darüber hinaus zahlreiche Angebote für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten verschiedener Generationen und Kulturen. Für Kinder von 8 bis 14 Jahren gibt es einmal wöchentlich einen Spieltreff, in der kälteren Jahreszeit in der Bürgerwohnung, in der wärmeren auf dem Falkenplatz.

u Im Abendbereich stehen vor allem Beratungsangebote im Vordergrund, die unter an- derem durch einen Diplom-Sozialarbeiter wahrgenommen werden, der hier eine offene Sprechstunde anbietet. Das Spektrum der angebotenen Beratungsleistungen umfasst eigenständige Angebote für Familien, Senioren, Arbeitslose, Frauen und Migranten ebenso wie für solche Bewohner, die eine Schuldnerberatung benötigen.

Bild 34 & 35: Eine Bürgerwohnung als Ort für umfassende Beratung und Bildung

Darüber hinaus haben in dieser Bürgerwohnung auch die Quartiershausmeister [vgl. Kap. 3] einen Stützpunkt und ein Materiallager im Quartier.

Kirchengemeinden

In Westerfilde gibt es nach wie vor eine katholische und eine evangelische Kirchenge- Angebote der Kirchengemein- meinde, beide machen verschiedene Angebote –insbesondere für Kinder und für die Se- den an Senioren im Stadtteil nioren im Stadtteil.

Vereine

Daneben gibt es in Westerfilde noch verschiedene Vereine –am bekanntesten sicher der Vereine mit wichtigen Fußballverein SV Germania Westerfilde – die verschiedene Angebote im Sport- und Frei- Angeboten, aber auch Nachwuchssorgen zeitbereich machen, die aber auch hier vielfach unter Nachwuchsmangel leiden.

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Infrastruktur & Versorgung

Die Einschätzung der lokalen Akteure: Potenziale, Pro- bleme und Handlungsnotwendigkeiten

Im Rahmen der bereits erwähnten Beteiligungsveranstaltungen wurden für diesen Hand- Einschätzungen und lungsbereich die folgenden Empfehlungen für die Erarbeitung und Umsetzung eines Inte- Handlungsempfehlungen der lokalen Akteure vor Ort grierten Handlungskonzeptes formuliert:

u Im Themenfeld Bildung sollten die Planungen und Projekte vorrangig bei Kindern und Jugendlichen im Gebiet ansetzen, um deren Zukunftschancen zu erhöhen.

u Der interkulturelle Austausch sollte intensiv gefördert werden, wobei das Thema „Bil- dung“ [Spracherwerb] ebenso vorrangig wie das Thema „Infrastruktur“ [Orte für Be- gegnung und Austausch] berücksichtigt werden sollte.

u Für einkommensschwache, bildungsferne oder in anderer Art unterstützungsbedürftige Familien sollten gezielte [Unterstützungs-]Angebote entwickelt und realisiert werden.

u Das bürgerschaftliche bzw. ehrenamtliche Engagement ist im Untersuchungsgebiet noch sehr gering ausgeprägt. Im Hinblick auf Ansätze einer „Hilfe zu Selbsthilfe“ ist hier ein großer Nachholbedarf zu konstatieren. Bei der Entwicklung entsprechender Angebote und Projekte sollte auch ein Fokus auf das lokale Vereinsleben gelegt werden.

u Für die konkrete Maßnahmenplanung sollte berücksichtigt werden, dass im Untersu- chungsgebiet ein großes Defizit an Orten für Begegnung und soziales Leben besteht. Dies bezieht sich zum einen auf größere räumliche Kapazitäten, damit beispielsweise Vereinsversammlungen durchgeführt werden können. Zum anderen aber auch auf kleinteiligere Orte für Begegnung und soziales Leben, die durch einzelne Zielgruppen, wie etwa Jugendliche, genutzt werden können.

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Lokale Ökonomie

2.6 Lokale Ökonomie

Zum Thema der lokalen Ökonomie wurde eine flächendeckende Erfassung und textliche wie auch photographische Dokumentation der gewerblichen Angebote im Untersuchungs- gebiet durchgeführt. In diese Erfassung und Dokumentation wurden als Grundlage für die zukünftige Arbeit im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes auch alle gewerblichen Leerstände aufgenommen.

Nach den Ergebnissen dieser Erhebungen lässt sich zunächst feststellen, dass im Untersu- Eine noch gute Versorgung mit chungsgebiet noch ein ausreichendes Warenangebot im Hinblick auf Güter des täglichen Gütern des täglichen Bedarfs Bedarfs vorhanden ist. Es konzentriert sich vorrangig an den Hauptachsen –der Wester- filder und der Bodelschwingher Straße.

Hier ist es allerdings im Zeitraum der Untersuchungen zu einer tendenziellen Verschlech- terung für die Westerfilder Straße gekommen: Im Jahr 2013 eröffnete auf der Bodel- schwingher Straße ein großer neuer REWE-Markt, der ursprünglich nach Aussagen der Geschäftsführung als Ergänzung zum REWE-Markt in der Westerfilder Straße geplant war, der hier – zusammen mit den im gleichen Gebäudekomplex untergebrachten ergänzenden Angeboten – eine wichtige Funktion als Ankernutzer und Frequenzbringer wahrgenommen hat. Nach der Eröffnung des neuen Marktes zeigte sich dann nach Aussagen des REWE- Konzerns jedoch relativ schnell, dass sich beide Märkte parallel nicht wirtschaftlich betrei- ben ließen. In der Folge wurde der REWE-Markt in der Westerfilder Straße bereits im Frühjahr 2014 geschlossen. Dies hat nicht nur zum Wegfall von Arbeitsplätzen geführt, sondern auch zu einer Einbuße an Nahversorgungsqualität und Attraktivität der Wester- filder Straße als Einkaufsstandort.

Bild 36 & 37: Zentrale Angebote des täglichen Bedarfs in Westerfilde –der REWE-Markt mittlerweile geschlossen

Wie die beiden unten stehenden Photos von weiteren Ladenlokalen an der Westerfilder Straße zeigen, sind hier aber auch weitere Umstrukturierungsprozesse im Gange. In diesem Fall treten eine neu gegründete türkische Hausaufgabenhilfe und ein türkischer Imbiss- Betrieb als Folgenutzer für traditionelle Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote auf, die sich aus dem Gebiet zurückgezogen haben.

Bild 38 & 39: Einzelhandel im Wandel: Ein türkischer Imbissbetrieb und ein türkischer Nachhilfe- verein als Nachmieter

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Lokale Ökonomie

In der Folge solcher Umstrukturierungsprozesse beschränkt sich der verbliebene Einzel- handel im Untersuchungsgebiet mittlerweile weitestgehend auf Funktionen einer Nahver- sorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Angebote zur Deckung mittelfristiger Bedarfe und höherwertige Angebote verschwinden hingegen zunehmend aus dem Straßenbild. Dies muss aber sicherlich als eine typische Entwicklung solcher Standorte angesehen wer- den, die ihre Ursache einerseits in einem Wandel der Bevölkerungs- und Kundenstruktur und damit auch schwindender Kaufkraft hat, zum anderen aber auch in allgemeinen Ten- denzen des Strukturwandels im Einzelhandel.

Bild 40 & 41: Neue großflächige Angebote an der Bodelschwingher Straße

In einigen Fällen kommt es durch die Aufgabe von Einzelhandelsangeboten zu [längerfri- Wachsende gewerbliche Leer- stigen] Leerständen –wiederum vorrangig an den zentralen Achsen der Westerfilder und stände in vielfach von Desin- vestition geprägten Gebäuden der Bodelschwingher Straße. Die Erfassung und Einschätzung dieser Leerstände im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen legt die Vermutung nahe, dass in vielen Fällen der schlechte bauliche und Ausstattungszustand der Immobilien ein wichtiger Grund für feh- lende Vermarktungschancen und ausbleibende Neuvermietung sind. Solche Prozesse zei- gen sich, wie die unten stehenden Photos belegen, am stärksten in der Bodelschwingher Straße. Vor diesem Hintergrund erscheint es dringend geboten, in beiden Teilen des Unter- suchungsgebietes im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes eine aktivierende Beratung von Hauseigentümern anzubieten, die auch einen Schwerpunkt auf gewerbliche Immobilien und leer stehende Ladenlokale legt.

Bild 42 & 43: Leerstehende Ladenlokale an der Bodelschwingher Straße

Als Ersatz für wegfallende Einzelhandelsangebote rücken aber in verschiedenen Fällen Vielfältige Dienstleistungsange- auch Dienstleistungsangebote nach. Diese Entwicklung, die insbesondere in der Wester- bote –häufig als Folgenutzung für wegfallenden Einzelhandel filder Straße zu beobachten ist, bezieht sich vorrangig auf versicherungs- und gesundheits- bezogene Dienstleistungen. Insgesamt lässt sich nach Abschluss der Erhebungen zur lokalen Ökonomie festhalten, dass es im Untersuchungsgebiet noch ein vielfältiges und als ausreichend einzustufendes Angebote an medizinischen Dienstleistungen –Arztpraxen, Massagepraxen etc. –gibt, das sich sowohl in Westerfilde als auch in Bodelschwingh fin- det. Anders als in Westerfilde wird dieses Angebot an gewerblichen Nutzungen in Bodel- schwingh noch durch verschiedene traditionelle und offensichtlich alteingesessene Hand- werksbetriebe ergänzt.

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Lokale Ökonomie

Bild 44 & 45: Eine gute Versorgung mit Arztpraxen und medizinischen Dienstleistungen

Im Sektor der gastronomischen Angebote zeigt sich – wie in zahlreichen vergleichbaren Das Verschwinden traditioneller Stadtteilen – dass die Mehrzahl der alt eingesessenen Gastronomiebetriebe in der Zwi- gastronomischer Angebote mit vielfältigen negativen Folgen schenzeit aufgegeben hat. Wenn dies nicht, wie in einzelnen Fällen sowohl in der Wester- filder als auch der Bodelschwingher Straße, zu Leerständen geführt hat, sind in der Regel Angebote aus dem Bereich der ethnischen Gastronomie nachgerückt –vorrangig im nied- rigpreisigen Segment angesiedelt und eher dem Bereich der “Fast Food Gastronomie” zu- zurechnen. Für die alteingesessenen Bewohner bedeutet dies, dass ihre “Treffpunkte”, wichtige Orte für soziales Leben, nicht mehr zur Verfügung stehen, so dass hier negative Effekte nicht nur auf Immobilienwirtschaft und Image der Siedlung, sondern auch auf Le- bensqualität und Gemeinwesen zu beobachten sind.

Bild 46 & 47: Leerstehende ehemalige Gasthäuser in Westerfilde und Bodelschwingh

Im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes und der entsprechenden Lokale Ökonomie, dezentrale Bemühungen, den Standort Westerfilde/Bodelschwingh nachhaltig zu entwickeln, wird es Versorgung und Image stärken also eine wichtige Aufgabe sein, sich kontinuierlich mit diesen Veränderungsprozessen im Angebot von Einzelhandel und Dienstleistungen zu befassen und entsprechende Strategien sowohl unter immobilienwirtschaftlichen Gesichtspunkten als auch im Hinblick auf den Erhalt einer dezentralen Versorgung und die Stärkung der lokalen Ökonomie zu sehen.

Einer der Partner für die Entwicklung und Umsetzung entsprechender Strategien und Maß- Die Interessengemeinschaft der nahmen im Untersuchungsgebiet wird sicherlich die lokale Interessengemeinschaft der Kaufleute als wichtiger Partner Kaufleute sein, die seit dem Jahr 2009 existiert und die es in ihrem Organisationsgrad und ihrer Leistungsfähigkeit zu fördern und zu stärken gilt.

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Verkehr & Mobilität

2.7 Verkehr und Mobilität

ÖPNV-Anbindung und -ausstattung

Im Hinblick auf das Handlungsfeld “Verkehr und Mobilität” kann zunächst festgehalten Elemente einer guten werden, dass das Untersuchungsgebiet Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh über eine ÖPNV-Anbindung gute Anbindung an das Straßensystem und eine ebenso gute Versorgung mit ÖPNV-Ver- bindungen verfügt. Im Osten des Untersuchungsgebiets befindet sich ein Verknüpfungs- punkt.

u Vom Verknüpfungspunkt Westerfilde aus besteht Anschluss an die S-Bahn S2 und die Stadtbahnlinie U47. Die S2 fährt in die Richtung Dortmund Hauptbahnhof [ca. 12 Min. Fahrzeit] im 20-min-Takt und Richtung Duisburg/Recklinghausen/Essen [über Mengede, Castrop-Rauxel,] jeweils einmal stündlich.

u Die U-Bahn fährt in der Hauptverkehrszeit im 10-min-Takt ebenfalls in Richtung Dort- mund Hauptbahnhof [ca. 20 min. Fahrtzeit].

u Drei Buslinien [470, 471, 477] sorgen für eine zusätzliche Verbindung in die umliegen- den Ortteile [vgl. Webseite VRR]. Ob die Taktdichte und Linienführung dem aktuellen Bedarf entsprechen, muss im weiteren Verfahren überprüft werden.

u Nachts ergänzt die Nachtbuslinie NE13 die ÖV-Anbindung nach Mengede bzw. nach Kirchlinde/Huckarde und in die Innenstadt.

Bild 48 & 49: Gute ÖPNV-Versorgung im Untersuchungsgebiet

Während also die Anbindung des Untersuchungsgebietes an das ÖPNV-Netz als gut und attraktiv zu bezeichnen ist, lässt der qualitative Zustand der Haltestellen und Wegeverbin- dungen zu Haltestellen Defizite erkennen: Die Haltestelle der Stadtbahn wird von der Mehr- zahl der lokalen Akteure und Gesprächspartner als unzureichend gestaltet und gepflegt eingeschätzt. In den Abendstunden wird sie vielfach als Angstraum wahrgenommen. Auch für die Bushaltestellen im Stadtteil wird eine Aufwertung im Hinblick auf Nutzungs- wie auch Gestaltqualität als notwendig betrachtet.

Bild 50 & 51: Nutzungs- und Gestaltdefizite bei den ÖPNV-Haltestellen

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Verkehr & Mobilität

Bild 52 & 53: Unattraktive und als unsicher wahrgenommene Wegebezie- hungen zur Stadtbahnhaltestelle

Das gleiche gilt für die Wegebeziehungen zu den Haltestellen – insbesondere zur Stadt- bahnhaltestelle. Sie weisen gestalterische Defizite auf und entwickeln sich abends zu Angst- räumen für die Nutzer. Dazu ist nach den Ergebnissen der aktuellen Untersuchungen anzumerken, dass es sich hier in der Tat um ein subjektives Unsicherheitsgefühl bei zahlreichen Bewohnern handelt, das sich nicht in der Kriminalitätsstatistik des Untersuchungsgebietes widerspiegelt. Von Seiten des zuständigen Fachamtes wird weiterhin darauf verwiesen, dass im Bereich der Stadtbahnhaltestelle ein Kiosk betrieben werde, der erheblich zur Belebung des Bereichs und damit zur Sicherheit seiner Nutzer beitrage.

Individualverkehr

Auch in Bezug auf den Individualverkehr ist zunächst festzustellen, dass Westerfilde und Ein Autobahnanschluss mit Bodelschwingh über eine gute Anbindung an das lokale, regionale und überregionale Stra- fehlender Ausschilderung zum Untersuchungsgebiet ßennetz verfügen. Im Norden des Untersuchungsgebietes befindet sich ein Autobahnan- schluss an die A45. Dazu wird in den Gesprächen vor Ort immer wieder beklagt, dass die Ausschilderung der entsprechenden Ausfahrt nicht auf das nahe gelegene Westerfilde ver- weise, was nach Ansicht dieser Gesprächspartner im Kontext einer aktiven Vermarktung des Untersuchungsgebietes im Hinblick auf seine Stärken und Potenziale geändert werden sollte. Nach Aussage des zuständigen Fachamtes besteht aber keinerlei Chance im Hinblick auf eine erfolgreiche Verhandlung mit dem für die Autobahn zuständigen Landesbetrieb Straßenbau über eine entsprechende Änderung der Beschilderung.

Auch für den Bereich des öffentlichen Straßennetzes werden von zahlreichen Gesprächs- partnern erhebliche qualitative Defizite beklagt. Die bisher durchgeführten Untersuchungen bestätigen, dass hier ein Investitionsrückstau besteht, wie die unten abgebildeten Photos illustrieren. Dies bezieht sich sowohl auf den Zustand zahlreicher Straßen als auch die Be- schilderung und das Radwegesystem. Der Abbau dieser Defizite erfolgt sukzessive durch eine Sanierung der Straßen entsprechend dem Arbeitsprogramm des städtischen Tiefbau- amtes, das in die Entwicklung und Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes ein- gebunden ist.

Bild 54 & 55: Defizite & Investitionsrückstau beim öffentlichen Straßennetz

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Verkehr & Mobilität

Für die weitere Planung der stadtteilbezogenen Erneuerung besteht Konsens darüber, dass Konkrete Maßnahmenvor- schläge für die weitere Planung u sowohl eine Vervollständigung der Radverkehrsanlagen entlang der Hauptverkehrs- straßen [z.B. an der Bodelschwingher Straße oder im Kreuzungsbereich Westerfilder Straße / Biehleweg / Im Odemsloh] als auch der Ausbau der innerquartierlichen Fuß- wegeverbindungen notwendig ist und

u im Bereich von Gemeinbedarfs- und Nahversorgungseinrichtungen sowie auch auf pri- vaten Flächen neue oder aufgewertete Fahrradabstellanlagen geschaffen werden soll- ten.

Bild 56 & 57: Handlungsbedarf im Hinblick auf den Radverkehr im Gebiet

Über die beschriebenen verkehrlichen Probleme und Defizite hinaus wird von verschiede- Mögliche Probleme & Konflikte nen Gesprächspartnern beklagt, dass es vereinzelt auch zu Problemen mit dem Parkverkehr durch Parkverkehr als weiter zu im Gebiet komme. Dies beziehe sich zum einen auf das Langzeitparken einer großen Anzahl beobachtendes Thema von LKW über Nacht und während der Wochenenden, zum anderen auf einen als zu hoch wahrgenommenen Parkdruck beim PKW-Verkehr an einzelnen Punkten im Untersuchungs- gebiet, der zu Konflikten führe und daher planerische und ordnende Eingriffe bedürfe. Diese Probleme wurden im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen nicht beobachtet, so dass hierzu aktuell keine konkreten Maßnahmenvorschläge entwickelt werden können, sondern nur die Empfehlung ausgesprochen werden kann, dieses Thema im Zuge der Um- setzung des Integrierten Handlungskonzeptes im Blick zu behalten.

Bild 58 & 59: Belastung durch parkende LKW & PKW als potenzielles Konflikt- feld im Untersuchungsgebiet

Fußgänger

Auch aus Sicht der Fußgänger gibt es im öffentlichen Raum einen Investitionsrückstau und Gezielte und strategisch dadurch bedingte Defizite, die sowohl gestalterischer wie auch funktionaler Natur sind. ausgerichtete Aufwertungsmaß- nahmen im öffentlichen Raum Das bedeutet zunächst, dass im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung und Stabilisierung des Untersuchungsgebietes sukzessive Maßnahmen einer baulichen Erneuerung und ge- stalterischen Aufwertung des öffentlichen Raums unerlässlich sind. Im Zuge der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes wird zu prüfen sein, inwieweit dabei Händler und andere Gewerbetreibende als Partner und “Mitfinanzierer” gewonnen werden können und

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Verkehr & Mobilität

welchen Beitrag dazu auch Aufwertungsmaßnahmen auf privaten Flächen im Rahmen eines Haus- und Hofflächenprogramms leisten können.

Bild 60 & 61: Defizite bei Zustand & Gestalt- qualität der Fußwegebeziehun- gen im Untersuchungsgebiet

Eine wirklich umfassende und nachhaltige Erneuerung des Untersuchungsgebietes kann aber nur gelingen, wenn der öffentliche Raum jenseits von baulichen und gestalterischen Aspekten auch sukzessive funktional aufgewertet wird, dass es – dem Leitbild eines in- klusiven Stadtteils verpflichtet – auch mobilitätseingeschränkten Menschen einen Verbleib und Mobilität im Stadtteil erlaubt.

Zur Unterstützung des Planungsprozesses und der Maßnahmendefinition für das Integrierte Konkrete Maßnahmenvor- Handlungskonzept hat der “Arbeitskreis Inklusion” eine Begehung durchgeführt, in deren schläge zur Inklusion mobili- tätseingeschränkter Bewohner Rahmen aus Sicht mobilitätseingeschränkter Menschen die folgenden Maßnahmenvor- schläge für den weiteren Erneuerungsprozess definiert wurden:

u Westerfilder Straße zwischen Wenemarstraße und S-Bahn-Linie: u eine gesicherte Querung aus der südlichen Wohnsiedlung zum Spielplatz nördlich der Westerfilder Straße; u eine Straßenlaterne nördlich der Westerfilder Straße zwischen den beiden auf der südlichen Seite installierten Straßenlaternen; u Kreuzung Wennemarstraße / Westerfilder Straße / Mastbruch: barrierefrei-light-Que- rungen der Wennemarstraße und des Mastbruch.

u Umfeld der Bürgerwohnung [Kreuzung Mastbruch / Wehrling]: u Kreuzung von Mastbruch und Wehrling mit der barrierefrei-light-Version oder Schaf- fung eines verkehrberuhigten Bereiches [Mischverkehrsfläche].

u Zugänge zum Rahmer Wald: u Ebenerdige Gestaltung aller Zugänge zum Rahmer Wald.

Bild 62 & 63: Stolperkanten und fehlende Querungshilfen als Problem für mobilitätseingeschränkte Stadtteilbewohner & -besucher

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Verkehr & Mobilität

Bild 64 & 65: Funktionale und gestalterische Aufwertung des Kreisverkehrs & des angrenzenden Marktplatzes

u Umfeld des Bürgergartens [Ringstraße]: u Gestaltung der Kreuzungsbereiche mit der barrierefrei-light-Version oder Schaffung eines verkehrberuhigten Bereiches [Mischverkehrsfläche].

u Kreisverkehr Westerfilder Straße / Speckestraße: u In Kooperation mit dem Einzelhandel: Entschärfung von Stolperkanten nordwestlich des Kreisverkehrs; u Aufmerksamkeit der Autofahrer auf die Fußgänger/innen an Ein- und Ausfahrt zum Marktplatz [Piktogramme, Schilder „Achtung Fußgänger kreuzen“ o.ä.].

u Umfeld der AWO-Begegnungsstätte und der Kindertageseinrichtungen [Speckestraße]: u Umrüstung der Ampelquerung Speckstraße als Doppelquerungsstelle; u Gestaltung der Querung der Einfahrt zu den Kindertageseinrichtungen und der AWO- Begegnungsstätte als barrierefrei-light-Querung; u in Höhe des Eingangs der AWO-Begegnungsstätte eine barrierefrei-light-Querung der Fahrbahn.

u Umfeld der Grundschule Westerfilde und des KESS: u Beseitigung von Barrieren im Umfeld von Schule und KESS; u Beseitigung von Zugangsbarrieren zum und im KESS; u Installation eines taktilen und kontrastreichen Leitsystems einschließlich von Infor- mationen im 2-Sinnen-Prinzip.

u Kreuzung Rohdesdieck / Westerfilder Straße: u Barrierefrei-light-Querungsstelle über den Rohdesdiek.

u Begleitgrün – Neukonzeption und Hundefreilauffläche: u Blumenmischungen mit Blüte-Zeiten von Frühjahr bis Spätherbst.

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

2.8 Die Sicht der Bewohner: Ergebnisse der Befragung

In Ergänzung zu den anderen Arbeitsmethoden der Stadtteilanalyse wurde in der Zeit vom 4. bis zum 15. November 2013 im Untersuchungsgebiet Dortmund Westerfilde/ Bodel- schwingh eine Bewohnerbefragung durchgeführt. Ziel dieser Befragung war es, das Mei- nungsbild der Bewohner bezüglich ihrer Wohn- und Lebenssituation im Untersuchungsge- biet zu ermitteln.

Dazu wurde ein vorwiegend standardisierter Fragebogen entwickelt, der u. a. Fragen zur Bewertung der eigenen Wohnung, zur Ausstattung des Wohnumfeldes mit Infrastruktur- angeboten, zum nachbarschaftlichen Zusammenleben, zur barrierefreien Erschließung sowie zu möglichen Umzugsabsichten formuliert [vgl. Anhang 4].

Die Befragung wurde als Stichprobe konzipiert. Insgesamt 321 Befragte, davon 166 in We- sterfilde und 155 in Bodelschwingh, wurden nach dem Zufallsprinzip im gesamten Unter- suchungsgebiet ausgewählt und im Rahmen von Haustürgesprächen anhand des Frage- bogens zu verschiedenen Tageszeiten –entweder am Vormittag zwischen 10.00 und 13.00 Uhr oder am Nachmittag zwischen 15.00 und 19.30 Uhr –angesprochen.

Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl von 13.644 Einwohnern in Westerfilde und Bodel- schwingh [Stand: 31.12.2013] sind somit ca. 2 % der Einwohner über die Befragung er- reicht worden. Aufgrund des Stichprobenumfangs sind die Befragungsergebnisse naturgemäß nur als Anhaltspunkte zu bewerten, geben aber dennoch relevante Informa- tionen und Aufschlüsse im Hinblick auf Handlungserfordernisse und notwendige Themen und Aufgaben des Integrierten Handlungskonzeptes.

Jeweils die Hälfte der Befragten wohnt zur Miete. Entsprechend wurden jeweils 50 % der Befragungen in Mehrfamilienhäusern und Ein- bzw. Zweifamilienhäusern durchgeführt. Die Altersstruktur der Befragten ist nicht deckungsgleich mit der Altersverteilung im Un- tersuchungsgebiet gemäß der Einwohnermeldedaten. Es wurden mehr Personen im Alter über 65 Jahre erreicht und weniger Personen im Alter unter 18 Jahren. In etwa gleich ist das Geschlecht der Interviewpartner, 59 % der Befragten waren männlich und 41 % weib- lich.

Für die Auswertung einzelner wohnungsbezogener Fragestellungen wurde der Untersu- chungsraum differenziert in zwei räumliche Betrachtungsebenen:

u Die eine räumliche Betrachtungsebene sind die drei bereits genannten Quartiere, die im Jahr 2008 aufgrund von erhöhten Leerstandszahlen im Rahmen einer vom Amt für Wohnungswesen der Stadt Dortmund durchgeführten kleinräumigen Quartiersanalyse Westerfilde untersucht und 2011 evaluiert wurden. Hierbei handelt es sich um Woh- nungsbestände z. B. an der Speckestraße bzw. Zum Luftschacht, die in der Vergangen- heit durch schwierige Bewirtschaftungen, Instandhaltungsstau und häufige Eigentümer- wechsel auch in den presseöffentlichen Fokus geraten sind. Die aufsummierten Ergeb- nisse dieser drei Quartiere werden jeweils den Daten des gesamten Untersuchungs- raumes gegenübergestellt.

u Darüber hinaus beziehen sich die Befragungsergebnisse immer auf den Gesamtraum und zeigen somit das zusammengefasste Meinungsspektrum der Einwohner in Wester- filde und Bodelschwingh auf.

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Karte 11: Das Befragungsgebiet

Themenfeld ‘Wohnen und Wohnumfeld’

79 % der Befragten leben schon länger als 10 Jahre im Untersuchungsraum. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrzahl der Einwohner in Westerfilde/ Bodel- schwingh an ihrem Wohnort stark verwurzelt ist. Demgegenüber weisen die durch das

Abb. 16: Wohndauer Seit wann wohnen Sie in Wes- terfilde / Bodelschwingh?

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 53

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Amt für Wohnungswesen intensiver betrachteten Quartiere mit fast einem Viertel einen höheren Anteil an Bewohnern auf, die weniger als vier Jahre dort leben. In diesen im Ver- gleich eher als schwierig zu beurteilenden Wohnungsbeständen ist insofern eine höhere Fluktuation zu vermuten.

Abb. 17: Zukunftsperspektiven Was sind Ihre Zukunftspläne be- zogen auf ihren Wohnstandort?

Ähnlich ist das Bild im Hinblick auf die geplanten Perspektiven in der aktuellen Wohnung. Hier ist der Anteil der Mieter, die nur weniger als ein Jahr oder 1 bis 2 Jahre in der aktuellen Wohnung bleiben möchte, in den vertiefend untersuchten Blöcken jeweils doppelt so hoch wie im Durchschnitt des gesamten Untersuchungsgebietes.

Die Erreichbarkeit Ihres Vermieters/ Verwalters bewerten die Befragten im gesamten Un- tersuchungsraum mit 76 % besser als in den drei besonders betrachteten Wohnquartieren, wo 64 % die Erreichbarkeit mit sehr gut bzw. gut eingestuft haben.

Abb. 18: Erreichbarkeit des Vermieters Wie bewerten Sie die Erreich- barkeit Ihres Vermieters / der Verwaltung?

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Fast zwei Drittel der Befragten in Westerfilde/ Bodelschwingh gaben an, dass Mängel von Vermieterseite größtenteils zeitnah behoben wurden, dies konnten nur etwas mehr als die Hälfte der Bewohner in den drei Einzelquartieren behaupten. Es besteht aber nur ein ge- ringer Unterschied zwischen den beiden Betrachtungsräumen hinsichtlich der Aussage, dass auf gemeldete Mängel häufig keine Reaktion erfolgt.

Abb. 19: Umgang des Vermieters mit gemeldeten Mängeln Wie bewerten den Umgang Ihres Vermieters / der Verwaltung mit von Ihnen gemeldeten Mängeln?

Der Zustand bzw. die Qualität der eigenen Wohnung wird in den betrachteten Quartieren insgesamt schlechter bewertet als im gesamten Untersuchungsraum. Fast ein Viertel der Befragten bewerteten den Zustand ihrer Wohnung maximal mit „ausreichend“, demge- genüber haben im gesamten Untersuchungsraum 15 % der Befragten eine ähnliche Be- wertung abgegeben.

Abb. 20: Bewertung von Zustand und Qualität der Wohnung Wie bewerten den Zustand und die Qualität Ihrer Wohnung?

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Analog zur Bewertung der Qualität der Wohnung sehen die Befragten in den betrachteten Teilquartieren den Mietpreis zu 39 % als unverhältnismäßig bzw. „weniger gut“, „schlecht“. So bewerten im gesamten Untersuchungsraum nur 25 % der Befragten.

Abb. 21: Bewertung des Mietpreises im Verhältnis zur Qualität Wie bewerten den Preis Ihrer Wohnung im Verhältnis zur Qualität?

Die Erreichbarkeit des Wohngebäudes bzw. der Wohnung wird allgemein nur von 5 % der Befragten als „weniger gut“ bzw. „schlecht“ eingestuft. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass grundsätzlich alle Wohnadressen sowohl zu Fuß als auch mit Verkehrsmitteln von allen Personengruppen, d. h. auch von Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, komfortabel erreicht werden können.

Abb. 22: Erreichbarkeit der Wohnung Wie bewerten Sie die Er- reichbarkeit Ihres Wohnge- bäudes und Ihrer Wohnung?

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Die Barrierefreiheit der Wohnung wird kritischer bewertet. Fast ein Drittel der Befragten stufen die Barrierefreiheit in ihrer Wohnung als „weniger gut“ bzw. „schlecht“ ein. Erläu- ternd wurde von den Befragten erwähnt, dass folgende Gründe die Barrierefreiheit ein- schränken: u Treppen [im und vor dem Haus]: 69 Nennungen u Gehwege, Bordsteine [„Stolperfallen“]: 12 Nennungen u Bad [Dusche, Badewanne etc.]: 8 Nennungen u Vergrößerung der Türen: 6 Nennungen u Nicht behindertengerecht [keine Abstellfläche für Rollstühle, Auffahrrampe]: 4 Nennun- gen

Abb. 23: Barrierefreiheit der Wohnung Wie bewerten Sie die Barrierefreiheit Ihrer Wohnung?

Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse für den Themenbereich Wohnen und Wohn- umfeld entscheidend: u Fast 80 % der Befragten wohnen 10 Jahre und länger im Untersuchungsgebiet. Auffäl- lige Einzelquartiere weisen hier deutlich stärkere Tendenzen einer Fluktuation auf. u Nur 25 % der Befragten im gesamten Untersuchungsgebiet denken über einen Fortzug nach bzw. haben bereits konkrete Pläne. In den betrachteten Teilquartieren ist der Anteil dieser Personen mit 41 % deutlich höher. u Der Service der Vermieter wird von den Befragten grundsätzlich positiv bewertet. Un- zufriedenheit mit der Erreichbarkeit der Vermieter und der Mängelbeseitigung sind ins- besondere die Mieter der gesondert betrachteten Teilquartiere. u Die Qualität der Wohnungen wird im Untersuchungsgebiet vorwiegend als sehr gut oder gut bewertet, entsprechend wird auch der Mietpreis als angemessen gesehen. Auch in diesem Aspekt weichen die betrachteten Teilquartiere vom Gesamtergebnis negativ ab. u Die Erreichbarkeit des Wohngebäudes/der Wohnung wird überwiegend als sehr gut bzw. gut eingeschätzt [95 %]. Demgegenüber ist die Barrierefreiheit der Wohnungen verbesserungsfähig.

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Themenfeld ‘Freizeit, Kultur, Bildung und Versorgung’

Auf die Frage „Welche Sport-, Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen fehlen Ihnen besonders in Bodelschwingh/ Westerfilde?“ wurden am häufigsten ein Café im Sinne eines Treffpunktes, Sportangebote sowie Jugendeinrichtungen und Bolz- bzw. Spielplätze ge- nannt.

Abb. 24: Fehlende Sport-, Kultur-, Bil- dungs- & Freizeiteinrichtungen Welche Sport-, Kultur-, Bildungs- und Freizeit- einrichtungen fehlen Ihnen besonders in Bodelschwingh/ Westerfilde?

Besonders auffällig ist, dass die Jugendfreizeitangebote nur von etwas mehr als 40 % der Befragten im Untersuchungsgebiet als sehr gut bzw. gut bewertet werden. Fast ein Fünftel der Befragten bewertete die Jugendfreizeitangebote sogar als schlecht. Demgegenüber werden die Angebote zur Kinderbetreuung und die medizinische Versorgung als überwie- gend sehr gut bzw. gut eingestuft. Zum Befragungszeitpunkt war auch die Versorgung mit Lebensmittel und anderen Gütern des täglichen Bedarfs von den Befragten grundsätzlich als gut bewertet worden. Ein knappes halbes Jahr nach der Befragung wurde aber Ende April 2014 der REWE-Markt an der Westerfilder Straße geschlossen. Es ist zu vermuten, dass die Bewertung aktuell anders ausfallen würde.

Abb. 25: Bewertung der Angebote Wie bewerten Sie in Bodel- schwingh/ Westerfilde die Ver- sorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern des tägli- chen Bedarfs, die medizinische Versorgung, die Angebote zur Kinderbetreuung sowie Jugendfreizeitangebote?

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Obwohl die medizinische Versorgung sowie das Angebot an Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs mehrheitlich als gut eingestuft wurde, fehlen den Befragten im Unter- suchungsgebiet v. a. medizinische Angebote, sowie Einzelhandelsangebote für die tägliche Versorgung.

Abb. 26: Fehlende Versorgungs- einrichtungen / Angebote Welche Versorgungseinrich- tungen/ Angebote fehlen Ihnen besonders in Bodel- schwingh/ Westerfilde?

Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse für den Themenbereich Freizeit, Kultur, Bildung und Versorgung hervorzuheben: u Treffpunkte (z.B. ein Café) und Sportangebote fehlen. u Die Zielgruppen Senioren, Kinder und Jugendliche sollten verstärkt in den Fokus ge- nommen werden. u Im Allgemeinen wird die Versorgungssituation mit Infrastrukturangeboten für Freizeit- Kultur-, Bildungs-, Sport- und Einzelhandelsmöglichkeiten überwiegend als gut emp- funden.

Etwa ein halbes Jahr nach der Befragung hat der Lebensmittelladen an der Westerfilder Straße geschlossen, was die Bewertung des Einzelhandelsangebotes aktuell mit Sicherheit negativer ausfallen lassen würde. u Kritisch wird das eingeschränkte Angebot für Jugendliche bewertet. u Obwohl die medizinische Versorgung und das Angebot an Einzelhandel für den tägli- chen Bedarf als gut eingeschätzt werden, benennen die Befragten einen Mangel an Fachärzten [vor allem Orthopäden und Kinderärzte] und Allgemeinmedizinern und wün- schen sich zudem einen Drogerie- und Supermarkt sowie weitere Einkaufsmöglichkei- ten.

Themenfeld ‘Zusammenleben und Nachbarschaft’

Grundsätzlich ist die Beurteilung der nachbarschaftlichen Verhältnisse als konfliktfrei zu beschreiben. Im gesamten Untersuchungsgebiet gaben 89 % bzw. 93 % der Befragten an, dass sie ihre Nachbarn nicht nur grundsätzlich kennen, sondern sich grüßen, für eine kurzen Plausch stehen bleiben oder sich sogar ab und zu treffen und gegenseitig helfen. Konflikte treten nur bei 3 % bzw. 5 % der Befragten häufiger auf.

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Ergebnisse der Bewohnerbefragung

Abb. 27: Beurteilung des Zusammenlebens Wie beurteilen Sie das Zusammenleben in Ihrer Nachbarschaft?

Nach Einschätzung der Befragten bestehen im Untersuchungsgebiet im Großen und Gan- zen ausreichend bzw. vereinzelt Angebote und Gelegenheiten zur Pflege sozialer Kontakte. 31 % der Befragten bemängeln die Situation.

Abb. 28: Angebote und Gelegenheit zur Pflege sozialer Kontakte

Gibt es in Bodelschwingh/ We- sterfilde ausreichend Angebote und Gelegenheiten zur Pflege sozialer Kontakte?

Zusammenfassend sind folgende Ergebnisse für den Themenbereich Freizeit, Kultur, Bildung und Versorgung hervorzuheben: u Das Zusammenleben bzw. die Nachbarschaft wird insgesamt positiv eingeschätzt. u Nur 3 % bzw. 5 % der Befragten wiesen auf häufige Konflikte hin. Vorwiegend Klei- nigkeiten wie das Rauchen auf dem Balkon oder das Parken im Hof wurden als Auslöser für Konfliktsituationen genannt. u Die Angebote und Gelegenheiten zur Pflege sozialer Kontakte werden von 31 % als zu gering eingestuft.

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

3. Relevante Planungen, Konzepte und Akteure

3.1 Das Gebiet im Kontext gesamtstädtischer Planungen und Konzepte

Die weitere Entwicklung des Untersuchungsgebietes Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh Aussagen und Festlegungen wird durch eine Reihe von übergeordneten Planungen und Konzepten beeinflusst, die Ziel- übergeordneter Konzepte für das Untersuchungsgebiet aussagen für die Gebietsentwicklung machen oder konkret mit Maßnahmen eingreifen. Wegen ihrer besonderen Relevanz für die Entwicklung und Umsetzung eines Integrierten Handlungskonzeptes für Westerfilde und Bodelschwingh werden im Folgenden der „Akti- onsplan Soziale Stadt Dortmund“ und das Projekt „Inklusiver Sozialraum Westerfilde“ mit ihren jeweiligen Beiträgen für die Stadtteilentwicklung im Untersuchungsgebiet erläutert.

Der „Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund“

Basierend auf den Ergebnissen der Sozialstrukturanalyse und des Berichtes zur sozialen Lage wurden in Dortmund 13 Aktionsräume mit einer unterdurchschnittlichen Sozialstruk- tur identifiziert. Sie zeichnen sich beispielsweise durch einen überdurchschnittlichen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, Ausländern sowie Sozialleistungsbeziehern aus. Auf der anderen Seite stehen vergleichsweise geringe Erwerbseinkommen und unterdurch- schnittliche Bildungsabschlüsse. Darunter befindet sich auch der Sozialraum „Westerfilde/ Bodelschwingh“.

Um auf diese Analyse zu reagieren, wurde im November 2007 ein Entwurf „Aktionsplan Der „Aktionsplan Soziale Stadt Soziale Stadt“ zur Diskussion gestellt. Stadtweit und in allen Aktionsräumen wurde mit Dortmund“ als wichtiger Im- puls für die Gebietsentwicklung den dort handelnden Akteuren in einem breiten Beteiligungsprozess die Lage analysiert und gemeinsam nach Los̈ ungen gesucht. Mehrere Tausend Menschen waren in den Prozess eingebunden. Bei den erarbeiteten Lösungen wurde bei den sozialen Grundbedürfnissen angesetzt: bessere Chancen in der Arbeitswelt, soziale Teilhabe und mehr Bildungsgerech- tigkeit. Die Ergebnisse dieses Beteiligungsverfahrens standen im Herbst 2008 für eine po- litische Beratung zur Verfügung und wurden dem Rat der Stadt Dortmund im Dezember 2008 vorgestellt.

Der Entwurf dieses Aktionsplans Soziale Stadt Dortmund stützte sich auf folgende Grund- Grundaussagen aussagen: des Aktionsplans

u Wir brauchen integrierte Konzepte. Die „Soziale Stadt Dortmund“ ist Querschnittsauf- gabe für Politik und Verwaltung.

u Armutsbekämpfung ist Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land und Stadt. Mit aus- schließlich kommunalen Maßnahmen ist es nicht getan.

u Aus kommunaler Sicht geht es nicht um die Erhöhung individueller Transferleistungen, sondern um die Stärkung der Angebote vor Ort [für Kinder, Familien, Nachbarschaften etc.].

u Wir brauchen einen breiten Dialog und einen gesellschaftlichen Konsens in unserer Stadt.

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

Vor diesem Hintergrund wurden die folgenden Arbeitsschwerpunkte des „Aktionsplans Arbeitsschwerpunkte Soziale Stadt Dortmund“ definiert: des Aktionsplans

u Arbeit und Beschäftigung im Quartier;

u Eltern und Kinder stärken –Kinderarmut bekämpfen;

u Sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken.

Zur Umsetzung der Ziele dieses Aktionsplans wurde in Westerfilde ein „Aktionsraumbe- Erste konkrete Projekte auftragter“ eingesetzt, der gemeinsam mit verschiedenen Akteuren vor Ort bereits eine in Westerfilde ganze Reihe von konkreten Projekten in Westerfilde auf den Weg gebracht hat. Dazu ge- hören unter anderem die folgenden Projekte:

u Die Schaffung eines Bürgergartens als temporäre Nutzung auf einem städtischen Grundstück im Stadtteil [für eine ausführliche Beschreibung vgl. Pkt. 3.2].

u Die Einrichtung einer Bürgerwohnung in Westerfilde und die Organisation einer Vielzahl von dezentralen niedrigschwelligen Beratungs- und Unterstützungsangeboten in dieser Einrichtung [für eine ausführliche Beschreibung vgl. Pkt. 2.6].

u Die Einrichtung eines Frauenfrühstücks in der o.g. Bürgerwohnung. Das Frauenfrühstück wurde in der AWO-Begegnungsstätte von Februar 2011 bis zum Sommer 2013 durch- geführt. Für das Jahr 2011 wurden der Aufbau und die Begleitung des Projekts durch Honorarkräfte der AWO Dortmund mit 7.300,00 € aus Mitteln des Aktionsplan finan- ziert. Für das Jahr 2012 wurden für die eingeschränkte Projektbegleitung 2.800,00 € bewilligt. Trotz guter Prognosen zur Verselbständigung des Frauenfrühstücks auch ohne Begleitung konnte sich das Angebot nicht etablieren und wurde im Sommer 2013 ein- gestellt.

Darüber hinaus hat der Aktionsraumbeauftragte eine Vernetzung und Einbindung lokaler Strukturen, wie Mieterverein, Mieterbeirat, Vereine, Kirchengemeinden etc., organisiert und arbeitet eng mit den so genannten „Quartiershausmeistern“ [für eine ausführliche Beschreibung vgl. Pkt. 3.2] zusammen.

Projekt „Inklusiver Sozialraum Westerfilde“

Im Rahmen dieses „Aktionsplans Soziale Stadt Dortmund“ als Querschnittsaufgabe aller Die Entwicklung Westerfildes zu Politik- und Verwaltungsbereiche soll auch der Aktionsraum Westerfilde modellhaft zu einem „inklusiven Sozialraum“ einem „inklusiven“ Sozialraum weiterentwickelt werden. Inklusion bedeutet in diesem Zu- sammenhang, die Teilhabe jedes Einzelnen im Sozialraum an dem Leben in der Gemein- schaft zu ermöglichen sowie die Barrieren für eine solche Teilhabe zu erkennen und aktiv zu beseitigen. Diese modellhafte Weiterentwicklung soll in enger Abstimmung mit den Überlegungen des Landes NRW zur Entwicklung inklusiver Sozialräume erfolgen und wis- senschaftlich begleitet werden.

Die Regionalplanungskonferenz zu Wohneingliederungshilfen hat im Jahr 2011 beschlos- Erste Maßnahmen im Rahmen sen, ein Projekt zur sozialräumlichen Inklusion, eine Zukunftswerkstatt „Inklusiver Sozial- der modellhaften Umsetzung raum“ durchzuführen. Die Lebenshilfe Dortmund und die Behindertenbeauftragte ent- schieden in enger Absprache mit den Aktiven des Aktionsplans Soziale Stadt, das Projekt in Westerfilde durchzuführen. Im Kontext dieses Projektes wird in einer Kooperation zwi- schen der Stadt Dortmund und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Bestands- aufnahme zur Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen im Quartier durchgeführt, die mit einer Befragung zur allgemeinen Wohnsituation verbunden wurde.

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

Diese modellhafte Umsetzung von Inklusion in einem Sozialraum, die in Dortmund-We- Eigene konkrete sterfilde begonnen wurde, fand ihren ersten Höhepunkt in einem „Aktionstag Inklusives Maßnahmenvorschläge des “Arbeitskreises Inklusion” Westerfilde“ am 12. Oktober 2013 und einem anschließenden Bürgerforum mit dem Ober- bürgermeister der Stadt Dortmund im Dezember 2013. Zum hier vorgelegten Integrierten Handlungskonzept erarbeitete der “Arbeitskreis Inklusion” durch eine Begehung und die darauf aufbauende Entwicklung von konkreten Maßnahmenvorschlägen einen eigenen Beitrag [vgl. Kap. 2.7].

3.2 Lokale Projekte und Initiativen

Ergänzend zu diesen gesamtstädtischen Planungen und Initiativen zur Förderung einer in- tegrierten und nachhaltigen Entwicklung des Untersuchungsgebietes sind in den letzten Jahren verschiedene lokale Aktivitäten unternommen und Projekte ins Leben gerufen wor- den, um hier aktiv zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen beizutragen.

Grundlage und Ausgangspunkt für die Entwicklung und Realisierung solcher Maßnahmen Projekte und Initiativen waren die Erkenntnisse aus einer kleinräumigen Quartiersanalyse, deren Ergebnisse im zur Stabilisierung der sozialen Lage im Untersuchungsgebiet Jahr 2009 vorgelegt wurden, und weiterer städtischer Untersuchungen und Analysen. Im Folgenden soll diese kleinräumige Quartiersanalyse, ebenso wie einige der daraufhin er- griffenen Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Wohn- und Lebensbedingungen im Un- tersuchungsgebiet kurz beschrieben werden. Dabei handelt es sich um die folgenden Projekte:

u die Einstellung von zwei Quartiershausmeistern;

u die gemeinschaftliche Schaffung und Pflege eines Bürgergartens und

u die Beauftragung eines Quartiersmanagements.

Quartiersanalyse

Die Stadt Dortmund hat seit 1991 ein kommunales Wohnungsmarktbeobachtungssystem Das kommunale Wohnungs- etabliert, das insbesondere darauf ausgerichtet ist, Veränderungen in Teilmärkten des ge- marktbeobachtungssystem als samtstädtischen Wohnungsmarktes zeitnah zu erkennen, um die Akteure auf dem Woh- Frühwarnsysten für alle Akteure des lokalen Wohnungsmarktes nungsmarkt darüber zu informieren und ihnen so Gelegenheit geben zu können, kurzfristig angepasste Handlungsstrategien zu entwickeln.

Um darüber hinaus auch auf kleinräumiger Ebene und bei Bedarf in einem wesentlich dif- ferenzierteren Ansatz solche Entwicklungstendenzen identifizieren und analysieren zu kön- nen, wurde gemeinsam mit der Universität Bochum ein Analyseverfahren entwickelt, das sowohl die Schwac̈ hen und Risiken als auch die Star̈ ken und Chancen eines Wohnquartiers identifiziert und beschreibt. Neben der Erhebung von kleinräumigen Daten und Fakten werden im Rahmen dieses Verfahrens auch Experten- und Bewohnerbefragungen durch- geführt.

Auf Grundlage dieses neu entwickelten Verfahrens wurde im Jahr 2008 damit begonnen, Eine kleinräumige Analyse in Westerfilde eine Quartiersanalyse durchzuführen. Diese Analyse bezog sich auf drei für differenziertere und umfassendere Erkenntnisse Schwerpunkt-Quartiere, die Teil des statistischen Unterbezirks „Westerfilde“ im Stadtbezirk Mengede sind [Details zu den drei ausgewählten Quartieren finden sich in Kap. 2.1].

Schlüsselindikator für die Auswahl dieser Wohnbereiche war neben der Höhe der Leer- standsquote die Tatsache, dass diese Quartiere innerhalb eines der 13 im Rahmen des Ak- tionsplanes „Soziale Stadt“ ermittelten Aktionsräume liegen. Die Untersuchung stellte

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

daher eine gute Ergänzung zu der für das integrierte Handlungskonzept zusammengestell- Sofortmaßnahmen als ten Datengrundlage dar. Im Ergebnis ging diese Untersuchung weit über eine reine Pro- Reaktion auf die Ergebnisse der Quartiersanalyse blemanalyse hinaus, indem sie auch Stärken und Entwicklungspotenziale innerhalb der Wohnquartiere aufzeigte und zielgerichtete Handlungsoptionen präsentierte.

Die Ergebnisse dieser Quartiersanalyse, die auf ernst zu nehmende Probleme und negative Entwicklungstendenzen hinwiesen, haben die Stadt Dortmund veranlasst, zeitnah verschie- dene Sofortmaßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen, von denen einige im weiteren Verlauf dieses Kapitels kurz beschrieben werden.

Im März 2012 wurde vom Wohnungsamt der Stadt Dortmund eine Aktualisierung und Eva- luation dieser Quartiersanalyse vorgelegt. Sie untersucht, inwieweit sich das Quartier seit der ursprünglichen Analyse im Jahr 2008 verändert hat. Grundlagen dazu bildeten zum 31. Dezember 2010 neu erhobene statistische Daten [für die ursprüngliche Analyse wurden statistische Daten zum Stand 31. Dezember 2007 zugrunde gelegt] sowie Expertengesprä- che, die mit lokalen Akteuren des Quartiers geführt wurden.

Die Ergebnisse beider Untersuchungen bilden nicht nur eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und Realisierung unterschiedlicher Sofortmaßnahmen und Projekte, sondern auch für die Erarbeitung des hier vorgelegten Integrierten Handlungskonzeptes Dortmund- Westerfilde.

Quartiershausmeister

Das Konzept der „Quartiershausmeister“ wurde im Rahmen des URBAN II-Projektes in der Dortmunder Nordstadt entwickelt und aufgrund der dort mit diesem Ansatz gemachten Zwei Quartiershausmeister als sehr positiven Erfahrungen durch das Sozialamt in Kooperation mit dem JobCenter auch Sofortmaßnahme im Rahmen des Aktionsplans Soziale Stadt auf andere Stadtteile übertragen. Zu Beginn des Jahres 2009 – und vorerst begrenzt bis 2014 –erhielt auch Westerfilde im Rahmen des „Aktionsplans Soziale Stadt“ ein eigenes Team aus zwei Quartiershausmeistern.

Das Aufgabengebiet dieser Quartiershausmeister ist umfangreich und vielfältig. Sie sind täglich in ihrem "Bezirk", besonders in den Wohnquartieren, unterwegs, sehen nach dem Rechten und sind für alle Bürgerinnen und Bürger ansprechbar. Die Anwohnerinnen und Anwohner wissen, wo die Hausmeister anzutreffen sind. Bei Bedarf, zum Beispiel als Ver- mittler im Konflikt, fordern sie deren Unterstützung direkt an. Ihre einheitliche Kleidung sorgt für eine hohe Wiedererkennbarkeit.

In ihre täglichen Rundgänge binden sie auch die problematischeren Bereiche mit poten- ziellem Konfliktpotenzial ein. Durch ihre Präsenz gelingt es ihnen häufig, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und aktiv an Lösungen mitzuwirken.

Bild 66 & 67: Die Quartiershausmeister bei der Arbeit

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

Eine wichtige Aufgabe kommt den Quartiershausmeistern auch im Zusammenhang mit Al- Die Quartiershausmeister als koholkonsumenten im öffentlichen Raum Westerfildes zu. Sie beobachten diese Gruppen Ansprechpartner für die Bürge- rinnen & Bürger des Stadtteils nicht nur, sondern sprechen sie im Sinne der Problem- und Konfliktvermeidung auch direkt an. Auf diese Weise tragen sie dazu bei, die verschiedenen Ansprüche und Rechte aller Menschen auf den Straßen und Plätzen zu wahren.

In einer Leistungsbilanz vom Juni 2013, in der die beiden für Westerfilde zuständigen Quar- tiershausmeister über eine Vielzahl in der Zwischenzeit übernommener Aufgaben und er- folgreicher Aktivitäten berichten, fassen sie ihre Aufgabenbeschreibung wie folgt kurz und bündig zusammen: „Wir betrachten uns als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bür- ger, stellen Mängel fest und sorgen für Abhilfe!“

Bürgergarten

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Aktionsplan Soziale Stadt Dortmund im ersten Halb- Ein Bürgergarten als jahr 2008 entwickelten die Teilnehmer für den Aktionsraum Bodelschwingh/Westerfilde temporäre Nutzung eines städtischen Grundstücks unter anderem die Projektidee eines multikulturellen Bürgerzentrums. Durch Anmietung von geeignetem Wohnraum bzw. Ladenlokalen sollte die Möglichkeit eröffnet werden, ver- schiedenste Angebote im kulturellen Bereich vorzuhalten und Informations-, Beratungs- und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

Nach mehrfachen erfolglosen Versuchen, geeignete Räumlichkeiten zu finden, erwarb die Stadt Dortmund im November 2009 ein circa 600 qm großes Grundstück in Westerfilde [Zum Luftschacht/Dortustraße]. Eine Bauruine, die sich auf diesem Grundstück befand, wurde zunächst entfernt. Da aufgrund der aktuellen Haushaltslage der Stadt Dortmund mit einer zeitnahen Errichtung eines neuen Gebäudes nicht zu rechnen ist, erfolgte der Beschluss, für die Übergangszeit, deren Dauer noch nicht absehbar ist, dieses Grundstück als Bürgergarten in Westerfilde zu nutzen.

Im Rahmen dieses Projektes entstand auf dem ehemaligen Brachgrundstück unter Betei- ligung der Westerfilder Bürger und Bürgerinnen ein Bürgergarten, der in Vorbereitung auf ein mögliches Bürgerzentrum diesen Ort als zentrale Begegnungsstätte markiert. Das Kon- zept beinhaltete die aktive Beteiligung der Westerfilder Bürgerschaft sowie aller Akteure vor Ort bei der Planung und Gestaltung des Grundstücks und verfolgte das Ziel einer Nut- zung des Bürgergartens als zentralen Ort der interkulturellen Kommunikation.

Seit dem Erwerb und der Freilegung des Grundstücks hat das Projekt einen sehr positiven Verlauf genommen, wie die folgende Übersicht über die wichtigsten Aktivitäten und Rea- lisierungsschritte zeigt:

Bild 68 & 69: Der Bürgergarten als wichtiges Gemeinschaftsprojekt

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

u Juli 2010:Erstes Planungstreffen mit der Bewohnerschaft zur Formulierung und Dis- Stationen kussion von Wünschen und Anregungen für die Nutzung dieses Bürgergartens. der gemeinschaftlichen Schaffung eines Bürgergartens u August 2010:Erster Grünschnitt durch die Stadt Dortmund und Anlage eines Fußweges aus Rindermulch diagonal über die Fläche.

u Oktober 2010:Erste Pflanzaktion unter großer Beteiligung aus der Bürgerschaft, der lokalen Politik und anderen Gruppen –u.a. auch durch die Jugendgruppe der Wester- filder Falken, die sich darüber hinaus bereit erklärten, die Pflege der Pflanzen zu über- nehmen.

u November 2010:Die neu gegründete Stiftung Soziale Stadt wird als Sponsor für das Projekt gewonnen. Anschließend wurde das Gelände in Kooperation mit der Sparkasse Dortmund und der Firma GrünBau gGmbH aufbereitet, Mutterboden wurde aufge- bracht, der Fußweg angelegt und eine Bank eingebaut. Die aufgestellten Spielgeräte wurden von der Stiftung der Deutschen Annington finanziert.

u November 2011:Offizielle Einweihung des Bürgergartens durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund unter Beteiligung von Vertretern der Sponsoren, der Ortspolitik und der Bürgerschaft.

u 2013:Der Bürgergarten bekommt eine eigene Beleuchtung, die mit einem Festakt der Bevölkerung übergeben wird.

Quartiersmanagement [vorläufig]

Als kurzfristige Interventionsmaßnahme wurde im Frühjahr 2013 durch die Stadt Dortmund Zeitlich begrenztes Quartiers- ein Quartiersmanagement mit geringem Stundenumfang eingerichtet. Bis Sommer 2015 management zur Entwicklung und Stabilisierung von lokaler bearbeitet das Quartiersmanagement die Aufgaben: „Aufbau von Nachbarschaftsstruktu- Mitwirkungsbereitschaft ren“, „Förderung der Kooperation mit den Eigentümer/innen [Großwohnanlagen]“ sowie „Unterstützung bei der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes“.

Im Rahmen der Beauftragung werden u. a. Nachbarschaftsgespräche durchgeführt. Diese haben zum Ziel, mit Mietern ins Gespräch zu kommen und aufgezeigte Mängel gemeinsam mit den Eigentümern möglichst kurzfristig zu beseitigen und somit die Wohnzufriedenheit zu verbessern. Für die nächste Zeit ist die Sammlung und Umsetzung kleinerer hausbezo- gener Projekte vorgesehen.

Wesentliche Unterstützung hat das Quartiersmanagement bei der Ansprache der Woh- nungsunternehmen geleistet. So konnten zum einen wesentliche Informationen zusammen getragen, zum anderen eine hohe Mitwirkungsbereitschaft erzeugt werden. Als sichtbarstes Ergebnis dieser Arbeit ist die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung im Septem- ber 2014 zu nennen, die den Grundstein für die weitere Zusammenarbeit mit den Woh- nungseigentümern darstellt [vgl. Kap. 2.3].

Im Rahmen der Erstellung des Integrierten Handlungskonzepts wurden die Akteure in the- matischen Workshops beteiligt, zudem war das Quartiersmanagement an der Konzeption und Durchführung der Bürgerdialoge involviert:

u Soziale Angebote und Infrastruktur [9. Juli 2013]

u Zusammenleben, Nachbarschaft und Integration [16. Juli 2013]

u Wohnen und Wohnumfeld [23. Juli 2013].

u Ergebniswerkstatt [19. November 2013].

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Relevante Planungen, Konzepte & Akteure

Als weiteren Beitrag zur Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes für Westerfilde/ Beteiligungsveranstaltungen Bodelschwingh führte das Quartiersmanagement eine stichprobenartige Bewohnerbefra- zur Erarbeitung des Integrier- ten Handlungskonzeptes gung durch [vgl. Kapitel 2.8]. Darüber hinaus ist die Weiterentwicklung und Unterstützung der Kommunikation vor Ort sowie die Netzwerkarbeit eine wesentliche Aufgabe für die nächsten Monate. Es ist vorgesehen, dass sich möglichst nahtlos, die Arbeit des geförderten und damit umfangreicheren Quartiersmanagements ab der zweiten Hälfte 2015 anschließt.

3.3 Lokale Akteursstrukturen

Im Rahmen von gesamtstädtischen Politiken und Initiativen, auch aber in der Folge von Bestehende Strukturen aktivieren, einbinden & stärken lokalem Engagement in Westerfilde, sind in den vergangenen Jahren unterschiedliche Or- ganisationen und Kooperationsverbünde entstanden, die sich jeweils um einzelne Aufga- ben und Aspekte einer integrierten Stadtteilentwicklung kümmern. Eine der zentralen Aufgaben des hier vorgelegten Integrierten Handlungsprogramms für Westerfilde/Bodel- schwingh ist es, bereits in der Entwicklung dieses Programms und anschließend mit stei- gender Intensität im Rahmen seiner Umsetzung, diese Akteursstrukturen zu stabilisieren, zu entwickeln, miteinander zu vernetzen und um fehlende Elemente zu ergänzen [vgl. dazu auch Kap. 8].

Als Ausgangspunkt für eine Strategie zum Ausbau von Beteiligungskultur und bürger- Lokale Akteure und Gremien als Partner der zukünftigen schaftlichem Engagement [vgl. Kap. 5.1] können die folgenden bereits bestehenden Gre- Arbeit im Untersuchungsgebiet mien und Akteure genutzt und aktiviert werden:

u der neu eingerichteteLenkungskreis aus verschiedenen Verwaltungseinheiten, der zur fachlichen Begleitung der Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh eingerichtet wurde;

u das neu eingerichtete Sozialraumteam Mengede, das umfassende Aufgaben im Rahmen der Jugendhilfeplanung und Jugendarbeit übernimmt;

u die für Westerfilde zuständige Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfegem. § 78 SGB VIII, die jährlich zu 3 bis 4 Arbeitstreffen zusammenkommt;

u die Arbeiterwohlfahrt [AWO], die –unter anderem mit ihrer Begegnungsstätte in We- sterfilde –ein wichtiger Partner bei der Entwicklung und Stabilisierung des Stadtteils und seines Gemeinwesens ist;

u ein sehr aktiver Mieterbeirat, der sich engagiert für die Rechte der Mieter in Westerfilde einsetzt;

u eine lokale Interessengemeinschaft der Kaufleute, die seit dem Jahr 2009 existiert und die unter anderem zwei verkaufsoffene Sonntage je Jahr organisiert;

u lokale Vereinewie die Falken, der Heimatverein, Sportvereine [Rot-Weiß Bodelschwingh 1967 und SV Germania Westerfilde-Bodelschwingh 1911] und auch kirchliche Vereine, die alle eine wichtige Rolle zur Stabilisierung des lokalen Gemeinwesens spielen, die aber –wie die Mehrzahl solcher Vereine –mit großen Nachwuchsproblemen zu kämp- fen haben;

u derSPD-Ortsverein, der in der Vergangenheit Projekte und Initiativen aktiv unterstützt und gefördert hat;

u dieBezirksverwaltungals dezentrale Verwaltungseinheit und Partner bei vielen Aktivi- täten im Untersuchungsgebiet.

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Zusammenfassender Stadtteil-Check

4. Zusammenfassender Stadtteil-Check

Als Grundlage und Bezugspunkt für die im zweiten Teil des Integrierten Handlungskon- Stadtteil-Check: zeptes vorzunehmende Verständigung auf Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Bezugspunkt für Leitbild- findung, Strategiebildung Untersuchungsgebietes und konkrete Projekte werden die Ergebnisse der im ersten Teil und Maßnahmenplanung vorgenommenen Analyse in Form eines „zusammenfassenden Stadtteil-Checks“ übersicht- lich dargestellt.

Dabei wird auf die in diesem Kontext übliche Form einer SWOT-Analyse zurückgegriffen, aus der ergänzend Handlungsnotwendigkeiten, aber auch Handlungspotenziale für die zu- künftige Stadtteilentwicklung abgeleitet werden.

4.1 Stärken und Potenziale des Stadtteils

Als Stärken, auf die eine nachhaltige Stadtteilentwicklung aufbauen kann und Potenziale, Stärken und Potenziale: die für eine solche Entwicklung genutzt werden sollten, sind die folgenden Elemente und Ausgangspunkte für eine nach- haltige Stadtteilentwicklung Ergebnisse der Analyse konsensfähig:

Bevölkerung: Entwicklung & Struktur

u Eine Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung, durch die seit dem Jahr 2010 wie- der eine kontinuierliche Zunahme der Wohnbevölkerung zu verzeichnen ist.

u Ein Rückgang der Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2005.

u Ein im Vergleich zur Gesamtstadt unterdurchschnittlicher Anteil an Langzeitarbeits- losen.

u Ein noch nennenswerter Anteil „alteingesessener“ Bewohnerinnen und Bewohner als stabilisierender Faktor für das lokale Gemeinwesen.

Wohnen: Wohnungsbestand & Wohnungsversorgung

u Bauliche Durchmischung [Ein- und Mehrfamilienhäuser].

u Gute Größenstruktur und Zuschnitte von Wohnungen in großen Teilen des Bestandes.

u Rückläufige Leerstandsquoten, damit prinzipiell eine Verbesserung der Einnamesitua- tion und der Investitionspotenziale auf Seiten der Vermieter.

u Moderate Mietenniveaus in großen Teilen des lokalen Wohnungsbestandes.

u Wachsende Kooperationskultur unter den Wohnungsgesellschaften.

Bild 70 & 71: Ein gut durchmischter und teilweise bereits aufge- werteter Wohnungsbestand

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Zusammenfassender Stadtteil-Check

Wohnumfeld: Wohnungsbezogener Freiraum & öffentlicher Raum

u Quantitativ gutes Angebot an wohnungsbezogenen Freiflächen.

u Quantitativ gutes Angebot an Spielplätzen.

u Qualitativ beschränkt sich das gute Spielplatzangebot in Westerfilde auf den neuge- stalteten Spielplatz an der Westerfilder Straße / Wenemarstraße. Weitere Spielplätze – wenn man von Sandkastenruinen absieht –sind nicht vorhanden.

u Wald- und naturnahe Freiflächen im unmittelbaren Umfeld des Stadtteils.

Versorgung: Infrastruktur, Handel und Mobilität

u Eine gute Versorgung mit Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder.

u Eine gute Versorgung mit ergänzenden Angeboten [Jugendfreizeitstätte, Begegnungs- stätte, Bürgerwohnung, Kirchengemeinden etc.].

u Wichtige ergänzende Angebote im Kontext des Aktionsplans Soziale Stadt. u Wichtige ergänzende Angebote im Kontext der „Inklusiven Schulentwicklung“.

u Ein als noch ausreichend und zugleich preiswert eingeschätztes Nahversorgungsan- gebot.

u Eine gute ÖPNV- und Verkehrsanbindung.

Prozessgestaltung der Integrierten Stadtteilentwicklung

u Eine wachsende allgemeine Kooperationskultur.

u Eine innovative Träger- und Projektlandschaft.

u Ansätze einer Verbesserung von Wohnzufriedenheit im Stadtteil und Herausbildung erster positiver Image bildender Faktoren.

4.2 Schwächen und Risiken der Stadtteilentwicklung

Diesem positiven Teil der Bilanz stehen zahlreiche Schwächen gegenüber, die es im Rahmen einer integrierten und nachhaltigen Stadtteilerneuerung zu überwinden gilt. Sie sind zu- gleich Risikofaktoren für die zukünftige Stadtteilentwicklung, denen mit Aufmerksamkeit und – nach Möglichkeit – präventiven Handlungsansätzen und Projekten begegnet werden soll, bevor sie sich zu zusätzlichen Problemen und Belastungen für den Stadtteil entwickeln:

Bild 72 & 73: Brüche und Disparitäten in der Stadtteilentwicklung

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Zusammenfassender Stadtteil-Check

Bevölkerung: Entwicklung & Struktur

u Eine deutliche Zunahme des Ausländeranteils seit dem Jahr 2005 – und zugleich ein Schwächen und Risiken: wachsender Bedarf an gesellschaftlichen Integrationsleistungen und -funktionen, die Orientierung für die Maßnah- men- und Prozessplanung den Stadtteil in seiner aktuellen Verfassung und Ausstattung überfordern.

u Daraus resultierende wachsende kulturelle Brüche und Sprachbarrieren im alltäglichen Zusammenleben [Hausgemeinschaften wie auch Stadtteilleben insgesamt] als weitere Belastung des lokalen Gemeinwesens.

u Ein paralleler Anstieg von Beziehern staatlicher Transferzahlungen, damit auch rück- läufige lokale Kaufkraft, Mobilität und soziale Teilhabechancen.

u Ein im Vergleich zur Gesamtstadt erhöhter Anteil von Alleinerziehenden mit geringem Einkommen, aber hohem Unterstützungsbedarf.

u Eine Zunahme rechtsradikaler Aktivitäten im Stadtteil.

Wohnen: Wohnungsbestand & Wohnungsversorgung

u Ein hohes Maß an Desinvestition und Modernisierungsrückstau in Teilen des Woh- nungsbestandes.

u Risiken für die zukünftige Bestandsentwicklung durch Eigentümerwechsel hin zu Ei- gentümern ohne Interesse an einer langfristigen Bestandsentwicklung.

u Hohe Wohn[neben]kosten – insbesondere in Relation zur Qualität – durch fehlende energetische Sanierung in großen Teilen des Wohnungsbestandes.

u Eine hohe Fluktuation in Teilen des Wohnungsbestandes mit zusätzlichen destabili- sierenden Wirkungen auf einzelne Hausgemeinschaften und das Stadtteilleben ins- gesamt.

u Eine Verstärkung solcher destabilisierender Tendenzen durch verfehlte Belegungspo- litik in Teilen des Wohnungsbestandes.

Wohnumfeld: Wohnungsbezogener Freiraum & öffentlicher Raum

u Eine geringe Attraktivität, Nutzbarkeit und fehlende Aneignungsmöglichkeiten von Teilen der wohnungsbezogenen Freiräume und Spielplätze durch Desinvestition, Ver- wahrlosung und teilweise auch Vermüllung mit negativen Auswirkungen, auch auf das Außenimage des Untersuchungsgebietes.

u Eine geringe Attraktivität und Nutzbarkeit großer Teile des öffentlichen Raums [Ein- gangsbereiche, Marktplatz, zentrale Straßenzüge, ÖPNV-Haltestellen, Verbindungen

Bild 74 & 75: Handlungsbedarf im öffentlichen Raum

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 70

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Zusammenfassender Stadtteil-Check

in den umliegenden Grünraum] durch Desinvestition, Verwahrlosung und teilweise auch Vermüllung mit negativen Auswirkungen, auch auf das Außenimage des Unter- suchungsgebietes.

u Zusätzliche Belastungen und Einschränkungen der Nutzbarkeit durch Vandalismus und Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum.

u Die Entstehung von zusätzlichen Angsträumen durch unzureichenden Grünschnitt und fehlende Beleuchtung im öffentlichen Raum.

Versorgung: Infrastruktur, Handel und Mobilität

u Eine unzureichende Ausstattung mit Räumen und Orten für Veranstaltungen, Aktivi- täten, Begegnung und soziales Leben unterschiedlicher Gruppen.

u Eine unterdurchschnittliche Kaufkraft bei großen Teilen der Stadtteilbevölkerung mit negativen Folgen für Entwicklungschancen und -perspektiven der lokalen Ökonomie und der Versorgung mit Gütern des mittelfristigen und spezialisierten Bedarfs.

u Ein aus fehlender Kaufkraft und allgemeinen Entwicklungstendenzen in Handel und Gastronomie resultierender zunehmender Funktionsverlust des Ortskerns.

Prozessgestaltung der Integrierten Stadtteilentwicklung

u Ein negatives Außenimage, unter anderem mit der Folge einer wachsenden Diskrimi- nierung von Bewohnern in unterschiedlichen Lebenssituationen [beispielsweise bei der Ausbildungsplatzsuche durch Schulabgänger].

u Mangelnde Barrierefreiheit [Straßenraum, Wohnungsbestand, soziale Einrichtungen, Ladenlokale] als weiterer destabilisierender Faktor auf die Quartiersentwicklung, wenn dadurch alteingesessene Bewohner im Alter zum Wegzug in andere Stadtteile mit besseren Angeboten für mobilitätseingeschränkte Menschen gezwungen werden.

u Ausbaubedarf von Einsatzmöglichkeiten und Strukturen für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement.

u Ausbaubedarf der Trägerlandschaft [z.B. Qualifizierung und Beschäftigung].

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Integrierte Stadtteilentwicklung

5. Integrierte Stadtteilentwicklung Dortmund

Westerfilde/Bodelschwingh

5.1 Leitlinien und Handlungsfelder

Als Ergebnis der Erarbeitung eines Integrierten Handlungskonzeptes für das Untersu- chungsgebiet lassen sich Leitlinien sowie Maßnahmen für eine integrierte und nachhaltige Stadtteilentwicklung in Westerfilde und Bodelschwingh benennen. Sie werden im Folgen- den in einem zusammenfassenden Überblick vorgestellt und jeweils kurz erläutert.

Den Wohnungsbestand sichern, entwickeln und zu- kunftsfähig machen!

Es wurde bereits erwähnt, dass den Wohnungsbeständen im Untersuchungsgebiet – auch Schlüsselrolle der Entwicklung im Hinblick auf die Eigentümerstrukturen und der damit verbundenen Bewirtschaftungs- von Wohnungsbeständen für die Gebietsentwicklung strategien – eine Schlüsselrolle für die weitere Entwicklung des Untersuchungsgebietes zukommt.

Für dieses Handlungsfeld lassen sich klar definierte Aufgaben und notwendige Maßnahmen benennen, die im Rahmen des anstehenden integrierten Erneuerungs- und Entwicklungs- prozesses einen zentralen Stellenwert einnehmen sollten:

u Die schlüssige und konsequente Anwendung von Instrumenten, z. B. der Wohnungs- Maßnahmen für eine aufsicht oder dem kommunalen Vorkaufsrecht, muss nahtlos und mit unverminderter Stabilisierung & Entwicklung des Wohnungsbestandes Aufmerksamkeit und Energie fortgesetzt und um weitere Instrumente ergänzt wer- den.

u N eben dem Einsatz von Instrumenten der Wohnungsaufsicht oder des besonderen- Städtebaurechts, die in der Regel mehr verhindernde als aktivierende und gestaltende Wirkung haben, müssen die Eigentümer aktiviert und selbst in die Pflicht genommen- werden, notwendige Investitionen und Maßnahmen zur Sicherung, Aufwertung und nachhaltigen Entwicklung ihrer Bestände zu ergreifen. Bei der Gruppe der kleinteiligen Einzeleigentümer kann dies über Instrumente wie ein Fassadenprogramm und eine Modernisierungs- und Finanzierungsberatung erfolgen. Bei den Eigentümern größerer Bestandseinheiten sind vorwiegend andere Instrumente notwendig – beispielsweise Beratungsleistungen zur nachhaltigen Bestandsentwicklung und zu verfügbaren För- derangeboten [Wohnraumförderung des Landes NRW, NRW.BANK, KfW etc.]. Der wei- tere Prozess wird zeigen, ob in Bezug auf Wohnungsbestände ohne ausreichende Zukunftsperspektive auch Ankäufe, Sanierungsmaßnahmen oder [Teil-]Rückbau als Optionen in Betracht kommen.

u Dabei soll neben der Verankerung von Bewirtschaftungsstrategien, die im Sinne einer nachhaltigen Bestands- und auch Stadtteilentwicklung sind, auch Ziele wie eine ener- getische Erneuerung zur Senkung von Wohnnebenkosten und die Schaffung von mehr barrierefreien oder -armen Wohnungen verfolgt werden.

u Parallel und mit diesen Aktivitäten vernetzt soll auch eine nutzerorientierte Aufwer- tung der wohnungsbezogenen Freiräume erreicht werden. Dabei soll immer das Ziel im Blick behalten werden, keine „Aufwertung um jeden Preis“ zu erzielen, sondern alle Aufwertungsmaßnahmen an den Interessen und Bedürfnissen der Bewohner zu orientieren und sie zugleich möglichst effizient und passgenau in das System der um- liegenden öffentlichen Freiräume funktional zu integrieren. Dabei kann es sinnvoll Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 72

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Integrierte Stadtteilentwicklung

sein, einzelne Teilräume zu profilieren und an den Bedürfnissen bestimmter Zielgrup- pen auszurichten, um so zu einem differenzierteren Angebot an wohnungsbezogenen Freiräumen zu gelangen und gleichzeitig Nutzungskonflikte zu reduzieren.

u Mittelfristig ist es wünschenswert, erfolgreiche Modelle einer Beteiligung der Woh- nungswirtschaft an der Finanzierung eines Quartiersmanagements–insbesondere zu dessen langfristiger Absicherung – zu realisieren, wie dies in anderen Dortmunder Stadtteilen [beispielsweise Scharnhorst] bereits gelungen ist.

Den öffentlichen Raum aufwerten und in seiner Nutzbar- keit verbessern!

Die „Modernisierung“ des öffentlichen Raums – immer parallel eine Steigerung von At- Die „Modernisierung“ des öf- traktivität wie auch Nutzbarkeit verfolgend – ist eine wichtige und umfassende Aufgaben fentlichen Raums als komplexe und kostenaufwändige Aufgabe einer nachhaltigen Erneuerung und Entwicklung des Untersuchungsgebietes. Gerade an- gesichts der damit verbundenen hohen Kosten und ihrer Natur als vorwiegend öffentliche Kosten kommt es in diesem Handlungsfeld in besonderem Maße darauf an, notwendige Maßnahmen im Detail zu planen und anschließend mit Prioritäten zu versehen, um so eine mittelfristig angelegte Planung und Orientierung für den Erneuerungsprozess bereit zu stellen.

Im Rahmen der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes und der damit verbun- denen Analysen und Beteiligungsveranstaltungen wurden bereits Maßnahmen benannt, die in eine solche Planung zu integrieren sind. In einem zusammenfassenden Überblick sind die folgenden Maßnahmen besonders relevant für eine nachhaltige Stadtteilerneue- rung:

u Eine Aufwertung und Gestaltung der Eingangsbereichein das Untersuchungsgebiet. Konkrete Maßnahmen für eine umfassende Aufwer- u Eine Aufwertung und Gestaltung der wichtigsten Achsen und Plätze im Untersu- tung des öffentlichen Raums chungsgebiet [z. B. Westerfilder Straße und Marktplatz] – dies auch im Sinne einer Standortaufwertung und als Beitrag zur Förderung der lokalen Ökonomie [s.u.].

u Eine Aufwertung der Wegebeziehungen in die umliegenden Freiräume als Verbesse- rung von Attraktivität wie auch Nutzbarkeit.

u Bei allen hier genannten Maßnahmen sollte das für die Stadtteilentwicklung wichtige Thema der Schaffung von Barrierefreiheitoder -armutverfolgt werden.

u Eine Aufwertung und Gestaltung von Spielplätzen und Grünflächenim Untersuchungs- gebiet. Hier wurden bereits erste Maßnahmen realisiert. Eine Fortsetzung soll im Hin- blick auf die Prioritätensetzung immer auch den Zusammenhang zu den umliegenden Wohnungsbeständen sehen und strategisch insbesondere dort investieren, wo da- durch auch entsprechende Investitionen privater Eigentümer verlässlich induziert wer- den.

u Neben diesen eher baulich orientierten Maßnahmen und Aufgaben gibt es in diesem Handlungsfeld auch solche, die eher einen Managementcharakterhaben. Dies bezieht sich insbesondere auf Strukturen und Verfahren, die eine verbesserte Pflege öffentli- cher Räume organisieren und sicherstellen und in Einzelfällen auch auf eine Ordnung und Kontrolle der Belastungen durch konfliktträchtige Nutzungen des Wohnumfel- des –sowohl durch einzelne Personengruppen als auch durch Parkverkehr.

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 73

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Das Gemeinwesen stärken und Inklusion fördern!

Sowohl die erste vertiefende Problemanalyse aus dem Jahr 2008 als auch die Analysen und Diskussionen, die im Rahmen der Erstellung dieses Integrierten Handlungskonzeptes durchgeführt wurden, haben sehr deutlich gemacht, dass die Veränderungen in der Eigen- tümerstruktur des lokalen Wohnungsbestandes und der damit einher gehenden unter- schiedlichen Bewirtschaftungsstrategien in erheblichem Maße zu einer destabilisierenden Wirkung auf das Gemeinwesen im Untersuchungsgebiet und zu einem Anstieg von Phä- nomenen sozialer Benachteiligung beigetragen haben.

Wie erläutert, wurden vor diesem Hintergrund verschiedene Sofortmaßnahmen entwickelt, die positive Wirkung zeigen, die aber zu einer Stabilisierung und nachhaltigen Entwicklung des Untersuchungsraums nicht ausreichend sind. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Ar- beiten an diesem Integrierten Handlungskonzept belegen, dass diesem Themenfeld im Rahmen des anstehenden integrierten Erneuerungsprozesses ebenfalls eine hohe Priorität zukommen muss. Im Einzelnen lassen sich zunächst folgende Arbeitsprinzipienformulieren, die in ein Erneuerungskonzept integriert werden und leitend für die Entwicklung von Maß- nahmen sind:

u Zur Verbesserung des Zusammenlebens und zur Förderung von Integration und einem Für die zukünftige Arbeit starken Gemeinwesen ist es wichtig, dass Anlässe und geeignete Orte zum Austausch vorgeschlagene Prinzipien der Bewohner geschaffen werden. Dies zum einen im Wohnumfeld bzw. in direkter Wohnungsnähe [dezentral], und zum anderen in Form von zentral gelegenen Orten und Angeboten.

u Verständigung und Zusammenleben in einem starken und attraktiven Gemeinwesen bedürfen einer gemeinsamen Basis. Dies ist elementar die Sprache, aber auch der kul- turelle bzw. religiöse Hintergrund. Sprachkompetenz wie auch interkulturelle Begeg- nung und Verständigung müssen daher aktiv gefördert und entwickelt werden.

u Im Themenfeld Bildung soll dabei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ange- setzt werden, um deren Zukunftschancen zu erhöhen und damit zugleich die Entwick- lung eines starken Gemeinwesens und eines erfolgreichen integrativen Stadtteils zu fördern.

u Im Sinne der Schaffung eines starken und zukunftsfähigen Gemeinwesens sollten dabei auch gezielt Begegnungen und Interaktionen zwischen Generationen gefördert werden.

u Für einkommensschwache, bildungsferne oder in anderer Art unterstützungsbedürftige Familien und Personen sind dazu zusätzliche passgenaue und differenzierte [Unter- stützungs-]Angebote notwendig.

u Gerade im Hinblick auf das zentrale Ziel der Schaffung eines inklusiven Stadtteils sind umfassende Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit bzw. -armut [Wohnungs- bestand, soziale Einrichtungen, Einzelhandelsangebote, öffentlicher Raum] notwendig.

Im Rahmen der durchgeführten Beteiligungsveranstaltungen wurden dazu bereits ver- schiedene konkrete Maßnahmen und Projekte vorgeschlagen. Sie bilden sicherlich noch kein vollständiges und ausreichendes Maßnahmenpaket, sollen aber an dieser Stelle den- noch als Bezugspunkt für die weitere Arbeit am Integrierten Handlungskonzept und die darauf aufbauende Maßnahmenplanung benannt und dokumentiert werden:

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Integrierte Stadtteilentwicklung

u Eine aufsuchende Sozialarbeit etablieren. Konkrete Maßnahmen- und Projektvorschläge u Sozialarbeiter, die niederschwellige Ansprache realisieren und Hilfen anbieten, in die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes einbinden.

u Unterstützungsangebote für Alleinerziehende realisieren.

u Die Bildungsangebote im Untersuchungsgebiet verstärken und ausbauen.

u Dezentrale Angebote für Jugendliche in temporär dafür umgenutzten Wohnungen realisieren.

u Alltagshilfen für ältere Stadtteilbewohner und andere mobilitätseingeschränkte Be- wohner dezentral anbieten.

u Das Vereinsleben fördern und stärken.

u Informelle Sport- und Freizeitangebote [wie Fußball, Boule etc.] organisieren.

u Patenschaften für Neubürger initiieren [beispielsweise Vermittlung von Sportangebo- ten].

Die lokale Ökonomie stärken und zukunftsfähig machen!

Die lokale Ökonomie im Untersuchungsgebiet befindet sich – wie in der Mehrzahl ver- Eine lokale Ökonomie in einem gleichbarer Gebiete der gebietsbezogenen Stadterneuerung –in einer kritischen Situation, kritischen Zustand, der gezielte Maßnahmen erforderlich macht in der bereits zahlreiche ökonomische Aktivitäten – damit auch Angebote und Arbeits- plätze –aus dem Stadtteilleben verschwunden sind und die verbliebenen ebenfalls nicht gesichert sind. Weitere Prozesse einer qualitativen Verschlechterung sind damit ebenso zu befürchten wie wachsende Leerstände im Bereich von Handelsimmobilien mit den bekann- ten negativen Ausstrahlungswirkungen auf die Gebietsentwicklung und zugleich wach- senden Defiziten im Bereich der Nahversorgung mit Waren und Dienstleistungen.

Daher muss die Förderung der lokalen Ökonomie ein zentrales Element des anstehenden integrierten und nachhaltigen Erneuerungsprozesses sein und dabei auf integrierte Weise drei Kernziele verfolgen:

u Erhalt und Entwicklung des vorhandenen Waren- und Dienstleistungsangebotes, um Kernziele bei der Förderung die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicher zu stellen und einen Beitrag der lokalen Ökonomie zur Reduzierung negativer Bevölkerungsentwicklung durch Fortzüge, die zugleich wei- ter destabilisierend auf das Gemeinwesen wirken, zu leisten.

u Erhöhung der Attraktivität des Gebieteszur Verbesserung seines Images und zur För- derung von Ansiedlung und Zuzug aus allen Schichten der Gesellschaft.

u Schaffung neuer Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeitenzur Förderung der Kauf- kraft im Gebiets und zur Schaffung von lokalen Gelegenheiten zur Integration von Arbeitslosen und auch jugendlichen Berufsanfängern in den Ausbildungs- und Ar- beitsmarkt.

Eine weitere wichtige Anregung, die im Rahmen der Beteiligungsveranstaltungen zu die- Einzelhandelsgeschäfte auch sem Themenfeld gemacht wurde, besteht in dem Wunsch, durch eine solche Förderung der als Orte sozialer Begegnung verstehen und fördern lokalen Ökonomie zugleich auch selbstverständliche Treffpunkte im Alltagsleben zu fördern bzw. zu sichern, denn noch bestehende Ladengeschäfte und Gastronomieangebote sind zugleich auch die letzten ohne öffentliche Fördermittel tätigen Orte für Begegnung und Austausch in Stadtteilen wie Westerfilde und Bodelschwingh. Vielfach reduziert sich diese

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Funktion in zunehmendem Maße auf Tankstellen und Spielhallen, die häufig als letzte An- gebote im Stadtteil verbleiben. Eine solche Entwicklung soll im Untersuchungsgebiet mit allen verfügbaren Mitteln und Instrumenten verhindert werden.

Adressbildung: Das Image des Untersuchungsgebietes nach innen und nach außen verbessern!

Das Untersuchungsgebiet hat aktuell ein eher negativ geprägtes Image. Wie in den meisten Imagekampagnen immer vergleichbaren Gebieten hat ein solches negatives Image zwei entscheidende Dimensio- begleitend zu konkret erreich- ten Verbesserungen gestalten nen: Zum einen die Innenwahrnehmung durch die Bewohnerinnen und Bewohner, die am unmittelbarsten die negativen Entwicklungstendenzen mit wachsender Verunsicherung wahrnehmen und dann zu einer überzogen negativen Wahrnehmung ihres Stadtteils und seiner Entwicklung neigen. Zum anderen eine negative Außenwahrnehmung des Stadtteils, vielfach geprägt durch Vorurteile sowie negative Berichterstattung in den lokalen Medien.

Im Zuge des anstehenden integrierten Erneuerungsprozesses soll daher bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen immer auch der Aspekt der Imagearbeit mitgedacht werden. Dabei ist allerdings immer zu bedenken, dass eine positive Kommunikations- und Image- arbeit nie der Versuchung erliegen sollte, die Wahrheit zu beschönigen und die Realität „schön zu reden“. Daher kann eine solche Aufwertung des Images sowohl nach innen wie nach außen –immer nur in dem Maß aktiv und erfolgreich werden, wie Verbesserun- gen und neue Stärken realisiert werden, die dann aktiv nach innen und außen vermarktet werden können und auch sollten. Ebenso müssen vorhandene Stärken betont und kom- muniziert werden.

Ein solcher systematischer Ansatz einer Adressbildung umfasst in der Regel eine Vielzahl Neue Veranstaltungsformate von Einzelmaßnahmen und Elementen, die vernetzt zur Umsetzung kommen sollen. Von im Stadtteil etablieren Seiten der lokalen Akteure wurde im Rahmen der Beteiligungsveranstaltungen der Wunsch geäußert, in diesem Kontext auch neue Veranstaltungsformate – wie etwa die aktuelle Veranstaltung zum inklusiven Westerfilde oder ein internationales Straßenfest –dauerhaft im Stadtteil zu etablieren.

‘Wir-Gefühl’ aufbauen: Die lokalen Beteiligungsstruktu- ren stärken und entwickeln!

Die Anlässe und Strukturen für bürgerschaftliches bzw. ehrenamtliches Engagement ist im Verunsicherung und Frustration Untersuchungsgebiet noch ausbaufähig. Die hohe Fluktuation in Teilen des Wohnungsbe- zu „Wir Gefühl“ und Engagement entwickeln standes, das hohe Maß an Verunsicherung, das in den letzten Jahren gewachsen ist und auch die Vielzahl unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, die hier noch zu einem starken Gemeinwesen zusammenwachsen müssen, erschweren die Herausbildung eines „Wir-Ge- fühls“ und einer Identifikation mit dem eigenen Stadtteil zusätzlich.

Zugleich zeigen aber die bisherigen Erfahrungen mit den bereits eingeleiteten Sofortmaß- nahmen und mit den zur Erstellung dieses Handlungskonzeptes durchgeführten Beteili- gungsveranstaltungen, Gesprächen und Befragungen, dass eine hohe Bereitschaft besteht, sich zu engagieren und aktiv zu werden –teilweise auch „aus Not“ geboren, aus der zu- nehmenden Sorge um die Entwicklung des eigenen Lebensumfeldes.

Diese Ansätze gilt es im Sinne von mehr Eigenverantwortung und Bürgerengagement und einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ engagiert und systematisch zu fördern, zu stärken und zu ent- wickeln. Dies ist eine der Grundvoraussetzungen für eine Erreichung des Ziels einer „nach- haltigen“ Stadtteilentwicklung.

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Der Weg zur Stärkung einer solchen lokalen Beteiligungsstruktur und Mitwirkungsbereit- schaft geht über eine Fortsetzung des aktuell nur temporär eingesetzten Quartiersmana- gements, nach Möglichkeit verstärkt durch zusätzliche Anreize wie etwa die Einrichtung eines Fonds’ zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements.

Konkrete Ansatzpunkte bieten sich dann sicherlich bei den in Kapitel 3.3 genannten Ak- teuren und Kooperationsstrukturen, wobei einer Stärkung des lokalen Vereinslebens und einzelner Hausgemeinschaften als „Keimzellen“ eines wachsenden bürgerschaftlichen En- gagements eine besondere Bedeutung zukommt.

Auch die mehrfach geäußerte Anregung, in diesem Handlungsfeld vor allem die Jugendli- chen einzubinden und sie als Motoren einer neuen lokalen Kultur von Engagement, Ver- antwortungsbewusstsein und Mitwirkungsbereitschaft zu nutzen und zu stärken, sollte in diesem Zusammenhang handlungsleitend sein.

5.2 Die Kurzfrist-Perspektive: Starterprojekte

Die oben genannten Maßnahmen und Projekte werden für ihre Realisierung unterschied- lichen Akteuren, Kostenstellen und Förderzugängen zuzuordnen sein. Wie dargestellt, sind verschiedene Maßnahmen bereits als „Sofortmaßnahmen“ begonnen worden, andere wer- den als Ergebnis der laufenden öffentlichen Diskussionen und Planungen in unterschied- lichen Handlungsfeldern kommunaler Politik und in der Zuständigkeit weiterer beteiligter Akteure fortgeführt bzw. angestoßen.

Dabei steht das Ziel im Vordergrund, das lokale Engagement im begonnenen Erneuerungs- Notwendige Fortsetzung prozess aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen. So wird gleichzeitig sichergestellt, laufender Maßnahmen dass ein gemeinsam erarbeitetes Integriertes Handlungskonzept auf größtmögliche Ak- zeptanz im Stadtteil aufbauen und dadurch zeitnah und nachhaltig erfolgreich umgesetzt werden kann.

Hierzu zählen unter anderem die Fortführung

u der Arbeit des Aktionsraumbeauftragten und der langjährig Aktiven vor Ort,

u des vorläufigen Quartiersmanagements,

u der Arbeit der Quartiershausmeister,

u des Inklusionsprozesses und

u des Fachgesprächs Wohnungswirtschaft.

Ergänzend ist es erforderlich, Stadtteil- bzw. Quartiersgremien zu etablieren.

Für einige Maßnahmen ist es unerlässlich, dass ihre Realisierung bereits jetzt auf den Weg Notwendige gebracht wird –zur Verstärkung und Ergänzung der aktuell bereits laufenden Sofortmaß- zusätzliche Maßnahmen nahmen und als Überbrückung bis zu dem Zeitpunkt, an dem das gesamte Integrierte Handlungskonzept integriert und vernetzt zur Umsetzung kommt. Diese so genannten „Starterprojekte“ oder „Transferprojekte“ werden im Folgenden kurz erläutert:

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Quartiersmanagement u

Es wurde bereits erläutert, wie wichtig das aktuell mit reduziertem Budget –damit auch Fortsetzung des Quartiers- eingeschränkter Leistungsfähigkeit –und begrenzter Laufzeit eingesetzte Quartiersmana- managements und Erhöhung seiner Leistungsfähigkeit gement ist. Es trägt insbesondere dazu bei, dass im Stadtteil und bei den dortigen Akteuren, deren Mitwirkungsbereitschaft dringend benötigt wird, neue Zuversicht und Motivation entsteht und dass lokale Kooperationsstrukturen gezielt entwickelt, gestärkt und stabilisiert werden. Darüber hinaus leistet das Quartiersmanagement wichtige Beiträge zur Entwick- lung eines im Untersuchungsgebiet, bei seinen Akteuren und seiner Bewohnerschaft ver- ankerten Integrierten Handlungskonzeptes.

Daher wird beantragt, ein vollwertiges Quartiersmanagement nach Auslaufen der vorläu- figen Phase zu finanzieren und dieses durch eine Erhöhung der dafür bereitgestellten Res- sourcen in seiner Leistungsfähigkeit zu stärken.

Stadtteilfonds u

Dem Ziel der Förderung von Mitwirkungsbereitschaft im Untersuchungsgebiet, damit auch Ein stadtteilbezogener Fonds dem Ausbau, der Stärkung und Stabilisierung von lokalen Kooperationsstrukturen soll auch zur Förderung einer aktiven Mitarbeit der Bewohner die Einrichtung eines Bürgerfonds’ zur Förderung einer aktiven Mitwirkung der Beteiligten gemäß Ziffer 17 der Förderrichtlinien Stadterneuerung NRW 2008 dienen.

Im Zuge der bisher durchgeführten Beteiligungsveranstaltungen und der zahlreichen Ge- spräche und Diskussionen im Untersuchungsgebiet wurde in zunehmendem Maße deutlich, dass auch die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv an einer Erneuerung und Entwicklung „ihres“ Stadtteils mitwirken möchten und dazu auch bereits konkrete Ideen und Vorschläge entwickelt haben. Solches Engagement sollte zeitnah aufgegriffen und gezielt gefördert werden, um diese neu geschaffene Motivation zu stabilisieren und zu stärken –und damit auch einen Beitrag zu einer umfassenden Erneuerung des Untersuchungsgebietes zu lei- sten, die sich auf eine breite Basis und auf eine hohe Mitwirkungsbereitschaft vor Ort stüt- zen kann.

Hof- und Fassadenprogramm u

Mit dem gleichen Ziel wird auch die Einrichtung eines Hof- und Fassadenprogramms als Beratungsdienstleistungen Maßnahme der „Profilierung und Standortaufwertung“ gemäß Ziffer 11.2 der Förderricht- für die Eigentümer größerer Wohnungsbestandseinheiten linien Stadterneuerung NRW 2008 vorgeschlagen. Mit dieser Maßnahme sollen –ergän- zend zu den im letzten Punkt angesprochenen mitwirkungsbereiten Bürgerinnen und Bürger –gezielt auch die Immobilienbesitzer angesprochen werden. Diese machen im bis- herigen Verfahren deutlich, dass sie bereit sind, in eine Aufwertung ihrer Immobilien –zu investieren, wenn begleitend die Verbesserung des direkten Wohnumfeldes gefördert würde.

Auch eine solche Maßnahme ist, wenn sie von einem lokalen Quartiersmanagement aktiv beworben wird und die Eigentümer eine qualifizierte Beratung erhalten, in hohem Maße geeignet, die dringend notwendige Trendwende in der Entwicklung des Untersuchungs- gebietes zu befördern. Durch solche Maßnahmen werden nicht nur bauliche und gestalte- rische Verbesserungen und Aufwertungen an Wohngebäuden erreicht, sondern zugleich eine Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil.

Darüber hinaus setzt eine dadurch wachsende Anzahl von aufgewerteten Immobilien er- fahrungsgemäß auch ein wichtiges psychologisches Signal für die Stadtteilentwicklung, indem für alle deutlich wird, dass es „aufwärts geht“ und dass auch private Akteure und

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Investoren wieder Vertrauen in den Standort und seine Zukunft gewinnen. Dies trägt in der Regel zu einer wachsenden Anzahl von Folgeinvestitionen bei.

5.3 Die Langfrist-Perspektive: Handlungsfelder und Projekte für eine nachhaltige Stadtteilerneuerung

Kernelement dieses Integrierten Handlungskonzeptes ist ein umfassendes Maßnahmen- paket, dessen integrierte und vernetzte Umsetzung in den nächsten Jahren einen wirkungs- vollen Impuls setzen kann, um eine wirklich nachhaltige Erneuerung und Entwicklung des Untersuchungsgebietes zu erreichen [für einen Überblick vgl. die Abbildung auf der fol- genden Seite]. Diese Maßnahmen und ihre Umsetzung werden einen kontinuierlichen Ent- wicklungs- und Erneuerungsprozess gestalten, in den gezielt und strategisch ausgerichtet laufend weitere Maßnahmen und Projekte angelagert integriert werden können, die aus anderen Ressourcen als denen der gebietsbezogenen Stadterneuerung finanziert werden.

Dabei deckt das im Rahmen dieses Integrierten Handlungskonzeptes entwickelte integrierte Umfassende Aufwertung von Maßnahmenpaket die folgenden Handlungsfelder ab: Gestalt- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raums u Aufwertung der Gestalt- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raumes;

u Aufwertung der Gestalt- und Nutzungsqualität wohnungsbezogener Freiräume;

u Verbesserung der sozialen Infrastruktur;

u Stärkung des Gemeinwesens und der Integrationskraft des Stadtteils;

u Stärkung der lokalen Ökonomie;

u Aufbau von prozessbegleitenden Kommunikations- und Kooperationsstrukturen;

u Kommunikation und Marketing;

u Begleitendes Monitoring.

Aufwertung der Gestalt- und Nutzungsqualität des öffentlichen Raumes

Es wird eine Aufwertung des öffentlichen Raumes angestrebt, die parallel eine Verbesse- rung der Nutzungsqualität und der Gestaltqualität erreicht und die dabei immer auch das Ziel eines “inklusiven Stadtteils” im Blick behält und zum Abbau von Barrieren beiträgt. Dazu gehören die folgenden Projekte und Einzelmaßnahmen:

u Die Neugestaltung des Marktplatzesim Zentrum Westerfildes zur Schaffung eines at- traktiven Stadtplatzes von hoher Nutzungs- und Gestaltqualität zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil wie auch seines Erscheinungsbildes und Images. Bild 76 & 77: Öffentliche und wohnungs- bezogene Freiräume aufwerten

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Abb 29: Wohnen und Wohnumfeld Projekte der integrierten Stadtteilerneuerung nach u Freiflächen- und Fassadenprogramm Großwohnanlagen Entwicklungsschwerpunkten u Hof- und Fassadenprogramm Altbaubestände u Quartiershausmeister [Koop. JobCenter/WoG/Stadt] u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Gestaltung wohnungsnaher öffentlicher Freiräume

Öffentlicher Raum

u Neugestaltung Marktplatz u Spielleitplanung/ Freizeitflächenplanung u Öffentlicher Straßenraum u Kunstrasenplatz Germania Westerfilde/Rot-Weiß Bodelschwingh u Spiel- und Freizeitflächen im öffentlichen Raum u Gestaltungselemente Rahmer Wald [Freizeitqualitäten] u Anbindung der Grünbereiche u Ausbau Wegeverbindung östl. Bahnlinie

Gemeinwesen und Zusammenleben

u Quartiersmanagement ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Stadtteilfonds nach § 17 StBFR u Umbau KESS / [Aus]bau Bürgerzentrum u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u GS Westhausen; Anbau für Offenen Ganztag u Bürgerbeteiligung

Nachrichtlich –anderer Förderzugang: u Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche u Familientreff

lokale Ökonomie

u Verfügungsfonds nach § 14 StBFR u Beratung und Aktivierung ["Koordinierungsstelle Quartiersentwicklung"] u Entwicklung untergenutzter Flächen und Gebäude [z.B. Tankstelle, Zechengebäude]

Adressbildung

u Presse- und Öffentlichkeitsarbeit u Stadtteilmarketing

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Integrierte Stadtteilentwicklung

u Maßnahmen zum gezielten Abbau von Barrierenim öffentlichen Raum in kontinuier- licher Abstimmung mit der “Arbeitsgruppe Inklusion” sowie Ausbau von Sitzmöglich- keiten.

u Durchführung einer partizipativen Spielleitplanung zur strategischen Planung und Ausrichtung von Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen und wohnungsnahen Frei- raum.

u Aufwertung und Neugestaltung wohnungsnaher Freiflächenin enger Verzahnung mit begleitenden Investitionen privater Immobilieneigentümer. u Ausbau und Aufwertung öffentlicher Wegebeziehungenöstlich der Bahnlinie.

u Anbindung der umliegenden Grünbereichedurch Aufwertung und Neugestaltung der Zugänge.

u Punktuelle Aufwertungsmaßnahmenim Rahmer Wald zur Verbesserung seiner Nutz- barkeit und Freizeitqualitäten.

u Begleitende und strategisch eingesetzte Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Straßenraum.

u Fortsetzung des Projektes ‘Quartiershausmeister’ zur Förderung von Verantwortung im Umgang mit dem öffentlichen Raum und den Aufwertungsmaßnahmen.

Aufwertung der Gestalt- und Nutzungsqualität woh- nungsbezogener Freiräume

Die Aufwertung der Gestalt- und Nutzungsqualität muss vom öffentlichen Raum nahtlos Differenzierte Handlungsansätze in die privaten wohnungsbezogenen Freiräume übergehen. Um dies zu fördern, sind die für Wohnungsgesellschaften und kleinteilige Einzeleigentümer folgenden Maßnahmen Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes:

u Aufbau und Verstetigung eines Eigentümernetzwerkes;

u die Einrichtung einer Bau- und Immobilienberatung für kleinteilige Einzeleigentümer;

u Entwicklung und Umsetzung eines ‘Haus- und Hofflächenprogramms’ zur Verbesse- rung und Aufwertung des Altbaubestandes und ihres direkten Umfeldes;

u Intensivierung und Verstetigung der Kooperation mit Wohnungsgesellschaften und - verwaltung durch das ‘Fachgespräch Wohnungswirtschaft’;

u Entwicklung und Umsetzung eines spezifischen Freiflächenprogramms für Großwohn- anlagen.

Bild 78 & 79: Die Möglichkeiten für Kinderspiel deutlich verbessern

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Integrierte Stadtteilentwicklung

Aufwertung & Verbesserung der sozialen Infrastruktur

In diesem Handlungsfeld sind folgende Maßnahmen vorgesehen, die dazu beitragen soll- Eine passgenaue Mischung aus ten, die aktuellen Defizite bei Angeboten und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur im stationären & mobilen Angeboten Untersuchungsgebiet abzubauen:

u Umbau des Jugendzentrums KESS zur Steigerung seiner Leistungsfähigkeit und zur Schaffung von Barrierefreiheit und Energieeffizienz;

u Neugestaltung von Schulhöfen zur Verbesserung ihrer Nutzbarkeit und zur Stärkung von Schulen in ihrer Rolle als gemeinwesenorientierte öffentliche Einrichtungen;

u Schaffung mobiler Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche;

u Schaffung dezentraler Treffpunkte für Jugendliche.

Stärkung des Gemeinwesens & der Integrationskraft des Stadtteils

Zur Stärkung des Gemeinwesens und der Integrationskraft des Stadtteils sind Maßnahmen Innovative kleinteilige Projekte & unterschiedlicher Akteure und im Rahmen unterschiedlicher Programme erforderlich. Im Maßnahmen zur Stärkung des Gemeinwesens Kernbereich des Integrierten Handlungskonzeptes sollen die folgenden Maßnahmen – über die oben geschilderten Projekte zur Stärkung der sozialen Infrastruktur hinaus – dazu einen wichtigen Beitrag leisten:

u Entwicklung und Umsetzung von innovativen Bildungs- und Kulturangeboten;

u Projekt ‘Hilfe bevor es brennt’ als präventives Angebot;

u Taschengeldprojekt ‘Jugend hilft Alter’;

u Förderung von Kinderstuben;

u Förderung von Familientreffs.

Stärkung der lokalen Ökonomie

Die Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Ökonomie müssen einen Beitrag dazu leisten, Integrierte Förderung von dass die Leerstände bei Ladenlokalen sukzessive abgebaut werden und dass damit zugleich Versorgung, ökonomischen Aktivitäten und Image das Versorgungsniveau im Hinblick auf Einzelhandel und Dienstleistungen stabilisiert und – wo notwendig –verbessert wird. Dazu dienen die folgenden Einzelmaßnahmen:

u Immobilienberatung für Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer, auch unter dem Aspekt der Barrierefreiheit;

Bild 80 & 81: Elemente von Niedergang und Verfall beseitigen und lokale Ökonomie stärken

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Integrierte Stadtteilentwicklung

u Entwicklung und Realisierung eines ISG-Fonds’ zur Förderung der Mitwirkungs- und Investitionsbereitschaft privater Akteure;

u Aufbau je einer ‘ISG Westerfilder Straße’ und ‘ISG Bodelschwingher Straße’ zur Sta- bilisierung der Mitwirkungs- und Investitionsbereitschaft privater Akteure.

Aufbau von prozessbegleitenden Kommunikations- und Kooperationsstrukturen

Zur Förderung eines leistungsstarken und kooperativen Erneuerungsprozesses und damit Mitwirkungsbereitschaft zur Förderung der Nachhaltigkeit und Effizienz aller eingesetzten Ressourcen sind die fol- & Nachhaltigkeit fördern und verstetigen genden Maßnahmen vorgesehen: u Weiterführung des Quartiersmanagements und Steigerung seiner Leistungsfähigkeit;

u Aufbau von belastbaren und nachhaltig wirksamen Kooperationsstrukturen [vgl. Kap. 6];

u Einrichtung eines Fonds’ zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements;

u Einrichtung eines ISG-Fonds zur Förderung der Mitwirkungs- und Finanzierungsbe- reicht privater Akteure.

Stadtteilmarketing

Der gesamte Prozess der integrierten Erneuerung und Entwicklung des Untersuchungsge- bietes wird durch eine professionelle Werbe- und Marketingagentur begleitet, die auf Basis einer vorab entwickelten Kommunikations- und Marketingstrategie [vgl. Kap. 7], die fol- gende zentrale Elemente umfasst:

u Imagekampagne und Stadtteilmarketing;

u Veranstaltungsmanagement;

u Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Begleitendes Monitoring

Fortschritte bei der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes werden kontinuierlich durch ein begleitendes Monitoringsystem [vgl. Kap. 8] überprüft und in den dafür relevan- ten Gremien [vgl. Kap. 6] zur Diskussion gestellt.

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Partizipation & Prozessgestaltung

6. Partizipation & Prozessgestaltung

Die Vorbereitung des Stadterneuerungsprozesses in Westerfilde/Bodelschwingh wird durch das Projektteam der Stadt Dortmund unter Beteiligung der örtlichen Akteure organisiert. Vier wesentliche Handlungsstränge werden hierbei zusammengeführt:

u Im Zeitraum Frühjahr 2013 bis Sommer 2015 ist ein durch die Stadt Dortmund beauf- Elemente des bisherigen tragtes Quartiersmanagement mit geringem Stundenumfang aktiv. Aufgaben sind der partizipativen Planungsprozesses Aufbau von Nachbarschaftsstrukturen, die Förderung der Kooperation mit den Eigen- tümern [Großwohnanlagen] sowie die Unterstützung bei der Erarbeitung des Inte- grierten Handlungskonzeptes [vgl. Kap. 3.2].

u Innerhalb der Stadtverwaltung wurde ein Lenkungskreis eingerichtet. Die für die Stadt- teilentwicklung wesentlichen Fachbereiche stimmen sich regelmäßig in Bezug auf Handlungsbedarfe, Ziele und Lösungsmöglichkeiten ab. In der Anfangszeit war vor allem die gemeinsame Entwicklung des Integrierten Handlungskonzeptes Schwer- punkt der Arbeit. Mit Blick auf die nun anstehende Umsetzungsphase ist es erforder- lich, dass der Lenkungskreis weiterhin operativ zusammenarbeitet. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzepts aus un- terschiedlichen Förderprogrammen [Städtebauförderung, BIWAQ, ESF etc.] finanziert werden. Eine zeitliche, organisatorische und inhaltliche Abstimmung auf kommunaler Ebene ist daher unerlässlich.

u Die Stadt Dortmund hat den Prozess „Inklusives Westerfilde” angestoßen, der als Zielsetzung die modellhafte Weiterentwicklung Westerfildes zu einem inklusiven So- zialraum verfolgt. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Abstimmungsrunden, Ortsbegehungen sowie der Aktionstag „Inklusives Westerfilde“ am 12. Oktober 2013 durchgeführt worden. Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden in das Integrierte Hand- lungskonzept eingebunden [vgl. Kapitel 2.7] und werden bei der Umsetzung berück- sichtigt.

u Im Rahmen des durch den Oberbürgermeister der Stadt Dortmund initiierten Bürger- dialogs wurden die aktuelle Stadtteilsituation sowie die Zukunftsperspektive gemein- sam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern an zwei Terminen – am 10. Dezember 2013 und am 8. April 2014 – breit erörtert. Es sind weitere Termine vorgesehen. Die Sichtweise der Bewohnerinnen und Bewohner wurde zudem durch eine Befragung eingefangen [vgl. Kapitel 2.8].

Durch die Anwendung unterschiedlicher Beteiligungsformate ist vor Ort eine inhaltlich Anknüpfungspunkte und Struk- breite Diskussion erfolgt. Diese frühzeitige und umfangreiche Beteiligung stellt das Inte- turen für künftige Beteiligung grierte Handlungskonzept auf eine solide Basis und sichert die für die Umsetzung notwen- dige Unterstützung und Akzeptanz. Der Beteiligungsaspekt wird bei der Umsetzung der Maßnahmen eine wesentliche Rolle spielen. Die Gremienstruktur soll gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt werden. Als derzeitig bestehende Strukturen bzw. Anknüp- fungspunkte sind zu nennen:

Aktionsplan Soziale Stadt/Aktionsraumbeauftragter

An den Zielen „Arbeit und Beschäftigung im Quartier“, „Eltern und Kinder stärken – Kin- derarmut bekämpfen“ und „Sozialen Zusammenhalt im Quartier stärken“ arbeitet der Ak- tionsraumbeauftragte gemeinsam mit verschiedenen Akteuren vor Ort, z. B. den Quartiers- kümmerern [für eine ausführliche Beschreibung vgl. Pkt. 3.2].

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Partizipation & Prozessgestaltung

Arbeitskreis "AG § 78 KJHG - Ortsgruppe Westerfilde"

Regelmäßiger Austausch der in der Jugendarbeit tätigen Institutionen [Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen, Kirchengemeinden, Jugendfreizeitstätte, Jugendamt].

Bezirksvertretung Mengede

Die Bezirksvertretung ist das politische Gremium auf bezirklicher Ebene. Sie hat zahlreiche Entscheidungs- und Mitwirkungsrechte an politischen Prozessen und durch einen eigenen Haushalt auch Gestaltungsmöglichkeiten für den jeweiligen Bezirk.

Fachgespräch Wohnungswirtschaft Westerfilde/Bodel- schwingh

Regelmäßige Abstimmung zwischen Stadt Dortmund und den großen Bestandshaltern. Perspektivisch ist vorgesehen, eine Netzwerk-Struktur auch für die Klein- und Einzeleigen- tümer aufzubauen [„Eigentümer-Forum“].

Mieterbeirat Westerfilde

Regelmäßiger kleinräumiger Austausch zwischen Mietern, Mieterverein Dortmund, dem Aktionsraumbeauftragten in Bezug auf Beratung und Hilfestellung zu mietrechtlichen und nachbarschaftlichen Problemstellungen.

Städtischer Lenkungskreis Westerfilde/Bodelschwingh

Regelmäßige Abstimmung zwischen den relevanten städtischen Fachbereichen sowie bei Bedarf weiterer Partner. Da nun die Umsetzungsphase des Stadterneuerungsprozesses an- steht, ist vorgesehen, die Bezirksvertretung aktiver einzubinden.

Für die anstehende Ausgestaltung der weiteren Akteurs- und Bürgerbeteiligung lassen sich Arbeitsprinzipien für die anste- folgende Prinzipien skizzieren: henden Beteiligungsaktivitäten

u Aufgrund der Größe des Untersuchungsgebietes und der kleinräumig sehr unter- schiedlichen Handlungsbedarfe wird es unerlässlich sein, sowohl große auch klein- teilige Strukturen aufzubauen. So ist neben dem Wunsch nach einer „Stadtteilkon- ferenz“ auch der Bedarf geäußert worden, dem Kernbereich Westerfildes besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Denkbar ist ein „Jour Fixe“ im kleinen Kreis speziell für diesen Bereich oder auch die Gründung von „Hausgemeinschaften“.

u Für die erfolgreiche Umsetzung des Stadterneuerungsprozesses ist es erforderlich, vor Ort präsent und ansprechbar zu sein. Aus diesem Grund soll ein Quartiersmanagement mit einem größeren Stundenumfang und einem eigenen Bürostandort innerhalb des Fördergebietes zum Start der Umsetzung eingerichtet werden. Standortfrage und Nut- zerkreis der Räumlichkeiten werden Anfang 2015 zu klären sein.

Zu den Starterprojekten gehört u. a. der „Stadtteilfonds“, der finanzielle Mittel für die Um- setzung von Projekten und Aktionen aus der Bewohnerschaft bietet. Es ist vorgesehen, dass die Geschäftsführung für diesen Fonds bei dem geförderten Quartiersmanagement liegt. Die Entscheidung über die Vergabe der Mittel soll eine örtliche Jury treffen, die sich

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Partizipation & Prozessgestaltung

mehrheitlich aus Bewohnerinnen und Bewohnern zusammensetzt. Mit der Akquisition von Projektideen und möglichen Jurymitgliedern soll bereits kurzfristig durch das jetzige Quar- tiersmanagement begonnen werden. Über den Aktionsfonds Soziale Stadt stehen bereits jetzt 5000 € jährlich für Projekte dieser Art zur Verfügung.

Zu Beginn der Umsetzung des Stadterneuerungsprogramms ab 2015 wird es eine wesent- liche Aufgabe sein, die vorhandene Gremienstruktur zu überprüfen und vorhandene Lücken zu schließen. Dabei soll die Struktur möglichst effizient sein, Parallelstrukturen vermieden und der Arbeitsaufwand, insbesondere für ehrenamtlich tätige Akteure, in einem leistbaren Rahmen gehalten werden.

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die zu schaffenden Strukturen auf Langfris- tigkeit angelegt werden. Das bedeutet, dass neu zu schaffende Strukturen den gesamten Entwicklungsprozess für Westerfilde/Bodelschwingh thematisieren, in dem die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts nur einen, wenn auch wichtigen, Aspekt darstellt.

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Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

7. Stadtteilmarketing: Kommunikation & Öffent-

lichkeitsarbeit

Die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes für Westerfilde/Bodelschwingh soll Stadtteilbezogenes Marketing möglichst frühzeitig durch ein hochwertiges Marketing- und Kommunikationskonzept und und Öffentlichkeitsarbeit durch eine erfahrene Werbeagentur eine darauf basierende ebenso professionell umgesetzte Öffentlichkeitsarbeit begleitet und in ihrer Wirkung und Nachhaltigkeit unterstützt werden.

Im Zuge der Erstellung des Integrierten Handlungskonzeptes wurden wesentliche Eck- punkte im Hinblick auf Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit abgestimmt:

u B asierend auf den Erfahrungen aus anderen Dortmunder Gebieten der gebietsbezo- Grundsatzentscheidungen zur genen Stadterneuerung besteht Konsens darüber, dass dieser Aufgabenbereich einen Entwicklung und Umsetzung eines Stadtteilmarketings ausgesprochen hohen Stellenwert für eine erfolgreiche Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes und für eine nachhaltige Wirkung der Aufwertungs- und Erneue- rungsaktivitäten hat. Daher sollte hier eine Agentur eingeschaltet werden, die über entsprechende Erfahrungen und Referenzen verfügt.

u Gegenstand der Öffentlichkeitsarbeit ist nicht nur das Integrierte Handlungskonzept und seine Umsetzung [projektbezogene Werbung], sondern die Stadtteile Westerfilde und Bodelschwingh, deren Innen- und Außenimage nachhaltig neu besetzt und auf- gewertet werden sollen. Im Rahmen der Konkretisierung eines Kommunikationskon- zeptes und einer Strategie für seine Umsetzung [Öffentlichkeitsarbeit] wird überprüft, inwieweit hier ein differenzierter Ansatz notwendig ist, der jeweils den unterschied- lichen Besonderheiten, Geschichten und Potenzialen der beiden Gebietsteile Rechnung trägt.

u Die Entscheidung für eine gebietsbezogene Öffentlichkeitsarbeit bedeutet auch, dass es hier nicht um eine zeitlich befristete Aktion für die Dauer der Projektlaufzeit geht, sondern um eine auf Dauer angelegte neue Form der Öffentlichkeitsarbeit. Das heißt, von Anfang an muss bei der Entwicklung und Einführung von Medien darauf geachtet werden, dass sie –oder Teile davon –auch nach Ende der Projektlaufzeit von lokalen Akteuren übernommen und weitergeführt werden können.

u Dies impliziert, dass von Anfang an darauf geachtet wird, dass die Inputs zu diesen Aktivitäten der gebietsbezogenen Öffentlichkeitsarbeit aus dem Stadtteil selbst heraus kommen. Für dieses Handlungsfeld sollen also möglichst kreative Beteiligungsformen zur Anwendung kommen.

u Ein zentrales Kennzeichen der geplanten Öffentlichkeitsarbeit soll ihre ‘Glaubwürdig- keit’ sein. Das heißt, kein falsches und ‘glorifizierendes’ Bild des Stadtteils zu zeichnen, dem die Realität dann nicht gerecht werden kann. Vielmehr sollen realistisch Stärken, Fortschritte, erfolgreiche Verbesserungen und Aufwertungen aktiv vermarktet werden.

u Bei allen Medien, die für die stadtteilbezogene Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt wer- den, wird im Vorfeld kritisch überprüft, wie das jeweilige Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen ist und wie groß die Chancen auf eine nachhaltige und dauerhafte Nut- zung dieser Medien sind.

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Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

Ziele und Zielgruppen Vorläufige Definition von Zielen und Zielgruppen Zum heutigen Zeitpunkt können bereits die folgenden Zielgruppen und Ziele des Hand- des Stadtteilmarketings lungsfeldes benannt werden:

u B ezogen auf den Erneuerungsprozess –die Umsetzung des Integrierten Handlungs- konzeptes – verfolgt das Handlungsfeld mit seinen Aktivitäten das Ziel, die Partner, die Bewohnerschaft und alle weiteren relevanten lokalen Akteure zu informieren, In- teresse an und Neugier auf den Erneuerungsprozess zu wecken und einen möglichst großen Kreis von Akteuren zu motivieren, sich an diesem Prozess zu beteiligen.

u B ezogen auf den Stadtteil –die eigentliche Zielebene des Marketingkonzeptes –rich- ten sich die Maßnahmen von gebietsbezogenen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit an die Bewohnerschaft, an lokale Unternehmer, an Immobilienbesitzer etc., um bei diesem Kreis ein neues Bild des Stadtteils zu verankern und durch eine solche Ver- besserung des Innenimages unterschiedliche Reaktionen hervorzurufen: Steigende Investitionsbereitschaft bei Immobilieneigentümern, höhere Wohnzufriedenheit und ggf. wachsendes Engagement bei den Bewohner, Stärkung von Lokalpatriotismus und Gemeinwesen, etc.

u Z ielsetzung: Die dritte Zielebene zielt auf eine sukzessive Verbesserung des Außeni- mages ab: Hier gilt es, in der Gesamtstadt und der Region das vielfach negative Image des Stadtteils zu verbessern, Vorurteile zu überwinden und Qualitäten des Standortes und seiner Lebensqualität bekannt zu machen und zu vermarkten. Auch dadurch sol- len bei unterschiedlichen Akteuren Folgereaktionen ausgelöst werden, die sich positiv auf die Gebietsentwicklung auswirken: Steigende Zuzugsquoten, steigende soziale Durchmischung der Bewohnerschaft, steigende Investitionen in den Immobilienbe- stand, zunehmende ökonomische Aktivitäten etc.

Anwendung

Die Details der Anwendung und Umsetzung des Marketingkonzeptes und der Kommuni- Mögliche Elemente und Me- kationsstrategie werden zu gegebener Zeit zwischen den lokalen Partnern und der beauf- dien des Stadtteilmarketings tragten Werbeagentur abgestimmt und festgelegt. Nach den bisherigen Planungen werden dabei die folgenden Medien in den Diskussionen und Überlegungen berücksichtigt wer- den:

u E in Logo und ein Slogan für den Stadtteil, die von möglichst vielen Partnern im Rah- men ihrer geschäftlichen Korrespondenz, ihrer Internetauftritt und ihrer sonstigen Werbemaßnahmen genutzt werden sollten.

u E ine Definition von Printmedien, die für die regelmäßige Kommunikation und Öffent- lichkeitsarbeit durch alle kooperierenden Partner einheitlich genutzt werden [Flyer, Zeitungen, Wandzeitungen, Plakate etc.].

u E ine differenzierte und nachhaltig angelegte Kommunikationsstrategie zum Umgang mit den Medien [Stadtteilzeitungen, stadtweite Zeitungen, Lokalradio, Lokalfernsehen, etc.], um gezielt und nachhaltig das Außenimage des Stadtteils nach und nach auf- zuwerten und neu zu besetzen.

u E ine Strategie zur Nutzung des Internets für die Umsetzung der Marketingkampagne. In einem ersten Schritt wird es sicherlich eine Präsentation des Projektes, seiner Ak- tivitäten und Erfolge auf den entsprechenden Internetseiten der Stadt Dortmund

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Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit

geben. Mittelfristig wird zu überlegen sein, ob man eine eigenständige Internetprä- senz für den Stadtteil so attraktiv und ‘pflegeleicht’ gestalten und realisieren kann, dass sie nach dem Ende der Projektlaufzeit durch lokale Akteure problemlos und ver- lässlich fortgesetzt werden kann.

u Die Entwicklung und Realisierung von neuen Veranstaltungen und Veranstaltungsfor- maten im Stadtteil, die von Bewohnern, Vereinen oder sonstigen lokalen Akteuren vorgeschlagen und dauerhaft unterstützt werden und deren sukzessive Aufnahme in ein jährliches stadtteilbezogenes Veranstaltungsprogramm.

u In dem Maße, wie Projekte und Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes erfolgreich realisiert und abgeschlossen werden, sollte auch überlegt werden, ob das Instrument von Stadtteilführungen durch engagierte Bürger zur Anwendung kommen kann.

u Weiterhin wäre es wünschenswert, im Zuge der Realisierung von baulichen Aufwer- tungsmaßnahmen das neu entwickelte Logo und den dazu gehörigen Slogan für das Stadtteilmarketing auch durch Beschilderungen und Wegweiser im Stadtteil sichtbar und für Bewohner wie Besucher im Alltagsleben real erfahrbar zu machen.

Diese Planung der konkreten Anwendung beinhaltet auch eine systematische Überprüfung der Frage, welcher Akteur und Partner auf welche Weise zur Umsetzung dieses Marketing- konzeptes beitragen kann.

Bis zur geförderten Umsetzung des integrierten Handlungskonzeptes und den Beginn eines solchen Stadtteilmarketingprojektes wird diese Aufgabe einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit eine gemeinsame Aufgabe zahlreicher bereits im Stadtteil tätiger Akteure wie etwa das Quartiersmanagement, die städtische Pressestelle, die Wohnungsunternehmen und/oder die Einzelhändler sein.

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Begleitendes Monitoring

8. Begleitendes Monitoring und Evaluation

Im Verlauf der letzten Jahre ist im Stadtumbaugebiet Rheinische Straße [Unionviertel] ein Übertragung eines bewährten Verfahren entwickelt worden, das sehr nutzerfreundlich, ‘schlank’, flexibel und effizient Monitoriungsysstems auf das neue Programmgebiet ist.

Dieses Verfahren wird – mit den notwendigen lokalspezifischen Anpassungen und Kon- kretisierungen versehen – auch im zukünftigen Programmgebiet Westerfilde/Bodel- schwingh zur Anwendung kommen. Es setzt sich aus den folgenden methodischen Elemen- ten und Verfahrensschritten zusammen:

Grundlagenarbeit

Am Anfang der Umsetzung jedes [Teil-]Projektes werden gemeinsam von der Projektlei- Verständigung auf ein gemein- tung, möglichen Auftragnehmern und Kooperationspartnern die Grundlagen für das je- sames Verständnis von projekt- bezogenen Aktivitäten & Zielen weilige Projekt gelegt. Dazu erfolgt eine differenzierte Verständigung über Ziele, Aktivitäten und Leistungen [Indikatoren]. Dieser Schritt wird sorgfältig durchgeführt und dokumentiert, um sicher zu stellen, dass alle Beteiligten den gleichen Bezugsrahmen haben und über ein gemeinsam getragenes differenziertes Verständnis des jeweiligen Projektes verfügen.

Projektbezogenes Monitoring

Die Ergebnisse dieses klärenden Prozesses zu Projektbeginn werden in Form eines Moni- Standardisiertes Monitoring toringbogens dokumentiert. Dieser projektbezogene Monitoringbogen umfasst unter an- zweimal jährlich derem:

u Eine Kurzbeschreibung des Projektes und die Benennung der im jeweiligen Projekt kooperierenden Partner.

u Ziele, Zielgruppen und Aktivitäten des jeweiligen Projektes.

u Differenzierte Angaben über die bis zum Zeitpunkt des jeweiligen Monitorings er- brachten Leistungen / durchgeführten Aktivitäten.

u Eine Analyse von möglicherweise im Rahmen der Umsetzung aufgetretenen Proble- men, ihren Auswirkungen auf die Umsetzung des Projektes und Möglichkeiten einer kompensatorischen Gegensteuerung.

u Differenzierte Angaben zu Budgetverwendung und Mittelabfluss.

u Eine komprimierte, aber differenzierte Reflektion der Erfahrungen, die in der Berichts- phase des jeweiligen Monitoring mit der Umsetzung des Projektes gemacht wurden.

Dieser Bogen wird von den Projektverantwortlichen zweimal im Jahr ausgefüllt und mit der Projektleitung abgestimmt.

Dieses periodische Monitoring dient den Projektverantwortlichen als Steuerungsinstru- ment. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich, dass Ziele und Aktivitäten im Verlauf der Umsetzung gemeinsam modifiziert werden und der jeweilige Monitoringbogen dann entsprechend angepasst und fortgeschrieben wird.

Über Indikatorenfamilien quer über die einzelnen Monitoringbögen lassen sich projekt- übergreifende Datensätze und Informationen – u.a. für die übergeordneten Berichtssy- steme –sammeln und analysieren. Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 90

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Begleitendes Monitoring

Periodische Programmevaluation

Alle zwei Jahre wird die Wirkung des Erneuerungsprogramms auf die Stadtteilentwicklung Programmevaluationen ausgewertet. Dazu erfolgen zwei Arbeitsschritte alle zwei Jahre

u Die Auswertung von statistischen Daten –bezogen auf das Stadterneuerungsgebiet in Verhältnis zu Gesamtstadt und Vergleichsräumen mit ähnlichen Merkmalen.

u Durch Diskussionen/Gespräche mit Experten vor Ort, Programmverantwortlichen und Akteuren aus dem jeweiligen Gebiet. Dieser Arbeitsschritt wird in der Regel in Form von so genannten “Evaluationsseminaren” umgesetzt, die durch eine externe fachli- che Begleitung vorbereitet, moderiert und dokumentiert werden. Dabei werden Pro- grammschwächen und -stärken reflektiert sowie Handlungsschwerpunkte für die weitere Programmlaufzeit definiert.

Zur Dokumentation der Ergebnisse dieses Arbeitsschrittes wird ein Evaluationsbericht an- gefertigt, der den örtlichen Gremien, der Politik und auch der zuständigen Bezirksregierung vorgelegt wird und der für alle übrigen Interessierten auf der programmbezogenen Inter- netpräsenz zum Download bereitgestellt wird.

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Förder- und Finanzierungsinstrumente

9. Förder- und Finanzierungsinstrumente

Durch die Schaffung von Strukturen und erster Projekte konnten Ansätze von Handlungs- Mittel der Städtebauförderung fähigkeit erzeugt und punktuelle Verbesserungen erreicht werden. Diese Ressourcen rei- zur Schaffung einer mittel- fristigen Perspektive für den chen nicht aus, um eine wirklich umfassende und nachhaltige Erneuerung des Unter- Erneuerungsprozess suchungsgebietes zu erreichen.

Daher ist es entscheidend für den Erfolg der Gesamtmaßnahme, dass nun zeitnah eine Förderung aus Mitteln der Städtebauförderung erfolgt, um mit einem solchen Förderrah- men wirklich integriert und nachhaltig tätig werden zu können. Dabei soll sich die Umset- zung des Integrierten Handlungskonzeptes aber explizit nicht auf den Einsatz dieser Fördermittel beschränken. Diese Fördermittel und der damit ermöglichte Erneuerungspro- zess sollen vielmehr gezielt als Basis genutzt werden, um weitere öffentliche und private Fördermittel und Finanzierungsquellen zu erschließen, die Nachhaltigkeit und Leistungs- fähigkeit der Erneuerungsaktivitäten weiter verbessern können.

Dieses Kapitel stellt in einem zusammenfassenden Überblick die Förder- und Finanzie- rungsinstrumente dar, die in diesem Kontext relevant sind.

Städtebauförderung

Den Mitteln der Städtebauförderung kommt –wie oben erwähnt –eine zentrale Bedeu- Einsatzmöglichkeiten der tung zu, weil sie die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes mit einer mehrjäh- Städtebauförderungsmittel rigen Finanzierungsperspektive versehen. Entscheidend ist dabei die Möglichkeit, durch bauliche Maßnahmen im öffentlichen Raum Anreize für private Folgeinvestitionen zu schaf- fen wie auch die Chance, durch ein leistungsfähiges Quartiersmanagement, einen partizi- pativen und gut strukturierten Erneuerungsprozess in Gang zu setzen.

Im Sinne der Aktivierung von Mitwirkungsbereitschaft kommt hier dem Instrument eines Fonds‘ zur Förderung von Aktivitäten eines bürgerschaftlichen Engagements [17(1)] si- cherlich eine große Bedeutung zu.

Das Gleiche gilt für das geplante Hof- und Fassadenprogramm, aus dessen Mitteln Inve- stitionen privater Hausbesitzer in die Aufwertung ihrer Immobilien im Bereich der Fassa- denerneuerung und der Neugestaltung von Eingangs- und Außenbereichen gefördert werden können. Beim Einsatz dieses Förderinstrumentes soll im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes Westerfilde/Bodelschwingh ein jeweils eigenständi- ger Handlungsansatz für große Bestandhalter [Wohnungsgesellschaften] und Einzeleigen- tümer zum Einsatz kommen.

Auch das Förderinstrument des so genannten “ISG-Fonds” zielt darauf ab, die [Mit-]Inve- stitionsbereitschaft privater Akteure zu fördern. Dabei richtet sich dieses Förderangebot an lokale Immobilienbesitzer und Unternehmer [etwa Einzelhändler], die gemeinsam Maß- nahmen einer Standortaufwertung realisieren möchten. Mit Hilfe dieses Förderinstruments können die Maßnahmen solcher Standortgemeinschaften aus Mitteln der Städtebauför- derung mit einem Fördersatz von 50% unterstützt werden.

Eine wichtige neue Förderoption im Rahmen der nordrhein-westfälischen Städtebauför- derung stellt die Möglichkeit dar, auch für Projekte einer Erneuerung und Aufwertung von städtischen Infrastruktureinrichtungen –insbesondere im Hinblick auf energetische Sanie- rung und die Schaffung von Barrierefreiheit – Unterstützung aus Mitteln der Städtebau- förderung zu erhalten. Dies ist im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Handlungs- 92

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Förder- und Finanzierungsinstrumente

konzeptes Westerfilde/Bodelschwingh insbesondere für eine Aufwertung des Jugendzen- trums KESS und damit eine deutliche Aufweitung der Leistungsfähigkeit dieser Einrichtung wichtig.

Wohnraumförderung

Die Förderangebote und Mittel der nordrhein-westfälischen Wohnraumförderung können Die Wohnungswirtschaft als – gerade in Hinblick auf eine integrierte Quartierserneuerung mit dem Wohnungsbaupro- Akteur der Quartierserneuerung gramm 2014 bis 2017 ausgeweiteten Angeboten – einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes leisten. Förderfähig sind hier unter anderem die fol- genden Maßnahmen, die für die nachhaltige Erneuerung des Untersuchungsgebietes von Relevanz sind::

u Neubau von Mietwohnungen;

u Modernisierung von Mietwohnungen;

u Standortaufbereitung mit Ersatzneubau [Abriss nicht mehr marktfähiger Wohnungs- bestande und Ersatz durch zukunftsfähige und qualitativ hochwertigen Neubau];

u externe Voruntersuchungen, Bewohnerbeteiligungen etc. zur Vorbereitung von Quar- tierskonzepten im Zusammenhang mit gefördertem Wohnungsneubau;

u Mieteinfamilienhäuser;

u Gruppenwohnungen für ältere und behinderte Menschen.

Zusätzlich werden für bestimmte Maßnahmen Tilgungsnachlässe von bis zu 50% angebo- ten. Es werden in erheblichem Umfang zusätzliche Ressourcen für die Wohnraum- und Quartiersförderung bereitgestellt [3,2 Milliarden für den Zeitraum von 2014 bis 2017], für deren Akquisition – anders als bei den Mitteln der Städtebauförderung – kein kommunaler Eigenanteil erforderlich ist.

Vor diesem Hintergrund ist die bereits begonnene Kooperation zwischen Stadt und Vertretern der Wohnungswirtschaft im Untersuchungsgebiet von besonderer Bedeutung für den weiteren Prozess, denn diese Mittel sind auf die Mitwirkungs- und Mitfinanzie- rungsbereitschaft der lokalen Bestandshalter angewiesen.

EU-Strukturfonds

Die Strukturfonds der Europäischen Union stehen aktuell an der Schwelle zu einer neuen Integrierter Einsatz von Finanzierungsperiode, so dass noch nicht alle Details und Modalitäten der Förderangebote ESF- und EFRE-Mitteln und -verfahren bekannt sind. Bereits jetzt ist aber von den entsprechenden Ressorts der Landesregierung angekündigt worden, dass in der neuen Förderperiode erstmals ein inte- griertes Förderangebot aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds [ESF] und des Europäi- schen Fonds für regionale Entwicklung [EFRE] bereitgestellt und durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen [MBWSV] verwaltet werden soll.

Ein solche Angebot wäre von sehr großer Bedeutung für die Umsetzung eines wirklich in- tegrierten Handlungsansatzes, weil dann auch alle soziale Maßnahmen integrierte Be- standteil des Handlungsansatzes sein könnten, die nicht aus Mitteln der Städtebau- förderung kofinanziert werden können. 93

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Förder- und Finanzierungsinstrumente

Ergänzende Programme im sozialen Bereich

Wie bereits erläutert wurde, haben die Fördermittel der Städtebauförderung einen bau- lich-investiven Schwerpunkt, so dass zahlreiche im Rahmen einer integrierten Quartiers- erneuerung notwendige Projekte aus diesen Mitteln nicht gefördert werden können.

Daher werden von Seiten der Bundespolitik regelmäßig ergänzende Förderangebote be- Ergänzende Programme reitgestellt, die solche eher sozialen Ziele und Elemente der integrierten Quartierserneue- zur Umsetzung von Maß- nahmen im sozialen Bereich rung unterstützen. Aktuell gilt dies für das Programm “Jugend stärken im Quartier”, das auch für die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes in Westerfilde und Bodel- schwingh wichtige zusätzliche Handlungschancen bietet. Diese Fördermittel sollen gezielt in benachteiligte Quartiere, die Programmgebiete des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ oder vergleichbare „soziale Brennpunkte“ gelenkt werden. Finanzielle Ressourcen und vor allem auch fachliches Wissen werden gebündelt, um die jungen Menschen [bis 26 Jahre] in den betroffenen Quartieren noch effizienter unterstützen zu können.

Im Hinblick auf diese ergänzenden Förderangebote wird also abzuwarten bleiben, welchem der Förderprogramme die Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes Westerfilde/Bo- delschwingh zugeordnet wird, da auf diese Fördermittel – wie oben angedeutet – in der Regel nur ein Zugriff für Maßnahmen besteht, die im Rahmen des Bund-Länder-Programms “Soziale Stadt” gefördert werden.

Im Rahmen des "Handlungskonzepts gegen Armut und Soziale Ausgrenzung" ist geplant, entsprechende Projektansätze für Westerfilde/Bodelschwingh weiterzuqualifizieren, sobald der Projektaufruf erfolgt.

Kulturförderung

Für Aufgaben und Herausforderungen, wie sie sich in Gebieten wie Westerfilde und Bo- Fördermittel der Kulturförderung delschwingh stellen, bieten auch die Angebote der nordrhein-westfälischen Kulturpolitik für unterschiedliche Zielgruppen und Erneuerungsziele wichtige Unterstützung und Ressourcen an. Dies bezieht sich insbesondere auf die folgen- den Förderprogramme: Interkulturelle Kunst- und Kulturmaßnahmen des Landes u Nordrhein-Westfalen [Interkultur]

Mit Mitteln dieses Programms sollen freie und kommunale Kulturinstitutionen, Kul- turträger, Künstlerinnen und Künstler gefördert werden. Mit der angestrebten Pro- jektförderung soll vor allem der Dialog zwischen den in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen unterschiedlicher Herkunft mit Mitteln der Kunst unterstützt wer- den. Förderfonds “Kultur und Alter” des Landes Nordrhein-West- u falen

Das Land Nordrhein-Westfalen möchte durch dieses Förderangebot Projekte unter- stützen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Entfaltung der ästhetischen, kommuni- kativen und sozialen Bedürfnisse und Fähigkeiten älterer Menschen zu fördern. Es leistet damit einen Beitrag zur Erhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen und sozialen Teilhabe und Lebensqualität hin zu einem aktiven Altern. Vorrang genießen Projekte, die eines oder mehrere der nachstehenden Ziele verfolgen: u Erprobung neuer [partizipativer] Formen der Kulturarbeit mit älteren Menschen;

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Förder- und Finanzierungsinstrumente

u Anregung eines intergenerationellen Dialogs durch Kulturarbeit; u Entwicklung neuer Vermittlungsformate, die die kulturelle Teilhabe von älteren Menschen fördert, welche nicht [mehr] an Kultur teilhaben; u Kooperation von Trägern aus dem Kultur- und Sozialbereich, um Ressourcen und Kompetenzen beider Bereiche zusammenzuführen; u Kooperation und Vernetzung verschiedener Akteure der Altenkulturarbeit in der Kommune, der Region bzw. dem Land Nordrhein-Westfalen. NRW-Landesprogramm “Kultur und Schule” u

Ziel dieses Förderangebotes ist es, Künstler und Kulturpädagogen zur Gestaltung von Projekten in die Schulen Nordrhein-Westfalens einzuladen. Die Projekte ergänzen das schulische Lernen und eröffnen den Kindern und Jugendlichen die Begegnung mit Kunst und Kultur, unabhängig von der Herkunft und dem sozialen Status. Die Künst- lerinnen und Künstler unterstützen die Schüler dabei, selber künstlerisch aktiv zu wer- den und weitere Kulturangebote wahrzunehmen.

Straßenbaumittel

Maßnahmen zur Aufwertung des Straßenraums – gerade auch im Hinblick auf eine Ver- Abgestimmter Einsatz von besserung der Mobilität von Radfahrern und mobilitätseingeschränkten Menschen und Mitteln des Straßenbaus ggf. auch eine punktuelle Neuorganisation des Parkverkehrs stellen wichtige Elemente des Integrierten Handlungskonzeptes dar [vgl. Kap. 2.7]. Dies gilt insbesondere dann, wenn solche Mittel strategisch eingesetzt werden, um dadurch Folgeinvestitionen privater Im- mobilieneigentümer auszulösen.

Solche Maßnahmen sind wegen des hier geltenden Subsidiaritätsprinzips allerdings in der Regel nicht förderfähig im Rahmen der Städtebauförderung. Ihre Finanzierung muss in die mittelfristige Finanzplanung der Kommune zur Umsetzung von Projekten –insbesondere nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz [GVFG] integriert werden.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig für die Umsetzung des Integrierten Handlungskon- zeptes im Untersuchungsgebiet, dass im Rahmen des hier gewählten interdisziplinären Ar- beitsansatzes über Ressort- und Ämtergrenzen hinweg auch das Tiefbauamt bereits in der Konzeptentwicklung eingebunden wurde und auch im Rahmen der Umsetzung ein wich- tiger Projektpartner bleiben wird, so dass es hier zu einer vernetzten und abgestimmten Entwicklung von Maßnahmen zwischen Quartierserneuerung und Straßenbau kommen wird.

Lokale Wirtschaftsförderung

Das Gleiche gilt für Förder- und Unterstützungsangebote der lokalen Wirtschaftsförderung. Förderung der lokalen Ökonomie Sie können im Rahmen von Beratungsangeboten zur Förderung der lokalen Ökonomie im Zuge der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes relevant werden. Auch hier soll ein abgestimmtes und vernetztes Vorgehen durch die Einbindung der Wirtschaftsförderung in die Erarbeitung und Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes gewährleistet werden.

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Förder- und Finanzierungsinstrumente

Fördermittel für Immobilienbesitzer

Die Beratung und Aktivierung von Immobilienbesitzern wird bei der Umsetzung des Inte- Fördermöglichkeiten für grierten Handlungskonzeptes einen ausgesprochen wichtigen Stellenwert einnehmen, denn private Immobilienbesitzer eine nachhaltige Erneuerung des Untersuchungsgebietes kann alleine durch öffentliche Investitionen nicht gelingen.

Aus Mitteln der Städtebauförderung können hier in begrenztem Umfang Förderangebote bereitgestellt werden, die sich im Rahmen eines Hof- und Fassadenprogramms auf eine Erneuerung und Aufwertungvon Eingangsbereichen und dem direkten hausbezogenen Umfeld sowie von Fassaden richten. Aus Gründen des bereits erwähnten Subsidiaritäts- prinzips, das beim Einsatz von Mitteln der Städtebauförderung gilt, wird die Leistungsfä- higkeit dieses Förderinstruments aktuell immer weiter eingeschränkt.

Daher wird es bei der im Integrierten Handlungskonzept vorgesehenen Beratung und Ak- tivierung von Hauseigentümern sehr wichtig sein, hier nicht Beratung zum Hof- und Fas- sadenprogramm anzubieten, sondern auch die entsprechenden Förderangebote der nordrhein-westfälischen Wohnraumförderung [RLBestandsInvest 2014] und aktuelle An- gebote der NRW.Bank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau [KfW] – gerade auch im Hinblick auf energetische Erneuerung des Wohnungsbestandes und die Förderung von Bar- rierefreiheit im Wohnungsbestand –zu einem wichtigen Bestandteil der entsprechenden Informations- und Beratungsangebote zu machen.

In vergleichbaren Maßnahmen der Vergangenheit hat sich häufig gezeigt, dass Immobi- lienbesitzer in größerem Umfang zu Investitionen bereit sind, wenn dies nicht über die o.g. Förderinstrumente unterstützt wird, die ihnen unterschiedliche Bindungen auferlegen, son- dern über eine Verbesserung der steuerlichen Abschreibungsfähigkeit für ihre Investitionen. Dies würde voraussetzen, dass für die entsprechenden Gebietsteile von Seiten der Stadt Dortmund eine förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet erfolgen müsste. Ob und ggf. für welche Teilbereiche eine solche Festlegung sinnvoll sein könnte –zur Schaffung erhöh- ter steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten für Hauseigentümer, unter Umständen aber auch, um den Einsatz von Instrumenten des besonderen Städtebaurechts zu ermöglichen – wird sich im weiteren Prozess der Umsetzung zeigen.

96

[Seite 97]

Anhang

10.Anhang

10.1 Abbildungsverzeichnis

Karten:

Karte 1: Das Untersuchungsgebiet Seite 12

Karte 2: Lage & Abgrenzung der vertiefend untersuchten Quartiere Seite 13

Karte 3: Eigentümerstruktur im Untersuchungsgebiet Seite 22

Karte 4: Eigentümerstruktur im Gebiet Göllenkamp/Elberskamp Seite 27

Karte 5: Eigentümerstruktur im Gebiet Westerfilder Straße/Mastbruch Seite 28

Karte 6: Eigentümerstruktur im Gebiet Gerlachweg/Kiepeweg/Speckestraße Seite 29

Karte 7: Eigentümerstruktur im Gebiet Im Odemsloh/Rohdesdiek Seite 30

Karte 8: Eigentümerstruktur im Gebiet Gesenhofstraße/Im Odemsloh Seite 31

Karte 9: Spiel- und Sportplätze im Untersuchungsgebiet Seite 33

Karte 10: Soziale Infrastruktureinrichtungen im Untersuchungsgebiet Seite 38

Karte 11: Bewohnerbefragung: Das Befragungsgebiet Seite 53

Abbildungen:

Abbildung 1: Projekte der integrierten Stadtteilerneuerung nach Entwicklungsschwer- punkten Seite 9

Abbildung 2: Entwicklung der Einwohnerzahlen seit dem Jahr 2000 Seite 15

Abbildung 3: Die Einwohnerentwicklung seit 2000 nach Quartieren Seite 15

Abbildung 4: Altersstruktur der Einwohner im Jahr 2011 Seite 16

Abbildung 5: Die Altersstruktur der Bevölkerung im Untersuchungsgebiet im Jahr 2012 Seite 16

Abbildung 6: Entwicklung des Ausländeranteils seit 2000 Seite 17

Abbildung 7: Ausländische Bewohner in Westerfilde [im Jahr 2012] nach Staatsangehö- rigkeit Seite 17

Abbildung 8: Entwicklung des Migrantenanteils an der Wohnbevölkerung seit 2008 Seite 18

Abbildung 9: Migrationshintergrundstatus im Jahr 2012 nach Quartieren Seite 18

Abbildung 10: Ausländer- und Migrantenanteil im Jahr 2012 nach Quartieren Seite 19

Abbildung 11: Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit 2005 Seite 20

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 97

[Seite 98]

Anhang

Abbildung 12: Die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit seit 2005 Seite 20

Abbildung 13: Entwicklung der Leistungsempfängerquote nach SGB II Seite 21

Abbildung 14: Entwicklung der Leerstandsquoten in den Quartieren zwischen 2008 und 2011 Seite 23

Abbildung 15: Durchschnittliche Wohndauer in den untersuchten Quartieren Seite 24

Abbildung 16: Bewohnerbefragung: Wohndauer Seite 53

Abbildung 17: Bewohnerbefragung: Zukunftsperspektiven Seite 54

Abbildung 18: Bewohnerbefragung: Erreichbarkeit des Vermieters Seite 54

Abbildung 19: Bewohnerbefragung: Umgang des Vermieters mit gemeldeten Mängeln Seite 55

Abbildung 20: Bewohnerbefragung: Bewertung von Zustand und Qualität der Wohnung Seite 55

Abbildung 21: Bewohnerbefragung: Bewertung des Mietpreises im Verhältnis zur Qualität Seite 56

Abbildung 22: Bewohnerbefragung: Erreichbarkeit der Wohnung Seite 56

Abbildung 23: Bewohnerbefragung: Barrierefreiheit der Wohnung Seite 57

Abbildung 24: Bewohnerbefragung: Fehlende Sport-, Kultur-, Bildungs- und Freizeitein- richtungen Seite 58

Abbildung 25: Bewohnerbefragung: Bewertung der Angebote Seite 58

Abbildung 26: Bewohnerbefragung: Fehlende Versorgungseinrichtungen / Angebote Seite 59

Abbildung 27: Bewohnerbefragung: Beurteilung des Zusammenlebens Seite 60

Abbildung 28: Bewohnerbefragung: Angebote und Gelegenheit zur Pflege sozialer Kon- takte Seite 61

Abbildung 29: Projekte der integrierten Stadtteilerneuerung nach Entwicklungsschwer- punkten Seite 80

Photos:

Bild 1 & 2: Wohnungsbestand Werkloh und Ammerbaumweg Seite 27

Bild 3 & 4: Wohnungsbestand Westerfilder Straße/Mastbruch Seite 28

Bild 5 & 6: Wohnungsbestand in Speckestraße Seite 29

Bild 7 & 8: Wohnungsbestand Rohdesdiek Seite 30

Bild 9 & 10: Wohnungsbestand Im Odemsloh Seite 31

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 98

[Seite 99]

Anhang

Bild 11 & 12: Vermüllung als wachsendes Problem in einem ohnehin verunsicherten Ge- meinwesen Seite 34

Bild 13 & 14: In die Jahre gekommene und vernachlässigte wohnungsbezogene Freiflä- chen Seite 34

Bild 15 & 16: Der öffentliche Raum als Ärgernis und Image schädigender Standortfaktor Seite 35

Bild 17 & 18: Eingangsbereiche aufwerten Seite 35

Bild 19 & 20: Beispiele für bereits aufgewertete städtische Spielplätze Seite 36

Bild 21 & 22: Auch das ist Westerfilde: Schloss Westhusen und das legendäre „Tante Amanda“ Seite 37

Bild 23 & 24: Die Wegebeziehungen in den Naturraum aufwerten Seite 37

Bild 25 & 26: Die beiden Kindertageseinrichtungen in der Speckestr. 15 und 17 Seite 39

Bild 27: Dortmunds 1. Sekundarschule im „Schulzentrum Westerfilde“ Seite 39

Bild 28 & 29: Eröffnung und 1. Halbjahresbilanz der neuen Sekundarschule Seite 40

Bild 30 & 31: Wenig Raum und Angebote für Jugendliche Seite 40

Bild 32 & 33: „Ersatzräume“ für Kinder und Jugendliche Seite 42

Bild 34 & 35: Eine Bürgerwohnung als Ort für umfassende Beratung und Bildung Seite 42

Bild 36 & 37: Zentrale Angebote des täglichen Bedarfs Seite 44

Bild 38 & 39: Einzelhandel im Wandel: Döner-Bude und türkischer Nachhilfeverein als Nachmieter Seite 44

Bild 40 & 41: Neue großflächige Angebote an der Bodelschwingher Straße Seite 45

Bild 42 & 43: Leerstehende Ladenlokale an der Bodelschwingher Straße Seite 45

Bild 44 & 45: Eine gute Versorgung mit Arztpraxen und medizinischen Dienstleistungen Seite 46

Bild 46 & 47: Leerstehende ehemalige Gasthäuser in Westerfilde und Bodelschwingh Seite 46

Bild 48 & 49: Gute ÖPNV-Versorgung im Untersuchungsgebiet Seite 47

Bild 50 & 51: Nutzungs- und Gestaltdefizite bei den ÖPNV-Haltestellen Seite 47

Bild 52 & 53: Unnattraktive und als unsicher wahrgenommene Wegebeziehungen zur Stadtbahnhaltestelle Seite 48

Bild 54 & 55: Defizite & Investitionsrückstau beim öffentlichen Straßennetz Seite 48

Bild 56 & 57: Handlungsbedarf im Hinblick auf den Radverkehr im Gebiet Seite 49

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 99

[Seite 100]

Anhang

Bild 58 & 59: Belastung durch parkende LKW und PKW als potenzielles Konfliktfeld im Untersuchungsgebiet Seite 49

Bild 60 & 61: Defizite bei Zustand und Gestaltqualität der Fußwegebeziehungen im Un- tersuchungsgebiet Seite 50

Bild 62 & 63: Stolperkanten und fehlende Querungshilfen als Problem für mobilitätsein- geschränkte Bewohner Seite 50

Bild 64 & 65: Funktionale und gestalterische Aufwertung des Kreisverkehrs & des angren- zenden MarktplatzesSeite 51

Bild 66 & 67: Die Quartiershausmeister bei der Arbeit Seite 64

Bild 68 & 69: Der Bürgergarten als Gemeinschaftsprojekt Seite 65

Bild 70 & 71: Ein gut durchmischter und teilweise bereits aufgewerteter Wohnungsbe- stand Seite 68

Bild 72 & 73: Brüche und Disparitäten in der Stadtteilentwicklung Seite 69

Bild 74 & 75: Handlungsbedarf im öffentlichen Raum Seite 70

Bild 76 & 77: Öffentliche und wohnungsbezogene Freiräume aufwerten Seite 79

Bild 78 & 79: Die Möglichkeiten für Kinderspiel deutlich verbessern Seite 81

Bild 80 & 81: Elemente von Niedergang und Verfall beseitigen und lokale Ökonomie stär- ken Seite 82

10.2 Quellenverzeichnis

Borchers, Detlef; Fliegert, Mario:Leistungsbilanz zum Projekt „Quartiershausmeister Dort- mund-Westerfilde. Dortmund 2009

empirica | QUAESTIO:Kommunales Wohnkonzept Dortmund. Bonn 2009

Freise, Torsten:Folgen des Verkaufs von Wohnungsbeständen an ausländische Finanzinve- storen für die Quartiersentwicklung am Beispiel von Siedlungsbeständen in Dortmund- Westerfilde. Master-Arbeit an der Ruhr-Universität Bochum | Fakultät für Geowissen- schaften | Geographisches Institut. Bochum 2011

Planungsgruppe STADTBÜRO: Themenworkshop „Soziale Angebote und Infrastruktur in Dortmund-Westerfilde“. Dokumentation der Beteiligungsveranstaltung am 9. Juli 2013. Dortmund 2013

Planungsgruppe STADTBÜRO: Themenworkshop „Zusammenleben, Nachbarschaft und Integration in Dortmund-Westerfilde“. Dokumentation der Beteiligungsveranstaltung am 16. Juli 2013. Dortmund 2013

Planungsgruppe STADTBÜRO: Themenworkshop „Wohnen und Wohnumfeld in Dortmund- Westerfilde“. Dokumentation der Beteiligungsveranstaltung am 23. Juli 2013. Dortmund 2013

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 100

[Seite 101]

Anhang

Prigge, Rolf; Böhme, René:Zusammenfassung der Projektergebnisse „Stadtteilstrategien gegen Armut und Benachteiligung – Soziale Stadtpolitik in Dortmund, Bremen und Nürn- berg“. Institut für Arbeit und Wirtschaft. Bremen 2013 Stadt Dortmund | Amt für Wohnungswesen: Abschlussbericht der kleinräumigen Quar- tiersanalyse „Dortmund-Westerfilde“. Dortmund 2008

Stadt Dortmund:Integriertes Stadtbezirksentwicklungskonzept Mengede – Bericht 2009. Dortmund 2009

Stadt Dortmund | Fachbereich Statistik:Statistikatlas 2010 – Dortmunder Stadtteile. Be- richtsstand: 31.12.2008. Dortmund 2010

Stadt Dortmund: Gremienbericht „Aktionsplan Soziale Stadt“. Stand: März 2011. Dortmund 2011

Stadt Dortmund | Amt für Wohnungswesen: Evaluationsbericht über die kleinräumige Quartiersanalyse „Dortmund-Westerfilde“. Dortmund 2012

Stadt Dortmund | Fachbereich Schule:Das Pädagogische Konzept der Sekundarschule We- sterfilde. Dortmund 2012

Stadt Dortmund: Stadterneuerungskonzept für den Stadtteil Westerfilde: Beschlussvorlage | Drucksache Nr. 07638-12. Dortmund 2012

Stadt Dortmund | Die Behindertenbeauftragte: Wahrung der Belange der Menschen mit Behinderung in der Stadt Dortmund 2011/2012. Bericht der Behindertenbeauftragten zur Vorlage an das Behindertenpolitische Netzwerk, den Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit und den Rat der Stadt Dortmund. Dortmund 2013

Stadt Dortmund:Sachstandsbericht zum „Aktionsplan Soziale Stadt“. Beschlussvorlage | Drucksache Nr. 10789-13. Dortmund 2013’

Stadt Dortmund: Inklusion in Dortmund. Beschlussvorlage | Drucksache Nr. 10684-13. Dort- mund 2013

Stadt Dortmund: Sachstand zur Umsetzung von Inklusion in Dortmund [Stand: 31. August 2013]. Anlage zur Vorlage „Inklusion in Dortmund“. Dortmund 2013

10.3 Bildnachweis

Bilder 34 und 35: Ruhr-Nachrichten vom 26. Mai 2011

Bilder 66 und 67: Ruhr-Nachrichten vom 21. Oktober 2010

Bilder 68 und 69: SPD Ortsverein Westerfilde

Alle übrigen Bilder: Stadt Dortmund | Stadtplanungs- und Bauordnungsamt

Abbildungen: Planungsgruppe STADTBÜRO auf Basis von Daten der Stadt Dort- mund

Karten: Planungsgruppe STADTBÜRO auf Basis von Daten und Karten- grundlagen der Stadt Dortmund

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 101

[Seite 102]

Impressum

Stadterneuerung Dortmund Westerfilde/Bodelschwingh Integriertes Handlungskonzept

Bearbeitung:

David R. Froessler

Interdisziplinäres Bearbeitungsteam:

David R. Froessler|Innovationsagentur Stadtumbau NRW Dirk Ruß|Planungsgruppe Stadtbüro Carsten Schäfer |Planungsgruppe Stadtbüro

Gisela Bartholomä|Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Kerstin Furkert|Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Jörg Haxter|Amt für Wohnungswesen Ralph Kittel|Ordnungsamt Susanne Linnebach|Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Werner Schardien|Büro Dezernat 5 Matthias Siepmann|Amt für Angelegenheiten des Oberbürgermeisters und des Rates Sandra Simon|Jugendamt Manfred Stankewitz|Büro Dezernat 5 Eberhard Weisse|Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Elke Wissing|Wirtschaftsförderung

u r b a n o | Urban Research & Consultancy Talstrasse 22-24 D - 40217 Düsseldorf Fon: 0211 - 5 444 866 eMail: info@urbano.de Web: www.urbano.de

Düsseldorf & Dortmund | Oktober 2014

Integriertes Handlungskonzept | Stand: 2014 102

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