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Öffentliche Ausschreibung Externe chemische Analyse von Aerosol-Filterproben aus dem Spurenstoffobservatorium an der Neumayer-Station III in der Antarktis
Vergabe-Nr. 35/34030591
Anlage 2 - Leistungsbeschreibung
Leistungsbeschreibung
Externe chemische Analyse von Aerosol-Filterproben der SPUSO-Messungen
an der Neumayer-Station III
Einleitung
Gegenstand der Leistung ist die externe chemische Analyse von Aerosol-Filterproben aus dem Neumayer Spurenstoffobservatorium (SPUSO) an der Neumayer-Station III in der Antarktis. Die Leistung umfasst die Probenannahme, kontaminationsarme Handhabung, Filterextraktion, chemische Analyse, Qualitätssicherung, Dokumentation und elektronische Ergebnisübermittlung. Ziel ist die Bestimmung der wasserlöslichen ionischen chemischen Zusammensetzung atmosphärischer Aerosole zur Fortführung einer antarktischen Langzeitmessreihe.
1. Vertragslaufzeit
Der Vertrag tritt voraussichtlich 01.01.2027 in Kraft und hat eine Laufzeit von 48 Monaten.
Der Vertrag endet automatisch und nach Ablauf der Vertragslaufzeit bedarf es keiner Kündigung der Vertragsparteien zur Beendigung des Vertragsverhältnisses.
Einzelaufträge auf der Grundlage dieser Rahmenvereinbarung können bis zum letzten Tag der Laufzeit der Vereinbarung erteilt werden. Das bedeutet, dass Einzelaufträge u. U. erst nach dem Ende der Laufzeit der Wartungsvereinbarung enden.
2. Probenumfang
Der erwartete Umfang beträgt 250 Filteranalysen pro Jahr, entsprechend 1.000 Filteranalysen über die gesamte Vertragslaufzeit.
3. Probenmaterial
Bei den Proben handelt es sich um Aerosol-Filterproben aus der antarktischen Küstenatmosphäre. Die Proben werden an der Neumayer-Station III genommen und anschließend jährlich nach Deutschland transportiert. Die Proben weisen typischerweise niedrige Analytkonzentrationen auf. Die Analytik muss daher für gering belastete atmosphärische Aerosol-Filterproben geeignet sein. Neben regulären Proben sind auch Feldblindproben oder andere Qualitätssicherungsproben enthalten.
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4. Parameter
Folgende Anionen sind erforderlich:
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Methansulfonat, MSA;
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Chlorid, Cl⁻;
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Nitrat, NO₃⁻;
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Sulfat, SO₄²⁻.
Folgende Kationen sind erforderlich:
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Natrium, Na⁺;
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Ammonium, NH₄⁺;
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Kalium, K⁺;
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Magnesium, Mg²⁺;
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Calcium, Ca²⁺.
5. Analytische Methode
Die Analyse muss mittels Ionenchromatographie oder eines fachlich gleichwertigen, validierten Verfahrens erfolgen. Der Auftragnehmer hat im Angebot die vorgesehene Methode kurz darzustellen, insbesondere Extraktionsverfahren, Kalibrierung, Nachweis- und Bestimmungsgrenzen, Qualitätssicherung und Messunsicherheit.
6. Ergebnislieferung
Die Ergebnisse sind elektronisch als .csv-Datei zu liefern. Die Ergebnisdatei muss mindestens enthalten:
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Proben-ID;
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Datum der Extraktion und Analyse;
-
analysierte Ionen;
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Konzentrationen bzw. Mengen pro Filter;
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Extraktionsvolumen;
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Nachweis- und Bestimmungsgrenzen;
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Blindwertkorrekturen, sofern angewendet;
-
Qualitätsflags oder Bemerkungen.
7. Bearbeitungszeit
Die reguläre Bearbeitungszeit pro Probensendung soll nach Probeneingang maximal 6 Monate betragen.
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8. Datennutzung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Veröffentlichung
Die Proben und Analyseergebnisse sind Bestandteil des wissenschaftlichen SPUSO- Langzeitmessprogramms. Die Analyseergebnisse dürfen vom Auftragnehmer im Rahmen der vereinbarten wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber genutzt werden.
Die Daten verbleiben im Eigentum des Auftraggebers. Validierte Datenprodukte werden durch den Auftraggeber regelmäßig, in der Regel jährlich, veröffentlicht und langfristig frei zugänglich gemacht. Die Veröffentlichung erfolgt über geeignete wissenschaftliche Datenrepositorien im Rahmen der SPUSO-Datenstrategie.
Eine gemeinsame wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung der Daten ist vorgesehen. Die Leistung umfasst daher neben der analytischen Bearbeitung auch die Bereitschaft zur fachlich- wissenschaftlichen Zusammenarbeit bei der Bewertung, Interpretation und Nutzung der chemischen Analysedaten, insbesondere im Hinblick auf die chemische Zusammensetzung antarktischer Aerosole, saisonale und langfristige Entwicklungen sowie die Einordnung in das SPUSO-Langzeitmessprogramm.
9. Methodenkontinuität
Da die Analysen Teil einer Langzeitmessreihe sind, ist eine stabile sowie konstitutive Methodik über die gesamte Vertragslaufzeit erforderlich. Ggf. methodische Änderungen, insbesondere bei Extraktion, Kalibrierung, Gerät, Säule oder Auswertung, sind im Auftragsfall mit dem Auftraggeber abzustimmen.