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G07325/JS 27. Mai 2026
Geotechnischer Bericht 02 – Tektur 01
Projekt Nabburg / Neusath 200 (Freilandmuseum)
Neubau eines Großobjektdepots
-
Ergänzende Erkundung
-
Orientierende abfallrechtliche Untersuchung
Auftraggeber Bezirk Oberpfalz
Arbeitsgebiet 1.2 – Bau, Umwelt und Klimaschutz
Ludwig-Thoma-Straße 14
93051 Regensburg
Planung Diezinger Architekten GmbH
Rathausplatz 3
93047 Regensburg
Bearbeiter Dipl. Ing. (FH) Jan Spotka
E-Mail jan.spotka@spotka.de
Der Geotechnische Bericht umfasst 21 Seiten und 10 Anlagen und ist nur in seiner Gesamtheit gültig
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Projekt: Nabburg / Neusath 200 (Freilandmuseum) – Neubau eines Großobjektdepots
Inhaltsverzeichnis Seite
1 BEAUFTRAGUNG 4
2 UNTERLAGEN 4
3 PROJEKT 5
3.1 Vorgang 5
4 ERGÄNZENDE BAUGRUNDERKUNDUNG 7
4.1 Aufschlüsse 7
4.2 Grundwasserverhältnisse 9
5 LABORUNTERSUCHUNGEN 10
5.1 Vorbemerkung 10
5.2 Boden- und felsmechanische Untersuchungen 10 5.2.1 Korngrößenverteilung 10 5.2.2 Konsistenzgrenzen 11 5.2.3 Einaxiale Druckfestigkeiten 11 5.2.4 Abrasivität 12
5.3 Chemische Laboruntersuchungen 12 5.3.1 Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden 12
6 BAUGRUNDMODELL, HOMOGENBEREICHE 14
6.1 Vorbemerkung 14
6.2 Grundlagen 14
6.3 Homogenbereiche 14
7 GRÜNDUNG 18
7.1 Tiefgründung auf Bohrpfählen gemäß DIN EN 1536 18 7.1.1 Allgemeines 18 7.1.2 Dimensionierung der Bohrpfähle 18 7.1.3 Horizontallasten 19 7.1.4 Herstellung Bohrpfähle 20
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Tabellen Seite
Tabelle 1: Aufschlüsse 7
Tabelle 2: Schichtgrenzen 8
Tabelle 3: Grundwasserstände 9
Tabelle 4: Korngrößenverteilung 10
Tabelle 5: Konsistenzgrenzen 11
Tabelle 6: Einaxiale Druckfestigkeiten 11
Tabelle 7: Abrasivität 12
Tabelle 8: Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden 13
Tabelle 9: Kennwerte Homogenbereich Oberboden 15
Tabelle 10: Kennwerte Homogenbereiche Lockerboden 16
Tabelle 11: Kennwerte Homogenbereiche Fels 17
Tabelle 12: Charakteristische Kennwerte zur Vordimensionierung von Bohrpfählen 18
Tabelle 13: Höhenlage Gneis je Arbeitsebene 19
Tabelle 14: Steifemodulverlauf Querbelastung Bohrpfähle 20
Anlagen
Anlage 1 Übersichtslageplan
Anlage 2 Lageplan
Anlage 3 Bohrprofile
Anlage 4 Bilder der Bohrkerne
Anlage 5 Schichtenverzeichnisse
Anlage 6 Laborversuche – Korngrößenverteilung nach DIN EN ISO 17892-4
Anlage 7 Laborversuche – Punktlastversuch nach DGGT Empfehlung Nr. 5
Anlage 8 Laborversuche – Einaxialer Druckversuch nach DGGT Empfehlung Nr. 1
Anlage 9 Laborversuche – Bestimmung der Abrasivität nach DGGT Empfehlung Nr. 24
Anlage 10 Orientierende abfallrechtliche Bewertung
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1 Beauftragung
Für das o.g. Projekt liegt bereits ein Geotechnischer Bericht mit Datum vom 08. Mai 2025 und eine
Aktennotiz mit Datum vom 15. Januar 2026 vor.
Mit Schreiben vom 11. März und 19. März 2026 erteilte der Bezirk Oberpfalz der Baugrundinstitut
Dr.-Ing. Spotka und Partner GmbH den Auftrag für die Ausführung einer ergänzenden Baugrundun-
tersuchung, sowie einer orientierenden abfallrechtlichen Untersuchung und der Erstellung eines Ge-
otechnischen Berichtes. Grundlage der Auftragserteilungen sind Kostenangebote vom 18. Februar
und 17. März 2026.
2 Unterlagen
Zur Bearbeitung des Geotechnischen Berichtes standen folgende neue relevante Unterlagen zur
Verfügung:
(U1) Auszug aus statischer Berechnung, Kapitel 05 – 2. Untergeschoss und Gründung, ohne Datum, Planungsge-
sellschaft Dittrich mbH, München
(U2) Positionsplan Dachgeschoss, Neubau eines Großobjektdepots, Planstand 22.10.2025, Maßstab 1:100, aufge-
stellt von Planungsgesellschaft Dittrich mbH, München
(U3) Positionsplan Decke über 1. UG, Neubau eines Großobjektdepots, Planstand 19.12.2025, Maßstab 1:100, auf-
gestellt von Planungsgesellschaft Dittrich mbH, München
(U4) Positionsplan Decke über 2.UG, Bodenplatte und Fundierung 1. UG, Neubau eines Großobjektdepots, Plan-
stand 18.12.2025, Maßstab 1:100, aufgestellt von Planungsgesellschaft Dittrich mbH, München
(U5) Positionsplan Bodenplatte und Fundierung im 2. UG, Neubau eines Großobjektdepots, Planstand 18.12.2025,
Maßstab 1:100, aufgestellt von Planungsgesellschaft Dittrich mbH, München
(U6) Skizze Gründung Bohrpfahl Planum, Neubau eines Großobjektdepots, Planstand 14.01.2026, Maßstab 1:200,
aufgestellt von Planungsgesellschaft Dittrich mbH, München
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3 Projekt
3.1 Vorgang
Der Bezirk Oberpfalz plant den Neubau eines Großobjektdepots auf dem Grundstück Neusath 200
in Nabburg, siehe Übersichtslageplan auf Anlage 1. Hierzu liegt bereits ein Geotechnischer Bericht
und eine Aktennotiz aus unserem Haus vor.
Es ist eine Gründung auf Bohrpfählen vorgesehen. Für eine normgerechte Untersuchung der Unter-
grundverhältnisse sind Bodenaufschlüsse bis in ausreichende Tiefen (mindestens 5 m unter Pfahl-
fuß) erforderlich. Es wurden deshalb ergänzend zu den bereits vorliegenden Untersuchungen aus-
reichend drei Ramm- und Rotationskernbohrungen ausgeführt.
Die Planung sieht gemäß (U6) derzeit die Herstellung eines Bohrplanums, aufgrund der Topogra-
phie auf drei verschiedenen Ebenen vor, siehe nachfolgender Auszug aus (U6).
Abbildung 1 - Bohrplanum, Ausschnitt aus (U6)
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Gemäß (U1) werden Bohrpfähle von den verschiedenen Bohrebenen aus abgeteuft. Die Bohrpfahl-
längen wurden mit 7,5 bis 12,0 m vordimensioniert.
Für die Baumaßnahme bzw. die Ausführung der Pfahlarbeiten sind folgende Höhenangaben maß-
gebend, welche (U6) und (U7) entnommen wurden:
OK-FF EG = Kote ± 0,00 m = 451,00 m NHN
OK-FF UG-1 = Kote – 3,90 m = 447,10 m NHN
OK-FF UG-2 = Kote - 8,70 m = 442,30 m NHN
Bohrplanum A = Kote - 4,50 m = 446,50 m NHN
Bohrplanum B = Kote – 7,30 m = 443,70 m NHN
Bohrplanum C = Kote – 9,30 m = 441,70 m NHN
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4 Ergänzende Baugrunderkundung
Zur ergänzenden Erkundung der Baugrundverhältnisse wurden im März und April 2026 insgesamt
drei Ramm- und Rotationskernbohrungen ausgeführt.
Die Bohrungen werden im Folgenden mit KB1, KB2 und KB3 bezeichnet. Die Aufschlüsse sind in
nachfolgender Tabelle zusammengestellt:
Tabelle 1: Aufschlüsse
| Aufschluss | Aufschlusstiefe [m] |
|---|---|
| KB1 | 15,0 |
| KB2 | 20,0 |
| KB3 | 20,0 |
Die Aufschlüsse wurden lage- und höhenmäßig mittels GPS-Vermessung eingemessen (UTM,
DHHN16).
Die Lage der Aufschlüsse zeigt der Lageplan auf Anlage 2. Die Bohrprofile sind als Anlage 3 beige-
fügt. Anlage 4 zeigt das in Kernkisten ausgelegte Bohrgut. Auf Anlage 5 sind die Schichtenverzeich-
nisse beigefügt.
4.1 Aufschlüsse
Grob kann von der nachfolgenden Schichtenfolge ausgegangen werden:
• Oberboden
• Künstliche Auffüllungen
• Bindiger Sand (mit bindigen Zwischenschichten)
• Gneiszersatzschichten (Sand, schwach bindig bis bindig)
• Gneis
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Oberboden
Bei den Bohrungen KB1 und KB3 wurde eine 0,1 … 0,3 m Oberbodenschicht erkundet. Der Oberbo-
den ist meist sandig und schluffig ausgeprägt.
Künstliche Auffüllungen
Bei KB2 zeigt sich ab Ansatzhöhe eine künstliche Auffüllung. Dabei handelt es sich um umgelagerte
Sande und Schluffe mit weich-steifer Konsistenz.
Bindiger Sand mit bindigen Zwischenlagen
Anschließend folgt Sand mit stark wechselnden bindigen Anteilen. Der Sand ist zudem großteils
glimmerhaltig. Die Lagerungsdichte ist überwiegend als locker bis mitteldicht einzustufen. Vereizelt
zeigen sich verfestigte Bereiche bzw. Hangschutteinlagerungen (vgl. KB3).
Gneiszersatzschichten
Mit zunehmender Tiefe steht verwitterter Fels, in Form von Sand mit schwach bindigen bis bindigen
Anteilen an. Aufgrund der erreichten Schlagzahlen von meist >> 10 bis z. T. > 100, sowie dem
Bohrwiderstand bei den Kleinrammbohrungen lässt sich die Lagerung als überwiegend dicht bis sehr
dicht bzw. felsähnliche beschreiben.
Gneis
Bei den Bohrungen wurde unterlagernd das Festgestein in Form von sehr mürbem, teilweise entfes-
tigtem bis zu mittelhartem Gneis bis zur jeweiligen Endtiefe erbohrt.
Die Schichtgrenzen sind in nachfolgender Tabelle zusammengestellt. Zudem sind die Erkundungs-
ergebnisse der ersten Untersuchungskampagne informativ mit dargestellt.
Tabelle 2: Schichtgrenzen
| Bohrung | Schichtunterkanten | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Künstliche Auffüllungen | Bindige Sande mit bin- digen Lagen | Gneiszersatz | Gneis | ||||||||||||
| [m u | [m | [m u GOK] | [m NHN] | [m u | [m NHN] | [m u GOK] | [m NHN] | ||||||||
| GOK] | NHN] | GOK] | |||||||||||||
| KB1 | - | - | -1) | -1) | 10,2 | 436,7 | > 15,0 | < 431,9 |
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| KB2 | 3,0 | 443,3 | -1) | -1) | 9,7 | 436,6 | > 20,0 | < 426,3 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| KB3 | - | - | 3,8 | 438,8) | 8,0 | 434,6 | >20,0 | < 422,6 |
| B1 | 0,6 | 446,3 | 4,2 | 442,7 | 8,4 | 438,5 | -2) | -2) |
| B2 | 1,2 | 445,2 | 4,7 | 441,7 | 8,4 | 438,0 | -2) | -2) |
| B3 | - | - | 4,0 | 441,3 | 8,6 | 436,7 | -2) | -2) |
| B4 | 1,2 | 441,2 | 3,4 | 439,0 | 8,4 | 434,0 | -2) | -2) |
| B5 | - | - | 3,7 | 438,0 | 8,3 | 434,4 | > 11,8 | < 430,9 |
-
genaue Unterscheidung aufgrund des Bohrverfahrens nicht möglich
-
aufgrund Bohrwiderstandes nicht aufgeschlossen.
4.2 Grundwasserverhältnisse
Grund- bzw. Schichtenwasser wurde zum Zeitpunkt der Untersuchungen in folgenden Tiefen einge-
messen.
Tabelle 3: Grundwasserstände
| Aufschluss | Datum | Tiefe [m u. GOK] | Tiefe [m NHN] | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| KB1 | 31.03.2026 | 8,80 | 438,12 | angebohrt |
| 01.04.2026 | 2,30 | 444,62 | Bohrende | |
| KB2 | 26.03.2026 | 5,50 | 440,76 | angebohrt |
| 30.03.2026 | 2,30 | 443,96 | Bohrende | |
| KB3 | 24.03.2026 | 1,80 | 440,77 | angebohrt |
| 26.03.2026 | 1,60 | 440,97 | Bohrende | |
| B1 | 25.03.2025 | 1,60 | 445,32 | - |
| B2 | 26.03.2025 | 3,30 | 443,06 | - |
| B3 | 25.03.2025 | 1,23 | 444,10 | - |
| B4 | 26.03.2025 | 1,90 | 440,45 | - |
| B5 | 24.03.2025 | 1,20 | 441,50 | - |
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5 Laboruntersuchungen
5.1 Vorbemerkung
Nachfolgende werden die Ergebnisse aus dem 1. Geotechnischen Bericht informativ nochmals mit
aufgeführt. Die Prüfberichte sind jedoch nicht mit beigefügt.
5.2 Boden- und felsmechanische Untersuchungen
5.2.1 Korngrößenverteilung
Zur Bestimmung der Korngrößenverteilung wurden eine ergänzende Nass- und Trockensiebungen
nach DIN EN ISO 17892-4 durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Detail aus Anlage 6 ersichtlich.
Tabelle 4: Korngrößenverteilung
| Bohrung | Entnahme- tiefe [m] | Tonanteil < 0,002 mm [%] | Schluff- | Massen- anteil Sand [%] | Massen- anteil Kies [%] | Gruppen- symbol nach DIN 18196 | Korn- kennzahl | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| anteil | |||||||||
| < 0,063 | |||||||||
| mm | |||||||||
| [%] | |||||||||
| KB1 | 5,4 – 5,6 | 17,1 | 81 | 2 | SU*/ST* | 0 2 8 0 | |||
| B1 | 1,3 – 2,4 | 20,6 | 73 | 6 | SU*/ST* | 0 2 7 1 | |||
| B1 | 5,5 – 6,0 | 21,8 | 69 | 9 | SU*/ST* | 0 2 7 1 | |||
| B2 | 2,5 – 3,3 | 12,1 | 33 | 48 | 7 | feinkörnig | 1 3 5 1 | ||
| B2 | 4,0 – 4,7 | 8,6 | 14 | 72 | 5 | SU*/ST* | 1 1 7 1 | ||
| B2 | 7,4 – 8,4 | 5,7 | 19 | 72 | 3 | SU*/ST* | 1 2 7 0 | ||
| B3 | 0,7 – 1,2 | 30,9 | 56 | 13 | SU*/ST* | 0 3 6 1 | |||
| B3 | 3,0 – 4,0 | 16,2 | 83 | 1 | SU*/ST* | 0 2 8 0 | |||
| B4 | 1,2 – 2,3 | 16,7 | 74 | 9 | SU*/ST* | 0 2 7 1 | |||
| B5 | 2,7 – 3,7 | 33,7 | 62 | 4 | SU*/ST* | k. A. | |||
| SCH3 | 0,9 – 3,6 | 11,2 | 78 | 10 | SU/ST | 0 1 8 1 | |||
| SCH2 | 3,5 – 4,0 | 21,5 | 73 | 5 | SU*/ST* | 0 2 7 1 |
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5.2.2 Konsistenzgrenzen
An drei Proben wurden die Konsistenzgrenzen nach DIN EN ISO 17892-12 bestimmt. Der Prüfbe-
richt ist dem 1. Geotechnischen Bericht zu entnehmen. Zusammengefasst ergibt sich:
Tabelle 5: Konsistenzgrenzen
| Bohrung | Entnahme- tiefe [m] | Fließgrenze w / Ausroll- L grenze w P [%] | Plastizitäts- | Natürlicher | Konsistenz- | Gruppen- symbol nach DIN 18196 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| zahl I P | Wasser- | zahl I / C | ||||||||||||
| gehalt | Konsistenz | |||||||||||||
| [%] | [%] | [-] | ||||||||||||
| B2 | 3,3 – 3,9 | 33 / 16 | 17 | 16,8 | 0,944 / steif | TL | ||||||||
| B3 | 1,3 – 2,0 | 36 / 16 | 19 | 20,1 | 0,806 / steif | TM | ||||||||
| SCH1 | 1,2 – 2,2 | 43 / 29 | 14 | 30,3 | 0,928 / steif | UM |
5.2.3 Einaxiale Druckfestigkeiten
An sechs Felsproben wurde die einaxiale Druckfestigkeit nach TP BF-StB, Teil C1 bestimmt bzw.
mittels Punktlastversuch nach TP BF-StB, Teil C5 abgeschätzt. Die Ergebnisse sind im Detail den
Anlagen 7 und 8 zu entnehmen.
Tabelle 6: Einaxiale Druckfestigkeiten
| Bohrung | Entnahmetiefe [m] | Einaxiale Druckfestig- keit q , u (TP BF-StB, Teil C1) [MN/m²] | Schätzung einaxiale | Felsart | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Druckfestigkeit (axial) | |||||||
| (TP BF-StB, Teil C5) | |||||||
| [MN/m²] | |||||||
| KB1 | 11,5 – 11,7 | 0,329 | - | Gneis | |||
| KB1 | 12,8 – 13,0 | - | 2,1 | Gneis | |||
| KB1 | 14,2 – 14,5 | 0,168 | - | Gneis | |||
| KB2 | 11,8 – 12,0 | - | 0,3 | Gneis | |||
| KB3 | 9,8 – 10,0 | - | 1,0 | Gneis | |||
| KB3 | 14,4 – 14,6 | - | 2,1 | Gneis |
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Anmerkung:
Die einaxialen Druckfestigkeiten wurden an Bohrproben abgeschätzt. Die Proben erfahren durch die
Gewinnung (rotierendes Bohrverfahren, Spülhilfe), die Lösung aus dem eingespannten Zustand im
Untergrund, die Entnahme aus dem Bohrwerkzeug, den Transport zum Labor sowie durch die La-
gerung und Bearbeitung im Labor Entfestigungen. Dies führt bei einigen Felsarten (z. B. Gneis, Mer-
gelstein, Sandstein) zu Versuchsergebnissen, die nicht oder nur teilweise für den tatsächlichen Zu-
stand im Baugrund repräsentativ sind, d. h. die Druckfestigkeiten fallen zu gering aus oder es sind
gar keine Versuche durchführbar. Des Weiteren haben die o. g. Versuche stichprobenartigen Cha-
rakter. Die Spanne der einaxialen Druckfestigkeit in der Realität ist erfahrungsgemäß höher (gerin-
gere oder höhere Druckfestigkeiten als labortechnisch festgestellt), was bei der Beurteilung der im
Untersuchungsgebiet anstehenden Festgesteine entsprechend berücksichtigt ist.
5.2.4 Abrasivität
An einer Felsprobe wurde die Abrasivität nach DGGT-Empfehlung Nr. 24 bestimmt. Die Ergebnisse
sind im Detail als Anlage 9 beigefügt.
Tabelle 7: Abrasivität
| Bohrung | Entnahmetiefe | Felsart | Abrasivität A BR | Brechbarkeit B R | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DGGT Nr. 24 | ||||||||||
| [m] | [g/t] | [%] | ||||||||
| KB1 | 10,5 – 10,6 | Gneis | 648 - mittel | 93 – sehr hoch |
5.3 Chemische Laboruntersuchungen
5.3.1 Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden
Zur Beurteilung des anstehenden Bodens auf Schadstoffe erfolgten durch die R & H Umwelt GmbH,
Nürnberg, an drei Bodenproben orientierende Untersuchungen auf abfallrechtliche Parameter ge-
mäß Ersatzbaustoffverordnung (EBV), Tabelle 3, BM-0*, BG-0*, sowie LVGBT.
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Tabelle 8: Orientierende abfallrechtliche Untersuchung Boden
| Bohrung | Entnahme- | Beschreibung | Orientierende Einstufung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| tiefe | ||||||||||
| Zuordnungsklasse | Zuordnungswert gem. LVGBT | Zuordnungswert gem. LVGBT | ||||||||
| [m] | gem. EBV | |||||||||
| KB1 | 0,8 – 1,2 | Sand / Schluff | BM-0* | Z1.1 | ||||||
| 1,5 – 1,9 | ||||||||||
| 2,5 – 2,9 | ||||||||||
| KB2 | 0,0 – 0,5 | Sand / Schluff | BM-0* | Z1.1 | ||||||
| 1,4 – 1,6 | ||||||||||
| 2,4 – 2,6 | ||||||||||
| KB3 | 0,1 – 0,3 | Sand / Schluff | BM-0* | Z1.1 | ||||||
| 1,4 – 1,6 | ||||||||||
| 2,5 – 3,0 |
Einzelheiten zu den Untersuchungsergebnissen (u.a. Kurzstellungnahme zur abfallrechtlichen Be-
wertung, Prüfberichte) sind in Anlage 10 enthalten.
Anmerkungen:
• Bei den durchgeführten Analysen handelt sich um orientierende abfallrechtliche Untersu-
chungen an punktuell entnommenen Proben. Die Schadstoffbelastung innerhalb des Baufel-
des kann schwanken.
• Zur detaillierteren abfallrechtlichen Einstufung sind ergänzende Beprobungen im Zuge der
Erdarbeiten erforderlich (Haufwerksbeprobung).
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6 Baugrundmodell, Homogenbereiche
6.1 Vorbemerkung
Die Angaben zu den Homogenbereichen und Bodenkennwerten haben sich aufgrund der Nacher-
kundung geringfügig geändert. Die Homogenbereiche werden deshalb nachfolgend nochmals defi-
niert.
6.2 Grundlagen
Gemäß ATV DIN 183xx sind Boden und Fels entsprechend ihrem Zustand vor dem Lösen in Homo-
genbereiche einzuteilen. Der Homogenbereich ist ein begrenzter Bereich, bestehend aus einzelnen
oder mehreren Boden- oder Felsschichten, der für einsetzbare Erdbaugeräte, Bohrgeräte usw. ver-
gleichbare Eigenschaften aufweist.
Oberboden ist gemäß ATV DIN 18320 unabhängig von seinem Zustand vor dem Lösen ein eigener
Homogenbereich.
6.3 Homogenbereiche
Der im Projektbereich anstehende Untergrund kann, ausgehend von den durchgeführten Erkundun-
gen, in fünf, für die relevanten Normen ATV DIN 18300 Erdarbeiten, ATV DIN 18301 Bohrarbeiten
gleichermaßen gültige Homogenbereiche gegliedert werden. Jeder Homogenbereich repräsentiert
eine Zusammenfassung von Boden- bzw. Felsarten mit weitgehend einheitlichen geotechnischen
Eigenschaften. Im Einzelnen beschreiben die Homogenbereiche folgende Boden- bzw. Felsarten:
Homogenbereich O1 - Oberboden
Der Homogenbereich O1 fasst die lokal vorhandenen (künstlich aufgefüllten) Mutterbodenschichten
zusammen.
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Homogenbereich B1 - Künstliche Auffüllungen
Der Homogenbereich B1 umfasst die künstlichen Auffüllungen. Diese bestehen überwiegend aus
umgelagerten Sanden und Tonen, untergeordnet auch aufgefüllten Kiesen. I. d. R. ist eine lockere
bis mitteldichte Lagerung, sowie steife bis halbfeste Konsistenz gegeben.
Homogenbereich B2 – bindige Sande mit bindigen Lagen, locker bis mitteldicht
Die Sande besitzen wechselnde Feinkornanteile, von bindig bis stark bindig, zudem sind meist
schwach kiesigen Anteile enthalten. Die Sande sind großteils glimmerhaltig. Die Lagerungsdichte
der Sande ist aufgrund starker Verwitterung überwiegend als locker bis mitteldicht, einzustufen.
Homogenbereich B3 – Gneiszersatz (Sand, schwach bindig bis bindig)
Die großteils zu Sand verwitterten Böden besitzen wechselnde Feinkornanteile, von schwach bindig
bis stark bindig, zudem sind meist schwach kiesigen Anteile enthalten. Die Sande sind großteils
glimmerhaltig. Die Lagerungsdichte ist der Sande ist aufgrund geringer Verwitterung überwiegend
als dicht bis sehr dicht bzw. felsähnlich einzustufen.
Homogenbereich X1 - Gneis
Unterlagernd steht Gneis in einer meist sehr mürben bis mittelharten Festigkeit an. Das Trennflä-
chengefüge des kann meist als dünn- bis dickbankig beschrieben werden.
6.4 Kennwerte Homogenbereiche
Für die Homogenbereiche ist von folgenden Eigenschaften und Kennwerten sowie deren ermittelten
Bandbreiten auszugehen. Die angegebenen Eigenschaften und Kennwerte beruhen auf Feldversu-
chen bzw. üblichen Korrelationen, Laborversuchen und zum Teil auf Erfahrungswerten. Der Be-
schreibung des anstehenden Untergrundes liegen die DIN EN ISO Normen 14688-1, 14688-2 und
14689-1 zugrunde, der Beschreibung des Oberbodens die DIN 18915.
Tabelle 9: Kennwerte Homogenbereich Oberboden
| Homogenbereich | O1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Eigenschaften/Kennwerte | Oberboden | ||||
| Bodengruppe nach DIN 18196 | OH, SU*/ST*, SU//ST, UL, UM, TL, TM | ||||
| Bodengruppe nach DIN 18915 | 3a, 4a, 5a |
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Massenanteil Steine, Blöcke, 0 … 10 % große Blöcke
Tabelle 10: Kennwerte Homogenbereiche Lockerboden
| Homogenbereich | B1 | B2 | B3 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ortsübliche Bezeichnung | Künstliche | Bindiger Sand | Gneiszersatz | Gneiszersatz | |||||||
| Eigenschaften/Kennwerte | Auffüllungen | Locker bis mitteldicht | |||||||||
| Korngrößenverteilung (Korn- kennzahlen) | k. A. | 1 3 5 1 …0 1 9 0 0 3 7 0 … 0 0 3 7 bindige Zwischenlagen 1 4 4 1 … 3 5 2 0 | 1 3 5 1 …0 1 9 0 0 3 7 0 … 0 0 3 7 | ||||||||
| Massenanteil Steine, Blöcke, große Blöcke | 0 … 20 % | 0 … 40 % | 0 … 40 % | ||||||||
| Dichte | 1,7 … 2,0 t/m³ | 1,7 … 2,2 t/m³ | 1,8 … 2,3 t/m³ | ||||||||
| Undränierte Scherfestigkeit cu | - | Bindige Zwischenlagen: 25 … 200 kPa | - | ||||||||
| Kohäsion | - | 0 … 10 kPa | 0 … 15 kPa | ||||||||
| Wassergehalt wn | n. bek. | 10 ... 30 % | 10 ... 30 % | ||||||||
| Plastizitätszahl IP | - | Bindige Zwischenlagen 10 … 20 | - | ||||||||
| Konsistenzzahl IC | - | Bindige Zwischenlagen: 0,75 … 1,10 | - | ||||||||
| Bezogene Lagerungsdichte ID | 15 … 65 % | 15 … 65 % | 65 … 100 % | ||||||||
| Organischer Anteil | 0 … 5 % | 0 … 5 % | 0 … 2 % | ||||||||
| Abrasivität | n. bek. | mittel - niedrig | mittel - niedrig | ||||||||
| Bodengruppe nach DIN 18196 | SE, SU/ST, SU*/ST*, (GI, GW, GU/GT, TL, TM) | SU/ST, SU*/ST* Bindige Zwischenlagen TL/UL, TM/UM | SU/ST, SU*/ST* |
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Tabelle 11: Kennwerte Homogenbereiche Fels
| Homogenbereich | X1 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Ortsübliche Bezeichnung | Gneis | ||||
| Eigenschaften/Kennwerte | |||||
| Benennung nach DIN EN ISO 14689-1 | Gneis | ||||
| Dichte | 1,9 … 2,4 t/m³ | ||||
| Verwitterung und Verände- rungen, Veränderlichkeit nach DIN EN ISO 14689-1 | stark verwittert stark veränderlich | ||||
| Einaxiale Druckfestigkeit q u | 0,3 … 6 MN/m² | ||||
| Trennflächenrichtung | n. bek. | ||||
| Trennflächenabstand | 20 … 600 | ||||
| Gesteinskörperform | n. bek. | ||||
| Abrasivität | mittel |
Anmerkung:
Für die Ausschreibung und Abrechnung von Bohrleistungen empfiehlt es sich die Homogenbereiche
B3 und X1 zusammenzufassen, da eine eindeutige Abgrenzung nicht möglich ist.
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7 Gründung
7.1 Tiefgründung auf Bohrpfählen gemäß DIN EN 1536
7.1.1 Allgemeines
Für eine Tiefgründung auf Bohrpfählen ist die DIN 1054 und DIN EN 1536 zu berücksichtigen.
Die Mindestpfahllänge beträgt 5,0 m. Für den Ansatz des Spitzendrucks für Fels sind die Bohrpfähle
sind mindestens 2,5 m in den Homogenbereich X1 einzubinden.
7.1.2 Dimensionierung der Bohrpfähle
Für die Dimensionierung von Bohrpfählen kann von den in nachfolgender Tabelle angegebenen
charakteristischen Werten ausgegangen werden.
Tabelle 12: Charakteristische Kennwerte zur Vordimensionierung von Bohrpfählen
| Bodenart | Charakteristische | Charakteristischer | |
|---|---|---|---|
| Pfahlmantelreibung | Pfahlspitzendruck | ||
| q s,k | q b,k | ||
| (Bruchwert) | (Bruchwert) | ||
| kN/m2 | kN/m2 | ||
| künstliche Auffüllungen (Homogenbereiche B1) | 55 | - | |
| Bindige Sande (Homogenbereich B2) | |||
| Gneiszersatz (Homogenbereich B3) | 120 | 1.200* | |
| Gneis (Homogenbereich X1) | 200 | 2.500 |
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- Die Mindestpfahllänge beträgt 5,0 m. Für den Ansatz des Spitzendrucks für Fels sind die Bohr-
pfähle sind mindestens 2,5 m in den Homogenbereich X1 einzubinden.
Die Pfahlkennwerte und Schichtgrenzen wurden aufgrund der Nacherkundung geändert. Dies ist in
der statischen Berechnung (U1) anzupassen. Der Übergang zu den einzelnen Homogenbereichen
Gneiszersatz / Gneis kann in den einzelnen Bohrplanien wie folgt angesetzt werden:
Tabelle 13: Höhenlage Gneis je Arbeitsebene
| Ebene | OK Gneiszersatz | OK Gneis | |
|---|---|---|---|
| B3 | X1 | ||
| [m NHN] | [m NHN] | ||
| Planum A = 446,50 | ~ 442,5 | ~ 436,7 | |
| Planum B = 443,70 | ~ 441,5 | ~ 436,6 | |
| Planum C = 441,70 | ~ 439,0 | ~ 434,6 |
7.1.3 Horizontallasten
Horizontallasten können durch eine seitliche Pfahlbettung aufgenommen werden. Sofern es nur auf
eine hinreichend zutreffende Ermittlung des Biegemomentes ankommt, kann der Bettungsmodul mit
nachfolgender Gleichung ermittelt werden:
ks,k = Es,k / Ds
mit
ks,k = charakteristischer Wert des Bettungsmoduls [MN/m³]
Es,k = charakteristischer Wert des Steifemoduls [MN/m²]
Ds = Pfahlschaftdurchmesser [m]
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Hierfür kann von folgender Steifemodulverteilung ausgegangen werden:
Tabelle 14: Steifemodulverlauf Querbelastung Bohrpfähle
| Schicht | Steifemodul | Verlauf | |
|---|---|---|---|
| E s,k | |||
| [MN/m²] | |||
| künstliche Auffüllungen (Homogenbereiche B1) | 10 | linear | |
| Bindige Sande (Homogenbereich B2) | 20 | konstant | |
| Gneiszersatz (Homogenbereich B3) | 40 | konstant | |
| Gneis (Homogenbereich X1) | 70 | Konstant |
Beim Ansatz des Bettungsmoduls ist Folgendes zu beachten:
• Die angegebene Bettungsmodulverteilung ist nur zulässig, solange eine rechnerische maxi-
male Horizontalverschiebung von 2 cm oder 0,03 • Ds nicht überschritten wird.
• Die Pressungen zwischen dem Pfahl und dem umgebenden Boden dürfen, den auf die Breite
des Pfahls bezogenen Erdwiderstand beim Bruch nicht erreichen.
• Bei Pfahlgruppen sind die Abminderungsfaktoren nach den Empfehlungen des Arbeitskrei-
ses „Pfähle“ (EA-Pfähle) 2012, Abschnitt 8.2.3 zu berücksichtigen.
7.1.4 Herstellung Bohrpfähle
Bei der Herstellung der Pfähle sind die Vorgaben der DIN EN 1536 „Ausführung von besonderen
geotechnischen Arbeiten (Spezialtiefbau) – Bohrpfähle“ zu beachten.
Die Bohrpfähle sind durch den Geotechnischen Sachverständigen abzunehmen.
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Das Bohrverfahren für die Herstellung der Pfahlgründung ist an die Untergrund- und Grundwasser-
verhältnisse anzupassen.
Weiterhin sind Bohrpfähle gemäß DIN EN 1536 herzustellen (z.B. Betonieren im Kontraktorverfah-
ren).
Es sind ausreichend dimensionierte Arbeitsplateaus herzustellen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Dipl. Ing. (FH) Jan Spotka
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